DVD-Rezension: “Convoy Busters”

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Kommissar Olmi (Maurizio Merli) ermittelt in Rom in der Mordsfall eines jungen Mädchens. Schnell stellt sich heraus, dass diese aus dem Weg geräumt wurde, da sie zu viel über die illegalen Tätigkeiten des Vaters ihres Freundes wusste. Olmi unternimmt alles, um die Übeltäter gefangenzunehmen und gerät dabei selber ins Fadenkreuz. Als er aufgrund der korrupten Justiz einen Fluchtversuch nicht verhindern kann, lässt er sich in eine kleine Stadt am Meer versetzen, wo er schon bald einer Schmugglerbande auf die Schliche kommt…

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Maurizio Merli ist eine Ikone des italienischen Polizeifilms, dem sogenannten Polizieschi. Dabei betrat er relativ spät diese Bühne. Ursprünglich war er nur in der Hauptrolle des Films „Verdammte heilige Stadt“ (auch bekannt als „Gewalt rast durch die Stadt“) besetzt worden, weil er Franco Nero ähnlich sah, der nach dem Erfolg von „Tote Zeugen singen nicht“ den Produzenten einfach zu teuer wurde. So versah Merli seinen ersten Einsatz in als Nero-Lookalike mit ähnlichem Rollennamen (Belli/Betti) und Kostüm. Doch augenblicklich gewann der zupackende Merli das Herz der Fans, und noch heute wird sein Name fast schon synonym für den „Polizieschi“ verwendet. Vor allem allerdings auch für die Stereotypen, die man hier erwartet. Den Supercop, der alles niederknallt, was ihm vor den Lauf kommt. Der sich nicht um Regeln und Gesetzt schert und links wie rechts Backpfeifen verteilt. Ein italienischer „Dirty Harry“ auf Speed.

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Die Hauptaufgabe des Films „Convoy Busters“ scheint es zu sein, eben jene Klischees zu bebildern. Merlis Kommissar Olmi kennt weder Gnade, noch Dienstvorschriften. Legt er einmal los, stapeln sich um ihn herum die Leichen und bei Zeugenbefragungen rutscht ihm regelmäßig die Hand aus. Ganz egal, ob er nun Männlein oder Weiblein befragt: Will jemand nicht redet, dann setzt es erst einmal was. Mit der Dienstwaffe geht er ähnlich sorglos um. Einmal streckt er mal eben so einen unschuldigen Radfahrer nieder, nur weil dieser sich ihm arglos von hinten näherte. Es ist typisch für das konfuse Drehbuch, dass diese Tat keine Konsequenzen nach sich zieht. Ja, noch nicht einmal weiter thematisiert wird. Zwar schaut Olmi später einmal melancholisch seine Waffe an, um sie dann zu entladen und im Schreibtisch verschwinden zu lassen, doch dass die ein Akt der Reue ist, muss der Zuschauer sich schon selber zusammenreimen. Und wenn Olmi einmal eine Zeugin verdrischt, kann man dies im Vergleich zu seiner lockeren Dienstwaffe schon fast als lediglich „unorthodoxe Verhörmethode“ abtun.

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Natürlich spielt „Convoy Busters“ in einer Fantasie-Welt, die (hoffentlich) nichts mit dem Alltag der italienischen Polizei 1978 zu tun hat. Unangenehm stößt diese brutale Polizeiwillkür einem aber trotzdem auf. Auch wenn Merli dabei nicht ganz das Niveau seiner asozialen Kollegen Marc Porel und Ray Lovelock aus Ruggero Deodatos „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ erreicht. Dafür hat ihm die Drehbuchautoren einige schöne Turtel-Szenen mit der schönen Olga Karlatos in das Drehbuch geschrieben, welche Regisseur Stevio Massi angemessen albern-kitschig inszeniert. Wer die recht ähnlich anmutenden Szenen zwischen Leslie Nielsen und Priscilla Presley in „Die nackte Kanone“ kennt, hat eine Idee, wie das hier aussieht. Dazu hat der ansonsten ausgesprochen zuverlässige Stelvio Cipriani eine entsprechend süßliche Musik geschrieben. Generell zählt der Score zu „Convoy Busters“ aber nicht zu Ciprianis besten Arbeiten, auch wenn er über weite Teile Stücke verwendet, die bereits in anderen Filmen vorkamen.

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Das Drehbuch etwas anders einen losen Flickenteppich zu nennen, wäre eine böse Untertreibung. Episodenartig hängt Massi eine Szene an die andere. Eigentlich simple Handlungsstränge werden gedehnt, bis sie kaum noch einen Sinn ergeben. Oftmals aber verlaufen sie nach kurzer Zeit im Nichts, nur damit augenblicklich ein neuer Faden aufgenommen werden kann. Figuren treten auf und verschwinden. Was eben noch wichtig war, ist jetzt schon wieder vergessen. Gerade in der ersten Hälfte scheint jede Sequenz nur dazu da, Olmi in Action zu zeigen, und der Leichenhalle neue Kunden zuzuführen. Ein großer Zusammenhang besteht dabei allerdings nicht. Erst in der zweiten Hälfte entwickelt sich so etwa wie eine stringente Handlung, was das Tempo des Filmes aber auch ausbremst.

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Ein Großteil der Konfusion entsteht durch den, vorsichtig ausgedrückt, eigenwilligen Schnitt. Da werden einige Szenen, die am Ende keine Signifikanz für die Geschichte haben, breit ausgewalzt, während man bei anderen das Gefühl hat, sie wären irgendwie abgehackt und würde gleich komplett fehlen. So scheint ein Teil der Handlung, erst am Schneidetisch in eine halbwegs nachvollziehbare Form gebracht worden zu sein. Beispielsweise wird die von Olga Karlatos gespielte Figur der Anna einmal in einer scheinbar völlig unpassend in den Film montierten Szene mit einer Gruppe Kindern gezeigt, obwohl ihr Beruf – offensichtlich Lehrerin – zuvor nicht erwähnt wurde. Dann ein Schnitt und Olmi erhält die Nachricht, Anna würde mit den Kindern in einem Gebäude gefangengehalten. Das Ganze wirkt im fertigen Films so, als habe man während des Drehs völlig vergessen, warum sich denn bitteschön Anna mit einer Gruppe Kindern in dem Gebäude aufhält, woraufhin man die vorher beschriebene Szene mal eben hastig nachgedreht habe.

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Trotz des katastrophalen Drehbuchs und der konfusen Montage kann der Film aber trotzdem gut unterhalten, da er in seinen starken Übertreibungen schwelgt und dabei ein hohes Tempo – zumindest in der ersten Hälfte – an den Tag legt. Zudem mag Stevio Massi vielleicht ein mäßiger Erzähler sein, doch als gelernter Kameramann hat er ein sehr gutes Auge für einprägsame und starke Bilder. Allein die Szene, in der Olmi mit seinen Männern im Gegenlicht ein ausgebranntes Auto samt verkohlter Leiche (ein recht überzeugender Spezialeffekt) untersuchen, versöhnt für so manche arg willkürliche Holprigkeit in der Dramaturgie.

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Eine ansprechende Kameraarbeit, reichlich Action und ein gut aufgelegter Maurizio Merli entschädigen etwas für ein katastrophales Drehbuch und einen willkürlichen Schnitt. Positiv ausgedrückt könnte man auch sagen, der Film verweigert sich starrköpfig einer klassischen Erzählstruktur. Das hohe Tempo und die absurden, teils an eine Parodie erinnernden Situationen dürften Merli-Fans aber trotzdem recht gut unterhalten.

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Die Doppel-DVD aus dem Hause filmArt ist üppig ausgestattet. Hier wurden alle Extras der amerikanischen Veröffentlichung von „No Shame“ übernommen. Maurizio Matteo Merli erzält über seinen Vater (20 Minuten), ferner wird auch sein Agent und Freund Eolo Capacci interviewt (16 Minuten). Merli war seit seiner Kinderheit ein guter Freund der Familie Girolami. Besonders Enio Girolami weiß viele Anekdoten aus dieser Zeit zu berichten (16 Minuten). Aber auch sein Bruder Enzo – besser bekannt unter seinem „Künstlernamen“ Enzo G. Castellari – weiß eine Menge über Merlis Jugend und Karriere zu erzählen (22 Minuten). Am Ende wird auch Ruggero Deodato befragt, der ebenfalls eng mit Merli befreundet war (6 Minuten). Dadurch erhält man ein sehr persönliches Bild vom Menschen und Schauspieler Merli, der privat so ganz anders war, als seine ruppige Leinwand-Persönlichkeit vermuten ließ. Auf einer zweiten DVD befindet sich die alte, um 8 Minuten gekürzte Fassung, die teilweise auch anders montiert wurde. Das Bild des Hauptfilmes ist nur recht durchschnittlich, aber trotzdem gut anschaubar. An zwei kurzen Stellen jedoch „hakt“ das Bild und die Personen bewegen sich nur in Zeitlupe. Könnte die erste dieser Stellen noch als Stilmittel durchgehen, wird bei der Zweiten klar, dass hier ein Fehler im Material vorliegt. Dies irritiert kurz, ist aber zu verschmerzen. Der deutsche Ton ist okay, weißt allerdings Zischlaute auf, sobald ein Wort mit „S“ anfängt. Dafür ist er aber lebendiger als die recht sterile englische Fassung. Die beste Tonspur ist hier die italienische. Alle drei Tonspuren sind in Mono. Ferner liegt der DVD ein 8-seitiges Booklet von Michael Cholewa bei, welches zwar im lockeren Plauderton über den Film und Maurizio Merli informiert, allerdings wieder einmal mit den für diese Reihe leider typischen, orthographischen Unzulänglichkeiten zu kämpfen hat.

