Das Bloggen der Anderen (15-02-13)

bartonfink_type2Vorab ein Beitrag aus dem Online-Magazin arteshock, welches kein Blog ist. Aber der Beitrag von Dietrich Brüggemann über die „Berliner Schule“ erscheint mir so interessant, dass ich ihn einerseits hier gerne verlinken, andererseits wohl die nächsten Tage einen längeren Artikel daraus machen möchte.  Eine Reaktion darauf gab es auch schon bei Screenshot.

– Ein großes Thema diesmal: Til Schweiger. Der gute Herr hat ja einerseits einen riesigen Erfolg in Deutschland mit seinen seichten Mainstream-Komödien, die gerne mal sanft unter die Gürtellinie gleiten und andererseits immer mehr zum Vehikel für seinen Nachwuchs werden. Andererseits hat Herr Schweiger aber auch ein massives Problem mit der Filmkritik, die seine Werke regelmäßig in der Luft zerreißen und dabei Herrn Schweiger nicht den Respekt entgegenbringen, den er gerne hätte. Am 4. Februar war er bei einem öffentlichen Gespräch zum Thema „Film und Kritik“ eingeladen. Was sich dort abspielte, haben filmosophie unter dem Titel „Til Schweiger, die Filmkritik & Ich“, sowie Ekkehard Knörer auf cargo unter dem Titel „Wichser und Schweinehunde“ gut zusammengefasst und kommentiert. Ich halte es da mit couchmonster, dessen „Schweigen über Schweiger: Stop Making A Mehrtüra“ mir aus dem Herzen spricht. Da überlege ich mir auch gerade, ob ich dazu nicht demnächst auch mal einen Text schreibe.

– Neulich waren hier schon einmal die Schwächen der neuen, digitalen Projektionen Thema. Lukas Foerster hat bei der Berlinale „The Grandmaster“ gesehen und ist auf Dirty Laundry ziemlich entsetzt über die Projektionsqualität.

– Auf Filmgazette schreibt Ulrich Kriest eine ausführliche Rezension über Oskar Roehlers neuen Film, den autobiographischen „Die Quellen des Leben“. Dazu gibt es dann noch ein langes Interview mit Roehler, welches ebenfalls von Kriest geführt wurde.

– Ein wichtiger Hinweis von Thomas Groh auf filmtagebuch. Der Onlineanbieter Netzkino hat den wunderbar abgefahrenen „Star Crash“ von Luigi Cozzi kostenlos auf  YouTube ins Netz gestellt. Auf Deutsch und in voller Länge.

–  Schlüpfrig wird es auf Hard Sensations. Dort schreibt Silvia Szymanski erst über Hans Billians „Josephine Mutzenbacher“ (einen „Erwachsenenfilm“, der mit unglaublicher aufwändiger Ausstattung das Wien des 19. Jahrhunderts wieder auferstehen lässt. Unglaublich, was in den 70ern im Pornogenre möglich war). Danach nimmt sie sich zusammen mit  Maria Wildeisen den berüchtigten „Water Power“ vor.

– Werden wir mal schnell wieder „seriös“. Fünfter Teil der Fassbinder-Retrospektive von Hoffman auf Drei Cineasten: Diesmal „Die Ehe der Maria Braun“.

– Wer hat schon mal „Dünyayi kurtaran adam“ besser bekannt als „Turkish Star Wars“ gesehen? Wer Spaß an herrlich naivem und buntem Blödsinn hat, MUSS sich diese Bombe einfach mal ansehen. Um einen Vorgeschmack auf das zu bekommen, was einen erwartet, lege ich dem geneigten Leser den entsprechenden  Artikel des Intergalactic  Ape-Man auf Intergalaktische Filmreisen ans Herz.

– Auf Hypnosemaschine wird der indonesische Film „Modus Anomali“ besprochen, der sich ausgesprochen interessant anhört und scheinbar demnächst auch auf DVD erscheint.

– Ein Film, den ich gerne mal bei „Weird Xperience“ zeigen würde, ist Lucio Fulcis „Ein Zombie hing am Glockenseil“. Bisher habe ich mich aufgrund des Bekannt- und Berüchtigkeitsgrades des Filmes nicht getraut. Darum erst einmal eine wie immer schöne Kritik von L’Amore in città.

– Auf Japankino findet man eine lange und fundierte Kritik zu Akira Kurosawas „Engel der Verlorenen“.

– Auf Nachtsichtgeräte wird der russische Film „Brat“ von Aleksei Balabanov vorgestellt. Balabanov finde ich ja sehr interessant, kenne aber bisher nur seinen ziemlich in die Magengrube hauenden „Cargo 200“. Da muss ich mal hinterher…

– Spaß! Auf Reihe Sieben kann man sich den Kurzfilm „Fist of Jesus“ anschauen… und sollte das auch tun.

– Und wenn wir schon dabei sind, dann möchte ich hier auch auf den spaßigen Text  von Krypton McKracken bei Videoraiders hinweisen, wo es um merkwürdige Filmverbindungen geht.

– Die „Schwarze Welle“, eine jugoslawische Antwort auf die „Nouvelle Vague“, war mir bisher leider vollkommen unbekannt. Das hat sich nun durch den interessanten Artikel von David auf Whoknowspresents geändert. Absolut lesens- und anschauenswert. Ich muss mal gucken, dass ich mich mit diesem spannenden Kapitel der Filmgeschichte auch mal vertraut mache. Die Kommentare sind übrigens auch interessant.

– Auf The Wayward Cloud kann man eine kleine Abhandlung über die „Filmtypologie des Vietnam-Veteranen“ lesen.

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DVD-Rezension: “The Innkeepers“

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Es ist das letzte Wochenende im „Yankee Pedlar Inn“, danach soll das alte Hotel für immer geschlossen werden. Claire und Luke schieben Dienst an der Rezeption.  Da außer ihnen nur noch drei weitere Gäste im Hotel wohnen, haben sie viel Zeit, um sich mit der Geschichte des Hotels, und die der unglücklichen Madeline O’Malley zu beschäftigen, die sich hier einst umbrachte und bis heute in dem Gebäude umherspuken soll. Die beiden Möchtegern-Geisterjäger machen sich auf die Suche nach dem Geist und das ist keine gute Idee…

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Nach seinem dritten Spielfilm „House of the Devil“ von 2009 wurde Ti West schon vielerorts als neue Hoffnung des Horrorfilms gefeiert. Bisher war es mir noch nicht vergönnt, dieses Werk zu sichten. Dafür habe ich Ti Wests Episode aus dem ansonsten empfehlenswerten „V/H/S“ (Rezension hier) gesehen, die mich ganz und gar nicht vom Hocker gerissen hat. Daher war ich besonders neugierig, was mich bei „The Innkeepers“ erwartet. Wer aufgrund der markigen Werbesprüche auf dem Cover, und vor allem dem dicken „FSK 18“-Siegel, beinharten Splatter erwartet, ist hier vollkommen verkehrt. Was das „FSK 18“-Siegel soll, will sich mir nicht erschließen. Ich vermute einmal, dass dieses von Sunfilm beantragt wurde, um genau diese falschen Erwartungen beim Zielpublikum zu schüren. Soviel aber vorweg: Blut gibt es hier (bis auf eine Szene, in der die blutigen Folgen eines Selbstmordes gezeigt werden) keines. Auch auf billige „jump scares“ wird dankenswerterweise überwiegend verzichtet. Zwar kommt einmal ein solcher heftiger „Erschrecker-Effekt“ vor, aber dies auf ironische und selbstreflektive Weise. Worauf West sich bei den „Innkeepers“ konzentriert, sind Charakterzeichnungen und die Erschaffung eine kreuzunheimlichen Stimmung, die er durchaus ernst nimmt.

