Originalfassungen in Bremen: 19.12.13 – 25.12.13

Wie es zu erwarteten war, ist es in der Weihnachtswoche eher ruhig. Viele werde sicherlich die Feiertage nutzen, um sich – wie im letzten Jahr – den „Hobbit“ anzusehen, für den Rest gibt es im Kommunalkino ein Wiedersehen mit dem perfekt durchkomponierten „Shining“. Wie schon bei „Das Bloggen der Anderen“ erwähnt, lasse ich die regelmäßigen Kolumnen, wie diese hier, über die Feiertage ruhen. So kann ich auch mal etwas entspannen und bin nicht verpflichtet, an einem bestimmten Termin etwas zu posten. Ab dem 08. Januar geht es dann aber wie gewohnt mit den Originalfassungen weiter.

Der Medicus – Cinemaxx, Mi., 25.12. um 19:50 – Deutsche Bestseller-Verfilmung mit internationaler Besetzung. Erzählt wird die Geschichte des Waisenjungen Rob Cole und seinem Weg zum berühmten Heiler. Regie: Philipp Stölzl.

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Dügün Dernek – Der Hochzeitsverein – Cinemaxx, Do.-Mo. immer 23:10 – Türkische Komödie. Drei Freunde entdecken, dass sich der Sohn des einen heimlich trauen lassen will.

Erkekler – Cinemaxx, Do.-Mo. 20:10 und 22:45, Mi. um 23:15 – Türkische Komödie um einen Mann, der sich von seinem „besten Stück“ trennen will, nachdem dieses ihn immer wieder in Schwierigkeiten gebracht hat.

Der Hobbit: Smaugs Einöde – Cinemaxx, Do.-Mo- immer 19:30 (in 3D) & Schauburg, Mo., 23.12 um 12:00 (in 2D) – Der zweite Teil der zur Trilogie aufgeblasen “Hobbit”-Verfilmung. Mein Fazit beim ersten Teil war: Wer Fan ist, wird nicht enttäuscht. Wer es nicht ist, den wird auch der “Hobbit” nicht überzeugen. Ich gehe davon aus, das wird auch auf den zweiten Teil zutreffen.

Die Wonder Boys – City 46, Do., Sa.-Mo. und Mi. immer 20:00 – Drama von Curtis Hanson mit Michael Douglas als alternden College-Professor, der in eine Lebenskrise gerät.

Die Zeugen – Ciy 46, Do./So./Mo. um 18:00 und Fr./Mi. Um 20:30 – Queerfilm von André Téchiné über einen jungen Mann, der eine platonische Beziehung mit einem älteren Herrn eingeht. Als er die Freunde des Mannes kennenlernt, kippt die Situation. Mit Emmanuelle Béart.

The Shining – City 46, Do./So./Mo. Um 20:30 und Fr./Sa./Mi. Um 20:30 – Stanley Kubricks Stephen-King-Verfilmung stieß beim Autor und einigen Horrorfans auf Kritik, ist aber eine ganz wunderbare Sezierung von Horror und Ängsten. Brillant gefilmt und mit einem furchteinflößenden Jack Nicholson.

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Sneak Preview – Schauburg, Mo., 23.12. um 21:45 Uhr

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., 23.12. um 20:15 Uhr

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Kam ein (schon wieder) Stöckchen geflogen…

Vor Kurzem wurde ich vom Intergalactic Ape-Man wieder mit einem Stöckchen beworfen. Es gelang es mir noch auszuweichen, doch der Affenmann ist zäh, und so hat er mich dann doch noch erwischt. Kurz noch einmal zur Defintion „Stöckchen“:  Das ist eine Art Staffelstab, der von Blog zu Blog weitergereicht wird. Und dieser „Stab“ besteht aus einem Fragebogen. Diesmal ist noch eine Schwierigkeit eingebaut: Man soll nach der Beantwortung möglichst einen eingeen Fragebogen erstellen und diesen an fünf Blogger weiterleiten. Das kriege ich zeitlich nicht hin, darum belasse ich es jetzt erst einmal bei der Beantwortung der Fragen:

1. Was ist deiner Ansicht nach die heute meistunterschätzte Position in einem Filmstab, und warum? Definitiv das Catering. Gibt es immer lecker was zu Essen, sind Stab und Schauspieler froh und die Arbeit geht weitaus besser voran, als wenn alle hungrig sind oder über das Essen meckern. Ansonsten wundert es mich immer etwas, dass es – bis auf Ballhaus – keine echten Stars unter den Kameramännern gibt. Nicht mal Janusz Kaminski ist den meisten Leuten ein Begriff.

2. Welchen Stellenwert haben für dich Sounddesign, Photographie, Spezialeffekte, Stunts, Kulissen, Kostüme, Maske bei der Wahrnehmung eines Films? Kommt auf den Film an. Generell würde ich sagen, dass alle diese Dinge einen guten Film noch auf eine andere Ebene heben können, aber keines für sich genommen ein Allheilmittel ist, um aus einen schlechten Film einen guten zu machen.

3. Was macht das Können eines Schauspielers oder ein gezieltes Casting wichtiger für die Darstellung einer Rolle? Kann man auch nicht so pauschal beurteilen. Oftmals wird ja auch ganz gezielt „gegen den Typ“ besetzt, um bestimmte Effekte zu erzielen. Man erinnere sich nur an Henry Fonda in „Spiel mir das Lied vom Tod“. Generell finde ich mutige Entscheidungen beim Casting sehr viel interessanter, als monotones type-casting. „Wir brauchen einen Ex-Mafiosi.“, „Gandolfini ist tot? Okay, dann nehmen wir deNiro.“

4. Wie abhängig ist ein Film von Handlungselementen und Dialogen? Gar nicht. Es gibt auch wunderbare non-narrative Filme. Die Frage ist immer, welche Intention hat der Filmemacher. Man kann auch einen Filme gänzlich ohne Dialoge und Handlungselemente, ganz als Abfolge assoziativer Bilder drehen und das Ergebnis kann absolut überwältigend und großartig sein. Mal kann das aber auch nach hinten los gehen, wenn die Bilder nicht stark genug sind. Beim … war das z.B. der Fall. Sagen wir mal so: Künstlerisch ist er von Handlungselementen und Dialogen unabhängig, kommerziell würde ich sagen: sehr.

5. Unter welchen Bedingungen kann ein Film objektiv sein? Ein Film ist niemals objektiv. Kann er auch gar nicht sein, weil bereits die Entscheidung, wo eine Kamera positioniert wird und welchen Bildausschnitt sie zeigt, eine subjektive ist.

6. Aus welchen Gründen würdest du dich eher für den Film als zwanghafte Wirklichkeitstreue oder die rauschartige Abstraktion entscheiden? Die Frage verstehe ich nicht ganz. Wie bei Frage 4 ausgeführt, denke ich nicht, dass eine Film einen absoluten Anspruch auf „Wirklichkeitstreue“ haben kann. Ich interpretiere die Frage mal so: Unter welchen Umständen würdest Du lieber einen Film sehen, der eine „realistische“ Darstellung (z.B. im Neorealismus) zeigt oder doch lieber ein Film, der die „Wirklichkeit“ nur allegorisch zeigt (z.B. – mir fällt spontan kein besseres Beispiel ein – „Yellow Submarine“) entscheiden. Da würde ich antworten, es kommt immer auf die Stimmung und die Menge an. Nach 5-6 Sozialdramen, steht mir der Sinn dann auch mal wieder nach bunten, psychedelischen Bildern.

7. Wie zeigfreudig darf ein Film unter welchen Umständen für dich in Bezug auf Gewalt und Sexualität sein? Kommt auf das Thema und den Kontext an. Gewalt gegen Kinder ist für mich z.B. ein absolutes No-Go. Aber wenn ein Film auf Missstände hinweisen möchte und krasse Bilder benutzt, um dem Zuschauer weh zu tun und ihn aus seiner Lethargie zu reißen, dann ist es ein legitimes Mittel, auch zu zeigen und es nicht nur bei Andeutungen zu lassen. Generell: Schocken nur um des Schockens Willen finde ich langweilig und einfallslos.

8. Was muß ein Kinofilm heute leisten, um als radikal wahrgenommen zu werden? Da gibt es inhaltlich kaum noch etwas, was noch nicht da war. Wobei, jeder wohl aufgrund seiner eigenen Sensibilität und Erfahrung eine andere Vorstellung von „radikal“ hat, wenn es um die Handlungsebene geht. Wirkliche Radikalität wäre es daher wohl eher, eine neue Bildsprache entwickeln, die unseren sonstigen Sehgewohnheiten konsequent entgegen läuft.

9. Welche Revolution wünscht du dir für das Kino unserer Zeit? Eine Abkehr von CGI-, Schnittgewitter-, 3D-Wahn und formelhaften Sequels, Prequels und Remakes.

10. Was ist dein bisher unerfüllter Wunsch an die Filmkritik? Da gibt es keinen. Ich habe meine Lieblingskritiker und weiß, wie deren Urteile für mich zu lesen sind.

Folgende Blogger wurden noch vom Intergalactic Ape-Man aufgefordert mitzumachen: Katrin, Mina, Rotze und Guddy. Wie ich das allerdings sehe, bin ich bisher der Einzige, der dem Ruf des Affen gefolgt ist.

