Das Bloggen der Anderen (08-12-14)

bartonfink_type2Filmlandschaft wirft noch einmal einen ausführlichen Blick zurück auf die 56. Nordischen Filmtage in Lübeck.

– Unbedingt ansehen. Mauritia Mayer hat die Lagunenstadt Venedig besucht und dabei Fotos von den Drehorten der großen Venedig-Gialli gemacht, die sie auf Schattenlichter den entsprechenden Screenshots gegenüberstellt.

yzordderrexxiii bespricht den dänischen Kinder-Superhelden-Film „Antboy“ über den ich bisher nur Gutes vernahm.

symparanekronemo äußert sich kritisch über den Anime „Ein Brief an Momo“.

– Da mochte Going to the Movies die neue Produktion des Stuidos Ghibli, „Die Legende von Prinzessin Kaguya“, trotz leichter Kritikpunkte, doch um einiges lieber.

– Bleiben wir beim Animationsfilm. Oliver Armknecht schreibt auf film-rezensionen.de über den tschechischen „Alois Nebel“: „“Es ist diese Mischung aus ungewöhnlicher Optik und melancholischer Geschichte, die Alois Nebel trotz der spärlichen Handlung zu etwas ganz Besonderem macht.“

Was ist „German Mumblecore“? Harald Mühlbeyer geht dieser Frage auf B-Roll nach. Joachim Kurz ärgert sich darüber, dass die Filme, die in den internationalen Jahresbesten-Listen auftauchen, nicht in deutsche Kinos gekommen sind. Und Andreas Köhnemann schreibt über die Theatererfahrungen der Schauspielerinnen Kirsten Scott Thomas und Lindsay Lohan in London.

– david entdeckt auf Whoknows presents in dem amerikanischen Film „Gunshot straight“, der hierzulande völlig zu unrecht als Steven-Segal-Vehikel beworben wird, den Geist von Edgar G. Ulmer.

– Udo Rotenberg bespricht auf L’amore in città einen meiner guilty pleasure-Filme: „Die weiße Göttin der Kannibalen“ von Sergio Martino.

– Letzte Woche hatte Udo noch Joe D’Amatos „Nackt unter Kannibalen“ auf seinem Blog besprochen, diese Woche findet sich hierüber auf Splattertrash eine ausführliche Rezension. Allerdings kann totalschaden mit diesem Film weitaus weniger anfangen als Udo letzte Woche. Und passend zur Vorstellung der Besetzung des nächstjährigen Bond-Films, gibt es einen Rückblick auf Sean Connerys „Comeback“-Film „Diamantenfieber“. Hierbei sind totalschaden und ich dann auch einer Meinung.

– Weiter geht es auf Eskalierende Träume mit den „Aufrisse“ genannten, ausführlichen Vorstellungen der Film,e, die auf dem 14. Hofbauer-Kongress in Nürnberg laufen werden. Von #3 „Intimes Lustgeflüster“, den die wunderbare Silvia Szymanski vorstellt, bis #8 „Wo wann mit wem“, den das Hofbauer-Kommando höchstpersönlich dem Vergessen entreißt.

Hard Sensations scheint in letzter Zeit zu einer One-Man-Show zu werden. Jamal Tuschnik schreibt in dieser Woche gleich über drei Filme. Eine dänische Dokumentation über die Familie Sender, die aus der DDR über die Ostsee nach Dänemark floh. Den Spielfilm „Das siebente Jahr“, der 1968 in der DDR entstand und den algerischen Spielfilm „Chronique des années de braise“ aus dem Jahre 1975.

– reda hat auf Der breite Grat wieder einen obskuren japanischen Film ab Start. „Wolf (Okami – Running is Sex) kann er – trotz der für ihn fragwürdigen, typisch japanischen Ritualisierung von Vergewaltigung – durchaus empfehlen.

– Alle Jahre wieder. John Waters hat seine Top 10 für das Jahr 2014 erstellt. Nachlesen kann man sie auf Fünf Filmfreunde.

– Laila Oudray stellt auf screen/read das mit bis dato völlig unbekannte, aber scheinbar sehr empfehlenswerte Filmmuseum Düsseldorf vor.

– Schlombie und ich werden wohl nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen, aber gerade das macht es ja auch spannend. Dem, wie ich finde, eher mittelmäßigen „In China essen sie Hunde“ kann er auf Schlombies Filmbesprechungen doch eine Menge mehr abgewinnen als ich.

– Philipp Baumgartner von Daumenkino hat nach der Sichtung von „Blue Ruin“ des Amerikaners Jeremy Saulnier einen neuen Lieblingsfilm.

– Patrick Holzapfel geht auf Jugend ohne Film höchst informativ der Frage nach: „Wann sieht ein Filmemacher das Bild?“. Des weiteren zeigt er sich sehr enttäuscht vom „langsamen Niedergang der Gebrüder Dardenne“, den er anhand deren neuen Films „Zwei Tage, eine Nacht“ belegt.

– Der neue Film von Kevin Smith, „Tusk“, scheint eine hochgradig bizarre Angelegenheit zu sein, wenn man Gnaghi auf Komm & Sieh Glauben schenkt.

– Und zum Schluss gibt es auf Wiederaufführung wieder „Die Gespräche der Anderen“ mit den interessantesten Podcasts.

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Originalfassungen in Bremen: 04.12.14 – 10.12.14

Natürlich überstrahlt der dritte und finale Teil des „Hobbits“ in dieser Woche alles andere. Trotzdem möchte ich mit Vehemenz darauf hinweisen, dass man im City 46 „Under the Skin“ zu sehen bekommt. Ein merkwürdiger SF-Streifen, der bei den Cineasten bereits für Jubelstürme und eine international beachtete „’Under the Skin‘ ins Kino! Jetzt!“-Aktion geführt hat. Mein Tipp der Woche.

Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere 3D – Cinemaxx, Di., 9.12. um 24:01 und Mi. 10.12. um 19:30 – Der Abschluss der „Hobbit“-Trilogie. Leider konnte ich nur den ersten Teil im Kino sehen. Mein Fazit damals: Wer „Herr der Ringe“ mochte, wird auch bei „Der Hobbit“ dabei sein. Wer mit „Herr der Ringe“ nichts anfangen konnte, der wird auch hier nicht konvertiert.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=ZSzeFFsKEt4[/youtube]

Paddington – Cinemaxx, So., 7.12. um 17:30 – Realverfilmung des Kinderbuch-Klassikers mit einem CGI-Bären.

Interstellar – Cinemaxx, Fr., 5.12. um 21:15 – Der neue Film von Christopher Nolan wird so ziemlich überall abgefeiert. Auf der Suche nach alternativen Lebensräumen wird ein Raumschiff in den Weltraum geschickt. Mit Matthew McConaughey und Anna Hathaway.

Çakallarla Dans 3: Sifir Sikinti – Cinemaxx, Do.-Di. immer 20:15, Do.-So.auch um 23:15, Mo./Di. um 23:00 – Türkische Komödie um vier Männer, die nach einer Haftstrafe auf Bewährung entlassen wurden und sich nun in psychatrische Behandlung begeben müssen.

Deliha – Cinemaxx, Do.-So. immer 20:15 – Türkische Komödie um eine chaotische junge Frau auf der Suche nach der großen Liebe.

Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 – Cinemaxx, Do., Sa., So. immer 21:15 & CineStar, So., 7.12. um 20:30 – Da man mit zwei Filmen mehr Geld macht als mit einem, wurde der letzte Roman der Panem-Trilogie nun kurzerhand auf zwei Filme aufgeteilt.

