Blu-ray-Rezension: „Der Gorilla“

Dem ehemaligen Stuntman Marco Sartori gelingt es durch einen Trick von dem reichen Bauunternehmer Gaetano Sampioni als Leibwächter angeheuert zu werden. Marco mag den Job nicht, aber um seine Geschwister zu unterstützen benötigt er das Geld. Bald gerät Sampioni in das Visier einer Erpresserbande, die sich darauf spezialisiert hat, mit Drohungen und Einschüchterungen reiche Italiener zu hohen Schutzgeldzahlungen zu zwingen. Sampioni weigert sich allerdings zu zahlen. Als Marco von der Bande gefangen genommen und brutal zusammengeschlagen wird, sinnt er auf Rache und macht sich auf dem Anführer der Gang, einen gewissen Berto, das Handwerk zu legen.

Vor acht Jahren durfte ich bei einem ganz besonderen Ereignis dabei sein. Damals lief im Rahmen des siebten Forentreffens von deliria-italiano.de in Düsseldorf die einzige und bis dahin völlig unbekannte Kopie des italienischen Actionfilms „Der Gorilla“. Scheinbar sollte der Film einst einen Kinoeinsatz bekommen, welcher allerdings nie erfolgte. Zwei 35mm-Kopien soll es damals gegeben habe. Eine ist scheinbar im Müll gelandet, die andere konnte sich einer der Admins des Forums sichern. Und so erlebte „Der Gorilla“ am 15. Oktober 2016 um 18:00 Uhr seine deutsche Kinopremiere in der Black Box in Düsseldorf. Die Kopie war noch nie gespielt und absolut tadellos. Und die Zuschauer waren begeistert. Auf Deliria Italiano konnte man im Anschluss Sätze lesen wie: „„Der Gorilla“ (geht) in der zweiten Halbzeit ja völlig durch die Decke und lässt den Zuschauer fassungslos und geplättet zurück.“, „Neben filmischen guten Szenen gibt es auch immer wieder Kracher“ oder „ein gerade für Genre-Freunde wahrlich sehenswerter Poliziesco bzw. Gangster-Streifen, den Testi gut schultert und der das damalige gesellschaftliche Klima auf die Leinwand zu transportieren vermag“. Als dann angekündigt wurde, dass eben diese tolle Kopie von einem Label digital abgetastet und für den Heimkinomarkt veröffentlicht werde, herrschte unisono große Freude. Und nun ist die Veröffentlichung da. Und das Warten hat sich gelohnt.

Doch vorab einige Worte zum Film selber. Dieser setzt seine Actionspitzen sorgsam ein. Statt sofort das Gaspedal durchzudrücken, nimmt er sich Zeit. Es werden zunächst die handelnden Personen charakterisiert. Vor allem natürlich Testis Marco, der seinen neuen Job als „Gorilla“ nur widerwillig ausübt und diesen lediglich als Übergang sieht, um nach dem erzwungenen Ende seiner Stuntman-Karriere (Testi hat seine Karriere tatsächlich selber als Stuntman angefangen) seine Familie (Schwester und jüngeren Bruder) ernähren zu können. Testi macht das gut, denn neben seinem großartigen Aussehen und seiner athletischen Figur, besitzt er auch Charisma und kann schauspielern. Man nimmt ihm das melancholische, ebenso wie den zornigen Actionstar ab. Neben zahlreichen Western und Poliziotteschi wurde Testi auch von Arthaus-Regisseuren wie Andrej Zulawski, Vittorio De Sica oder Claude Chabrol besetzt. Testi bringt immer eine große Präsenz mit, die Kamera schmeichelt ihm und aufgrund seiner Athletik weiß er auch in Actionszenen vollends zu überzeugen. Oder wie es ein User im deliria-italiano.de-Forum schreibt: „ (Testi) ist irgendwie einer der wenigen, der mit so offenem Hemd herumlaufen kann ohne das es durch zu viele Muskeln oder eine Hahn-Haltung albern oder aufgesetzt wirkt“. Ihm zur Seite steht der immer zuverlässige Renzo Palmer, der für doppelbödige Figuren steht, welche sich nie wirklich in die Schubladen „gut“ oder „böse“ pressen lassen. Auch sein Gaetani Sampioni ist eine ambivalente Figur. Einerseits aufbrausend, starrköpfig und ständig am Schimpfen und Beleidigen. Andererseits aber versteht er die Situation in der er sich befindet, sorgt sich um seine Tochter und weiß haargenau, wann er sich besser auf Leute wie Marco verlässt. Und auch, wenn sein schroffes, beleidigendes Auftreten auf den ersten Blick etwas anderes vermuten lässt, so pocht da drinnen doch ein anständiges Herz und versteckt sich ein kluger Kopf.

Überraschend auch Saverio Marconi als Marcos junger Bruder Piero fällt durch einen psychotischen Blick und aggressive Hyperaktivität auf, die ihn zum idealen Darsteller eines unzuverlässigen, durch seine hitzige Art alle in Gefahr bringenden Kleinkriminellen. Interessanterweise spielt Regisseur Tonino Valerii auch sehr kreativ hiermit.

Ebenfalls zu erwähnen ist auch der Amerikaner Al Lettieri in einer für jemanden, der in großen Hollywoodfilmen dabei war, eine wichtige Figur in Peckinpahs „Getaway“ und in „Der Pate“ gespielt hat, überraschend kleinen Rolle. Auch diese ist geprägt von Ambivalenz, welches Lettieri großartig umsetzt. Leider verstarb dieser heute fast vergessene, großartige Schauspieler kurz nach den Dreharbeiten mit nur 47 Jahren an einer Herzattacke. „Der Gorilla“ sollte sein vorletzter Film sein. Sein letzter war der ebenfalls in Italien gedrehte „Bordella“ von Pupi Avati. Eine Musical-Komödie in der er die Hauptrolle inne hatte.

Neben unbestreitbaren Stärken in der Zeichnung der Protagonisten, muss man leider ein wenig Abstriche auf der Seite der Bösen machen. So wird deren Anführer als geheimnisvolle Figur im Hintergrund eingeführt, von der man lediglich die Stiefel sieht. Dadurch, dass man hier nie das Gesicht sieht, nimmt man natürlich an, dass sich hinter dem Anführer eine bereits bekannte Figur verbirgt. Doch weit gefehlt, wenn endlich das Gesicht des Schurken enthüllt wird, ist dies eine völlig unbekannte Gestalt, was das Versteckspiel am Anfang natürlich ad absurdum führt. Dieser Berto wird gespielt von Antonio Marsina als Mann ohne große Tiefe. Während die Protagonisten dreidimensionale Charaktere sind, so ist Berto einfach nur ein durchgeknallter Böse, wahrscheinlich Jung-Faschist und völlig durchgeknallt.

Was mich zu einem zweiten Kritikpunkt bringt. Während die Motivation bei den Protagonisten sorgfältig herausgearbeitet wird, springt das Drehbuch mit den Antagonisten weniger durchdacht um. Zunächst verfolgen diese einen ausgeklügelten Plan, ihre Opfer unter Druck zu setzen ohne direkte Gewalt auszuüben. Tatsächlich wenden sie einige Mühe auf, um die Opfer nicht zu körperlich zu schädigen, sondern ihnen lediglich Angst einzujagen. Doch sobald Marco der Organisation auf die Schliche gekommen ist, bleibt davon nicht mehr viel übrig und sie verwandeln sich in rasende Bestien, die alles aus dem Weg räumen, welches diesen kreuzt. Was dann zu einer zugeben spannenden und vor allem actionreichen Schlusssequenz führt, die dem Zuschauer tatsächlich mehr als einmal ob der exzessiven und rücksichtslosen Gewalt die Kinnlade hinunter klappen lässt.

Auch die Figur der Tochter von Vera Sampioni gespielt von Claudia Marsani, wirkt eindimensional und scheint sie nur dafür da zu sein, um Testis Marco eine kleine Liebesgeschichte zu gönnen und damit den Film ein wenig zu strecken. Wie generell sind die Frauen in „Der Gorilla“, sofern sie überhaupt eine Rolle spielen, zu reinen Klischees reduziert werden.

Trotzdem überwiegen bei „Der Gorilla“ bei weitem die positiven Eindrücke und gerade das rasante Schlussdrittel entschädigt all diejenigen, die möglicherweise am Anfang die Action etwas vermisst haben. Untermalt wird dies alles von einem hübschen Soundtrack der bewährten Kräfte Franco Bixio – Fabio Frizzi – Vince Tempera, die ein paar Jahre später für Lucio Fulci die Pforten der Hölle öffnen sollten. Dieser bedient sich bei seinem Hauptthema ordentlich bei „Papa was a Rolling Stone“, bringt aber auch seine eigenen Qualitäten mit. So geht er auch in den langsamen Phasen gut ins Ohr und ist 2010 dankenswerterweise auch als CD veröffentlicht worden, die allerdings leider nicht ganz günstig ist. Wem das Titelthema reicht, dem sei der Sampler „Bixio, Frizzi & Tempera – Magnetic Systems“ empfohlen, der nicht ganz so teuer ist und neben dem „Vai Gorilla“-Thema noch andere hörenswerte Stücke jenseits der bekannten Fulci-Soundtracks enthält.