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DVD-Rezension: “Passion”

passionChristine, die Chefin einer Werbeagentur, versucht ihre aufstrebende Angestellte Isabelle, durch Machtspielchen und eine vorgetäuschte Freundschaft auf Distanz zu halten. Als Isabelle auf einer Geschäftsreise nach London eine Affäre mit Christines Liebhaber Dirk beginnt und gleichzeitig an Christine vorbei eine erfolgreiche Promotion landet, schlägt Christine zurück. Sie tut alles, um Isabelle vor den anderen Angestellten zu diskreditieren und lächerlich zu machen. Zunächst scheint Isabelle an dem Mobbing ihrer Chefin zu zerbrechen, und in eine Medikamentenabhängigkeit zu gleiten. Dann wird Christine ermordet und Isabelle ist die Hauptverdächtige…

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Der späte De Palma ist eine Wundertüte, in der viele seiner Anhänger aus früheren Zeiten nur noch faule Eier vermuten. Tatsächlich konnte er nun schon seit 20 Jahren keinen Erfolg mehr bei Publikum und Kritik verbuchen. Ausnahme: Sein vorletzter Film, die Irak-Krieg-Montage „Redacted„, die auf dem Filmfest in Venedig 2007 einige Preise (u.a. den silbernen Löwen) abräumte. Sechs Jahre dauerte es dann, bis de Palma seinen nächsten Film vorlegen konnte. Hierfür kehrt er ins Genre des Erotik-Thrillers zurück, das er zuletzt 2002 mit „Femme Fatale“ bediente. Bereits „Femme Fatale“ fiel bei Kritik und Publikum durch, obwohl der verspielte und nicht ganz ernstzunehmende Film, einige wunderbar genießerisch inszenierte Passagen enthielt. Mit „Femme Fatale“ teilt sich sein neustes Werk „Passion“ nicht nur die Figur der femme fatale (hier gleich dreifach anwesend), sondern auch die verwirrende Traumstruktur. Und ebenso wie bei „Femme Fatale“ kann de Palma in „Passion“ auf momentan populäre Darsteller zurückgreifen. Waren es im Film von 2002 Antonio Banderas und die gerade durch den ersten „X-Men„-Film populär gewordene Rebecca Romijn, so kann „Passion“ die grandiose Noomi Rapace und den aufsteigenden Stern Rachel McAdams vorweisen. Statt Frankreich ist diesmal Berlin der Handlungsort. Eine Entscheidung, die neben monetären Gründen (die deutsche Filmförderung hat Geld in das Projekt gepumpt), wohl auch deshalb getroffen wurde, weil das Original „Liebe und Intrigen“ von Alain Corneau, dem der Film zu Grunde liegt, aus Frankreich stammt.

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„Liebe und Intrigen“ ist mir bisher leider nicht bekannt, weshalb es mir nicht möglich ist, Vergleiche zu ziehen. Wie man aber allenthalben liest, hat sich de Palma gegenüber der Vorlage einige Freiheiten herausgenommen. Was durchaus löblich ist, will man ein eigenständiges Werk kreieren und nicht nur eine „amerikanisierte“ Kopie. Zunächst fällt die ungewöhnliche Besetzung auf. Im Original spielte die ältere und elegante Kristin Scott Thomas die Christine und die junge, mädchenhafte Ludivine Sagnier die Isabelle. Liest man, dass in „Passion“ die Rapace und McAdams mitspielen, kann man sich zunächst keine andere Lösung als Rapace als Christine und die McAdams als Isabelle vorstellen. De Palma dreht dies aber um und besetzt beide Schauspielerinnen gegen ihren Typ. Dies ist interessant, aber auf den ersten Blick nur bedingt erfolgreich. Während die Rapace überzeugend das Opfer gibt, aber einen vielleicht etwas zu starken und dominanten Eindruck macht, wirkt McAdams in der Rolle der eiskalten und intriganten Geschäftsfrau etwas zu jung und zart. Wobei man dies durchaus als Kommentar dahingehend auslegen kann, dass man niemals jemanden nur nach seinem Äußeren beurteilen soll. Tatsächlich passt die Rollenverteilung dann auf den zweiten Blick recht gut, denn Christine spielt durchaus mit ihrem zerbrechlich, hübsch-niedlichen Aussehen und Isabelle ist bei weitem kein schwaches Opfer, sondern weiß sich gut zu wehren, und andere für ihre Interessen auszunutzen. Was deutlich bei ihrer Beziehung mit der, von Karoline Herfurth dargestellten, Dani (im Original noch ein Mann) zum Tragen kommt.

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Gewöhnungsbedürftig ist die Optik des Filmes. Obwohl die durchaus bekannten Namen der beiden Hauptdarstellerinnen darauf hindeuten, dass der Film nicht unbedingt als Low-Budget-Produktion durchgehen kann, sieht er doch genauso aus. Während die erste Hälfte einen flachen TV-Look aufweist, und durchaus aus einer einheimischen Fernsehfilm-der Woche-Produktionen stammen könnte, so erinnert der zweite Teil seltsam an semi-professionelle Produktionen, in denen Geld Mangelware, aber guter Wille im Überfluss da ist. Vielleicht ist es auch die kalte HD-Video-Ästhetik, die diese Assoziation hervorruft. Doch insbesondere Szenen, wie die, in der Isabelle Christine in ihrem dunkelblau ausgeleuchteten Büro aufsucht und die Kamera schräg gekippt wird, haben wenig von großer Leinwand, sondern mehr von ambitionierter, selbst-produzierten Videoware. Dies verwundert insbesondere, wenn man weiß, dass Pedro Almodóvars Kameramann  José Luis Alcaine für die Bilder verantwortlich ist.

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Man kann De Palma zwar nicht absprechen, dass er einige nette Einfälle hätte, der große Wurf – der seine früheren Filme auszeichnete – fehlt allerdings komplett. Auch wenn er sich an einigen Stellen selbst zitiert, wirkt dies eher wie das Werk eines De-Palma-Fans, als das des Meisters selber. Ein Splitscreen-Szene in der ein Mord mit einer Ballett-Aufführung kombiniert wird, erzielt keine Wirkung, da die Ballett-Szene, leblos und wie in einer Turnhalle gedreht wirkt, und der Mord keine Suspense aufweist. Eine lange Plansequenz ist zwar optisch reizvoll, aber völlig spannungslos und an dieser Stelle unnötig. Wenn sie dann auch unmotiviert durch einen unspektakulären Schnitt aufgelöst wird, wirkt es noch beliebiger. Diese selbstreferenziellen Spielereien scheinen dann auch mehr augenzwinkernde Parodien zu sein, und ein vorsätzliches Enttäuschen der Erwartungshaltung. einzig eine fast 1:1 übernommene Szen aus „Dressed to Kill“ verfehlt ihre Wirkung nicht. Interessanterweise zitiert De Palma sich nicht nur selber, sondern auch den auslöser der großen „Erotik-Thriller“-Welle Anfang der 90er, „Basic Instinct„. So läßt er Kleidung und Frisur der Christine häufig der einer gewissen Catherine Tramell ähneln.

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Da der Film in Co-Produktion mit Deutschland entstand und einige Fördergelder aus Brandenburg abgriff, finden sich in der Besetzungsliste auch mehrere deutsche Schauspieler, u.a. zwei „Tatort“-Kommissare. Dominic Raacke („Tatort“-Berlin) gibt des Chef des Unternehmens, in dem Isabelle und Christine arbeiten, Benjamin Sadler („Tatort“-Hannover) spielt den Staatsanwalt und Rainer Bock den ermittelnden Kommissar. Alle drei bleiben aber weit unter ihren Möglichkeiten. Sie machen den Eindruck, als ob sie frisch von der Schauspielschule kommen, und ihre ersten Gehversuche im Filmgeschäft unternehmen. Sie spielen nicht laienhaft, das nicht. Aber steif und auf ganz unnatürliche Art „natürlich“. Besonders fehl am Platze wirkt allerdings der Brite Paul Anderson, der den Liebhaber Christines spielt. Bei ihm denkt man, er könne jemand sein, der einfach so von der Straße gecastet wurde, weil er ein interessantes Aussehen hat. Dieser „kaputte Look“ würde zwar großartig in einen Klaus-Lemke-Film passen, aber mit seiner überbetonte Lässigkeit wirkt er wie ein Fremdkörper in De Palmas artifiziellen Welt. Karoline Herfurth macht das Beste aus ihrer Rolle, doch auch sie schwankt seltsam zwischen den von ihr gewohnten brillanten Momenten und einer seltsamen Mischung aus über- und unteracting. Was im übrigen auch für die beiden Hauptdarstellerinnen gilt.

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„Passion“ ist ein merkwürdiger Fehlschlag. Trotz einer im Grunde guten Besetzung und durchaus vorhandenem Potential, will er nicht so recht zünden. Neben der kompletten Abwesenheit von Spannung und einer wirren Traumstruktur, leidet der Film besonders an der uninspirierten Kameraarbeit, die ihn weitaus billiger erscheinen lässt, als er vermutlich war. Zwar baut De Palma einige augenzwinkernde Momente für die Kenner seines Werkes ein, doch auch dies wirkt leider eher bemüht.

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Die DVD aus dem Hause Ascot Elite weißt ein gutes Bild und gute Tonqualität auf. Die Extras erscheinen zunächst reichhaltig, doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich das Featurette als knapp 4-minütiger Werbeclip, und die Interviews als Promo-Blah-blah, in dem die Beteiligten den Film und seinen Regisseur über den grünen Klee loben. Der Informationsgehalt geht, wie bei so etwas üblich, gegen Null.