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Das größte Pfund, mit dem „The Innkeepers“ wuchern kann, sind seine beiden Hauptfiguren. Insbesondere die von der jungen Sara Paxton unglaublich natürlich und erfrischend gespielte Claire. Schon nach kürzester Zeit schafft es diese liebenswert-chaotische  Person, das Herz der Zuschauer zu erobern. Hier sitzt jede kleine Geste, jeder Satz. Dabei macht Regisseur und Drehbuchautor West auch nicht den Fehler, Claire lediglich als zuckersüß hinzustellen. Das würde schnell langweilig. Nein, Claire hat auch ihre launischen Seiten, was dem Charakter eine willkommene Komplexität gibt. Ihr zur Seite steht Pat Healy als Luke, der einen sarkastisch-gelangweilten Slacker gibt. Nie um einen scharfen Kommentar verlegen, und somit ein idealer Sparringspartner für Claire, die auch nicht auf den Mund gefallen ist.

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Die ganze erste Hälfte lebt vor allem aus den Wortgefechten und Interaktionen zwischen den Beiden. In einer Szene versucht Claire verzweifelt, einen triefenden Müllsack in einen Container zu hieven, ohne sich dabei dreckig zu machen. Dies ist eine der schönsten und liebenswertesten Szenen, die ich seit Langem sah. Danach möchte man Sara Paxton eigentlich nur noch in den Arm nehmen. Der Film bekommt dabei zwar eine humorige Schlagseite, vernachlässigt das unheimliche Element aber nicht. Der spritzige Wortwitz steht immer noch im Kontext einer bedrückenden Stimmung im Hotel und der Gegenwart des Übernatürlichen, von dem man nicht weiß, ob es gut oder böse ist. Nebenfiguren gibt es kaum. Allein eine nervige Angestellte im Coffeeshop nebenan, eine Mutter mit Kind, ein mysteriöser alter Herr und dann natürlich Kelly McGillis als alte Schauspielerin und Medium. Dass es sich tatsächlich um Kelly McGillis handelt, erkennt man allerdings erst auf dem zweiten Blick. Ich denke, das letzte Mal habe ich McGillis in „Angeklagt“ gesehen. Im Gedächtnis habe ich sie vor allem als Geliebte von „Maverick“ Tom Cruise in „Top Gun“ (auch schon wieder fast 30 Jahre her). Hier nun tritt sie deutlich gealtert mit kurzen, grauen Haaren auf. Dass sie mittlerweile 56 ist, wird sympathischerweise nicht kaschiert und kommt auch ihrer Rolle als alkoholkrankem Ex-Star mit Hang zum Esoterischen zugute.

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Eine wichtige Rolle spielt auch das Hotel, das „Yankee Pedlar Inn“, welches tatsächlich in Torrington, Connecticut steht und in dem es wirklich spuken soll. Zumindest wurde dies Ti West und seinen Mitarbeitern so erzählt, als sie während der Dreharbeiten zu „House of the Devil“ dort übernachteten. Daraus entstand dann die  Idee zu „The Innkeepers“. Sein heruntergekommener Charme, die leeren Hotelflure und deren zum Teil klaustrophische Enge, werden von der Kamera in langen Fahrten, die an Kubricks „The Shining“ erinnern, festgehalten. Die Kellerräume unter dem Hotel wiederum erinnern an andere Haunted House-Klassiker, z.B. an Fulcis „Das Haus an der Friedhofsmauer„. Ti West versteht es außerordentlich gut, die merkwürdige Atmosphäre dieses Gebäudes einzufangen und den Zuschauer in eine permanente Spannung zu versetzen. Man spürt deutlich, dass es dort irgendetwas gibt, von dem wir noch nicht wissen, was es ist und wie es sich manifestieren wird. Dabei besinnt er sich auf alte Tugenden des Gruselkinos. Er zeigt wenig, das meiste spielt sich im Kopf des Zuschauers ab. Auch wenn er zum Ende hin die Schraube immer fester anzieht, hütet er sich doch davor, zu platt und offensichtlich zu werden. In einer der unheimlichsten Szenen z.B. zeigt er nichts weiter, als das Gesicht einer immer mehr in Panik geratenen Person, während eine andere beschreibt, was jenseits des Kamerafeldes zu sehen sein soll.

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Für einige Zuschauer wird West dieses Spiel sicherlich zu weit treiben. Im Internet teilen sich die Meinungen über den Film. Insbesondere das Ende erfährt viel wütende Kritik. Doch entgegen dem ersten Eindruck, macht dieser Schluss sehr viel Sinn und eine zweite Sichtung des Filmes wird offenlegen, wie viel kleine Hinweise Ti West in seinem Film versteckt hat, die zusammen den Schlüssel zu seinem Verständnis bilden. Und West hält auch konsequent das durch, was er den ganzen Film über betreibt: Das Unterlaufen jeglicher Erwartungen an bekannte Konventionen. Zwei Szenen dürften „The Innkeepers“ am besten beschreiben. Einmal ein „internet scare“ ganz am Anfang, bei dem man alles andere erwartet, nur nicht das, was man zu sehen bekommt. Und dann die letzte Einstellung, die dies noch einmal spiegelt. Hier erwartet man gebangt den großen Schocker, der aber ausbleibt. Stattdessen zeigt einem West ganz subtil etwas anderes, was aber vielen, die auf den großen Schlussknall warten, entgehen wird.

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„The Innkeepers“ hält vornehmlich in der ersten Hälfte gekonnt die Waage zwischen pointierter Personenbeschreibung und sanftem Grusel. Dabei wird das Unheimliche nie zugunsten des Humors vernachlässigt. „The Innkeepers“ ist somit keine Horror-Komödie, sondern ein effektiver Horrorfilm mit humorvollen Protagonisten. Insbesondere Sara Paxton zeigt als Claire eine vorzüglich erfrischende Darstellung. Das Finale mag zwar nicht den Geschmack jedes Zuschauers treffen, ist aber ebenso intelligent, wie konsequent und lädt zum abermaligen Schauen ein, um all die subtilen Andeutungen mitzubekommen.

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Das Bild der DVD ist recht ansprechend und der Ton gelungen. Die deutsche Synchro ist okay, auch wenn ich den Originalton jederzeit vorziehen würde. Das mit großer FSK18-Plakete und Werbung verunzierte Cover kann umgedreht werden und auf der Rückseite befindet sich eine „bereinigte“ Version. Als Extra gibt es ein 7-minütiges „Behind the scenes“ mit ein paar Szenen vom Dreh und Interviews.

