Das Bloggen der Anderen (03-05-21)

Auch in der aktuellen Woche sind die Fundstücke aus der deutschsprachigen Filmblogosphäre eher mager. Egal, dann schreibe ich eben etwas mehr persönliches dazu.

– Rouven Linnarz hat für film-rezensionen.de ein Interview mit dem Regisseur und Schauspieler James Kermack geführt. Wobei die Rezension seines Kollegen Oliver Armknecht im selben Blog zu Kermacks Film „Knuckledust“ nicht ganz so enthusiastisch ausgefallen ist.

Funxton bespricht einen Film, den ich vor drei Jahren auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg gesehen und sehr gemocht habe. Daher würde ich „Under the Shadow“ zwar durchaus noch ein Pünktchen mehr spendieren als funxton, aber seine positive Besprechung spricht schon die richtigen Punkte an. Ach ja, bei mir hat er auch als Horrorfilm gut funktioniert. Bin ein paar Mal im Sitz auf und ab gesprungen.

– Andreas Eckenfels hat für Die Nacht der lebenden Texte den wunderbaren „The Wild Boys“ gesehen und war ebenso beeindruckt, wie ich. Als wir den Film damals in unserer Kinoreihe Weird Xperience gezeigt haben, war ich leider im Urlaub. Und als ich den Film dann später im Heimkino nachgeholt habe, hatte ich Tränen in den Augen, dieses Ereignis im Kino verpasst zu haben. Naja. Im selben Blog schreibt Tonio Klein schreibt vieles Interessantes über den mir bisher unbekannten Delon-Film „Der unheimliche Fremde“.

– Joe D’Amatos „Foltergarten der Sinnlichkeit“ liegt schon seit Ewigkeiten auf meiner Festplatte. Ich weiß gar nicht mehr in welcher Version. Nach Bluntwolfs Review auf Nischenkino muss ich den aber wohl wirklich endlich sichten und bei Gefallen auch gleich die Scheibe zulegen. „Der große Kampf des Syndikats“ über den er ebenfalls schreibt, liegt eh schon im Cineploit-Shop im Warenkorb.

„The Guest“ ist ein Film, der scheinbar die Gemüter spaltet. Zumindest in meiner Internet-Blase. Schlombies Filmbesprechungen ist da eher auf meiner Seite. Welche das ist? Lesen! Seine Besprechung von „Die Glückjäger“ hat mich daran erinnert, dass ich tatsächlich kaum Filme mit Gene Wilder kenne. Das muss ich auch mal ändern.

– Endlich mal ein ein echter Klassiker. Und was für einer. Aus Harold Lloyds „Ausgerechnet Wolkenkratzer“ kennen die Meisten wohl nur das berühmte Standfoto mit der Uhr. Totalschaden auf Splattertrash berichtet aber zu Recht, dass der Rest auch sehr lohnenswert ist. Zudem empfiehlt er den Anime „Paprika“, den ich einst auf dem Japanfilmfest in Hamburg sah, und der mich damals etwas ratlos zurückließ. Vielleicht war ich da noch nicht bereit. Eine Neusichtung ist auf jeden Fall geplant.

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Blu-ray-Rezension: „Sohn der weissen Stute“

„Es war einmal vor langer Zeit, da stand in einem Land so weit von hier, fast schon am Höllentor, eine alte Zerreiche. Sie hatte 77 Wurzeln und 77 Äste. Auf den 77 Wurzeln standen 77 Drachen. Auf den 77 Ästen saßen 77 Raben… Hör lieber zu, mein Sohn“, sprach die Weiße Stute, „auf dass die Drachen dir nicht die Seele stehlen und dir die Raben nicht die Augen aushacken! Es waren einmal ein König und eine Königin, die hatten drei Söhne, alle groß und stark. Sie lebten glücklich und zufrieden, bis sie die Warnungen des Königs missachteten und die Kette des Drachen zerbrachen. Und über uns brach die Hölle herein… (Text: Bildstörung)