Magic in the Moonlight – Schauburg, So., 7.12. um 21:00 – Unseren jährlichen Woody Allen gib uns heute. Diesmal lässt der Meister seine Geschichte an der Cote d’Azur in den 20er Jahren spielen. Mit Colin Firth und Emma Stone.

Boyhood – City 46, Do.-So. immer 20:30 – Richard Linklaters faszinierendes und bei der Berlinale umjubeltes Langzeit-Experiment. Über 12 Jahre filmte er immer mal wieder an diesem Film, der den Weg ins Erwachsenenleben zeigt. Linklater erzählt die Geschichte eines Jungen von seinem sechsten Lebensjahr an bis zu seinem College-Eintritt mit 18 Jahren.

Under the Skin – City 46, Mi., 10.12. um 18:00 – Jonathan Glazers hypnotischer SF-Albtraum mit Scarlett Johannson, der als einer der besten Filme der letzter Jahre gilt. Soll man auf der großen Leinwand sehen, weshalb ich mich sehr ärgere, dass ich um 18:00 leider noch keine Zeit für Kino habe. Schade.

[youtube width=“630″ height=“344″]https://www.youtube.com/watch?v=b7wph6xrtXQ[/youtube]

Stalker – City 46, Mi., 10.12. um 20:00 – Andrej Tarkowskis grandiose Verfilmung des SF-Klassikers „Picknick am Wegesrand“ von Arkadi und Boris Strugazki.

The Devil and Daniel Johnston– City 46, Mi., 10.12. um 20:30 – Dokumentarfilm über Daniel Johnston, ein manisch-depressives Genie, Sänger, Songschreiber, Maler, Comiczeichner, Visionär und Künstler. Mit Einführung von Anja Fußbach, Künstlerin.

Vayu – City 46, Mo., 20:30 und Di./Mi. um 19:00 – Kunstfilm. Vierter Teil der Grundelemente-Reihe des indischen Künstlers Viswanadhan.

White Shadow – City 46, Do. 21:00 und So.-Di. um 20:00 – Spielfilm aus Tansania über einen Albino, der von Medizinmännern verfolgt wird, die aus seinem Körperteilen heilige Medizin herstellen wollen. Lief auch dieses Jahr auf den Filmfestivals in Oldenburg und Osnabrück.

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 8.12. um 21:45

Spanische Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., 8.12., 20:00 Uhr

 

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DVD-Rezension: „Jen Ko – In seinen Fäusten brennt die Rache“

Jen Ko
Als Jen Ko (Henry Yu Yung) seine Ausbildung an der Militärakademie beendet hat, wird er von seinen Vorgesetzten sogleich mit einer geheimen Mission betraut. Er soll in der Stadt Lung Tau den Bandenchef Fong gefangenen nehmen. Dieser beherrscht nicht nur die Gegend dort, sondern ist auch für den Tod von Jen Kos Vater verantwortlich. Jen Ko macht sich auf den Weg. Allerdings hat Fong schon von Jen Kos Auftrag erfahren und sieben beinharte Kung-Fu-Kämpfer angeheuert, die ihn und seine schmutzigen Geschäfte beschützen sollen…

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Mit „Jen Ko – In seinen Fäusten brennt die Rache“ hat filmArt wieder einmal einen Film aus der Versenkung geholt, der nicht besonders bekannt ist, scheinbar aber noch alten Videozeiten doch so einige Fans hat, wenn man sich so einmal die einschlägigen Internetforen anschaut. Was durchaus verständlich ist. Zwar zeichnet sich „Jen Ko“ nicht unbedingt durch besondere Originalität oder Tiefgang aus, aber er unterhält über seine Laufzeit von 86 Minuten ohne große Durchhänger. Was daran liegt, dass der Film im Großen und Ganzen eine Abfolge von gut, und überraschend hart, inszenierten Kämpfen ist. Die dünne Rahmenhandlung dient dann auch lediglich dazu, den Film nicht zu einer reinen Action-Clip-Parade verkommen zu lassen. Natürlich kann man sich denken, dass unser Held sich an den sieben Kämpfer, die der Bösewicht zur Unterstützung hat kommen lassen, abarbeiten muss. Und so kommt es dann auch. Alles Drumherum ist Zierrat, welches man aber gerne mitnimmt, damit der Film nicht allzu monoton daher kommt.

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Da gibt es beispielsweise das blinde Mädchen und ihren scheinbar geistig arg zurückgeblieben Begleiter. Diese sind nicht unbedingt wichtig für die Handlung, lassen den Helden aber in einem guten, edlen Licht dastehen und sorgen für ein wenig Gefühl. Zudem kann das blinde Mädchen natürlich hervorragend entführt und/oder bedroht werden, was dem Helden eine zusätzliche Motivation gibt, gegen die Bande zu kämpfen – und in eine Falle gelockt zu werden. Typischerweise haben die sieben bösen Söldner (eigentlich nur fünf, da zwei reines Kanonenfutter darstellen) unterschiedliche Fähigkeiten und Kräfte. Am Interessantesten ist natürlich der Kämpfer mit der hageren, blassen – beinahe vampirähnlichen – Gestalt, der einen langen Zopf trägt, welcher mit Messern gespickt ist und als tödliche Waffe eingesetzt werden kann. Warum er in der deutschen Kino-Synchronisation „Schweineschwanz“ genannt wird, bleibt ein Rätsel, dem man lieber nicht näher auf den Grund gehen möchte.

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Überhaupt muss die deutsche Kino-Synchronisation gesondert erwähnt werden, handelt es sich hierbei doch um einer Erzeugnis der Deutschen Synchron Filmgesellschaft des berühmt-berüchtigten Karlheinz Brunnemann, welcher einst zusammen mit Synchron-Guru Rainer Brandt Roger Moore und Tony Curtis in der Kult-Serie „Die 2“, die coolen Sprüche in den Mund legte. Auch solo macht Brunnemanns Synchronisation keine Gefangenen, auch wenn ihr die Berliner Schnodderigkeit der Brandtschen Texte abgeht. Dafür ist hier selbst die kleinste Nebenrolle mit einer berühmten Stimme besetzt. Das reicht dann von Thomas Danneberg über Arnold Marquis bis Arne Elsholz. Dabei entfernt sich allerdings der Text weit vom Original, wie man anhand der Video-Synchronisation, welche ebenfalls auf der DVD zu finden ist, und die sich enger ans Original hält, feststellen kann. Trotz aller inhaltlichen Freiheiten macht die Kino-Synchro aber sehr viel mehr Spaß und klingt auch weitaus lebendiger.

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Als Regieassistent fungierte bei dieser Hongkong-Taiwan-Co-Produktion ein junger John Woo, der seine ersten Schritte im Filmgeschäft unternahm. Allerdings konnte er hier noch keine der später für ihn typischen Markenzeichen einbringen. An der Stunt-Arbeit war ebenfalls jemand beteiligt, der einige Jahre später groß durchstarten sollte: Jackie Chan. Wer genau aufpasst, kann ihn auch einmal kurz erspähen, wenn er als einer der Wächter des bösen Fong von der Seite – und noch vor seiner Augenvergrößerung – zu sehen ist. Die überaus dynamischen und kraftvoll inszenierten Kämpfe, sind dann auch die Höhepunkte des Filmes und wurden in der alten deutschen Kinofassung – obwohl relativ unblutig – noch entschärft. Insbesondere im Finale beweisen Regisseur Jimmy L. Pascual und sein Stunt-Team, viel Sinn für mitreißende Kampf-Choreographie.