„Der Gorilla“ ist der lang erwartete 21. Teil der Filmart Polizieschi Edition. Das Bild ist wie gewohnt gut und die Abtastung der Vorlage sehr gelungen. Zum Vergleich kann man sich auch als Bonus die unrestaurierte Fassung anschauen, welche ein etwas schärferes Bild, dafür aber auch kleiner Filmschäden aufweist. Neben der sehr guten deutschen Synchronfassung ist noch englischer und italienischer Ton mit an Bord. Als Extras gibt es den italienischen Vor- und Abspann, sowie einen hochinteressanten Schnittvergleich, denn die deutsche Fassung enthält einige Szenen, die der italienischen Fassung gegenüber länger und drastischer sind. Es wäre spannend zu erfahren, wie es dazu kam. Das Booklet enthält noch einen Satz italienischer Aushangfotos. Insgesamt wieder eine feine Veröffentlichung. Man darf gespannt auf die Nummer 22 sein.

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„35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ live in Bremen: „Anarchie & Alltag“ in der Helga Kneipe

Am kommenden Sonntag, den 2. Juni ist ab 17:00 Uhr bereits zum zweiten Mal ein großer Teil der Redaktion des „35 Millimeter – Das Retro Filmmagazin“ in der wunderbaren Helga Kneipe in Bremen-Walle (Ecke Helgolander Str./Zietenstr.) zu Gast.

Diesmal lautet das Thema des informativen Nachmittags für Filmfreunde und alle die es werden wollen: „Anarchie & Alltag – Über Humor in Hollywood“.

Es wird auch diesmal wieder drei Vorträge geben.
Der erste ist von mir selber und ich stelle den frühen Chaplin und seinen Weg zum allseits beliebten Tramp vor. Der Magdeburger Kabarettist Lars Johansen wird über die Anarchokomödie „Hellzapoppin – In der Hölle ist der Teufel los!“ sprechen und Dr. Tonio Klein aus Hannover referiert unter dem Titel „Wir lachen uns zu Tode“ über den grausamen Witz des Blake Edwards.

Im Anschluss ist dann noch Zeit, um mit den Vortragenden und den weiteren aus ganz Deutschland angereisten Redakteuren zu plaudern.

Und das Beste ist: DER EINTRITT IST FREI!

Es gibt also keinen Grund nicht mal vorbei zu schauen, wenn man sich für das Thema interessiert.

Über die „35 Millimeter“ habe ich ja schon oft hier postet.  Das ist ein Print-Magazin, welches sich seit nunmehr zehn Jahren der Filmgeschichte bis 1965 verschrieben hat und mittlerweile ein Schwestermagazin mit dem Namen „70 Millimeter“ hat, welches die Filmgeschichte von 1966 bis 1975 weiterschreibt. Zudem sind zahlreiche Sonderhefte erschienen, sowie zwei Buchpublikationen.

Ich selber bin dort seit vielen Jahren stellvertretender Chefredakteur und seit mittlerweile sechs Aufgaben auch Chefredakteur der „70 Millimeter“. Da ich zudem in der Helga regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen mit veranstalte, ist es für mich als quasi ein doppeltes Heimspiel.

Über zahlreiche Gäste würde nicht nur ich mich freuen.

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Blu-ray-Rezension: “Massaker in Klasse 13“

David (Derrel Maury) kommt an eine neue Schule, die Central High. Dort hat er gleich von Anfang an Probleme mit der Gang um Bruce (Ray Underwood). Doch in Bruces Gang befindet sich auch Mark (Andrew Stevens), der David von früher kennt und dem David einst in ihrer alten Schule gegen die Schul-Schläger verteidigt hat. Mark bemüht sich, David in Bruces Gang zu holen, um ihn vor Übergriffen und Terror zu bewahren. Doch David denkt nicht daran und tut sich lieber mit mit dem Außenseitern Spoony, Arthur, Rodney und Oscar zusammen, die alle unter Bruce und seinen Jungs leiden müssen. Als David die Vergewaltigung zweier Mädchen durch Bruce und seine Freunde vereitelt, ist das Tischtuch endgültig zerschnitten. Eines Abends sorgen Bruce & Co. dafür, dass Davids Bein zertrümmert wird und amputiert werden muss. Daraufhin kennt David nur noch ein Ziel: Rache!

Massaker in Klasse 13“ ist ein merkwürdiger, aber auch höchst interessanter Hybrid. Man spürt das Anliegen des Filmemachers dahinter, und der Film lässt sich ohne Probleme als Metapher auf politische Revolutionen lesen. Mit allen Problemen, die mit diesen einhergehen. Problemlos könnte „Massaker in Klasse 13“ auch zur Zeit der französischen Revolution spielen, die hier ebenso offensichtlich Pate stand, wie sowjetischen Oktoberrevolution. Was passiert, wenn die Unterdrückten sich erhoben und den Unterdrücker beseitigt haben? Hat man dann tatsächlich eine bessere, gerechtere Welt geschaffen? Oder doch nur ein neues Terrorregime installiert? In Frankreich folgte auf die Revolution der Terror der Jakobiner unter Robespierre. In der Sowjetunion kam der grausame Diktator Stalin an die Macht. Dabei sollte doch der Umsturz zu einer besseren Welt führen. Aber wie schon The Who sangen: „Meet the new boss, same as the old boss“.

Der holländische Regisseur Rene Daalder verbindet nun diesen politischen mit einem sozialen Kommentar. Dieser zeigt auf, wie der Mensch, der zuvor Unterdrückung erfahren hat, sich, sobald er selber Macht über andere erlangt, genau in jene Muster verfällt, unter denen er eben noch selber zu leiden hatte. Macht korrumpiert und dadurch ändern sich die Verhältnisse nicht, sondern verschieben sich nur und bekommen ein neues Gesicht. Eben den „new boss“ der doch nur der „old boss“ ist. Kurz scheint sich auch in diesem Film ein positives Utopia zu bewahrheiten, in dem jeder jeden hilft und ihn unterstützt. Doch schnell versucht der/die Eine oder Andere das entstandene Machtvakuum für seine/ihre Zwecke zu nutzten und sich an die Spitze der Pyramide zu stellen. Davids Kampf gegen die Verhältnisse ist demnach nur scheinbar einer gegen Goliath, sondern vielmehr einer gegen Windmühlen, auch wenn er dies offenbar nicht realisiert und immer weiter versucht, ein fiktives Gleichgewicht herzustellen.

Mögen die beiden vorangegangenen Absätze sich eher nach Stoff für Programmkinos anhören, so wählt Daalder für seinen Film jedoch die Form des Bahnhofs- oder Drive-In-Kinos. Er exerziert sein Exempel an der High School. Jenem Ort, der für Jugendliche die Hölle sein kann, zu dem sie aber gezwungen sind zu gehen. Und in dem sich schnell Hierarchien bilden, in denen es Herrscher und Beherrschte gibt. Unzähligen Filme und Serien zeugen davon. Mit all ihren Bullies und den Nerds und Außenseitern, die unter ihnen zu leiden haben. Mit den Jungs- und Mädelsgangs, die das sagen haben und gottgleich bestimmen, wer dazugehören darf und wer eben nicht. Viele haben sicherlich auch eigene Schulerfahrungen, die beweisen, dass solch ein System nicht nur in den USA und nicht nur in der Fiktion existiert. Es gibt auch einige Slasherfilme, die an der High School spielen und wäre „Massaker in Klasse 13“nicht bereits Mitte der 70er gedreht worden, dann würde der Killer wahrscheinlich eine Maske tragen und mit Hieb- und Stichwaffen, statt mit Dynamit und ähnlichem vorgehen.

Denn nachdem „Massaker in Klasse 13“ zunächst ein typischer High-School-Film-als-Hölle-Film wie „Saat der Gewalt“ oder seine sehr viel später gedrehtes Quasi-Remake „Die Klasse von 1984“ ist, so wandelt er sich im letzten Drittel tatsächlich in so etwas wie einen Protoslasher. Doch Daalder macht mit einem dramaturgischen Kniff klar, dass es ihm nicht darum geht, die Drive-In-Meute mit Sex und Gewalt zu befriedigen. Auch wenn er dies als Mittel wählt. Dadurch, dass in seinem Film keine Erwachsenen vorkommen (einmal abgesehen von einer kurzen Szene am Ende und der Tatsache, dass eigentlich alle Darsteller der Schüler und Schülerinnen die Volljährigkeit schon vor geraumer Zeit erreicht haben), erhält der Film eine unwirkliche Note, die einerseits seinen Parabel-Charakter unterstreichen, andererseits aber auch an William Goldings Roman „Der Herr der Fliegen“ denken lassen, wo Jugendliche/Kinder ohne den Einfluss der Erwachsenen und den von ihnen repräsentierten Normen und Regeln am Ende von ihren primären Instinkt (zum Alpha werden) zurückgeworfen werden.