Über „Der Sohn der weißen Stute“ zu schreiben ist nicht einfach, denn es fehlen einem oftmals wie Worte, um die Bilder zu beschreiben, die Marcell Jankovics auf die Leinwand zauberte. Zu ungewöhnlich wirkt dies alles. Denn Regisseur und Animator Marcell Jankovics fand hier eine Bildsprache, die irgendwo zwischen Kinderbuchillustration, Heiligenbildern und Pop-Art liegt. Die teilweise abstrakt wirkenden, grellbunten Bilder übermannen einen förmlich, und man weiß nie genau, wohin man sein Augenmerk legen soll – und dann sind sie auch schon wieder verschwunden. Es fällt zunächst schwer sich auf diese neue Sehgewohnheit einzulassen. Die Fülle an Formen, Farben und Details überfordert einen manchmal. Vor allem wenn sie mit ungeheurer Dynamik und Kraft über einen hinwegrollen. Das Auge muss sich schließlich erst einmal an diesen seltsamen Stil gewöhnen. Als ich den Film erstmals sah, war ich erschöpft von einem anstrengenden Tag Mitten in der Pandemie, der mit HomeOffice, HomeSchooling und unnötigen Ärger hier und dort seinen Tribut forderte. Schon ein wenig schläfrig warf ich „Der Sohn der weißen Stute“ in den Player, und so erwischte mich der Film in einem Zustand, der die Rezeption des Filmes perfekt unterstützte. Bald schon verabschiedete ich mich von dem Vorhaben der (im Grunde eigentlich simplen) Handlung folgen zu wollen. Ich ließ mich ganz in das Geschehen hineinsaugen, welches mich auf hypnotische Weise in eine dämmerige Zwischenwelt aus Schlafen und Wachen entführte, die mich immer mehr faszinierte. Die seltsamen, teilweise naiv anmutenden Bilder nahmen von mir Besitz und irgendwann konnte ich nicht mehr sagen, ob ich nicht doch eingenickt war und im Kopf die Geschichte weitergesponnen hatte. Als ich später über den Film recherchierte, fand ich heraus, dass genau dies auch die Wirkung war, die Marcell Jankovics zu erreichen hoffte. „One of Marcell Jankovics’s objectives was to make his film feel like a dream or trance. This wasn’t merely achieved through the visuals: the meditative chant „ommmm“ can often be heard on the soundtrack, and Mari Szemes was asked to speak silently and elongate her vowels when voicing the White Mare, giving her expository narration a bedtime story-like quality.“ So steht es in der Trivia-Sektion der IMDb zu diesem Film. Und ich habe aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen keinen Grund dies anzuzweifeln (auch wenn man mit Infos aus der IMDb immer etwas vorsichtig umgehen sollte).

Die Handlung des Filmes setzt sich aus dem Volksmärchen „Fehérlófia“ (so auch der Originaltitel des Filmes), verschiedener Varianten dieser Geschichte, weiterer ungarischen Volksmärchen zusammen. All diese Einflüsse wurden von Marcell Jankovics in seinem Drehbuch zusammengefasst und zu einer Geschichte verwoben. Diese ist im Grunde – wie es alle Volksmärchen sind – recht simpel. Der Held Fehérlófia (Baumausreißer) macht sich auf den Weg, um drei Prinzessinnen vor einem schier übermächtigen Feind zu retten. Dabei trifft er seine beiden Brüder und muss beweisen, dass er der Stärkste ist. Er muss sich eines hinterlistigen Gnoms erwehren und am Ende Gnade walten lassen. Diesem einfach geflochtenen Handlungsfaden kann man im Grunde – und wie ich bei einer zweiten, wacheren Sichtung feststellte – leicht folgen, auch wenn man häufiger das Gefühl hat, dass einem vielleicht die eine oder andere Allegorie und Anspielung durch die Lappen gegangen ist.

Was durchaus der Fall sein kann, denn da man hierzulande die literarischen Vorbilder nicht kennt und auch mit der Geschichte Ungarns vielleicht nicht so vertraut ist, ist es gut möglich, dass man solche Feinheiten nicht erkennt. Dies sollte allerdings dazu anreizen, sich einmal mit der Historie des Landes und mit seinen Mythen auseinanderzusetzen. Wie generell „Der Sohn der weißen Stute“ mit erneutem Anschauen noch einmal mehr zu gewinnen weiß. Einige Allegorien sind aber auch für den Nicht-Ungarn gut zu verstehen. So sind die drei Drachen, die Baumausreißer besiegen muss, klar als zivilisatorische Auswüchse und Gefahren zu erkennen. Besonders deutlich beim zweiten Drachen, der im Grunde eine gewaltige Kriegsmaschine ist, mit Kanonenrohren und Bomben. Und dem dritten Drachen, der eine computervernetzte, moderne Stadt (dies bereits 1981!) darstellt. Hier kann man Jankovics Einstellung entweder als Technologie-kritisch oder als etwas sentimental-konservative Rückbesinnung auf „die gute alte Zeit“ verstehen, in der Traditionen stärker als der Fortschritt sind. Beides ist möglich.

Die Blu-ray, die nun von Bildstörung am 07. Mai als mittlerweile 38. Folge in der ohne Ausnahme zu empfehlenden Reihe „Drop-Out“ veröffentlicht wird, ist wieder einmal makellos. Der Film selber beruht auf dem neu restauriertem 4K Master, welches von dem US-amerikanische Filmverleih Arbelos Films gemeinsam mit dem Filmarchiv des nationalen ungarischen Filminstituts (NFI Filmarchívum) im Jahre 2019 erstellt wurde und dann auf diversen Festivals gezeigt wurde. Der Ton liegt auf Ungarisch mit deutschen Untertiteln vor. Auf einer Bonus-DVD befinden sich folgende Extras: Der für den Oscar-nominierte Kurzfilm „Sisyphus“ von 1974 (3 Min.) und der in Cannes mit der Goldenen Palme für den besten Kurzfilm ausgezeichnete „Kampf“ von 1977 (2 Min.). In einem aktuellen Interview von 2020 erzählt Regisseur Marcell Jankovics viel Interessantes über sich und den Film (38 Min.). Und als ganz besonderes Extra gibt es eine abendfüllende Dokumentation über das Filmstudio, welches „Der Sohn der weißen Stute“ und weitere legendäre ungarische Animationsfilme herstellte: „Pannónia Anno –Geschichte(n) eines Filmstudios“ von Péter Szalay (98 Min.). Und zu guter Letzt gibt es noch ein sehr informatives, analytisches Booklet. Dieses wurde von Dr. Jennifer Lynde Barker, Associate Professor, Chair of the English Department, and Advisor for the Film Studies Minor an der Bellarmine University verfasst und aus dem Englischen von Olaf Möller übersetzt.

