„35 Millimeter“-Magazin: Ausgabe 15 erhältlich

35mm-15Und wieder ist eine neue Ausgabe des „35 Millimeter“-Magazins fertig. Und es ist, wie ich finde, diesmal eine besonders schöne Ausgabe geworden. Nicht nur wegen des entsprechenden Titelthemas. Ich habe diesmal drei Artikel am Start: Zunächst geht es um die beiden düsteren Psycho-Thriller „Lady in a Cage“ und „Wiegenlied für eine Leiche“ in denen Olivia de Havilland die Hauptrolle spielt. Daran schließt sich dann ein ausführliches Portrait der ehrenwerten Dame an, die mit 100 Jahren nun der älteste, noch lebende Star aus Hollywoods goldenem Zeitalter ist. Ferner habe ich mir noch die platinblonde Sexbombe Jean Harlow vorgenommen. Ein Artikel, auf den ich schon so ein kleines bisschen stolz bin. Die Kollegen war aber auch wieder gut drauf, und darum kann ich das Heft aus vollstem Herzen empfehlen.

TITELSTORY: CLASSIC BEAUTIES
GENE TIERNEY – Zum 25. Todestag – A Shattered Life?
TANZ AUF DEM NOIR-VULKAN – Zum 105. Geburtstag – Ginger Rogers im sozialen Sumpf
MARILYN MONROE – Zum 90. Geburtstag – Ein Interview mit Filmhistoriker Peter Schnug
JEAN HARLOW – Zum 105. Geburtstag – Die platinblonde Sexbombe
OLIVIA DE HAVILLAND – In Lady in a Cage und Wiegenlied für eine Leiche
OLIVIA DE HAVILLAND – Zum 100. Geburtstag – Sanfte Augen, starker Wille
OLIVE THOMAS – Zum 100jährigen Filmdebüt – Eine Moritat aus den frühen Tagen Hollywoods – Teil 1: Aus Lumpen zum Glamour
BETTY GRABLE – Zum 100. Geburtstag – The Girl with the Million-Dollar Legs
MARLENE DIETRICH – Zum 115. Geburtstag – Die blonde Venusfalle
LOUISE BROOKS – Zum 110. Geburtstag – Die Rebellin Hollywoods
ALLA NAZIMOVA – Zum 100jährigen Filmdebüt – The fallen „Star without a Rival“

RUBRIK: ORIGINAL & REMAKE „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ (1933)/ „Das Kabinett des Professor Bondi“ (1953)/ „House of Wax“ (2005)

LOVERS ON THE RUN – Das kriminelle Unterwegssein in Road-Movies

DEUTSCHE SYNCHRONSPRECHER TEIL 5 – Heinz Engelmann

KOLUMNE: QUOD ERAT MONSTER! – Die Mumie (1932)

CAMERA BESTIARIUS – TIERDARSTELLUNG IM FRÜHEN FILM TEIL 1: Von der Bühne in das Kino der Attraktionen – Die ersten auf Celluloid gebannten Tiere

DAS WERK EINES MEISTERS IST ZU ENTDECKEN – Friedrich Wilhelm Murnau – Teil 1: Vom Suchen und (nicht) Finden

KOLUMNE: LICHTBLICKE MIT BRAUNEM TON TEIL 9 – Zwischen Kunst und Ideologie : Der Mann, dem man den Namen stahl (1945)

KOLUMNE: DER VERGESSENE FILM – The Return of the Vampire (1943)

 

Heft #15 kann man HIER für € 4,00 zzgl. Versand beziehen.

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Das Bloggen der Anderen (11-07-16)

bartonfink_type2– Michael Sennhauser hat sich auf dem Neuchâtal International Fantastic Filmfestvial getummelt. Wie in den Vorjahren berichtet er auf Sennhausers Filmblog wieder über zahlreiche interessante Genrefilme, die Stück für Stück auf meine „Watchlist“ wandern. Irgendwann muss ich da auch mal hin. Besprochene Filme sind u.a. Agnieszka Smoczynska Meerjungfrauen-Horror-Musical „The Lure“, Michael O’Sheas trauriger Coming-of-Age-Film „The Transfiguration“,Babak Anvaris “Under the Shadows”, der in Teheran spielt und die Luftangriffe im Iran-Irak-Krieg 1988 aus der Sicht eines kleinen Mädchens zeigen, und Christian Tafdrups Film „Parents“ um eine rätselhafte Verjüngung und deren familiäre Folgen.

– Lukas Stern führt auf critic.de ein umfassendes Interview mit „Tony Erdmann“-Regisseurin Maren Ade. Michael Kienzl berichtet vom Il Cinema Ritrovato in Bologna, wo Produzent Carl Laemmle Jr. eine retrospektive spendiert wurde. Er ist dabei erstaunt, was unter diesem Produzenten im ohnehin schon freizügigen Pre-Code-Kino alles möglich war.

– Beim vom Il Cinema Ritrovato war auch das Team von Jugend ohne Film und hat seine Erlebnisse noch einmal zusammengefasst.

– Jugend ohne Film-Gründer Patrick Holzapfel beginnt auf B-Roll eine neue Reihe über den Stand des Kinos heute. Im ersten Teil schreibt er über das große Kinosterben und wie sich die Kinolandschaft in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Andreas Köhnemann hat einen interessanten Artikel über Religion im US-Kino verfasst.

– Bei uns in Bremen lief „The Neon Demon“ nur eine Woche. Und natürlich habe ich es in der kurzen Zeit nichtgeschafft, ihn im Kino zu sehen. Wenn ich Mauritia Mayers enthusiastische Kritik zum Film auf Schattenlichter lese, kommen mir da schon etwas die Tränen. Ich hoffe mal, das Kommunalkino schießt irgendwann noch mal eine Vorstellung nach.

– Oliver Nöding hat sich auf Remember It for Later in den selbst in Fankreisen eher unbekannten Giallo „Un sussurro nel buio“ von Marcello Aliprandi verliebt.

– Udo Rotenberg erinnert auf Grün ist die Heide am Beispiel von William Dieterles „Die Fastnachtsbeichte“ noch einmal daran, was für ein umwerfender Schauspieler Götz George schon in jungen Jahren war.

– Ronny Dombrowski auf Cinetastic.de über den Anime „Belladonna of Sadness“: „ So ungewöhnlich diese Bilderflut des Experimentalkinos auch ist, mit seinem Plädoyer gegen die Ausbeutung von Frauen ist dieser Film auch heute noch brandaktuell.“

– Ein treffendes Statement triff auf funxton, wenn er über „Scarletto – Schloss des Blutes“ schreibt: „(man) wähnt (..) sich unversehens im Olymp psychotronischer Filmkunst. Oder, vielmehr: man wähnt sich nicht, man ist!“ Umgehauen hat ihn auch Bernard Roses „Candyman“, wobei er einen Großteil der Wirkung dem Soundtrack des großartigen Philipp Glas (ein persönlicher Favorit von mir) zuschreibt.

– Bastian Quednau zeigt sich auf film-rezensionen.de begeistert von der „Rocky“-Fortsetzung „Creed“. Da ich solche Lobeshymnen nun schon öfter gehört habe, wandert der Film umgehend auf meinen Wunschzettel. Das Gegenteil von begeistert ist Oliver Armknecht vom deutschen Amateurfilm „ABC of Superheroes“.

– Christian Genzel erinnert auf Wilsons Dachboden anlässlich des Dokumentarfilms „Bad Boy Kimmer“ noch einmal an den Skandal, als der Schweizer Kummer von Los Angeles aus, namhafte deutsche Publikationen mit gefakten Hollywood-Interviews versorgte.

