Ein paar kurze Worte in eigener Sache

Der eine oder andere mag sich vielleicht gewundert haben, warum es hier in den letzten paar Tagen so ruhig war und so beliebte Reihen wie „Das Bloggen der Anderen“ oder „Originalfassungen in Bremen“ nicht erschienen.

Dafür gibt es einen sehr erfreulichen, nein, in der Tat ZWEI sehr erfreuliche Gründe. Der erste Familien-Nachwuchs stand ins Haus und das gleich im Doppelpack. Daher war ich letzte Woche gar nicht online, und wie ich das in den nächsten Wochen/Monaten alles zeitlich unter einen Hut bringe, muss ich auch noch schauen. Natürlich werde ich versuchen weiterhin regelmäßig „Das Bloggen“, die Originalfassungen und ein paar Reviews online zu schieben, aber ich bitte um Nachsicht, wenn das noch nicht ganz so flutscht. Irgendwann wird sich das dann aber hoffentlich eingespielt haben.

Vielleicht schaffe ich es ja sogar etwas zur Cinema Ostertor/Bremer Filmkunsttheater-Fusion zu schreiben, von der ich eben erfahren habe (war halt lange nicht online und auch vom „Weser Kurier“ völlig abgeschnitten).

PS: Diese paar Zeilen zu schreiben hat ca. 4,5 Stunden – unterbrochen von diversen Rennereien, Nervenzusammenbrüchen, zwei handfesten Ehekrisen und unzähligen vollen Windeln – gekostet. Na, dann… welcome to the jungle.

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Das Bloggen der Anderen (16-03-13)

bartonfink_type2– Letzte Woche, am 07.März, verstarb der große Damiano Damiani. Mir sticht im Herzen ein großes Schuldgefühl, weil ich diesem Meister des gesellschaftskritischen Mafiafilms – diesem Regisseur, der seinen Zeigefinger immer mit größtmöglicher Leidenschaft und niemals langweilig in die Wunde eines korrupten Staates gelegt hat, keinen Nachruf geschrieben habe. Aber es fehlte einfach die Zeit. Gut also, dass L’Amore in città diese Aufgabe hervorragend erledigt hat. Gleichzeit gibt es auch noch eine Review zu Damianis „Warum musste Staatsanwalt Traini sterben?“.

– Ich mag ja den Alex de la Iglesias, seit ich damals „El Dia de la Bestia“ sah. Seitdem verfolge ich seine Filme, auch wenn ich nicht alle gesehen habe (die nie in Deutschland erschienen Komödien fehlen mir) und auch nicht alles großartig finde („800 Bullets“ z.B. fand ich recht enttäuschend und mit „Perdita Durango“ werde ich auch nicht warm). Aber der gute Mann ist immer für eine Überraschung gut. Martin Beck hat auf Reihe Sieben den Trailer zu de la Iglesias neustem Film gepostet. Und das sieht wieder nach einer recht wilden Angelegenheit aus. Noch jemanden, den ich eigentlich sehr mag, ist Jackie Chan. Allerdings habe ich dessen Karriere, nach seinen grottenschlechten und ziemlich un-Jackie-mäßigen US-Filmen, irgendwie aus den Augen verloren. Ich glaube, der letzte Film, den ich mit ihm gesehen habe, war „New Police Story“, der ganz okay war. Jetzt ist ein neuer Film von und mit ihm raus gekommen, namens „Chinese Zodiac“. Martin Beck hat ihn gesehen und ist überhaupt nicht begeistert.

Disney hat seine Helden Micky, Donald & Co. wiederbelebt und 19 neue Cartoons mit ihnen produziert. Das Design ist allerdings… gewöhnungsbedürftig. Auf Sir Donnerbods Bagatellen kann man schon mal einen Blick riskieren.

Einen wunderbaren, langen Text über das, mir bisher vollkommen unbekannte, frühe Musical „Hallelujah I’m a bum“ hat – Manfred Polak auf Whoknows presents geschrieben. Darin erfährt man nicht nur viel über den Film, sondern auch seinen Regisseur Lewis Milestone, Hauptdarsteller Al „The Jazz Singer“ Jolson und – zu meiner großen Überraschung – Harry Langdon. Langdon war mal nah daran, als gleichwertigen Konkurrent von Chaplin aufgebaut zu werden, was aber nicht gelang. Auch, weil Langdon seine Figur nicht selber konzipiert hatte und auch nicht wirklich verstand. Ich glaubte immer, er hätte den Wechsel zum Tonfilm schauspielerisch nicht überlebt und bin jetzt überrascht, ihn hier wiederzusehen.

– Dominik Höcht ärgert sich auf filmherum über BluRays, die dem Nutzer das Vorspulen verbieten und mit Werbung bombardieren. Dabei lädt er zur Diskussion ein.

Ich lehne es ja ab, Listen mit Lieblingsfilmen oder gar „besten Filme aller Zeiten“ zu veröffentlichen. Jahresbestenlisten bilden da eine Ausnahme und dienen mir größtenteils dazu, selber mal in Ruhe das Filmjahr Revue passieren zu lassen. Trotzdem finde ich es immer mal wieder spannend, mir die Listen anderer anzusehen. Auch, weil man hier und da immer mal eine Empfehlung findet, was man sich anschauen sollte. Auf Hooded Justice habe ich jetzt wieder eine Liste gefunden. Gut, davon kenne ich in der Tat schon alles, aber vielleicht wird ja der eine oder andere inspiriert. Ich finde die Auswahl jedenfalls für Einsteiger recht nett.

– Es gibt einige Dinge, die einem die Bloggerei ziemlich verleiden können. Was phil von Nerdtalk passiert ist, gehört definitiv dazu und ist eine unbestimmte Furcht, die auch bei mir immer mitschwingt. Unbewusste Urheberrechtsverletzung und der damit verbundene Verlust einer großen Summe Geld. Mir würde das locker das Genick brechen.

– Den, meiner Meinung nach, interessantesten Blogeintrag findet man in dieser Woche bei Jugend ohne Film. Darin geht es um einige Statements zum aktuellen Kino (und junge Filmemacher), die Michael Haneke und Alexander Horwarth, anlässlich einer Robert-Bresson-Retrospektive im Filmmuseum Wien, gegeben haben. Zunächst dachte ich, beim Überfliegen des Anfangs, der Text würde zu einer wütenden Attacke auf die beiden Männer werden. Aber da habe ich mich gründlich getäuscht. Der Autor bringt einige hochinteressante Punkte und bezieht eine nachvollziehbare Gegenposition, über die ich lange nachgedacht habe, und der ich dann auch in vielen Punkten zustimmen kann. Sehr gut argumentiert und jedem meiner Leser hier ans Herz gelegt.