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Neben dem bereits oben erwähnten Jackie Chan, gehören noch weitere bekannte Namen zu denjenigen, die sich um die Actionszenen kümmerten. So Jackie Chans Schulkamerad Yuen Wah, der sich später vor allem als Filmbösewicht mit Sammo Hung einige der spektakulärsten Filmkämpfe der frühen 80er Jahre liefern sollte. Auch Mars, bis heute ein treuer Begleiter Jackie Chans, ist ist dabei. Als Action Coordinator zeichnet Woo-ping Yuen verantwortlich. Dieser dürfte spätestens nach seiner Arbeit als Action-Choreograph bei Ang Lees „Tiger & Dragon“, den beiden „Kill Bill“-Filmen und der „Matrix“-Trilogie einer der größten Namen auf seinem Gebiet sein. Regisseur Jimmy L. Pascual war vor allem bis 1976 Produzent und gelegentlicher Drehbuchautor. Auf dem Regiestuhl saß er nur zweimal. Einmal hier und dann noch zwei Jahre später als Co-Regisseur bei einem obskuren philippinischen Film namens „Sleeping Dragon“. Hauptdarsteller Henry Yu Yung war zwar noch bis 2008 als Darsteller aktiv, allerdings nur noch in Neben- und Kleinstrollen. Immerhin spielte er aber 1974 noch eine der Hauptrollen in John Woos Regiedebüt „The Young Dragons“.

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Mit „Jen Ko – In seinen Fäusten brennt die Rache“ hat filmArt wieder einmal einen höchst unterhaltsamen Kung-Fu-Klopper ausgegraben, der zwar lediglich eine dünne Geschichte, wie man sie schon unzählige Male gesehen hat, bietet, dafür aber mit dynamischen und mitreißenden Kampfszenen punkten kann. Für diese waren einige jungen Männer verantwortlich, die in den kommenden Jahrzehnten noch eine wichtige Rolle im, nicht nur im asiatischen, Actionkino spielen sollten.

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Beginnen wir zunächst einmal mit den schlechten Nachrichten. Die Bildqualität der filmArt-DVD ist wirklich lausig oder – um es freundlich auszudrücken – dem Medium DVD nicht angemessen. Vielmehr sieht das Bild leider so aus, als ob man eine Videokopie der zweiten Generation anschauen würde. Zunächst glaubte ich, dass es sich hierbei lediglich um Szenen handeln würde, die aus einer schlechten Quelle eingefügt worden wären, doch tatsächlich sieht der ganze Film so aus. Die aus der Videofassung „Zwei Fäuste wie der Blitz“ eingefügten Szenen haben zwar das falsche Bildformat und sehen auch nicht gerade top aus, aber immer noch ein wenig besser als die Kino-Fassung im richtigen Bildformat. Natürlich ist es schön, dass filmArt diesen seltenen Film trotzdem veröffentlicht hat, aber angesichts des Preises, der sich nicht gerade im „Schnäppchen-Bereich“ bewegt, wäre es vielleicht angebracht gewesen, ihn als Bonus bei einer anderen Veröffentlichungen hinzuzufügen. So wie es beispielsweise CMV schon ein paar Mal getan hat. Dass dann auch noch aus Platzgründen die auf dem Cover angekündigten Extras „Trailershow“ und die „alternative Anfangsszene“ fehlen, passt da ins enttäuschende Bild. Immerhin wurden dem Film aber gleich vier Tonspuren spendiert. Eine auf Mandarin (aber leider ohne Untertitel), eine auf Englisch und zwei deutsche. Dabei handelt es sich um die oben besprochene Kino-Synchronisation und die später angefertigte Video-Tonspur. Letztere ist näher am Originaltext, wirkt dafür mit seinen unbekannten Sprechern aber auch etwas billig und lustlos. Auch die englische Tonspur ist – wie man es aus England kennt – sehr steril. Daher ist die spaßige Kino-Synchronisation zu empfehlen. Letztere zischt stark bei „S“-Lauten, das ist aber zu verschmerzen. Zum Schluss noch eine Info für Leute, die auf so etwas Wert legen: Die im Stil einer alten Videokassette gehaltene DVD-Hülle sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich mit seiner Lederoptik auch gut an.

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Das Bloggen der Anderen (01-12-14)

bartonfink_type2– Nach dem Hofbauer-Kongress ist vor dem Hofbauer-Kongress. Ab 2. Januar steht bereits wieder der 14. Kongress (in Nürnberg) auf dem Programm, und schon erscheinen auf Eskalierende Träume die ersten -„Aufrisse“ genannten – ausführlichen Vorstellungen, der dort zu zeigenden Filme. Den Beginn macht die japanische Slapstick-Komödie „Milkman Frankie“, gefolgt von dem kanadischen Film „Im Fieber der Lust“, der 1967 entstand. Ferner: Sven Safarow schreibt zärtlich über Lucio Fulcis letzten Film „The Door to Silence“.

Movies & Sports schreibt ausführlich über Quentin Tarantinos eigenes New Beverly-Cinema in Los Angeles und nimmt dessen Programmauswahl unter eine kritische Lupe.

– Auf L’amore in città verteidigt Udo Rotenberg Joe D’Amatos Emanuelle-Kannibalen-Fusion „Nackt unter Kannibalen“.

– Noch einmal Udo Rotenberg, diesmal auf Deep Red Radio. Hier schreibt er über Joe Dantes damals kontrovers aufgenommenen, heute größtenteils rehabilitierten „Meine teuflischen Nachbarn“.  david hat sich „Doc of the Dead“ angeschaut, eine Dokumentation über den Zombie-Film, welche seiner Meinung nach keine neuen Erkenntnisse bringt, aber gut unterhält.

– quadzar bezeichnet sich als „nicht unbedingt ein Zombie-Experte“ und hat „Doc of the Dead“ ebenfalls gesehen. Er spricht dem Film dann auch auf filmosophie eine dicke Empfehlung aus. Filmosophie selber nimmt noch einmal Stellung dazu, was im Filmjournalismus zur Zeit gehörig schief läuft. Ein sehr ausführlicher, spannender und leider auch desillusionierender Text.

– Lucas Barwenczik hat auf B-Roll wieder ein hochinteressantes Portrait eines ungewöhnlichen Regisseurs veröffentlicht. Diesmal geht es um Terry Gilliam. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf dessen Werbe-Spots gelegt. Rochus Wolff schreibt über politische Indoktrination im Kinderfilm und Patrick Holzapfel (der zum Horrorfilm bisher kein Zugang gefunden hatte) und Christoph Huber (Kurator der Retrospektive „Land of the Dead“ im Österreichischen Filmmuseum) unterhalten sich über das Horror-Genre. Sehr lesenswert!

– Auf seinem eigenen Blog Jugend ohne Film schreibt Patrick über einen Film, der ihm näher am Herzen liegt, und den er ein „filmisches Gedicht“ nennt. Jean Renoirs „Boudu sauvé des eaux“.

– Nachdem er letzte Woche mit Jean Rollins „Requiem for a Vampire“ noch so seine Schwierigkeiten hatte, ist yzordderrexxiii nun von dessen „Schoolgirl Hitchhikers“ vollends überzeugt und schreibt: „Kritik? Ganz ehrlich: Habe ich nicht. Der Film ist in seiner unperfekten Art ganz und gar makellos.“. Zudem hat ihn Ti Wests „The Sacrement“ ziemlich mitgenommen und gezeigt, dass es im ausgelutschten Found-Footage-Genre noch Ausnahmeerscheinungen gibt.

– Auch Oliver Nöding hat „The Sacrement“ gesehen und schließt sich auf Remember It For Later der positiven Meinung an. Des weiteren bespricht er José Bénazérafs Debüt „L’éternité pour nous“, der ihm ebenfalls gut gefallen hat.