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Originalfassungen in Bremen: 06.11.14 – 12.11.14

Alle Welt wartet ja scheinbar auf den neuen Film von Christopher Nolan, bei dem sich die Kritiker mit Lob überschlagen. In dieser Woche ist er in Bremen gleich auf zwei großen Leinwänden zu genießen. Weniger zum Genießen, aber meiner Meinung nach ungemein wichtig, ist der russische Antikriegsfilm „Komm und siehe“, der im Kommunalkino läuft.

Interstellar – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 20:00 & CineStar, So., 9.11. um 20:00 – Der neue Film von Christopher Nolan wird so ziemlich überall abgefeiert. Auf der Suche nach alternativen Lebensräumen wird ein Raumschiff in den Weltraum geschickt. Mit Matthew McConaughey und Anna Hathaway.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=zSWdZVtXT7E[/youtube]

Oflu Hocanin Sifresi – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 21:00 – Türkische Komödie. Der Moderator einer Ratgeber-Sendung mit chaotischem Familienleben versucht sich als Teamleiter eines Fußballclubs.

Unutursam Fisilda – Cinemaxx, Fr., Mo. und Di. um 22:50 – Türkisches Liebesdrama um ein junges Paar, welches gemeinsam aus der Provinz nach Istanbul flüchtet.

5 Zimmer Küche Sarg – Schauburg, So., 9.11. um 21:45 – Publikums-Favorit auf der Berlinale und dem Fantasy Filmfest! Neuseeländische Mockumentary über Leben in einer Vampir-WG.

20.000 Days on Earth – Schauburg, Mi., 12.11. um 21:00 – Verspielte Doku, die Nick Cave an seinem 20.000sten Tag auf Erden begleitet.

Bevor der Winter kommt – Schauburg, Mo., 10.11. um 12:00 & Atlantis, So., 9.11. um 20:00 – Französisches Thriller-Dramaum ein Ehepaar, welches sich langsam entfremdet hat. die Ehefrau bemerkt eine Veränderung im Verhalten ihres Mannes und vermutet eine Affäre. Mit Daniel Auteuil und Kristin Scott Thomas.

I am Love – City 46, Do., So. und Mi. immer um 20:00 –  Italienisches Drama um eine Mailänder Industriellenfamilie und ihr von Tilda Swinton verkörpertes Familienoberhaupt.

Komm und siehe – City 46, Do.+So. um 20:30, sowie Sa. um 18:00 – Auffühlender Anti-Kriegsfilm, der diesen Namen auch wirklich verdient. Wer dieses russische Werk von 1985 anschaut, sollte wissen auf was er sich einlässt. Selten wurde das Grauen und die Brutalität des Krieges so drastisch dargestellt. Schmerzendes Pflichtprogramm.

[youtube width=“630″ height=“344″]https://www.youtube.com/watch?v=Ljqmh9dVDI0[/youtube]

The Revolutionary – City 46, Mo. und Mi. um 20:30 – Dokumentation über Sidney Rittenberg, der als GI und Sprachexperte nach China kam, dort enger Vertrauter Maos wurde und dann 16 Jahre in einer Einzelzelle verbrachte. Eintritt frei!

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 10.11. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 10.11. um 21:00

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DVD-Rezension: „Liebe und Tod im Garten der Götter“

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Ein deutscher Ornithologe (Franz von Treuberg) zieht sich in das Gästehaus eines verlassenen Anwesens in Umbrien zurück, um sich hier in Ruhe seinen Studien zu widmen. Bei seinen Exkursionen durch den weitläufigen Garten des Anwesens entdeckt er einen Haufen mit Tonbändern. Wieder zurück, reinigt er diese und hört sie sich an. Bei den Tonbandaufnahmen handelt es sich um Mitschnitte der psychiatrischen Sitzung der ehemaligen Herrin des Anwesens, Azzura (Erika Blanc), die nach ihrem versuchten Selbstmord entstanden. Azzura kann sich nicht erklären, warum sie sich umbringen wollte und hat auch keinerlei Erinnerungen an die Tat. Hat ihre seltsame von Hass und Abhängigkeiten geprägte Beziehung mit ihrem Bruder Manfredi (Peter Lee Lawrence) etwas damit zu tun? Bald schon breitet sich vor dem Ornithologen das ganze Drama einer krankhaften Beziehung aus, die auch alle um sie herum in den Abgrund zu reißen droht. Fasziniert versucht der Ornithologe hinter das Geheimnis zu kommen, was damals auf dem Anwesen geschehen ist. Dabei gerät er selber in tödliche Gefahr.

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Den Film mit dem wunderschönen Titel „Liebe und Tod im Garten der Götter“ auf das Label „Giallo“ zu reduzieren, wird diesem Werk nicht wirklich gerecht. Zwar ist die Bezeichnung „Giallo“ im Italienischen ein Sammelbegriff wie der deutsche „Krimi“, trotzdem erweckt dieser Terminus bei den Filmfreunden augenblicklich die Assoziation: kreative Morde, beatig-fluffige Musik und wunderschöne Frauen. Während „Liebe und Tod im Garten der Götter“ dem letztgenannten mit der grandiosen Erika Blanc, deren herb-mysteröses Gesicht mit den blassblauen Augen, in denen man wie in einem eiskalten Bergsee versinkt, diese Klischee-Vorgabe, ebenso wie die süße Orchidea de Santis die Klischeevorgabe erfüllt, gilt dies für die beiden erstgenannten nur bedingt. Giancarlo Chiaramellos herrliche Musik ist alles, nur nicht beatig-fluffig, sondern orientiert sich häufig am der klassischen Musik verpflichtete Soundtrack, ohne dabei banal zu werden. Im Kern ist „Liebe und Tod im Garten der Götter“ ein vertracktes, und eigentlich doch ganz simples, Psychodrama um zwei verrottete Seelen, ein Geschwisterpaar, deren ungesunde Hass-Liebe, ebenso wie ihre gegenseitige Abhängigkeit, einen tödlicheren Strudel verursachen, in den alle Personen in ihrer Nähe hineingezogen werden und darin umkommen.

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Regisseur und Drehbuchautor Sauro Scavolini – der weniger für seine handvoll Regiearbeiten, als vielmehr für die von ihm geschriebenen Italo-Western und „Giallo“-Drehbücher für Sergio Martino bekannt ist – wählt keinen direkten Weg, um seine Geschichte zu erzählen. Vielmehr präsentiert er dem Publikum ein lückenhaftes Mosaik, welches der von Franz von Treuberg gespielte Ornithologe stellvertretend für den Zuschauer zusammensetzt. Und ebenso wie dieser wird der Betrachter des Filmes immer tiefer in die Geschichte hineingezogen, erkennt langsam die Zusammenhänge und muss feststellen, dass der Arm der im Dunkeln liegenden Vergangenheit in die Gegenwart hineingreift und dort zu einer gefährlichen Bedrohung wird. Ein zentrales Motiv, welches nicht nur typisch für den italienischen Giallo ist, sondern dem auch im gotischen Horrorfilm eine bedeutende Rolle zukommt. Und an einen Geisterfilm muss man auch hier denken, den die toten Stimmen dringen vom Tonband in eine Zeit ein, wo sie nur noch körperlose Gespenster sind, aber trotzdem noch Macht ausüben können.

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Sauro Scavolini wird bei diesem Film von seinem weitaus bekannteren Bruder Romano unterstützt, der für die intensive Kameraarbeit zuständig ist. Immer wieder folgt er den handelnden Personen ganz dicht, rennt mit ihnen durch den Garten der Götter und erreicht dabei eine Intensität, die an die Dogma-Filme erinnert. Neben Erika Blank und dem fiebrigen Peter Lee Lawrence als ihr Bruder Manfredi, werden die weiteren Figuren zu den wortwörtlichen Nebendarstellern degradiert. Kaum etwas erfährt man über den dem Alkohol verfallenden Timothy, außer dass er er der falsche Mann für die dominante Azzurra ist, sich aber nicht aus ihrem Bannkreis zu befreien vermag. Noch weniger Informationen bekommt man über die schöne Viola. Sie hat Manfredi zufällig in einem Zug kennengelernt und ist seiner wahrscheinlich gar nicht ganz ernstgemeinten Aufforderung nachgekommen, ihn in seiner Villa zu besuchen. Obwohl sie für ihn eine Art Fluchtpunkt darstellt, bleibt dieser Charakter doch unterentwickelt.