– Ebenfalls sehr lesensert: Der desillusionierende Artikel von Lucas Foerster auf critic.de, in dem er von einigen Gelegenheiten berichtet, bei denen eine digitale Projektion aufgrund von technischen Unzulänglichkeiten oder schlichtes Desinteresse der Veranstalter/Hersteller der digitalen Kopie, deutlich zeigt, wie unausgereift und „filmfeindlich“ diese Technik (noch?) ist.

– Nochmal Lukas Foerster. Auf seinem eigenen Blog Dirty Laundry stellt er den Film „The Good Fairy“ von Keisuke Kinoshita vor. Dem japanischen Regisseur, dem auf der Berlinale eine Retrospektive gewidmet war. Und der Text macht Lust, seine eigene kleine Retro zu organisieren.

– Eine sehr schöne Art, sich mit Filmen zu beschäftigen, ist das Gespräch zwischen zwei Menschen. Sei es jetzt im privaten Kreis, oder in Form einer Diskussion im Rahmen einer Filmaufführung, TV-/Radiosendung oder eben in einem Blog. Ich finde dies so sympathisch, informativ (da eine Partei immer einen Punkt aufwerfen kann, an die die andere zunächst nicht gedacht hat und sich gegebenenfalls auch reiben kann) und vor allem persönlich, dass ich mich wundere, dass diese Art des Schreibens, nicht öfter genutzt wird. Auf Hard Sensations wird diese Form der Auseinandersetzung nun schon zum vierten Mal von Silvia Szymanski und Maria Wildeisen, innerhalb ihrer Reihe „Vergewaltigung im Film“, zelebriert. Diesmal reden die Beiden über Abel Ferraras „Die Frau mit der 45er Magnum“.

– Interessanterweise haben gerade in dieser Woche, auch Sano und Christoph von Eskalierende Träume dieses Prinzip übernommen und führen ein langes Gespräch über den Film „I lunghi capelli della morte“ von Antonio Margheriti. Herausgekommen ist ein, wie ich finde, interessanter, emotioneller und informativer Dialog. Dieser entstand allerdings schon vor 2,5 Jahren und wurde erst nach einigen Kontroversen veröffentlicht. Christoph distanziert sich heute davon. Gut, er mag seine Gründe dafür haben, ich finde diese Form des Dialoges (wie oben auch bei Szymanski/Wildeisen) sehr angenehm und würde gerne mehr in diesem Stil lesen. Leider habe ich beim Filmforum Bremen niemanden, mit dem ich in selber einen solchen Dialog führen könnte, sonst würde ich das gerne einmal tun.

– Alex Klotz hat auf Hypnosemaschinen mal wieder einen sehr obskuren, aber nicht desto weniger hochinteressanten, Film ausgegraben: Den britischen TV-Film „The Year of the Sex Olympics“ von 1968. Spannend.

– Super-8 gab es bei uns Zuhause zwar auch, aber bis auf einen Film mit Western-Legende „Fuzzy“, den mein Vater mal von einem Arbeitskollegen geliehen hatte, habe ich nie einen dieser „Kauf-Super-8“-Filme gesehen. Das kam erst später, als die gerne mal als Extras auf DVDs zu finden waren. Schade eigentlich. Thomas Groh macht auf seinem filmtagebuch auf eine Facebook-Seite aufmerksam, die sich dieser Prä-Video-Heimkino-Phase widmet.

– Paul fasst auf La vie cinéphilié sehr gut zusammen, was ich nach „Holy Motors“ gedacht habe. Scheinbar war er ebenso fasziniert, aber auch merkwürdig kalt gelassen nach dem Film.

– Ich wusste gar nicht, dass Tobe Hooper ein Buch geschrieben hat. Hat er aber (mit Co-Autor). Das Werk heißt „Midnight Movie“ und MacReady von den Drei Cineasten hat es gelesen. So richtig etwas darunter vorstellen kann ich mir zwar nicht, aber seine Buch-Review macht neugierig, denn dieser literarische Erstling des „Texas Chainsaw Massacre“-Regisseurs scheint ziemlich durchgeknallt zu sein.

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Interview mit Cineploit-Gründer Alex Wank

CineploitVor einigen Wochen hatte ich hier im Blog das österreichische Musik-Label „Cineploit“ vorgestellt (hier nachzulesen). Nun fand sich die Gelegenheit, ein Interview mit dem sympathischen Cineploit-Chef Alex Wank zu führen, und ihn direkt zu Cineploit, die dort vertretenen Bands und zukünftige Pläne zu befragen.

Gleichzeitig möchte ich an dieser Stelle auch auf die neuste Veröffentlichung des Labels hinweisen: „ Eclipse“ von der schwedischen Band Oscillotron ist letzten Montag erschienen.

Frage: Alex, Du kommst ja ursprünglich aus einer ganz anderen musikalischen Ecke. Wie kam es dazu, dass Du Deine Liebe für Italo-Soundtracks entdeckt hast?

Cinematic GreetsAlex Wank: Dies ist sehr sehr lange her. Abgesehen davon, dass ich seit den späten 70ern ins Kino gehe und unbewusst sicher immer wieder beeinflusst wurde, hat der gute Ennio Morricone mich Anfang 1980 in seinen Bann genommen, als ich mir die Platte „For A Fistful of Dollars/For A Few Dollars More“ gekauft hatte. Ich kann mich noch lebhaft erinnern, dass die Platte monatelang auf und ab lief, und ich sie nicht mehr vom Plattenteller bekam. Ab dem Zeitpunkt, in etwa, achtete ich mehr und mehr auf die Namen in Credits. Vor allem bei italienischen Filmen. Und natürlich war da bei gefühlt jedem Zweiten Ennio dabei! Dadurch nahm ich aber auch immer wieder andere Namen, sowie deren Musik wahr. Und parallel zu meinen enormen Interesse an Musik generell, fing ich an, immer wieder (italienische) Soundtracks zu kaufen.

Wann hattest Du die Idee zu Cineploit?

2009/2010 hatte ich erste Sessions bezüglich MalaBimba, und nach den Aufnahmen überlegte ich, wie und wo ich das veröffentlichen könnte. Das war so im Herbst 2011, wo ich auch mit Frank von Orgasmo Sonore in Kontakt war. Und es reifte immer mehr die Idee zu einer eigenen Plattform, sodass ich mich Jänner 2012 dazu entschlossen habe und mit dem arbeiten daran begann.

