Das Bloggen der Anderen (09-02-15)

bartonfink_type2– Ist schon wieder ein Jahr um? Mir kommt es vor, als hätte ich erst vor ein paar Wochen die Berichterstattung über die Berlinale in den deutschsprachigen Filmblogs zusammengefasst. Liegt wahrscheinlich am Alter. Also frisch ans Werk. Für Negativ ist Sarina Lacaf in Berlin dabei und ist von Andreas Schippers „Victoria“, einem „tatsächlich und in erschütternder Weise beeindruckenden Beitrag zum Wettbewerb“ schwer begeistert. Auch Michael Sennhauser von Sennhausers Filmblog ist von „Victoria“ – wie viele andere seiner Kollegen auch – sehr angetan.  Bei Werner Herzogs „Queen of the Desert“ findet er: „Herzog hat längst seinen eigenen Meta-Stil entwickelt: Er kombiniert die grosse Geste mit der grossen Ironie, und das tut er meisterlich.“ Und auch die diesjährige Retrospektive „Glorious Technicolor“ wird von ihm ausführlich vorgestellt.  Auch cutrin von filmosophie hat den neuen Herzog auf der Berlinale gesehen und kommt zu einer ähnlichen Einschätzung : “So bleibt Queen of the Desert letztlich nicht als Biopic über eine verdienstvolle Forscherin und Freidenkerin in Erinnerung, sondern als dieses beinahe Douglas Sirk-esk überdrehte Melodrama, das leider sein anfänglich so grandios witziges Niveau nicht konsequent beibehalten konnte.“ Nomen est omen ist für sie Rosa von Praunheims neues Werk „Härte“. Danny Gronmaier war für critic.de bei der „Perspektive Deutsches Kino“. Philipp Baumgartner schreibt auf Daumenkino über die Berlinale und möchte den portugiesischen Dokumentarfilm „Rabo de Peixe“ hervorheben. Joachim Kurz kann auf B-Roll so gar nichts mit dem neuen Terrence Malick, „The Knight of Cups“ anfangen.  Katrin Eissing berichtet auf Revolver über die nicht zur offiziellen Berlinale gehörende, sondern von engagierten Cineasten neu ins Leben gerufene „Woche der Kritik“.

– Mit dem unglaublich schmierigen „Die Teuflischen von Mykonos“ gibt es von totalschaden auf Splattertrash noch einmal einen Nachschlag zum „Mondo Bizarr Weekender“ aus der Vorwoche.

– Frank Schmidtke ist auf cinetastic.de sehr begeistert von „A Girl Walks Home Alone At Night“, dem ersten iranischen Vampir-Western – der allerdings komplett in den USA entstand.

– „A Girl Walks Home Alone At Night“ wird auch von David McAllen auf Komm&Sieh sehr lobend behandelt. Ebenfalls sehr gut weg bei den sonst so kritischen Kollegen kommt auch „City 44“, ein polnischer Spielfilm über den Warschauer Aufstand.

– LZ hat auf screenread seine lesenswerten Gedanken zum Thema „Die Alien-Invasion als Schläfer-Parabel: Kollektive Paranoia zwischen Dark Skies und Independence Day“ aufgeschrieben.

– Auf SDB verabschiedet sich Sir Donnerbold schweren Herzens von einer Figur aus der internationalen Video-Blogger-Szene, dem „Nostalgia Critic“.

– Viele interessante Artikel findet man in dieser Woche auf Magazin des Glücks. Sebastian schreibt über fünf Filme von Gerd Oswald, laut Hans-Christoph Blumenberg ein „exzellenter Handwerker mit einer barocken filmischen Fantasie«, ein »Irrläufer, Grenzgänger, Meister des Genrekinos“. Er lobt die Biographie „Fritz Lang – Ich bin ein Augenmensch« von Norbert Grob und befasst sich mit zwei Fernsehspielen von Rainer Erler.

– Manfred Polak analysiert auf Whoknows presents eingehend den Film „Der Rabe“ von Henri-Georges Clouzot.

– Vor 40 Jahren kam „The Texas Chainsaw Massacre“ in die Kinos. Grund für Alex Klotz auf Hard Sensations einen Blick auf die neue Blu-ray zu werfen.

– Und zum 75. Geburtstag von George A. Romero veröffentlicht Thomas Groh auf seinem filmtagebuch noch einmal seinen Text zum 70., den er vor fünf Jahren in der taz veröffentlichte.

– Oliver Nöding hat auf Remember It For Later seine James-Bond-Retro mit „Skyfall“ abgeschlossen und wendet sich mit „Piratensender Powerplay“ anderen Themen zu. Lesenswert auch seine Kritik zu „Under the Skin“.

– Seth Hold kenne ich nur als Regisseur für die Hammer Studios. Aber er hat auch eine deutsch-englische Co-Produktion von Artur Brauners CCC gedreht. Udo Rotenberg bespricht auf Grün ist die Heide „Endstation 13 Sahara“ mit Hansjörg Felmy und Carroll Baker.

– Kein Kino sondern Theater, aber trotzdem wert hier erwähnt zu werden. Sven Jachmann interviewt auf filmgazette den einzigartigen Wenzel Storch!

– YP und PD haben sich mal aktuelle Genre-Unterhaltung angesehen und sind auf Film im Dialog angenehm von „John Wick“ überrascht.

– Mauritia Meyer hat sich auf Schattenlichter eines der schönsten (okay, auch eines der wenigen) Gothic-Horror-Western vorgenommen: „Satan der Rache“ von Antonio Margheriti mit Klaus Kinski – ausnahmsweise mal als Anti-Held. Der sollte in keinem guten Haushalt fehlen.

– Jonas Reinartz schreibt auf filmosophie darüber, warum ihn Luchino Visconti nicht loslässt.

– Robin Schröder legt seinen Lesern auf Mise en cinéma den russischen Film „Der Vrief, der nie ankam“ von Michail Kalatosow ans Herz und hat mich davon überzeugt, dieses Werk auf meine „Gesucht“-Liste zu setzten.

– Der neue Film von François Ozon, „Die neue Freundin“, kann Christian Witte von Cereality nicht ganz überzeugen.

– Oliver Armknecht empfiehlt auf film-rezensionen den Anime „Robotic Angel“ und wundert sich, warum dieses Werk nicht immer in einem Atemzug mit den großen SF-Animes genannt wird und meint, vielleicht liegt es an der Musik.

– Bei Der Kinogänger gibt es eine Vorschau auf das kommende Kinoprogramm.

Schlombies Filmbesprechungen präsentiert wieder sein „Besprechungen der Anderen“.

– Und Wiederaufführung die besten Podcasts der letzten Woche.

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DVD-Rezension: “WolfCop”

WolfcopDer versoffene und faule Polizist Lou Garou (Leo Fafard) schiebt seinen Dienst in einer kanadischen Kleinstadt. Nachdem er eines Nachts zu einem Einsatz im nahegelegenen Wald gerufen wird, ändert sich sein Leben. Am nächsten Morgen erwacht er mit einem Pentagramm auf seiner Brust und geschärften Sinnen. Doch Lou kümmert das zunächst wenig, und er säuft erst einmal weiter. Als er sich dann aber bei Vollmond in ein haariges Monster verwandelt, sieht sich selbst Lou Garou dazu gezwungen, nach den Hintergründen zu fahnden. Unterstützt wird er dabei von seinem kauzigen Kumpel Willie (Jonathan Cherry) und seiner ehrgeizigen Kollegin Tina (Amy Matysio). Als Wolfcop gerät er dabei in eine finstere Verschwörung, die weit zurück reicht und Lou in tödliche Gefahr bringt…

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Es ist heutzutage durchaus eine Wohltat, wenn sogenannte „Trash“-Filme (ein fürchterliches Wort) einmal nicht mit dem ironischen Zwinker-Zwinker in den Augen daherkommen. Wenn sie sich nicht in ihrer eigenen Schlechtigkeit suhlen und Fließbandware als „Kult“ (noch so ein Unwort) verkaufen wollen, weil sie ja so crazy und billig gemacht sind. Ab und zu guckt doch mal ein B-Filmchen um die Ecke, welches sein Herz auf dem rechten Flecken hat und eine verrückte Idee nicht in billiges Zellophan, sondern festes Geschenkpapier wickelt. „WolfCop“ ist solch ein B-Filmchen. Einen Polizisten zum Werwolf mutieren zu lassen, und diesen dann noch auf Streife zu schicken, ist eine dieser Ideen, bei denen man sich fragt, warum zuvor noch niemand auf diese Idee gekommen ist. Okay, Vampire als Polizisten gab es schon, aber gegen ein haariges Monster haben die blassen Blutsauger hier in Sachen Originalität keine große Chance. Der Werwolf in Polizeiuniform ist dann auch das prägnante Element in diesem mit 76 Minuten recht kurzen Film. Und man darf es Regisseur und Drehbuchautor anrechnen, dass er seine dünne Geschichte nicht künstlich aufbläht, sondern knackig zum Ende führt. Ob das in dem, bereits vor dem Abspann angekündigten, „WolfCop 2“ auch der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.