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Der Psychiater und der Ornithologe nehmen die doppelte Rolle des Zuschauers ein. Der eine fragt, der andere hört zu. Und beide setzten dabei unbewusst ihr Leben aufs Spiel. Es ist eben eine gefährliche Sache, sich zu tief in fremde Geschichte zu drängen und die Vergangenheit nicht ruhen zu lassen. Eine wichtige Rolle in diesem Film nimmt auch die Kulisse ein, vor der sich das Drama einer inzestuösen Beziehung entfaltet. Die dekadente Villa irgendwo in Umbrien, mit ihrem riesigen Garten, scheinbar ganz abgeschnitten von der Welt. Nur sehr selten verlässt der Film dieses abgeschiedene Reich der heimlichen Gelüste und krankhaft-intensiven Gefühle, irgendwo zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. Der Liebe und dem Tod. Welches jeden, der sich hierher begibt, mit der gleichen Melancholie und dem kalten Hauch des Todes streichelt.

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Mit „Liebe und Tod im Garten der Götter“ hat filmArt eine in Deutschland bisher unveröffentlichte, beinahe vergessene Giallo-Perle veröffentlicht, welche sich nicht in das Klischee-Bild des Genres fügen möchte. Vielmehr ist der wunderbare Film von Sauro Scavolini ein ruhiges und morbides Psycho-Drama mit Anleihen im Gothic Horror. Neben der faszinierenden Erika Blanc, weiß auch die Bildgestaltung und die für einen Giallo ungewöhnliche Instrumentierung zu gefallen. Für Liebhaber ausgewöhnlicher Filmkunst eine klare Empfehlung. Wer für seine Giallos unbedingt schwarz behandschuhte Killer mit Rasiermessern braucht, der ist hier eher fehl am Platze.

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Die vorbildliche Veröffentlichung aus dem Hause filmArt weiß durch eine sehr gutes Bild zu glänzen, welches aussieht, wie von einer frischen 35mm-Kopie gezogen. Da der Film bisher keine deutschsprachige Veröffentlichung spendiert bekommen hatte, existiert auch keine deutsche Synchronisation, und der Film liegt auf Italienisch mit gut lesbaren, deutschen Untertiteln vor. Auch die Extras können sich sehen lassen. Neben einem netten Grußwort durch Erika Blanc, gibt es noch ein interessantes Interview (11 Minuten) mit ihr, welches Uwe Huber geführt hat und in dem Sie auch näher auf ihre Freundschaft mit Peter Lee Lawrence eingeht. Ferner glänzt die Veröffentlichung mit einem sehr kenntnisreichen und informativen Audiokommentar, der von Dr. Marcus Stiglegger und Kai Naumann eingesprochen wurde. Ebenfalls hervorzuheben ist ein sehr individuell und leidenschaftlich geschriebenes 12-seitiges Booklet von Christoph Draxtra, der auch für die Untertitel des Filmes verantwortlich ist.

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Das Bloggen der Anderen (03-11-14)

bartonfink_type2– Letzte Woche habe ich doch glatt den Außenseiter unterschlagen, der auf seinem Blog Final Frontier Film Filmbesprechungen nun auch in Form von Videos einstellt. Mehr dazu verrät er hier.

– Ich freue mich ja jedes Mal, wenn mir ein neuer interessanter Filmblog unter die Augen kommt. Der Beitrag ist zwar schon älter als eine Woche, aber ich habe ihn gerade entdeckt und fand ihn zu schön, um ihn hier nicht zu erwähnen. Auf Schattenlichter (Erinnerungen an Theodore Roszak werden wach) hat Mauritia Mayer einige Fotos der Stadt Spoleto in Umbrien gepostet, welche die Kulisse für einige bekannte Gialli lieferte. Und um auch noch einen aktuellen Artikel hier mit reinzubringen: Seine Review des Fulci-Klassikers „Ein Zombie hing am Glockenseil“ findet man hier.

– Gerold Marks von Digitale Leinwand hat noch einmal Amazon Instant Video eine Chance gegeben und kommt zu dem Fazit, dass es an einigen Ecken noch Stellschrauben zur Verbesserung des Angebots gibt.

– Alexander Matzkeit stellt nach einem Abstecher in die Türkei auf real virtuality fest: “Andere Länder haben auch schlechte Filme“.

– Sascha hat auf PewPewPew das Actionfilm-Jahr 2014 unter die Lupe genommen und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

– Es ist wieder Viennale und Jugend ohne Film ist dabei. Rainer Kienböck hat nicht nur die (von mir mit Spannung erwartete Doku) „Von Caligari bis Hitler“ gesehen, sondern auch den Klassiker „Die Büchse der Pandora“. Leider als DCP, was scheinbar nicht gerade ideal war.  Des weiteren hat er auch einige Kurzfilme geschaut, die er hier vorstellt.  Patrick Holzapfel hat „Leviathan“ von Andrey Zvyagintsev gesehen, der bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

– Noch mehr Viennale. Michael Kienzel hat auf critic.de seine Festivalnotizen abgelegt und berichtet über Harun Farocki, John Ford und Thomas Heise.

– Auch Nikolaus Perneczky befindet sich auf der Viennale und schreibt darüber auf cargo.

– Über das DOK-Festival in Leipzig schreibt Eileen Reukauf auf B-Roll. Und ein Festival der etwas anderen Art ist das Pornofestival in Berlin, von dem Beatrice Behn berichtet. Ferner gab sie auch ein paar Film-Tipps für das nun zurückliegende Halloween-Fest. Dennis Demmerle hat die beiden fabelhaften Dardenne-Brüder interviewt und nach ihrem neuen Film „Zwei Tage, eine Nacht“ befragt.

– Auf dem Berliner Pornofilm-Festival war auch Arne Fischer für Daumenkino, der sich angesichts eines in seinen Augen mislungenen Kurzfilmes fremdschämt.

– Wie schon erwähnt, war Freitag ja Halloween, und Going to the movies stellt darum einen Film vor, von dem ich in den letzten Tagen sehr viel Gutes gehört habe, der aber bisher komplett an mir vorbei gegangen ist: Michael Doughertys „Trick ‘r Treat“. (Nicht zu verwechseln mit der 80er-Jahre-Bombe „Ragman“).

– Like father, like son. Gregor Torinus hat sich für Hard Sensations das polarisierend aufgenommene Leinwand-Debüt von Cronenberg-Sohn Brandon angesehen und kommt zu dem Schluss: „Hat Brandon Cronenberg einmal seine bösen Bilder in das Hirn des Zuschauers injiziert, gibt es kein Zurück. Dann hilft kein Toben und kein Schreien. Antiviral ist der Virus, ist das real gewordenen neue Fleisch aus Videodrome.“

– Zuerst gedruckt im „Der Freitag“ erschienen: Thomas Groh in seinem filmtagebuch über den großartigen „Töte Django“ von Giulio Questi.

– Udo Rotenburg seziert auf Grün ist die Heide „Gestehen Sie, Dr. Corda!“ von 1958 mit dem jungen Hardy Krüger.

– Ich lese gerade Christian Keßlers neues Buch „Wurmparade auf dem Zombiehof“, in dem er auch sehr liebevoll über Thilo Gosejohanns „Operation: Dance Sensation“ schreibt. Oliver Nöding tut es ihm auf Remember It For Later gleich, was mir beweist, dass ich diese Bildungslücke wohl irgendwann mal werde schließen müssen. (Wobei ich mir unsicher bin, ob ich den nicht Teilweise mal auf VIVA – als der Sender noch okay war, bzw. gibt es den überhaupt noch? – gesehen haben).

– PD und YP unterhalten sich auf Film im Dialog über den Citzen Kane des Giallo: Dario Argentos „Profondo Rosso“. Interessant, auch wenn man merkt, dass die Materie für Beide scheinbar neu ist (Argento ist z.B. nicht Begründer des Giallo-Genres – das war dann doch eher Mario Bava).

– Wie es mit Argento momentan aussieht, kann man dann bei jogiwan auf project-equinox lesen.

– reda empfiehlt auf Der breite Grad den französischen Film „Innocence“ der 2004 von Lucile Hadzihalilovic inszeniert wurde und auf Frank Wedekinds Novelle “Mine-Haha” beruht.

– Der Film von dem die meisten Blogger zur Zeit sprechen heißt „Interstellar“ und ist das neuste Werk von Christoper Nolan. Die Meinungen hierzu sind durch die Bank weg gut. Oliver Armknecht von film-rezensionen.de vergibt trotz seines Fazits: „Alles wie gehabt: Interstellar vereint die üblichen Stärken (Optik, Konzept) und Schwächen (Pathos, plumpe Geschichte) früherer Christopher-Nolan-Filme zu einem der unterhaltsamsten Blockbuster des Jahres.“ glatte 8/10 Punkte. Ronny Dombrowski hält auf cineastic.de fest: „Christopher Nolans “Interstellar” gehört zweifelsohne zu den ganz großen Science-Fiction-Filmen der letzten zehn Jahre, die nicht nur mit einer tiefgründigen Geschichte, sondern gleichwohl auch auf visueller und auditiver Ebene überzeugen können.“ LZ schreibt auf screen/read „Wer sich diesen Film nicht im Kino anschaut, sondern lieber zur Raubkopie greift oder die spätere DVD abwartet, ist selber schuld.“  Und auf Komm&Sieh resümiert Thorsten Krüger „Ob Ambient-Stillleben vom Saturn, die Sphären-Architektur eines Wurmlochs, Big-Wave-Surfen, ein bizarrer Gletscherplanet oder lodernde Ränder eines Schwarzen Lochs – die Entdeckungslust ist grenzenlos, ohne zur Spektakelsucht zu verkommen.“  Nur cutrin auf filmosophie hat, was „Interstellar“ angeht, ziemlich gemischte Gefühle.