Wie würdest Du „Cineploit“ in ein paar Worten beschreiben?

Cineploit ist eine Plattform für Soundtrack-lastige Musik, die speziell von den großen Zeiten des europäischen Kinos beeinflusst ist. Schwerpunkt 70er. Schwerpunkt Italien könnte man auch noch dazu schreiben.

Etwas, was bei Cineploit sehr wichtig ist, ist die Tatsache, dass alle Veröffentlichungen (einige sogar ausschließlich) auf Vinyl erscheinen. Warum ist Dir das so wichtig?

Ich bin seit jeher Vinylsammler und Vinylhörer und hab dies weder aufgegeben, noch bin ich damals auf CD gewechselt oder später auf MP3 Player. Einmal Vinyl, immer Vinyl. Eigentlich wollte ich ein „vinyl only“ Label sein, hab mich dann aber dazu durchgerungen, auch kleine CD Auflagen dazu zu machen.

Angefangen hast Du ja mit Thelema und Deinem eigenen Projekt MalaBimba. Wie kam der Kontakt mit Thelema zustande?

Thelema ist ein Ein-Mann-Projekt aus Salzburg und ein Freund von mir. Er hat auch seine Metal Vergangenheit, sowie sich ein Jahrzehnt im Ambient bzw. Industrial Feld aufgehalten. Seit vielen Jahren lebt er seine Filmleidenschaft auch musikalisch aus, und seine Kompositionen werden immer cinematographischer. Außerdem liebt er ebenfalls das italienische Exploitation-Kino und ist auch fester Bestandteil von MalaBimba!

Wie hast Du Zoltan und Sospetto entdeckt? Kamen die auf Dich zu oder kanntest Du die Bands schon vorher?

Als ich im Jänner 2012 dem Kind den Namen Cineploit gab, machte mich ein guter Freund von mir auf einen Bekannten von ihm aufmerksam, der eben gerade dabei war, die Aufnahmen zu der ersten Zoltan Platte zu beenden, und ein Label dafür suchte. Zoltan ist wie geschaffen für Cineploit, und ich habe ihnen sofort angeboten, ihre Platte zu veröffentlichen, aber auch betont, dass ich wirklich erst am Anfang bin. Die Jungs waren sofort begeistert und dabei, was ich einfach nur großartig finde. Als ich anfing Cineploit mit den ersten Vorankündigungen zu promoten, kamen Sospetto auf mich zu, und ich war schon wieder verliebt……

Wenn man die Liner Notes der CDs ansieht, so erfährt man eigentlich gar nichts über die Künstler. Bei manchen steht dort noch nicht einmal die Namen der Musiker, andere – wie Du ja auch bei MalaBimba – verstecken sich hinter Pseudonymen. Warum?

Ich gebe den Künstlern nicht viel vor. Wichtig ist mir nur, dass das Artwork gut zu deren Platte passt. Alle machen das eigentlich perfekt, und ich brauche da niemanden etwas sagen. Die wissen, wie es auszusehen hat. Da die Musik ja instrumental ist, gibt’s keine Texte abzudrucken, und ich denke auch sonst soll ja das Kopfkino angeregt werden. Daher auch grade mal Credits, wenn einmal einer etwas zu sagen hat, so wie z.B. Frank von Orgasmo Sonore, dann gibt’s ja auch mal was zu lesen.

Namen sind wie Schall und Rauch. Eigentlich wollte ich nie, dass mein Name überhaupt ins Spiel kommt. Die Musik soll von selber Wirken. Ein name-droping ist ja in meinem Fall total deplatziert. Leider ist die Menschheit viel zu neugierig, und ich konnte es nicht verbergen….was solls.

Frank von Orgasmo Sonore hat ja im Selbstverlag schon eine LP herausgebracht. Wird diese auch irgendwann noch einmal bei Cineploit veröffentlicht?

Franks erste Platte kam zu einem Zeitpunkt raus, wo ich noch nicht fix wusste, ob und wie ich es mache. Also zu früh für eine Veröffentlichung auf Cineploit. Ich bin aber nicht abgeneigt, den Vol. 1 in Europa auf Vinyl zu veröffentlichen und hatte auch schon Gespräche diesbezüglich mit ihm – ist also nur eine Frage der Zeit!

Das durchgängige Thema von Cineploit ist ja die Beeinflussung durch Soundtracks der 60er bis 80er Jahre, vornehmlich aus dem Exploitationbereich. Sind die Mitglieder der Bands auch große Fans der dazugehörigen Filme?

Ich kenne ja leider nicht jeden persönlich, aber ich denke schon. Alle Acts huldigen ja mehr oder weniger den selben Komponisten aus dieser Zeit. Und wenn man die Komponisten kennt, dann kennt man meist auch den Film dazu.

Was ist für dieses Jahr geplant? Wird es neue Bands auf Cineploit geben?

Ja, ein neuer Act kommt demnächst, am 11. März erscheint Cine 06 und zwar der schwedische Act OSCILLOTRON. David heißt der Mann, er hat mich letztes Jahr kontaktiert, und es gefällt mir so gut, dass ich es machen musste. Sehr atmosphärische, 80er Synthie Horrorfilmscore, toll! Und da ihr ja alle neugierig seid: Sein Hauptprojekt nennt sich Kongh und ist eine großartige Doomband, die gerade eben ihre neue Platte veröffentlicht hat! Des weiteren wird es einige Tributes/Omaggios geben. Und zwar von Zoltan (Psychomania), Orgasmo Sonore (Bruno Nicolai), Thelema (Cronenberg), Sospetto (noch nicht bekannt), sowie auch Deak Ferance/Roger Conrad (Giombini) und Leonard/Wank (Riz Ortolani). Von Sospetto wird es auch ein neues Album, im Herbst, geben.

Hat man irgendwo die Chance die Bands auch live zu sehen? Ist vielleicht irgendwann ein „Cineploit-Festival“ in Sicht?

Ach, das wäre schön. Fast alle Projekte sind Studioprojekte, und es ist etwas schwierig und auch mit einigen Aufwand verbunden, das live zu realisieren. Wenn es Publikum dafür gäbe, würde ich gern! Optimal wäre es, in einem gelungenen Rahmen, wie einem Filmfestival. Zoltan ist eigentlich die einzige „Band“, und die haben zaghaft zu spielen begonnen. Alles nicht so einfach, aber vielleicht gelingt es mir einmal, alle die sich mal live präsentieren wollen, irgendwo zusammenzubringen. Dies wird die Zukunft weisen!