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Das Bloggen der Anderen (16-12-13)

bartonfink_type2Bevor es losgeht, kurz etwas in eigener Sache vorweg. Letzte Woche fiel „Das Bloggen der Anderen“ aus, da ich zu viel mit dem „Phantastival Bremen“ zu tun hatte. Diese Woche gibt es wieder eine Liste, aber die letzte in diesem Jahr. Über die Feiertage wollte ich mir den (natürlich angenehmen) Stress einer regelmäßigen Kolumne ersparen und nur dann posten, wenn es die knappe Freizeit erlaubt. Darum wird es mit dem „Bloggen der Anderen“ dann erst in der zweiten Januarwoche weitergehen. Ich hoffe, bis dahin vergesst ihr mich in dieser schnelllebigen Welt nicht 😉

– Im Mai diesen Jahres starb der russische Filmemacher Aleksei Balabanov. Die Eule erinnert auf Das Filmtagebuch der Eule an seinen erfolgreichsten Film „Brat“.

– Belgien, immer wieder Belgien. Alex Klotz hat auf Hypnosemaschinen einen Kurzfilm aus eben diesem Land entdeckt, der eine Geschichte eines seiner Lieblingsautoren, Thomas Owen, in Bilder fasst.

– Patrick Holzapfel nimmt sich auf Jugend ohne Film zwei großartige Arthaus-Klassiker vor, über die er sehr interessant referiert. Vicontis Regie-Debüt „Ossessione“ und Bergmans kontroverser „Jungfrauenquelle“. l

– david hat auf Whoknows Presents den deutschen Nachkriegsfilm „Mein Mann, das Wirtschaftswunder“ gesehen, und auch wenn ihn das Drehbuch nicht umhaut, ist er doch begeistert davon, wie Kameramann Albert Benitz die Architektur einfängt.

– Nach einem kurzen Abstecher in die seltsame Welt des Jüren Enz mit „Aus dem Tagebuch einer 17jährigen“, widmet sich Oliver Nöding auf Remember It For Later ganz der Edgar-Wallace-Reihe, beginnend mit „Der Frosch mit der Maske“.

– Der Intergalactic Ape-Man beschäftigt sich auf Intergalaktische Filmreisen sehr intensiv mit der Frage, was die deutsche Filmblogosphäre ausmacht, bzw. trennt und wie sie zusammengeführt werden kann. Passend dazu kommentiert er auch einen Artikel, der ursprünglich auf „Filmosophie“ erschien, über „den Wert des Online-Journalismus“.

– Rainer Knepperges zeigt auf new filmkritk Augen und Blick. Zum Genießen und langsam drin versinken.

– Ich kann jetzt schon sagen, dass „The Act of Killing“ mein Film des Jahres werden wird. Auf Daumenkino gibt es zwei Kommentare zum Film. U.a. von Florian Krautkrämer, der letztes Jahr auf unserem Phantastival das tolle Buch „Untot“ über Zombies vorgestellt hat.

– „The Act of Killing“ wird auch bei The Wayward Cloud erwähnt, wo es aber vielmehr um Filme geht, der ihm/ihr Unbehagen in negativer Form bereiten. Wie z.B. Allens „Blue Jasmine“.

– Jamal Tuschick schreibt auf Hard Sensations ebenfalls über „Blue Jasmine“. Ihm hat der Film allerdings gefallen.  Und Joris Julius-Sabinus stellt zwei harte Kurzfilme vor, die auf zwei Marvel-Charakteren (der YouTube-Channel spricht von „Marvel-Bootlegs“, was ganz gut passt) beruhen: „The Punisher“ (hier wieder von Thomas Jane gespielt) und „Venom“. Ist spannend und auf YouTube zu sehen.

– Am 26. November verstarb der amerikanische Schauspieler Tony Musante, der den Italo-Fans vor allem durch seine Hauptrolle in „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ ans Herz gewachsen ist. Ein Grund für Udo Rotenberg auf L’Amore in cità mit einem Essay zu „Il Mercenario – der Gefürchtete“ an Musante zu erinnern. Des weiteren widmet er sich dem Film „Ein Schlitzohr außer Rand und Band“ aus Bruno Corbbucis Reihe um den „Superbullen“ Nico Geraldi, einer Serie, der ich bisher noch nie besonders viel abgewinnen konnte. Aber nach Udos Kritik des mittlerweile achten Geraldi-Films, bekomme ich doch Lust, dem mal Ganzen eine zweite Chance einzuräumen.

– Auf Grün ist die Heide schreibt er über den Film „Die Wahrheit über Rosemarie“, der ein Jahr nach dem sehr erfolgreichen „Das Mädchen Rosemarie“ in die Kinos kam und den Fokus mehr auf Sex legte, wobei er aber erzkonservativ, den Tod der Nitribitt als direkte Folge ihrer „Unmoral“ darstellte.

– Einen wunderschönen Text für frischgebackene Väter hat Rochus Wolf auf B-Roll bei kino-zeit.de geschrieben: Vom Glück mit Euch Filme anzusehen.

– Der Außenseiter ist bei Final Frontier Film im Jahre 1904 angekommen und kümmert sich um George Méliès „La Sirène“.

– Filmosophie mag den zweiten Teil vom „Hobbit“ nicht. Ganz und gar nicht. Warum die so ist, legt sie auf ihrem Blog Filmosophie dar.  Cutrin wiederum war auf der Französischen Filmwoche und hat dort drei Filme gesehen, die sie ganz unterschiedlich aufgenommen hat.

– Auf filmgazette geht es mit den Magischen Momenten weiter. Diesmal aus einem Film, der zu meinen persönlichen Lieblingen gehört: „Schlechte Erziehung“ von Almodóvar. Ferner: Ein glatter Verriss von Jim Jarmuschs „Only Lovers Left Alive“ durch Dietrich Kuhlbrodt.

– Einen solchen gibt es auch gleich doppelt auf Stubenhockerei durch den Schmock und Malina. „Only Lovers Left Alive“ muss sie wirklich SEHR geärgert haben.  Im Gegensatz zu Alejandro Jodorowskys Rückkehr auf die große Leinwand „La Danza de la Realidad“, der beide verzauberte.

Textures in light erinnert an John Fords fast vergessenes Meisterwerk „Der lange Weg nach Cardiff“.

– Ein erster Jahresrückblick. Johannes Lehnen auf Kinoleben über 2013.

– Passend zur Weihnachtszeit: Yzordderrexxiii über Bob Clarks spannenden Weihnachts-Slasher-Prototyp „Black Christmas“ alias „Jessy – Treppe in den Tod“.

– Ich bin ein Verehrer des großen Orson Welles. Wer etwas länger dabei ist, erinnert sich vielleicht daran, dass ich hier früher unter einem entsprechenden Pseudonym unterwegs war, bis ich irgendwann fand, dass Pseudonyme doof sind. Wie dem auch sein, Annika Stelter von Die Filme, die ich rief hat jetzt mit „Im Zeichen des Bösen“ einen meiner Lieblings-Welles besprochen.

– Schlombie von Schlombies Filmbesprechungen wird nicht warm mit dem großartigen Jess Franco. Allerdings hat er sich für einen erneuten Versuch auch den gotterbärmlichen „Killer Barbys Vs. Dracula“ ausgesucht, der selbst mich Onkel-Jess-Anhänger ziemlich erschrocken hat. Im negativen Sinne, natürlich.

– Philipp Stroh empfiehlt auf Wieistderfilm?.de die Dokumentation „Blackfish“, die tragische Geschichte eines Orca, der in einem Vergnügungspark seine Trainerin tötete. Klingt sehr interessant. Danke für den Tipp.

– Robin Schröder verweist auf Mise en cinema auf den 12-minütigen Kurzfilm „Magnificant“ von Riley Stearns, der ihm sehr gut gefallen hat.

Das Magazin des Glücks stellt vier Kurzfilme des legendären Georges Franju vor. „Le sang des bêtes“ war mir natürlich bekannt, von den anderen Dreien hatte ich bisher nichts gehört. Darum Danke!

– Als Teenager habe ich Jim McBrides kunterbuntes und sehr 80er-mäßiges „Außer Atem“-Remake „Breathless“ geliebt. Richard Gere war cool, Valerie Kaprisky purer Sex und Jerry Lee Lewis der Rock’n’Roll-Gott. Robert von Eskalierende Träume hat dem Film nun ein langes Essay gewidmet und bei mir wieder Erinnerungen geweckt.

– Nach „Engel mit schmutzigen Flügeln“ und „Die Wahrheit von der Lüge“, ist mit „Illusion“ nun einer weiterer kontroverser Spielfilm vom Filmemacher Roland Reber erschienen. Ronny Dombrowski von cinetastic.de hat ihn gesehen und sieht einen deutlichen Fortschritt gegenüber den Vorgängerfilmen.

– Am Samstag verstarb Peter O’Toole im Alter von 81 Jahren. Da ich selber aus Zeitgründen nicht dazu kommen werde, selber einen Nachruf zu schreiben, lasse ich hier mal Der Kinogänger zu Worte kommen.

– Es gibt etwas, was mir manchmal ein wenig Angst macht und mich schlecht schlafen lässt. Keine Monster, Vampire oder Werwölfe, keine Geister oder weiße Haie. Viel schlimmer: Abmahnanwälte. Einmal irgendwo ganz naiv das falsche Bild verlinkt und schon hat man einen finanziellen Schaden, der ein dickes Loch in die knappe Kasse reißt. Christian Gertz von mehrfilm hat mit so einem Exemplar zu tun gehabt.