– Kürzlich habe ich hier Christian Keßlers wunderbares Buch „Wurmparade auf dem Zombiehof“ besprochen. Auch totalschaden von Splattertrash ist sehr angetan von diesem Werk. Außerdem hat er den im Deutschen wunderbar betitelten „Nackt unter Affen“ besprochen, den ich als ziemlichen Schnarcher in Erinnerung habe. Auch totalschadens Review ist nicht unbedingt enthusiastisch.

– Ich liebe Filmplakate. Daher fand ich Philipp Strohs Text zu diesem Thema auf wieistderfilm.de sehr interessant.

– Laut PewPewPew steht uns demnächst hoffentlich ein neuer Duncan-Jones-Film ins Haus. Bisher hat es sein neues Projekt „Mute“ da sehr, sehr schwer gehabt, wie Sascha zu berichten weiß.

– Oliver Armknecht hat für film-rezensionen.de den israelischen Thriller „Big Bad Wolves“ gesehen und meint: „Wer aber etwas härter im Nehmen ist, für den bietet die Mischung aus Thriller und Komödie trotz der rudimentären Geschichte eine Menge kurzweiligen Spaß.“ Und in seinem Animationsfilm-Special legt er seinen Lesern den Anime „Serial Experiments Lain“ ans Herz.

– Theodor Frisorger hat auf Daumenkino einen ziemlichen Verriss zu Ulrich Seidls neuem Film „Im Keller“ geschrieben, in dem er dem Filmemacher vorwirft :“Nicht die explorative Intention, sondern das verspottende Ausstellen der jeweiligen Akteure kann als Kernmotivation ausfindig gemacht werden.“  Ferner wurde ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. Markus Kuhn, Professor an der Universität Hamburg, über das Thema „Bio-Pics“ geführt.

– Und zum Schluss empfiehlt Sir Donnerbold auf SDB einen der tollsten Kurzfilme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe: „The Centrifuge Brain Project“, den wir auch beim Phantastival 2013 im Programm hatten, aber aufgrund hoffnungsloser Überziehung im Kurzfilm-Block nicht mehr zeigen konnten.

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DVD-Rezension: “7th Floor – Jede Sekunde zählt”

7th floorAls der ebenso erfolgreiche, wie skrupellose Anwalt Sebastián (Ricardo Darín) eines Morgens seinen Sohn und seine Tochter von seiner Ex-Frau Delia (Belén Rueda) abholt, spielen sie wie so oft das „Treppenspiel“. Dabei liefern sich Kinder ein Vater ein Wettrennen. Während er langsam mit dem Lift fährt, rasen die Kinder durch das Treppenhaus vom 7. Stock ins Erdgeschoss. Doch diesmal kommen sie nicht unten an. Obwohl Sebastián, der vor einem wichtigen Gerichtstermin steht, verzweifelt nach ihnen sucht, bleiben die Beiden verschwunden. Sebastiáns Panik wächst…

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Für ein Elternteil ist es der absolute Albtraum: Eben noch hat man fröhlich mit seinen geliebten Kindern gespielt, dann sind sie auf einmal spurlos verschwunden. Aus dieser Prämisse zimmert Regisseur Patxi Amezcua in seinem zweiten Spielfilm „7th Floor“ einen ungemein spannenden und intensiven Thriller. Zumindest in der ersten Hälfte. Hier zieht er zusammen mit seinem Hauptdarsteller Ricardo Darín alle Register. Ricardo Darin ist spätestens nach seiner Hauptrolle in dem oscar-prämierten „In ihren Augen“ (der damals „Das weiße Band“ als bester fremdsprachiger Film im Rennen um den Goldjungen schlug) ein Star. Durchaus zu recht, wie er hier beweist. Trotz seines nicht unbedingt Filmstar-gemäßen Aussehens (er erinnert mich immer etwas an eine ältere Mischung aus Scooters H.P.Baxxter und Tobias Moretti) wirkt er vor allem authentisch und besticht durch großes Charisma. Interessant ist auch, dass seine Figur Sebastián nicht unbedingt ein Sympathieträger ist. Als Anwalt zwielichtiger, aber finanzstarker, Mandanten hat er sein Gewissen schon lange am Gerichtsempfang abgegeben. Zudem hatte er keine Skrupel, seine Frau mit ihrer besten Freundin zu betrügen. Doch die Liebe zu seinen Kindern ist größer als sein persönliches Ego. Auf der verzweifelten Suche nach ihnen zerbröckelt Stück für Stück die Fassade.

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Sebastiáns Verzweiflung nimmt immer mehr paranoide Züge an. Irgendwann verdächtigt er einfach jeden, etwas mit der Sache zu tun zu haben. Er bedroht die Bewohner des Hauses, dringt in fremde Wohnungen ein und schreckt auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Gleichzeitig ruiniert er seine Karriere, da er erkannt hat, dass das Wohl seiner Kinder ihm wichtiger ist. Zunächst beschwichtigt er noch seine Kollegen und bittet sie, mit dem Beginn eines wichtigen und lukrativen Prozesses noch ein wenig auf ihn zu warten. Glaubt man zunächst noch, er könne sich jeden Moment entscheiden, doch zum Gericht zu fahren, so ist er am Ende bereit, für seine geliebten Kinder alles zu opfern. Wie dieser selbstbewusste Machtmensch immer mehr zerfällt und ganz auf das Einzige zurückgeworfen wird, das ihm an Ende noch wichtig ist, wird von Ricardo Darin überaus überzeugend gespielt. Dabei gelingt ihm das Kunststück, Sebastián trotzdem nicht unbedingt zu einem strahlenden Helden aufzubauen. Seine Figur bleibt real, weil ambivalent gezeigt wird. Ein Mann, mit dem man mitfiebert, den man aber nicht unbedingt auf ein Bier einladen würde.

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Die Nebenfiguren haben dabei eher weniger zu tun. Insbesondere ist dies bei der ansonsten immer hervorragend agierenden Belén Rueda auffällig. Hatte sie in „Das Waisenhaus“ und erst vor Kurzem in dem spanischen Thriller „The Body“ (Kritik hier) strahlen können, so bleibt sie hier blass und unglaubwürdig. Was möglicherweise auch an ihrer Rolle liegt, die zunächst sehr wenig präsent und wenn, zumeist negativ besetzt ist. Sie steht Sebastián bei seiner verzweifelten Suche eher im Weg, als dass sie ihn wirklich unterstützt. Am Ende bekommt sie zwar mehr zu tun, geht aber mitsamt der Geschichte unter. Womit hier schon auf die große Schwäche des Filmes eingegangen werden muss. Während es Amezcua in der ersten Hälfte perfekt gelingt, eine dichte Spannung und allgemeine Stimmung der Bedrohung zu schaffen, geht der Geschichte in dem Moment, in dem sich das Geheimnis um die beiden Kinder als simple Entführung herausstellt, schlagartig die Luft aus. Zwar gelingt es Amezcua auch hier noch, mit einigen Spannungssequenzen, in denen der zunehmend irrational handelnde Vater den scheinbar ausweglosen Versuch unternimmt, das Lösegeld zu beschaffen, seinen Film weiter voranzutreiben. Die Faszination und Angespanntheit, die den Zuschauer zu Beginn noch fest im Griff hatte, hat sich da aber in Luft aufgelöst und wurde durch einen routinierten, aber unspektakulären Thriller von der Stange getauscht.