Lieber Alex, vielen Dank für die Deine Zeit und die interessanten Antworten. Ich wünsche Dir auch weiterhin viel Erfolg mit Deinem Label.

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Originalfassungen in Bremen: 14.03.13 – 20.03.13

Ganz so lang, wie in der letzten Woche, ist die Liste diesmal nicht. Aber es sieht ganz so aus, als hätten Schauburg und Gondel (!) den Sonntag als O-Ton-Tag für sich entdeckt. Muss man weiter beobachten, aber sieht zur Zeit ganz danach aus. Wer auf Krawumm und Big-Budget-Mainstream steht, für den ist aktuell nicht wirklich was dabei. Dafür gibt es für die Arthouse-Freunde den einen oder andren Leckerbissen. Aus dem Angebot dieser Woche ragt „Hitchcock“ heraus, dem ich allerdings sehr zwiespältig gegenüber stehe. Gründe dafür unten.

Jack and the Giants 3D – Cinemaxx, Mo., 18.3. um 17:00 – Märchenhaftes Fantasy-Spektakel von „X-Men„-Regisseur Bryan Singer. Der junge Jack öffnet versehentlich das Tor zu der Welt der Riesen.

Imaginaerum by Nightwish – Cinemaxx, Mo., 18.3. um 20:00 – Musical-Konzept-Film, das dazu dient, die Lieder der Band „Nightwish“ in Bilder zu kleiden.

Les Misérables – Cinemaxx, So., 17.3. um 19:30 – Aufwändige Verfilmung des Musicals basierend auf dem Roman von Victor Hugo. Regie führt Tom Hooper, der vorletztes Jahr den Regie-Oscar für “King’s Speech” ergattern konnte. Wer schon immer mal Hugh Jackman, Russell Crowe und Anne Hathaway singen hören wollte, ist hier goldrichtig.

Gelmeyen Bahar – Der Frühling ohne Dich – Cinemaxx, So., 17.3. um 22:30 – Türkisches Liebesdrama um eine junge Frau, die zwangsverheiratet werden soll und dann online einen Mann kennenlernt, in den sie sich verliebt.

Canakkale Yolun Sonu – Canakkale – Der unbesiegbare Widerstand – Cinemaxx, Do.-Mi. 20:10 und 23:00 & CineStar immer 23:00 – Patriotischer, türkischer Kriegsfilm über die Schlacht an der Çanakkale-Front im April 1915.

Hitchcock – Cinemaxx, Do. um 19:30 und Mi. um 19:00 & Gondel, So., 17.3. um 21:00 – Da ist es also. Das groß angekündigte „Making Of Psycho“ mit Anthony Hopkins als Hitchcock. Gut, abgesehen davon, dass Hopkins trotz Maske und Fat-Suite überhaupt auch nicht im Entferntesten nach Hitch aussieht (von Fr. Johansson als Janet Leigh gar nicht zu sprechen), habe ich zu viele Hitchcock-Biographien gelesen, dass ich denke, der Film würde mich nur aufregen und ärgern. Beispiel gefällig? Im Film wird ein großes Bohei (zumindest wird das in der Vorberichtserstattung immer wieder betont) darum gemacht, dass Alma Hitchcock die Idee hatte, die Hauptdarstellerin in Psycho möglichst früh umzubringen. Tatsächlich ist das aber schon im Roman von Robert Bloch so. Und mir würde sicherlich noch mehr auffallen, als das ich den Film vorurteilsfrei genießen könnte.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=3rQuRLERl6A[/youtube]

Nachtzug nach Lissabon – Schauburg, So., 17.3. um 21:15 – Starbesetzte Bestseller-Verfilmung von Bille August (“Das Geisterhaus“), der auf starbesetzte Bestseller-Verfilmungen spezialisiert ist. Mit Jeremy Irons und Martina Gedeck.

No! – Schauburg, Mi., 20.3. um 18:45 – Polit-Drama nach wahren Begebenheiten mit Gael García Bernal.  Um einen Werbefachmann, der 1988 in Chile eine Kampagne zum Sturz des Diktators Pinochet entwirft.

Bürger Havel – Citizen Havel – City 46, Do. 20:30, Fr/Mo/Mi um 18:00 – Beeindruckende Dokumentation über den ehemaligen Präsidenten Tschechiens. Pavel Koutecký begleitete diesen in seiner 10-jährigen Amtsperiode ganz nah mit der Kamera.

Nokan – Die Kunst des Ausklangs – City 46, Di., 19.3. um 20:30 – Der japanische Oscar-Preisträger für den besten fremdsprachigen Film 2009. Es geht um den arbeitslose Cellist Daigo, der einen Arbeit als Leichenwäscher und Bestatter annimmt. Tipp!

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=QdauCndFMZA[/youtube]

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 18.03. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 18.03. um 21:45

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Das Instituto Cervantes zeigt spanisches Kino im City 46

spanienWie auch schon im letzten Jahr, wird es auch in 2013 wieder eine, vom Instituto Cervantes in Kooperation mit dem City 46 präsentierte, Reihe mit aktuellen spanischen Filmen geben. Also recht aktuelle Werke. In diesem Jahr firmiert das Ganze unter dem Titel „Contemporáneos“ und die ausgewählten Filme stammen alle aus dem Jahr 2011.

Die Filme laufen im City 46 um 20:00 Uhr im spanischen Original mit englischen Untertiteln.

Auf den ersten Film der Reihe, „No habrá paz para los malvados“ von 2011, hatte ich ja bereits vorletzte Woche innerhalb meiner O-Fassungen-Übersicht hingewiesen.

Und so geht es weiter:

10. April: „No tengas miedo“ von Montxo Armendáriz – In diesem Drama geht es um ein trauriges Thema. Die junge Silvia wurde von ihrem siebten Lebensjahr an, von ihrem Vater missbraucht.

15. Mai: „Mientras duermes“ von Jaume Balagueró – Auf diesen Film freue ich mich sehr. Er lief bereits 2012 bei den Fantasy Filmfest Nights. Balagueró ist für Freunde des Horror-Thrillers auch kein Unbekannter. Er ist mitverantwortlich gewesen für die [rec]-Serie und hat mit „The Nameless“, „Fragile“ und „Darkness“ einige moderne Klassiker des spanischen Gruselfilms geschaffen. In „Sleep tight“ (so der internationale Titel) geht es um einen psychopathischen Concierge, der die Mieter terrorisiert.