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DVD-Rezension: “The Twilight Zone – Die komplette erste Staffel”

Twilight_Zone_BlackThe Twilight Zone“ ist ein Stück amerikanischer Pop-Kultur. Ihr Einfluss auf Autoren und Filmemacher, die die Serie als Kind oder Jugendliche sahen, war immens. Obwohl sie nur fünf Jahre lief, wird sie noch heute immer wieder zitiert. Sei es durch Anspielungen auf die berühmtesten Folgen (hier erfreut sich insbesondere die achte Folge der ersten Staffel, „Time Enough At Last„, dt. „Alle Zeit der Welt“, großer Beliebtheit) oder dadurch, dass in einer mysteriös-unheimlichen Situation jemand die ikonische Titelmelodie (die allerdings erst ab Staffel 2 Verwendung fand) vor sich hin summt. In Deutschland hatte die „Twilight Zone“ nur einen geringen Bekanntheitsgrad. Dies liegt vor allem daran, dass nur wenige Folgen Ende der 60er im ZDF unter dem sperrigen Titel „Unwahrscheinliche Geschichten“ ausgestrahlt wurden und, nachdem sie Anfang der 70er noch einmal als „Geschichten, die nicht zu erklären sind“ auf Bayern 3 liefen, erst 1991/92 bei Pro7 ins Programm genommen wurden. Danach verschwanden sie hierzulande im Archiv. Der Einfluss der „Twilight Zone“ ist in Deutschland eher indirekt durch Schriftsteller wie Stephen King (der für eine Neuauflage der Serie in den 80ern Drehbücher schrieb) oder Filmemacher wie Steven Spielberg (der mit „Amazing Stories“ seine eigene TV-Anthologie-Serie schuf) spürbar.

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Von der Idee und Ausführung her entspricht „Twilight Zone“ der „Alfred Hitchcock presents„-Reihe. Hier wie dort, führt der Namensgeber/Schöpfer als markante Figur in die Geschichte ein und spricht das Schlusswort. Während in die Hitchcock-Serie allerdings nur sehr selten übernatürliche Elemente eingebracht wurden, sind diese, ebenso wie Science Fiction, für Rod Serlings Geschichten essentiell. Serling benutzt seine Geschichten, die er in der ersten Staffel bis auf eine Ausnahme alle samt selber schrieb, vor allen Dingen dazu, Botschaften zu transportieren und die Zeit in die er lebt, zu kommentieren. So ist z.B. eine der bekanntesten Folgen der ersten Staffel, „The Monsters Are Due On Marple Street“ (dt. Die Monster der Marple Street), ein kaum verschleierter Kommentar zur Kommunisten-Hatz und Paranoia der McCarthy-Ära. Nachdem in einem kleinen Vorort der Strom ausfällt, fantasiert ein Junge eine Geschichte von einer außerirdischen Invasion zusammen. Dies führt dazu, dass die Bewohner der Marple Street anfangen, sich gegenseitig zu verdächtigen, einer 5. Kolonne der Aliens anzugehören. Die ganze Geschichte endet dann auch ganz konsequent in einer zerstörerischen Hysterie und der Erkenntnis, dass es keine außerirdischen Waffen braucht, die Menschheit zu vernichten. Das erledigen Aggression, Misstrauen und Vorurteile schon ganz von allein. Eine typische Aussage von Rod Serling, der mit seinem liberalen Ansichten in Amerika immer wieder aneckte.

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Eine der berühmtesten – und oft zitierte – Episode, ist die bereits oben erwähnte „Time Enough At Last“ in der Burgess Meredith die Hauptrolle spielt. Er verkörpert hier den Bankangestellten Henry Bemis, einen fantastischen Bücherwurm, der eine Atomkatastrophe überlebt, weil er sich zum Lesen in den Tresorraum zurückgezogen hat. Als er zu seinem Arbeitsplatz zurückkehren will, findet er sich als letzter Menschen auf Erden, in einer zerstörten Welt wieder. Sein einziger Trost, und Grund am Leben zu bleiben, ist es, dass er nun endlich genug Zeit hat, um in Ruhe zu lesen. Der bittere und schwarze Schlussgag gehört zu den berühmtesten und meist erinnerten Momente der amerikanischen Fernsehgeschichte. Er findet sich als Hommage in Episoden der „Simpsons“, „Futurama“ und diversen anderen TV-Shows wieder. Die Folge wird auch im „Twilight Zone“-Film von 1983 erwähnt. „Time Enough At Last“ befindet sich auch regelmäßig auf den vorderen Plätzen, wenn nach den besten TV-Episoden aller Zeiten gefragt wird.

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Ebenfalls ausgesprochen beliebt, ist eine von Rod Serlings persönlichen Lieblingsfolgen: Die unspektakuläre, melancholische Sendung „Walking Distance“ (dt. Vielleicht in einer Sommernacht). Gleich zu Beginn wird hier deutlich, wie viel Wert die Regisseure der Reihe auf Details legen. Ganz beiläufig wird gezeigt, wie die Hauptfigur auf einen Spiegel zugeht, um sich dann in der Reflexion wieder in entgegengesetzter Richtung zu entfernen. Dabei ist der Spiegel und seine Umgebung aber so ins Bild gesetzt, dass man das Gefühl hat, der Protagonist würde durch den Spiegel nach vorne gehen, obwohl er tatsächlich zurück geht. Eine wunderbare Visualisierung des Themas der Folge, der Rückkehr in die Vergangenheit und dahin, wo man herkommt. „Walking Distance“ zeigt, dass die „Twilight Zone“-Geschichten auch ganz ohne Monster oder seltsame Bedrohungen funktionieren. Und dass sie keiner Pointe bedurften. Der Trip in die Vergangenheit endet für den Protagonisten so plötzlich und unerklärlich, wie er begann. Es hat sich (bis auf ein Humpeln) auch nichts drastisches für ihn geändert. Nur die traurige Erkenntnis, dass die Vergangenheit vorbei ist und nie wiederkommen wird. Dass es keinen Ort in der Vergangenheit gibt, an den man zurückkehren kann. Die ganze Episode bewegt sich dabei auf Spielfilmniveau. Nicht nur von Ausstattung, Kameraarbeit und schauspielerischer Leistung, sondern auch gerade in Bezug auf den Soundtrack. Dieser stammt von keinem anderen als Hitchcocks damaligen Stammkomponist Bernard Herrmann, der nicht nur die Titelmusik für die gesamte erste Staffel, sondern auch einige Soundtracks für einzelne Folgen komponierte.

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Mit der Veröffentlichung der ersten „Twilight Zone“-Staffel lässt Koch Media die Herzen der Fans dahin schmelzen. Die Box enthält nicht nur alle 36 Folgen der ersten Staffel, sondern zusätzlich noch den „Pitch“, der genutzt wurde, um die Sendung zu verkaufen (dieser besteht aus der ersten Episode „Where Is Everybody?“ (dt. Die leere Stadt) und einer langen Einführung von Rod Serling, in der er das Konzept der Serie erklärt und schon mal den Inhalt einzelner Folgen anreißt), sowie der von Rod Serling inoffiziellen Pilot-Folge – einer Episode aus der Reihe Westinghouse Desilu Playhouse – „The Time Element„, die sozusagen der Ursprung der Serie ist. Doch dies ist noch lange nicht alles. Zu fast jeder Folge gibt es einen Audiokommentar oder eine Tonspur, auf der z.B. ein Vortrag von Rod Serling vor Schülern des Sherwood Oaks Colleges zu hören ist. Es werden alte Werbetafel gezeigt und Promos für die „Twilight Zone“ und anderen TV-Serien aus 1959. Es gibt Video – und Audio-Interviews mit Schauspielern, die Musik der Episoden kann teilweise isoliert gehört werden. Man findet hier auch ganze 18 Radio-Adaptionen verschiedener Folgen und dankenswerterweise wurden auch die lange nicht mehr zu sehenden Abmoderationen von Rod Serling wieder eingefügt. In diesen kündigt er dann die Episode der nächsten Woche an. Ein prall gefülltes Paket also, für welches man Wochen braucht, bis man alles ausgepackt hat. Die Bild- und Tonqualität der Folgen ist sehr gut. Manchmal, gerade bei großen Flächen, kommt es zu einem leichten Rauschen, welches aber nicht großartig auffällt. Dafür ist das Bild scharf und frei von Schäden. Mit der ersten „Twilight Zone“-Box hat Koch Media kräftig vorgelegt. Da fällt einem das Warten auf eine hoffentlich bald erscheinende zweite Box durchaus schwer.

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Originalfassungen in Bremen: 12.12.13 – 18.12.13

„Der Hobbit“ zum Zweiten, das dürfte wohl die meisten Leute ins Kino rennen lassen. Ansonsten ist das Cinemaxx in der dritten Adventswoche fest in türkischer Hand. Die anderen Kinos stellen da nicht so viel frische Ware entgegen. Wobei im City 46 die schöne Fake-Doku „Room 237“ läuft, auf die ich mich sehr, sehr freue.

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren – Cinemaxx, Sa., 14.12. um 17:45 Uhr – Disney wirft zu Weihnachten wieder einen Animationsfilm auf den Markt. Eine schöne Tradition wird da wiederbelebt – bleibt zu hoffen, dass auch der Film daran anknüpfen kann.

Dügün Dernek – Der Hochzeitsverein – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 23:10, So. auch 17:45 – Türkische Komödie. Drei Freunde entdecken, dass sich der Sohn des einen heimlich trauen lassen will.

Tamam miyiz? – Sind wir soweit? – Cinemaxx, Do.-Mi.immer 19:00, Fr./Sa. auch 23:15 – Türkisches Drama. Ein homosexueller Bildhauer läuft imemr wieder einem behinderten jungen Mann über den Weg und die beiden beginnen eine Freundschaft.

Su Ve Ates – Wasser und Feuer – Cinemaxx, So., 15.12. um 23:20 – Türkisches Liebesdrama von und mit Özcan Deniz.