– Walter Hills wundervoll seltsamer „Straßen in Flammen“. Totalschaden schreibt auf Splattertrash: „Musik, Optik, Darsteller; all das wird in diesem Meisterwerk zu einem rauschhaften Vergnügen, welches jegliche Kritik an der flachen Geschichte oder den stereotypen Rollen einfach in einer Welle als Neonlicht, Gitarrenriffs und Großstadtschluchten hinwegspült.“ Yeah!

– Bald kommt die Forstsetzung von Roland Emmerichs „Independence Day“ in die Kinos. Grund für Marco Mewes von Duoscope, noch einmal einen intensiven Blick auf den Film von 1996 zu werfen.

– Alex Matzkeit hat auf real virtuality wieder real virtualinks.

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Blu-ray Rezension: „Der gläserne Schlüssel“

schluessel_brFrüher war Paul Madvig (Brian Donlevy) ein Krimineller, heute ist er ein korrupter, aber auch erfolgreicher Politiker. Während er im Vordergrund den charismatischen Bürgerfreund gibt, hält im Hintergrund seine rechte Hand Ed Beaumont (Alan Ladd) die Fäden zusammen. Nachdem sie ihn in aller Öffentlichkeit geohrfeigt hat, setzt sich Madvig in den Kopf, Janet Henry (Veronica Lake), die Tochter des ehrenwerten Senators Ralph Henry (Moroni Olsen) zu heiraten. Um sich bei Henry einzuschmeicheln, lässt Madvig den Nachtclub des Gangster Nick Vama (Joseph Calleia) ausheben, mit welchem er zuvor gemeinsame Sache gemacht hat. Vama sinnt auf Rache. Zeitgleich unterält Madvigs kleine Schwester Opal (Bonita Granville) ein Verhältnis mit Janets Bruder Taylor (Richard Denning). Einem Spieler, der bei Vama große Schulden hat. Als Taylor ermordet wird, fällt der Verdacht auf Madvig. Ed Beaumont hat nun alle Hände voll zu tun, um seinem Chef den Kopf zu retten…

Dashiel Hammett ist einer der ganz großen Wegbereiter der amerikanischen Krimi-Literatur. Als einer der Väter des „Hard-boiled“-Romans, ist sein Schaffen bis heute enorm einflussreich. Wim Wenders hat während seines missglückten Hollywood-Ausflugs versucht, Hammett mit seinem gleichnamigen Film ein Denkmal zu setzen. Aber auch für den amerikanischen Filmgeschichte war Hammett immens wichtig. Seine Romane wurden früh und mehrfach verfilmt. Am Bekanntesten ist sicherlich „Die Spur des Falken“, der Film, welcher Humphrey Bogart zum Star machte. Doch dies war bereits die dritte Verfilmung des Romans. Auch „Der gläserne Schlüssel“ war bereits die zweite Adaption des gleichnamigen Romans. Sieben Jahre zuvor war der Stoff bereits von Frank Tuttle mit George Raft und Edward Arnold in den Hauptrollen verfilmt worden. Ferner schuf Hammett das Screwball-Amateuerdetektiv-Duo Nick und Nora Charles aus den „Der dünne Mann“-Filmen. Und sein Debütroman „Red Harvest“ war Inspiration für Akira Kurosawas „Jojimbo“ (was Kurosawa allerdings bestritt), der wiederum als „Für eine Handvoll Dollar“ und „Last Man Standing“ neu in Szene gesetzt wurde.

„Der gläserne Schlüssel“ erzählt eine komplexe Geschichte, ohne sich dabei in den zahlreichen Handlungsfäden und Nebenfiguren zu verlieren. Nomineller Hauptdarsteller ist der wie immer zuverlässige Brian Donlevy, der den bulligen Politiker Paul Madvig spielt. Madvig kokettiert gerne mit seiner nicht ganz sauberen Vergangenheit und seine Nähe zum Mob. Da ist es nur folgerichtig, wenn Donlevy ihn auch wie einen – durchaus sympathischen – Gangster anlegt. Tatsächlich macht der Film keinen Hehl aus der Korruptheit seines Helden, der auch gerne mal von den Fäusten Gebrauch macht, um seine Meinung durchzuboxen. Man wundert sich, wie der Film durch die engen Maschen des Hays Office geschlüpft ist. Der andere hier auftauchende Politiker ist ein Waschlappen, der sich gerne dorthin neigt, woher der Wind weht. Der Staatsanwalt ist eine lächerliche Gestalt ohne eigenen Willen und ein Zeitungsverleger in der Hand der Mafia. Es ist kein besonders positives Bild, welches Regisseur Stuart Heisler da von Amerika und seinen Würdenträgern zeichnet.

Auch die eigentliche Hauptfigur, Madvigs rechte Hand Ed Beaumont, wird ihn kein positives Licht gestellt. Ed handelt als willfähriges Werkzeug seines Meisters Madvig. Um dessen Unschuld zu beweisen, ist ihm kein Trick zu schmutzig. Er lässt sich auch lieber halb tot prügeln, als gegen die Interessen seines Auftraggebers zu handeln. Woher diese verbissene Loyalität kommt, wird im Film nicht ganz klar. Madvig hat Ed wohl mal aus der Klemme geholfen. Eds bedingungslose Treue, lädt aber diverse Kommentatoren im Netz dazu sein, über eine Liebesbeziehung zwischen Ed und Madvig zu spekulieren. Ein Aspekt, der nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Auch in Eds Beziehung zu dem, von dem großartigen William Bendix verkörperten, Schläger Jeff spielt eine homoerotischer Unterton eine tragende Rolle. Jeff behandelt Ed fast zärtlich, gibt ihm Kosenamen, bevor er ihn mit aller Brutalität und Körperlichkeit als Punching Bag benutzt. Bei ihrem letzten Zusammentreffen lädt Jeff Ed zunächst auf eine Flasche Whiskey ein und umarmt ihn liebevoll, während er voller Vorfreude davon spricht, dass er ihn gleich totprügeln wird. Interessantes, wenn auch irrelevantes Detail am Rande: Während der Dreharbeiten freundeten sich Alan Ladd und William Bendix an, und es entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft zwischen Beiden.

Eine spannende Rolle spielen auch die eigensinnigen und selbstbestimmten Frauen in diesem Film. Sei es Madvigs kleine Schwester, die durch ihre starrköpfige Liebe zum spielsüchtigen Taylor eine Katastrophe hinauf beschwört. Oder die Ehefrau des Zeitungsverlegers, die sich sobald sie vom Bankrott ihres Mannes erfährt, vor dessen Augen sofort Ed Beaumont an den Hals wirft. Im Mittelpunkt steht aber natürlich die wundervolle Veronica Lake. Hier empfiehlt es sich auch, den Film im Original zu schauen, um die rauchig-verruchte Stimme der Lake genießen zu können. Diese vermutet man bei einem so zierlichen Persönchen gar nicht, aber sie passt hervorragend zu ihrer forschen, fordernden Rolle. Veronica Lake besitzt diesen belustigten, zynischen Unterton in ihrem erotischen Timbre. Das macht sie, neben ihrem wunderschönen und unverwechselbaren Äußeren, zur perfekten Femme Fatale. Ihre Janet Henry ist eine interessante Rolle, denn sie hält selbstbestimmt die Fäden in der Hand und lässt sich nicht vor fremde Karren spannen. Auch wenn Madvig damit prahlt, dass er sie erobert hätte, so ist es doch eher so, dass sie ihm erlaubt hat, in ihre Nähe zu kommen, um ihn in den Abgrund stürzen zu lassen. Mit Ed verbindet sie vor allem die Beziehung zu Madvig, auch wenn man eine unterschwellige, sexuelle Neugierde zwischen ihnen spürt. Dass Beiden dann ein geradezu lächerliches Happy End aufgebrummt wird, ist ausgesprochen ärgerlich. Denn diese Konzession an die Hollywood-Konventionen will so gar nicht zu dem Rest des Filmes passt, und schwächt diesen dadurch vollkommen unnötig.