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Macht sich hier schon erste Enttäuschung breit, so muss der finale Twist dann als ein Schlag ins Gesicht gewertet werden. Als ob Amezcua keine Idee mehr gehabt hätte, wie er seine anfangs so packende Story zu einem befriedigenden Ende führen könnte, setzt er auf eine Auflösung, die ebenso banal, wie haarsträubend unlogisch ist, und völlig ohne Not gewaltige Löcher in den Film reißt. Dass dies dann auch noch schlecht gespielt ist, wirkt in diesem Zusammenhang beinahe schon konsequent. Trotzdem sollte man Patxi Amezcua im Auge behalten, denn zumindest teilweise kann er mit „7th Floor“ beweisen, dass er es versteht, eine fieberhafte Spannung zu erzeugen. Wie er das Apartmenthaus als ganz eigenen Kosmos voller Geheimnisse und Fallen inszeniert, erinnert entfernt an Polanskis Meisterwerk „Der Mieter„, auch wenn „7th Floor“ natürlich einige Ligen darunter agiert. Vielleicht gelingt es ihm in seinem nächsten Langfilm, diesen dann auch über die Zeit zu bringen.

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Leider geht dieser spanisch-argentinischen Koproduktion in der zweiten Hälfte deutlich die Luft aus und das Finale enttäuscht dann endgültig durch seine unlogische Banalität. Bis dahin ist es Regisseur Patxi Amezcua allerdings gelungen, einen überaus spannenden und packenden Thriller zu inszenieren, der vor allem durch seinen wunderbaren Hauptdarsteller Ricardo Darín getragen wird. Umso ärgerlicher ist es, dass Amezcua zum Ende hin, den Karren immer tiefer in den Dreck fährt.

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Die Ascot-Elite DVD gibt keinen Anlass zu Beanstandung. Bild und Ton sind sehr gut, und diese Veröffentlichung weist auch einige Extras auf. So befindet sich ein 27-minütiges „Making Of“, welches allerdings mit zahlreichen Filmausschnitten gespickt ist. Auch sonst ist das Making Of eher nichtssagend, da die Darsteller ihre Figuren erklären und der Regisseur vor allem die Story erzählt. Kennt man den Film bereits, lädt dies – in Kombination mit dem ständigen sich gegenseitig auf die Schulter klopfen aller Beteiligten – eher zum Gähnen ein, da hier nur wiedergekäut wird, was man vorher gerade gesehen hat. Einige wenige interessante Einblicke in die Dreharbeiten sind aber ganz aufschlussreich. So wird z.B. verraten, dass das Apartmenthaus gar keine 7. Etage hatte und diese digital erzeugt wurde. Drei jeweils 2-minütige Featurettes fügen dem nicht wirklich viel hinzu.

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Zwei Veranstaltungshinweise für Freunde des „Unterschlagenen Films“

Wer sich für die merkwürdigen Gewässer jenseits der bekannten cineastischen Handelsrouten interessiert, der kann in dieser Woche froh sein, in Bremen zu wohnen. denn für die Freunde des Abseitigen, stehen gleich zwei Veranstaltungen auf dem Programm.

Am Donnerstag, den 27.November heißt es im Kommunalkino City 46 wieder „Willkommen bei Weird Xperience“. In dieser Reihe – dich ich selber mit betreue – wird diesmal David Cronenbergs seltsamer Klassiker „Videodrome“ gezeigt. Da dieses Werk nie in deutschen Kinos lief, greifen wir hier auf eine digitale HD-Projektion zurück. Gezeigt wird der Film in Originalfassung und im Unrated-Director’s Cut.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=UFHey3utk0I[/youtube]

Mehr Infos gibt es unter http://weird-xperience.de

Am Freitag, den 28. November stellt Christian Keßler um 21:00 uhr im Lagerhaus sein neues Buch „Wurmparade auf dem Zombiehof – Vierzig Gründe, den Trashfilm zu lieben“ vor. Versprochen ist keine einfache Lesung, sondern quasi eine Multimedia-Show mit zahlreichen Filmausschnitten. Meine buch-Rezension findet ihr hier. Mehr zur Veranstaltung findet man unter http://www.kulturzentrum-lagerhaus.de

Update 27.11.: Heute auch in der taz.

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Originalfassungen in Bremen: 27.11.14 – 03.12.14

Eine recht langweilige Woche steht den Freunden der O-Fassung bevor. Aber immerhin: Der neue Woody Allen und ein Cronenberg-Klassiker stehen auch auf dem dünnen Programm.

Kill the Boss 2 – Cinemaxx, So./Mo./Mi. jeweils 19:00 – Fortsetzung der US-Mainstream-Komödie mit den meisten Darstellern aus dem ersten Teil (Jennifer Aniston, Jason Bateman, Kevin Spacey), aber neuem Regisseur. Diesmal machen die getriezten Angestellten eine eigene Firma auf, die ihnen flugs wieder abgegaunert wird. Das schreit nach Rache.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=utriEZFno0E[/youtube]

Interstellar – Cinemaxx, Fr. 28.11. um 19:30 – Der neue Film von Christopher Nolan wird so ziemlich überall abgefeiert. Auf der Suche nach alternativen Lebensräumen wird ein Raumschiff in den Weltraum geschickt. Mit Matthew McConaughey und Anna Hathaway.

Deliha – Cinemaxx, Do.-Mo. Immer 20:30 – Türkische Komödie um eine chaotische junge Frau auf der Suche nach der großen Liebe.

Birlesen Gönüller – Cinemaxx, So., 30.11. um 20:00 – Türkisches Drama um ein nordkaukasischen Türkenpaar, welches sich in den Schrecken des 2. Weltkrieges verliert.

Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 – Cinemaxx, Do.-Sa. Und Di./Mi. immer 19:00 & CineStar, So., 30.11. um 20:00  – Da man mit zwei Filmen mehr Geld macht als mit einem, wurde der letzte Roman der Panem-Trilogie nun kurzerhand auf zwei Filme aufgeteilt.

Magic in the Moonlight – Atlantis, So. 30.11. um 20:00 & Schauburg, Mo. 1.12. um 12:00 – Unseren jährlichen Woody Allen gib uns heute. Diesmal lässt der Meister seine Geschichte an der Cote d’Azur in den 20er Jahren spielen. Mit Colin Firth und Emma Stone.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=nzcPdGxuewU[/youtube]

Happy New Year – City 46, Fr. 28.11. um 17:30 und So. 30.11. um 20:00 – Einer neuer Bollywood-Film mit Shah Rukh Khan. Inszeniert von der großartigen Bollywood-Regisseurin und -Choreographin Farah Khan. Um einen spektakulären Raub zu begehen, muss eine Gaunerbande einen Tanzwettbewerb gewinnen.

Concerning Violence – City 46, Mo./Mi. um 18:00 und Di. um 20:30 – Reportage von Göran Hugo Olsson über die Aufständen, die zwischen 1966 und 1984 zur Entkolonialisierung Afrikas führen.

The Green Prince – City 46, Do., Sa.-Mi. immer 20:00 – Dokumentarfilm über den Sohn eines der sieben Gründungsmitglieder der Hamas, welcher zehn Jahre lang unter dem Namen „The Green Prince“ ein Spion Israels war.

Tru Love – City 46, Fr. 28.11. um 20:45 – Kanadischer Queerfilm um das Liebesdreick zwischen einer lesbischen Frau, ihrer Freundin und deren attraktiven Mutter.