Die Figur des David ist höchst interessant, da er als Held eingeführt wird, der für das Gute und Gerechte kämpft. Doch dieser Kampf erscheint fast zwanghaft. An einer Stelle betont er, dass er viel Aggression in sich trüge, die er allein durch da Laufen im Zaum halten könne. Als ihm dies genommen wird, hat er diese finstere Seite in sich nicht weiter unter Kontrolle und greift zu immer radikaleren Maßnahmen. War David von Anfang an ein Psychopath? Spannenderweise erinnert seine Entwicklung an Charles Bronsons Paul Kersey in dem nur zwei Jahre zuvor gedrehten „Ein Mann sieht rot“. Ein Vergleich beider Filme lohnt sich auch von daher, dass beide Figuren sich sehr ähnlich sind und man in David auch den Rächer und in Kersey problemlos auch den Psychopathen sehen kann.

Rene Daalder ist mit „Massaker in Klasse 13“ einer der spannendsten und ungewöhnlichsten Filme der 70er Jahre gelungen, den wiederzuentdecken sich sehr lohnt. Umso schöner, dass filmArt den Film nun erstmals ungekürzt auf Blu-ray veröffentlicht hat. Das Bild kann überzeugen und der Ton liegt in Englisch (auch mit englischen Untertiteln, was ich immer sehr begrüße) und einer soliden Synchronisation ohne Albernheiten vor. Gespart wurde leider an den Extras. Hier ist lediglich ein Trailer mit dabei. Die Extras der amerikanischen Ausgabe von Synapse wurden leider nicht übernommen. Dafür gibt es den Film hier auch in der 4:3 Fassung und es ist ein kurzer Clip vom ehemaligen Musikfernsehsender VIVA dabei, der „Vorstellung von VIVA“ betitelt ist, aber im Grunde nur das Intro der Sendung und einen kurzen unkommentierten Ausschnitt zeigt. Immerhin erinnert es einen dran, dass es mal VIVA gab und dort tatsächlich Filmmagazine liefen, die ungewöhnliche Filme vorgestellt haben.

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Blu-ray-Rezension: “Karate-Killer Triple Feature Volume 2“

Seit „Der Mann mit dem Karateschlag“ 2013 erstmal bei filmArt erschien, war ich gespannt auf den Film „Der Mann mit dem Karateschlag“. Ein Martial-Arts/Giallo-Hybrid aus Hongkong. Mit Bolo Yeung! Das klang spannend. Leider war ich den vergangenen elf Jahren nie dazu gekommen, mir den Film in die Sammlung zu stellen. Abhilfe schuf jetzt eine 3-Filme-Box namens „Karate-Killer Triple Feature Volume 2“. Das Volume 1 scheine ich verpasst zu haben. Was aber auch nicht schlimm ist, denn die dort enthalten Filme kenne ich bereits alle.

Von den drei Filmen in Volume 2 habe ich bislang nur einen bereits auf diesem Blog besprochen: „Die Todeshand des schwarzen Panthers“ (Rezension hier). Fehlen also noch „Der Mann mit dem Karateschlag“ und „„Shaolin – Rache der gelben Teufel“. Dies kann nun nachgeholt werden.

DER MANN MIT DEM KARATESCHLAG

Im Umfeld eines Nachclubs geht ein Serienmörder um, der seine weiblichen Opfer mit Vorliebe mit dem Rasiermesser meuchelt. Stehen die Morde in Zusammenhang mit dem Unfall-Tod eines der drei Besitzer des Clubs? Zumindest verlangt dessen attraktive Witwe, nun schnell ausgezahlt zu werden. Schnell werden einer der Teilhaber und seine Freundin, die als Journalistin arbeitet, in den Fall hineingezogen und beginnen auf eigene Faust zu ermitteln.

Ich gebe zu, die Erwartungen waren hoch. Vielleicht nicht unbedingt für ein Meisterwerk, aber zumindest für gute Unterhaltung. Das Meisterwerk ist es dann auch nicht geworden. Wie es um die gute Unterhaltung steht, da kann man durchaus zweigeteilter Meinung sein.

Beginnen wir mit dem Positiven: Die Giallo-inspirierten Szenen sind echt schön gemacht und generell ist es interessant, einmal die typischen Zutaten eines italienischen Thrillers mit der subjektiven Kamera, den Nahaufnahmen der Augen und dem Rasiermesser samt schwarzen Handschuhen in einer komplett anderen Umgebung zu sehen. Auch die Story ist sehr Giallo-inspiriert inklusive verrückter Auflösung, Stil-vor-Logik und einem Außenstehenden, der in das Geschehen hineingezogen wird und plötzlich Detektiv spielt. Ebenfalls sehr hübsch ist die Musikbegleitung, die zwischen fluffigen Easy Listing und beatlastiger Pornomusik pendelt. Ob diese tatsächlich aus der Feder des angegebenen Eddie Wang stammt oder irgendwo zusammengeklaut wurde – wie es in Hongkong ja bei den preiswerten Produktionen durchaus häufig der Fall war – mag ich nicht zu sagen. Erkannt habe ich keines der Stücke. Und dann ist da noch Bolo, der auch auf dem Cover prominent platziert wurde. Leider spielt er hier nur eine kleine und im Grunde komplett unwichtige Rolle. Nämlich die eines aus einer psychiatrischen Klinik entflohenen Geisteskranken, der mit einem Hackebeil und seinem beeindruckenden Bodybuilder-Körper für Bedrohung und eine falsche Fährte sorgt. Sein Signature-Move ist es, wie ein wilder Stier mit nach vorne gestreckten Kopf direkt auf seine Gegner zuzustürmen. Aber immerhin dient sein kurzes Auftauchen dazu, ein wenig Martial Arts und (nicht sonderlich spektakuläre) Kämpfe in den Film einzuflechten.

Weniger positiv sind die zahlreichen Sex-Szenen, die in regelmäßigen Abständen den Film unterbrechen. Diese sind weder besonders erotisch (eher im Gegenteil), noch künstlerisch gestaltet. Plötzlich befinden sich die Liebenden in einem schwarz ausgeschlagenen Raum mit rotem Licht, um dort sehr mechanisch mit der Kamera oftmals auf den nackten Pobacken des Mannes einen sehr mechanischen Liebesakt zu simulieren. Dabei hat der Mann keinerlei Ähnlichkeit mit dem zuvor gesehen Schauspieler. Auch die Dame scheint plötzlich einen andere Körper mit weitaus größerem Brust- und Po-Umfang zu besitzen – obwohl auch immer wieder Bilder vom Kopf der Darstellerin eingeblendet werden. Das riecht alles sehr nach nachträglichen Inserts. Insbesondere, da die sehr langen Szenen auch nichts weiter zur Story beitragen. Zugegeben, dies taten sie in den italienischen Originalen auch nicht immer – waren aber immerhin visuell ansprechend umgesetzt. Ein weiteres Manko ist der seltsam beliebige Schnitt, der dem Film leider auch seinen Rhythmus nimmt.

Leider passen sich die Schauspieler dem an und wirken etwas hilflos. Vielleicht wussten sie auch nicht, was genau ihre Rolle ist. Was man ihnen nicht verübeln kann, denn die erzählte Geschichte macht keinen großen Sinn und wirkt teilweise, wie aus unterschiedlichen Drehbüchern zusammengeklebt. Da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass der eigentlich sympathisch gezeichnete Held, seiner Freundin aus dem Nichts einige saftige Backpfeifen verpasst. Oder immer wieder die scheinbar lustig gemeinte und auch ziemlich drüber gespielte Figur des voyeuristischen Nachbarn an allen möglichen und unmöglichen Stellen auftaucht, um dann ein Liebesabenteuer mit einer der attraktiven Hauptdarstellerinnen zu haben und später ohne weitere Erklärung im Leichenschauhaus endet. Die Liste könnte man jetzt noch fortführen. Natürlich sieht man gerne mal über solche Dinge hinweg (dass jemand Morde für ein Negativ begeht, ihm die zahlreichen überall herumgereichten und sogar in der Zeitung abgedruckten Abzüge aber herzlich egal sind, könnte so auch aus einem waschechten Giallo stammen). Bei diesem massiven Auftreten werden aber nicht nur die Opfer des geheimnisvollen Killers, sondern leider auch komplett die Spannung und das Interesse getötet. Dass die Morde allesamt im Off passieren, macht es nicht besser.

Ob man nun wie ich von „Der Mann mit dem Karateschlag“ enttäuscht ist oder ihn sich in einer Gruppe Gleichgesinnter mit Bier und Chips eben gerade aufgrund seine Schwächen ansehen möchte, sei dahin gestellt. „Der Mann mit dem Karateschlag“ ist sicherlich ein interessantes Experiment zwei auf dem ersten Blick eigentlich nicht vereinbare Genres miteinander zu vermischen. Wobei die Filme eines Yuen Chor, wie beispielsweise „Das unbesiegbare Schwert der Shaolin“, durchaus – wenn auch in einem ganz anderen Setting – gialloesque Elemente haben. Man muss allerdings sagen, dass hier sehr viel mehr drin gewesen wäre. So ist es ein eher konfuser, billiger und – trotz einiger weniger durchaus unterhaltsamer Momente – ein wenig langweiliger Film geworden, den man besser finden möchte als er eigentlich ist. Die deutsche Synchro ist solide und interessanterweise einigermaßen seriös. Hier wäre man aber nicht böse gewesen, wenn dem Film eine Volldampf-Kalauer-Synchro der Marke Brandt/Brunnemann zuteil geworden wäre.