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Filmbuch-Rezension: „Der Schulmädchen-Report: Von Aufklärung und anderen Räuberpistolen“

Den Regisseur, Autor und Filmjournalisten Christian Genzel kenne ich schon überraschend lange. Seinen Film „Die Muse“ hatte ich bereits 2014 die Freude zu rezensieren. Seinem Blog Wilsons Dachboden folge ich ähnlich lange. Später waren für kurze Zeit sogar Redaktionskollegen bei der „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ und schafften es sogar zweimal, uns beim Filmfest Braunschweig persönlich zu treffen. Auf seinen hoffentlich bald abgeschlossenen Dokumentarfilm „Finding Planet Porno“ über Howard Ziehm habe ich auf diesen Seiten auch bereits hingewiesen. Nun hat er auch ein Buch geschrieben und veröffentlicht. Erschienen ist es in der neuen „Edition Popkultur“, die Christian Genzel zusammen mit dem Journalisten Patrick Torma herausgibt, und die (Zitat) „mit Witz, aber auch mit Blick fürs Detail verschiedene Facetten der Populärkultur zwischen Mainstream und Nischenspleen bespricht“. „Der Schulmädchen-Report: Von Aufklärung und anderen Räuberpistolen“ war zunächst nur als reines eBook erhältlich, jetzt gibt es das Ganze auch in gedruckter Form.

„Der Schulmädchen-Report: Von Aufklärung und anderen Räuberpistolen“ gibt auf 144 Seiten einen Einblick in 10 Jahre und 13 Folgen „Schulmädchen-Report“. Um gleich einmal Erwartungsmanagement zu betreiben: Wer Hintergründe zu den Report-Filmen sucht, ausführliche Biographien der Macher und Beteiligten oder eine soziologische/historische Einbettung in die Geschichte der Bundesrepublik wird hier nicht unbedingt fündig. Christian Genzel biegt zwar öfters mal kurz auf diese Pfade ab, aber das alles steht nicht im Mittelpunkt des Buches. Vielmehr werden die einzelnen Folgen detailliert beschrieben und mit teilweise informativen, teilweise sarkastischen Kommentaren versehen.

Das liest sich locker und unterhaltsam weg, und so komprimiert hintereinander kann man nur den Kopf schütteln über die Einfallslosigkeit der Macher, die über den Verlauf der 10 Jahre dem Publikum immer wieder neue Variationen der immer gleichen Geschichten unterjubelten. Und auch über die generelle Verklemmtheit, Bigotterie, Zynismus und Onkelhaftigkeit der einzelnen Episoden innerhalb der Reihe. Darüber verzweifelt auch der gute Christian Genzel im Verlauf des Buches auch immer mehr, und ich glaube er war froh, als die Serie nach 13 Teilen endete. Selbst wenn ihm das Wiedersehen offenkundig viel Spaß bereitet hat.

Andere Report-Filme werden zwar am Rande immer mal wieder gestreift, aber das Hauptaugenmerk gilt den 13 Schulmädchenfilmen. Und das ist auch ganz gut so. Wobei ein kritischer Vergleich all dieser Reportfilme und ihren unterschiedlichen (oder auch formelhaft gleichen) Herangehensweisen und Produktionsbedingungen ganz interessant sein könnte. Aber das ist ein Thema für ein ganz anderes Buch.

Was schade ist, aber bei dieser Art von Publikationen aufgrund der teuren Rechte leider meistens unvermeidlich: Es gibt leider keine Bilder. Die müssen aus den ausführlichen Beschreibungen oder der Erinnerung im Kopf entstehen. Wen das nicht stört, und wer kein wissenschaftliches Werk erwartet, der kann sich mit diesen Schulmädchen trotzdem ein paar unterhaltsame Stunden machen.

Christian Genzel, ,„Der Schulmädchen-Report: Von Aufklärung und anderen Räuberpistolen“, Edition Popkultur, 144 Seiten, € 9,90

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Das Bloggen der Anderen (26-04-21)

Auch in dieser Woche ist sehr, sehr wenig los. Stirbt das Medium Filmblog tatsächlich langsam aus? Wenn ich mal etwas mehr Zeit finde, werde ich mich damit mal eingehender beschäftigen. Bis dahin schaue ich mir die Entwicklung mal an, und mache mir so meine Gedanken.

– Normalerweise vermeide ich ja Artikel, die viele Links zu externen, teilweise kommerziellen, Anbietern haben. Aber ich liebe Guy Maddin und bin Katrin Doerksen von kino-zeit.de sehr dankbar für die Zusammenstellung, welche seiner Werke man wo online sehen kann. Auf der großen Leinwand wäre zwar schöner, aber das geht ja derzeit leider nicht.