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Originalfassungen in Bremen: 14.02.13 – 20.02.13

So toll es letzte Woche noch aussah, in der jetzigen ist das Angebot an O-Fassungen wieder deutlich reduzierter. Immerhin kann man mit dem fünften Teil der „Stirb langsam“-Reihe einen echten Blockbuster auf der Leinwand begrüßen. Und für alle, die es aufgrund der späten Anfangszeiten bisher nicht geschafft haben, „Django Unchained“ zu schauen: Die Kinos haben ein Einsehen und starten den Film in dieser Woche schon um 20:15. Und dann noch das: Cinéfête im City 46 und ich habe es irgendwie verschlafen! Na ja, für einen separaten Artikel ist es jetzt zu spät, aber ich weise hier natürlich gerne auf die Filme hin.

Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben – Cinemaxx, Sa./So./Mi. immer 20:15 – John McClane ist wieder da und Bruce Willis schlüpft zum fünften Mal in seine populärste Rolle. Diesmal geht es nach Moskau, wo er seinem Sohn zur Seite steht, der mittlerweile für die CIA arbeitet. Der Trailer sieht einerseits besser aus als der vierte Teil der Saga, allerdings erschreckt mich der massive Einsatz blöder CGI. Mal gucken.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=oW9uT2wQFC0[/youtube]

Django Unchained – Cinemaxx, Di., 19.2. um 20:15 & Schauburg, So.+Mi. um 20:15 – Meine Ultrakurzkritik: Hat mich über die volle Distanz sehr gut unterhalten. Ich war zwar nicht weggeblasen wie bei “Inglourious Basterds” oder “Kill Bill, Vol. 2“, aber die Zeit verging wie im Fluge und ich war überrascht als er “schon” zu Ende war. Schauspieler toll (besonders Samuel L. Jackson), Musik klasse, Anspielungen nett. Doch, mochte ich. Unbedingt im Original gucken!

Romantik Komedi 2 – Die romantische Komödie 2 – Cinemaxx, Do.-Mi. 17:30, 20:15 und 23:00 – Türkische Komödie über eine junge Frau, die verzweifelt auf den Heiratsantrag ihres Freundes wartet und diesem mit Hilfe eines Ratgebers auf die Sprünge helfen will.

Celal Ile Ceren – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 22:40 – Türkische Komödie über ein Paar, das seit sechs Jahren zusammenlebt, doch plötzlich kommt Eifersucht ins Spiel und als der Mann heimlich zum Junggesellenabschied geht, eskaliert die Situation.

Der Name der Leute – City 46, Do.-Mi. immer 20:00 – Cinéfête die 1. In diesem französischen Film von 2010 benutzt eine attraktive junge Frau eine ganz spezielle Taktik, um Rechtsradikale zu bekehren: Sie schläft mit ihnen. Als sie den charmanten, linken Arthur kennen lernt, führt dies zu Problemen.

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=bYSKY7uxooM[/youtube]

Sarahs Schlüssel – Do./So./Mo. um 20:30; Sa./Di. um 18:00 – Cinéfête die 2. ein weiterer Film von 2010. Die zehnjährige Sarah wird im Sommer 1942 zusammen mit ihren Eltern von der französischen Polizei deportiert. Nach Tagen der Angst gelingt ihr die Flucht. In der Gegenwart entdeckt Julia, eine amerikanische Journalistin, dass die Familie ihres französischen Mannes jahrzehntelang in einer Wohnung gelebt hat, die vor 1942 Juden gehörte. Sie begibt sich daraufhin sich auf die Suche nach der jüdischen Familie. Hauptrolle: Kristin Scott Thomas.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=C8iIH8gBXEA[/youtube]

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 18.02. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 18.02. um 21:45

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DVD-Rezension: “Teorema – Geometrie der Liebe”

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Ein geheimnisvoller Fremder (Terence Stamp) tritt in das Leben des Fabrikanten Paolo (Massimo Girotti) und seiner Familie ein. Er rettet die tiefgläubige Hausangestellte Emilia (Laura Betti) vor dem Selbstmord und hat Sex mit ihr. Nach und nach verführt er Mitglieder der angesehenen Familie und schläft mit ihnen. Als er eines Tages ebenso plötzlich, wie er gekommen ist, wieder abreist, hinterlässt eine große innere Leere bei den Familienmitgliedern, deren Leben dadurch völlig aus der Bahn gerät…

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Der Film „Teorema“ aus dem Jahre 1968 trägt sein Anliegen schon im Titel. Pasolini baut hier eine theoretische Versuchsanordnung auf und inszeniert, was seinem Theorem nach passieren wird, wenn ein fremdes Element in die starre, tote Welt der Bourgeoise eindringt. Das macht es auch sehr schwer, diesen Film zu schauen. Ein oberflächliches Betrachten der Vorgänge führt nur zu immer größer werdenden Fragezeichen. Nein, in einen Film wie „Teorema“ muss man sich hinein graben. Pasolini macht es dem Zuschauer nicht leicht. Er gibt ihm keinerlei Hilfestellungen, wie das Gesehene zu interpretieren ist. Der Zuschauer muss beobachten, das Gesehene für sich bewerten und seine eigenen Schlüsse ziehen.

Pasolini hat sich lange und intensiv mit diesem Stoff beschäftigt, der auf einem seiner Theaterstücke beruht und später von ihm auch in einen Roman umarbeitet wurde. Zieht man die vielen Jahren in Betracht, die der Stoff Pasolini begleitet hat und führt sich vor Augen, dass „Teorema“ all die Themen berührt, die Pasolini zeit seines Lebens wichtig war – der Kampf gegen die Bourgeoisie, der Kommunismus, der Hass auf die Kirche und die eigene Homosexualität – so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass „Teorema“ Pasolinis persönlichster Film ist.

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Die Bourgeoisie, das ist einmal der Fabrikbesitzer Paolo, der sich zunächst selbst als kranke, hilflose Person imaginiert und dem die Begegnung mit dem Fremden neue Kraft und Lebenswillen gibt. Ein Mann, der nicht zu seinen Begierden steht, an den Umständen leidet und ohne Ziel im Leben ist. Schlaflos irrt er morgens durch die Räume seines geräumigen Hauses, auf der Suche nach irgendetwas, von dem er nicht weiß, was es ist. Nach der Begegnung mit dem Fremden wirft er allen Ballast von sich. Er verschenkt seine Fabrik, verlässt die Familie und entledigt sich am Ende seiner Kleider. Nur seine Begierde bleibt ungestillt. Als er einem attraktiven jungen Mann auf die Bahnhofstoilette folgen will, verlässt ihn in letzter Sekunde der Mut. So bleibt er dann allein und nackt in einer öden Wüste zurück. Allein mit dem Schmerz und dem Zorn über seine eigene Feigheit, den letzten Schritt zur Selbsterfüllung nicht gegangen zu sein. Und auf der verzweifelten Suche nach einer Erlösung.