Scheinbar ist der Film so ultrarar, dass es kein vernünftiges Master mehr gab. Was die Entscheidung ihn nur auf DVD zu veröffentlichen locker rechtfertigt. Das Bild sieht aus, als wäre es von einer MAZ gezogen worden, die in der digitalen Steinzeit – schätzungsweise dem VHS-Zeitalter – eine alte deutsche 35mm-Kopie gesichert hätte. Dementsprechend ist das Bild recht unscharf und sieht tatsächlich mehr nach VHS als nach DVD aus. Besser geht es wahrscheinlich heute nicht mehr, wenn man den Film veröffentlichen möchte. Die These von der deutschen 35mm-Kopie wird auch dadurch unterstützt, dass es hier keinen Originalton, sondern nur eine etwas dumpfe deutsche Tonspur gibt. Als Extra ist noch eine „restaurierte Fassung“ an Bord, bei der ich allerdings um ehrlich zu sein, keinen Unterschied zum Hauptfilm gefunden habe. Ferner gibt es einen Trailer zum Film und eine kleine Trailer Show.

SHAOLIN – DIE RACHE DER GELBEN TEUFEL

Der Bodyguard Tseng (Casanova Wong) wird angeheuert, um eine wertvolle Jade-Statue in einem speziell versiegelten Kästchen zu dem Herrn Lu zu transportierten. Am Ende seine Reise muss Tseng allerdings feststellen, dass obwohl er das Kästchen nie aus der Hand gegeben hat, die Jadefigur gegen einen Stein ausgetauscht wurde. Als Strafe, muss Tseng seine gesamtes Hab und Gut Lu überschreiben. In einer Kneipe trifft er auch die beiden Trickbetrüger Li Chun-Feng und Lung, die ihm erklären dass und wie er reingelegt wurde. Diese Erkenntnis treibt Tseng direkt in den Wahnsinn. Li und Lung versprechen ihm aber, sich um die Sache zu kümmern. Und hoffen gleichzeitig, den reichen Herrn Lu dabei ausnehmen zu können.

„Die Rache der gelben Teufel“ wird in der IMDb u.a. unter dem Schlagwort „Slapstick“ geführt und das passt (leider) ganz gut. Denn neben Kampfkunst-Akrobatik wird hier auch sehr viel Fokus auf Gesichtsakrobatik gelegt. Was heißt, dass am Laufenden Band Grimassen geschnitten werden. Wer mit dieser sehr speziellen Art der Komik (die auch die Italiener so „gut“ beherrschten) nicht so viel anfangen kann, für den kann „Die Rache der gelben Teufel“ zu einer wahren Geduldsprobe werden. Das beginnt mit den beiden Hauptdarstellern Yuen-Man Meng und Ching Siu-tung, die wahrscheinlich sympathische Taugenichts sein sollen, aber eher wie nervige Kinder mit einem hyperaktiven Bewegungsdrang und dummen Ideen im Kopf daherkommen. Noch schlimmer ist es mit Casanova Wong, der hier einen Kung-Fu-Kämpfer spielt, der leider aufgrund eines bösen Tricks, der ihm gespielt wird, dem Wahnsinn anheim fällt. Und das lebt er auch intensiv mit sich verrenkenden Gesichtern aus. Der Südkoreaner Wong ist eigentlich ein recht gut aussehender Mann, der hier allerdings unter einer grauenvollen Frisur leidet und einem durchgehend dümmlichen Gesichtsausdruck.

Was Casanova Wong aber wirklich kann, kommt allenfalls in den Kampfszenen zum Ausdruck. Wong ist ein Experte in Taekwondo und hat den Spitznamen „Human Tornado“, was seinen Kampfstil gut beschreibt. Was der mit seinen Füssen und Beinen anstellt, ist schon sehr beeindruckend. Wong konnte zur Zeit von „Die Rache der gelben Teufel“ bereits auf eine lange Filmkarriere zurückblicken, in deren Laufe er es auch schon mal mit Bruce Lee als Gegner zu tun bekam (in „Sein letzter Kampf“). Seine Partner in diesem Film sind Yuen-Man Meng, der leider nur eine kurze Karriere hatte, nachdem ihm 1982 ein Herzinfarkt zum Rücktritt zwang, sowie Ching Siu-tung. Letzterer ist hier auch für die Kampfchoreographie zuständig und heute eher bekannt als einer der wichtigsten Regisseure Hongkongs Ende der 80er/Anfang der 90er – als eine neue Welle von Filmen aus Hongkong noch einmal die ganze Welt eroberten. U.a. die von Ching Siu-tung in Co-Regie, bzw. später im Alleingang inszenierten Filme der „A Chinese Ghost Story“-Reihe oder der „Swordsman“-Filme mit Brigitte Lin. Später verlegte er sich wieder auf Action Choreographie und war international gefragt. Gerade Ching Siu-tungs Action Choreographie in „Rache der gelben Teufel“ macht den Film sehenswert, denn sie ist schnell, ideenreich und in ihrer Akrobatik oftmals bewundernswert. Gerade der über 10-minütige Schlusskampf ist völlig unglaublich.

Dem Gegenüber steht allerdings ein Drehbuch, welches an keiner wirklich mitreißenden Story interessiert ist. Stattdessen werden Episoden aneinandergereiht. Darunter eine mit einem „Beggar So“-Verschnitt, der den beiden „Helden“ Kung Fu beibringen soll, was allerdings nicht von langer Dauer ist. Die Szenen sind natürlich vom Jackie-Chan-Erfolg „Drunken Master“ inspiriert. Allerdings in dieser Version sehr platt und für die eigentliche Handlung, wie so viele andere Episoden auch, ohne großen Belang. Was schade ist, denn hätte man sich auf diese etwas mehr mehr konzentriert und die extremen Albernheiten ein wenig zurückgefahren, dann hätte der Film vielleicht gewinnen können. Denn mit Yen Shi-Kwan hat man einen gestandenen Schurken mit an Bord, der die ganze Sache auch ernst nimmt und einen wahrhaft skrupellosen und fiesen Charakter offenbart. Einmal kämpft er gegen Eddie Ko. Wobei auch dies einfach so in den Film und große Erklärung rein geworfen wird und ebenfalls nichts zur Entwicklung der Story beträgt. Aber der Kampf ist eben ganz hübsch. Ansonsten braucht man aber schon starke Nerven, um die hysterische und dabei nicht wirklich lustige Comedy durchzustehen. Schade.

Die Bildqualität der DVD ist nicht wirklich gut. Es sieht aus, wie eine VHS-Kopie. Voller Artefakte und Abnutzungserscheinungen. Zudem scheint das Format nicht ganz zu stimmen. Schaut man nach links und rechts, wirkt es, als ob es breiter sein müsste. Teilweise werden Lücken mit sehr schlechten Material, wie von einer uralten Hongkong-VHS aufgefüllt. Interessanterweise haben diese dann aber die deutsche Synchro. Der Ton ist auch nicht optimal, aber anhörbar. Der Film wird immer wieder (zu recht!) für seine Kampfszenen hoch gelobt. Von daher ist es okay, dass filmArt ihn auch in dieser schlechten Verfassung herausbringt, damit man ihn hierzulande überhaupt zu Gesicht bekommt. Extras gibt es keine nennenswerten.

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Nachbetrachtung zum 9. Bremer Filmfest – Teil 2: Die Filme

Vor ein paar Tagen hatte ich bereits etwas über das 9. Bremer Filmfest geschrieben. Dabei aber den wichtigsten Teil außer acht gelassen: Die Filme!

Wie schon erwähnt, war ich extrem positiv angetan von dem hohen Niveau der Filmauswahl. Da muss sich Bremen wirklich kein bisschen hinter ähnlich großen Festivals wie Oldenburg oder Lübeck verstecken. Und da diese eh erst in der zweiten Jahreshälfte stattfinden, ist das Bremer Filmfest eine tolle norddeutsche Anlaufmöglichkeit für alle Filmfreund*innen. Hier nun also die Filme, die ich dieses Jahr sehen durfte.