– Anne Küper stellt auf critic.de drei Filme vor, die sie bei dem Schweizer Dokumentarfilmfestival Visions du Reél gesehen hat. Und Robert Wagner hat einen tollen Text über den finsteren Heimatfilm „Rosen blühen auf dem Heidegrab“ von 1952 verfasst, Ein Film, der mir schon von anderer Seite als Geheimtipp sehr ans Herz gelegt wurde.

Tomm Moore und Ross Stewart waren mir zuvor gar kein Begriff, bis mich meine liebe Frau vor ein paar Tagen anlässlich der Oscar-Nominierung ihres neusten Werks „Wolfwalkers“ auf die beiden und vor allem ihren früheren Film „Die Melodie des Meeres“ aufmerksam machte. Auf film-rezensionen.de kann man ein Interview mit den beiden Animationsfilmemachern lesen.

– Hui, Charles B. Pierce hatte ich irgendwie gedanklich in der No-Budget-Independent-Liga verortet. Tatsächlich hat er einige solide B-Filme für AIP gedreht. Der Wikingerfilm „The Norseman“ mit Lee „Colt Seavers“ Majors, gehört laut funxton allerdings nicht zu seinen Meisterleistungen.

– Hier sollte noch ein Link stehen, allerdings sind mir hier beim (Gottseidank) genaueren Lesen einige politische Äußerungen aus der eher extrem konservativen Ecke (um es vorsichtig auszudrücken) aufgefallen. Für so etwas ist hier kein Platz, daher ist der entsprechende Blog jetzt auch nach langen Jahren aus meinem Feed-Reader geflogen. Keine Handbreit nach rechts, auch wenn es vielleicht „gar nicht so gemeint war“.

– Sebastian von Nischenkino lobt „Tod eines Killers“ über den grünen Klee. Und das sicherlich zu recht. Ich werde es bestimmt demnächst mal nachprüfen.

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Das Bloggen der Anderen (19-04-21)

Diese Woche kann ich mich sehr kurz fassen. Viel war nicht los in der deutschsprachigen Filmbloggerlandschaft.

– Einen mir bisher unbekannten Film von Akira Kurosawa bespricht totalschaden auf Splattertrash. „Das stumme Duell“ von 1948 mit Toshirô Mifune.

– Quasi schon im Warenkorb bei mir liegt der tschechoslowakische „Krakatit“ von Otakar Vávra. Nach Volker Schönenbergers Review auf Die Nacht der lebenden Texte freue ich mich umso mehr darauf. Da finde ich es direkt schade, dass die Review relativ kurz ausgefallen ist.

Schattenlichter setzt sich mit „In den Krallen des Hexenjägers“ auseinander, den ich eigentlich auch mal wieder gucken könnte.

– Gleiches gilt für den tollen „Sennentuntschi“ aus der Schweiz, der mich bei der Erstsichtung ähnlich begeistert hat, wie jetzt funxton.

Allesglotzer hat sich „Die wilde Meute“ angesehen, was ein ziemlicher Zufall ist, weil ich gerade vor einer Woche hier bei mir herumgekramt habe, ob ich den habe oder nicht. Antwort für die, die interessiert (und weil ich hier eh noch viel Platz habe): Nein, hatte ich mit „Fango Bollente“ verwechselt.

– Ob ich mir mal „Amazonen gegen Supermänner“ geben werde, weiß ich noch nicht. Die Rezension von Bluntwolf auf Nischenkino verspricht ja ein ganz besonderes Vergnügen.

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Das Bloggen der Anderen (12-04-21)

– Auf Albrechts Film-Café führt der Blog-Inhaber ein hübsches kleines Interview mit Rainer Matsutani, mit dem er auch einige Erinnerungen austauscht.

– Endlich für das Heimkino erhältlich: Michael Verhoevens „o.k.“. Der Film, der einst „die Berlinale zum Abbruch brachte“. Maurice Lahde stellt den Film auf critic.de ausführlich vor.

– Schon lange oben auf der Liste mit Filmen, die sehr interessant klingen: „His House“. Eine Netflix-Produktion. Funxton stachelt mit seiner Review meine eh schon hohen Erwartungen an diesen Film, der Flüchtlingskrise und Haunted-House-Genre unter einen Hut bringt, noch einmal kräftig an. Ähnliches gilt auch für „Pelikanblut“, den ich bei mir im Kopf als „Systemsprenger“-Nachzügler – scheinbar völlig falsch – abgespeichert hatte.

– Vor vielen Jahren haben wir in unserer Bremer Filmreihe Weird Xperience den Film „The Legend of Kaspar Hauser“ mit Vincent Gallo gezeigt. Und das war dann auch mal einer der seltenen Filme, bei dem Stefan und ich uns nicht einige waren. Ich war da eher im Team vom Lida Bach von kino-zeit.de.

– Neulich wurde auf einer andren Plattform über Söldnerfilme geplaudert und darüber, dass man sich das Genre mal näher ansehen könne. Da würde dann „Katanga – Einmal Hölle und zurück“ wohl ganz oben auf meiner To-Do-Liste stehen. Vor allem, da sich einige bekannte kürzlich meinten, der Film sei ziemlich unfassbar. So sieht es auch Bluntwolf von Nischenkino. Außerdem an gleicher Stelle vom selben Autoren: Der Sleaze-Reißer „Patrick lebt!“, der einem ebenfalls die Kinnlade runterklappen lässt.