Die Dashiell-Hammett-Verfilmung erstaunt durch einen hohen Grad an Brutalität und einer generell skeptischen Weltsicht. Das Paar Alan Ladd und Veronica Lake harmoniert perfekt miteinander, auch wenn sie sich eher wie Tiger umkreisen. Hervorgehoben müssen aber auch die Nebendarsteller werden. Allen voran der wie immer großartige William Bendix, der seiner im Grunde eindimensionalen Figur ungeahnte Untiefen verleiht. Allein das unglaubwürdige und auch vollkommen unpassende Ende trübt ein wenigen den ansonsten guten Eindruck.

„Der gläsernen Schlüssel“ ist die 22. Folge aus der „Film Noir Collection“ des Hauses Koch Media. Das Bild ist zwar nicht gerade brillant, macht aber auch nicht den Eindruck einer billigen „Public Domain“-Presse. Etwas körnig, dafür scharf und ohne Verschmutzungen. Der englische Ton ist für sein Alter klar und deutlich und definitiv der deutschen TV-Synchronisation vorzuziehen, da diese recht leblos und mit ihren nachträglich eingefügten Geräuschen sehr künstlich wirkt. Zudem kommt man nur so in den Genuss der wunderbaren Stimme von Frau Lake. Falls man mal etwas nicht versteht, kann man die englischen Untertitel zuschalten. Deutsche gibt es leider keine. Das Bonusmaterial ist lächerlich. Drei kurze Clips, die aus der US-Vorlage stammen und zusammen keine 9 Minuten gehen. Zudem wird hier vor allem oberflächlich auf die anderen Filme eingegangen, die in der amerikanischen „Film Noir Collection“ erschienen, aus der das Master dieser Veröffentlichung augenscheinlich stammt. Sehr viel informativer ist da das sehr gut geschriebene, 12-seitige Booklet von Frank Arnold. Ansonsten gibt es noch eine Bildergalerie und den Trailer.

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Nachruf: Bud Spencer (1929-2016)

Es will in diesem Jahr kein Ende nehmen. Noch freudetrunken ob des sensationellen Sieges der Isländer über England und deren Einzug ins Viertelfinale der EM, schaute ich auf Facebook nach, was wohl die Freunde und Bekannten so dazu schreiben. Und augenblicklich war meine gute Laune verflogen. Was sich wie ein Lauffeuer auf Facebook verbreitete waren keine fröhlichen Sprüche über die Isländer (und Seitenhiebe auf die Engländer), sondern die Nachricht, dass Bud Spencer gestorben ist. Heute, am Tag danach, reißt der Strom der Beileidsbekundungen noch immer nicht ab. Fast jeder fühlt diesen tiefen Drang, seine ganz persönliche Erinnerung an Carlo Pedersoli, dem Mann der sich Bud Spencer nannte, zu teilen. Ich habe nur kurz darüber nachdenken müssen, wo Bud Spencer Spuren in meinem Leben hinterlassen hat. Da war einer meiner ersten Kinobesuche – der einzige mit meinem Onkel, wenn ich mich recht erinnere. Wir sahen „Buddy haut den Lukas“. Dann ein Besuch bei meiner Cousine, deren Freund einen Videorekorder hatte, um endlich mal „Vier Fäuste für ein Halleluja“ zu sehen, von dem mein Vater mir immer erzählt hatte. Film und Besuch sind mir lebhaft in Erinnerung geblieben. Sich mit dem Schulkameraden auf dem Sportplatz treffen und ein improvisiertes „Football“-Spiel auszutragen – weil wir alle am Vorabend „Sie nannten ihn Mücke“ gesehen haben.

Jeder scheint Bud geliebt zu haben (bisher las ich tatsächlich nur einen einzigen äußerst geschmacklosen Kommentar zu seinem Tod). Für alle war Bud Spencer ein Stück Kindheit. Der große Held. Kein Superheld, nein, sondern ein sehr, sehr menschlicher Held. Mit all seinen Fehlern und Makeln. Der sich aber nie unterkriegen und – für Kinder wichtig – sich auch nicht von Autoritätspersonen und Regeln aufhalten ließ. Der einfach das tat, was alle Kinder auch gerne machen würden. Einfach mal nicht auf die Eltern hören. Dass Bud Spencer seinen Figuren seit dem ersten gemeinsamen Film mit Terence Hill („Gott vergibt – Django nie“), spätestens aber nach den großartigen „Die linke und die rechte Hand des Teufels“ (mein Lieblingsfilm der Beiden) mit einem großen, goldenen Herzen ausstattete, machte ihn zu dem geliebten Onkel, mit dem man Pferde stehen wollte (tatsächlich ist er in den ersten Spaß-Western ja auch dann konsequenterweise ein Pferdedieb).

In Deutschland war Bud Spencer immer ein Weltstar gewesen. Angehimmelt von mehr Fans, als so mancher strahlende und schöne Hollywood-Held. Ja, wo gibt es heutzutage noch jemanden, auf den sich Generationen so stark einigen können? Wobei sein riesiger Erfolg hierzulande sicherlich zu einem teil auch auf seine deutsche Synchronstimme Wolfgang Hess (der vor gerade einmal zwei Monaten ebenfalls verstarb) zurückzuführen. Dieses tiefe Grummeln beherrschte keienr so wie er. Nicht einmal Bud Spencer selber. Und dann ist da natürlich auch Rainer Brandt, der dem Duo Spencer-Hill immer die kessen Sprüche und beliebten Kalauer in den Mund legte (und damit auch so manchen ernsthaften Auftritt Bud Spencers oder Terence Hills versaute). Ich glaube, die Figur Bud Spencer war eine Mischung aus Pedersolis mächtiger Präsenz, Hess‘ Stimme und Brandts Sprüchen. Doch damit ist es jetzt für immer vorbei.

Bud Spencer - etwas näher dran

Bud Spencer – etwas näher dran

Wie populär Bud Spencer hierzulande noch immer war, obwohl er seit dem letzten „typischen“ Bud-Spencer-Film 22 Jahre vergangen waren, konnte man 2011 beobachten. Bud Spencer hatte gerade seine Autobiographie geschrieben (oder vielmehr schreiben lassen) und sein Verlag schickte den damals schon krank wirkenden, aber immer noch voller Energie steckenden Bud Spencer auf große Promo-Tour. Neben TV-Auftritten wurden auch große Autogrammstunden gegeben. Eine davon auch bei Thalia in Bremen. Leider war ich an diesem Tag verhindert und schickte daher meine Frau, um seine Autobiographie zu kaufen und für mich signieren zu lassen. So verpasste ich ein großes Ereignis in meinem Leben, weshalb ich mich heute noch ärgere. Aber meine Frau war erfolgreich, stellte sich tapfer in die schier unendliche Schlange wartender Fans und war erstaunt über die ganze – ja – Hysterie die diesem alten, ihr vollkommen unbekannten Mann entgegengebracht wurde. Und ich halte heute mein Buch mit dem schnell hingeschriebenen „Bud“ in Ehren. Auch wenn diese eher dünne Autobiographie irgendwie flach und unvollständig wirkte. Der Verlag hatte aber Blut geleckt und ließ Bud gleich noch eine Fortsetzung „schreiben“ und dann noch ein Kochbuch. Jedes Mal begleitet von der Ochsentour mit den Signaturen. Ein eher unwürdiges „durch das Dorf treiben“ einer Kuh, die so offensichtlich schnell noch gemolken werden sollte, bevor der Tod zuschlägt. Ich fand das widerlich und habe deshalb den ganzen Zirkus nicht mehr mitgemacht. Bud Spencer hatte etwas anderes verdient, als als kranken, alter Mann wie ein Zirkusbär durch die Manage gezogen zu werden. Auch wenn ihm selber der riesige Zuspruch seiner Fans sicherlich Freude bereitet hat.