Life’s a bitch – Eine rabenschwarze und ziemlich fiese Komödie über den Menschen und seiner Beziehung zu seinem besten Freund – dem Hund. In drei schwarz-weißen Kapiteln werde unterschiedliche Geschichten erzählt, die sich aber auch überschneiden, da mehrere Figuren immer wieder in den Kapiteln auftauchen. Mal als Hauptfiguren, mal als Personen im Hintergrund. Der belgische Regisseur und Drehbuchautor Xavier Seron hält sich nicht zurück. Er überrascht und schockiert immer wieder mit völlig unerwarteten Wendungen und sehr, sehr bösen Einfällen. In der ersten Geschichte muss sich ein einsamer Mann unfreiwillig des Hundes seines durch Suizid verstorbenen Nachbarn annehmen. Und vermute bald, dass der Hund beim Tod seines Herrchens eine aktive Rolle spielte und es nun auf ihn abgesehen hat. In der zweiten Geschichte verliert ein selbstverliebtes Model bei einem Unfall nicht nur ihre persönliche Assistentin sondern für sie noch viel schlimmer ihren geliebten Hund. Doch sie findet für beides schnell eine Alternative in der Gestalt einer Reinigungs-Angestellten. In der letzten Episode geht es um einen Mann, dessen einziger Freund lange Zeit seine Hündin war. Als er seine große Liebe findet endet dies in einer Menage-a-trois, bei der er sich zwischen alter und neuer Liebe entscheiden muss. Zeichnen sich die ersten beiden Kapitel durch beißendem schwarzen Humor aus, so kommt hier ein Hauch von Melancholie und Tragik hinzu. Gerade das Schlussbild entlässt einem mit einer kleinen Träne im Knopfloch und der Hoffnung, dass in dieser unerbittlichen Welt doch noch eine kleine Hoffnung besteht. Großes Kino (mal wieder) aus Belgien.

Gunfighter Paradise – Eine mysteriöse Geschichte, um einen gottesfürchtigen Waffennarren mit Tarnfarbe im Gesicht, der ins Haus seiner verstorben Mutter zurückkehrt und seltsame Begegnungen mit zwei Männern hat, die den Bürgerkrieg nachspielen. Später trifft er einen alten Freund und auch seinen Bruder. Scheinbar hat unser Anti-Held Geld von seinem kriminellen Onkel gestohlen und nun ist ihm ein Killer auf den Fersen. Von seinem bedrohlichen Nachbarn ganz abgesehen. Das alles ist sehr assoziativ erzählt. Vieles bleibt ihm Unklaren. Hier und da sind In-Jokes auf die Jugend des Regisseurs Jethro Waters und das Aufwachsen im Süden der USA eingestreut und Szenen, die der Zuschauer selber munter interpretieren kann und soll. Mehrmaliges Sehen lässt einen immer mehr entdecken. Den einprägsamen Bildern merkt man die Jethro Waters Herkunft vom Musikvideo an. Dort hat er u.a. mit John Cale gearbeitet. Da wir mit unserer Filmreihe Weird Xperience den Film im Rahmen des Filmfest Bremen zweimal gezeigt haben, dabei jedes Mal den sehr sympathischen Regisseur Jethro Waters samt seiner beider Produzenten (Cousin und Ehefrau) zu Gast hatten und eine tolle Zeit mit ihnen hatten, entfällt die genauere Wertung. Denn diese könnte natürlich nicht subjektiv. Darum nur soviel: Aus hat dieses kleine Filmrätsel sehr gefallen. Sonst hätten wir es ja auch nicht in unsere Reihe aufgenommen.

Jethro Waters (Mitte) mit seinen Produzenten Sara Ayele und Kyle Lewis & Weird Xperience

White Plastic Sky – Ein ungarischer Animationsfilm mit einer spannenden Prämisse. Um ihren Lebensstandard zu halten, müssen die Überlebenden der großen Klimakatastrophe nicht nur unter einem künstlichen Himmel leben, sondern sich an ihrem 50. Geburtstag einer Prozedur unterwerfen, welche sie in Bäume verwandelt. Denn diese gibt es so nicht mehr. Traumatisiert durch den Tod ihres Kindes, meldet sich die Ehefrau eines Psychologen mit nur 35 Jahren freiwillig zur Umwandlung. Als ihr Ehemann davon erfährt, setzt er alles daran, sie vor dem frühen Tod zu retten. Sehr interessante Gedankenspiele und eine tolle Rotoscope-Optik mit fantasievollen und detaillierten Hintergründen zeichnen den Film aus. In der Mitte zieht er sich etwas, wenn Held und Heldin zu einem geheimen Labor am Ende der Welt flüchten. Aber letztendlich ist dieses „Ausbremsen“ für die Entwicklung der Figuren wichtig. Ein empfehlenswerter Film über Selbstbestimmung und die Frage, ob der offensichtliche Weg immer der Richtige ist – oder welche Alternativen es noch gibt. Und über Leben und Tod. Das Regie-Duo Tibor Bánóczki und Sarolta Szabó arbeiten seit 2007 zusammen und haben bereits einige Animationsfilme zusammen gedreht. Man darf gespannt sein, was da als Nächstes kommt.

Hole in the Head – Ein spannender Experimentalfilm aus Irland mit einer interessanten Geschichte, die auch als Vorwand dient, um mit den unterschiedlichsten Filmformaten zu spielen. Es geht um die Frage: Was ist eigentlich Erinnerung? Wie kann man ihr trauen? Und wie kann man sie zurückholen? Und ist das, was man zurückholt die Wahrheit? Aber es ist auch ein Film über Manipulation. Manipulation von Menschen, von Filmmaterial und der Manipulation seines Publikums. Einem exzentrischer Mann (und Filmvorführer) fehlen komplett die Erinnerungen an seine ersten sieben Lebensjahre und das geheimnisvolle Verschwinden seiner Eltern. Er engagiert einige Schauspieler, um seine Kindheit so zu rekonstruieren und die Erinnerungen in seinem Kopf zu beleben. Ein sehr spannender Film, sowohl, was die Machart betrifft, als auch die Frage nach Erinnerung und Erinnerungskultur. Dass dafür ein nicht besonders sympathischer, stummer und manipulativer Charakter als Protagonist gewählt wurde, macht den Film auch auf seiner erzählerischen Ebene skurril und unterhaltsam. Der sehr freundliche, auskunftsfreudige und liebenswerte junge Regisseur Dean Kavanagh wusste viel zu erzählen. Und was er alles über die Entstehungsgeschichte des Film erzählte, könnte ebenso gut auch einen ganz eigenen Film ergeben.

Schauspielerin Lynette Callaghan, Produzentin Anja Mahler und Regisseur Dean Kavanagh

Lynette Callaghan, Anja Mahler, Dean Kavanagh, Moderatorin

 

The Moths – Ein Experimentalfilm aus Polen. Regie führt der Dokumentarfilmer Piotr Stasik. Auch hier wird wie in „Hole in the Head“ mit unterschiedlichem Bildmaterial gearbeitet, um einerseits die unterschiedlichen Handlungsebenen zu definieren, andererseits aber auch, um Verfremdungseffekte zu erzielen. Erzählt wird von einer Gruppe von Jugendlichen, die in einem Gaming-Camp im Wald 24/7 Computerspiele zocken. Als ihre „Betreuer“ ihnen den Strom abdrehen, drehen sie durch, laufen davon und schlagen sich durch den Wald. Es entwickelt sich dabei eine ganz ungute Gruppendynamik entwickelt, die einer von ihnen mit dem Leben bezahlt. Später spielen sie die Situationen im Rahmen einer Therapiesitzung wie in einem Theaterstück (oder Ballett) nach. Alle dies geschieht natürlich parallel. Die unterschiedlichen Materialien deuten an, auf welcher Ebene wir uns befinden. Lügen aber auch. Vielleicht tut dies auch der Junge, dessen Voice-Over die auch mit viel christlicher Symbolik aufgeladenen Bilder kommentiert. Der nur 67 Minuten dauernde Film zu dem Pawel Mykietyn (Stammkomponist von Skolimowski) einen kongenialen Soundtrack schuf, ist sehr herausfordernd und wirft Fragen nach Führerkult, seelischer Vereinsamung, die Rolle der Frau in einer Männerwelt, queeres Verlangen und das Unterdrücken desselben, aber auch die Entstehung einer Pseudo-Religion auf. Spannend und auf dem ersten Blick gar nicht vollständig zu erfassen.