Videodrome – City 46, Do., 27.11. um 20:30 – David Cronenbergs SF-Paranoia-Horror-Satire. Das Meisterwerk wird in unserer Reihe Weird Xperience im Unrated-Director’s Cut gezeigt. http://weird-xperience.de/

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 1.12. um 19:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 1.12. um 21:45

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Filmbuch-Rezension: Christian Keßler “Wurmparade auf dem Zombiehof – Vierzig Gründe, den Trashfilm zu lieben“

Cover_TrashChristian Keßler dürfte jedem, der sich für das europäische Exploitation-Kino interessiert, ein Begriff sein. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass er mit seinen enthusiastischen und humorvollen Artikeln in der legendären „Splatting Image“ viele Leser erst dazu gebracht hat, sich mit diesem Sujet zu beschäftigen. So hat er geholfen die Saat für die zahlreichen Blogs und Foren zu legen, in denen sich heute lebhaft über den italienischen oder spanischen Genrefilm der 60er und 70er Jahre ausgetauscht wird.

Ich erinnere mich noch sehr genau an meine erste Begegnung mit einem Christian-Keßler-Text. Es war in der „Splatting Image“ Nummer 29, und es ging um italienische Polizeifilme. Für jemanden wie mich, der mit Filmbüchern von Georg Seesslen und Joe Hembus aufgewachsen war, ist der lockere Plauderton und die zahlreichen Wortspiele zunächst sehr befremdlich gewesen. Nein, ich konnte damit nichts anfangen und fand es erst einmal albern, so „unernst“ über Film zu schreiben. Doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase schlug mich der „Keßler-Slang“ immer mehr in seinen Bann. Bald schon waren seine Artikel immer das Erste, was ich aufschlug, wenn mir die nächste „Splatting Image“ ins Haus flatterte. Man spürte in seinen Texten nur nicht ein Lächeln und eine tiefe Liebe zu seinen Themen, sondern auch eine ungeheure Lust am Spiel mit der Sprache, welches stark an Max Goldt erinnert. Und an der Verschleierung ernster Themen durch einen nur scheinbar harmlos-lustigen Satz.

Gerade Letzteres kennzeichnet auch sein nun im Martin-Schmitz-Verlag erschienenes Buch „Wurmparade auf dem Zombiehof – Vierzig Gründe, den Trashfilm zu lieben“. Wie viele der nur scheinbar simplen, und auf vordergründiges Spektakel gebürsteten „Trash“-Filme, die er hier vorstellt, schmuggelt Christian Keßler durchaus ernste Themen, die ihm ans Herz legen,mit seinen humorvollen Texten ins Unterbewusstsein seiner Leser. So entpuppt sich manch lockere dahin geworfene Pointe beim näheren Hinsehen, als durchaus manchmal bitterer Kommentar auf die Missstände des Lebens. Aber hier liegt natürlich nicht der Schwerpunkt des Buches. Tatsächlich steht der Spaß und die Freude am sogenannten „Trashfilm“ im Vordergrund. Alles andere liest wahrscheinlich nur diejenigen zwischen den Zeilen, die Christian Keßlers pointierten Einträge auf seinem Facebook-Profil kennen, wo auch manchmal unter der Maske des Hofnarren eine unbequeme Wahrheit ausspricht.

Ein Wort zum Begriff „Trashfilm“, den Christian Keßler selber nicht mag, wie er in der Einleitung schreibt. Einen Film als Müll zu bezeichnen, hätte etwas abwertendes, nichtssagendes, was den in seinem Buch vorgestellten Filmen nicht gerecht wird. Man solle doch bitte mit ihnen Lachen und nicht über sie. Mich selber erinnert eben dieses immer an den berühmten Vergleich mit dem Baby, das laufen lernt. Dieser wird zwar in erster Linie immer herangezogen, wenn es um Motivation geht, aber ich finde, er kann auch hier angebracht werden. Wenn ein Baby sich bemüht zu laufen, es dies aber noch nicht kann und darum ständig auf den Hintern plumpst, lacht man es ja auch nicht aus, weil es zu blöde für so eine einfache Sache wie laufen ist, sondern man muntert es auf, lobt die Anstrengungen, und wenn man lacht, dann weil es so niedlich aussieht, wie es immer wieder „bums“ macht. So sollte man es auch mit dem „Trashfilm“ halten, auch wenn einige davon – wie „Mosquito, der Schänder“ – ganz bestimmt nicht „niedlich“ sind.

Christian Keßlers Buch ist in 10 Abschnitte unterteilt. 10 exotische Inseln im Zelluloid-Ozean, zu denen uns ein alter Seebär auf seinem Kahn mitnimmt. So zumindest die anfängliche Idee, die dann am Ende des Buches wieder aufgenommen wird. Zunächst geht es zu den „Eisbrechern“. Jenen Filmen, die Sonnenstrahlen ins verknöcherte Herz der Mainstream-Gucker werfen sollen. Hier begegnen uns Hermann Umgar aus „Die Wurmfresser“, die Ratten von Manhattan aus Bruno Matteis „Riffs 3“, die legendären „Mad Foxes“ und der unfassbare „Türkisch Star Wars“. Wer hier schon abwinkt, der kann die Reise auch gleich abbrechen, denn er ist ein hoffnungsloser Fall.

Weiter geht es mit „Klassiker“, wo man dann auch auf Ed Wood stößt, über „Monsterfilme“, „Männerfilme“ (hauptsächlich Söldnerware, aber auch „Django und die lüsternen Mädchen von Porno Hill“), „Frauenfilme“ u.a. mit Doris Wishman und ihrer Entdeckung Chesty Morgan, „Bauernfilme“ (mit dem titelgebenen „Zombiehof“), „Kirchenfilme“, bei denen selbstverständlich auch Wenzel Storch zugegen ist, „Mutantenfilme“ und hin zu – last but not least – „Penisfilme“. Gerne macht sich Christian Keßler ein Spaß daraus, Filme in den jeweiligen Kategorien vorzustellen, die auf den ersten Blick nicht unbedingt etwas mit dem jeweiligen Abschnitt zu tun haben. Warum zum Beispiel John Waynes ultra-konservativer „The Green Berets“ unter „Mutantenfilme“ zu finden ist, darüber möge sich jeder selber seine Gedanken machen. Schön auch, wie Keßler hier und da alte Freunde mit einem Text bedenkt und deren Filme den verdienten Kontext gibt. Wie „Operation Dance Sensation“ von Thilo Gosejohann oder „Der Glanz dieser Tage“ von Wenzel Storch. Der Hinweis auf seinen Verlags-Kollegen Jörg Buttgereit und dessen Buch „Die Monsterinsel“ fehlt da natürlich auch nicht.

„Wurmparade auf dem Zombiehof“ ähnelt in vielerlei Hinsicht einem stream of consciousness, als einem lange recherchiertem Werk, an dem der Autor Jahre gesessen hat. Christian Keßler besitzt eine umfangreiches Wissen über die Filme, die er hier beschreibt und so wirken die Texte oftmals wie eine launige Plauderei aus dem Stehgreif, die gerne auch mal hier oder dorthin driften kann. Da wird dann auch schon mal ein Gespräch in einer 80er-Jahre Ruhrpott-Videothek simuliert. Das soll aber nicht den Informationsgehalt des Buches schmähen. Trotz des lockeren Tones und den lustigen Scherzen werden dem Leser auch zahlreiche Anekdoten und Informationen über die Filmemacher mitgegeben. Z.B. was mit dem Huhn aus „Pink Flamingos“ geschah, dem das Buch gewidmet ist.

Wer Christian Keßlers bisherige Arbeiten – vor allem für die Splatting Image“ – kennt, dem wird hier einiges bekannt vorkommen, er wird aber auch viel Neues entdecken können. Denn der Ozean ist weit und niemand kann bereits jede Insel angefahren haben. Und Neuland zu betreten, sei hiermit ausdrücklich jedem alten Skipper, und vor allem den vielen neuen Leichtmatrosen da draußen empfohlen.