– Schöner Filmtipp von filmsucht.org: „Intimidation“, der „ein schönes Beispiel für die Flut an hochwertigen B-Movies, die das japanische Kino der Sechziger Jahre bereicherten“ sei.

– Damals auf VHS gesehen und dann nie wieder. Eine offizielle Veröffentlichung gibt es da hierzulande auch nicht, oder? Tom Savinis „The Night of the Living Dead“-Remake, welches ich so (positive) in Erinnerung habe, wie es auch totalschaden auf Splattertrash beschreibt.

– Schlombie von Schlombies Filmbesprechungen hat sich zweier Filme angenommen, die er nur „annehmbar“ findet. Bei „Meteor“ kann ich das auch verstehen. Den habe ich vor langer, langer Zeit mal im Fernsehen gesehen und wusste damals auch nicht so recht, was ich davon halten soll. Immerhin kann ich mich aber nach all den Jahrzehnten noch dran erinnern. Anders sieht das bei Andreas Marschalls „Masks“ aus, den ich trotz Schwächen deutlich besser finde als nur „annehmbar“. Meine Review findet man hier auf diesen Seiten auch irgendwo. Kann man ja mal suchen.

– Zum Abschluss noch eine Besprechung von Rouven Linnarz vom film-rezensionen.de über einen meiner absoluten Lieblinge: „Der Mann mit der Kamera“.

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„35 Millimeter“-Magazin: Ausgabe 41 und der „35 Millimeter Retro-Film-Podcast“!

Was man nicht so alles in seiner Freizeit macht. Neben den Audiokommentaren, Videoessays und Booklets, bleibt natürlich auch immer noch Zeit für die „35 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin“, für das ich seit 2015 schreibe, und das ich seit einigen Jahren auch als stellvertretender Chefredakteur mit betreue.

Für die neue Ausgabe (mittlerweile schon die Nummer 41) habe ich zwei Artikel zum Titelthema beigetragen, obwohl ich mich nicht unbedingt als weltgrößter Bette-Davis-Fan bezeichnen würde. Allerdings gebe ich zu, auch eher ihr Spätwerk zu kennen. Und so habe ich mich zunächst einmal mit ihren beiden Ausflügen in die britischen Hammer-Studios befasst. Als nächstes war dann ein italienischer Ausflug der Davis dran, der mir bis dato völlig unbekannt war. Was verwundert, wenn man mal ein Blick auf die Credits wirft. Regie: Damiano Damiani. Hauptrollen: Horst Buchholz und Catherine Spaak. Produziert von Carlo Ponti. Im Original heißt „Die Nackte“ eigentlich „Die Langeweile“, aber die kam hier gar nicht auf. Warum? Schreibe ich im Heft.

Die Kollegen haben eine sehr viel größere Affinität zur Davis. Und das Heft ist voll mit sehr lesenswerten, spannenden Beiträgen über Bette Davis, die (fast) auch aus mir ein Fan machen. Aber auch die Nicht-Titelthema-Beiträge sind wieder ausgesprochen interessant geworden. Hier das Inhaltsverzeichnis:

Und dann gab es auch noch eine Premiere: Der 35-Millimeter-Retro-Film-Podcast ist seit heute online! Ich habe dabei mal die Moderation übernommen, und in dieser ersten Folge stellt zunächst einmal die Chefredaktion der „35 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin“ sich und die Zeitschrift vor. In der zweiten Hälfte hat Prof. Dr. Tonio Klein allerlei Interessantes über Bette Davis, dem Titelthema der aktuellen Ausgabe des Magazins, zu erzählen.

Bisher ist der Podcast auf YouTube und Spotify zu hören. Andere Plattformen folgen eventuell noch. Wer Lust hat, kann ja mal reinhören.

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Das Bloggen der Anderen (22-03-21)

– Einen sehr langen und ausführlichen Rückblick auf die diesjährigen Berlinale, zusammen mit einer Bewertung dieser, hat Elisabeth Nagy für out takes geschrieben.

– Der großartige Yaphet Kotto ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Der Kinogänger widmet ihm einen Nachruf.

– Sonja Hartl empfiehlt auf kino-zeit.de die Graphic Novel „Hitchcock“ und stellt „im Kleingedruckten“ noch weitere Bücher von, über, mit Schauspielern, Regisseuren, Kinos und den Film an sich vor.

– Im Zuge des Catherine-Breillat-Special auf critic.de analysiert Anne Küper den kontroversen „Romance“.

– Zweimal Italien bei Nischenkino. Auf der einen Seite „Gewalt und Leidenschaft“ von Visconti mit Burt Lancaster und Helmut Berger, der mich einst bei der Erstsichtung stark beeindruckt hat. Auf der anderen Seite Massimo Dallamanos „Si può essere più bastardi dell’ispettore Cliff?“, den ich tatsächlich noch nie gesehen habe. Sebastian und Bluntwolf stellen die Filme vor.