Luka – Regisseurin Jessica Woodworth verfilmte den Roman „Die Tatarenwüste“ von Dino Buzzati als Science-Fiction-Film. In körnigem Schwarzweiß und gedreht auf 16mm. Der Film ist eine belgisch-italienisch-niederländisch-bulgarisch-armenische Co-Produktion, Regie führt Jessica Woodworth. In der Zukunft in einem nicht näher definierten Land. Die Leute aus dem Norden sind böse und werden irgendwann den Süden angreifen. Heißt es. Darum gibt es ein großes Militär-Bastion, welches den Angriff aus dem Norden abwehren soll. Dorthin verschlägt es den jungen Luka. Ehrgeizig will er schnell in den Rängen aufsteigen. Das Leben in der Bastion ist von Langeweile und, Drill und Männlichkeitsritualen geprägt. Denn der Feind aus dem Norden lässt sich nicht blicken. Es darf sogar daran gezweifelt werden, dass es ihn gibt. So ist man nur mit sich selbst beschäftigt. Die Führung hält mit eiserner Disziplin und unmenschlichen Strafen die Männer unter ihrer Knute. Jessica Woodworth fängt diese ganze ungute Atmosphäre zwischen Langeweile, Lethargie und permanent Druck in körnigen, flimmernden Schwarzweißbildern ein. Für diese ist die polnische Kamerafrau Virginie Surdej verantwortlich. Man ist schnell drin und bei den Figuren. Die ständige (behauptete?) Gefahr von außen, der Druck von innen. Immer zwischen Resignation und Ausbruch. Begleitet wird es von einem kongenialen Soundtrack den Teho Teardo komponiert hat, von dessen tollen Zusammenarbeiten mit Blixa Bargeld auch was bei mir im Schrank steht. Unter den Darstellern sind neue Gesichter (toll vor allem der Armenier Samvel Tadevossian als Lukas‘ Freund Konstantin) und Veteranen wie Geraldine Chaplin oder der „Borgman“ persönlich: Jan Bijvoet. Das Ende wurde gegenüber dem Roman abgeändert und fand ich sehr stimmig.

Neben den Langfilmen gab es wie im vorherigen Artikel bereits angesprochen, mehrere große Kurzfilmblöcke, von denen ich allerdings nur „Kurz & Blutig“ gesehen habe. Hier wurden jene Kurzfilme aus der Kategorie „Humor & Satire“ zusammengefasst, die – wie der Titel es schon verspricht – eher blutig und genreaffin sind. Demensprechend ist der Humor hier auch rabenschwarz und die Pointen recht makaber. Man hatte das Gefühl, dass dieses Programm seine eingeschworenen Fans hatte, denn das Kino füllt sich sehr schnell und es blieben nur sehr wenige Plätze unbesetzt. Es herrschte auch eine weitaus gelockertere Stimmung als bei z.B. „Gunfighter Paradise“, der davor lief.

Adieu Gaston – Der französische Kurzfilm von Victor Guilbaud spielt mit Italo-Western-Elementen und fühlt sich nach einer hübschen Sergio-Leone-Hommage an. Der Killer kommt hier nicht zu Pferde, sondern mit dem Fahrrad. Sein Auftrag: Töte Gaston Pouget. Doch der ist gar nicht da. Dafür seine Freunde, die eine Überraschungsparty für Gaston schmeißen und auf den bestellten Pantomimen warten. Der Film lebt natürlich davon, dass er bekannte Situationen wiederholt, diese aber in ein neuen Kontext setzt. Da wird fröhlich „Für ein paar Dollar mehr“ und ähnliches zitiert. Aber eben zitiert, nicht abgefilmt. Man merkt dem Regisseur dieses wirklich schön fotografierten Kurzfilms an, wie sehr die Vorbilder liebt. und welche Freude es ihm macht, diese in die französische Provinz zu verpflanzen. Regisseur Victor Guilbaud war auch anwesend und wir konnten mit ihm noch eine kleine Q&A durchführen, bei der er sich als ausgesprochen sympathisch und bescheiden erwies.

Le Buone Maniere – Natürlich, möchte man fast sagen, kreist der italienische Kurzfilm von Valerio Vestoso um die Mafia. Mimmo Savarese war einmal der größten Sportkommentator Italiens, doch diese Zeiten sind lange vorbei. Heute ist er eine bemitleidenswerte Figur, die allerdings noch einen großen Auftrag bekommt. Leider von der Mafia.  doch dadurch ergibt sich für ihn die Chance, sich für ein Kindheitstrauma zu rächen. Eine hübsche kleine Geschichte, die gerade in der Eröffnungsequenz sehr stylisch daher kommt. Die abschließende Pointe ist vielleicht ein wenig schwach, aber der ganze Aufbau und das tolle Spiel des Hauptdarstellers Giovanni Esposito entschädigen vollauf.

Natural Causes – Schwarzer Humor kommt aus England und Ryan Williams‘ Kurzfilm ist ein perfektes Beispiel dafür. Carl pflegt seit viele Jahre bettlägerigen Onkel Derek und muss unter dessen Gemeinheiten und Schikanen leiden. Als er Onkel Derek plötzlich tot auffindet, fühlt er sich endlich frei und verkündet den Tod per SMS. Doch Derek hat mitnichten das Zeitliche gesegnet, sondern Carl nur wieder einen bösen Streich gespielt. Als die habgierige Familie eintrifft, um sich das Erbe unter den Nagel zu reißen, versucht Carl ihm nur einen weiteren Streich gespielt hat und in Wirklichkeit noch lebt. Als der Rest der Familie eintrifft, um Derek „die letzte Ehre“ zu erweisen, ringt Carl mit sich, ob er die Wahrheit enthüllen oder seinen Onkel jetzt einfach töten soll. Das ganze läuft natürlich aus dem Ruder. Die Familie entpuppt sich als habgierige Unsympathen und die einzige Figur, die man gleich ins Herz schließen kann ist Carl. Der Film hat einige hübsch fiese Einfälle, besonders wenn es um Dereks Gemeinheiten geht. Toll gespielt und schön britisch.

Said of a Deer that Sheds its Antlers – Der Höhepunkt des Kurzfilmblocks und natürlich einmal mehr aus Belgien. Das 167. Erneuerungsfest findet statt. Wie jedes Jahr töten die Kinder ihre Eltern, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben. Eine fröhliche Zeremonie und ein Spaß für die ganze Familie. Nur der Vater der jungen Ben will da nicht mitmachen. Regisseurin Salomé Crickx inszeniert ihre Dystrophie zunächst wie einen Thriller, bei dem einen kurz der Atem stockt, um dann eine ganze Menge über das Zusammenleben in der Familie und die unterschiedlichen Perspektiven der Generationen zu erzählen. Man sitzt einfach da mit offenem Mund und folgt dem bizarrem Treiben auf der Leinwand.

Nap – In dem spanischen Kurzfilm lassen sich vier Menschen freiwillig auf ein gefährliches Experiment ein. In einem mysteriösen Raum, streng von der Außenwelt isoliert heißt es: Diejenigen, die um vier Uhr dreißig morgens wach sind, werden einen qualvollen Tod erleiden. Javier Chavanels Film ist ein gut erzählter Witz, der unaufhörlich auf seine hübsch bitterböse Pointe zusteuert. Eine kleine, aber effektive Fingerübung mit einem tollen Design und Kameraführung. Sehr unterhaltsam.

Binaud & Claude – Noch einmal ein Film aus Frankreich und ein wenig anders als die anderen Filme in diesem Block erzählt er eine Geschichte, die gut und gerne auch auf Spielfilmlänge funktionieren würde. Binaud sitzt im Polizeiverhör und erzählt, wie er dort hingekommen ist. Vor allem aber über Claude, die langsamste Kassiererin der Welt, in die er sich verliebt hat. Mélanie Laleu erzählt in warmen bunten Bildern eine herzige Geschichte, die sich irgendwo zwischen Wes Anderson und Quentin Dupieux ansiedelt. Mit liebenswert verpeilten Figuren, makabren Einfällen und schwarzem Humor. Das gefiel auch der Jury und so gewann „Binaud & Claude“ den Preis des Bremer Filmfests 2024 für den besten mittellangen Film in der Sparte Humor/Satire.

Hier die Gewinner des Bremer Filmfests 2024:

WILL YOU LOOK AT ME wurde als Beste Narrative Innovation ausgezeichnet.
Die Beste Visuelle Innovation geht an ARDENT OTHER.
Die Beste Technische Innovation gewinnt HAPPY NEW YEAR, JIM.
Außerdem wurde WHEN I BLEED mit einer besonderen Erwähnung der Jury ausgezeichnet.

Die Gewinner*innen in der Kategorie Deutschlandpremieren:
Der 1. Platz im Publikumsvoting geht an: THE CORRIDORS OF POWER
Den 2. Platz beim Publikumsvoting machte: TILL LOVE DO US PART

Der Beste Langfilm in der Kategorie Humor/Satire geht an: A SHIT DAY.
Mit dem Besten mittellangen Film wurde wie bereits erwähnt BINAUD & CLAUDE ausgezeichnet.
Den Besten Kurzfilm in der Kategorie Humor/Satire gewinnt BASRI AND SALMA IN A NEVER-ENDING COMEDY.

Der @hansewasser Nachhaltigkeitspreis geht in diesem Jahr an den französischen Film ATTACK OF THE LIVING TRASH.

Die Gewinner*innen in der regionalen Kategorie:
Der Preis für den Besten Bremer Film geht an FILMMAKERS ON HOLD.
Als Bester Film aus dem Bremer Umland wurde BEYOND THE BLUE BORDER ausgezeichnet.
CRUST wurde Bester Kurzfilm aus Bremen & Umzu.