Seine wunderschöne, aber frigide Frau Lucia (Silvana Mangano), die nicht nur optisch einer edlen Porzellanpuppe gleicht, erlebt mit dem Fremden ihre sexuelle Befreiung. Doch sie kann damit nichts anfangen. Statt zu ihren Lüsten und Bedürfnissen, die sie nach dem Besuch des Fremden hemmungslos auslebt, zu stehen, findet sie sich im Korsett der – von der Kirche und der Gesellschaft auferlegten – Moral eingeschnürt. Unfähig ein freies Leben zu führen. Erschüttert von Schuldgefühlen.

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Der Fremde wird in der allgemeinen Rezeption des Filmes als Gott oder Engel (manchmal auch „Lichtbringer“ Luzifer, der den Menschen die Selbsterkenntnis brachte) angesehen, der vom Himmel herabgestiegen ist, um unter den Lebenden zu weilen, und sie auf diese Weise tief zu berühren. Bleibt man bei dieser Lesart, so fühlt man sich an die Szene aus „Das Leben des Brian“ erinnert, in der ein Leprakranker sich lauthals darüber beschwert, dass Jesus ihn ohne zu fragen geheilt, und damit seiner Lebensgrundlage beraubt hätte. Ebenso heilt der Fremde die Familie gegen deren Willen. Er reißt sie aus ihrer Erstarrtheit, konfrontiert sie mit ihren innersten Wünschen und einem von allen bürgerlichen Zwängen befreiten Leben. Doch die Familie kann mit diesem Geschenk nichts anfangen. Statt sich zu befreien, sind sie nur verwirrt und werden letztendlich in eine tiefe Verzweiflung gestürzt.

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Die Tochter verfällt vor Sehnsucht nach dem Fremden in einen Starrkrampf und wird in eine Irrenanstalt eingeliefert. Sie ist unfähig, die Leere in ihr mit etwas anderem zu füllen, als der Nähe des Fremden. Der Sohn bricht aus und wird abstrakter Maler. Er versucht dabei die Kunst zu imitieren, die ihm der Fremde gezeigt hat (in einer Szene sehen sie sich gemeinsam ein Buch mit Bildern von Jackson Pollock an), doch er muss erkennen, dass eine Imitation natürlich niemals etwas Echtes sein kann. Er ist nur ein Schwindler, der nur vorgibt zu verstehen, was er dort tut. Will Pasolini damit auf die Schwindler aufmerksam machen, die gar nicht aus sich selber heraus etwas schöpfen können, sondern nur etwas imitieren, was sie nicht verstehen?

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Am Geheimnisvollsten ist die Entwicklung, die die tiefreligösen Hausdienerin Emilia widerfährt. Als der Fremde das Haus verlässt, macht sie sich auf den Weg in ihre süditalienische Heimat. Dort weigert sie sich zunächst zu essen und sich zu bewegen. Dann wirkt sie auf einmal Wunder und heilt die Kranken. Als sie beginnt, sich von Brenneseln zu ernähren, färben sich ihre Haare grün und sie fängt an, über den Dächern zu schweben. Macht sich Pasolini mit dieser beinahe satirischen Überhöhung über Heilgenerscheinungen der katholischen Kirche lustig? Durchaus möglich, wenn man bedenkt, dass Pasolini Atheist und Kirchenkritiker war. Oder hat Emilia als Einzige durch den Fremden einen göttlichen Funken empfangen, da sie als Angehörige des Proletariats nicht leer war, wie die bourgeoise Familie, sondern im Inneren erfüllt mit Gottesfurcht. Und so wie sich die Familie ihrer inneren Leere bewusst wird, so wird sich Emilia dem Göttlichen in sich bewusst? Pasolinis Film lässt viele Deutungsmöglichkeiten zu, und was der Einzelne in „Teorema“ hineininterpretiert, hat auch eine Menge mit den eigenen Einstellungen und Erfahrungen zu tun. „Teorema“ funktioniert wie der geheimnisvolle Fremde. Der Film dringt in unser Leben ein und lässt uns unser Innerstes bewusst werden. Was wir mit dieser Erkenntnis dann anfangen, bleibt uns selber überlassen. Ob wir in einen mentalen Starrkrampf verfallen oder möglicherweise auch nackt durch die Wüste unseres Seins laufen, in der verzweifelten Hoffnung auf Erlösung.

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Pier Paolo Pasolinis „Teorema“ ist eine geheimnisvolles Puzzle. Eine theoretische Versuchsanordnung, die dem Zuschauer eine Menge über den kritischen Geist Pasolini und die ihm wichtigen Themen verrät. Aber auch einlädt, sich selber mit eben jenen Themen auseinander zu setzen und daraus ganz eigenen Schlüsse zu ziehen. Ein faszinierendes, kryptisches Werk, das diejenigen belohnt, die gewillt sind, sich darauf einzulassen und daran abzuarbeiten.

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Mit seiner wunderbaren „Limited Collector’s Edition“ legt CMV den Film in guter Bildqualität auf Deutsch und Italienisch (mit deutschen Untertiteln) vor. Allein die Aufmachung der DVD-Hülle ist schon sehr schön gemacht. Außen in Lederoptik gehalten, liegen die beiden DVDs (Hauptfilm und Extras) im Inneren der Hülle auf einem Samt-Imitat. Auf der Extras-DVD finden sich zwei Dokumentationen. In der 20-minütige Doku „Die letzte Nacht des Pier Paolo Pasolini“ von Roberta Torre aus dem Jahre 2009, die den für den Mord an Pasolini verurteilen Mörder Pino Pelosi – damals noch ein minderjähriger Strichjunge – interviewt. Da Pelosi sein Geständnis immer wieder neu revidiert hat, ist der Wahrheitsgehalt seiner Aussagen im Film zumindest zweifelhaft. Trotzdem ein interessantes Dokument. Die zweite Doku „“I Tiburtino Terzo”, ebenfalls von Roberta Torre, werden die Strichjungen und Kleinkriminellen portraitiert, die heute dort ihrem Gewerbe nachgehen, wo einst Pasolinis Mörder (oder auch nicht) aufwuchs. Diese werden zwar auch zu Pasolini befragt, können aber mit dem Künstler nicht viel anfangen. Dazu gibt es noch ein 12-seitiges Booklet mit einem großartigen, persönlichen Text von Silvia Szymanski (deren Beiträge auf „Hard Sensations“ ich mit wachsender Begeisterung verfolge).

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DVD-Rezension: “The Four”

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China zur Zeit der Song-Dynastie. Der Prinz (Waise Lee) beauftragt zwei Polizeieinheiten mit der Aufklärung eines Falschgeldfalles. Da sind einmal die Eliteeinheit „Abteilung 6“, sowie die von Zhu Zhengwo (Anthony Wong) gegründete Göttliche Division. Diese im Geheimen operierende Gruppe, besteht aus Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Neben der Telepathin Emotionless (Liu Yifei), und dem Kämpfer und Erfinder Iron Hand (Collin Chou), sind seit Kurzem auch der Kopfgeldjäger Life Snatcher (Ronald Cheng) und der bei Wölfen aufgezogene Coldblood (Deng Chao) dabei. Bald schon entdeckt die „Göttliche Divison“, dass hinter dem Falschgeld-Fall mehr steckt und eine Verschwörung in Gange ist, die eine große Gefahr für das Land und den Prinzen darstellt.