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„WolfCop“ fühlt sich an, wie eine dieser Direct-to-video-Produktionen, die Ende der 80er/Anfang der 90er in die Videotheken kamen. In einer Zeit also, in der gerade noch statt billiger, lebloser CGI, Geld in gute, alte Handarbeit gesteckt wurde. So sind die Masken und Special Effects in „WolfCop“ dann auch kostengünstig, aber atmen den Charme von etwas Echtem, Anfassbaren. Und man spürt förmlich die Freude, mit der die Maskenbildner und Special Effects Leute sich hier austoben. Latex, Prothesen, Kunstblut. Die ganze Palette altehrwürdiger Maskenkunst wird hier aufgefahren und mit sichtlichem Spaß und Kreativität eingesetzt. Man sollte nur keine atemberaubenden Transformationen wie in „American Werewolf“ oder „Das Tier“ erwarten. Dafür stand augenscheinlich auch nicht das Budget zur Verfügung. Aber mit einigen geschickten Kameraeinstellungen zaubert Lowell Dean hier durchaus überzeugende und angenehm altmodische Effekt-Szenen. Nur bei einigen Explosionen und kurzen Verwandlungsszenen ganz am Ende, kommt auch Dean nicht umhin, auf den Computer zurückzugreifen, was ihm aber verziehen werden darf.

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Auch wenn der haarige Polizist durchaus eine Innovation darstellt, die Geschichte tut es nicht. Sie bleibt dünn, vorhersehbar und offenbart auch ein paar Durchhänger. Jedoch wird gar nicht erst versucht dies Mängel durch ein übergroßes Spektakel zu kaschieren, sondern man steht in bester B-Film-Tradition dazu, was den Film näher an die Grindhouse-Filme der 70er und 80er rückt, als so manches gewollt cooles Neo-Retro-Filmchen. Zwar wird „WolfCop“ als Horrorkomödie vermarktet, aber der Komödienanteil ist dankenswerter Weise bis auf zwei-drei Stellen nicht übermäßig forciert, sondern ergibt sich aus der Absurdität der Geschichte, die von den Darstellern ernsthaft und ohne Parodiecharakter gespielt wird. Dies gilt insbesondere für den Hauptdarsteller Leo Fafard, der zwar „im wahren Leben“ seine Brötchen als „generator operator“ hinter der Kamera verdient, sich aber als Idealbesetzung für Lou Garou (kleines Wortspiel mit loup-garou, dem französischen Wort für Werwolf) entpuppt. Selbst ohne Make-Up hat er schon etwas „wölfisches“ an sich und spielt seine Rolle, die durchaus auch als Slapstick-Charakter hätte angelegt werden könnte, ernsthaft und mit starker physischer Präsenz. Auch seine Mitstreiter schlagen sich recht gut, vor allem Amy Matysio als Hilfssheriff Tina, eine Rolle, die in falschen Händen auch schnell zu einer nervigen Witzfigur hätte geraten können. Nicht vergessen sollte man auch Sarah Lind als überaus heiße Jessica, deren Auftritte man – nicht unbedingt durch ihre Schauspielkünste, aber immerhin – nicht so schnell vergisst. Nur Jonathan Cherry als Lous etwas verrückter Kumpel und Aidan Devine als Sheriff neigen dazu, die Grenze zur Albernheit ein paar Mal zu überschreiten.

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„WolfCop“ wurde mit Hilfe der Cinecoup film accelerator competition finanziert. So etwas wie einer Online-Casting-Show für Filmfinanzierungen. Er setzte sich aufgrund eine 2-minütigen Trailers gegen 89 Konkurrenten durch und erhielt eine Fan-Finanzierung, die den Dreh des Filmes erst möglich machte, und noch die Garantie dafür, dass der Film in seiner Heimat Kanada einen Kinostart bekam. Und der Film liefert dann auch das, was die Fans aufgrund der Prämisse erwarten durften. Leichte, und überraschend blutige, Unterhaltung, die keinen großen Anspruch erhebt, außer seinem Publikum eine gute Zeit zu bescheren. Was ihn ungleich sympathischer macht als die sterilen CGI-Monsterfilme, die eiskalt auf den Geldbeutel ihrer Zuschauer starren und dabei vergessen, warum es im sogenannten „Trash“-Film geht: Nämlich das Herz am rechten Fleck zu haben, und sein Thema soweit ernst zu nehmen, dass man mit dem Film, statt über ihn lacht.

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Der kanadische Low-Budget-Film „WolfCop“ erweist sich als sympathisches und ganz und gar anspruchsloses Party-Filmchen, dass zugunsten von guten, alten handgemachten Effekten, fast vollständig auf billige CGI verzichtet. Ein gut besetzter Hauptdarsteller, schöne Frauen und literweise Kunstblut runden das positive Bild ab, in dem Komödie über weite Strecken nicht mit albernen Plattheiten gleichgesetzt wird.

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Die Bildqualität der Ascot Elite DVD ist gut. Die Farben an manchen Stellen wunderbar kräftig. Hier und Dort weist das Bild allerdings einen gewissen „Video-Look“ auf, der etwas billig wirkt. Die Synchronisation ist okay, aber die Originaltonspur ist eindeutig zu bevorzugen, da die wunderbar tiefe Stimme des Hauptdarstellers in der deutschen Fassung zu hell und beliebig ist. Die Extras der DVD sind nicht besonders spektakulär. Es gibt eine 5-minütiges Featurette in dem der Cast bei den Dreharbeiten herumalbert und mehrere Takes eine alternativen Szene zu finden sind, in der Hilfssheriff Tina statt eines abgerissenen Gesichts einen Penis findet. Dann gibt es noch ein Musikvideo, drei kurze Videos über „Cinecoup – The Film Accelerator“, worüber der Film finanziert wurde und letztendlich noch sechs „Missions Videos“, die zusammen eine Laufzeit von knapp 13 Minuten ergeben. Das aufschlussreichste Feature ist aber ein Audiokommentar mit Lowell Dean (Autor und Regisseur) und Emmersen Ziffle (Spezial Make-up). Gegenüber der von mir gesichteten DVD, soll die Blu-ray noch ein 45-minütiges „Making Of“ enthalten.

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„Rettet Heinz Klett!“ – Crowdfunding-Aufruf für die Restauration des Klassikers „Blutiger Freitag“

blutiger_freitag2Ab und zu erreichen mich Bitten, eine Crowdfunding-Aktion mit einem Hinweis hier im Blog zu unterstützen. Wenn das Projekt interessant und sympathisch klingt, mache ich das auch gerne. Ab und zu stolpere ich auch selber einmal über solch eine Aktion. Und wenn mich das dann überzeugt, bin ich sehr gerne bereit, mein Scherflein zum Gelingen beizutragen. So war das beispielsweise bei „German Angst“ oder Huan Vus Projekt „Die Traumlande“. Nun bin ich wieder auf ein Crowdfunding-Projekt aufmerksam geworden, welches ich sehr gerne unterstützte und dem ich neben einem finanziellen Beitrag, auch ein wenig Werbung an dieser Stelle zukommen lassen möchte.

Es geht um die Restauration eines Filmes, mit dem mich viel verbindet. Die Rede ist von Rolf Olsens grandiosen „Blutiger Freitag“ mit einem umwerfenden Raimund Harmsdorf. Dies war vor vielen, vielen Jahren quasi eine Initialzündung für mich. Wie so viele, war ich – man mag dies mit jugendlichen Naivität und meiner damaligen Fixierung auf amerikanischen Stoff entschuldigen – davon überzeugt, dass der deutsche Film außer Komödien und Betroffenheitsdramen nichts könne. Während heutzutage für dieses haltlose Vorurteil immer Til Schweiger auf der einen Seite und die Berliner Schule auf der anderen herangezogen werden, waren es zu meiner Zeit Lederhosenfilme und der Neue Deutsche Film. Wie haben sich die Zeiten doch wenig geändert.“Blutiger Freitag“ zeigte mir auf sehr explosive Art und Weise, welche Juwelen die deutsche Filmgeschichte doch bereithielt, wenn man denn nicht zu faul war, danach zu suchen. Was übrigens ebenfalls auch noch für die heutige Zeit gilt.

Als wir vor einigen Jahren die Reihe „Weird Xperience“ im Kommunalkino Bremen ins Leben gerufen haben, war mein großer Traum, einmal Rolf Olsens Meisterwerk als 35mm Kopie auf die große Leinwand zu bringen. Leider war die einzige mir bekannte Kopie sehr stark rotstichig und eine Alternative nicht aufzutreiben. So blieb es dann leider dabei. Immerhin konnten wir aber Olsens „Das Stundenhotel von St. Pauli“ zeigen. Man kann sich also meine Freude vorstellen, als ich lass, dass das deutsche Label Subkultur-Entertainment plant, sich des Filmes und einer professionellen Restauration mit anschließender HD-Auswertung anzunehmen. Nun gehört Subkultur-Entertainment bisher nicht zu meinen favorisierten Labeln, da sie – wie leider auch Camera Obscura – es nicht für nötig erachten, auf mehrmalige, höfliche Anfragen per privater Nachrichten über Facebook oder Internet-Foren in irgendeiner Form zu reagieren. Aber ihr bisheriges Programm überzeugt, und man hat das gute Gefühl, dass „Blutiger Freitag“ hier in guten Händen ist.