– Und zu guter Letzt: Das Neuste aus dem Podcasts auf Wiederaufführung.

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Filmbuch-Rezension: “Joe Dante – Spielplatz der Anarchie“

Bertz+Fischer_Joe_DanteDie Marke „Cinestrange“ scheint sich in diesem Jahr fest in allen medialen Bereichen zu etablieren. Da ist einmal das namensgebende Filmfestival, welches im Juli zum nunmehr dritten Mal stattfand und nach zwei Jahren in Dresden – wo scheinbar die Unterstützung für ein ambitionierten Genrefestival fehlte -, nach Braunschweig auswich. Dann hat sich gerade in Wien ein gleichnamiges Filmlabel gegründet, welches laut Homepage einige sehr kontroverse Titel veröffentlichen wird. Und es gibt die neue Buchreihe „Cinestrange“, die nun beim renommierten Verlag Bertz+Fischer erscheint. Deren erster Band widmet sich ganz dem Stargast des letztjährigen „Cinestrange“-Festivals: Joe Dante.

Bereits im Vorjahr war ein Buch über den Ehrengast des ersten „Cinestrange“ erschienen: „Dario Argento – Anatomie der Angst“ (Kritik hier), damals noch in der Reihe „Deep Focus“. Stellte dieses Buch vor allem Argentos Filme in den Vordergrund, welche als ausschließliche Basis für filmtheoretische Thesen genutzt wurden, so geht „Joe Dante – Spielplatz der Anarchie“ einen anderen Weg. Im Argento-Buch kam die Person Argento zu keinem Zeitpunkt vor. Hier wurde der Ansatz verfolgt, dass der Autor keine Deutungshoheit über sein Werk besitzt, und diese ganz allein beim Rezipienten liegt. Im Dante-Buch wird die Person Joe Dante in den Fokus geholt und um sie herum die entsprechenden Essays strukturiert. So enthält der Band u.a. ein langes und höchst informatives Werkstattgespräch mit Joe Dante. Immer wieder wird auf dessen Hintergrund eingegangen und detailliert analysiert, wie dieser auf Dantes filmisches Werk Einfluss nimmt. Dabei erfährt der Leser ganz nebenbei auch eine Menge über amerikanische Film- und Kinogeschichte.

So beschäftigt sich Stefan Jung zunächst eingehend mit Dantes Arbeit als Filmkritiker und wirft dabei gleichzeitig einen interessanten Blick auf das weite Feld der amerikanischen Fanzines, später wiederum folgt vom selben Autoren ein kenntnisreiches Essay über die amerikanischen Drive-In-Kultur, welche im Kino Joe Dantes eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, was mit entsprechenden Beispielen belegt wird. Stefan Borsos wiederum schreibt über das Paranoia-Kino des Joe Dante und geht dabei auch auf die entsprechenden Filme der 50er Jahre an, die den jungen Joe Dante beeinflusst haben. Oliver Nöding stellt Joe Dantes Mentor Roger Corman vor und beschreibt dessen Einfluss auf Dantes Arbeit, während sich Michael Flintrop des anderen großen Förderers Dantes annimmt: Steven Spielberg, als dessen „böser Bruder“ Dante auch gerne bezeichnet wird. Dabei arbeitet Flintrop aber vor allem die Unterschiede des Spielberg’schen und Dante’schen Kinos heraus.

Die 80er Jahren waren das Jahrzehnt in dem Dante seine erfolgreichsten und bekanntesten Filme drehte. Heiko Nemitz stellt in dem Kapitel „Gestörte Ordnungen“ den zeitgeschichtlichen Zusammenhang zwischen der Reagan-Ära und den 50er Jahren her, und beschreibt, wie Dante selber dies in seinen Filmen reflektierte. Sehr kunsttheoretisch kommt zunächst Nils Bothmann daher, der zu Beginn seines Textes den Begriff Intertextualität erklärt und mit einigen Theorien unterfüttert, um diese dann auf die Filme Joe Dantes anzuwenden. Zunächst recht trockener Stoff, wird es dann aber anhand der konkreten Beispiele sehr spannend und aufschlussreich. Das Kernstück des Buches stellt ein 33-seitiges, hochinformatives Werkstattgespräch mit Joe Dante dar, welches auf dem letztjährigen „Cinestrange“ geführt wurde. Wie Joe Dante in seinen Filmen mit großer Lust Genregrenzen sprengt, und wo hierfür seine Vorbilder liegen, untersucht Marco Heiter. Dass Dantes Filme auch immer Coming-of-Age-Geschichten sind und die Protagonisten entweder Jugendliche oder kindlich gebliebene Erwachsene, stellt Wieland Schwanebeck fest.

In den letzten Jahren hat Dante nicht mehr für die große Leinwand arbeiten können, fand aber beim Fernsehen eine neue Heimat. Mit seiner TV-Arbeit und die Art und Weise, wie Dante hier seine Themen einbringt und damit auch sein Werk im engen Rahmen von TV-Serien auf ganz persönliche Weise weiterführen kann, beschäftigt sich Sascha Westphal eingehend. Dazu passt es gut, dass das Fernsehen an sich, in Dantes Filmen immer wieder eine prominente Rolle spielt, wie Sofia Glasl in ihrem Artikel herausarbeitet. Ivo Ritzer wiederum stellt den Film „Dead Heat“ des Cutters Mark Goldblatt vor. Goldblatt hat gerade am Anfang seiner Karriere eng mit Dante zusammengearbeitet und den Film auch seinem Mentor gewidmet. Ritzer findet in „Dead Heat“ zahlreiche Referenzen an Dantes Werk und nähert sich diesem über den Umweg „Dead Heat“. Die letzten beiden Artikel unterscheiden sich durch ihren sehr wissenschaftlichen Duktus von den vorangegangen Kapiteln.

Ingo Knott stellt dann abschließend – vielleicht etwas oberflächlich – die von Dante initierte Website „Trailers From Hell“ vor, die an dieser Stelle auch jedem Leser ans Herz gelegt sei. Dieses Kapitel stellt eine perfekte Überleitung zur ersten Filmbesprechung dar, in der Stefan Jung Joe Dantes erstes, hierzulande nahezu unbekanntes Werk vorstellt: Die mehrstündige Filmkollage „The Movie Orgy“. Es folgen weitere Besprechungen zu allen Kinofilmen Dantes. Auch zu denen an welchen er nur partiell beteiligt war. Nicht nur die Kinofilme werden ausführlich vorgestellt, sondern auch das mittlerweile recht umfangreiche TV-Werk, welches Serien wie „CSI“ oder „Hawaii Five-0“ umfasst. Autoren sind u.a. Leonhard Elias Lemke, Michael Kienzl, Rochus Wolff, Jochen Werner, Patrick Lohmeier, Lukas Foerster und Udo Rotenberg. Wer meine Rubrik „Das Bloggen der Anderen“ regelmäßig verfolgt, der kennt diese Namen. Abgerundet wird dieses unbedingt empfehlenswerte Buch durch einen umfangreichen Filmo- und Bibliographieteil. Die kompetente Einführung in das Buch durch Dr. Marcus Stiglegger, der unter dem Titel „Joe Dante – Genre-Bender“ schon einmal alle im Buch dann weiterführend untersuchten Themen anreißt, soll hier ebenfalls nicht unterschlagen werden. Diese kann hier kostenlos eingesehen werden: http://www.bertz-fischer.de/

Mit „Joe Dante – Spielplatz der Anarchie“ liegt ein umfangreiches Werk vor, welches eine der besten Filmbuchveröffentlichung der letzten Jahre darstellt. Besonders spannend ist es, wie hier in den meisten Fällen die Person Joe Dante in den Mittelpunkt gestellt wird und von dieser ausgehend, weitaus größere Themenfelder aufgespannt werden, welche Dantes Werk in einen filmhistorischen, soziologischen und medientheoretischen Zusammenhang stellt. So lernt man nicht nur Dante und seine Filme näher kennen, sondern erfährt ganz nebenbei auch viel über die amerikanische (B-)Film- und Kinogeschichte. Und darüber, wie es war, in den 50er und 60er Jahren als Filmfan in den USA aufzuwachsen.

In diesem Jahr war John Badham auf dem „Cinestrange“ zu Gast und wie ich von einem der Autoren erfahren habe, ist auch gerade ein Buch über diesen schon fast vergessenen Regisseur in der Vorbereitung. Ich bin sehr gespannt!