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Hat man die ersten 15 Minuten überstanden, kann man sich gratulieren. Denn diese bestehen aus einem Gewimmel an Menschen, von denen man keine Ahnung hat, wer sie sind und was sie eigentlich wollen. Aus grottenschlechter CGI und einem Schnittgewitter, welches „Ein Quantum Trost“ wie einen Film von Tarkowski aussehen lässt. Die schlechten CGI verbessern sich auch im Laufe des Filmes nicht, dafür wird die Kamera aber ruhiger und man hat tatsächlich die Chance, die Protagonisten kennenzulernen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass der Film „The Four“ immer dann punkten kann, wenn er mal etwas zur Ruhe kommt und sich Zeit nimmt, eine Geschichte zu erzählen und die durchaus sympathischen Hauptdarsteller in den Vordergrund zu rücken.

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Der Film beruht auf einer Reihe von Romanen, die in den 70er Jahren ein großer Erfolg waren. Es gibt auch eine TV-Serie von 2008, die diese Romane adaptierte. Für diesen Film wurde allerdings eine tiefgreifende Änderung vorgenommen, Herzlos, die in diesem Film zarte Liebesbande mit Leng Lingqi (Chao Deng) knüpft, ist in den Romanen bzw. der TV-Serie noch der männliche (!) Held der Geschichte. „The Four“ ist nun der Auftakt zu einer neuen Filmserie. Zurzeit wird an zwei Sequels gearbeitet, die das Ganze zu einer Trilogie aufblasen werden. Möglichkeiten hierfür bietet die Geschichte um die „Göttliche Divison“ auf jeden Fall.

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Schauspielerischen Glanzleistungen sollte man (ausgenommen der wie immer souveräne Anthony Wong) allerdings hier nicht erwarten. Gerade Yifei Liu als auf den Rollstuhl angewiesene Telepathin macht einen eher apathischen Eindruck, während der von Chao Deng gespielte Held auch nicht wirklich durch eine ausgefeilte Mimik glänzt. Dafür besitzen ihre beiden Teamkameraden aus der zweiten Reihe (Ronald Cheng und Collin Chou) genügend Präsenz, damit der Film hier nicht in ein schauspielerisches Vakuum fällt. Deutlich besser besetzt ist die Seite der Bösen, wo Xiu Bo Wu einen bunten Bösewicht mit Schwäche für das weibliche Geschlecht gibt. Am Interessantesten ist aber die Rolle von Yi Yan Jiang ausgefallen, die eine mysteriöse Schönheit gibt, die eine doppelbödiges Spiel betreibt.

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Die Geschichte um die „Göttliche Division“ und ihrem Konkurrenzkampf mit der „Abteilung 6“ hat dann auch eine Menge Potential, welches leider nicht gänzlich ausgeschöpft wird. Gute Einfälle werden allzu häufig unter steinzeitlichen Spezial Effekten, allzu künstlichen Computerlandschaften und wirren Schnitten begraben. In vielen Reviews wird bemängelt, dass die Charaktere nicht ausgearbeitet und damit lediglich Staffage seien. Das kann ich so nicht bestätigen. Mir gefielen diese sehr gut und gerade das Gespann Ronald Cheng/ Collin Chou besitzen eine sehr sympathische Ausstrahlung. Im Gegensatz zu Filmen wie „Wild Seven“ wird sich auch Zeit gelassen, die Nebenfiguren vernünftig vorzustellen und einen eigenständigen Charakter zu verleihen. Allerdings reichen die knapp zwei Stunden Spielzeit nicht aus, jeder Figur gleich viel Hintergrund zuzugestehen. Insbesondere Collin Chou als volltätowierter Schmied Eisenfaust wirkt etwas alleingelassen. Vieles wird eher angedeutet, als erklärt. Vielleicht ist das Format einer TV-Serie für „The Four“ doch angemessener als ein Spielfilm. Vielleicht wird dieses Manko aber auch in den bereits angekündigten Sequels besser gelöst.

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Besonders die Ausstattung des Filmes weiß zu gefallen, denn sie gibt dem Ganzen eine mysteriöse Ausstrahlung. Ebenso kann der Soundtrack lobend erwähnt werden. Wenn der Film einen deutlichen Schlag ins Fantastische bekommt und neben mit einer Art Werwolf auch noch mit einer Armee Untoter aufwartet, fallen die fürchterlich schlechten und aufdringlichen Spezial-Effekte nicht mehr ganz so negativ ins Gewicht, da zu diesem Zeitpunkt die Actionszenen sowieso an alte PC-Spiele erinnern und der Film jeglichen Realismus verloren hat. Was wiederum etwas schade ist, denn gerade die klassische Detektivgeschichte, die ja eigentlich Grundlage des Films bildet, wird dabei immer mehr außer Acht gelassen, um am Ende in einem merkwürdig unspektakulären Ende (welches die Fortsetzung andeutet) zu verpuffen.

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„The Four“ leidet an zu vielen billigen Computereffekten und schlecht ausgeführten Actionszenen. Auf der Habenseite kann der Film aber mit einer gemütlich, klassischen Detektivgeschichte, überwiegend sympathischen Charakteren und überzeugenden Schurken punkten. Insgesamt ist „The Four“ aber nur eine weniger gelungene Pilotfolge zu einer Serie.

Bild und Ton der Splendid-DVD sind mal wieder tadellos. Extras gibt es allerdings keine.

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Das Kinojahr 2012 in Zahlen: Mehr Kinobesucher, höhere Preise, weniger Kinos

vis_logoGerade hat die Filmförderanstalt die finalen Zahlen für das Kinojahr 2012 veröffentlicht. Wie es in der Natur der Sache liegt, wird dabei ein Umsatzplus von 7,8% gegenüber dem Vorjahr abgefeiert. Das mag für die Branche zwar schön sein, ist aber zum großen Teil den 3D- und Überlängenzuschlägen zu verdanken. Immerhin, wenn es nach nackten Besucherzahlen geht (meiner Meinung nach der wichtigere Indikator), so kann erfreulicherweise verkündet werden, dass für 2012 auch 4,2% mehr Kinobesuche als im Vorjahr zu vermelden sind. Mehr noch: Mit 135,1 Mio. Besuchern wurde auch der höchste Stand seit dem Rekordjahr 2009 (146,3 Mio.) erreicht. Guckt man mal auf die erfolgreichsten Filme 2012, dürfte der Grund klar sein: Der Spitzenreiter „Ziemlich beste Freunde“ (8,9 Mio. Besucher) hat selbst in meinem Be- und Verwandtenkreis durch hervorragende Mundpropaganda viele (vor allem mittelalte bis ältere) Leute ins Kino gezogen, die schon seit Jahren keine Leinwand mehr aus der Nähe gesehen haben. Platz 2 geht an den neuen Bond „Skyfall“. So ein typischer Fall von „Vater und Sohn“-Tradition. Zumindest kenne ich viele Familien, wo der turnusmäßige Bond ein willkommener Anlass für einen generationsübergreifenden Kinoausflug ist. Auf Platz 3 folgt der erste 3D-Film, „Ice Age 4“. Auch etwas für die ganze Familie.