Hier die Ankündigung des Labels via Facebook:

RETTET HEINZ KLETT !!!

5 Jahre und 35 hausgebackene Auswertungen später, besteht Grund zum Feiern, denn wir haben Geburtstag und im Geschenk lag gut verpackt der nächste Meilenstein für die Weichenstellung der Zukunft von Subkultur-Entertainment. Nach langer Vorbereitungszeit möchten wir heute die Katze aus dem Sack lassen und euch unser neues Familienmitglied vorstellen → Subkultur Films USA.

Gemeinsam mit unserem langjährigen Freund Elijah Drenner machen wir ab 2015 auch auf internationaler Ebene die Wohnzimmer unsicher, um euch mittels paralleler Wege weiterhin auserlesenes Schmutzfinkenzelluloid in noch besserer Form zugänglich zu machen. Neben einigen europäischen und japanischen Phantastereien ist es uns ein ganz besonderes Anliegen, das heiß und innig geliebte deutsche Genrekino auch einem internationalen Publikum von seiner besten Seite zu zeigen und was wäre eine bessere Wahl als das deutsche Aushängeschild schlechthin, BLUTIGER FREITAG!!!

Ein Meisterwerk mit null Hemmungen und null Rücksicht und ein Großprojekt, welches in keiner vergleichbaren Form je auf unserem Schreibtisch lag. Um dieser filmischen Ekstase endlich die verdiente Umsetzung auf Blu-ray zu ermöglichen, benötigen wir eure Unterstützung bei der von Kickstarter ins Leben gerufenem „Restaurationsmonat“ für BLUTIGER FREITAG.

Im illustren Kreis namhafter Anbieter und spannenden Kampagnen hat BLUTIGER FREITAG als einziger europäischer Beitrag die Endrunde passiert und konnte auch die Entscheidungsträger bei Kickstarter überzeugen, dass er seine Restauration redlich verdient hat. Freie Bahn für Heinz Klett!

Worum geht’s?

BLUTIGER FREITAG gehört zur Speerspitze deutscher Leinwandsensationen und wir wollen ihn mit eurer Unterstützung einer kompletten Generalüberholung unterziehen. Das beinhaltet neben einem 2K Scan auch eine vollständige Restauration, um die volle Pracht dieses Films wieder zu Tage zu fördern. Bis zum heutigen Tag blieb BLUTIGER FREITAG dies verwehrt, denn das vorhandene Negativ ist irreparabel beschädigt. Fehlende Frames, tiefe, nicht retuschierbare Kratzer, 50% eingerissene Bilder, Flüssigkeitsrückstände, starke Verschmutzungen und zerstörte Perforation. Das einzig verbliebene Quellmaterial, welches eine Restauration von BLUTIGER FREITAG ermöglichen kann, ist das Intermed Positiv. Auch dieses IP verfügt über zahlreiche Schäden, welche es zu beseitigen gilt, doch es bietet weltweit die einzige Möglichkeit, BLUTIGER FREITAG in die hochauflösende Welt zu retten, bevor es endgültig zu spät ist.

Um dieses Ziel zu erreichen, möchten wir euch bitten, uns bei dem Vorhaben zu unterstützen und mittels einem Pledge bei Kickstarter den Traum wahr werden zu lassen, dass BLUTIGER FREITAG endlich auf Blu-ray erscheinen darf.

Was ist geplant?

Neben der aufwendigen Restauration erwartet euch noch das exquisite EDV Design im Digipak, Audiokommentar, Interviews, Trailer, Galerien, sowie eine umfangreiche Aufarbeitung der ersten Geiselnahme in Deutschland vom 4. August 1971, welche die Grundlage für BLUTIGER FREITAG darstellt und Rolf Olsen dazu veranlasste, den wahrscheinlich besten deutschen Genrefilm aller Zeiten zu produzieren.
Des Weiteren werden wir euch bis zur endgültigen Veröffentlichung mit regelmäßigen Updates versorgen und euch am Entstehungsprozess der vollständigen Restauration von BLUTIGER FREITAG hautnah teilnehmen lassen.

Seid ein Teil der Kampagne und ermöglicht es BLUTIGER FREITAG, innerhalb der nächsten 30 Tage sein Ziel zu erreichen!

Ich habe auch bereits meinen Teil dazu beigetragen, diesen ganz besonderen Film zu retten. Jetzt seit ihr dran!

https://www.kickstarter.com/projects/2132684476/restore-bloody-friday

Wenn man 25 US$ spendet, bekommt man – bei Erfolg der Kickstarter-Kamapgne – am Ende die DVD-/Blu-ray-Kombo. Allerdings werden noch 7 US$ Versandgebühren oben drauf gepackt, egal ob man aus Deutschland oder Timbuktu kommt. Ich vermute mal, dadurch wird versucht die Kickstarter-Gebühren wieder rein zu holen. Lange Rede – kurzer Sinn: Für US$ 32 bekommt man die DVD/BR und hat gleich noch etwas Gutes getan.

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Originalfassungen in Bremen: 05.02.15 – 11.02.15

In dieser Woche sind einige Filme dazu gekommen, die ich mir jedoch sparen werde. „Jupiter Ascending“ von den Wachowski-Geschwister, denen ich „Matrix 2+3“ noch nicht verziehen habe, und der „Skandal“-Film „The Interview“, der mich eher weniger interessiert. Mein Tipp wäre daher eher „Third Person“ im Kommunalkino, den ich zwar nicht kenne, der sich aber recht vielversprechend anhört.

Jupiter Ascending – Cinemaxx, Fr. um 22:50, Sa. um 14:00 und Di. um 19:50 – Kennt noch jemand die Wachowski-Geschwister? Nachdem ihrem überaus gelungenen Debüt „Bound“ und dem sehr schönen „Matrix“, haben sie sich erst ihren Ruf mit den beiden fürchterlichen „Matrix“-Fortsetzungen ruiniert, dann „Speed Racer“ in den Sand gesetzt und ihr „Cloud Atlas“ zusammen mit Tom Tywker war auch nicht unbedingt ein Hit. Dass sie einen neuen Film am Start haben, war ganz an mir vorbei gegangen. In dem Big-Budget-SF-Streifen geht es um eine junge, arme Putzfrau in Chicago, die eines Tages herausfindet, dass sie intergalaktische Prinzessin ist und auf einen fremden Planet entführt wird. Mit Channing Tatum, Mila Kunis und Sean Bean.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=TLyk00gFPdQ[/youtube]

Ask Sana Benzer – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 22:30, So. auch 13:40 – Türkischer Liebesfilm um einen jungen Mann, der sich in einem kleinen Fischerdorf in eine fremde Frau verliebt.

Mucize – Wunder – Cinemaxx, Do./Sa./Mo. immer 22:45 – Türkisches Drama um einen Lehrer, der 1961 in einem Dorf im äußersten Osten des Landes durchsetzten will, dass die Mädchen und ein Behinderter zur Schule gehen dürfen.

The Interview – Cinemaxx, Do./Mi. um 19:30, Fr./So. um 23:15 und Sa. um 14:40 & Cinestar, So., 8.2. um 20:20 – DER Skandalfilm. Weil Nordkorea sich von dieser eher derben Komödie beleidigt fühlte, wurden Hollywood-Studios gehackt und mit Terroranschläge gegen Kinos, die den Film zeigen wollte, angekündigt. In Bremen läuft der Film mit Seth Rogen und James Franco als TV-Macher mit Mordauftrag gleich in zwei Kinos.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=OHC2JDsJWes[/youtube]

Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) – Schauburg, So., 8.2. um 20:45 – Der neue und in Vendig und den Golden Globes gefeierte Film von Alejandro González Iñárritu, in dem Michael Keaton einen ehemaligen Filmstar spielt, der in einem experimentellen Theaterstück seine angeschlagene Karriere wiederbeleben will. Ein großer Oscar-Favorit.

The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben – Schauburg, Mi., 11.2. um 21:00 – Dramatische Biographie des britischen Genies Alan Turing, der im zweiten Weltkrieg den deutschen Enigma-Code entschlüsseln soll. Mit Benedict Cumberbatch, der ebenfalls als heißer Oscar-Favorit gehandelt wird.

Sehnsucht nach Paris – Schauburg, Mo., 9.2. um 12:00 & Atlantis, So., 8.2. um 20:00 – Ruhiges, französisches Drama um die langjährige Ehefrau eines Rinderzüchters in der Normandie, die eines Tages einem jungen Mann nach Paris folgt und sich dort durch den Tag treiben lässt. Mit Isabelle Huppert, Jean-Pierre Darroussin und Michael Nyqvist.