12. Juni: „Arriya“ von Alberto Gorritiberea ist ein Drama zu dem ich keine wirklich gute Inhaltsangabe gefunden habe. Scheinbar geht es um zwei Familien in einem kleinen Dorf im Baskenland, die über eine Wette in Streit geraten. Und um drei junge Leute, die all dem entkommen wollen.

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Filmforum Bremen beim Media Monday #89

Jede Woche montags um 00:01 Uhr stelle das Medien-Journal einen Lückentext zur Verfügung, den man in den Kommentaren oder auf seinem Blog beantworten kann. Damit es einfach ist, die eigenen Antworten zu erkennen, lässt man die Vorgabe einfach in normal und die eigenen Antworten formatiert ihr in fett oder kursiv.

Hier die Fragen und meine Antworten (in fett) des aktuellen “Media Mondays“.

1. Jude Law gefiel mir am besten in AI – Künstliche Intelligenz, weil er einfach perfekt in die Rolle des Gigolo-Androiden passt. Mein Lieblingsfilm mit ihm wäre allerdings „Gattaca“.

2. Steven Soderbergh hat mit „Out Of Sight“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil „Traffic“ vielleicht doch der bessere, aber nicht der coolerer Film ist.

3. Cate Blanchett gefiel mir am besten in eigentlich jeder Rolle. Tolle Frau. Vielleicht würde ich gerade darum aber „I’m Not There“ nehmen.

4. Wenn euch ein Film/eine Serie ausnehmend gut gefällt, freut ihr euch dann über ergänzendes Merchandise oder interessiert euch das nicht? Merchendise nicht. Informative Bücher oder Dokus schon.

5. Der gelungenste Episodenfilm ist meiner Meinung nach (stellvertretend für viele andere) „Liebe mit zwanzig“.

6.  Dario Argento sollte meiner Meinung nach langsam wirklich mal in Rente gehen, denn dann hat es ein Ende damit, bei jedem neuen Film, qualvoll zwischen Hoffen und Bangen zu schweben, um dann doch wieder maßlos enttäuscht zu werden.

7. Auf vielen Seiten habe ich in der letzten Woche einen tollen Artikel zu ganz unterschiedlichen Themen gelesen, der die ich unter „Das Bloggen der Anderen“ gesammelt habe und hier gerne weiterempfehle.

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DVD-Rezension: “Rush II”

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Nach dem Atomkrieg. Der Einzelkämpfer Rush (Bruno Minniti alias „Conrad Nichols“), wird von Victor (Werner Pochath) und seinen Männern entführt. Er soll für sie die Alpha-Basis aufspüren, in der sich wertvolles Uran befinden soll. Dies soll dabei helfen, die Zivilisation wieder aufzubauen. Zusammen mit Victor, der schönen Mara und dem knuddeligen Omar, macht sich Rush auf den Weg. Als er versucht, von seinem alten Freund-Feind Slash (Stelio Candelli) die Pläne für die Alpha-Basis zu bekommen, riecht dieser Lunte und möchte die Alpha-Basis selber ausnehmen. Rush aber stiehlt ihm die Pläne, und so beginnt die Verfolgungsjagd durch die Wüste…

Nachdem CMV erst vor einigen Wochen Tonino Riccis „Rush“ (Rezension hier) veröffentlicht hat, legt der sympathische Verlag aus Berlin jetzt mit einem Endzeit-Doppelpack nach. Neben Riccis „Fortsetzung“, wird als Bonus noch ein kompletter weiterer Film mit beigelegt. „1994 – Nur die Starken überleben“, der aufgrund eines permanenten Schadens im Bild keine eigenständige Veröffentlichung bekommt, sondern „nur“ als Bonus verwendet wird.

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Rush 2“ ist lediglich in Deutschland zur Fortsetzung von Riccis Endzeit-Klopper aus dem Jahre 1983 auserkoren worden. Im Rest der Welt heißt der Held Rage, und unter diesem Namen ist auch der Film in der englischsprachigen Welt bekannt. Allerdings ähnelt „Rage“ in so vielen Details dem Vorgänger, dass dieser kleine Marketingtrick absolut verzeihlich ist. Wieder spielt Bruno Minniti alias „Conrad Nichols“ die Hauptrolle, wieder ist die Welt durch einen Atomkrieg zerstört und wieder köchelt das Budget auf Sparflamme. Wobei „Rage“ möglicherweise ein paar Lire mehr gekostet hat, als der doch sehr billige „Rush“. Immerhin stehen hier etwa mehr Kulissen zur Verfügung und auch mehr Sprechrollen. Jeglicher Anspruch sollte allerdings ganz schnell über Bord geworfen werden.

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„Rush 2“ ist ein comic-hafter Actionfilm, voller überzogener Cartoon-Charakter, die sich irgendwo zwischen Mad Max und Western positionieren möchten. Am Ende sie dann aber doch nur ein paar fantasievoll gewandete Typen, die sich gegenseitig durch die Wüste jagen. Unter ihnen der wie immer verlässliche und leider viel zu früh verstorbene Werner Pochath, der hier ausnahmsweise nicht den Bösewicht, sondern einen der Helden spielen darf. Tatsächlich stiehlt er dem nominellen „Star“ des Filmes, Bruno Minniti, die Show. Minniti tut allerdings auch nichts, um besonders im Gedächtnis zu bleiben. Eigentlich stolziert er nur in der Gegend herum und gibt Befehle. Ebenfalls auf Seiten der Guten, kämpfen die sehr appetitlich anzusehende Taida Urruzola (aka „Laura Trotter“), die von Tonnio Ricci in ein Kostüm gesteckt wurde, welches die Fantasie spielen lässt, und Cris Huerta, der zuvor als Bud-Spencer-Look-a-like in einigen Italo-Western auftrat.

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Dieser bunten Truppe steht eine Gang gegenüber, die nicht wirklich furchteinflößend daherkommt. Angeführt wird sie von Stelio Candelli in einer zu groß geratenen Kapitänsjacke (oder was das auch immer ist) und weit geöffnetem Hemd. Links und rechts hat er ständig zwei dralle Damen im Arm, welche den Eindruck machen, sie würden sonst in spritzigen „Erwachsenenfilmen“ mitspielen. Da rutscht beim Abfeuern der überdimensionierten Handfeuerwaffen, auch schon mal die Brust aus dem Dekolleté. Dann gibt es noch ein paar Unterschergen, die mit Vokuhila-Frisur und Lippenspoiler so aussehen, als wären sie gerade aus der Dorfdisco geworfen worden. So wirken dann auch ihre schrecklichsten Grausamkeiten eher niedlich. Das kann man auch von ein einem Stamm „Endzeit-Indianer“ sagen, die plötzlich auftauchen und von einer Bande Mutanten, die, aus dem Nichts kommend, unsere Helden angreifen, von diesen kurzerhand verprügelt werden und auf Nimmerwiedersehen aus der Handlung verschwinden.