Trauriger sieht es beim Deutschen Film aus. Platz 1 belegt mit „Türkisch für Anfänger“ die Kinofortsetzung einer Vorabend-TV-Serie. Dann kommt eine große internationale Co-Produktion mit Hollywoodstars, die man nur mit viel Augenzudrücken als deutschen Film bezeichnen kann: „Cloud Atlas“. Neben dem obligatorischen Kinderfilm („Fünf Freunde“, auch keine neue Idee), kann nur noch Detlev Bucks „Rubbeldiekatz“ mit Publikumsliebling Matthias Schweighöfer die 1-Mio.-Besucher-Grenze knacken. Traurig, aber wahr: Wenn Til Schweiger keine Komödie ins Rennen schickt und Bully Herbig die Kamera im Schrank lässt, sinkt augenblicklich der Anteil deutscher Filme an den Kinobesuchen. 2013 wird das dann dank Schweigers „Kokowääh 2“ und seinem Kronprinz Schweighöfer mit „Schlussmacher“ sicherlich wieder anders aussehen. Was deutsche Filme angeht, scheinen beim Publikum nur flache Mainstream-Komödien anzukommen. Zwar war jetzt 2012 sowieso nicht der stärkste Jahrgang, was deutsche Filme angeht, aber mit z.B. „Barbara“, „Oh Boy“ oder „Fraktus“ waren doch einige Highlights am Start. Aber Anspruchsvolles oder etwas neben der seichten Norm Liegendes, wird eben von den deutschen Kinogängern (wenn überhaupt) nur dann angenommen, wenn es aus dem Ausland stammt. Der Prophet im eigenen Lande gilt weniger als nichts. Es ist zum Heulen.

Weiter geht auch das Kinosterben. Zwar kam es zu 104 Neu- oder Wiedereröffnungen, doch dem stehen 127 Schließungen gegenüber. Seit 2008 ist die Anzahl der Spielstätten damit von 1.812 auf 1.652 gesunken. Auch die Zahl der Standorte ist im letzten Jahr weiter gesunken: Mindestens ein Kino gab es Ende letzten Jahres nur noch in 909 Städten und Gemeinden, 17 weniger als 2011 – und 92 weniger als noch vor fünf Jahren. Der durchschnittliche Eintrittspreis liegt dank 3D und Überlänge bei 7,65 Euro (2007: 6,04).

Apropos 3D. Die FFA jubiliert, dass 2012 mehr als jeder fünfte Kinobesucher (21,8%) ein Kinoticket für einen 3D-Film (Vorjahr: 22,8%) gekauft hat. Obwohl im letzten Jahr „nur“ 40 Produktionen in 3D in den deutschen Kinos anliefen. Das sind sechs weniger als im Jahr davor. Die Frage ist, ob die Besucher auch wirklich die Kinokarten lösten, WEIL der Film in 3D war oder OBWOHL. Kaum ein Hollywood-Blockbuster kommt doch noch in 2D, oder zumindest in einer 2D-Alternative, heraus. Wer Hollywood-Kino sehen will, MUSS ja schon zu 3D greifen. Ob er/sie/es will oder nicht. Und damit auch den höheren Ticket-Preis zahlen. Jetzt könnte ich noch seitenlang über die galoppierende Digitalisierung schreiben, aber das schone ich mir für ein anderes Mal auf.

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Originalfassungen in Bremen: 07.02.13 – 13.02.13

Das Cinemaxx startet, im Vergleich zur letzten Woche, eine regelrechte O-Fassungs-Offensive und beschert uns – neben der seit Wochen laufenden, türkischen Komödie „Celal Ile Ceren“ und „Django Unchained“ – noch zwei aktuelle US-Produktionen. Eine davon ist für ein Dutzend Oscars nominiert. Ferner möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf das 1. Musikfilmfestival Bremen hinweisen, über das ich an anderer Stelle schon schrieb, und dessen O-Fassungen deshalb hier nicht noch einmal gesondert aufgeführt werden.

Lincoln – Cinemaxx, Do., So., Di. immer um 21:00 & Schauburg, So., 10.2., 20:30 – Steven Spielbergs großer Film über den legendären 16. Präsidenten der USA. Nominiert für 12 Oscars.

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Gangster Squad – Cinemaxx, Mo., 11.2. um 21:00 – Starbesetzer Gangsterfilm mit Ryan Gosling und Sean Penn über zwei verdeckt ermittelnde Polizisten, die 1949 in Los Angeles den berüchtigten Gangsterboss Mickey Cohen festnehmen wollen. Die Kritiken sind äußerst zwiespältig. Aufgrund der Hauptdarsteller könnte sich aber ein Blick für Film-Noir-affine Zuschauer lohnen. Regisseur Ruben Fleischer ist zuvor mit der Splatter-Komödie „Zombieland“ aufgefallen.

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Django Unchained – Cinemaxx, Fr., 8.2., 21:00 & Schauburg, Mi., 13.2., 21:30 – Meine Ultrakurzkritik: Hat mich über die volle Distanz sehr gut unterhalten. Ich war zwar nicht weggeblasen wie bei „Inglourious Basterds“ oder „Kill Bill, Vol. 2„, aber die Zeit verging wie im Fluge und ich war überrascht als er „schon“ zu Ende war. Schauspieler toll (besonders Samuel L. Jackson), Musik klasse, Anspielungen nett. Doch, mochte ich. Unbedingt im Original gucken!

Celal Ile Ceren – Cinemaxx, Do.-Mi. 22:50 – Türkische Komödie über ein Paar, das seit sechs Jahren zusammenlebt, doch plötzlich kommt Eifersucht ins Spiel und als der Mann heimlich zum Junggesellenabschied geht, eskaliert die Situation.

Marina Abramovic: The Artist is Present – City 46, Do. 18:00 und Mi. 20:00 – Performancefilm der Künstlerin Marina Abramovic, der zeigt, wie sie 2010 im New Yorker MoMA an einem Tisch im Ausstellungsraum sitzt und die Besucher anschaut.

Swing Girls – City 46, Di. 12.2. um 20:30 – Japanischer Musikfilm über eine Gruppe Mädchen, die zunächst widerwillig für die erkrankten Mitglieder der Blaskapelle von ihrer Schule einspringt, allmählich Gefallen am Jazz findet und nun unbedingt das Schüler-Musikfestival gewinnen will.  In Kooperation mit der japanisch-deutschen Kulturinitiative. Eintritt frei!