Michael Flintrop / Stefan Jung / Heiko Nemitz (Hg.) „Joe DanteSpielplatz der Anarchie, Bertz+Fischer, 356 Seiten, 219 Fotos, € 29,00

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DVD-Rezensionen: „Halloween III-V“

Nach 20 bzw. sogar 22 Jahren auf dem Index, wurden die Teile 3 bis 5 der „Halloween“-Reihe wurden die Filme von der BPjM nach Antrag des Rechteinhabers vom Index gestrichen und erhielten nach einer Neuprüfung 2013 (im Falle von Teil 3 erst 2014) eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. Und dies sogar in ungekürzter Form. Nachdem NSM im letzten Jahr via Östereich ein teures Media Book mit Blu-ray, DVD und Soundtrack-CD als Limited Collector’s Edition auf den Markt geworfen hatte, kam nun in Kooperation mit Tiberius Film eine kostengünstigere Variante auf den deutschsprachigen Markt und in die Kaufhäuser. Zwar muss man auf den Soundtrack (leider) verzichten, dafür kann man sich nun aber aussuchen, ob man die Blu-ray oder die DVD bevorzugt. Da auch die Extras 1:1 übernommen wurden, kann man hier für alle, die sich für die „Halloween“-Reihe interessieren und denen das Mediabook zu teuer war, von einer preisgünstigen Kaufempfehlung sprechen.

Halloween III – Die Nacht der Entscheidung (1982)

Halloween 3

Dr. Dan Challis (Tom Atkins) untersucht einen Mann, der mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird, krampfhaft eine Halloween-Maske umklammert hält und mit letzter Kraft versucht, die Menschen vor einer tödlichen Gefahr zu warnen. Kurze Zeit später wird der Mann getötet und sein Killer sprengt sich in einem Wagen in Luft. Zusammen mit der Tochter des Mannes, Ellie (Stacey Nelkin), beginnt Dr. Challis zu ermitteln, was hinter diesen beiden mysteriösen Todesfällen steckt. Die Spur führt in die Kleinstadt Santa Mira, in der die Silver Shamrock Fabrik, die sich auf die Herstellung von Halloweenmasken spezialisiert hat, ihren Sitz hat. Besitzer der Fabrik ist Conal Cochran (Dan O’Herlihy) und seine engsten Mitarbeiter ähneln dem Mann, der Ellies Vater ermordete. Bald gerät das Paar in tödlich Gefahr…

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Der ungeliebte dritte Teil. Nachdem John Carpenter mit dem klassischen „Halloween“ den Startschuss zur großen Slasher-Welle der 80er Jahre gab und zugleich mit Michael Meyers eine der beliebtesten Schauerfiguren des Horrorgenres schuf, hängten die Produzenten drei Jahre später – obwohl der Film eigentlich keiner Fortsetzung bedurfte – ein Sequel dran. Das Tempo und die Gewaltspirale wurde noch einmal kräftig anzogen, weshalb „Halloween II“ bis heute in Deutschland beschlagnahmt ist. Dieses Sequel Weiterlesen

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DVD-Rezension „Die Höhle“

Höhle Cover
Ein Gruppe von fünf Freunden unternimmt eine gemeinsame Tracking-Tour auf Formentera. In einem abgelegenen, menschenleeren Gebiet der Nähe der Küste entdecken sie den Zugang zu einer labyrinthartigen Höhle. Neugierig dringen sie immer weiter in die Höhle vor. Als sie den Rückweg antreten wollen, müssen sie, zu ihrem sich langsam steigernden Entsetzten, feststellen, dass sie sich in den weitläufigen Stollen hoffnungslos verlaufen haben…

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In den ersten Szenen des Filmes „Die Höhle“, gleitet die Kamera über eine einsame Landschaft an der spanischen Küste, um dann stimmungsvoll in der titelgebenden Höhle zu verschwinden. Dann ein harter Schnitt, und der Zuschauer erlebt durch eine wackeligen Videokamera mit, wie sich fünf Freunde an einem Flughafen treffen. Es folgen allerlei Albernheiten und ausgelassene Spielchen, die einer der fünf fleißig aufnimmt. Als geneigter Filmfreund schlägt man sich spätestens hier erst einmal gegen die Stirn. Schon wieder „Found Footage“. Diese Genre, welches nun schon seit Jahren von vielen begabten, und leider noch mehr unbegabten, Filmemachern ausgeschlachtet wurde und mittlerweile so tot sein sollte, wie das Arschgeweih über dem verlängertem Rücken. Doch das preisgünstige Genre erweist sich als zäher Wiedergänger und überschwemmt weiterhin den Filmmarkt. „Die Höhe“ funktioniert zu Beginn dann wie fast alle diese Filme. Man darf mit viel Gewackel den Aktivitäten einer Gruppe jungen Erwachsener folgen, die durch die Bank weg viel zu aufgedreht oder betont lässig sind, um irgendwie realistisch oder zumindest sympathisch zu wirken. Gemeinsames Nacktbaden, ein nächtliches Besäufnis oder Experimente mit leichten Drogen nerven ebenso so schnell, wie die platten Streiche, die sie sich gegenseitig spielen. Bewegt sich der eigene Finger auf der Fernbedienung langsam, aber sicher in Richtung „Aus“-Knopf, geht es in die titelgebende Höhle. Hier schlägt der Film dann relativ schnell einen anderen Ton an.

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Nachdem sich die Gruppe aufgrund ihrer eigenen Dummheit viel zu weit ins Innere des labyrinthartigen Gewirr aus engen Stollen vorgewagt hat, findet sie den Weg zurück nicht mehr. Recht schnell fallen die Masken, die man sich zuvor noch mühsam auf das Gesicht gepappt hat. Insbesondere der Scherzbold der Gruppe erweist sich sehr bald schon als tyrannisches Arschloch, der Schönling als hilfloses Anhängsel und der Kameramann als willfähriger Mitläufer. Bei den beiden Damen sieht es anders aus. Dass die schöne Eva García, die erste sein wird, die zusammenbricht ist von Anfang an offensichtlich, ebenso wie die Rolle der Marta Castellote als zähe Macherin, die als Einzige so etwas wie Moral hochhält. Moralisch-ethische Fragen sind es dann auch, mit denen Regisseur Alfredo Montero spielt. Wie weit geht man, um das eigene Überleben zu sichern? Wie schnell verroht der Mensch unter Extrembedingungen. Während andere Höhlenfilme noch eine externe Gefahr mit in den Ring werfen, bleiben die fünf Protagonisten in „Die Höhle“ unter sich, und der Film konzentriert sich ganz auf ihre Verzweiflung, ihre Qualen und dem Zerbröckeln ihres zivilisatorischen Schutzes.

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Dass Alfredo Montero seinen Film in einer echten Höhle gedreht hat, in der obendrein – so wird es zumindest im „Making Of“ stetig behauptet – tatsächlich einst eine Gruppe junger Menschen spurlos verschwand, kommt dem Film zu gute. Die P.O.V.-Kamera fängt die Enge der Höhle gut ein, und man hat in der Tat das Gefühl, von links und rechts, oben und unten zerdrückt zu werden. Zwar ist der auf dem Cover aufgedruckte, William-Castle-artig, Werbeslogan „Warnung: Dieser Film kann Atemnot und Beklemmungen auslösen. Ansehen auf eigene Gefahr.“ eine maßlose Übertreibung, aber gerade durch die eingeschränkte Sicht der Kamera und dem Spielen mit klaustrophobischen Ängsten, befindet man sich, als für solche Phobien empfänglicher Zuschauer, in einer ausgesprochen unangenehmen Situation. Und in der Tat hätte eine Entscheidung, den Film auf konventionelle Weise zu drehen, vielleicht diesen beklemmenden Effekt stark abgemindert. Von daher kann man in diesem einen Falle die künstlerische Entscheidung, den Film als weiteren „Found Footage“-Klon zu drehen, nachvollziehen und für gut heißen.

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Tatsächlich ist man in der zweiten Hälfte sehr nah an den Figuren. Alfredo Montero macht sich sogar die Mühe, die ständig anwesende Kamera zu erklären. Der Kameramann besitzt einen Reiseblog, für den er die Exkursion der Fünf festhalten will, und immer wieder erwähnt er voller Vorfreude die ungeheuren Click-Raten, die ihm sein Video nach der Rettung beschweren wird. Später dient die Kamera als einzige Lichtquelle oder Nachtsichtgerät. Gerade in letzteren Szenen, zieht die Spannung und Dramatik dann sprunghaft an. Davor beschäftigt Montero sich eher mit dem Erschaffen einer verzweifelt-klaustrophobischen Stimmung und der Frage nach dem Verfall der Moral, der Zivilisation und der persönlichen Grenzen im Angesicht einer scheinbar aussichtslosen Situation. Seinen zentralen Tabu-Bruch inszeniert er dann aber nicht voyeuristisch-exploitiv, sondern angenehm dezent und ohne die vermutete Zeigelust. Mehr konzentriert er sich darauf, was dieser in den Figuren auslöst – oder eben auch nicht auslöst.

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Obwohl wieder einmal das stark ausgelutschte Genre des „Found Footage“ bemüht wird, gelingt es Regisseur Alfredo Montero dieses effektiv für das Erzählen seiner Geschichte zu nutzen, und eine bedrückend-klaustrophobische Stimmung zu erschaffen. Dabei werden auch ethisch-moralische Fragen angerissen.