Wild Tales – Jeder dreht mal durch! – Cinema Ostertor, So., 8.2. um 18:15 – Argentinisch-Spanischer Episodenfilm in dem die handelnden Personen ihrer aufgestauten Wut freien Lauf lassen. Produziert von Pedro Almodóvar und für den Oscar nominiert.

Third Person – City 46, Sa. Um 18:00, So.-Mi. immer 20:30 – Starbesetzter Episodenfilm von Oscar-Preisträger Paul Haggis um drei Schicksale in drei unterschiedlichen Großstädten. Mit Mila Kunis, James Franco, Adrian Brody, Liam Neeson, Kim Basinger u.a.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=kDR5HYay2X4[/youtube]

Gardenia – Bevor der letzte Vorhang fällt – City 46, Do., Sa.-Mi. immer 20:00 – Dokumentation über einige alternde Travestiekünstler auf großer Welttournee durch 25 Länder.

The Pin – City 46, Do./Fr. um 18:00 – Kanadischer Spielfilm in jiddischer Sprache, über zwei junge, jüdische Mensche in Litauen während des zweiten Weltkrieges, die sich heimlich ineinander verlieben.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 09.02. um 19:30

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 09.02. um 21:45

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DVD-Rezension: “The Executor – Der Vollstrecker”

executorNach dem großen Atomkrieg ist das Wasser knapp geworden. Eine Gruppe Überlebender hat sich in eine Höhe zurückgezogen, wo sie Nahrungsmittel züchten. Doch ohne Wasser wird es auch bald keine Nahrung mehr geben. Der Vater des jungen Tommy (Luca Venantini) ist einst losgezogen, um die letzten Wasser-Reservoirs zu finden, doch er kehrte nie zurück. Nun wird ein letzter Trupp in die Wüste geschickt, um das kostbare Nass zu den Überlebenden zu bringen. Tommy hat sich in einen der Tanker geschlichen, mit denen das Wasser transportiert werden soll. Als der Convoy von Crazy Bull (Fernando Bilbao) und seiner wilden Bande überfallen wird, kann Tommy als Einziger entkommen. Auf der Flucht trifft er den Einzelgänger Tiger (Robert Iannucci), der ihm nicht ganz selbstlos auf der Suche nach dem Wasser hilft. Bald schon werden sie aber erneut mit Crazy Bull und seinen Leuten konfrontiert und gefangengenommen…

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Als 1981 in Australien ein einsamer „Road-Warrior“ namens „Mad Max“ durch die Wüste bretterte, war dies nicht nur ein weltweiter Erfolg, sondern hatte auch einen großen Einfluss auf die italienische Filmproduktion. Dort hatte man eben noch versucht, sich ein großes Stück vom „Krieg der Sterne„-Kuchen abzuschneiden, jetzt schwenkte man um auf die weitaus kostengünstiger herzustellenden Endzeitfilme. Bereits 1982 kamen die ersten Italo-Kracher auf dem Markt: Joe D’Amatos „2020 – Texas Gladiators“ und die beiden hervorragende „Metropolis 2000“ (der beste Film, der jemals in einer Kiesgrube gedreht wurde) und „The Riffs – Die Gewalt sind wir!„, beide von Action-Spezialist Enzo G. Castellari. 1983 war dann das große Jahr der italienischen Endzeitfilme. Gleich neun (!) Produktionen kamen in diesem einem Jahr ins Kino. Danach flaute der Ausstoß an Italo-Endzeit ebenso schnell wieder ab, wie er gekommen war. Bis 1989 folgten nur noch 12 weitere Filme, die gerne noch damals populäre US-Produktionen wie „The Terminator“ oder „The Running Man“ mit in die postapokalyptische Suppe mischten. Giuliano Carnimeos „The Executor – Der Vollstrecker“ kam während des Hochjahres 1983 raus und imitierte ganz schamlos das große Vorbild „Mad Max 2“. Während der italienische Titel „Il giustiziere della strada“ ungeniert den US-Titel „The Road Warrior“ kurzerhand ins Italienische übersetzt, klatschten die Deutschen ihrem „Executor“ noch den selben Zusatz – „Der Vollstrecker“ dran, der hierzulande auch schon „Mad Max 2“ zierte.

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Regisseur Giuliano Carnimeo kommt vom Italo-Western, wo er unter dem Pseudonym Anthony Ascot häufig mit George Hilton zusammen drehte. Sein schönster Film dürfte allerdings der Giallo „Das Geheimnis der blutigen Lilie“ mit der wunderschönen Edwige Fenech (und natürlich George Hilton) sein, der im Original den poetischen Titel „Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?“ trägt. Sein letzter Film, „Ratman“ war dann 1989 weniger schön ausgefallen und vor allem dadurch bekannt geworden, dass hier der mit 72cm kleinste Mensch der Welt, Nelson de la Rosa, die titelgebende Mutation spielt. Immerhin konnte Carnimeo dort auf bekannte Genregrößen wie David Warbeck, Janet Agren und Werner Pochath zurückgreifen. Große Namen findet man in „The Executor“ vergeblich. Zwar tauchen in Nebenrollen der damals sehr gut beschäftigte „italienische Peter Lorre“ Luciano Pigozzi alias Alan Collins und „Django„-Bösewicht Eduardo Fajardo auf, doch insbesondere Fajardo dürfte seinen Part an einem Nachmittag abgedreht haben. Filmbösewicht Fernando Bilbao kennen die Spezialisten aus seinen Auftritten in diversen Jess-Franco-Filmen oder Christian Anders unglaublichen „Die Brut des Bösen„. was man seinem Film durchaus ansieht. Die beiden nominellen Hauptdarsteller Robert Iannucci (ein Model) und die attraktive Alicia Moro sind demgegenüber unbeschriebene Blätter. Wobei die Moro immerhin noch in so schrägen Werken wie Juan Piquer Simóns „Slugs“ und José Ramón Larraz‘ „Edge of the Axe“ dabei war. Robert Iannucci sollte nach „The Executor“ für immer von der Bildfläche verschwinden.

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Der gelockte Iannucci macht seine Sache in „The Executor“ aber nicht schlecht. Wobei auch keine großen schauspielerischen Anforderungen an seine Rolle gestellt werden. Im Grunde fährt oder latscht er nur durch die Gegend und gibt mehr oder weniger coole Sprüche von sich. Dabei wirkt er zwar immer ein wenig zu gutaussehend und weich, aber da hat man schon schlimmeres gesehen. Immerhin praktiziert er keine unnatürliche Körperhaltung wie sein Kollege Mark Gregory in den beiden „The Riffs“-Filmen. Iannucci Rolle heißt „Tiger“ und soll ein ganz abgebrühter Hund sein. Tatsächlich überlässt er einmal das Kind Tommy ohne mit den Wimpern zu zucken der Schurkenbande, doch natürlich rettet er es dann in letzter Sekunde. Wobei er sich damit immerhin so viel Zeit lässt, dass der arme Tommy seines Armes verlustig geht. Tommy wird von Luca Venantini gespielt, der im Vorjahr auch in „Ein Zombie hing am Glockenseil“ mitgespielt hat und heute noch sporadisch vor der Kamera aktiv ist. Sein Vater ist der vielbeschäftige Nebendarsteller Venantino Venantini, der auch in „The Executor“ eine kleine Rolle hat. Leider ist Tommy das typische Filmkind. Nervig, neunmalklug und mit Gewalt auf „niedlich“ und „liebenswert“ getrimmt, was selbstverständlich nach hinten losgeht und die Abneigungen des Zuschauers nur noch befeuert. Immerhin haben die drei Drehbuchautoren – so denen auch Fulci-Stammautor Dardano Sacchetti gehört – hat man eine kleine Überraschung eingebaut. Als Tommy in einem gelungen Schreckenssekunde der Arm abgerissen wird, stellt sich heraus, dass dieser mechanisch ist. Praktischerweise kann der von Pigozzi gespielte „Papillon“ diesen dann wieder anschrauben und auch noch so manipulieren, dass er zur tödlichen Waffe wird. Dass der junge Tommy – der vielleicht 11 oder 12 ist – dabei mit reichlich Bier abgefüllt wird, erklärt vielleicht, warum der Film lange Zeit in Deutschland auf dem Index stand. Einen Grund für diese vorbeugende Maßnahme ist nämlich sonst nirgendwo zu finden.

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Carnimeo macht das Beste aus seinem geringen Budget. Die Drehorte beschränken sich auf eine Kiesgrube, bei der man im Hintergrund auch schon mal kleine Häuschen und Schuppen stehen sieht, sowie eine Höhle, die in gleicher Ausstattung auch in Tonino Riccis im gleichen Jahr entstandenen „Rush“ Verwendung fand. Hier drapiert er alles um drei große Actionszenen herum. Einer mehr oder weniger spektakulären Autoverfolgung am Anfang, den Angriff der Bösen auf die Wassertanker der Gute – eine Szene, die bis hin zur Aufmachung des Anführers der Angreifer, so sehr „Mad Max 2“ nachempfunden ist, dass man man sie als durchaus als billige Kopie bezeichnen kann, sowie dem großen Finale am Schluss, welches Carnimeo mit Zeitlupenaufnahmen und Explosionen würzt. Dazwischen passiert nicht viel, oftmals sehen wir „Tiger“ und Tommy einfach beim Wandern durch die Kiesgrube zu. Kleinere Scharmützel, wie der Angriff der Strahlungsopfer bei der Wasserquelle, lockern das Ganze aber immer wieder so gut auf und helfen über einige Längen und den nervigen Tommy hinweg. Keine große Hilfe ist allerdings die Musik von Detto Mariano, welche von obskur, aber hörbar bis hin zu sinnlosem Gefiepe reicht.