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 11.02. um 21:45

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DVD-Rezension: “Wild Seven”

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„Wild 7“ nennt sich eine geheime Spezialeinheit, bestehend aus ehemaligen Sträflingen, die einst vom Polizeichef ins Leben gerufen wurde, um dort zuzuschlagen, wo es der regulären Polizei kraft Gesetzes nicht mehr erlaubt ist. Auf ihren Motorrädern jagen und eliminieren sie Gangster, denen offiziell nichts nachzuweisen ist. Oder sie greifen in spektakuläre Geiselnahmen ein und pumpen die Bösen voll Blei. Nach einer besonders spektakulären Mission finden sie heraus, dass es an der Spitze der Polizei jemanden gibt, der sich an den Verbrechen anderer bereichert. Dieses Wissen bringt sie allerdings ins Fadenkreuz des gewaltigen Polizeiapparats, der nun beginnt, die „Wild 7“ gnadenlos zu jagen…

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Wild Seven“ hat sicherlich eine Menge Yen gekostet. Zumindest sieht er nicht billig aus. Da war dann wohl für ein vernünftiges Drehbuch keine Kohle mehr da und man hat lieber kostengünstig auf ein gerade von einer frisch gekauften Drehbuchsoftware generiertes Script zurückgegriffen. Hier wird jedes Klischee erbarmungslos bedient. Immer wenn man denkt, nein, das bringen die doch jetzt nicht auch noch… whamm… wird einem wieder eine dermaßen ausgelutschte Plattheit um die Ohren gehauen, dass einem nur so der Kopf dröhnt. Das Ganze beruht auf einer Manga-Reihe, die zwischen 1969 und 1979 veröffentlicht wurde. Da man diese nun für teures Geld verfilmt hat, gehe ich mal davon aus, dass der Manga recht erfolgreich war. Aus diesem Grunde kann ich mir auch nur schwer vorstellen, dass diese grausamen Plattitüden schon in der Vorlage so vorhanden waren. Oder der Comic wendete sich lediglich an Kinder im Vorschulalter, was ich aufgrund des Inhalts aber mal nicht hoffe.

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Die Wild 7 sind genauso zusammengesetzt, wie man es erwartet: Der alte, erfahrene Fuchs; der schöne Betrüger; der Tüftler; der Väterliche mit dem Gewissen; die beiden Durchgeknallten mit den seltsamen Frisuren – und selbstverständlich der Held des Ganzen. Der dann auch irgendwie unschuldig ist und nur aufgrund edler Absichten in seine Lage geraten ist. Kennt man – hat man schon tausendmal gesehen. Deswegen glaubt Regisseur Eiichiro Hasumi wohl auch, dass man die Mitglieder der Wild 7 auch gar nicht erst mit irgendwelchen tiefergehenden Charaktereigenschaften füllen muss. Alle, bis auf den Hauptdarsteller und mit gewissen Abstrichen der Ruhige, bleiben Abziehbilder und sind genauso flach inszeniert. Keine Hintergrundgeschichten, keine Dialoge. Alles austauschbar und gesichtslos.

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Auch andere Randfiguren kommen scheinbar nur vor, weil sie eben in solcher Art Filmen vorkommen. Da ist der coole, chaotische Macho-Journalist, der hinter das Geheimnis der Wild 7 kommen will. Er wird aber dann von der Story so maßlos vernachlässigt, dass diese Figur eigentlich vollkommen unnötig ist. Schlimmer noch seine nervige Assistentin, die die schlimmsten Kleine-Mädchen-Sterotypen erfüllt, und der dann plötzlich auch noch eine sentimentale, verwandtschaftliche Beziehung mit einem der Wild 7 angedichtet wird. Autsch. Dann gibt es noch eine Vigilantin, die ab und zu mal auftauchen darf, um den Wild 7 dazwischenzufunken und eine Romanze mit dem Helden zu beginnen. Aber für die Geschichte des Filmes ist sie eigentlich auch vollkommen unwichtig. Immerhin ist ihre Dastellerin Kyôko Fukada so schön, dass man nicht böse ist, wenn sie immer mal wieder im Bild auftaucht. Auch wenn ihre Dialoge mit dem, vom Ex-Model und TV-Star Eita dargestellten, Helden Dairoku Hiba derartig abgeschmackt, kitschig und pathetisch sind, dass sich einem der Magen umdreht.

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Eita wird als Hauptdarsteller schauspielerisch nicht sonderlich gefordert und trägt hauptsächlich seinen einen Gesichtsausdruck durch die Gegend. Immerhin weiß er aber, wie man sich in Pose wirft. Versuche, ihm etwas Tiefgang zu verleihen, sind dann auch eher niedlich hilflos. Auf einen starken Schurken muss man ebenfalls verzichten. Der von Kôtarô Yoshida dargestellte Bösewicht erinnert fatal an Oberst Heribert Pilch aus „Kottan ermittelt“ und man erwartet ständig, dass er eine Fliegenklatsche rausholt oder mit dem Kaffeeautomaten kämpft. Gerade wenn er im Finale sein Gesicht verrenkt und den Wahnsinnigen gibt, sieht er genauso aus wie der unheimliche Zwilling von Kurt Weinzierl.

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Das Drehbuch ist also eine uninspirierte Katastrophe. Die Diskussion, dass hier staatlich sanktioniertes Töten völlig unkritisch befürwortet wird, und uns ein gewaltiger Apparat, der zum Ausspionieren ALLER Bürger da ist, als gute Sache verkauft wird, will ich darum gar nicht erst anstoßen. Wie sieht es denn jetzt formal aus? Zunächst die Action-Sequenzen. CGI, CGI, CGI.. zumindest am Anfang. Am Ende wird dann kräftig rumgeballert und es gibt tatsächlich einige gelungene Szenen, wenn z.B. die Wild 7 auf ihren Motorrädern durch das Hauptquatier der PSU donnern. Da die Mitglieder der Wild 7 aber einerseits einem völlig egal sind und andererseits – bis auf einen obligatorischen und 20 Meilen gegen den Wind zu riechenden Opfertod – auch unsterblich zu sein scheinen, fehlt es hier an jeglicher Spannung. Das ist zwar alles rasant gemacht, die Bässe der Surround-Anlage dröhnen und man hat das Gefühl, dass einem tausend Kugeln um die Ohren fliegen, aber es lässt einen ziemlich kalt. Bildtechnisch hat sich Eiichiro Hasumi ganz klar von Michael Bay inspirieren lassen. Wobei Inspiration ein zu schwaches Wort ist. Hasumi klebt geradezu an den von Bay vorgegebenen Strukturen. Kameraführung, Farbgebung, Schnitt.. alles scheint 1:1 aus dessen Filmen übernommen zu sein. Eigenständigkeit? Japanische Identität? Fehlanzeige. Ein Verbrechen an den Ohren stellt dann auch noch die Musik von Kenji Kawai dar, die wie eine Parodie auf die Scores von Bruckheimer-Produktionen wie „The Rock“ oder „Con Air“ klingt und in den Szenen zwischen Eita und Kyôko Fukada auch noch einen süßlich-klebrigen Touch bekommt.

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„Wild Seven“ ist ein uninspirierter Michael-Bay-Klon, der vor haarsträubenden und ausgelutschten Klischees nur so trieft. Vom fragwürdigen Inhalt der Geschichte einmal abgesehen, funktioniert der Film auch sonst auf keiner Ebene. Immerhin sind die bleihaltigen Feuergefechte durch die beeindruckende Tonabmischung so in Szene gesetzt, dass man glaubt, einem würden tatsächlich die Kugeln um die Ohren pfeifen.

Die DVD von Splendid verfügt über eine mal wieder ausserordentlich gute Bildqualität und über den Sound habe ich ja schon obenen des Öfteren geschrieben. Aber vorsicht: die Balance zwischen den sehr leisen Dialogen und der krachenden Action stimmt nicht wirklich und da kann es dann Ärger mit dem Nachbarn geben. Einziges nennenswertes Extra ist eine 11-minütige B-Roll, die man aber nicht wirklich braucht.