Jetzt hat es ein Ende. Und ich vermisse ihn, denn ein Teil des eigenen Lebens, der Kindheit ist gegangen. Ist man erwachsen, wenn die Helden von damals nicht mehr da sind?

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Das Bloggen der Anderen (27-06-16)

bartonfink_type2– Und wieder startet diese Ausgabe mit Nachrufen. Ich war sehr schockiert als ich vom Tode Götz Georges lass. Klar: George und Schimanski, meine Jugend (ich habe sogar eine kleine Kollektion „Schimanski“-Jacken gehabt als ich zur Schule ging). Aber richtig umgehauen hat er mich in „Aus einem deutschen Leben“, den ich ebenfalls erstmals in der Schule sah. „Abwärts“, „Die Katze“ – ich habe damals auch „Solo für Klarinette“ gesehen, in dem er mich auch beeindruckte, weil er da in einer recht expliziten Szene gezeigt hat, dass auch ein Typ wie er nicht immer funktionieren kann. „Schtonk“, „Der Totmacher“… Ich höre jetzt mal auf und überlasse dem Kinogänger und Sebastian vom Magazin des Glücks das Wort. Andere werden sicherlich noch folgen, wenn sich der erste Schock gelöst hat.

– Zum Nachruf von letzter Woche hier noch ein langes Gespräch zwischen YP und PD auf Film im Dialog über den zu jung verstorbenen Schauspieler Anton Yelchin.

– Festivals: Patrick und Andrey berichten auf Jugend ohne Film vom diesjährigen Il Cinema Ritrovato in Bologna.

– Festivals: Abspannsitzenbleiber schreibt vom Filmfest München.

– Harald Mühlbeyers und Urs Spörris Reihe über den deutschen Film geht auf B-Roll in die fünfte Runde. Diesmal wird am Beispiel Dänemark aufgezeigt, welche Wege es gäbe, die momentane Situation zu verbessern.

– Dazu ganz gut passend: Michael Kienzl auf critic.de über eine Reihe mit Filmen aus der jungen BRD, die in Frankfurt lief. U.a. mit „Die Nackte und der Satan“. Sehr interessant.

– Christian Gertz stellt auf Mehrfilm Fragen an die Hauptdarstellerinnen des indisch-deutschen Films „5 Göttinnen“.

– „Aufreger“ der Woche ist Nicolas Winding Refns neuer Film „The Neon Demon“, der in den Blogs ähnlich polarisiert, wie er es bei seiner Premiere in Cannes getan hat. Andreas Eckenfels ist auf Die Nacht der lebenden Texte nicht ganz überzeugt und stört sich vor allem an der Brutalität im letzten Drittel, findet aber „An „The Neon Demon“ gibt es mehr zu lieben als zu hassen“. Christian Witte von cereality kann sich mit dem Film nicht anfreunden und schreibt „So aber wirkt er borniert in der Hypnose altbewährter Ausbeutungsrituale, die distanzierter anschlägt, als uns diese Artsploitation zu überzeugen wagt“. cutrin von filmosophie sieht vor allem das Frauenbild fragwürdig: „The Neon Demon trägt nicht unbedingt zur Wertschätzung von Schönheit bei. Und wenn dieser Kern fehlt, was bleibt dann letztlich noch? Dann bleibt der schale Nachgeschmack eines Films, der auf narrativer wie inszenatorischer Ebene funktioniert, weil er unterschiedliche Frauentypen gegeneinander ausspielt, ohne Raum für Alternativen und für ein aktives Durchbrechen solcher zerstörerischer Strukturen zu lassen.“ Oliver Nöding von Remember It For Later meint schließlich: „Der Film hat ein klareres Thema und die Distanz, die Refn zu ihm einnimmt, führt nicht zur Entfremdung, sondern fördert die Klarheit. (Ich wurde) vom Zusammenspiel der kalten, märchenhaften Bilder und dem ruhig, aber doch drohenden Pluckern des Scores vollständig gefangen genommen. THE NEON DEMON ist ein Trance induzierender Film, dessen vordergründige Schönheit die dahinter liegende Fäulnis kaum verbergen kann – oder will.“

– Bianca hat für Duoscope ein ausführliches Portrait von Juliette Lewis verfasst. Mit Frau Lewis konnte ich ja noch nie etwas anfangen, da sie mich in den meisten Rollen mit ihrer lauten White-Trash-Rotzigkeit zuallererst ziemlich genervt hat. Aber das Portrait habe ich trotzdem gerne gelesen.

– Ein Lieblingsfilm: „Blow Out“ von Brian de Palma. Den findet auch Sebastian von Nischenkino toll.

– Viva Italia I: Uwe Rotenberg erkundet auf L’amore in città weiterhin den Übergang zwischen „Commedia all’italiana“ und „Commedia sexy“. Diesmal anhand von Pasquale Festa Campaniles Film „Der Keuschheitsgürtel“ mit Tony Curtis und der wundervollen Monica Vitti.

– Viva Italia II: Mauritia Mayer empfiehlt auf Schattenlichter Vittorio Salernos Polit-Thriller „Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen„.

– Viva Italia III: Splattertrash hat warme Worte für den Abschluss der Hutch Bessy- Cat Stevens-Trilogie mit dem Duo Spencer/Hill: „Der Hügel der blutigen Stiefel“.

– Viva Italia IV: Gar nicht glücklich ist Heiko Hartmann auf Allesglotzer mit Enzo G. Castellaris „Der weiße Hai“-Rip-Off „The Last Jaws“.

– Viva Italia V: Sebastian Schwittay ist dem Zauber Joe D’Amatos und seiner Hauptdarstellerin Laura Gemser erlegen, wie man auf seinem Blog odd&excluded nachlesen kann, auf dem er über „Eva Nera“ schreibt.

– Viva Italia VI: Fast wäre Mario Bavas ungewöhnliches und zutiefst zynische Meisterwerk „Wilde Hunde“ für immer verschollen. Gut, dass dem nicht so ist. Findet auch Nicolai Bühnemann auf filmgazette.de 

– Michael Schleeh geht fremd und schreibt auf Hard Sensations über den Bollywood-Film „Tamasha – Der Zauber in Dir“ und sein Text macht mir mal wieder Appetit auf Bollywood.

– Eine neue Ausgabe des Movie-Magazin auf Hauptsache (Stumm)Film. Diesmal mit dem britischen Film „Die Nacht begann am Morgen“ von dem späteren Hammer-Regisseur Roy Ward Baker.

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Das Bloggen der Anderen (20-06-16)

bartonfink_type2– Gestern verstarb durch einen tragischen Unfall der Schauspieler Anton Yelchin, der mich in „Only Lovers Left Alive“ und „Odd Thomas“ von seinem Talent sehr überzeugt hat und von dem sicherlich noch größere Dinge zu erwarten gewesen wären. Ein Nachruf von Der Kinogänger.

– Patrick Holzapfel schreibt auf Jugend ohne Film anlässlich des Filmes „Le Horla“, den Jean-Daniel Pollet 1966 drehte, darüber wie man etwas filmt, was man gar nicht sieht. Sehr interessant. Unter dem schönen Titel „Softboiled Wonderland – Japanische Bilderwerfer“ Claudia Siefen über Kinoerlebnisse in Japan.