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Western-Regisseur Giuliano Carnimeo alias Anthony Ascot ist Routinier genug, um sein ausgesprochen kostengünstiges Kiesgruben-„Mad Max“-Rip-Off „Der Executor“ trotz einiger Längen, eines nicht gerade charismatischen Haupt- und eher nervigen Kinderdarstellers recht unterhaltsam zu gestalten.

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Das Bild der in der Reihe „Cinema Treasures“ ist keine Offenbarung, aber für einen Anfang der 80er Jahre billig heruntergekurbelten Streifen recht gut. Der Ton liegt lediglich auf Deutsch vor und hat in einer Szene erhebliche Probleme mit Störgeräuschen. Als Basis würde ein französisches Master verwendet, so sind dann auch die in der alten detuschen Fassung fehlenden Szenen auf Französisch mit deutschen Untertiteln enthalten. Bei den Extras herrscht leider gähnende Leere.

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Das Bloggen der Anderen (02-02-15)

bartonfink_type2– Gleich vorweg eine wichtige Nachricht vom Intergalactic Ape-Man von Intergalaktische Filmreisen, der – für alle, die es noch nicht über die Sozialen Medien oder diverse Internet-Foren mitbekommen haben, über die Kickstarter-Kampagne der Firma Subkultur informiert. Diese sammelt gerade Geld, um Rolf Olsens großartigen „Blutiger Freitag“ zu restaurieren und HD-fähig zu machen. Ich habe schon mein Scherflein dazu beigetragen und bin gespannt, wie die Sache ausgeht.

– Und wieder Hofbauer-Kongress. Alex Klotz führt auf hypnosemaschinen seinen Bericht der Januar-Veranstaltung fort und besonderer Berücksichtigung der ersten Aufführung eines Bruno Sukrow-Films außerhalb Aachens.

– Dieser Film hat auch Silvia Szymanski begeistert, die auf Hard Sensations gewohnt lesens- und liebenswert über ihren Aufenthalt beim Hofbauer-Kongress, über die Filme und die Menschen dort berichtet. Da hat man fast das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein.Nacht 1, 2, 3 und 4. Fast sogar noch schöner, ja poetischer ist ihr Essay über ein Filmerlebnis in Köln und Jess Francos „Das Geheimnis des Dr. Z“. Nach langer Durststrecke endlich wieder neuer Stoff von Silvia auf Hard Sensations. Schön.

– Oliver Nöding setzt auf Remember It For Later seine Bond-Retrospektive fort und gelangt von Dalton (den ich sehr schätze) über Brosnan zu Craig, dessem Debüt er gerne die Krone des Bond-Filme aufsetzten würde. Ferner war er vergangenes Wochenende auf dem 1. Mondo Bizarr Weekend, über das ich sehr viele gute Dinge hörte. Dort sah er unter anderem Tsui Harks frühen Film „Söldner kennen keine Gnade“.

– Auf dem 1. Mondo Bizarr Weekend war auch totalschaden von Splattertrash, der sich dort mit „Draculas Tochter und Professor Satanas“ amüsiert hat.

– Reda hat auf Der breite Grad die 3,5-stündige, kammerspielartige Videospiel-Verfilmung „Prison Battle Ship“ gesehen und für gut befunden. Die Bilder der bestrapsten Mädel in Raumschiffuniformen überzeugen mich ebenfalls. /

– Leider gar nicht überzeugt ist Yzordderrexxiii von dem italienischen Low-Budget-Horror „Across the River“, den ich wiederum sehr mochte.

– Schlombie empfiehlt auf Schlombies Filmbesprechungen „Macabra- Die Hand des Teufels“, den ich bisher nur als Videocover kenne, als „schöner Mix aus Trash und Pulp“.

– Auf Cereality bezeichnet Stefanie Schneider Paul Thomas Andersons neuen Film „Inherit Vice“ als „ornamentales Rohrkrepierer-Epos“ und Siegfried Bendix beschreibt Godards „Adieu au language“ als „womöglich schönsten Unverfrorenheit des vergangenen Kinojahres“.

– Irgendwie war film-rezensionen.net aus mir unerklärlichen Gründen aus meinem Feed-Reader verschwunden. Der letzte Eintrag stammte vom 26.12., wodurch mir einiges durch die Lappen gegangen ist. Jetzt habe ich den Blog noch einmal eingebunden und siehe da: Es funktioniert wieder alles. So kam ich auch gleich in den Genuss einer Besprechung des neuen Films von Brad Anderson, dessen „The Machinist“ ich sehr liebe. Sein neuer Film ist eine starbesetzte Poe-Verfilmung, von der ich vorher noch nichts gehört oder gelesen hatte.

– Auch Bluntwolf von Nischenkino ist von der Poe-Verfilmung „Stonehearst Asylum“ sehr angetan.

– bullion erinnert auf Tonight is gonna be a large one an John Carpenters 1994er Werk „Mächte des Wahnsinns“, welches ich damals sehr mochte und welches seit langem in Form der BR auf eine Wiedersichtung wartet. Damals hieß es, der Film wäre von Stephen King inspiriert, ich sah da damals aber sehr viel mehr Lovecraft.

– Ebenfalls noch einmal schauen, muss ich Antonio Margheritis „Schloss des Grauens“, von dem ich weiß, dass ich ihn auf DVD gesehen habe, allerdings jegliche Erinnerung getilgt ist. Daran ändert auch Mauritia Mayers wie immer sehr schön geschriebene Besprechung des Filmes auf Schattenlichter leider nichts.

– Filmfestivals sind das beherrschende Thema auf B-Roll. Hier berichtet Bernd Zywietz vom 36. Filmfestival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken und Beatrice Behn aus Rotterdam.  Patrick Holzapfel schreibt einen bitter-ironisch-polemischen Brief an Alejandro González Iñárritu und Martin Beck gibt eine Vorschau auf die kommenden Tops und Flopps im Horror-Genre. Eine Einschätzung, die man sicherlich diskutieren kann und vielleicht auch muss.

– Auf seinem eigenen Blog Reihe Sieben, informiert Martin Beck (mit filmischen Anschauungsmaterial via YouTube) über die alternative Fassung des „Evil Dead“-Remakes, die im englischen TV ausgestrahlt wurde.

– Und Patrick Holzapfel und Rainer Kienböck berichten auf Jugend ohne Film ausfürlich von der Victor Kossakovsky Retro auf Doc Alliance.

– Alex Matzkeit hat auf real virtuality einen sehr gut recherchierten und informativen Artikel über „Film-Franchising: Bilanz und Ausblick“ veröffentlicht. Unbedingt lesens- und diskussionswert.

– Auf sdb-film liest man Interessantes über „das erste Opfer des CGI-Wahns“, das Studio PDI.

– Thomas Groh ist sehr positiv von „Love Steaks“ überrascht worden, über den er auf seinem filmtagebuch u.a. schreibt: „Love Steaks“ atmet weder den Geist von Kultur mit großem K noch den des im deutschen Kino so nervigen Professionalismus-Gehampels von Berufszynikern. Stattdessen drehen hier Leute mit ordentlich Heißhunger ihren ersten großen Film – mit nichts als reiner Hingabe.“.

– Sven Jachmann findet auf filmgazette schöne Worte zu Christian Keßlers Buch „Wurmparade auf dem Zombiehof“  (meine Kritik hier) .

Der Kinogänger hat wieder „Neues aus Hollywood“ am Start.

– Und zuletzt gibt es auf Wiederaufführung eine weitere Folge „Die Gespäche der Anderen“ mit den besten Podcasts der letzten Wochen.