Der Hobbit: Smaugs Einöde – Cinemaxx (in 3D), Do.-Mi. immer 19:30 & Schauburg (in 2D), So. und Mi. um 20:45 – Der zweite Teil der zur Trilogie aufgeblasen “Hobbit”-Verfilmung. Mein Fazit beim ersten Teil war: Wer Fan ist, wird nicht enttäuscht. Wer es nicht ist, den wird auch der “Hobbit” nicht überzeugen. Ich gehe davon aus, das wird auch auf den zweiten Teil zutreffen.

Blue Jasmine – Schauburg, Mi. 18.12. um 12:00 – Der neue Woody Allen. Diesmal spielt sein Film in San Francisco und handelt von einer ehemals reichen, New Yorker High-Society-Dame, deren Vermögen sich in der Finanzkrise in Luft aufgelöst hat und die nun gebrochen und depressiv bei ihrer Schwester in San Francisco Unterschlupf findet, die einen ganz anderen Lebensstil als sie pflegt. Könnte man als Komödie drehen, macht Allen aber nicht. Wieder grandios besetzt mit Cate Blanchett, Alec Baldwin, Sally Hawkins.

Inside Llewyn Davis – Schauburg, Sa. 14.12. um 12:00 & Gondel, Mo. 14:15 und Mi. 12:00 – Die Coen-Brüder haben wieder zugeschlagen und präsentieren in ihrem neuen Film den bisher unbekannten Oscar Isaac als erfolglosen, aber nichts desto trotz fürchterlich egoistischen und arroganten Folksänger in den frühen 60ern.  So ziemlich gut sein und wäre mein Tipp der Woche.

Babam ve Oglum – Mein Vater und mein Sohn – City 46, So., 15.12. um 20:30 – Türkisches Drama um einen Jungen, der nach dem Tod der Mutter Ende der 80er Jahre bei seinem Großvater und dessen Familie bleiben soll.

Das Mädchen Wadjda – City 46, Sa.-Mi. immer 20:00 – Der erste Spielfilm aus Saudi Arabien und dann auch noch gedreht von einer Frau. Der Film erzählt von dem 10-jährigen Mädchen Wadjda, dass die Diskriminierung von Frauen in ihrem Heimatland nicht hinnehmen will.

Room 237 – City 46, Do./So./Di. um 18:00 und Fr./Mo./Mi. um 20:30 – Nicht ganz ernstzunehmende Dokumentation darüber, welche Verschwörungstheorien und geheimen Botschaften in Stanley Kubricks „Shining“ stecken. Empfehlung!

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=rOxukprEwjg[/youtube]

Sneak Preview – Schauburg, So., 15.12. um 20:50 Uhr

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., 16.12. um 20:00 Uhr

 

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DVD-Rezension: “Die Killermafia”

Die-Killermafia

Inspektor Giorgio Solmi (Luc Merenda) untersucht den Mord an einem Erpresser. Obwohl die Indizien darauf hindeuten, dass der Mann von einer jungen Prostituierten umgebracht wurde, finden sich bald schon Hinweise darauf, dass hinter der Sache mehr steckt. Je mehr sich Solmi in den Fall verbeißt, desto gefährlicher wird es für ihn. Den hinter dem scheinbaren Routinefall steckt eine groß angelegte, politische Intrige, die bereits drei hochrangigeren Offiziere das Leben kostete…

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Während der 70er Jahre sorgten in Italien die linken Roten Brigaden für Angst und Schrecken. Auf der anderen Seite kam es zu Attentaten neofaschistischer Extremisten, an denen auch die Geheimdienste beteiligt waren. In dieser unsicheren Zeit mit instabilen Verhältnissen, schwebte über Italien das Damokles-Schwert eines Putsches. Tatsächlich versuchten bereits 1964 einige Carabinieri-Offiziere den Staat zu stürzen. In dieser als „bleierne Zeit“ bekannten Ära, wurde ein Genre in Italien populär, das diesen Zeitgeist aufnahm und ganz unterschiedlich verarbeitete: Der Poliziesco. Damiano Damiani drehte seine paranoiden Thriller, in denen es um die Verstrickung der Politik und der Mafia ging, und der Staatsmacht durch Korruption und Einschüchterung die Hände gebunden ist. Umberto Lenzi oder Stevio Massi wiederum etablierten die Figur des entfesselten Polizisten, häufig gespielt von Maurzio Merli, der ohne Rücksicht auf Regeln und Gesetze die Gewalt auf den Straßen mit Gegengewalt beantwortet.

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Sergio Martino nahm 1975 beide Strömungen des Poliziesco auf und verband sie in seinem Film „Die Killermafia“. Hier gibt es einerseits den Kommissar, der notfalls auch mit Gewalt durchgreift, andererseits zeigte Martino aber auch die allgegenwärtige Angst vor einem rechtsextremen Staatsstreich und die Verquickung des Geheimdiensts mit dem rechten Terror. Nicht umsonst heißt der Film im Original: „Die Polizei klagt an – Der Geheimdienst tötet“. Der pessimistische Ton, den Martino dabei anschlägt, rückt ihn in die Nähe seiner großen Kollegen Damiani und Francesco Rosi, allerdings ohne deren Qualität zu erreichen. Martinos Film bleibt trotz seines politischen Statements in erster Linie ein actionreicher Unterhaltungsfilm. Wobei die Action lange auf sich warten lässt. Zunächst zeigt Martino in aller Ruhe die Polizeiarbeit und das komplizierte Netz von Abhängigkeiten und Intrigen, das hinter einer Reihe von Morden liegt, die von Inspektor Giorgio Solmi untersucht werden.

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Solmi wird von dem Franzosen Luc Merenda gespielt, einem ehemaligen Modell. Meranda spielt den Inspektor etwas steif und ohne das Charisma eines Merli. Trotzdem gehört er zum Stammensemble Martinos, der ihn nicht nur in seinem Giallo „Säge des Teufels“, sondern auch seinen beiden folgenden Polizieschi einsetzte. Als internationaler Star wurde Merenda Mel Ferrer zur Seite gestellt, der zu dieser Zeit häufig in Italien drehte. Ferrer macht das, was er in diesen Filmen häufig macht. Ohne große mimische Anstrengungen schlafwandelt er aristokratisch durch den Film, und nur seine unbestreitbare Ausstrahlung rettet seine Figur davor, gänzlich uninteressant zu sein. Tatsächlich ist auf Seiten der Polizei der Gehilfe Solmis, De Luca, die lebendigste Figur. Ständig lamentiert er, dass er für einen kärglichen Lohn und einen Mangel an Respekt sein Leben aufs Spiel setzen soll und seine Familie vernachlässigen. So wird es im wahren Leben sicherlich vielen Polizeibeamten gegangen sein und noch immer gehen. Ein Einfallstor für Korruption und laxen Umgang mit den Gesetzen. Noch immer ein großes Problem, nicht nur in Italien. Gianfranco Barra verleiht dem ein Gesicht, auch wenn es am Ende jemand anderer ist, der der Versuchung nicht widerstehen kann.

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Tomas Milian beweist in der Rolle des Captain Sperli einmal mehr seine Vielseitigkeit. Hatte man ihn zuvor gerade in der filmArt-Veröffentlichung „Die Kröte“ als krakeelender Monezza oder durchtriebener Buckliger gesehen, so ist er hier nicht wiederzuerkennen. Mit ungewohnter Frisur und Barttracht gibt er den Sperli mit einer für ihn unglaublichen Ruhe. Ja, man kann sogar sagen, er „unterspielt“ ihn, wo Milian doch in vielen seiner Filme dazu neigt, seine Charaktere „bigger then life“ zu zeichnen. Was allerdings auch dazu führt, dass sein Sperli nicht unbedingt im Gedächtnis hängen bleibt. Hätte Milian Sperli allerdings dämonisch oder überzogen dargestellt, so wäre dies ein Verrat an der Rolle gewesen. Sperli ist ein normaler Beamter, der es versteht, seine wahren Überzeugungen gut zu verbergen. Gegen Ende des Filmes gibt es einen interessanten Dialog zwischen Solmi und ihm, in dem es um die damalige Situation in Italien geht, und Sperlis Argumente für sein Handeln durchaus ambivalent dargestellt werden. Hätte Milian also den Sperli zu sehr auf „Bösewicht“ angelegt, würde die Wirkung dieser Schlüsselszene einfach verpuffen.

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Nach der Hälfte des Filmes eröffnet eine wilde und rasant choreographierte Verfolgungsjagd den actionreicheren Teil des Filmes, der schließlich in einer großen Schlacht zwischen Polizei und Terroristen gipfelt. Zwar ist die Autoverfolgungsjagd nicht so perfekt wie bei Lenzi und die Schießereien nicht so dynamisch wie bei Castellari, aber Martino zieht sich gut aus der Affäre. Wo seine wahren Stärken liegen, sieht man aber in einer Szene, der eine junge Frau vor den Handlangern der Bösen flieht und in eine Telefonzelle flüchtet. Das erinnert stark an seine brillanten Gialli und ist dementsprechend intensiv inszeniert. Ebenfalls erwähnenswert ist der überraschende Schlussakkord in Moll, der ein enorm pessimistisches Weltbild transportiert und entweder als deutliche Warnung Martinos an seine italienischen Landsleute oder als Akt der Resignation verstanden werden kann.