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Aus für das IMAX in Bremen!

imax_logoWie der „Weser Report“ heute berichtet, wird das IMAX nach zwei Jahren wieder aus dem Cinemaxx Bremen verschwinden. Der Vertrag für das IMAX lief jetzt nach zwei Jahren aus und wird aufgrund zu geringer Zuschauerzahlen nicht verlängert, so der „Weser Report“.

Dafür zieht jetzt das „Maxximum 3D“ in den größten Saal des Bremer Cinemaxx ein. Dafür wird aus Frankreich eine neue Leinwand geliefert, die höher und breiter sein soll, als die bisherige IMAX-Leinwand (die war ca. 9.09m x 16.90m). Auch ein neues Sound-System namens „Maxximum Sound“ wird installiert.

Mit dem IMAX bin ich aufgrund der sehr unglücklichen Architektur (dadurch, dass die Leinwand bis zum Boden ging, hatte man eigentlich immer die Köpfe der Vorderleute im Blickfeld) nie ganz warm geworden. Auch wenn Bild- und Tonqualität immer sehr gut war. Allerdings fand ich die Lautstärke dort in letzter Zeit immer viel zu hoch. Ganz besonders schlimm war es bei „Dark Knight Rises“. Eine Beschwerde, die ich auch von anderen Leuten gehört habe.

Ich bin sehr gespannt, ob das Cinemaxx aus den Fehlern des IMAX  (siehe auch meinen damaligen Erfahrungsgericht hier) gelernt hat und bin sehr neugierig, wie der neue Saal dann aussehen wird.

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Das Bloggen der Anderen (01-02-13)

bartonfink_type2Na, da habe ich mir aber was aufgehalst. Durch die aktuelle Diskussion über die „Filmblogsphäre in Deutschland“, woraufhin sich eine Facebook-Seite zu diesem Thema und als Plattform für alle deutschen Filmblogs gegründet hat, bin ich auf zahlreiche neue Blogs aufmerksam geworden, die ich vorher gar nicht kannte. Jetzt war zwar nicht jeder Blog für mich interessant – aber durchgeguckt wurden mussten sie ja trotzdem, was mich viel Zeit gekostet hat. Immerhin gibt es jetzt zahlreiche neue Blogs in meinem RSS-Feed-Reader. Dementsprechend ist die Liste mit empfehlenswerten Artikeln aus anderen Blogs diesmal sehr lang – andererseits musste ich ziemlich kräftig auslesen, damit es nicht zu lang wird. Grundsätzlich empfehle ich daher, bei den hier verlinken Blogs auch jenseits des von mir empfohlenen Artikels zu stöbern.

– Auf Equilibrium findet sich ein Trailer zu einem neuen Neo-Giallo namens „Tulpa“. Sieht nicht gerade klassisch, sondern eher wie ein Amateuer-Horrorstreifen aus. Aber immerhin spielt Michele Placido (Allein gegen die Mafia) mit.

– In der filmgazette gibt es ein Interview mit Linda Söffker, Leiterin der Berlinale-Sektion „Perspektive Deutsches Kino“

– Passend dazu wird auf critic.de von Danny Gronmaier das diesjährige Programm der „Perspektive Deutsches Kino“ vorgestellt. Ferner führen Jochen Werner und Oliver Nöding ein Interview mit dem allseits als neuen Messias des Actionkinos gefeierten Regisseur John Hyams.

– Noch mehr Berlinale auf Filmosophie (da habe ich bis eben gedacht, das wäre die „Film-Sophie“). Hier gibt es einen kurzen Vorbericht. Ferner wird der sehr merkwürdig aussehende Filme „A Glimpse Inside the Mind of Charles Swan III“ von Roman Coppola mit Charlie Sheen vorgestellt.

– Ich halte ja Charly Chase für den ganz großen Unbekannten des amerikanischen Slapstick-Filmes und finde es sehr traurig, dass dieser talentierte Mann heute keine ähnliche Bekanntheit wie die „großen Drei“ oder zumindest Fatty Arbuckle hat. Darum freue ich mich, dass man sich auf Hauptsache Stummfilm Chase annimmt und seinen Tonfilm „Neighborhood House“ von 1936 bespricht.

– Haie im Supermarkt. Na ja, die Sharkploitation-Welle treibt ja immer merkwürdigere Blüten. Martin Beck hat „Bait 3D“ auf Reihe Sieben besprochen und auch einige schöne Mash-Up-Videoclips von Matthijs Vlot zusammengestellt.

– Auf screen/read kann man einen Nachruf auf J.R. Ewing, der berühmtesten Figur des kürzlich verstorbenen Schauspielers Larry Hagman lesen.

– Auf Screenshot berichtet Harald Mühlbeyer von zwei Grindhouse-Filmnächten und bespricht dabei u.a. Mario Bavas „Planet der Vampire“ und „Savage Street“ von Danny Steinman. Außerdem wird vom Max-Ophüls-Festival berichtet und einige dort gelaufene Filme vorgestellt.

– David schreibt auf Whoknowspresents über Jean-Pierre Melvilles Übergangswerk „Der zweite Atem“.

– Auf Digitale Leinwand schreibt Gerold Marks über einen deutschen Horrorfilm, der demnächst ins Kino kommt… in 3D. „The Forgotten Girl“ heißt das Ganze und ich frage mich, warum ein deutscher Horrorfilm einen englischen Titel haben muss.

– Bei Drei Cineasten führt Hoffmann seine Fassbinder-Retrospektive weiter: Diesmal der in Worpswede gedrehte „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“, „Angst essen Seele auf“ und „Welt am Draht“.

Jugend ohne Film nimmt sich des zweiten Films in Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie an, „Paradies: Glaube“, und ist nicht unbedingt begeistert.

– Dennis Vetter berichtet in zwei langen Artikeln auf Negativ vom Filmfestival in Rotterdam. Ferner schreibt Ciprian David einen sehr schönen Text über die bei CMV herausgekommene DVD von Passolinis „Teorema“.

– Auf Sir Donnerbolds Bagatellen findet sich ein lesenswertes Essay über die Geschichte der Disney-Animationsfilme.

– Endlich noch ein weiterer würdiger Nachruf auf Ôshima Nagisa. Robert hat ihn auf Eskalierende Träume geschrieben.

– Auf ihre unvergleichliche Art bespricht Silvia Szymanski auf Hard Sensations den Film „Flashback“ (Italien, 1969).

– In Italien wurde im Rahmen eines Projekts der „Cinecittà Holding“ in Zusammenarbeit mit den „Filmfestspielen Venedig“ und gefördert durch das „Ministerium der schönen Künste“ eine Liste der „100 zu bewahrende italienische Filme 1942 – 1978“ erstellt. Udo Rotenberg stellt sie auf L’Amore in città vor und kommentiert.

The Wayward Cloud stellt den spanischen Regisseur, Comic-Zeichner und Musiker Dani Moreno und einige seiner Kurzfilme vor. Klingt alles sehr spannend und die Kurzfilme des Herrn Moreno könnten auch was für das Phantastival Bremen 2013 sein.

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