– Das hat der Rainer Knepperges auf new filmkritik wieder ganz wunderbar gemacht: „Karten, Pläne (VII)“.

– Lukas Foerster schreibt auf critic.de darüber, „wie der Widerstand die ästhetische Oberhand verlor“ und „in den späten 1970er Jahren hat der Terrorismus seinen Sexappeal verlor“. Beides anhand der österreichischen Filme „Das Manifest“ (1974) und „Obszön – Der Fall Peter Herzl“ (1981).

– Für den vierten Teil ihrer Serie über den deutschen Film auf B-Roll haben Urs Spörri und Harald Mühlbeyer Zitate aus den in Kürze anlaufenden Dokumentationen „Verfluchte Liebe Deutscher Film“, „ Rudolf Thome – Überall Blumen“ und „Zeigen was man liebt“ gesammelt und in Form eines fiktiven Interviews neu zusammengesetzt: „Entschuldigung, liegt hier irgendwo der deutsche Film begraben?“. Lars Dolkemeyer schreibt über die Langeweile mit den “jump scares”.

– Philipp Stroh hat auf Wieistderfilm? Ein kleines Lexikon mit Filmfachbegriffen veröffentlicht.

– David stellt auf Whoknows presents zwei frühe Kurzfilme von Tony Scott vor und entdeckt neue Facetten an diesem hochinteressanten und leider viel zu früh aus dem Leben geschiedenen Regisseur, der noch immer unterschätzt wird und völlig zu Unrecht im Schatten seines Bruders Ridley steht.

– Apropos Ridley Scott. YP und PD unterhalten sich auf Film im Dialog über dessen „Thelma und Louise“.

– Oliver Nöding widmet sich auf Remember It For Later einem der obskureren Werke der deutschen Filmgeschichte: „Magdalena, vom Teufel besessen“ vom „Report“-Regisseur Walter Boos.

– Ebenfalls mit deutschem Filmgut beschäftigt sich wieder Udo Rotenberg auf seinem Blog Grün ist die Heide. Diesmal nimmt er „Suzanne – die Wirtin von der Lahn“ von Franz Antel unter die Lupe. Einem der ersten deutschen Sexfilme und Anfang der längsten Filmreihe (ihm sollten noch fünf weitere „Wirtinnen“-Filme folgen) im deutschsprachigen Kino mit einer weiblichen Hauptfigur.

„Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ von Lotte Reiniger aus dem Jahre 1926 ist einer er ältesten Animationsspielfilme und hat laut Oliver Armknecht von film-rezensionen.de bis heute nichts von seinem Zauber verloren.

– Die neue Ausgabe des „Movie-Magazin“ auf Hauptsache (Stumm)Film stellt diesmal René Clairs „Der Pakt mit dem Teufel“ in den Mittelpunkt.

– Es gibt Filme vor denen ich mich fürchte. Ich weiß, dass der russische Antikriegs-Film „Komm & Sieh“ ein Meisterwerk und eine extrem beklemmende und aufwühlende Erfahrung ist. Saschas Besprechung auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte und seine 10/10 Punkte bestätigen das. Aber ich traue mich nicht so recht, mich diesem reinen Grauen auszusetzen.

– Sascha Schmidt schreibt auf Okaeri über den neuen Film des Japaners Kiyoshi Kurosawa, in dessen Werk ich mich auch gerade hineinsehe. Dabei ist er von „Creepy“ ausgesprochen begeistert.

– Begeistert ist auch Michael Schleeh auf Schneeland und zwar von dem indischen Thriller „Neerja“ über die Stewardess Neerja Bhanot, die 1986 vielen Passagieren eines entführten Linienflugzeuges das Leben rettete und heute noch in Indien verehrt wird.

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Interview mit dem Musiker-Duo „Mondo Sangue“

isolaVor einiger Zeit berichtete ich hier über das österreichische Platten-Label Cineploit, welches sich auf „Soundtracks ohne Filme“ spezialisiert hat und führte ein Interview mit seinem Gründer Alex Wank. Generell sind Gruppen, die Musik im Retro-Soundtrack-Stil machen, immer häufiger anzutreffen. Ich denke dabei an „Zombi“, „Calibro 35“ oder die ganz wundervollen, aber leider nicht mehr existenten, „Agentenmusik“. In diese illustere Reihe stellt sich jetzt auch ein Duo aus Stuttgart, welches einen Soundtrack für einen imaginären, „verlorenen“ Kannibalen-Film aufgenommen hat. Es nennt sich „Mondo Sangue“ und besteht aus dem Komponist und Filmschaffenden Christian Bluthardt und der Musikerin Yvy Pop, die auch als Dozentin an der Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien tätig ist. Außerdem arbeitet sie auch als Sprecherin und Grafikerin und hat 20 Jahre lang in verschiedenen Punkbands gesungen. Über das Internet bin ich mit Beiden in Kontakt und den Genuss einiger Kostproben ihres ersten Albums gekommen. Das war dann auch ein guter Grund für mich, um „Mondo Sangue“ etwas näher auf den Zahn zu fühlen.

isola2Filmforum Bremen: Nachdem Eure erste Platte ja eine musikalische Hommage an den Kannibalenfilm darstellt, ist die erste Frage zwar etwas billig, aber eigentlich unvermeidlich: Welcher Film dieses ja nicht besonders gut beleumundeten Genres gefällt Euch denn am Besten?

Chris: Mein Favorit ist ganz klar „Cannibal Holocaust“. Die Antwort ist jetzt wahrscheinlich nicht besonders überraschend. Aber dieser Film ist unabhängig von irgendeinem Genre einer der verstörendsten Filme überhaupt – den vergisst man nicht so schnell. Das liegt vor allem an der Kombination aus der (bei Kannibalenfilmen ausnahmsweise) sehr guten Story, einer eindringlichen Inszenierung und der großartigen Musik von Riz Ortolani.

Yvy: Da kann ich Chris nur beipflichten. 10 Jahre – von 1972 bis 1983 – dauerte die Hochzeit der Kannibalenfilme an. Unter den fast ausschließlich italienischen Produktionen (mit exorbitant hohem Trash-Faktor!), die meist Varianten eines ähnlichen Mainplots waren, sticht CANNIBAL HOLOCAUST als DER Kannibalenfilm schlechthin heraus. Er brachte sowohl die Exploitation, die Darstellungen von Gewalt als auch die (später erst entdeckte) Komplexität dieses Genres auf einen Höhepunkt. Dabei spielten vor allem die Medien, die Rezeption, die grundsätzlichen Fragen, wo Zivilisation aufhört und Barbarei beginnt, Kolonialismus, Einverleibung und Macht eine zentrale Rolle. Mit den Mitteln der Pseudodokumentation wurden Bilder erzeugt, die den Zuschauer zutiefst verunsicherten, wo die Fiktion endet und realer Horror gezeigt wird. Und eben diese Drastik der Bilder wurde von einem der schönsten Filmscores untermalt.

Die Idee Soundtracks zu nicht-existenten Filmen zu produzieren ist ja in den letzten Jahren recht populär geworden. Ich denke da beispielsweise an das Repertoire des wunderbaren Wiener Labels Cineploit. Wie seid ihr auf die Idee für Mondo Sangue gekommen? Gab es da Vorbilder?