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„Die Killermafia“ droht sich in der eher bedächtigen ersten Hälfte etwas in seinem komplizierten Intrigengeflecht zu verheddern, legt in der zweiten Hälfte dann deutlich an Tempo zu und unterhält kurzweilig. Der gesellschaftskritische Ansatz gerät dabei dann allerdings zugunsten rasanter Actionszenen etwas in den Hintergrund. Martino ist eben kein Damiani, weshalb seine Botschaft etwas grobschlächtig und wenig subtil an den Adressaten gerichtet ist. Es gelingt ihm aber recht gut, seine bittere Gesellschaftskritik mit dem Unterhaltungsfilm zu verbinden.

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Die filmArt-DVD scheint aus unterschiedlichen Quellen montiert. Manche Szenen wirken etwas milchig-unscharf, während zwar gestochen scharf sind, dafür aber leichte Filmschäden wie schwarze Lauffäden aufweisen. So ist das Bild im Format 1:2,35 leider nur als durchschnittlich zu bezeichnen. Der Ton liegt, wie schon bei „Die letzte Rechnung schreibt der Tod“ aus lizenzrechtlichen Gründen wieder nur auf Deutsch vor. In der alten deutschen Fassung fehlende Szenen sind auf Italienisch mit deutschen Untertiteln eingefügt. Man kann im Menü eine Variante des Filmes mit verlängerter Anfangssequenz einstellen. Diese stammt augenscheinlich von einem VHS-Master und ist nur windowboxed vorhanden. Der erweiterte Anfang unterscheidet sich in den Credits und vor allem einigen blutigen Details von dem Auftakt der „normalen“ Fassung. Als Extras gibt es den alternativen deutschen Filmanfang, den italienischen Trailer, sowie ein sehr informatives und gut geschriebenes Booklet von Michael Cholewa.

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Originalfassungen in Bremen: 05.12.13 – 11.12.13

Na, super. Da läuft ab morgen das „Phantastival“ mit lauter feinen O-Ton-Filmen, und im Wochenjournal des Weser Kuriers steht darüber kein Wort. Nix. Nada. Und auf diversen Internetseiten mit dem Bremer Kinoprogramm dasselbe traurige Bild. Man, da ist ja mal echt was bei der Kommunikation schief gegangen. Also, hier führe ich noch einmal alle O-Ton-Filme des Phantastivals auf und verweise gleichzeitig auch auf den neuen Coen-Brothers-Film in der Schauburg und die „Der Hobbit – Teil 2“-Premiere im Cinemaxx.

Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D) – Cinemaxx, 11.12.. Mittwoch auf Donnerstag um 0:01 – Der zweite Teil der zur Trilogie aufgeblasen „Hobbit“-Verfilmung. Mein Fazit beim ersten Teil war: Wer Fan ist, wird nicht enttäuscht. Wer es nicht ist, den wird auch der „Hobbit“ nicht überzeugen. Ich gehe davon aus, das wird auch auf den zweiten Teil zutreffen. Vorpremiere!

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=OPVWy1tFXuc[/youtube]

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren – Cinemaxx, Do.-Mi. 14:00, 15:15, 16:45, 17:45, Fr.-Mo. auch 20:15 – Disney wirft zu Weihnachten wieder einen Animationsfilm auf den Markt. Eine schöne Tradition wird da wiederbelebt – bleibt zu hoffen, dass auch der Film daran anknüpfen kann.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=j8TxOICCJxs[/youtube]

Die Tribute von Panem – Catching Fire – Cinemaxx, Do.-Mi., 14:00, 17:30, 20:30 und Do./Sa./Mi 19:30 sowie Fr./Sa. 19:00 – Der zweite Teil der Saga. Ich kenne die Bücher nicht, aber die Serie scheint sehr beliebt zu sein. Klingt für mich immer noch nach “Battle Royale” für Teenies, aber ich habe mittlerweile auch Gutes gehört.

Doctor Who – 50th Anniversary 3D – Cinemaxx, Mo., 9.12., 20:00 – Zum 50. Jubiläum der BBC-Serie “Doctor Who” wird die 3D-Jubiläumsfolge “The Day of the Doctor” in ausgewählten Kinos gezeigt.

Su Ve Ates – Wasser und Feuer – Cinemaxx, Do.-Di. 23:00 – Türkisches Liebesdrama von und mit Özcan Deniz.

Hükümet Kadin 2 – Cinemaxx, Do, Sa., Di., Mi. um 17:40, Fr. um 23:10 – Prequel zur türkischen Komödie „”Hükümet Kadin” um einen Bürgermeisterwahlkampf Ende der 40er Jahre.

Inside Llewyn Davis –Schauburg, Di., 10.12. um 12:00 und Mi., 11.12. um 21:30 – die Coen-Brüder haben wieder zugeschlagen und präsentieren in ihrem neuen Film den bisher unbekannten Oscar Isaac als erfolglosen, aber nichts desto trotz fürchterlich egoistischen und arroganten Folksänger in den frühen 60ern.  So ziemlich gut sein und wäre mein Tipp der Woche.

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=LFphYRyH7wc[/youtube]

Blue Jasmine – Schauburg, So., 8.12. um 19:45 & Gondel, Mo., 9.12. um 12:00 – Der neue Woody Allen. Diesmal spielt sein Film in San Francisco und handelt von einer ehemals reichen, New Yorker High-Society-Dame, deren Vermögen sich in der Finanzkrise in Luft aufgelöst hat und die nun gebrochen und depressiv bei ihrer Schwester in San Francisco Unterschlupf findet, die einen ganz anderen Lebensstil als sie pflegt. Könnte man als Komödie drehen, macht Allen aber nicht. Wieder grandios besetzt mit Cate Blanchett, Alec Baldwin, Sally Hawkins.

Der Aal – City 46, Di., 10.12. um 20:30 – Vielfach preisgekrönter (u.a. Goldene Palme in Cannes) japansicher Spielfilm von 1997. Nach acht Jahren im Gefängnis, weil er seine untreue Frau im Affekt erstochen hat, hält sich ein schüchterner Mann als Gesprächspartner einen Aal. Eintritt frei!

Nach der Revolution – City 46, Mo.-Mi. 18:00 – Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der ägyptischen Revolution.

Passion – City 46, Sa.-Mo. um 20:00 – Meisterwerk von Jean-Luc Godard um einen polnischen Regisseur der in Frankreich versucht einen Film zu drehen, während in der Heimat die Gewerkschaft Solidarnosc den Aufstand wagt. Mit Isabelle Huppert, Jerzy Radziwilovicz, Michel Piccoli und Hanna Schygulla.

Shanghai, Shimen Road – City 46, Do. und Mo. 20:30 – Chinesischer Spielfilm um den 16-jährigen Xiaoli, der in den späten 1980er Jahren in Shanghai aufwächst.

O-Ton Programm beim Phantastival:

Haunter – City 46, Do., 5.12., 20:30 – Geisterhaus-Horror: Die 16 Jahre alte Lisa stirbt und durchlebt als Geist diesen Tag immer wieder (Can 2013, Regie: Vincenzo Natali (CUBE).

Across the River – City 46, Do., 6.12., 18:00 Nachts im Wald: Ein Wildbiologe in den abgelegenen Bergen Italiens entdeckt tief im Wald ein verlassenes Dorf, in dem merkwürdige Dinge passieren. Subtiler Horror mit außergewöhnlichem Sounddesign (It 2013, Regie: Lorenzo Bianchini,).

The Rambler – City 46, Fr., 6.12., 20:30 Surrealer Horrortrip à la Lynch: ExHäftling Rambler gerät an einen Wissenschaftler, der Träume aus dem Gehirn filtert, und steht plötzlich einer umwerfenden blonden Schönheit gegenüber (USA 2013, Regie: Calvin Lee Reeder).

Red Sword – City 46, Fr., 6.12., 22:30 Gebrüder Grimm modern: Sehr frei nach »Rotkäppchen« stellt sich das Mädchen Beniko einem Wolfsrudel entgegen, dass in Lehrergestalt an der Highschool bevorzugt japanische Jungfrauen jagt (Jap 2012, mit Asami).

The Congress – City 46, Sa., 7.12., 18:00 – Nach Stanislaw Lem: Die alternde Schauspielerin Robin Wright verkauft für eine astronomische Summe die Rechte an ihrem digitalen Abbild an ein Hollywood Studio (USA 2013, Regie: Ari Folman (Waltz with Bashir), mit Robin Wright).

Sharknado – City 46, Sa.., 7.12., 22:30 – Trash Kult: Ein Taifun hat eine Menge gefräßiger Haie aufgesogen und sucht nun die kalifornische Küste heim. Bei der Ausstrahlung des TVFilms löste »Sharknado« so viele Tweets aus, dass er in die Kinos kam (USA 2013, Regie: Anthony C. Ferrante).

Tales from the Darkside / Kurzfilmprogramm – City 46, So., 8.12., 16:00 – Im Programm auch drei spanische Kurzfilme.

Apostel – City 46, So., 8.12., 18:00 – Puppentrick-Horror aus Spanien: Sträfling Ramon landet auf seiner Flucht in einem galizischen Dorf. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und die Bewohner versuchen etwas zu verbergen. (Sp 2012, Regie: Fernando Cortizo).

Evangelion 2.22 – City 46, So., 8.12., 20:30 -Manga: Der 14jährige Shinji muss die Geheimorganisation NERV im Kampf gegen riesenhafte Engel unterstützen, die die Menschheit seit Jahrzehnten bedrohen (Jap 2009, Regie: Hideaki Anno u.a.)

 

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DVD-Rezension: “Europa Report“

Europa-ReportEin Raumschiff mit einer internationalen Besatzung macht sich 2061 auf, um auf dem Jupitermond Europa nach Spuren außerirdischen Lebens zu suchen. Doch etwas geht schief. Es kommt zu einem tragischen Unfall und der Funkkontakt zur Erde bricht ab. Aus dem Material, welches die Bordkameras während des langen Fluges aufgenommen haben, wurde eine Dokumentation erstellt. Diese  beantwortetdie Frage, was mit der Crew geschah.