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Gar unfassbar wird es, wenn die Helden eine übergroße, glitzernde und funkelnde Bibel entdecken und dazu noch ein paar pathetisch-kitschige Sprüche bereit haben. Wer dies ernst nimmt, wird sich gegen die Stirn, der Rest vor Lachen auf die Schenkel klopfen. Normalerweise mag ich diese Kategorisierung „Trash-Filmchen“ überhaupt nicht, hier trifft sie den Nagel aber genau auf den Kopf. Leider ist die Fassung, die CMV auf seine DVD gebannt hat, noch sehr viel trashiger und unnachvollziehbarer. Denn leider wurden hier wohl zwei Rollen vertauscht. Zwischen 0:37:28 und 0:49:15 kommt eine 12-minütige Szene, die eigentlich unmittelbar hinter 1:07:35 und damit vor 1:07:36 gehört. Im Internet konnte ich dazu bisher keine Bemerkungen finden, was mich einigermaßen stutzig macht. Sollte mein Exemplar das einzige sein, welches diesen groben Fehler aufweist? Oder ist das einfach sonst noch niemanden aufgefallen? Ob letzteres jetzt für oder gegen das Filmchen sprechen würde, bleibt dem Betrachter überlassen.

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Rush 2“ ist schwer unterhaltsamer Endzeit-Trash aus der kostengünstigen Italo-Küche. „Rage – Fuoco incrociato“, wie der Film eigentlich heißt, ist dabei weitaus vergnüglicher und kurzweiliger geraten, als sein „Vorgänger“ „Rush“. Leider trübt eine Fehler in der Rollenreihenfolge auf der DVD etwas den Spaß.

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Als Extra zu „Rush 2“ ist noch eine erweiterte Dialog-Szene in schlechter Qualität zu finden. Der Hauptbonus besteht aus dem kompletten südafrikanischen Spielfilm „1994 – Nur die Starken überleben“ von Percival Rubens, der leider nur leidlich unterhaltsam ist und viel Potential verschenkt. Hier wirkt das Endzeit-Szenario aufgesetzt und nicht gerade überzeugend. Mit der aus „Mad Max“ entliehenen Rockerbande hätte man mehr machen können, und statt des blonden Helden sieht man die meiste Zeit dem leider recht propper gewordenen Gary Lockwood dabei zu, wie er sich um seine Familie kümmert und eine unvorteilhafte Frisur durch die Gegend trägt. Allerdings hat der Film auch seine Momente und ist kurz genug, um nicht zu langweilen. Und als Beigabe nimmt man ihn gerne mit. Auf den Schaden im Bild habe ich ja bereits eingangs hingewiesen. Dieser ist auffällig, nervt aber nicht so sehr, dass der Film unguckbar wäre. Als Extra gibt es erweiterte Szenen aus einer VHS-Quelle, bei denen mir allerdings nicht aufgefallen ist, was jetzt mehr war.

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Das Bloggen der Anderen (08-03-13)

bartonfink_type2Letzte Woche habe ich leider nicht die Zeit gefunden, diese – doch recht beliebte – Rubrik zu füllen. Wie es in den nächsten Wochen aussehen wird, kann ich auch noch nicht sagen, da dort eine Menge familiärer Dinge auf mich zukommen werden. Ich probiere mein Bestes, aber es wird schwierig. Jetzt wünsche ich aber erst einmal viel Lesevergnügen mit den – meiner Meinung nach – interessantesten Links der vergangen zwei Wochen.

– Nichts mit Film, sondern mit Fernsehen, hat ein Artikel auf couchmonster zu tun. Diesen finde ich als Denkanstoß aber so interessant, dass ich ihn meiner verehrten Leserschaft trotzdem ans Herz legen möchte. Darin geht es um eine Idee, wie Fernsehinhalte in der Zukunft erfolgversprechend produziert und vermarkten werden könnte. Beim vor- und vorvorletzte Absatz fühle ich übrigens sehr mit. Das ist mir quasi aus der Seele gesprochen (siehe einleitende Worte).

– Ulli Lommel ist eine interessante Figur des Kinos. Fassbinder-Stammschauspieler, selber Regisseur des neuen deutschen Films, der mit „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ Beachtliches schuf, in Hollywood zumindest einen Kult-Horrorfilm drehte („Boogey Man“), mit „Daniel, der Zauberer“ die imdb von unten anführte und in letzter Zeit mit billigen direct-to-video Serienkillerfilmen seine Brötchen erwarb. Jetzt dreht er einen 3D-Film mit und über den „skandalösen“ Aktionskünstler Flatz. Mehr darüber auf Digitale Leinwand.

– Auf Eskalierende Träume weist das Hofbauer-Kommando auf das „B-Film Basterds“-Festival in Nürnberg hin. Abgesehen davon, dass Nürnberg immer eine Reise wert ist, klingt die ganze Sache auch sehr, sehr lecker. Ab und an habe ich beruflich in Nürnberg zu tun – vielleicht spendiert mir mein Chef im Mai ja mal eine Dienstreise). Teilweise war das Hofbauer-Kommando auch auf der Berlinale und kann aus seinem „besonderen“ Blickwinkel einige Filme empfehlen.

– Ein letztes Mal Berlinale. Lukas Foerster lässt auf Dirty Laundry noch einmal einige Filme Revue passieren und legt seinen Leser gleichzeitig auch sein Highlight der Filmfestspiele ans Herz: „Tokyo kazoku“ von Yoji Yamada.

-Ein Film, der bei mir auch schon länger auf der „Trau-Dich-Guck-Den“-Liste steht ist „Taxidermia“. Guggenheim bespricht ihn auf filmosophie.

– Vielleicht nervt es den einen oder anderen schon, dass ich an dieser Stelle immer in höchsten Tönen von Hard Sensations schwärme. Aber dieser Blog liegt mir in der Tat sehr am Herzen. Diesmal haben gleich vier Artikel meine höchste Aufmerksamkeit erregt. Bereits beim „Media Monday“ habe ich ja den Text von Alexander Plaum über die Inge Brandenburg-Doku „Sing, Inge, sing“ weiterempfohlen.Ebenfalls sehr lesenswert: Der Bericht von Alex Klotz über einen weiteren „merkwürdigen“ Animationsfilm von Bruno Sukrow, Joris Julius-Sabinus (ein neuer Name auf der Seite) schreibt fundiert über den eher unbekannteren Hammer-Film „The Witches“ und last, but not least hat Andreas Poletz den Film „Soul of a Monster“ von 1949 entdeckt.