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Das Bild dieser Ascot Elite Veröffentlichung ist für einen Film des Found Footage-Genres erstaunlich gut. Vielleicht sogar etwas zu gut, um authentisch zu wirken. Auch beim Ton gibt es keine Abstriche, höchstens bei der Synchronisation, die leider recht schwach ausgefallen ist. Besser im Original mit deutschen Untertiteln schauen.  Als Bonus gibt es ein 11-minütiges „Making Of“ und fünf Featurettes, in denen sich bemüht wird, immer wieder auf die „wahre Geschichte“ hinter „Die Höhle“ hinzuweisen. Ob nun wirklich einst fünf Freunde in der Höhle verschwanden, oder dies ein „Blair Witch Project“-ähnlicher Marketing-Trick ist, ist mir leider nicht bekannt, tut aber auch nicht so viel zur Sache. Insgesamt ist das Bonusmaterial recht unterhaltsam ausgefallen.
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Originalfassungen in Bremen: 30.10.14 – 05.11.14

Und auch die wöchentliche Rubrik mit den Originalfassungen in Bremer Kinos geht nun weiter. In dieser Woche hat man die Auswahl zwischen so vielen interessanten Filmen, dass es schwer fällt nur eine Empfehlung abzugeben. Schön finde ich, dass das CineStar nun gleich zwei Filme im Original zeigt. Bitte weiter so.

5 Zimmer Küche Sarg – Cinemaxx, Do., Sa./So., Di./Mi. jeweils um 21:00 – Publikums-Favorit auf der Berlinale und dem Fantasy Filmfest! Neuseeländische Mockumentary über Leben in einer Vampir-WG.

[youtube width=“630″ height=“344″]https://www.youtube.com/watch?v=IAZEWtyhpes[/youtube]

Happy New Year – Cinemaxx, Do. um 20:30 und So. um 17:00 & CineStar. Do. und Mo. um 20:00 –  Einer neuer Bollywood-Film mit Shah Rukh Khan. Inszeniert von der großartigen Bollywood-Regisseurin und -Choreographin Farah Khan. Um einen spektakulären Raub zu begehen, muss eine Gaunerbande einen Tanzwettbewerb gewinnen.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=L5-FiMHJAdg[/youtube]

Unutursam Fisilda – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 20:20 und 22:50 – Türkisches Liebesdrama um ein junges Paar, welches gemeinsam aus der Provinz nach Istanbul flüchtet.

Incir Receli 2 – Cinemaxx, Mi. um 23:00 und So./Mo. um 23:15 – Türkisches Drama um einen Mann, der nicht über den Verlust seiner großen Liebe hinweg kommt.

Pride – Cinemaxx, Fr, 31.10. um 21:10 & Schauburg, Mi., 5.11. um 19:00 – Britischer Film über eine Gruppe schwule und Lesben, die 1984 die streikenden Minenarbeiter in Wales unterstützen wollen.

Love, Rosie – Für immer vielleicht – CineStar, So., 2.11. um 20:00 – Englischsprachiger Liebesfilm um zwei gute Freunde, die einfach kein Paar werden. Mit Lilly Collins (Tochter von Phil).

20.000 Days on Earth – Schauburg, So., 2.11. um 21:00 – Verspielte Doku, die Nick Cave an seinem 20.000sten Tag auf Erden begleitet.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=zQ5lNd7hHgk[/youtube]

Plötzlich Gigolo – Atlantis. So., 2.11. um 20:00 – Tragikomödie von und mit John Turturro, der einen klammen Antiquitätenhändler spielt, der in seiner Not zum Begleiter reicher Frauen wird. In weitern Rollen: Woody Allen, Sharon Stone und Vanessa Paradis.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=t2epX4tXfic[/youtube]

Ida – City 46, Do., 20:30 und Fr., So., Mo. um 18:00 – International sehr erfolgreiches Drama aus Polen, über eine Novizin, die 1962 mit der Vergangenheit ihres Landes und ihrer Familie konfrontiert wird. Wie ich hörte, sehr empfehlenswert!

Der Kreis – City 46, Do., 30.10. um 20:00 – Als Mitte der der 1950er Jahre die Schweizer Polizei damit beginnt, bekannt gewordene Homosexuelle zu registrieren. bildet sich die geheime Organisation „Der Kreis“, der auch der junge Lehrer Ernst angehört. Preisgekröntes Doku-Drama auf Schweizerdeutsch.

Song from the Forest – City 46, Do. um 18:00 und Fr. um 20:30 – Amerikanische Doku über den Musikologen Louis Sarno, der die Klangkultur der Pygmäen studieren will, dann aber bei dem Volk der Bayaka bleibt und dort eine Familie gründet.

Yoole (Le sacrifice) – City 46, So./Mo. um 20:30 und Di. um 18:00 – Dokumentation aus dem Sengegal über 53 Männer, die auf der Flucht aus ihrem auf dem Meer umkamen.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 03.11. um 19:40

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 03.11. um 21:00

 

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Einführung zu „Lolita am Scheideweg“ auf dem 5. Deliria-Italiano-Forentreffen in Nürnberg

deliria_lolitaAuf dem 5. Öffentlichen Forentreffen von deliria-italiano.de am 10. und 11. Oktober hatte ich die Ehre, die Einführung zu dem ersten von vier auf 35mm gezeigten Filmen zu halten. Einer Aufgabe, der ich gerne nach kam, handelte es sich doch hierbei um „Lolita am Scheideweg„. Einem selten gezeigten Film des von mir sehr verehrten Jess Franco.

Da ich verschiedentlich darum gebeten wurde, den Vortrag noch einmal zur Verfügung zu stellen, werde ich Ihn hier nun einer breiteren Masse zugänglich machen.

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„Der amerikanische Filmjournalist Tim Lucas schrieb einst, man kenne keinen Jess-Franco-Film, bis man sie nicht alle gesehen hätte. Das ist vielleicht überspitzt formuliert, trifft aber den Kern der Sache. Francos Filme sind kleine Mosaiksteinchen, die sich am Ende zu dem Bild eines besessenen Filmemachers zusammenfügen, welcher uns mit glühender Leidenschaft an seinen Fetischen, Träumen und Albträumen teilhaben lässt.

Laut der IMDb hat der am 12. Mai 1930 in Madrid geborene Jesús Franco Manera zwischen 1957 und 2013 bei 202 Filmen Regie geführt. In den 70er und den 80er Jahren waren es manchmal bis zu 14 Filme in einem Jahr. Jess Francos Leben war Film und er lebt in seinen Filmen weiter, denn er hat sie bedingungslos mit seiner Persönlichkeit, seinen Obsessionen und seiner ganze Liebe gefüllt.

Seine Schauspieler waren für ihn seine Familie. Und dies manchmal nicht nur im übertragenen Sinne, wie man an seiner Ehefrau Lina Romay sieht. Mit ihr war er ab 1973 zusammen und bis zu ihrer schweren Krebserkrankung 2005 trat sie fast jedem seiner Filme auf (in „Lolita am Scheideweg“ ist sie „Sultana“, die Hundefrau, welche man gleich am Anfang sieht). Antonio Mayans alias Robert Forster, der Franco seit den frühen 70er Jahren begleite, kümmerte sich in dessen letzten Monaten um ihn, und beendete seinen letzten Film „Revenge of the Alligator Ladies“, nachdem Jess Franco am 2.April letzten Jahres verstarb. In „Lolita am Scheideweg“ sehen wir ihn gleich in der Rolle des Alberto de Rosa.

Das leider schon lange vergriffene Buch „Obsession – The Films of Jess Franco“, welches heute auf Amazon und eBay nur noch zu Fantasiepreisen von um die Euro 400,- zu bekommen ist, unterteilt Jess Francos Karriere in sieben Phasen, die ich hier der Einfachheit halber übernehmen möchte. Auch wenn ich mit den Einteilungen nicht wirklich zufrieden bin, und man diese auch sicherlich noch einmal diskutieren müsste.

Jess Francos Karriere beginnt danach mit den „Classical Years 1952-1965“ in denen er seine ersten Schritte im Filmgeschäft unternahm und zunächst alle möglichen Genres bediente, wie die Komödie, das Musical oder sogar den Western. Der Krimi „La Muerte Silba un Blues“ (1962), eine Mischung aus „jazzy film noir“ und Eurospy, gefiel dem von Franco hoch verehrten Orson Welles so gut, dass er Franco später mit den 2nd Unit Aufnahmen seiner Shakespeare-Verfilmung „Chimes at Midnight“/“Falstaff“ (1965) betraute. Wichtiger aber noch ist Francos erster Horrorfilm „The Awful Dr. Orlof“, der ihn nicht nur mit seinem späteren Stammschauspieler und guten Freund Howard Vernon zusammenführte, sondern auch den Startschuss zu Francos eigentlicher Karriere gab. Franco führte in diesem Film erstmals zahlreiche Themen und Motive ein, zu denen er in den nächsten 50 Jahren immer wieder zurückkehren sollte.