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Obwohl das schöne Cover andere Erwartungen weckt, handelt es sich beim „Europa Report“ um eine Mockumentary, die mit dem Stilmittel des noch immer recht populären „Found-Footage“-Genres arbeitet. Wobei der Film dankenswerterweise nichts mit den berüchtigten Wackelkameras zu tun hat, die das Genre oftmals zur Geduldsprobe machen. „Europa Report“ gibt vor, aus dem Material der Kameras zusammengeschnitten zu sein, die am Bord des Raumschiffs aufgestellt sind. Nur selten nimmt einer der Darsteller selber eine Kamera in die Hand (z.B. um einen Gruß an die Lieben aufzunehmen) oder das Geschehen wird mit an Helmen befestigten Mini-Kameras gefilmt. Dementsprechend wechselt die Bildästhetik auch von Einstellung zu Einstellung, was dem Film aber auch eine gewisse Dynamik gibt. Denn ständig unveränderte Einstellungen hätten das eh schon recht geringe Tempo des Filmes noch weiter verlangsamt. Andererseits wäre der Realismus, der vor allem die ersten zwei Drittel von „Europa Report“ prägt, dadurch sicherlich noch verstärkt worden.

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Immer wieder werden die strengen Regeln, was und wie zu sehen ist/sein kann, dezent gebrochen. So ist die Kamera immer so eingerichtet (oder die Schauspieler in ihrem Blickfeld positioniert), dass filmische Schnitte möglich sind. Außerdem schleicht sich hier und da ein unauffälliger Zoom ein, was bei den statischen Bordkameras eigentlich nicht möglich sein sollte. Da dies alles aber nicht als „unbearbeitetes Material“, sondern als Fake-Dokumentation der Ereignisse ausgeben wird, kann man diese kleinen Inkonsequenzen durchaus verzeihen. Ebenso die Musikuntermahlung. Der Score von Bear McCreary ist zwar ganz hervorragend ausgefallen, passt aber eher zu einem konventionellen Spielfilm und weniger zu den vorgeblich „echten“ Bildern von „Europa Report“. Andererseits ist das ganze Science Fiction und somit von vornherein nicht – wie z.B. in „Blair Witch Project“ – darauf ausgelegt, dem Zuschauer Glauben zu machen, man sähe etwas „reales“. Dies verhindert schon die Auswahl der Schauspieler, die zwar alle keine großen Stars sind – zumindest in Hollywood – aber doch durchaus vertraute Gesichter.

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Unter den Darstellern ist Michael Nyqvist sicherlich der Bekannteste. Hier spielt er den Russen Andrei Blok. Berühmt geworden ist er außerhalb seiner Heimat Schweden neben Noomi Rapace in der Rolle des Mikael Blomkvis in der „Millennium„-Reihe. Auch die Rumänin Anamaria Marinca hat schon in einigen Filmen mitgespielt, seit sie die Hauptrolle in dem 2007 in  Cannes gleich dreimal (u.a. mit der Goldene Palme) ausgezeichneten Abtreibungs-Drama „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ die Hauptrolle spielte. Die wunderschöne Polin Karolina Wydra sorgt für ein wenig Sex-Appeal. Sie spielte zuvor „Dr. House„s Ehefrau Dominika und die Violet in „True Blood„. Daniel Wu hat in unzähligen Hongkong-Filmen mitgewirkt, und ist regelmäßig in Jackie-Chan-Filmen zu sehen. Alle Darsteller spielen zurückgenommen und natürlich. Niemand drängt sich in den Vordergrund. Generell gibt es zunächst keine Hauptfigur, alle tragen gleich viel zur Handlung bei und sorgen dafür, dass diese „echt“ wirkt.

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Überhaupt wurde bei der Produktion des Filmes viel Wert auf Authentizität gelegt. Dies beginnt bereits bei dem hervorragenden Set-Design. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, an einem Set zu sein. Jedes Teil wirkt so, als ob es wirklich eine Funktion hätte. Würde man es nicht besser wissen, könnte man glauben, der Film sei tatsächlich in einem echten Raumschiff gedreht worden. Demgegenüber stehen einige offensichtliche digitale Kreationen, wenn es die Umgebung außerhalb des Raumschiffes gezeigt wird. Aber dies fällt nicht weiter ins Gewicht. Spielt doch der überwiegende Teil des Filmes sowieso im Inneren des Schiffes. Dort wird zunächst die Routine und die Langeweile der Besatzungsmitglieder in den Vordergrund gerückt. Durch einen dramaturgischen Kniff versucht der ecuadorianischen Regisseur Sebastián Cordero (dessen „Rabia“ ich einst auf dem Internationalen Filmfest in Warschau sah – siehe hier) trotzdem Spannung zu erzeugen, indem er früh zu erkennen gibt, dass es auf der langen Reise zum Jupiter ein tragisches Ereignis gab. Leider geht dies zu Lasten der Kontinuität und das plötzliche Springen in den Zeitebenen verwirrt weitaus mehr, als es dem Film nutzt. Da helfen auch die eingeblendeten Timecodes nichts, die auf den ersten Blick schwer zu entziffern sind.

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Am Ende wird es dann doch noch richtig dramatsich und auch so etwas wie Action kommt auf. Vielleicht wäre aber ein ruhigeres Finale angemessener gewesen. Dass der Film dann in letzter Sekunde noch sein „Monster“ zeigt, und dies weitaus konventioneller ist, als man zunächst gedacht hatte, wäre ebenfalls nicht unbedingt nötig gewesen. Wären die seltsamen Vorkommnisse auf dem Jupiter Mond Europa mehr in der Schwebe gelassen worden, und hätte man die Fantasie des Zuchauers mehr gefordert, hätte das Finale noch effektiver und nachhaltiger sein können. Hier aber entschloss man sich, wie einst in „Der Fluch des Dämons„, den einfachen Weg zu gehen und den Mainstream der Zuschauer zu befriedigen. Doch dies ist nur eine leise Kritik an einem Film, der den Mut hat, es sich über weite Strecken eben nicht einfach zu machen, und sich eher auf seine Geschichte und seine tollen Schauspieler zu verlassen, als auf allzu viele Effekte und plakative Action.

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„Europa Report“ legt viel Wert auf Authentizität, wodurch auch die Langweile und die Routine der Protagonisten transportiert wird. Dies führt, gemeinsam mit den überzeugenden Darstellern, dazu, dass die Handelnden als Personen und nicht nur als reine Figuren wahrgenommen werden. Der mittlerweile ziemlich ausgelutschte „Found-Footage“-Kniff wird in diesem Film endlich einmal optimal eingesetzt. Durch das Gewand der Dokumentation kann man auch einige Ungereimtheiten durchaus verzeihen. Nur die zum Teil verwirrende Vor- und Rückblenden, sowie eine etwas konventionelle Auflösung, schmälern die Begeisterung für diesen ansonsten sehr guten Science-Fiction-Film ein wenig.

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Da der Film vorgibt, aus unterschiedlichen Bildquellen zusammengeschnitten worden zu sein, kann man die Bildqualität nicht wirklich beurteilen. Die Mehrheit des Filmes hat aber ein ganz hervorragendes Bild. Auch der Ton gibt kein Anlass zur Klage. Man kann höchstens sagen, dass er für die Handlung des Filmes fast schon zu perfekt ist. Abstriche muss man höchstens bei den Extras machen, die aus einem kleinen Filmchen über die Special Effects (knapp 7 Minuten) und mehreren Texttafeln über die Schauspieler und die Jupiter Monde, sowie alternative Plakatentwürfe, einer Bildergalerie und dem Trailer besteht. Der Film ist auch auf BluRay und auf einer 3D BluRay erschienen. Wobei man sich fragt, ob 3D bei Found Footage wirklich Sinn macht.

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DVD-Rezension: “Frankenstein – Zweikampf der Giganten”

frankenstein zweikampf dvd3In einer stürmischen Nacht wird ein Fischerboot von einem gigantischen Krake angegriffen. Plötzlich taucht ein affenähnliches, riesiges Monster auf, tötet den Kraken und macht sich über die flüchtenden Fischer her. Nur einer von ihnen überlebt und kann die Geschichte weitererzählen. Das Militär glaubt, dass das friedliche, braunhaarige Monster Frankenstein hinter diesem Zwischenfall steckt. Dieses hatte sich vor Jahren in die Berge zurückgezogen. Doch der Wissenschaftler Dr. Stewart (in der deutschen Fassung Dr. Kitei, gespielt von Russ Tamblyn), der Frankenstein einst aufzog, findet heraus, dass durch Zellteilung ein zweites, grünes Monster entstanden. Als das Militär den „Grünen“ angreift, wird dieser vom „Braunen“ gerettet. Doch bald muss der „Braune“ feststellen, dass der „Grüne“ ein bösartiges Wesen hat, und der Zweikampf der Giganten beginnt.