Chris: Die Idee zu „Mondo Sangue“ kam eigentlich erst viel später. Zunächst stand nur die Möglichkeit im Raum, zu zweit die ultimative Ode an eine bestimmte Filmnische zu schaffen. Irgendwas mit Italien musste es sein. Aber nicht einfach nur nachgemacht, etwas ganz eigenes sollte dem Universum hinzugefügt werden. Ich habe weniger an Cineploit oder ähnliche Labels gedacht (kenne sonst gar keine) als an den Film, den ich noch gerne gesehen hätte. Die Verbeugung gilt keinem bestimmten Film oder Musiker, vielmehr soll dieses fiese kleine Kannibalenfilm-Genre um einen Aspekt erweitert werden. L’Isola gesellt sich bei der nächsten 70s-Italo-Lounge-Party heimlich mit auf die Tracklist als wäre sie dort schon immer mitgeschwungen.

Yvy: Wir beide haben uns vor Jahren in Stuttgarts bester Videothek, der Filmgalerie 451, kennengelernt. Chris arbeitete dort in der Filmberatung, ich organisierte Veranstaltungen. Bei zwei Projekten, Filmmusik zu Nature Morte (naturemortefilm.com) und zum Spaghettiwestern „Lobo, der Teufel sang sein Wiegenlied“, haben wir zum ersten Mal zusammengearbeitet. Damals war klar, dass wir unbedingt mal einen kompletten Soundtrack zusammen machen wollen. Zu Filmen, die wir gern gesehen hätten, die aber nie gedreht wurden. Und letztes Jahr war es soweit.

Für Eure Platte habt ihr eine ganz eigene Hintergrundgeschichte erfunden. Da geht es um einen unveröffentlichten Film eines vergessenen italienischen Regisseurs namens Luchino Martello. Könnt ihr da etwas mehr drüber erzählen? Was hat es damit auf sich, und was hat euch dazu inspiriert?

Chris: Die Inspiration liegt grundsätzlich im italienischen Kino der goldenen 70er Jahre, vorwiegend im Exploitation-Bereich. Die Produktionsbedingungen waren teilweise genauso durchgeknallt wie die Ergebnisse, nirgends ging man derart frei und ungeniert zur Sache. Da würde doch keinem auffallen, dass es bestimmte Filmemacher wie Luchino Martello vielleicht gar nicht gibt? Der Gedanke, dass ein
solcher Knabe eben auch etwas vom kurzweiligen Kannibalen-Fame einschnappen wollte ist gar nicht so abwegig, genausowenig wie die Tatsache, dass er scheiterte und der Film nie fertig wurde. Was mich an dem Film in erster Linie interessiert hatte war: Wie hätte er wohl geklungen? Kann man über die Musik den ganzen Film erzählen? Funktioniert das? Und genau so wie in den 70er Jahren Regisseure wie Joe D’Amato irgendwann die verschiedenen Genre zusammenmixten,entstand bei uns Track für Track dieses Album, welches entlang unserer Story auch stets die Stimmung wechselt. Es ist eben ein Soundtrack.

Yvy: Luchino Martello ist ein Vehikel, stellvertretend für die zig Pseudonyme, unter denen ein und derselbe Regisseur viele Exploitationfilme drehte; und das Jahr 1978 verortet den Soundtrack auf dem Höhepunkt des Kannibalenkinos. Allerdings haben
wir von Vornherein entschieden, keinen Hoax daraus zu machen, sondern vielmehr unsere Liebe zu diesen Soundtracks als Hommage und Verbeugung vor dem Genre zu verstehen und zu kommunizieren.

Auf Eurer Platte erzählt ihr ja mit den Song-Titeln die Geschichte des fiktiven Filmes nach. Habt ihr da tatsächlich so eine Art Drehbuch für geschrieben?

Yvy: Konkret haben wir uns im Sommer 2015 getroffen und eine Synopsis eines „ultimativen“ Kannibalenfilms geschrieben – inklusive aller Klischees und Gemeinplätze. Anhand des Plots haben wir den Film in einzelne Szenen unterteilt, die wir in englisch und italienisch betitelt haben. Wir haben über die jeweiligen Stimmungen, teils sogar Instrumente, bestimmte Rhythmen und Soundmoods wie Wellen, Papageien
diskutiert. Und irgendwie waren wir schon nach zwei Stunden fertig. Wir hatten exaktdie gleiche Vorstellung, von dem, was wir machen wollen

Chris: Es gibt eine zweiseitige Outline zu dem Film. Die komplette Handlung sozusagen. Ich nehme an, dass es für die meisten Genre-Vertreter ähnlich viele Seiten als Grundlage gab. Anhand dieser Synopsis haben wir dann Stück für Stück die Songs abgeleitet. Diese wurden dann wiederum unter Einbeziehung der verschiedenen Stimmungen „im Film“ musikalisch umgesetzt.

Yvy: Das Schöne daran, man muss den Film auch nicht gesehen haben… Man versteht und „sieht“ ihn beim Hören der Platte.

Wie gingen die Aufnahmen für die Platte vonstatten?

Chris: Wie man sieht hatten wir eine recht gute und intensive Vorbereitung. Ich habe die Stücke nach und nach eingespielt, wobei hauptsächlich auf Sample-Instrumente zurückgegriffen wurde. Die Findung des Sounds wiederum hat seine Zeit gekostet, es sollte ja möglichst authentisch klingen. Der typische Nico-Fidenco-Kannibalen-Synthie liegt jetzt nicht gerade offensichtlich in der Gegend herum. Die Vocals wurden allesamt nachträglich im Studio aufgenommen.

Yvy: Chris war für die Kannibalenschar und ich für die „epischen“ Chöre zuständig. Viele Ideen entstanden auch direkt im Studio. Wenn irgendetwas noch nicht stimmig war, probierten wir uns stimmlich aus. Es hatte etwas von einem Strudel, eine Idee folgte der nächsten, 20-stimmige Opernchöre, erotisches Geröchel bis hin zu den Papageien

Chris: Mein Kollege Frederik Lietz hat dann wochenlang daran gemischt und schließlich gemastert. Hier wurde versucht, sich noch näher an den tollen Italo-Sound hinzumanövrieren, was meiner Meinung nach sehr gut geklappt hat. Großes Lob an dieser Stelle nochmal an unseren Mixmaster!

Yvy: Yes!

Wie seid ihr an Eurer Plattenlabel gekommen und wo kann man Eure Scheibe beziehen?

Yvy: Das Stuttgarter Allscore Label wird von unserem gemeinsamen Freund und Kollegen Dietmar Bosch geleitet. Wir haben ihm, der sich neben Hörspielen auch auf Scores aus den 60er und 70ern spezialisiert hat, von dem Projekt erzählt und ihm die Aufnahmen vorgespielt. Volltreffer!

Chris: Wir kennen uns bereits von anderen Projekten, beispielsweise vertone ich seit letztem Jahr die von All Score Media produzierte Hörspielreihe „Professor van Dusen“. Wir teilen außerdem die Liebe zum „schlechten Film“ und zu Filmmusik generell.

Ihr habt Eurer Werk bisher ausschließlich auf Vinyl veröffentlicht. Warum dies und gibt es Pläne eine CD-Veröffentlichung nachzuschieben?

Yvy: Wir haben uns für eine limitierte Auflage von 666 handnummerierten LPs mit Poster entschieden, um ganz nah an der Materie zu bleiben. 1978 gab es ja keine CDs und es handelt sich um eine Erstauflage. Der Charme einer Schallplatte als Collectors Edition und der Vinylsound werden dem Thema einfach gerecht. Irgendwie stand die Veröffentlichung auf CD für uns und Allscore nie im Raum.