– Auf hypnosemaschine bespricht Alex Klotz dann noch den japanischen Film „Ikiterumono wa inainoka“ von Sogo Ishii, der ihn ziemlich ratlos zurücklässt.

– Ein absolut großartiger Film wird auf L’Amore in città besprochen: „Autostop rosso sangue“ alias „Wenn Du krepierst – lebe ich“ von Pasquale Festa Campanile.

– Zur Zeit gibt es eine Gruppe von Filmemachern, die sich unter der Überschrift „Neues Deutsches Genrekino“ zusammengeschlossen haben, mit dem Ziel, in Deutschland einen neuen Genrefilm zu etablieren. Dazu will ich demnächst noch mal etwas schreiben. Bis dahin möchte ich aber schon mal sagen, dass ich mich sehr freuen würde, wenn man sich einmal auf altes Deutsches Genrekino zurückbesinnen würde. Wie grandios der mal war, kann man bei Mise on cinéma nachlesen. Dort wird nämlich Roland Klicks toller „Deadlock“ vorgestellt.

– Alexander Gajic schreibt in seinem Blog real virtuality darüber, wie die bekloppten und nichtssagenden deutschen Filmtitel entstehen.

– Einen sehr interessanten Text findet man auf screen/read. Dort werden relativ wissenschaftlich „White Zombie“ und „Night of the Living Dead“ miteinander verglichen. Besonders spannend ist dies sicherlich für Leute, die bei Florian Krautkrämers Zombie-Vortrag auf unserem letztjährigen Phantastival waren.

– Knisterende Erotik bei the-gaffer. Dort wird zunächst von vannorden „Basic Instinct“ analysiert und dann von luzifus noch drei aktuelle Veröffentlichungen von erotischen Filmen vorgestellt. U.a. der japanische „Wüstling“ von 1969.

– Noch einmal Sharon Stone auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. „The Specialist“, in dem sie zusammen mit Sylvester Stallone vor der Kamera stand, habe ich als ganz auf die beiden Hauptdarsteller zugeschnittenes Actionfilmchen, ohne großen Nährwert, in Erinnerung. David entdeckt hier aber auf Whoknows presents die wahren Qualitäten dieses, mittlerweile fast vergessenen, Films.

– Als ich anfing, mich intensiv für Filme zu interessieren, lief gerade ein Film als Wiederauführung in Bremer Kinos, der mich mit folgendem lockte: Roman von Ian Fleming, James-Bond-Regisseur Terence Young, tonnenweise Stars und Oddjob aus „Goldfinger“! Wenn ich mich nicht irre, war der auch prominent auf dem Plakat platziert. Gesehen habe ich den Film dann aber nie – und auch bis zum heutigen Tag mehr oder weniger vergessen. The Nolte hat mich aber auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte wieder an „Mohn ist auch eine Blume“ erinnert.

– Auch interessant: Auf Frag das Kino… werden zwei thematisch ähnliche, aber doch so ganz andere Filme (die ich zufälligerweise beide sehr mag) besprochen: „23“ von Hans-Christian Schmid und „The Social Network“ von David Fincher.

– Berlin, Berlin! Wir fahren… nein, nicht nach Berlin, sondern zum Magazin des Glücks, wo wieder einmal Berlin-Filme vorgestellt werden. Diesmal fünf Beispiele aus der Zeit des Nationalsozalismus.

– Zu guter Letzt: Ich bin noch nicht dazu gekommen, etwas über die erste digitale Ausgabe der „Splatting Image“ zu schreiben, darum verweise ich auf Themroc, der dies getan hat und wo man eigentlich auch nicht mehr viel hinzufügen braucht.

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Originalfassungen in Bremen: 08.03.13 – 13.03.13

Als ich gesehen habe, wie viele O-Fassungen diese Woche laufen, schlugen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits war ich wirklich froh, so eine lange Liste zu haben (sogar die „Gondel“ ist wieder dabei!), andererseits habe ich gerade sehr wenig Zeit und da kann ich eigentlich so viel Arbeit gar nicht gebrauchen. Daher etwas später als gewohnt, die Übersicht. Da sollte eigentlich für wirklich jeden Geschmack etwas dabei sein.

Die fantastische Welt von Oz – Cinemaxx, So.-Sa. und Mi. immer um 19:45 – Sam Raimis Verfilmung der Vorgeschichte vom  „Zauberer von Oz“ – oder „Das zauberhafte Land“, wie der große Filmklassiker von 1939 bei uns heißt. Mit James Franco, Michelle Williams und Mila Kunis sind auch ein paar Jungstars der Indie-Szene dabei. In einigen Foren wird die seelenlose  Künstlichkeit der Bilder beklagt. Aber da sollte sich jeder selber ein Bild machen.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=g5NrOC8STTg[/youtube]

Hänsel und Gretel: Hexenjäger 3D – Cinemaxx, So., 10.03. um 20:20 – Und wieder eine Idee, die sich auf dem Papier so bescheuert anhört, dass sie schon wieder funktionieren könnte. Nach ihrer aus Grimms Märchen bekannten, ersten Begegnung mit der bösen Hexe, sind Hänsel und Gretel professionelle und sehr coole Hexenjäger geworden. Dann spielt noch die gute Famke Janssen mit und die Hexenjäger werden vom immer zuverlässigen Jeremy Renner und der schönen Gemma Arterton gegeben. Allein, wenn mich doch der Trailer etwas mehr überzeugen könnte hier kein ideenloses CGI-Schlachtfest von der Stange zu bekommen…

Django Unchained – Cinemaxx, Di. 12.3. um 19:40 – Meine Ultrakurzkritik: Hat mich über die volle Distanz sehr gut unterhalten. Ich war zwar nicht weggeblasen wie bei “Inglourious Basterds” oder “Kill Bill, Vol. 2“, aber die Zeit verging wie im Fluge und ich war überrascht als er “schon” zu Ende war. Schauspieler toll (besonders Samuel L. Jackson), Musik klasse, Anspielungen nett. Doch, mochte ich. Unbedingt im Original gucken!