– Bei Pidax erscheinen die Bryan-Edgar-Wallace-Filme noch einmal neu. Ein guter Grund für Volker Schönenberger von Die Nacht der lebenden Texte einmal über „Der Würger von Schloss Blackmoor“ zu schreiben.

„Doctor Sleeps Erwachen“ kommt – zumindest in meiner Blase – nirgendwo gut weg. Umso überraschter war ich, jetzt bei Filmlichtung eine sehr positive Review des Director’s Cut zu lesen.

– Hui, 9 von 10. Filmsucht.org legt seinen Lesern die im Rotoskopie-Verfahren gedrehte Philipp-K.-Dick-Adaption „A Scanner Darkly“ von Richard Linklater ans Herz.

Schattenlichter verlässt einmal den italienischen Film der 60er und 70er und wendet sich den USA in den 10er Jahren zu – und dort „It Follows“, der sehr positiv aufgenommen wird.

– Auch wenn ich den Film selber etwas besser in Erinnerung habe (wer mag kann ja hier im Blog meine Besprechung suchen), als Heiko jetzt schreibt, hat mir seine sehr persönliche Review von „Alien Predator“ auf Allesglotzer gut gefallen.

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Hörtipp und Interview: FLAX – Ein Film-Podcast aus Bremen

Bisher fühlte ich mich in Bremen immer recht allein, wenn es darum ging, im Internet über Film zu schreiben oder zu sprechen. Zwar gab es in den nunmehr über 12 Jahren immer mal wieder einen oder zwei Filmblogger/-bloggerinnen aus Bremen, doch die verschwanden fast ebenso schnell, wie sie kamen. Umso mehr freue ich mich über zwei Podcaster, die hier in Bremen über Film und Kino, aber auch Musik und Veranstaltungen „podcasten“. Und ich hoffe sehr, dass sie einen langen Atem beweisen. Dabei hilft sicherlich die Entscheidung, nur vier Mal im Jahr eine Sendung zu machen, statt schnell auf Teufel komm raus zu produzieren, und dann wegen dieses Drucks die Lust zu verlieren. Dass hier gleich auf Klasse statt auf Masse gesetzt wird, finde ich sehr klug.

Mit der aktuellen Folge Ihres Podcasts FLAX haben Florian und Max ein fulminanten Neustart hingelegt. Die bisherigen Folgen waren wirklich nett anzuhörende und gemütliche Gespräche unter Freunden. So ein bisschen vergleichbar mit „Weird Xperience Online“, der YouTube -Sendung, die mein Kollege Stefan und ich als Ersatz für die leider derzeit nicht möglichen Einführungen vor unseren Kinovorstellungen ins Leben gerufen haben. Mit der aktuellen FLAX-Folge werden jetzt andere, sehr viel professionellere und ambitioniertere Wege gegangen. Mir hat das „neue“ FLAX ausgesprochen gut gefallen, und ich habe auch etwas mit Florian über den Podcast sprechen können.

Was ist FLAX?

Vor knapp zwei Jahren startete mein guter Freund Max mit einem anderen Kumpel den Podcast, noch unter dem Namen LAX. Ein Wortspiel aus den Namen “Luka” und “Max”. Nachdem Luka aufgrund von Zeitmangel aus dem Podcast ausschied, übernahm ich seine Rolle und dem Wortspiel entsprechend folgte die Umbenennung in FLAX.

Wie seid ihr auf die Idee mit dem Podcast gekommen?

Die Idee zum Podcast kam von Max, der schon immer ein hohes Mitteilungsbedürfnis hatte. Er ist Autor von Horror-Romanen und Kurzgeschichtenbänden und nebenbei auch ein großer Film-Fan. Mit dem Podcast wollte er unter anderem seine Liebe zum Film Ausdruck verleihen – genau wie ich auch.

Eure ersten Podcasts waren noch ganz anders als der jetzt aktuelle. Wie kam es zu der Veränderung?

Zu Beginn war unser Podcast eher improvisiert, die Gespräche noch eher auf “Stammtischniveau” und mit recht vielen Insider-Witzen versehen. Dieses Jahr hatten wir uns entschieden, es professioneller aufzuziehen um mehr Menschen erreichen zu können und auch die Möglichkeit zu haben, Personen aus der Branche bzw. Experten zu interviewen.

Wonach wählt ihr die Filme aus, die ihr im FLAX-Podcast vorstellt?

Die Filme wählen wir aus, wie uns gerade der Sinn steht, wir orientieren uns thematisch aber meist an einem „Ober-Thema“. Im vergangenen Podcast waren es „Die besten Filme 2020“. Es sind dann meistens subjektive Favoriten unsererseits, wir richten uns aber gelegentlich auch nach Geheimtipps von “Rotten Tomatoes” oder nach IMDB-Ratings. Da wir im Jahr nur vier Folge aufnehmen, ergeben sich sich viele Oberthemen fast von selbst. Zum Beispiel „Oscar-Favoriten“ oder „Sommerfilme“. An Halloween-Ausgaben dominiert der Horror, da versuchen wir sowohl Klassiker als auch alte Perlen, die kaum jemand kennt, zu behandeln. Da sind Max und ich beide sehr bewandert, vor allem bei Vincent Price Gruslern oder anderen Filmen in dieser Richtung. Wir veranstalten auch Trash-Film Abende mit Freunden, in der Corona-Zeit natürlich nur zu zweit, aber oftmals bestimmen „Double-Features“ unsere Abende, sei es ein Giallo-Abend oder ein Horror-Classics-Feature (mit My bloody Valentine & Dead & Buried).