Chris: Nichts unterstützt den Flair eines Retro-Soundtracks so sehr wie Vinyl! Das ist nur konsequent, und außerdem das einzig wahre Format für Musik. Eine CD-Veröffentlichung wird es keine geben. Die Scheibe gibt es zB bei Chris Soundtrack Corner. Man kann das Album darüber hinaus auch als mp3 kaufen.

Was plant Mondo Sangue als nächstes?

Yvy: Wir haben – während der Produktion in purer Begeisterung – einen 10-Jahresplan gemacht. Jedes Jahr veröffentlichen wir einen Soundtrack, der einem uns geliebten B-Genre huldigt. Das klingt ambitioniert, aber ich denke, das ist machbar.

Chris: Es wird auf jeden Fall mehr geben – wir haben noch einige Filmstoffe die unbedingt vertont werden müssen! Der Fokus wird zunächst auf Italien und auf die 70er / 80er-Jahre gerichtet bleiben, da gibt es einfach zu viele schöne Ecken, Kanten und Möglichkeiten. Die Spielwiese scheint unendlich groß. Nur die Cocktail-Zutaten müssen noch ausgesucht werden. Wobei ich zu einem richtig schönen, psychologischen Grusel-Giallo tendiere …

Yvy: Au ja!

Das klingt doch sehr vielversprechend. Dann freue ich mich schon sehr darauf, nächstes Jahr wieder von Euch zu hören und bedanke mich für das sehr informative und nette Gespräch.

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Das Bloggen der Anderen (13-06-16)

bartonfink_type2– Alexander Matzkeit hat sich auf real virtuality einige sehr kluge und sicherlich auch zur Diskussion anregende Gedanken darüber gemacht, wie sich Filme und „Franchise“-Filme selbst zerstören, indem sie zu sehr den Fans das Ruder überlassen.

– Manfred Polak hat auf Whoknows presents eine interessante Geschichte aus den 40er Jahren zu erzählen, als das US-Außenministerium eine Wanderaufstellung mit Moderner Amerikanischen Kunst auf die Reise schicken wollte – und dabei an der Borniertheit des Publikums scheiterte. Das ist zwar kein direkter Filmbezug aber Kunst ist Kunst.

– Rainer Kienböck stellt auf Jugend ohne Film die wunderbaren Quay-Brothers und grandios-bizarren Animationsfilme vor. Wer die Quay-Zwillinge noch nicht kennt, dem sei an dieser Stelle die schöne DVD-Anthologie ans Herz gelegt, die vor einigen Jahren bei absolut Medien herausgekommen ist und mittlerweile für schmales Geld zu haben ist. Ein Pflichtkauf.

– Harald Mühlbeyer und Urs Spörri setzten auf B-Roll ihre sehr lesenswerte Reihe über den Deutschen Film fort und nehmen diesmal die permanente Selbstausbeutung und das Leben am Existenzminimum unter die Lupe, die viele talentierte Protagonisten des deutschen Filmes heute plagen.

– Mauritia Meyer von Schattenlichter war bei der zweiten Kultkino-Veranstaltung im kleinen Dillingen und weiß schöne Dinge von dort zu berichten.

– Sehr verspätet reicht Alex Klotz auf Hypnosemaschinen noch seinen dritten Teil seines Berichts vom Terza Visione #3 in Nürnberg nach.

– Italienisch geht es natürlich auch wieder auf L’amore in città zu. Diesmal stellt Udo Rotenberg den 1965 von Mario Monicelli gedrehten „Casanova ’70“ vor, in dem (fast möchte man sagen: natürlich) Marcello Mastroianni die Hauptrolle spielt.

– Das neue Konzept von Hauptsache (Stumm)Film spricht mich wirklich sehr an. Diesmal im Mittelpunkt des „Movie Magazins“: Der Edward G. Robinson-Film „The Last Gangster“.

– Maren Ades Film „Toni Erdmann“ wird wirklich von allen Seiten her hoch gelobt. Diesmal auch von Ronny Dombrowski auf cinetastic und Thorsten Krüger auf Komm&Sieh.

– Ich mochte Adrián Garcia Boglianos „Here Comes the Devil“ trotz einiger Schwächen unterm Strich doch sehr gerne und freue mich, dass es Schlombie von Schlombies Filmbesprechungen ebenso geht.

– Auf Die Nacht der lebenden Texte wird die Brian-de-Palma Retrospektive u.a. von Simon Kyprianou mit einem Text über das Meisterwerk „Blow Out“ weitergeführt.

Short Cuts Totale beschäftigt sich weiterhin mit dem Frühwerk Ingmar Bergmans und ist bei dessen dritten Film „Schiff nach Indialand“ von 1947.

– Oliver Nöding von Remember It For Later mochte Quentin Tarantinos „Hateful 8“ und nimmt sogar das Wort „Meisterwerk“ in den Mund.

Der Kinogänger hat den zweiten Teil seiner Kino-Sommervorschau veröffentlicht.

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Das Bloggen der Anderen (06-06-16)

bartonfink_type2– Ich glaube, es ist schon an die drei Jahre her, dass ich hier verkündet habe, mal meine Meinung zum sogenannten Dilemma des deutschen Films kundzutun. Aber wie man sieht, die mir fehlte bis heute Zeit und Muße für eine gute Recherche. Vielleicht ist das auch gar nicht mehr nötig, denn Harald Mühlbeyer und Urs Spörri nehmen im zweiten Teil ihrer sehr empfehlenswerten Reihe zum Deutschen Film auf B-Roll meine zentrale These auf: Wenn etwas über Jahre permanent schlechtgeredet wird – auch von Leuten, die es eigentlich gut meinen – wird das irgendwann zur selbsterfüllenden Prophezeiung und niemand möchte mehr einen Film sehen, wenn diese aus Deutschland kommt. Gal, wie gut der tatsächlich ist. Eine Lektion, die sich auch die Leute hinter dem „neuen deutschen Genrefilm“ hinter die Ohren schreiben können. Wer jeden Satz mit „die Deutschen können nur Schweiger/Schweighöfer-Komödien und Betroffenheitskino“ (was eh nicht stimmt) beginnt, der muss sich nicht wundern, wenn sich die Leute letztendlich nur die simple Gleichung „deutscher Film = Schrott“ merken und die eigenen Produktionen darunter leiden. „Ich bin kein Hollywoodstar“ behauptet die göttliche Cate Blanchett in einem Interview mit Anna Wollner. Ferner stellt Lucas Barwenczik ausgiebig den japanischen Regisseur Sion Sono und dessen Werk vor. Sion steht auf meiner „To-Do“-Liste mittlerweile auch ganz oben und wird demnächst ausgiebig geschaut.

– Apropos Sion. Dieser fällt derzeit durch eine fast schon unheimliche Produktivität auf. Sein „Why Don’t You Play in Hell?“, der jetzt auf den Japan Filmfest in Hamburg gezeigt wird, ist da – obwohl 2013 gedreht – auch schon wieder ein ganz alter Hut. Oliver Armknecht von film-rezensionen.de hat ihn gesehen.

– Weiter mit Japan. Okari hat auf der Nippon Connection „Lowlife Love“ gesehen und findet: „hinter der zynischen Fassade von LOWLIFE LOVE (steckt) dann aber doch auch noch etwas anderes: Eine wunderbar eigensinnige Liebeserklärung nämlich – ans Kino und an den Traum vom Filmemachen.“

– Noch mal Japan. Ebenfalls auf der Nippon Connection sah Michael Schleeh von Schneeland „Ken and Kazu“ von Hiroshi Shoji, den er toll fand und meint, es lohnt sich, nach dem Film die Augen offenzuhalten.

Daumenkino fasst noch einmal die dort besprochenen Filme des DOK Leipzig Festivals zusammen.