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DVD-Rezension: „Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere“

sexabenteuer der drei musketiereNachdem der junge D’Artagnan (Peter Graf) seine ersten sexuellen Erfahrungen gemacht hat, macht er sich auf den Weg nach Paris, um seinen Kindheitstraum zu erfüllen: Er will Musketier werden. Auf dem Weg dorthin trifft er nicht nur die drei Musketiere, sondern auch einige Damen, die es auf seine Manneskraft abgesehen haben…

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Der Kniff, Sexfilme in einen Kostümfilm-Kontext zu setzen, gerne auch nach einer populären literarischen Vorlage, wird auch heute noch gerne im horizontalem Genre angewendet. Die Vorteile liegen ja auch auf der Hand. Das Publikum freut sich auf frivole Dinge, die scheinbar in den Kontext einer bekannten Geschichte eingebettet sind und damit zumindest einen Hauch von Anspruch haben, und nicht im Hinterhof und Wohnzimmer des Produzenten entstanden sind. Kostüme und alte Schlösser erwecken zudem den Eindruck, dass hier eben etwas mehr Mühe und Sorgfalt aufgewandt wurde, weil ja ein höheres Budget dahinter zu stecken scheint. Darüber hinaus versprechen die bekannten literarischen Figuren eine freche Parodie und eben nicht improvisiertes Gerammel mit Anhalterin und Porsche-Fahrer. Zumindest war so meine Erwartungshaltung bei Erwin C. Dietrichs „Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere„. Schließlich ist Dietrich nicht nur ein Routinier in Sachen Sexfilm, sondern hatte im Vorjahr einen der schönsten deutschsprachigen Filme der frühen 70er gedreht – den bitteren Flower-Power-Abgesang „Ich – ein Groupie„, ebenfalls mit Ingrid Steeger, die auch bei den Musektieren als Star geführt wird. Doch „Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere“ erweist sich dann doch als ziemlich uninspirierter Fließband-Film, der sich gar nicht erst die Mühe macht, seine Armseligkeit zu verstecken, sondern sie – das immerhin nötigt Respekt ab – ganz offensiv präsentiert.

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Obwohl Ingrid Steeger das große Zugpferd des Filmes ist, be- bzw. entkleidet sie hier nur eine Nebenrolle und verschwindet nach knapp einer halben Stunde aus der Handlung. Davor besteht ihre einzige Aufgabe darin, sich in einem nicht näher definierten Kornfeld mit dem Darsteller des D’Artagnan im Getreide zu wälzen. Einmal darf sie immerhin barbusig den Degen ziehen und in dem einzigen erotischen Momente des Filmes entblättert sie gedankenverloren einen Maiskolben. Viel mehr darf sie hier nicht zeigen, wobei ihr komisches Talent sicherlich einer „echten“ Kostümfilm-Parodie sehr gut zu Gesicht gestanden hätte. Doch „Die Sexabenteuer der drei Musketiere“ ist eben keine Parodie, sondern nur ein platter Sexfilm. Zwar kündigt das Plakat schon an, dass es sich hier um einen Film handelt, der „sehr sehr frei nach Dumas“ gedreht wurde, doch tatsächlich nutzt er keine der Kernelemente der Vorlage, bis auf die Namen der Musketiere und die Tatsache, dass der junge D’Artagnan nach Paris möchte, um dort Musketier zu werden. Aber das war’s auch schon mit Dumas. Dabei hätten sich viele Szenen des berühmten Romans (und seiner vielen Verfilmungen) für eine freizügige Verballhornung angeboten. Hier aber treffen D’Artagnan und die Musketiere nur einmal nach gut nach der Hälfte der Spielzeit aufeinander. Statt aus diesem Zusammentreffen aber etwas zu machen, raten die Musketiere dem jungen D’Artagnan, seine Karriereplanung noch einmal zu überdenken und dann trennen sich die Wege wieder. Lustig ist das alles zu keinem Zeitpunkt.

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Befremdend ist es auch, wie wenig Sorgfalt bei dem Film an den Tag gelegt wurde. Selbst Peter Baumgartner, dessen Kamera so manche Dietrich-Produktion veredelte, scheint an dem Film und seinen Motiven gänzlich desinteressiert zu sein. Im Schnitt folgt ein Anschlussfehler nach dem anderen. In den Szenen, in denen die drei Musketiere hoch zu Pferde gezeigt werden, bemühen sich die Darsteller nur halbherzig einen sanften Trab zu simulieren. Dass sich dabei der immer gleiche Hintergrund keinen Millimeter bewegt, ist zunächst noch amüsant, doch der Scherz (?) hat sich spätestens bei dritten Mal erschöpft. Wenn dann noch aus der Distanz und von hinten echte Reiter gezeigt werden, diese überhaupt keine Ähnlichkeit mit den Musketieren haben, lockt dies nur noch ein müdes Lächeln hervor. Überhaupt scheinen einem aus den Kostümen unserer drei Freunde förmlich die Motten entgegen zu fliegen, und die übertriebenen Perücken erwecken auch zu keinem Zeitpunkt die Illusion, es könnte sich um echtes Haupthaar handeln. Auch D’Artagnans Kleidung macht keinen sonderlich gepflegten Eindruck, aber vielleicht war das ja so in der Zeit Louis XIII und Dietrich ist hier nur ein unerbittlicher Realist.

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In dem auf der DVD enthaltenen Interview mit Raphael Britten und Erwin C. Dietrich, verraten die beiden, dass es bei den Dietrich-Filmen zumeist kein Drehbuch gab und quasi jeden Tag auf’s Neue überlegt wurde, was man so filmt. Dies ist in „Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere“ ganz besonders evident, da sich nicht einmal die Mühe gemacht wird, so etwas wie eine Geschichte zu erzählen oder zumindest einen Spannungsbogen zu generieren. Fast eine Stunde lang besteht der Film aus Szenen, in der D’Artagnan es bei Tage mit der Steeger und in der Nacht mit einer unbekannten Dunkelhaarigen treibt, während die drei Musketiere in einem Lokal sitzen und sich Zoten erzählen. Diese drehen sich um irgendwelche Klosterbrüder und ihre neckischen Spiele, was aber nur mäßig amüsant ist. Später kommt es zu einer unangenehmen Szene, in der die drei Musketiere das Schloss des Grafen de Voyeur (haha) stürmen, den Grafen unter großem Gelächter umbringen und sich dann mit dessen Frau verlustigen, die das aber ganz toll findet, da ihre Ehemann aufgrund einer Verletzung seinen ehelichen Pflichten nicht mehr nachkommen konnte. Wie hier Mord und Vergewaltigung als fröhlicher Witz inszeniert werden, stößt doch etwas sauer auf.

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Außer Ingrid Steeger tauchen im Film keine bekannten Namen auf. Hauptdarsteller Peter Graf (nicht verwandt mit dem Steffi-Vater) verschwand nach dem Film spurlos von der Bildfläche. Warum sein D’Artagnan eine trotz des angeblich so jungen Alters bereits eine weiße Strähne im Haupthaar trägt, bleibt unbeantwortet. Dass Herr Graf untenherum allerdings sehr gut ausgestattet war, wird überraschenderweise in einigen Szenen sehr offensichtlich. Die Musketiere werden von Achim Hammer, Jürg Coray und Thomas Larisch gegeben, die ebenfalls keinen Eindruck hinterlassen. In einer Szene jedoch wird Achim Hammer von einer der Damen derartig der Rücken zerkratzt, dass man zumindest festhalten muss, dass er mit großem körperlichen Einsatz dabei war. Was die holde Weiblichkeit angeht so bleibt – bis auf die Steeger – auch niemand im positiv im Gedächtnis oder fällt durch besonders große Attraktivität auf. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

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„Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere“ ist ein ziemlich öder Film, ohne eine wirkliche Geschichte, Witz und erst recht nicht Erotik. Einziges Highlight bleiben die spärlichen Auftritte von Ingrid Steeger in der ersten Hälfte des Filmes. Auffällig ist insbesondere die lieblos-schludrige Art, mit der der Film hergestellt wurde. Leider eine Enttäuschung.

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Die in der „New Ingrid Steeger Collection“ erschienene DVD bietet ein fehlerfreies Bild, welches allerdings auch nicht mehr aus dem gräulich-blass wirkenden Filmmaterial herausholen kann. Der Film wirkt durch die Bank weg billig. Das Interessanteste an der DVD ist das Extra. Ein Interview mit Raphael Britten und Erwin C. Dietrich, in dem beide einige interessante Anekdoten zu den gemeinsamen Filmen zum Besten geben. Zudem beantwortet es auch eine Frage, die ich selber einmal für eine Einführung in den Film „Ich – ein Groupie“ erfolglos recherchiert habe: „Wer ist der Typ der die nackte Ingrid Steeger bei einer schwarzen Messe umbringt?“. Jetzt weiß ich es endlich, dass es Raphael Britten ist und freue mich, dass sich das andere Leute auch gefragt habe. Des weiteren gibt es noch eine Fotogalerie und es wurde ein italienisches Sexmagazin namens „Cinestop“ abgefilmt, in dem der Film als schwarz-weißer Foto-Comic erschienen war.

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Originalfassungen in Bremen: 29.01.15 – 04.02.15

Die Originalfassungen stehen auch in dieser Woche ganz im Zeichen der Oscars. Es laufen gleich vier Filme, die sich Hoffnungen auf die wichtigsten Auszeichnungen machen.

John Wick – Cinemaxx, Fr. um 22:40 und So./Di. um 19:50 – US-Actionfilm mit Keanu Reeves als ehemaliger Auftragskiller, der für einen persönlichen Rachefeldzug gegen die russische Mafia aus dem Ruhestand zurückkehrt.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=2AUmvWm5ZDQ[/youtube]

Ask Sana Benzer – Cinemaxx, Do.-Mi. diverse Zeiten – Türkischer Liebesfilm um einen jungen Mann, der sich in einem kleinen Fischerdorf in eine fremde Frau verliebt.