Eine sehr schöne Idee. Eine neue Idee in Eurem Podcast sind ja die Gäste. Wie seid Ihr auf die Gäste Eures aktuellen Podcast gekommen? Mit Marcus Stiglegger habt Ihr ja auch gleich einen sehr prominenten Namen mit an Bord.

Bei den Gästen haben wir relativ unbedarft und spontan einiger unserer „Freunde“ auf Facebook angeschrieben, unter anderem Prof. Stiglegger, der überraschender- und glücklicherweise sofort zugesagt hat. Das hat uns auf jeden Fall den Weg zu weiteren Experten und auch international bekannten Gästen geebnet, auf die ich noch nicht eingehen darf. Das Line-Up der Sommer- & Herbst-Ausgabe FLAX steht bereits jetzt und es ist noch vielseitiger und interessanter besetzt als unsere aktuelle Ausgabe, das kann ich versichern.

Ihr kommt ja auch aus Bremen. Wie erlebt Ihr die cinephile Szene in unserer Stadt? Wir haben bei unserer Kinoreihe „Weird Xperience“ oder beim „Phantasival“, das wir vor einigen Jahren mit auf die Beine gestellt hatten – aber auch bei anderen Veranstaltungen, die wir so durchgeführt oder bei denen wir als Gäste eingeladen waren, immer das Gefühl, dass Bremen da ein besonders hartes Pflaster sei, was solche Dinge angeht.

Die cinephile Szene in Bremen gibt unseres Erachtens viel her, wir haben noch die Nischen- und Arthouse-Kinos, kleinere Häuser fernab der Cineplex-Giganten. Und wir haben das Cinema am Ostertor, wo die von dir mitorganisierte Weird Xperience Reihe eine Art Pendant zum “Fantasy Filmfest” für uns darstellt. Man kann froh sein, das Genre-Filme in diesem Format gezeigt und geschaut werden, das ist auf jeden Fall eins der Highlights für Genre-Fans wie uns in Bremen.

Die Corona-Krise trifft ja gerade für die Kinos gerade extrem hart, und sie kämpfen um ihr Überleben. Aber schon vorher gab es immer wieder Diskussionen darüber, dass den Kinos Zuschauer verloren gehen und ein neues Kinosterben einsetzt. Wie sollten sich die Kinos nach der Krise aufstellen, um ihr Fortbestehen zu sichern?

Das Kino sollte sich auch in Bremen weiterhin wandeln, ein Event-Charakter tut jedem Lichtspielhaus sehr gut, zumal man dann noch mehr Publikum aufgrund von Happenings anlocken kann, mit Themen-Abenden, Vorträgen oder auch prominenten Gästen.
Das Bremer Filmfest macht da einen guten Anfang, aber ist zeitlich sehr begrenzt, man muss vielleicht den Fokus auf mehrere kleine Events im Jahr in einer engen Taktung legen.

Damit rennt Ihr bei mir offene Türen ein. Das predige ich auch schon seit Jahren. Leider weiß ich aus eigener Erfahrung, dass solche Events vom Publikum oftmals nur schwer angenommen werden. Stichwort: Das „harte Pflaster“ von dem ich oben sprach. Aber vielleicht ändert sich das ja nach Corona. Das Filmfest Bremen hat ja schon mal einen ganz guten Zuspruch unter den jungen Leuten, auch wenn ich das Konzept etwas, sagen wir mal „unentschlossen“ finde. Aber es ist schon mal ein guter Anfang.

Bremen gibt viel her, vor allem kulturell, auch aus diesem Grund haben wir FLAX gemeinsam gegründet, wir wollen auch lokale Leute unterstützen, etwas an Werbung für diese, in der Corona-Krise vergessenen Institutionen und Akteure machen, daher unsere Rubrik „Support your Locals“. Ob Online-Shop, virtuelle Veranstaltung oder auch eine Publikation (oder Release) eines Albums, dafür wollen wir werben, helfen, verbreiten.

Das klingt doch super. Und für solch eine gute Sache mache ich auch sehr gerne ordentlich Werbung. Ich wünsche Euch viel Erfolg, ganz viele Zuhörer und bedanke mich für das tolle und informative Gespräch.

Hier der Link zur FLAX Website: https://flaxpodcast.wixsite.com/flax-derpodcast
die neueste Ausgabe auf YOUTUBE: https://www.youtube.com/watch?v=dw32ZxBvX5o&t=16s&ab_channel=FLAX-DerPodcast
und auf SPOTIFY: https://open.spotify.com/show/5DtXTGgvN4LGHU9wy7IrMD?si=R3c-cZVdRf6u-19ZLYJfdw&nd=1

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Der 19. Bremer Filmpreis geht an… Hape Kerkeling?!?!?