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Nachbetrachtung zum 9. Bremer Filmfest

Das Filmfest Bremen war bislang nie so recht auf meinem Schirm. Dies hatte mehrere Gründe. Als es noch im Cinemaxx stattfand, ging die erste Ausgabe nur 24 Stunden, in der darauf folgenden waren es dann immerhin zwei Tage. Mit der dritten Ausgabe wechselte man in die Schauburg – bis heute das Herz des Festivals – und war dann schon bei drei Tagen. Inhaltlich sah es ähnlich, aber doch auch anders aus. In den ersten Ausgaben wurden nur Filme von oder mit Bremer Filmschaffenden, Filme mit Bremen als Drehort oder inhaltlichem Bremen-Bezug gezeigt. Darunter waren Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen, Experimentelles und neue filmische Formate. Nach ein, zwei und drei Tagen, war man beim vierten Filmfest logischerweise bei vier Tagen angekommen. Das war 2018 und die Spielstätten beschränkten sich jetzt nicht mehr auf die Schauburg, sondern beinhalteten auch auf das Atlantis und das Theater am Goetheplatz. Vom ursprünglichen Konzept, nur Filme zu zeigen, die aus Bremen stammen, in Bremen oder von Bremern/mit Bremer Beteiligung gedreht wurden, wurde im Kern nicht abgerückt – aber es wurde deutlich erweitert. Ab jetzt gab es nämlich auch eine international ausgeschriebene Wettbewerbssparte zum Thema Humor und Satire. Was logisch ist, denn bei vier Tagen wird man das Programm nicht mehr mit rein bremischen Produktionen füllen können. Und Humor kommt ja immer gut an.

Cinema Ostertor

In dem Jahr war ich dann auch tatsächlich das erste Mal selber auf dem Filmfest. Nur einen Tag, aber immerhin. Wenn ich heute meinen Bericht von damals lese, dann wurde an einigen Punkten, die ich damals kritisierte, in den folgenden Jahren stark gearbeitet. Allerdings verlor ich das Filmfest zu dem Zeitpunkt aus den Augen. Was auch daran lag, dass die fünfte Ausgabe 2019, wie die vorherigen auch, im September stattfand. Ein Monat, der bei mir schon mit dem Oldenburger Pendant belegt ist. 2020 wurde das Filmfest aufgrund der Pandemie auf das Frühjahr (wo das Filmfest seitdem immer stattfindet) 2021 geschoben. 2022 und 2023 habe ich es leider – trotz des für mich sehr viel günstigeren Termin – komplett versäumt. Vielleicht saß da der Schock noch tief, was 2021 mit dem renommierten Bremer Filmpreis angestellt wurde.

Dies hat sich dieses Jahr komplett geändert. Denn in diesem Jahr waren Stefan und ich mit unserer Reihe Weird Xperience ein Teil des Filmfests. Das hat nicht nur eine Menge Spaß gemacht, sondern uns auch ein paar Einblicke gegeben, die mein Bild vom Filmfest Bremen ausgesprochen positiv geändert haben. Das fing schon bei den Vorgesprächen an, die sehr angenehm und freundschaftlich waren, sodass man sich gleich willkommen gefühlt hat. Auch die Organisation und Kommunikation war klasse. Wir haben uns zu keiner Sekunde irgendwo alleingelassen gefühlt, sondern immer sehr gut aufgehoben.

Atlantis

Wenn man sich näher mit dem Filmfest beschäftigt, dann entdeckt man schnell, dass hinter allem durchaus ein Konzept steckt, welches Sinn macht. Es gibt mehrere Sparten: „Retrospektive (für den jeweiligen Träger des Bremer Filmpreises)“, „Humor/Satire“, „Innovation“, „Deutschland Premiere“ und „Bremen und Umzu“. Letzteres quasi der Nukleus, aus dem einst das Filmfest entstand. Bis auf die Sparte „Deutschland Premiere“ gibt es in allen Sparten auch mehrere Kurzfilmblöcke (5 für Humor/Satire, 4 für Innovation und 3 für Bremen & Umzu), die jeweils thematisch zusammengefasst wurden. Überhaupt Kurzfilme: Schaut man auf das Programm, so nehmen sie den Großteil des Filmfests ein. Neben den Blöcken in den genannten Reihen gab es dieses Jahr nämlich auch noch drei Kurzfilmwettbewerbe: „Der Werder-Kurzfilmwettbewerb“, den „WFB-Kurzfilmpreis“ und „klappe! 48h Kurzfilm-Wettbewerb“. In Anbetracht dessen, dass Kurzfilme sonst keine allzu große Lobby haben und im Grunde genommen nur auf Festivals laufen, ist dies nichts schlechtes.

Aber zurück zu den Sparten. Diese sind im sehr umfangreichen Programmheft farblich voneinander abgetrennt, was – wenn man einmal das Prinzip verstanden hat – die Übersichtlichkeit erleichtert. Da Kurzfilm und Langfilme allerdings gleichbehandelt werden, also den selben Raum einnehmen, kann das auf den ersten Blick in seiner überbordenden Fülle auch überfordern. Ein Bekannter sagte mir, er habe einen Blick in das Programmheft geworfen und aus eben jenem Grunde auch schnell wieder zugeklappt. Beklagte ich noch 2018, die mehr als spärlichen Informationen im Programmheft, so ist es nun fast anders herum. Aber wie gesagt – hat man sich erst einmal eingelesen und das Prinzip hinter der Gestaltung verstanden, dann macht das alles sehr viel Sinn.

Schauburg

Was mir noch aufgefallen ist: Die Bewerbung. Im Gegensatz zu anderen „kleineren“ Filmfestivals wie Oldenburg, Nordische Filmtage Lübeck oder Filmfest Emden-Norderney scheinen hierbei nicht wirklich die Filme im Vordergrund zu stehen. In diesem Jahr, wie auch in den vergangenen Jahren, habe ich im Vorfeld und in der Presseberichterstattung wenig bis nichts vom Filmfest Bremen mitbekommen. Bis auf den Träger des Filmpreises und die Eröffnungsgala. Man hat fast das Gefühl, das Filmfest selber ist der Star, nicht die Filme, welche das Filmfest ausmachen. Und wenn der prominente Gast dann abgereist ist, dann gäbe es auch nichts mehr zu berichten. Dazu passt, dass in diesem Jahr im Weser Kurier (und bis auf Branchenblättern auch sonst, soweit ich das nach einer kurzen Internet-Recherche beurteilen kann) kein Nachbericht stattfand, in dem die Namen der Gewinner*innen der Wettbewerbe bekannt gemacht wurden. Diese wurden von den Medien scheinbar als nicht so wichtig erachtet, wie eine umfassende und erschöpfende Berichterstattung darüber, dass John Malkovich für zwei Tage in der Stadt war. Das ist aus mehreren Gründen bedauernswert. Einmal für die Filmemacher*innen selber, und dann natürlich wären es natürlich schön, wenn neben dem Spektakel auch die Filme noch einmal in den Fokus rückten. Die Gewinner*innen findet man übrigens auf dem Instagram- oder Facebook-Account des Filmfests, und ich werde sie im Nachgang auch noch einmal in einem anderen Posting auch noch einmal erwähnen.

Denn dies ist gerade deshalb so schade, weil die Filmauswahl wirklich superb war. An dieser Stelle ein ganz dickes Kompliment an die Programmleitung des Filmfestes und die Sichtungskommissionen. Alle Filme, die ich sah, waren mindestens gut, oftmals auch mehr als das. Von Bekannten, die dieses Jahr ebenfalls erstmals so richtig auf dem Filmfest waren, wurde mir ähnliches berichtet. Auch dort war man mit der Qualität der gezeigten Filme mehr als zufrieden und wird auch im nächsten Jahr definitiv wieder dabei sein. Zu den Filmen werde ich auch noch einen separaten Post machen. Es ist irgendwie wie immer in Bremen: Es gibt viele tolle und auch großartige Dinge – aber sie werden Dir nicht auf dem Silbertablett gereicht. Man muss sie schon selber finden. Aber die Suche lohnt sich immer. Wie eben auch beim Filmfest Bremen. Welches nebenbei auch eine wichtige Netzwerk-Funktion erfüllt. Schaut man einmal über den Tellerrand – in meinem Fall den „Publikumsteil“-, so entdeckt man in Hülle und Fülle Veranstaltungen für Filmemacher*innen und generell Menschen aus der Branche, bei denen sie sich informieren und fleißig Netzwerken können.

Alles in allem freue ich mich nun wirklich schon sehr auf das nächste Filmfest im März 2025. Dann Gottseidank auch nicht parallel zur Jazzahead. Was nicht nur mir das Leben leichter macht. Dieses Jahr hat man meiner Ansicht nach sehr stark gemerkt, dass sich zwei durchaus ähnliche Groß-Veranstaltungen mit internationalem Anspruch doch arg Konkurrenz machen. Einerseits bei der Berichterstattung (da hatte die Jazzahead die Nase vorne) und damit der öffentlichen Wahrnehmung, als auch beim Publikum – von dem ich aus eigener Beobachtung sagen kann, dass es mindestens bei der Jazzahead-Clubnight starke Überschneidungen in der Zielgruppe gibt. Aber da hat man wohl gelernt, und ich blicke ausgesprochen positiv auf das dann 10. (!) Filmfest Bremen, welches vom 19. bis 23. März 2025 stattfinden wird.