– Gerold Marks schlägt auf Digitale Leinwand vor, was einen erfolgreichen Schauspieler ausmacht und macht sich Gedanken über die Besucherzahlen des deutschen Films „Der Nachtmahr“. Schade, das sich die interessante und teilweise hitzige Diskussion darüber auf dem vergänglichen Facebook entsponnen hat und nicht in den Kommentaren unter dem Artikel, wo sie jetzt auch Blog-Besuchern zur Verfügung gestanden hätten. Auf Facebook wird sie ja leider niemand wiederfinden. Schade darum.

– 1966 inszenierte Samuel Beckett eines seiner Stücke als TV-Film für den Süddeutschen Rundfunk (Wahnsinn, was damals im jungen Medium noch möglich war). Sven Safarow erinnert daran auf Eskalierende Träume.

– Udo Rotenberg auf Grün ist die Heide über Freddy Quinn: „Coolness war 1960 noch kein stehender Begriff für einen souveränen Charakter, der nie die Nerven verliert. Und Freddy Quinn, der Schlagersänger und „Junge von St.Pauli“, gehört aus heutiger Sicht kaum zu den üblichen Verdächtigen dieser Spezies, aber genau das war er in seinen Rollen – cool bis zum Abwinken“. Nachzuprüfen anhand von „Freddy und die Melodie der Nacht“.

– Schlombie von Schlombies Filmbesprechungen verteidigt den durch das Goldmann-Buch „Die Edgar-Wallace-Filme“ übel beleumundeten „Der Gorilla von Soho“ und zeigt sich von dem wunderbaren „Ich sehr, ich sehr“ sehr angetan.

– Das ist Dienst am Kunden bzw. Leser. Neben einen schönen Besprechung von Harald Reinls starbesetzten „Die Schlangengrube und das Pendel“ gibt es von Mauritia Mayer auf Schattenlichter noch ein schönes Drehort-Special.

– Drei Stühle, drei Meinungen. Marco von Duoscope fand Jeremy Saulniers Punker-gegen-Nazis-Schocker „Green Room“ ganz furchtbar, stu von den Drei Muscheln fand ihn ganz in Ordnung und Simon Kyprianou von Die Nacht der lebenden Texte ist begeistert.

– Kontrovers aufgenommen wird auch Nicolas Winding Refns „The Neon Demon“. Sebastian Selig nennt ihn auf Hard Sensations schwärmerisch „Magisches Gift“. Ich freue mich drauf!

– Patrick Holzapfel auf Jugend ohne Film über Fassaden und Türen in Lubitschs Film „Angel“.

– Rainer Knepperges auf new filmkritik über München im März 1969.

– Gabelingeber hat seinen Blog Hauptsache (Stumm)Film umgearbeitet und schreibt jetzt seine Blog-Beiträge in Form eines „Movie Magazins“. Dieses beinhaltet jeweils einen Hauptartikel, in welchem stets ein klassischer englischsprachiger Film vorgestellt wird – dazu möglichst einer, der wenig bekannt ist. Mich interessieren die vergessenen Filme derzeit brennend, es gibt da wirklich erstaunliche Entdeckungen zu machen! Und über die bekannten Klassiker (Casablanca & Co.) ist ja schon genug geschrieben worden. (Was allerdings nicht heisst, dass ich nicht trotzdem mal einen vorstellen werde!) Auf den Hauptartikel folgen dann die „Film-Schnipsel“ mit Kurzkritiken über Filme neueren Datums, der Rubrik „Augenfutter“, wo möglichst regelmäßig Filme, die er in den vergangenen Jahre besprochen hatte, angeschaut werden können, und mit einer Umschau zu anderen Blogs, welche in der vergangenen Woche Filmklassiker besprochen hatten. Interessantes Konzept.

– Schwanenmeister kommentiert auf Negative Space das New-Beverly-Programm im Juni 2016. Das „New Beverly“ gehört Quentin Tarantino.

– Schönes Fazit von totalschaden auf Splattertrash über Jess Francos „Das Geheimnis des Dr. Z“: „Äußerst stimmiges Franco-Frühwerk, welches seine solide Story in wundervollen Bildern vorträg“

– Sebastian empfiehlt auf Nischenkino Sam Peckinpahs gerade neu erschienenen „Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia“.

– Funxton zeigt vollkommen hingerissen von William Peter Blattys „The Ninth Configuration“ , vergibt 10/10 Punkten und nennt ihn „Vielleicht ein künftiger Lieblingsfilm“. Und mit „Die sieben glorreichen Gladiatoren“ des Dou-Infernale Bruno Mattei/Claudio Fragasso hatte er auch eine Menge Spaß.

– Oliver Nöding von Remember It For Later war von „Public Enemies“ sehr enttäuscht und freut sich jetzt umso mehr, dass „Blackhat“ für Michael Mann eine Rückkehr zu alter Form geworden ist.

– Nachklapp zum Top-Thema der letzten Woche: Sebastian Schwittay schreibt über „The Witch“ auf odd&excluded: „Die realistische, historisch exakte und mit wohldosiertem surrealem Schockmoment versehene Studie über die psychologischen Mechanismen religiöser Hysterie hat das Zeug zum Klassiker“.

– Real Virtualinks bei real virtuality.

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Open-Air-Kino in Bremen 2016 – Schlachthof & Co.

OpenAir15Wie schon im letzten Jahr, findet auch diesmal wieder ein großes Open Air Kino Event in der Arena am Schlachthof statt. Organisiert von der Schlachthofkneipe.

Gestartet wird am 8. Juni mit der „Rocky Horror Picture Show„. Weiter geht’s – EM bedingt – am 23. Juni. Dann sind Stefan und ich zu Gast und stellen ein Double-Feature im Rahmen unserer Filmreihe Weird Xperience vor: „Return of the Living Dead“ und „Street Trash“. Beides feiner Splatter-Fun aus den 80ern. Und am 12. Juli sind wir dann noch einmal dabei und haben wieder etwas ganz Besonderes im Gepäck: „Invasion aus dem Inneren der Erde“ aus der Schmiede der legendären Shaw Brothers Studios. Auch bekannt als „Infra Superman“. Urwesen aus dem Inneren der Erde bedrohen unseren Planeten. Die modernste Technik des Atom-Zeitalters ist ohnmächtig gegen die elementaren Urgewalten. Da entwickelt ein Wissenschaftler eine Geheimwaffe: den “Infra Superman”. Außerdem: “Die Todesgöttin des Liebescamps“ von und mit Christian Anders (ja, DER „Fährt ein Zug nach Nirgendwo“ Anders), der sich Ende der 70er/Anfang der 80er als Filmemacher und deutscher Bruce Lee (!) zu etablieren versuchte. Hier spielt er an der Seite der Sexploitation-Ikone Laura Gemser. Weitere Highlights des Open-Air-Kino-Sommers sind “Das brandneue Testament” (24.6.) , “Flash Gordon“ (5.7.), „The Doors“ (14.7.) und “Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft” (24.7.). Für das mehr Mainstream-orientierte Publikum sind u.a. „Ich bin dann mal weg“ (15.7.), „Er ist wieder da“ (16.7.) und „Ein Hologramm für den König“ (22.7.) dabei.

Das vollständige Programm kann man hier einsehen: http://schlachthofkneipe.de/open-air-kino/#programm
Die Filme starten für gewöhnlich um 19:45 Uhr und Tickets gibt es für 5 Euro.

Dann noch zwei Vorschauen: Am 5. und 6. August gibt es in Bremerhaven wieder das „Kino im Hafen“ und am 16. September das Open Air Kino in Mahndorf. Für beide Termine stehen die Filme bisher noch nicht fest.

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