Bruno Ganz, Agnes Varda, Tilda Swinton, die Brüder Dardenne, Ken Loach, Lars von Trier, Ulrich Seidl, Bela Tarr, Hape Kerkeling. Was haben diese Personen gemeinsam? Sie sind alle Träger des Bremer Filmpreises. Dieser wurde bis 2017 als Kooperation der Sparkasse Bremen mit dem Kommunalkino Bremen vergeben. Die letzten Jahre waren schon schwierig. 2014 ging der Preis noch an die wunderbare Sylvie Testud. 2015 an die schweizerischen Filmproduzentin Ruth Waldburger, 2016 wurde der Preis gar nicht verliehen, 2017 noch der russische Filmhistoriker Naum Kleiman. Die letzten beiden Preisträger sind sicherlich keine Menschen, die außerhalb eines kleinen Zirkels bekannt sind. Also nicht unbedingt Preisträger, die für Schlagzeilen gut sind. Und wie heißt es so schön: Der Preisträger schmückt den Verleihenden mehr als der Preis den Preisträger. 2018 zog sich das Kommunalkino leider aus organisatorischen Gründen zurück.

Nun hat die Sparkasse einen neuen Kooperationspartner gefunden: Das Filmfest Bremen. Und der diesjährige Preisträger heißt: Hape Kerkeling. Ich mag Hape Kerkeling. Ich finde ihn unheimlich sympathisch; viele Sachen, die er gemacht sind großartig und sein Kinofilm „Kein Pardon“ in meinen Augen ein unterschätztes Kleinod. Ich gönne ihm von Herzen alle Preise dieser Welt. Aber was macht das aus dem Bremer Filmpreis? Hape Kerkeling ist sicherlich ein wunderbarer Komiker, der in manchen Dingen auch Pionierarbeit geleistet hat – im Fernsehen und auf der Bühne! Wie sieht es in Sachen KINO aus? Ganze sechs Credits als Schauspieler: Eine Nebenrolle als Showmaster in dem heute vergessenen Film „Vorwärts“ von 1990. Hauptrolle in dem erwähnten „Kein Pardon“. Synchronsprecher in der Deutschen Kinderfilmanimation „Tobias Totz und sein Löwe“. Hauptrolle in „Samba in Mettmann“. Hauptrolle in „Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“. Zur sechsten Rolle komme ich gleich. Des weiteren: Regie bei „Kein Pardon“, Drehbuch für „Samba in Mettmann“ und „Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“, sowie die Buchvorlagen zu „Ich bin dann mal weg“ und dem sehr schönen „Der Junge muss mal an die frische Luft“. Okay, er ist auch die Synchronstimme vom „Kung Fu Panda“ und Olaf den Schneemann aus „Die Eiskönigin“, was er beides sehr, sehr gut macht. Und halt: Er spielt – nachdem er sich 2014 aus der Öffentlichkeit zurück zog – jetzt noch einmal in Joseph Vilsmaiers Komödie „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ mit, der eigentlich am 11. Februar in den Kinos hätte starten sollen.

Aha! Da kann man schnell 1 und 1 zusammenzählen. Das Filmfest brauchte ein passenden, „komischen“ Preisträger für seinen Preis. Am Besten mit Bremen-Bezug. Und jemand, dessen Name für Schlagzeilen sorgt. Vorletztes Jahr wurde ja auch ein „Große Preis des Filmfest Bremen“ aus den Hut gezaubert, mit dem man Filmfestgast Caroline Link medienwirksam beehren konnte. Und auch der Vilsmaier-Film braucht sicherlich ein wenig Werbung, wo die Kinos ja noch dicht sind. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass der beim sich auf „Humor und Satire“ spezialisierten Bremer Filmfest laufen wird. Abgedreht ist er ja schon 2020 und sollte ursprünglich im letzten November starten. Und ein gutes Zugpferd ist der letzte Film des im vergangenen Jahr leider verstorben Joseph Vilsmaier ja sicherlich auch. Und wenn man dann noch einen prominenten Gast bekommen kann, umso besser.

Eine Win-Win-Situation, an der soweit auch nichts einzuwenden ist. Kann man so machen, und wird auch immer wieder so gemacht. Alles gut. Worum es mir nur geht: Durch so einen offensichtlichen Stunt wird der Bremer Filmpreis völlig entwertet. Dieser stand immer für besondere Leistungen im Europäischen Film (siehe Preisträger/Preisträgerinnen oben). Und wenn ich auch nicht mit jedem Preisträger/Preisträgerin konform ging, so konnte ich die Begründungen der fach- und sachkundigen Jury jederzeit nachvollziehen. Die Ehrung von Hape Kerkeling mit diesem Preis für sein „Gesamtwerk“ leider überhaupt nicht.

Warum ist man nicht beim „Großen Preis des Filmfest Bremen“ geblieben? Das wäre absolut okay gewesen, weil der neu ist und für „für besondere filmische Verdienste für Humor und Satire“ verliehen wird. Weshalb musste man unbedingt den renommierten und mit einer gewissen Geschichte aufgeladenen Bremer Filmpreis für so etwas nehmen? Ach ja, um die Sparkasse als Sponsor an Bord zu bekommen. Schon verstanden. Trotzdem traurig.

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