Wer Christian Keßler gerne einmal persönlich erleben möchte, der hat am Freitag, den 28. November um 21:00 Uhr im Bremer Lagerhaus die Gelegenheit. Ich werde auf jeden Fall da sein und freue mich auch schon auf die Filmausschnitten, welche die Lesung begleiten sollen.

Christian Keßler “Wurmparade auf dem Zombiehof – Vierzig Gründe, den Trashfilm zu lieben, Martin Schmitz Verlag, 288 Seiten, € 18,80

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Das Bloggen der Anderen (24-11-14)

bartonfink_type2-Am 19. November verstarb der Regisseur Mike Nichols, der hierzulande vor allem mit seinen Filmen „Die Reifeprüfung“ und „Catch-22“ bekannt wurde. Der Kinogänger hat Nichols mit einem informativen Nachruf bedacht. Als einziger Blog übrigens. Ferner gibt es hier auch wieder Neues aus Hollywood.

– Auf Trickfilmstimmen.de kann man die spannende Geschichte über die erste Synchronisation von Walt Disneys „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ nachlesen, welche im Jahre 1938 entstand.

– David Cronenberg ist unter die Romanautoren gegangen und hat ein gar seltsames Werk abgeliefert, welches unter dem Titel „Verzehrt“ nun auch auf Deutsch erschienen ist und von LZ auf screen/read besprochen wird.

– Manfred Polak stellt in einem höchst lesenswerten Artikel auf Whoknows presents einige „Großstadt-Kammermusikstücke“ vor. Also, die „Großstadt-Sinfonie“ in Miniatur. Einige davon kannte ich schon, andere sind mir neu und hübscherweise werden auch gleich die entsprechenden Video-Links dazu geliefert.

– Bemerkenswerter Weise erwähnt auch Lukas Foerster in seiner Vorstellung des Filmes „Aufruhr des Blutes“ von 1929 auf Dirty Laundry die „city-symphony-montage“.

– Auf dem Filmfest Regensburg ist Mike Hodges eine Retrospektive gewidmet, was Michael Fleig auf critic.de zum Anlass nimmt, diesen heute eher unbekannteren Regisseur (der immerhin mit dem wunderbaren Pop-Comic-Trash „Flash Gordon“ einen meiner Lieblingsfilme drehte) näher vorzustellen.

– Joachim Kurz thematisiert auf B-Roll noch einmal den langsamen Niedergang des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg. Anlässlich seines neuen Films „Einer nach dem Anderen“ wird Regisseur Hans Petter Moland interviewt und Lucas Barwenczik stellt das legendäre Anime-Studio Ghibli und seine weniger bekannte Musikvideo-Arbeit vor.

– Einen wichtigen und vielbeachteten Artikel hat Rüdiger Suchsland auf Negativ über die stillschweigende Vertragsverlängerung mit Berlinale-Direktor Dieter Kosslick geschrieben.

– Auf Hard Sensations ist es in letzter Zeit leider ausgesprochen ruhig geworden. Nun hat Jamal Tuschick seine Gedanken zu „Am Sonntag bist Du tot“ und Christian Petzolds „Phoenix“ niedergeschrieben. Beide scheinen ihm gefallen zu haben.

– Udo Rotenbergs Artikel über „Frankfurt Kaiserstrasse“ auf Grün ist die Heide, beweist einmal mehr, wie interessant die deutsche Filmlandschaft der 70er und frühen 80er Jahre war – und wie viel davon heute zu Unrecht vergessen. Den Namen Roger Fritz merke ich mir auf jeden Fall. h

– Oliver Nöding nimmt auf Remember It For Later eine persönlichen Quentin-Tarantino-Retrospektive vor. In dieser Woche arbeitet er sich von „Pulp Fiction“ über „Jackie Brown“ bis „Django Unchained“ vor. Besonders schön finde ich dabei, dass er genau die Gedanken, die ich zu diesen Filmen hatte – insbesondere meinen Lieblings-Tarantino „Kill Bill Vol. 2“ – , in griffige und kluge Worte packt und dazu noch einige weitere Denkanstöße liefert. Von daher habe ich die Texte allesamt sehr genossen. Ich bin also nicht ganz allein mit meiner noch immer anhaltenden Begeisterung – und gleichzeitiger Skepsis, was die „Fanboys“ und Trittbrettfahrer angeht.

– Patrick Holzapfel schreibt auf Jugend ohne Film über „expanded cinema“ und den Versuch der diesjährigen Viennale, dieses in einen Kinosaal zu sperren.

– Cutrin hat für filmosophie den neuen Film des von mir hochverehrten Roy Andersson gesehen und stellt fest :“Tatsächlich gibt es in den Bildern so viel zu entdecken, dass sich der Film trotz der langsamen Erzählweise kaum in die Länge zieht.“

– Ein neuer Woody Allen? Ja, wurde ja auch Zeit. Schließlich kommt mit schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr ein Film von ihm in die Kinos. Von „Magic In the Moonlight“ hatte ich im Vorfeld gar nichts mitbekommen. Wahrscheinlich bin ich darum so überrascht. Frank Schmidtke von cinetastic.de mochte ihn.

Going to the movies schreibt über den neuen Film des unberechenbaren James Franco: “Child of God“, der ihn wieder verwirrt zurücklässt und ihn fragen lässt, „ob Franco nun einfach nur eine coole Rebellen-Sau ist, der einfach auf alles scheißt oder ob der gute Mann nicht mehr ganz rund läuft.“

– Oliver Armknecht hat auf film-rezensionen.de ebenfalls „Child of God“ besprochen, der ihn sehr mitgenommen hat, dem seiner Meinung nach, aber auch der Spannungsbogen fehlt. Mit „Graceland“ (meine Kritik hier) geht er ebenfalls härter ins Gericht, auch wenn er findet, dass der Film als Milieustudie großen Eindruck hinterlässt. Und dann gibt es wieder eine Animationsfilm-Empfehlung. Diesmal „Technotise“ aus Serbien (!).

– YP und PD haben sich für ihren Film im Dialog diesmal einen Klassiker ausgesucht: John Fords „Früchte des Zorns“.

– Auch ein Film von meiner stetig wachsenden „Muss-ich-noch-gucken“-Liste: Bob Rafelsons Drogen-Trip „Head“ mit den Monkees. Sascha Nolte hat ihn gesehen und auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte besprochen.

– Ich liebe Jean Rollins Filme. Yzordderrexxiii wird mit seinem „Requiem for a Vampire“ nicht ganz warm, räumt aber auch ein, ihn unter nicht optimalen Umständen gesehen zu haben: „Rollins Filme sind nicht dafür gemacht, sie auf einem kleinen Computerbildschirm zu sehen. Sie gehören ins Kino.“. Genau!

– Auf Mehrfilm hat Christian Gertz ausführlich mehrere Streaming-Dienste (für mich ja der Teufel in digitaler Gestalt, aber wohl leider auch die Zukunft des Filmeanschauens – siehe ein Punkt weiter oben) getestet und seine Erfahrungen, Pros und Contras zusammengefasst.

– Und zum Schluss: Auf Schlombies Filmbesprechungen gibt es wieder eine Folge von „Die Filmbesprechungen der Anderen“.