Mucize – Wunder – Cinemaxx, Do., Sa.-Mi. immer 22:50 – Türkisches Drama um einen Lehrer, der 1961 in einem Dorf im äußersten Osten des Landes durchsetzten will, dass die Mädchen und ein Behinderter zur Schule gehen dürfen.

Fatih’in Fedaisi Kara Murat – Cinemaxx, Fr., 30.1. um 23:15 – Türkischer Historienfilm um den Helden Kara Murat, der im Krieg zwischen dem osmanischen und dem byzantinischen Reich kämpft.

Foxcatcher – Atlantis, So., 1.2. um 20:00 & Schauburg, Mo., 2.2. um 12:00 – Auf Tatsachen beruhendes US-Drama mit Steve Carell, Channing Tatum und Mark Ruffalo um einen Multimillionär, der einen ehemaligen Olympiasieger im Ringen engagiert, um bei ihm zu wohnen und ein Leistungs-Camp für die besten Ringer des Landes zu eröffnen. Nominiert für fünf Oscars,  u.a. für Steve Carell und Mark Ruffalo.

[youtube width=“630″ height=“344″]https://www.youtube.com/watch?v=8361stZ8n0w[/youtube]

Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) – Schauburg, Mi., 4.2. um 20:45 – Der neue und in Vendig und den Golden Globes gefeierte Film von Alejandro González Iñárritu, in dem Michael Keaton einen ehemaligen Filmstar spielt, der in einem experimentellen Theaterstück seine angeschlagene Karriere wiederbeleben will. Ein großer Oscar-Favorit.

The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben – Schauburg, So., 1.2. um 21:00 & CineStar, so., 1.2. um 19:20 – Dramatische Biographie des britischen Genies Alan Turing, der im zweiten Weltkrieg den deutschen Enigma-Code entschlüsseln soll. Mit Benedict Cumberbatch, der ebenfalls als heißer Oscar-Favorit gehandelt wird.

Wild Tales – Jeder dreht mal durch! – Cinema Ostertor, So. 1.2. um 20:15 – Argentinisch-Spanischer Episodenfilm in dem die handelnden Personen ihrer aufgestauten Wut freien Lauf lassen. Produziert von Pedro Almodóvar und für den Oscar nominiert.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=QUnXv6R2HI8[/youtube]

Auch wenn ich nicht mehr bin – City 46, Mo./Mi. 20:30 – Dokumentation über eine Schulleiterin, die im August 1966, am Beginn der Kulturrevolution, von ihren Schülerinnen zu Tode prügelten wurde und ihren Mann, der die Ereignisse nicht vergessen kann. Mit Einführung und anschl. Diskussion: Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Professorin für Sinologie am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien

N – Der Wahn der Vernunft – City 46, Do. um 20:30 und Sa./So. um 18:00 – Dokumentation über den Schmetterlingsforscher, Abenteurer und Musiker Raymond Borremans, der in der Elfenbeinküste seine zweite Heimat fand und dort ein Lexikon schrieb.

Tanja – Life in Movement – City 46, Do./Mo.-Mi. immer 18:00, So. um 20:30 – Australische Dokumentation über die früh verstorbene deutsche Tänzerin und Choreografin Tanja Liedtke.

The Pin – City 46, Do./Fr. um 18:00 und Di. um 20:30 – Kanadischer Spielfilm in jiddischer Sprache, über zwei junge, jüdische Mensche in Litauen während des zweiten Weltkrieges, die sich heimlich ineinander verlieben. Am Dienstag zu Gast: Regisseurin Naomi Jaye

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 02.02. um 19:30

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 02.02. um 21:45

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DVD-Rezension: “Young Ones“

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In der Zukunft. Nachdem es jahrelang nicht mehr geregnet hat, ist der Boden ausgedörrt und Wasser zu einem kostbaren Gut geworden. Trotz der widrigen Bedingungen hat Ernest Holm (Michael Shannon) sein einstmals fruchtbares Land, welches nun nur noch Staub ist, nicht aufgegeben. Er betreibt einen kleinen Handel mit den den Arbeitern, die eine Wasserleitung durch das Land legen und hofft, dass es ihm gelingt die Männer zu überzeugen auch seinen Boden zu bewässern. Seine Tochter Mary (Elle Fanning) ist in den junge Flem Lever (Nicholas Hoult) verliebt, der Ernest ein Dorn im Auge ist. Anders als Ernest ist Flem weitaus rücksichtsloser, wenn es darum geht, sein Recht zu bekommen, wodurch die beiden Männer immer wieder aneinander geraten…

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Manchmal fragt man sich ernsthaft, was in den Köpfen derer vor sich geht, die die markigen Werbesprüche auf den DVD-Covern texten. Gut, Klappern gehört zum Handwerk, aber in der heutigen Zeit, wo Filme beispielsweise auf Amazon gleich von den Käufern bewertet werden, sollte man doch ehrlich sein und nicht Erwartungen schüren, die so gar nicht in der Intention des Filmemachers liegen. Um es kurz zu machen :“Mad Max trifft The Road“ ist hanebüchener Quatsch. Aus „Mad Max“ (zweiter Teil) mag die Thematik mit dem knappen Wasser und das Wüstenszenario entfernt etwas mit „Young Ones“ zu tun haben, bei „The Road“ versagt auch bei mir die Vorstellungskraft, außer dass hier zunächst ein Vater im Mittelpunkt steht und sein Sohn von Kodi Smit-McPhee gespielt wird, der – einige Jahre jünger – auch Viggo Mortensens Sohn in eben „The Road“ spielte. Doch natürlich soll der Vergleich beim Käufer assoziieren, dass man es hier mit handfester Action und einem finster-bedrohlichen Endzeitszenario zu tun hat. Dazu noch einige martialische Screenshots auf die Hülle geknallt und schon verkauft sich das Ding wie geschnitten Brot. Tatsächlich aber sorgt dies eher für miese Bewertungen enttäuschter Käufer, wie man auf Amazon gut nachlesen kann.

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Nein, Endzeit-Action sucht man hier vergeblich. Regisseur Jake Paltrow, der jüngere Bruder der berühmteren Gwyneth, hatte eine zeitlose Familiengeschichte im Sinn. Diese könnte ebenso im Wilden Westen, wie in den 20er oder 50er Jahren spielen. Es geht um den Kampf ums Ackerland und um Väter und Söhne. Es geht darum, wie die alte Generation von einer neuen abgelöst wird, die ihre Werte nicht mehr teilt. Dass der Film tatsächlich in der Zukunft spielt, ist eher zweitrangig. Die Science-Fiction-Elemente werden auch nur dezent eingesetzt, denn nicht die Technik ist wichtig, sondern die Menschen und ihre Beziehungen untereinander. So beschränken sich diese dann auch auf ein Roboter-Maultier, die Technologie, welche scheinbar die Mutter in einem Hospital am Leben erhält und eben die Tatsache, dass kein Regen mehr fällt, was Wasser zu einem kostbaren Gut macht. Tauscht man diese futuristischen Elemente gegen ein echtes Maultier, lebenserhaltende Systeme und eine große Dürre aus, könnte der Film auch im Hier und Jetzt spielen.

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Die große Stärke – oder Schwäche, das kommt auf dem Standpunkt an – des Filmes sind seine Auslassungen. Zwar entwirft Paltrow, der auch das Drehbuch schrieb, eine scheinbar komplexe Dystopie, doch er malt diese nicht aus. Tatsächlich serviert er dem Zuschauer Puzzlestücke, die dieser zu einem größeren Bild zusammenfügen kann, aber nicht muss. So stellt sich die Frage, wieso in dem Staat, in dem Holm mit seiner Familie lebt, scheinbar Anarchie herrscht. Hier kommt es zu mehreren Übergriffen, gleich am Anfang erschießt Holms beispielsweise zwei Wasserdiebe, doch Konsequenzen haben diese Taten nicht. Eine ordnende Hand scheint vollkommen abwesend. Demgegenüber steht der Nachbarstaat, in dem es scheinbar Wasser im Überfluss und eine funktionierende Polizeigewalt gibt. Warum dem so ist und in welcher Beziehung beide Staaten zueinander stehen, wird nicht erklärt. Ebenso scheint es so, als ob es eine Vorgeschichte gäbe, die dem Zuschauer verborgen bleibt. So wird nie ausgesprochenen, was Holms Frau passiert ist (scheinbar ein durch Holms Trunksucht verursachter Unfall). Auch zum Vater des jungen Flem scheint Holms eine besondere Beziehung zu haben, die seine Abneigung dem Sohn gegenüber erklären könnte. Diese Vorgeschichte ist aber aus dem Skript herausgeschnitten worden, ähnlich wie der erste Teil von John Steinbecks Buch „Jenseits von Eden“, welcher in der berühmten Verfilmung nur noch als literarischer Geist gegenwärtig ist. Wie dort Adam Trask seinen Sohn Cal nicht lieben kann, weil er ihn an seinen Bruder Charles erinnert, so scheint es hier ebenfalls eine Geschichte vor der Geschichte zu geben, die zwar auf die Ereignisse in „Young Ones“ einwirkt, aber nie angesprochen wird.