Les Misérables – Cinemaxx, So., 10.03. um 19:30 –Aufwändige Verfilmung des Musicals basierend auf dem Roman von Victor Hugo. Regie führt Tom Hooper, der vorletztes Jahr den Regie-Oscar für “King’s Speech” ergattern konnte. Wer schon immer mal Hugh Jackman, Russell Crowe und Anne Hathaway singen hören wollte, ist hier goldrichtig.

Gelmeyen Bahar – Der Frühling ohne Dich – Cinemaxx, Fr.-Mi. immer 22:30 – Türkisches Liebesdrama um eine junge Frau, die zwangsverheiratet werden soll und dann online einen Mann kennenlernt, in den sie sich verliebt.

Kelebegin Rüyasi – The Butterfly’s Dream – Cinemaxx, Fr., 17:30 und So-Mi. um 17:30 – Türkische Liebestragödie vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs.

Romantik Komedi 2 – Die romantische Komödie 2 – Cinemaxx, Sa.+So. um 13:15 – Türkische Komödie über eine junge Frau, die verzweifelt auf den Heiratsantrag ihres Freundes wartet und diesem mit Hilfe eines Ratgebers auf die Sprünge helfen will.

Nachtzug nach Lissabon – Cinemaxx, Mo., 11.3. um 19:45 & Schauburg, So., 10.3. um 21:15 – Starbesetzte Bestseller-Verfilmung von Bille August („Das Geisterhaus„), der auf starbesetzte Bestseller-Verfilmungen spezialisiert ist. Mit Jeremy Irons und Martina Gedeck.

[youtube width=“630″ height=“324“]http://www.youtube.com/watch?v=NkIJ0f-IXLM[/youtube]

No! – Schauburg, Mi., 13.3. um 21:00 – Polit-Drama nach wahren Begebenheiten mit Gael García Bernal.  Um einen Werbefachmann, der 1988 in Chile eine Kampagne zum Sturz des Diktators Pinochet entwirft.

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=veHCHhRx3Vk[/youtube]

Hyde Park am Hudson – Gondel, So., 10.03. um 20:45 – Bill Murray spielt US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der 1939 das britische Königspaar George VI und Elizabeth (genau, das aus „“King’s Speech“) empfängt und einen Kulturschock der besonderen Art verpasst.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=7zvHmsxI4B4[/youtube]

Liebe – City 46, Sa./So./Di/Mi. immer 18:00 – Michael Hanekes großes Meisterwerk aus dem letzten Jahr. Goldene Palme in Cannes, Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Mit Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva.

Deaf Jam – City 46, So., 10.03., 20:30 – Video-Doku über die gehörlose Schülerin Aneta aus New York, deren Eltern aus Israel eingewandert sind. Sie trifft in der »Spoken Word Slam-Szene« auf die hörende Tahani, eine Slam-Poetin, die aus Palästina stammt.

Die große Illusion – City 46, Fr., 7.3. um 18:00 – Der große Kriegsfilmklassiker von Jean Renoir. Mit Erich von Stroheim und einem jungen Jean Gabin.

Fahrstuhl zum Schafott – City 46, Mi. 13.3.. um 20:00 – Noch ein großer Klassiker. Louis Malles Film noir mit der großartigen  Jeanne Moreau und der treibenden Musik von Miles Davis. Ein gnadenlos spannender, schlichtweg fantastischer Film.

It’s a Free World – City 46, Sa., So. und Di. Um 20:00 – Vom Altmeister des britischen Sozialdramas, Ken Loach. Zwei Freundinnen machen eine Arbeitsvermittlungsagentur auf und geraten zwischen die Fronten von Menschenhändlern, skrupellosen Unternehmen und ausgebeuteten Arbeitern.

Maelström – City 46, Fr. um 20:30 und Mo. um 18:00 – Kanadischer Spielfilm über eine wohlhabende  25-jährige, die tagsüber mehrere Boutiquen führt und nachts in den exklusivsten Clubs der Stadt feiert. Ihre  innere Leere füllt sie mit Alkohol und wilden Partys. Eines Tages verschuldet sie angetrunken einen Verkehrsunfall.

Rachels Weg. Aus dem Leben einer Sexarbeiterin – City 46, Mo. 11.3. um 20:30 –Australische Doku über eine Prostituierte, die als Kunden Menschen mit Behinderungen hat.

Zwillingsbrüder. 53 Szenen einer Kindheit – City 46, Mi., 13.3. um 20:30 – Schwedische Doku um ein Zwillingspaar. Gustav ist groß, Oskar dagegen kleinwüchsig.

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 11.03. um 21:45

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DVD-Rezension: „Die Koch Media Giallo-Collection Teil 1“

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Am 15. März wird es endlich soweit sein: Die „Koch Media Giallo-Collection Teil 1“, die bereits Mitte des letzten Jahres angekündigt war und danach immer wieder verschoben wurde, ist da. Sehr zur Freude der vielen Fans, die nun schon seit Monaten der Veröffentlichung entgegenfiebern. Immerhin steht der Name Koch Media nicht nur für eine feine Filmauswahl, sondern auch für eine hohe Qualität der Veröffentlichungen. Warum man hier allerdings den völlig unpassenden (und dazu noch reichlich dämlichen) Spruch „die ultimative Box der blutdürstigen Italiener“ auf das Cover (und die DVDs) geknallt hat, bleibt selbst den Fans in den diversen Filmforen ein Rätsel. Denn besonders blutrünstig ist keiner der drei hier vorliegenden Filme. Tatsächlich ist auch nur „Tödliches Erbe“ ein prototypischer Giallo. „Die Waffe, die Stunde, das Motiv“ würde ich eher als Krimi-Drama mit stark kirchenkritischen Untertönen bezeichnen und „Femina Ridens“ ist eine, als Pop-Art-Traum maskierte, Persiflage auf den immer währenden Kampf der Geschlechter. Alle drei Filme besitzen andere Qualitäten, als einen hohen und kunstvoll inszenierten Bodycount, wie er für die späteren Werke innerhalb des Giallo-Genres kennzeichnend war. So ist die „Giallo-Collection“ Einsteigern nur sehr bedingt zu empfehlen. Sie richtet sich mehr an Fans, die schon so einige Gialli gesehen haben, und nun auf der Suche nach neuem, noch unbekannten Stoff sind. Leider muss man bei dieser Veröffentlichung (für Koch Media eher untypisch) Abstriche in Punkto Bildqualität („Die Waffe, die Stunde, das Motiv“ liegt nur als Abtastung einer sichtbar stark gebrauchten 35mm Filmrolle vor) und vor allem Extras (da ist man ja gerade bei der „Western Unchained“-Reihe sehr verwöhnt worden) machen.

 

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