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DVD-Rezension: “Das Mädchen von Triest”

Mädchen von TriestDer Comic-Zeichner Dino Romani (Ben Gazzara) lernt am Strand die wunderschöne, junge Nicole (Ornella Muti) kennen, die gerade von zwei Männern vor dem Ertrinken gerettet wurde. Nicole sucht ihn kurze Zeit später in seinem Haus auf, wo sie gleich miteinander schlafen. Fortan treffen sie sich immer wieder, wobei Nicole einen Hang zu provozierenden Eskapaden und Märchengeschichten über ihr Leben auffällt. Romani versucht daraufhin herauszufinden, was hinter allem dem steckt und wer Nicole wirklich ist. Seine Recherchen offenbaren ihm, dass Nicole an schwerwiegenden psychischen Störungen leidet und in einer offenen Anstalt lebt…

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Regisseur Pasquale Festa Campanile hat sich vor allem mit Sex-Komödien und dem harten Meisterwerk „Wenn Du krepierst, lebe ich“ (kommt demnächst von OFDb Filmworks) einen Namen gemacht. Nebenbei hat er scheinbar auch Zeit gehabt, Romane zu schreiben. So verfilmte er 1981 mit „Das Mädchen von Triest“ sein eigenes Buch. Man kann wohl davon ausgehen, dass er der Figur des Dino Romani, eines alternden Künstler, der sich von seiner Arbeit ein prächtiges Haus leisten kann, durchaus biographische Züge gegeben hat. Sollte dem so sein, hat Herr Campanile ein gesundes Selbstempfinden. Der Comic-Zeichner Dino Romani ist nämlich einer, dem die jungen Frauen reihenweise verfallen, auch wenn er nicht unbedingt den sympathischsten Eindruck hinterlässt. Solche Altherren-Fantasien sind ja in Literatur und Film nicht gerade selten, hinterlassen aber häufig einen muffigen Nachgeschmack. Hier ist es eine blutjunge und überirdisch schöne Ornella Muti, die dem alten Künstler mit Haut und Haar verfällt.

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Diese nicht unbedingt realistische, aber von vielen älteren Herren sicherlich gerne herbei geträumte, Geschichte, mündet dann für Dino Romani in dem Luxusproblem, dass er die sich nach ihm verzehrende Nicole nicht mehr los wird. Gleichzeitig ist er aber auch zu sehr von ihr fasziniert, um sich von ihr lösen zu können. Und gerade als ihm klar wird, dass Nicole extreme, psychische Störungen hat, überkommt ihn ein Helfer-Syndrom welches – so ist zumindest der Eindruck – aber vor allem dazu dient, vor sich selbst in einem guten und edlen Licht zu stehen. Den Endruck, das ier eine innige Liebe entstanden ist, erweckt Romani nämlich nicht. Als ihm die Hintergründe für Nicoles mysteriösen Verhalten noch nicht klar sind, ist er über ihre Eskapaden amüsiert, lässt sie aber auch jederzeit spüren, dass er sich ihr intellektuell überlegen fühlt. Sein oftmals süffisantes Lächeln verrät ihn dabei. Als ihre Aktionen immer extremer werden, wendet er sich zunächst angeekelt ab. Nur um dann das geheimnisvolle, und dadurch für ihn erst begehrenswerte, Wesen, wieder mit seiner Gegenwart zu bedrängen.

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In der IMDb ist der Film u.a. mit dem Schlagwort „Thriller“ codiert, was allerdings übertrieben ist. Zwar gibt es einen Plot, in dem Romani wie eine Detektiv versucht, die Identität Nicoles aufzudecken, doch dieser ist sekundär und auch nicht besonders spannend, sondern eher beiläufig inszeniert. Komponist Riz Ortolani hat einen schönen Score verfasst, der ebenfalls Thriller-Elemente aufnimmt und sehr bedrohlich tönt, wenn offenbar wird, dass Nicole psychisch krank ist und Romani verfolgt. Die Szene, in der Nicole um Romanis Haus schleicht, während dieser sich drinnen versteckt, ist sogar recht effektiv geworden. Auch Nicoles finales Gleiten in den Wahnsinn gerät sehr überzeugend. Insbesondere, wenn sie sich einbildet, von Kakerlaken bedroht zu werden, oder am Strand einen jungen Mann verführt, spürt man deutlich die Verwirrtheit ihres Geistes. Hier wird der Film nach langem Vorgeplänkel dann wirklich interessant, endet dann aber auch recht abrupt.

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Ornella Muti macht ihre Sache sehr gut und wird von Campanile überaus begehrenswert ins Bild gesetzt. Man kann gut verstehen, weshalb Dino Romani nicht von ihr los kommt, obwohl er wissen sollte, dass er damit zum Teil ihres Problems wird. Wie man aufgrund des Covers schon früh vermuten kann, beweist die Muti auch Sinn für Drastik, indem sie sich für die Rolle der Nicole den Kopf rasieren lässt. Ich gehe zumindest davon aus, dass dies kein Make-Up-Trick ist, auch wenn die Muti dadurch eine merkwürdige Kopfform offenbart, die ein wenig an die Coneheads erinnert. Möglicherweise hat sie ihr Haupthaar ja unter einer Gummiglatze verborgen. Vielleicht aber auch nicht. Zur Freude des männlichen Zuschauers, scheut sie sich auch nicht, nackt vor der Kamera zu agieren. Dies tut auch Mimsy Farmer. Zumindest von hinten. Mimsy Farmer spielte in den 70er und 89er Jahren in vielen italienischen Genrefilmen mit, wo sie aber häufig durch ein hysterisches Gehabe auffiel. Hier hält sie sich angenehm zurück und ist von Campanile auch ungewohnt weiblich und attraktiv inszeniert worden.

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Ben Gazzara als Dino Romani hat nicht wirklich viel mehr zu tun, als abwechselnd arrogant-überlegen oder in sich gekehrt und grübelnd zu schauen. Demgegenüber freut man sich darüber, einige beliebte Gesichter in den Nebenrollen zu sehen. Wie Romano Puppo, der einen Strandkiosk-Besitzer spielt. Oder Andréa Ferréol die eine arg überschminkte, und an eine Puffmutter erinnernde, Freundin von Nicole spielt. Der immer zuverlässige und sympathische Ex-Western-Star William Berger wird auf dem Cover der DVD zwar an erster Stelle aufgeführt, sein Auftritt dauert aber leider weniger als 30 Sekunden. Nouvelle-Vague-Star Jean-Claude Brialy als Psychiater hat allerdings eine sehr undankbare Rolle, da ihm vom Drehbuch einige sehr ungelenke Sätze in den Mund gelegt wurden und seine Figur nicht wirklich durchdacht ist. Auf der technischen Seite ist Alfio Contini Kameraarbeit unaufdringlich, aber präzise und mit viel Sinn für Bildkomposition.

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„Das Mädchen von Triest“ in ein langsam erzähltes Psychogramm einer ungleichen Beziehung, die von dem, sich langsam steigernden, Wahnsinn der jungen, von einer bildschönen Ornella Muti souverän gespielten, Nicole geprägt ist. Ihr deutlich älterer, männlicher Gegenpart zeichnet sich vor allem durch eine unsympathische Egozentrik aus. Kompetent von Regisseur Pasquale Festa Campanile nach seinem eigenen Roman in Bilder gesetzt, nimmt diese Altherren-Fantasie erst gegen Ende Fahrt auf.

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Der Film ist eine weitere Veröffentlichung der Ascot-Elite-Reihe „Cinema Treasures“. Wie so oft, erreicht das Bild hier einen guten Durchschnitt, aber nicht mehr. Der Ton liegt auf Deutsch und Italienisch vor. Da der Film in der alten deutschen Fassung offenbar geschnitten war, sind die fehlenden Stellen im Original mit deutschen Untertiteln eingefügt. Extras gibt es leider wieder keine.

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