Die zweite Phase nennt „Obsession“: „The Pop Art Years 1965-1967“. Hier drehte Franco z.B. für die Münchener Aquila Film des Schauspielers und Regisseurs Adrian Hoven. Dazu gehörten zwei Filme um das von Franco erfundene weibliche Detektiv-Dou „Die Roten Lippen“: „Sadisterotica“ (unter dem blumigen Titel „Der Wolf – Horror Pervers“ später auf Video veröffentlicht) und „Küß Mich, Monster“. Sowie einer seiner berühmtesten Filme: Der surrealen „Necronomicon – Geträumte Sünden“, welcher sogar der Regielegende Fritz Lang gefiel.

Das höchste Budget seiner langen Karriere, dürfte Franco in den „Harry Alan Towers Years 1968-70“ zur Verfügung gestanden haben. Für den britischen Filmproduzent drehte er den aufwändigen „Der Hexentöter von Blackmoor“ mit zahlreichen Massen- und Schlachtszenen, „Nachts, wenn Dracula erwacht“ mit Christopher Lee in der Titelrolle. Und einen meiner Lieblings-Francos: Die surreale Jazz-Fantasie „Venus im Pelz“. Zudem fällt in diese Phase auch „Eugenie – The Story of her Journey into Perversion“ alias „Die Jungfrau und die Peitsche“, wiederum mit Christopher Lee, der gar nicht erfreut war, als er im Nachhinein feststellte, dass er in einem Sexfilm besetzt worden war. Dieser Film ist quasi die „Urfassung“, des Filmes, den wir heute Abend sehen. Dazu aber später mehr.

Es folgen „The Peak Years 1970-73“ in denen Franco u.a für Artur Brauners CCC die wunderbaren Klassiker „Vamypros Lesbos“ und „Sie tötete in Ekstase“ drehte. In diesen Filmen spielte seine damalige Muse Soledad Miranda alias Susann Korda die Hauptrolle. Leider kam sie mit nur 27 Jahren 1971 bei einem Autounfall ums Leben, was Franco ziemlich aus der Bahn warf. 1971 wechselte er auch zu Robert de Nesles berüchtigte Billigfirma C.F.F.P. Dort realisierte er die surreal-bizarren Frankenstein-Filme „Die Nacht der offenen Särge“ und „Erotic Rites of Frankenstein“ (schöner deutscher Titel „Das Blutgericht der gequälten Frauen“). Bei den Dreharbeiten zu Letztgenanntem, lernte er die junge Rosa María Almirall Martínez kennen, die hier noch als Statistin arbeitete, doch schnell das Herz Francos gewann und von ihm 1973 unter dem Namen „Lina Romay“ in „Female Vampire“ („Entfesselte Begierde, Erotikill“) in der Hauptrolle besetzt wurde. Diese spielte sie ab da auch in seinem Leben.

Die Phase von 1973-1979 wird in „Obsession“ etwas derespektierlich unter „The Porno Holocaust Years“ zusammengefasst. Was ich unglücklich finde, da „Porno Holocaust“ erstens ein recht schlechter Zombie-Porno-Mix von Joe D’Amato ist, und zweitens in diese Phase einige hochinteressante Franco-Filme fallen. Wie z.B. sein beinahe autobiographischer Schlüsselfilm „The Sadist of Notre-Dame“, sowie die Filme, die er zwischen 1975 und 1977 für Erwin C. Dietrich drehte und welche heute zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen. Wie „Frauengefängnis“, „Jack the Ripper“ oder “Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne“.

Der heute gezeigte Film „Lolita am Scheideweg“ gehört in die „The Homecoming Years 1980-1987“, die ihn mit dem Umweg über die Lisa-Film – für die er u.a. den in Deutschland noch immer verbotenen „Die Säge des Todes“ mit Oliva Pascal inszenierte – zurück in seine Heimat Spanien führte, wo 1980 auch „Lolita am Scheideweg“ entstand. Leider ist von diesen spanischen Filmen – von denen er teilweise acht Stück pro Jahr drehte – kaum ein Titel außerhalb Spaniens veröffentlicht worden. Am Ende dieser Phase stehen dann einige billige Pornos, die er zusammen mit Lina Romay unter dem Pseudonym Lulu Laverne herstellte. Wie die „Falcon Crest“-Parodie „Falo Crest“ oder „Lulu’s Talking Asshole“.

Die „Autumn Years ab 1987“ fingen zunächst sehr vielversprechend an. Eurociné gab Franco noch einmal richtig Geld in die Hand, mit dem er „Faceless“ drehen konnte. Dieser war mit Helmut Berger und Telly Savalas ausgesprochen prominent besetzt und seine größte Produktion seit den späten 60er Jahren. Nach 1990 wurde es dann ruhig um Franco und erstmals seit über 30 Jahren legte er auch Pausen ein. In dieser Zeit restaurierte er Orson Welles unvollendetes „Don Quixote“-Projekt aus den 50er Jahren. Francos restaurierte Fassung hatte 1992 unter dem Titel „Don Quijote de Orson Welles“ in Cannes Premiere. 1993 erschien dann das Buch „Obsession – The Films of Jess Franco“ und vor lauter Euphorie steckten – bzw. versenkten – zwei der Herausgeber 1997 ihr Geld in Francos Film „Tender Flesh“. Dieser wurde erstmals auf Video gedreht und markiert den Anfang dessen, was ich „The Final Years 1997-2013“ nennen möchte.

Auf „Tender Flesh“ folgten noch zahlreiche weitere, billig auf Video gedrehte Filme.Vor allem in den letzten Jahren waren dies mehr oder weniger private Angelegenheiten, die in Francos eigener Wohnung mit kaum mehr als einer Handvoll Laien-Darsteller inszeniert wurden. Am Ende verzichtete Franco dann vollständig auf eine Narrative und konzentrierte sich gänzlich darauf, seine voyeuristischen Träume in Bilder zu fassen. Sein letzter Film war 2012 „Al Pereira vs. the Alligator Ladies“, in dem er noch einmal auf die von ihm entwickelte (und teilweise auch gespielte) Figur des heruntergekommenen Privatdetektivs Al Pereira zurück griff.

Immer wieder tauchen in Francos Werken die gleichen Namen und Figuren auf. Neben Al Pereira sind die z.B. Orloff, Morpho, Radek, Martine de Bressac oder eben auch Eugenie. Oftmals kehrte er auch zu Themen zurück, die ihn ihn schon zuvor beschäftigt hatten. Die Geschichte seines Film „The Awful Dr. Orlof“ beispielsweise verwendete er nicht nur in „Jack the Ripper“, sondern gleich auch noch einmal in „Faceless“, sowie teilweise auch in „Die Rache des Hauses Usher“. Und auch die Geschichte um „Eugenie“ verfilmte er mehrfach. Dabei kann man aber nicht unbedingt von schlichten Remakes reden. Franco war nicht nur Filmemacher, sondern auch leidenschaftlicher Jazzmusiker und daher wäre es nur angebracht, besser von verschiedenen Variationen eines Themas zu sprechen.

Im dem Buch „Pioniere und Prominente des modernen Sexfilms“, welches sich 1983 erstmals in deutschsprachigen Raum ernsthaft mit Francos Arbeit beschäftigte, wird er mit folgenden Worten zitiert: „Ich bin ein sexuell Besessener, ein enorm Besessener. Ich bin ein Voyeur, und ich will davon nicht geheilt werden – daher mein gigantisches Vergnügen, Sexszenen zu erfinden, sie zu dirigieren, sie zu sehen und sie obendrein zu filmen… Das erfreut mein ganzes Wesen.“
Genau diese Freude an der Inszenierung seiner ganz eigenen, voyeuristischen Bedürfnisse, wird auch immer wieder ganz direkt in seinen Filmen thematisiert. So gibt es häufig minutenlange Nachtclub-Sex-Shows, die mit der eigentlichen Handlung des Filmes nichts, oder nur partiell zu tun haben. Auch die Kamera ist Francos Filmen immer voyeuristisch. Sie verbirgt sich hinter Weingläsern, Aquarien oder Blumenkübeln, um aus diesem Versteck heraus, heimlich die Liebesspiele der Akteure zu beobachten. Oder sie lässt den Blick schnell einmal über eine Brustwarze – oder noch lieber zwischen die Schenkel einer der Darstellerinnen – wandern, auch wenn eine klassische Bildauflösung nach einer ganz anderen Einstellung verlangt hätte.

Aber nicht nur nackte Menschen haben es Franco angetan. In seinen Filmen widmet er sich auch ausführlich anderen schönen Dingen. Kaum ein Film, in dem der Establishment shot – also eine Landschaftseinstellung, die die Handlung verortet – nicht sehr viel länger als eigentlich nötig über die Landschaft streicht. Oftmals benutzt Franco auch ungewöhnliche Architektur oder Interieurs als Hintergrund für seine Filme. Wie den Apartment-Komplex „El Xanadu“ des spanischen Architekten Ricardo Bofill Levi in Calpe/Alicante an der Costa Blanca, den er in „Sie tötete in Ekstase“, „La Comtessa Perverse“ und in unserem heutigen Film „Lolita am Scheideweg“ als Kulisse nutzte.