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Nach dem erfolgreichen „Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ kehrte Kaiju-Kult-Regisseur Ishirō Honda bereits ein Jahr später wieder zu dem braunen Affenmonster zurück und inszenierte 1966 „Frankenstein – Zweikampf der Giganten„. Leider kenne ich den ersten Teil der Monster-Sause, der übrigens auch die erste der bislang neun vorbildlichen Kaiju-Veröffentlichungen von Anolis war, noch nicht. Somit kann ich auch nichts dazu sagen, in wie weit die Fortsetzung auf dem ersten Teil aufbaut. Wie man aber allen Orten liest, so gut wie gar nicht. „Der Schrecken mit dem Affengesicht“ ist hier ein netter Typ und in einer Rückblende sogar als süßer Monchichi zu sehen. Klar, dass sich Kumi Mizuno, in der Rolle der Assistentin von Dr. Stewart, sicher ist, dass ihr Liebling nichts mit dem menschenfressenden Monster zu tun hat, welches Japans Küste unsicher macht. Eingeführt wird der böse „Grüne“ mit einer der stimmungsvollsten Szenen, die mir bisher in einem Kaiju über den Weg untergekommen ist. In einer sturmumtosten Nacht, wird ein Schiff von einem riesigen Kraken angegriffen. Langsam schlängeln sich die Tentakeln auf die Brücke des Schiffs und attackieren den Steuermann. Natürlich sieht der Krake nicht besonders realistisch aus, aber mit den schleimigen Tentakeln hat man sich große Mühe gegeben und der Krake wird auch so gefilmt, dass man ihn zunächst nur teilweise sieht. Dann taucht plötzlich der „Grüne“ auf und kämpft im Unwetter und unter zuckenden Blitzen mit dem riesigen Meeresungetier.

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Gerade das Make-Up des Monsters ist recht gelungen. Zwar glaubt man zu keiner Sekunde, der „Grüne“ könnte „echt“ sein, aber irgendwie haben die Künstler bei Toho es geschafft, das Gesicht des Monsters so zu gestalten, dass es auf den Zuschauer interessant wirkt. Dass der „Grüne“ ein affen-/menschenähnliches Wesen ist und keine Echse/Schildkröte/Motte, gibt den Stuntleuten mehr Freiheit und so staksen die beiden Monster in „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ nicht steif durch die Gegend, sondern können sich in den Kämpfen ordentlich austoben. Auch das gute Gegenstück zum menschenfressenden „Grünen“ (wie er seine Opfer aus der Kleidung lutscht und diese dann ausspuckt ist ein wahres Highlight), der „Braune“, ist schön gestaltet und erinnert entfernt an Dr. Zaius aus „Planet der Affen“, der allerdings zwei Jahre später entstand. Ansonsten bewegt sich die Tricktechnik auf bekannt charmant-naiven Niveau. Es werden keine großen Anstrengungen unternommen, um Spielzeug-Panzer und Puppen-Soldaten oder die Modelbaukulisse der Städte irgendwie zu kaschieren. Im Gegenteil, die Kamera hält voll drauf und zeigt alles in langen Einstellungen, so dass kein Zweifel dran bestehen kann, dass hier in der Spielzeugkiste gewühlt wurde. Aber das gehört bei einem echten Kaiju einfach auch mit dazu.

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Überraschend ist, wie brutal „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ stellenweise ist. Von der oben bereits beschrieben Szene, in der der „Grüne“ Menschen wie kleine Snacks einwirft, abgesehen, sind auch die Szenen, in denen er vom Militär attackiert, wird nicht ohne. Die Geschosse reißen große Wunden in seinen Körper, stellenweise beginnt er zu brennen. Natürlich ist das alles kein Splatter-Niveau und die großen Wunden sind nur rote Flicken auf dem Affenkostüm, aber ich kann mich nicht erinnern, in einem Kaiju das Monster jemals so leiden gesehen zu haben. Da passt dann auch die schöne, sentimentale Szene, in der der gute „Braune“ seinem verletzten Bruder/Sohn/Ableger aufhilft, als dieser schwer verwundet am Boden liegt. Auch wenn die Beiden sich zunächst gut verstehen, bleibt es nicht bei dieser Eintracht. Etwas zu abrupt erkennt der „Braune“ offenbar, was für ein Kuckucksei er sich hier eingefangen hat und beginnt den „Grünen“ mit einem Baum zu verprügeln. Das ist zwar vom Drehbuch etwas holprig gelöst, bereitet aber das große Showdown vor, in dem sich die beiden wie Wrestler durch die Gegend werfen. Ebenfalls merkwürdig mutet das kuriose Finale an, in dem ein plötzlich und scheinbar grundlos auftauchender Unterwasser-Vulkan eine wichtige Rolle spielt. Auch eine viel zu lange Szene, in der eine Nachtklub-Sängerin ein Lied zum Besten geben darf, wirkt etwas gezwungen und bringt den Film unnötigerweise zum Stillstand.

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Um den Film in Amerika besser vermarkten zu können, wurde wieder ein us-amerikanischer Schauspieler verpflichtet, was ja seit dem ersten „Godzilla“ (wo Raymond Burr in die US-Fassung rein geschnitten wurde) fast schon Tradition hat. Stand beim ersten Teil Nick Adams zu Verfügung (der auch in „Befehl aus dem Dunkeln“ – meine Review hier – mitmachte), so ist es hier Russ Tamblyn, der gerade mit „West Side Story“ und „Bis das Blut gefriert“ international sehr erfolgreich war. Laut Booklet soll er sich bei den Dreharbeiten auch wie ein großer Star gefühlt und vor allem aufgeführt haben. Seine Arroganz hatte aber auch ein Preis. Als er in die USA zurückkehrte, fand er sich auf einmal in der berüchtigten Trash-Schmiede von Al Adamson wieder, für die er in zahlreichen Exploitation-Filmen mitwirkte. Nachdem er bis in die 80er Jahre im B-Film und TV-Sumpf stecken geblieben war, feierte er 1990 in der Kult-Serie „Twin Peaks“ ein kleines Comeback und war kürzlich auch in kleinen Rollen in „Drive“ und „Django Unchained“ zu sehen. In „Frankenstein – Zweikampf der Monster“ merkt man Russ Tamblyn, in der Rolle des Dr. Stewart, an, dass er nicht sonderlich viel Interesse für den Film aufbringt, aber Profi genug ist, seine Rolle – die eigentlich nur Sichwortgeber ist, um die Handlung voranzutreiben – souverän runter zu spielen. Die restlichen Darsteller sind zu Statistenrollen verdammt, bis auf Kumi Mizuno als Akemi, Dr. Stewarts Assistentin, die aber zum größten Teil auch nur in der Gegend herumsteht oder gerettet werden muss. Die Stars des Filmes sind eindeutig der „Braune“ und der „Grüne“.

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Woher der Name „Frankenstein“ hier kommt, bleibt unklar. Wie zu lesen ist, spielte das klassische Monster im ersten Teil tatsächlich eine Rolle, da sein Herz in den „Braunen“ verpflanzt wurde – der dort noch einen gänzlich anderen Charakter hatte. In „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ wird diese Vorgeschichte allerdings mit keinem Wort erwähnt, wie es überhaupt so gut wie keine Anknüpfpunkte an „Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ gibt. Viel mehr fühlt man sich – auch durch das äffische Aussehen der beiden Monster – eher an „King Kong“ erinnert, der dann auch gleich zweimal direkt zitiert wird. Einmal, wenn der „Grüne“ sich die oben erwähnte Sängerin schnappt und diese auf seiner Handfläche hochhebt, und dann, wenn der „Braune“ Akemi rettet und auf einem Felsenplateau absetzt. Sollte man glauben, dass der Name „Frankenstein“ nur ein Marketing-Gag des deutschen Verleihs ist, dann wird man durch die japanische Tonspur eines Besseren belehrt. Hier wird die ganze Zeit über von „Frankenstein“ gesprochen. Dies aber mit einem so niedlichen Akzent, dass es sich wirklich lohnt, dort mal reinzuhören.

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„Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ ist ein vergnüglicher – für einen Kaiju teilweise sogar ungewöhnlich düsterer – Monsterfilm, der den Fan dieser Filmgattung bestens unterhält. Die menschlichen Protagonisten sind blasse Stichwortgeber, die Stars bleiben der „Braune“ und der „Grüne“. Diese sind liebevoll gestaltet und häufiger als im Genre gewohnt im Bild. Die naiven Trickeffekte, die jederzeit deutlich als Spielzeuge und Miniaturmodelle zu erkennen sind, gehören zum Charme des Filmes einfach dazu.

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Die von Anolis im Rahmen ihrer Kaiju-Classics-Steelbook-Reihe herausgebende Veröffentlichung, lässt das Herz eines jeden Fans höher schlagen. Die Doppel-DVD enthält nicht nur die ungekürzte japanische Originalfassung und den gekürzten deutschen Kino-Schnitt, sondern auch noch die US-Version, die sich wiederum von den anderen beiden unterscheidet. Alles in guter Bildqualität. Der Ton ist auch in Ordnung, klingt allerdings im japanischen O-Ton etwas flach. Die Untertitel der japanischen Version scheinen übrigens auf einer Übersetzung der japanischen Tonspur zu basieren, unterscheiden sie sich doch zum Teil deutlich von der deutschen Synchronisation. Für die Veröffentlichung wurden gleich zwei Audiokommentare eingespielt. Bei der japanischen Fassung geben Ingo Strecker und Jörg Buttgereit viele Hintergrundinfos über den Film preis (leider in keiner optimalen Tonqualität, aber wenn man den Kommentar laut genug dreht, versteht man alles) und bei der deutschen Kinofassung durfte der Kaiju-Fan Thorsten Roseman (der Stimme nach zu urteilen offensichtlich ein Hamburger) vor das Mikrophon und erstmals einen Audiokommentar einsprechen. Unter den Extras befinden sich noch zwei Super-8-Fassungen, Trailer, Filmprogramm, Bildergalerien und Werberatschläge. Nicht vergessen sollte man auch das sehr gut geschriebene und informative 20-seitiges Booklet von Ingo Strecker. Die Edition ist auf 1.500 Stück limitiert.

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