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Paltrow hält seinen Film in einem sonnen-ausgeblichen Ton, der an die Wüstenszenen in „Krieg der Sterne“ erinnert. Eine interessanter Kniff ist es, den Film zu dreiteilen. Während der erste Teil ganz dem von einem wie immer überzeugenden Michael Shannon gespielten Ernest Holm gehört, wechselt die Perspektive im zweiten Teil, in dessen Mittelpunkt der vermeintlich negative Charakter Flem Lever steht, dessen Motive und Einstellungen einem hier näher gebracht werden, wodurch ein ambivalentes Bild entsteht. Insbesondere im dritten Teil, der dann aus Sicht von Ernests Sohn Jerome erzählt wird. Dieser wird von Kodi Smit-McPhee gespielt, der die größte Überraschung dieses Filmes ist, denn er macht im Laufe der Spielzeit eine überzeugende Wandlung durch. Albert er am Anfang noch kindlich mit seinem Vater herum und wirkt in seinen zu kurzen Hosen und dem eher weibischen Gehabe weich und lächerlich, wandelt er sich gerade in der letzten Hälfte zu einem Menschen, der ohne Rücksicht auf die Gefühle seiner Schwester und seines noch ungeborenen Neffen, konsequent seine Idee von Gerechtigkeit durchsetzt. Im letzten Bild wirkt sein Gesicht dann gar nicht mehr kindlich, sondern hart und unerbittlich, wenn es um Prinzipien geht. Im Vergleich zu den ihren männlichen Kollegen, ist die von mir seit „Somewhere“ geschätzte Elle Fanning leider ein Totalausfall. Sie agiert in fast jeder ihrer Szenen derartig übertrieben und hysterisch, dass man ihr am liebsten eine Ohrfeige verpassen würde, wenn man nicht so gut erzogen wäre.

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Auch wenn das DVD-Cover etwas anderes verspricht, „Young Ones“ ist eine eher stille Dystopie und in erster Linie eine Familiendrama. Bis auf eine hysterische Elle Fanning sind alle Darsteller gut besetzt und glaubwürdig. In diesem Drama geht es weniger um futuristische Visionen, als vielmehr um uralte Generationenkonflikte, was die Geschichte zeitlos macht.

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Die Ascot Elite DVD bietet ein gewohnt sehr gutes Bild. Die Farben sind zwar stark ausgebleicht, doch dies ist ein Stilmittel des Regisseurs und keine Schwäche der DVD. Der Ton ist klar und kräftig. Als Extras gibt es neben dem Trailer nur ein ca. 8-minütiges Special, welches während der Dreharbeiten in Südafrika entstand und in dem Nicholas Hoult, Elle Fanning und Kodi Smit-McPhee kurze Statements abgeben und bedauern, dass sie nur wenig Zeit mit Michael Shannon verbringen konnten.

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Das Bloggen der Anderen (26-01-15)

bartonfink_type2– Letzte Woche war filmtourismus.de noch in den USA unterwegs, in dieser Woche stellt Herbert Schabel einen Sehnsuchtsort von mir vor: Die Cinecittà-Studios in Rom, die aber scheinbar gar nicht so prunkvoll sind, wie ich mir das in meinen Träumen vorgestellt habe.

– Bleiben wir in Italien: Mauritia Mayer schreibt auf Schattenlichter über einen wichtigen Film der italienischen Kinogeschichte: Mario Bavas Krimi-Komödie „The Girl Who Knew Too Much“, der häufig „der erste Giallo“ genannt wird.

– Totalschaden von Splattertrash wiederum empfiehlt Sergio Solimas unterhaltsames Freibeuter-Abenteuer „Der schwarze Korsar“.

– Udo Rotenberg bespricht den frühen Mondo-Film „La donna die notte“, der auf deutsch den etwas irreführenden Titel „Käufliche Nächte“ trägt, auf L’amore in città.

– Wer sich für italienische Filmgeschichte interessiert, für den hat Harald Steinwender auf Themroc einen Lese-Tipp: “The History of Italian Cinema. A Guide to Italian Film from Its Origins to the Twenty-First Century” von Gian Piero Brunetta. Weniger begeistert ist er von Uwe Killings „Dreckige Spaghetti“, dem er immerhin einen wunderbares Bildmaterial attestiert. Mit gemischten Gefühlen, wenn auch unter dem Strich positiv beurteilt er „Actionkino – Moderne Klassiker des populären Films“, den ich hier ebenfalls besprochen habe.

– Das Filmfestival in Rotterdam ist mir aus berufenen Munde schon mehrmals ans Herz gelegt worden. Da ein Freund nun in die holländische Hafenstadt gezogen ist, hoffe ich, in den nächsten Jahren dort einmal mein Quartier aufschlagen zu können. Was Beatrice Behn auf B-Roll hier, hier und hier über das Festival schreibt, macht auf jeden Fall Lust darauf.   Auf jeden Fall LUST (ja, großgeschrieben) macht auch Silvia Szymanskis wunderbarer Bericht über den 14. Hofbauer-Kongress und die Geschichte dieses außergewöhnlichen Events.

– Udo Rotenberg hat sich auf seinem zweiten Blog Grün ist die Heide eingehend mit Heinrich George und dem Film „Schleppzug M 17“ beschäftigt, welchen er auf dem Hofbauer-Kongress sah.

– Oliver Nöding setzt auf Remember It For Later seine persönliche Bond-Retrospektive weiter fort und ist nun bei der Roger-Moore-Phase angekommen, die er von „Leben und Sterben lassen“ über meinen Favoriten und „ersten Bond im Kino“ „In tödlicher Mission“ (der ihn eher kalt gelassen hat) bis „Im Angesicht des Todes“ genau unter die Lupe nimmt.

Keine guten Worte findet Joris Julius-Sabinus auf Hard Sensations für David Ayers „Herz aus Stahl“, wie er generell Kriegsfilme „die verkrüppelte Zierkirsche im Portfolio eines Regisseurs“ nennt.  Michael Schleeh stellt die beiden Kurzfilme „The Minions“ und „The Days God Slept“ des Amerikaners Jeremiah Kipp vor.

– Auf seinem eigenen Blog Schneeland schreibt Michael Schleeh über Kim Ki-Duks verstörenden „Moebius“.

– Auf Okaeri bespricht Sascha Schmidt Oshima Nagisas 1968 entstanden „Death By Hanging“ und fasst zusammen: „Radikal ist sein Aufschrei gegen die imaginierte moralische Vormacht der Mehrheit gegenüber ihren Minderheiten und damit heute aktueller denn je“.

Ausnahmsweise mal ein Hinweis auf einen Podcast. Auf Deep Red Radio macht Tobe auf seine Sendung „The Sounds of Fear“ aufmerksam, wo auch mein alter Bekannter Alex Wank von Cineploit zu Wort kommt. Und das rechtfertigt für mich nicht nur diese Ausnahme von der Regel, sondern ich werde mir den auch gleich mal runterladen. Eine Ehre, die sonst nur der Podcast von „El Diabolik“ hat.

– Auf Jugend ohne Film analysiert Rainer Kienböck Vittorio De Sicas Film „I Sequestrati di Altona“ mit Frederic March, der in Hamburg entstand (logisch, bei dem Titel) und auf Jean-Paul Sartres Theaterstück „Les Séquestrés d’Altona“ beruht.

– Bring back the 80s: Annika Stelter nimmt sich auf Die Filme, die ich rief den 80er-Action-Spaß „The Running Man“ vor. So ein Kultfilm aus meiner Schulzeit, den ich seit damals, glaube ich, nicht wieder gesehen habe, nun aber gerade Appetiet drauf bekomme.

-80s und Kult ist auch John Carpenter. Martin Beck weist auf Reihe Sieben darauf hin, dass man dessen Musikalbum „Lost Themes“ im Netz legal probehören kann.

-Von den 80ern zu den 70ern. Der Außenseiter hat auf Final Frontier Film einen Film ausgegraben, in dem ein Bruce-Lee-Klon gegen einen Bud-Spencer-Klon antritt. Weird.

-Und nun zu den 60ern. Sebastian nimmt sich auf Das Magazin des Glücks die fünf Spielfilme vor, die Alfred Hitchcock in den 60er Jahren gedreht hat.

– Michael Kienzl stellt auf critic.de den amerikanischen Dokumentaristen Alfred Guzzetti vor, dem das Berliner Festival Unknown Pleasures eine Werkschau gewidmet hat. Und Michael Fleig empfiehlt eindringlich den Film „The House at the End of Time“ (La casa del fin de los tiempos), der auf dem Fantasy Film Fest lief und bisher noch keine andere Auswertung erfahren hat.

– Auf Schlombies Filmbesprechungen findet man wieder eine Sammlung an aktuellen Filmreviews.

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