Ebenfalls wichtig für das Werk Francos, sind die Schriften des Marquis de Sade, die ihn immer wieder inspiriert haben. Insbesondere „Die Philosophie im Boudoir oder Die lasterhaften Lehrmeister“ hatte es ihm angetan. Der Untertitel des Buches lautet „zur Erziehung junger Damen bestimmt“ und es handelt davon, wie die freigeistige Madame de Saint-Ange und ein Freund ihres Bruders, der Libertin Dolmancé, die Sexualerziehung des 15 Jahre alten Mädchens Eugénie übernehmen. Der Unterricht umfasst die anatomische Erörterung der Sexualorgane und der erogenen Zonen, die praktische Überprüfung des Gelernten in konkreten Sexualhandlungen, sowie sittlich-moralische Betrachtungen über das Sexualverhalten der Geschlechter im Besonderen und über deren Sozialverhalten im Allgemeinen. Im Verlauf der praktischen Erziehungsarbeit werden weitere Personen wie der Bruder von Madame de Saint-Ange und ihr Gärtner unterstützend hinzugezogen.

Franco hat seine Version der „Philosophie im Boudoir“ erstmals 1969 als „Eugenie… the Story of her Journey into Perversion“ (Die Jungfrau und die Peitsche) mit Marie Lilljedahl als Eugenie, Maria Röhm Mme de St. Ange und Christopher Lee als Dolmancé verfilmt. Im selben Jahr folgte „Eugenie de Sade“ mit Soledad Miranda als Eugenie und Paul Muller in der Rolle ihres Vaters. Dieser Film erzählt in einer von der de Sadeschen Geschichte inspirierten Handlung davon, wie Eugenie Radeck von ihrem Vater in die Welt der sexuellen Perversion eingeführt wird. 1978 inszenierte Franco die Geschichte noch einmal als Porno unter dem Titel „Cocktail Spécial“. Und 1980 entstand „Lolita am Scheideweg“ mit der damals gerade einmal 14-jährigen Katja Bienert als Eugenie.

Die spanische Originalversion dieses Filmes trägt den Titel „Eugenie, Historia de una Perversion“ und ist 94 Minuten lang. Für den deutschen Markt wurde der Film von Carl Spiehs für seinen Residenz-Verleih gekauft und bearbeitet. Die Kinofassung – die wir heute sehen – ist nur noch 77 Minuten lang, die Videoversion dann 70, die RTL-TV-Ausstrahlung nur noch 64 Minuten. Die getragene Jazz-Musik, die im Original von Franco und Pablo Villa alias Daniel J. White stammt, wurde in der deutschen Fassung komplett durch einen weitaus schmissigere Score von Gerhard Heinz ersetzt, zudem wurden einige Szenen aus der 1977er Lisa-Produktion „Die Insel der 1000 Freuden“ von Hubert Frank als Traumsequenzen in den Film hereingeschnitten. Und wie man am Titel bereits sieht, wurde aus „Eugenie“ in dieser Fassung dann auch noch „Lolita“.

Ich wünsche Euch allen nun viel Spaß bei dem jetzt folgenden Film: „Lolita am Scheideweg“.“

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Das Bloggen der Anderen (27-10-14)

bartonfink_type2– Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film ist auf der Viennale zu Gast und hat dort den neusten Film der überaus talentierten Jessica Hauser gesehen: „Amour Fou“. Sein Fazit: „Der romantischte Film über die Lächerlichkeit von Romantik, den ich gesehen habe.“ Rainer Kienböck verteidigt „Listen Up Philip“ von Alex Ross Perry, der von den meisten Kritikern als „Sundance Bullshit“ abgekanzelt wird. Und, hui, eine sehr kritische Besprechung eines Filmes, auf den ich mich trotzdem (oder gerade deswegen?) ganz besonders freue: „Es ist schwer ein Gott zu sein“.

– Unglaublich, dass selbst die Filme solcher Kanon-Regisseure wie Michaelangelo Antonioni bis heute nicht wirklich für das deutschsprachige Heimkino ausgewertet wurden. So auch sein Frühwerk „Chronik einer Liebe“, welches Udo Rotenberg auf L’amore in città vorstellt.

– Regie: Wolfgang Staudte. Drehbuch: Horst Wendlandt. Darsteller: Martin Held, Mario Adorf, Walter Giller, Agnes Windeck, Hannelore Elsner, Sabine Bethmann, Herbert Fux, Rudolf Platte, Heinz Erhardt, Siegfried Schürenberg. Da schnalzt man doch genüßlich mit der Zunge. Zurecht, wie Udo in seiner Besprechung des Klassikers „Die Herren mit der weißen Weste“ auf Grün ist die Heide findet.

– In den 50er Jaren gab es eine Phase, in der mit zweisprachigen Filmfassungen experimentiert wurde. Otto Premingers „Die Jungfrau auf dem Dach“/“The Moon Is Blue“ 1953 ist hierfür wohl das prominenteste Beispiel. Da wurden dann eine deutschsprachige Fassung und (mit den selben oder anderen Schauspielern) eine englischsprachige Fassung simultan gedreht. Einer dieser Filme ist der österreichisch-amerikanische film noir „Abenteuer in Wien“, bzw. „Stolen Identity“ von 1952, welcher von Manfred Polak sehr ausführlich und detailliert auf Whoknow presents untersucht wird.

– Alex Klotz hat für hypnosemaschinen wieder ein interessantes Werk ausgegraben: Den Horrorfilm „Sleepwalker“, den Saxon Logan 1984 inszenierte, der sogar vor begeistertem Publikum auf der Berlinale lief – um dann keinen Verleih zu finden und für lange Zeit in der Versenkung zu verschwinden. Spannend.

– Das Magazin des Glücks beschäftigt sich mit zwei Fernsehfilmen von Alan Bennett (Drehbuch) und John Schlesinger (Regie) von 1983 bzw. 1991.

Movies&Sports hat das Programm des 1. Auswärtigen Sondergipfels des Hofbauer-Kommandos online.

– Harald Mühlbeyer war wieder bei einer Grindhouse-Nacht dabei und sah zwei japanische Spielfilme, die er auf screenshot bespricht: „Die Exekution” von Chûsei Sonne und „Sternenkrieg im Weltall“ von Kinji Fukasaku.

– Christian Gertz hat auf Mehrfilm endlich den Abschluss seines vierteiligen Berichts vom Internationalen Filmfest in Oldenburg veröffentlicht. Überraschenderweise schreibt er, dass die Sonntagnachmittag-Vorstellung von Till Kleinerts empfehlenswerten „Der Samurai“ ausverkauft war. Da hatte ich Glück, denn am Samstagabend waren noch reichlich Plätz frei geblieben.

– In Oldenburg lief auch „White Bird in a Blizzard“ von dem Der Kinogänger recht begeistert ist.

– Auch Thorsten Krüger hat „White Bird in a Blizzard“ gesehen und kommt auf Komm&Sieh zu einem positiven Fazit. Gleiches gilt für den neuen Film eines meiner Lieblinge, Roy Andersson, mit dem wunderbar sperrigen Titel „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“.

– Oliver Armknecht hat für film-rezensionen.de den vielgelobten „Love Steaks“ besprochen und freut sich über den frischen Wind. Und als Papa werden für mich auch Kinderfilme immer wichtiger, und darum freue ich mich über die Empfehlung des Animationsfilms „Khumba – Das Zebra ohne Streifen am Popo“.

– Jennifer Borman interviewt für B-Roll das Regie-Team Taika Waititi und Jemaine Clement, welches den Festival-Liebling „5 Zimmer Küche Sarg“ auf die Leinwand brachten. Joachim Kurz schreibt über Filmfestivals im Herbst und Lucas Barwenczik stellt das Animationsfilm-Studio Laika („ParaNorman“, „BoxTrolls“) vor.

– 1984 starb Francois Truffaut. Ein ausführliches Essay zum 30. Todestag von Pascale Anja Dannenberg auf critic.de.

– So ganz warm ist Lukas Foerster mit Domink Grafs „Die reichen Leichen. Ein Starnbergkrimi“ nicht geworden. Gefallen hat er ihm aber trotzdem. Warum schreibt er auf Dirty Laundry.  Außerdem: Kommentarlose Bewertungen der Filme, die auf dem Filmfestival in Osnabrück liefen. Scheint ein großartiges Programm gewesen zu sein. Nächstes Mal muss ich da auch hin.

– Sascha Nolte empfiehlt einen Film, der mir auch sehr am Herzen liegt: „I Declare War“ (meine Besprechung hier). Zu finden auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte.

– cutrin schreibt auf filmosophie über Chaos-Cinema und The Zero Theorem.

– Oliver Nöding ist auf Remember It For Later sehr enttäuscht von Denis Villeneuves neuem Film „Enemy“.

– Goetz schreibt auf Schöner Denken ein hingerissene Kritik des neuen Christian-Petzold-Films „Phoenix“.

– Und auch Bettina Klix auf new filmkritik mochte „Phoenix“ sehr. Auch wegen eines bestimmten Liedes.

– Einmal auf Rockys Fußspuren wandeln? Filmtourismus.de zeigt wo und wie.

– Was hört man so in den deutschsprachigen Film-Podcasts? Max verrät es auf Wiederaufführung.

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