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Blu-ray-Rezension: “Das Blut der roten Python“

Prinz Tuan Yu (Danny Lee) ist ein Gedichte lesender Feingeist, der Gewalt verabscheut. Doch von seinen Eltern wird er in die Welt geschickt, damit er endlich das Kämpfen erlernt und ein „echter Mann“ wird. Auf seiner Reise trifft Tuan Yu auf eine junge Frau (Chen-Chi Lin), die zaubern kann und Schlangen als Waffen einsetzen kann. Von ihr erfährt dass er den Weg zum Krieger abkürzen kann, indem er die rote Python mit den goldenen Schuppen finden, sie beißt und ihr Blut trinken. Als die beiden von dem Banditen Sze-Kung Hsuan (Han Chiang) und seiner Bande angegriffen werden, kann Tuan Yu fliehen. Hilfe sucht er bei der geheimnisvollen und gefürchteten Schwertkämpferin Mu Wan-chin (Ni Tien)…

Die Shaw Brothers tendierten zum Ende des Jahrzehnts dazu, die Ernsthaftigkeit der frühen 70er Jahre hinter sich zu lassen und stattdessen bunte und mit allerlei Irrsinn gespickte Filme zu produzieren. Chang Cheh z.B. drehte Filme wie den farbenfrohen „Super Ninjas“ oder den unfassbaren „Heaven & Hell„, der mit einer unglaublichen Höllen-Version aufwartet. Außerdem begann man in Horrorfilme wie „Omen des Bösen“ oder „Black Magic 2“ von Meng-Hua Ho zu investieren. In „Das Blut der roten Python“ fließen beide Strömungen zusammen und gleichzeitig wird noch ein guter Schuss der märchenhaften „Martial World“ hinzugegeben, in welcher die eher der Fantasy zuzuordnenden Filme eines Chu Yuan spielen.

„Das Blut der roten Python“ ist einer jener legendären Filme, und dazu noch ein zu Recht sehr populärer, der hierzulande bereits auf DVD bei REM und in Österreich als limitierte Mediabook von Shock Entertainment ausgewertet wurde, und außerdem 2010 auf dem Kultursender ARTE lief. Und dies zurecht, denn man es gesehen, um zu glauben, was dort geschieht. Regisseur Pao Hsueh-Li wirft munter und mit großem Elan alles in den Topf, was ihm in die Finger kommt. Auf eine verquere Art und Weise macht das dann alles innerhalb der ausufernden Geschichte auch Sinn. Und irgendwann erscheint es völlig normal, dass ein Gorilla (natürlich kein Echter, sondern ein Mann in einem Kostüm) auftaucht und mit unserem Helden kämpft. Dazu wird einem ein so herrlich wahnsinniger Satz wie „Ich habe einen Killer-Gorilla. Der wird sein Blut trinken und dadurch unbesiegbar werden“ um die Ohren gehauen. Da werden Laserstrahlen aus dem Zeigefinger geschossen und damit Beine amputiert. Später fängt der Bösewicht an zu schweben und Feuer zu spucken. Von seinem grüngesichtigen Helfer mit den monströsen Gebiss und der Hummerklaue als Arm wollen wir gar nicht anfangen zu Reden.

„Das Blut der roten Python“ ist ein ganz großer Spaß. Gerade weil er nicht als Parodie gedacht ist, sondern in der Tat sogar auf einem in Asien immens erfolgreichen Roman beruht: „Demi-Gods and Semi-Devils“ von Jin Yong. Jin Yong ist einer der einflussreichsten Schriftsteller des sogenannten Wuxia-Genres. Als Wuxia bezeichnet man laut Wikipedia Romane und Filme, mit „chinesischen Schwertkämpfern, Schlachten, Soldaten- und Reiterkämpfe, die überwiegend an historischen oder pseudohistorischen Schauplätzen spielen. Das Genre besitzt stark phantastische Elemente.“ Letzteres bietet „Das Blut der roten Schlange“ zuhauf. Was den Film vollends in der Fantasy verortet. Jin Yongs Roman wurde übrigens ganze vier Mal verfilmt. Das letzte Mal im letzten Jahr als „Sakra“ von und mit Donnie Yen. Zudem gibt es ganze fünf TV-Serien nach dem Buch. „Das Blut der roten Python“ war allerdings die erste Verfilmung, nutzt allerdings auch nur eine der drei Geschichten, die im Buch erzählt werden.

Die Hauptrolle spielt ein noch sehr junger Danny Lee. Aufgrund seiner großen Bekanntheit und Popularität durch die Heroic-Bloodshed-Filme der 80er und 90er Jahre, vergisst man oft, dass er schon 1972 im Film anfing und zunächst in Martial Arts Filmen zu sehen war. So spielte er z.B. Bruce Lee in „Bruce Lee – Das war mein Leben“. Lee macht hier eine gute Figur als belesener, gar nicht kampfgewillter Sohn, der dann aber später doch noch zu Kämpfer und Helden wird. Hervorzuheben sind aber die beiden weiblichen Rollen. Chen-Chi Lin als schlangenwerfende Kriegerin, deren glühenden Schlangen sich auch gerne mal durch den Gegner bohren, was einige einfache und trotzdem blutig-effektive Effekte mit sich bringt. Und Ni Tien als geheimnisvolle Kämpferin, die nur mit einem schwarzen Schleier vor dem Gesicht auftaucht und geschworen hat, denjenigen Mann, der sie ohne Schleier sieht, entweder zu töten oder zu heiraten.

Man könnte hier noch sehr viel mehr über „Das Blut der roten Python“ schreiben, doch dies würde dem bislang unbedarften Zuschauer viele abstruse und unfassbare Überraschungen verderben. Deshalb soll im Folgenden nur noch auf die Blu-ray aus dem Hause filmArt eingegangen werden. Deren neu remasterte Bild erstrahlt im besten Glanze, mit kräftigen Farben, die dem Wahnsinn auf dem Bildschirm gut zu Gesicht stehen. Der ebenfalls überarbeitete Ton ist ebenfalls gut und die klassische deutsche Synchro angenehm frei von Albernheiten. Alternativ liegt natürlich auf der Originalton auf Mandarin mit deutschen Untertiteln vor. Extras sind etwas rar gesät und bestehen lediglich aus einem 12-seitigen Booklet mit Kinoaushangbildern und der alten, geschnittenen deutschen Kinofassung.

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Die neuen Ausgaben der Retro-Filmmagazine 70MM und 35MM sind da!

Die neue 70MM ist da! Das mittlerweile sechste Mal durfte ich die Zeitschrift als Chefredakteur betreuen.

Und ich bin diesmal selber auch gleich mit zwei Beiträgen dabei. Einen über Harry Kümels BLUT AN DEN LIPPEN (ein Lieblingsfilm) und einen über einen frühen Film von Zbynek Brynych: ALS HITLER DEN KRIEG ÜBERLEBTE.

Nachgereicht sei auch die noch immer aktuelle 35MM, deren Titelstory sich mit den Poverty Row Studios beschäftigt.

Dort schrieb ich über die berühmt-berüchtigten „Monogram Nine“ mit Bela Lugosi. Einer meiner längsten Artikel bislang und einer, der mir ganz besonders viel Freude gemacht hat.

Mein Dank geht auch an meine Redaktionskollegen (leider ist die Redaktion weiterhin rein männlich – wir würden uns aber sehr über weibliche oder diverse Mitglieder freuen)  und Gastautor*innen, die beide Hefte so lesenswert gemacht haben.

Beide Hefte sind noch im Shop des 35mm-Das Retro-Filmmagazin erhältlich.

Die 70 Millimeter #6 gibt es HIER für 4,80 zzgl. Versand.

Die 35 Millimeter #53 kann man HIER für € 7,20 zzgl. Versand beziehen.

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Mein ganz persönlicher Jahresrückblick 2023

Und wieder ist ein Jahr vergangen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, 2023 ging noch schneller vorbei als die Jahre davor. So ereigneten sich viele Dinge, die ich in diesen obligatorischen Jahresrückblick aufnehmen wollte, schon 2022. Was mich dann doch sehr überrascht hat. Vielleicht liegt dieses subjektiv gefühlte hohe Tempo aber auch daran, dass 2023 wieder ein extrem produktives Jahr war. Vier Booklets erschienen in diesem Jahr an denen ich entweder mitbeteiligt war oder sie komplett selbst geschrieben habe. Drei weitere sind schon abgegeben, erscheinen aber erst 2024. Ferner schrieb ich zwei Beiträge für ein weiteres Buch – wann dies erscheint steht allerdings noch in den Sternen. Ich hoffe einfach mal, da tut sich 2024 etwas und die Arbeit war nicht umsonst. Mit Buch-Projekten habe ich ja traditionell immer sehr wenig Glück. Dafür durfte ich zwei Video-Features zu polnischen Filmen, die mir am Herzen liegen, für Ostalgica produzieren. Und zusammen mit Lars und Clemens gab es noch drei „Filmtalks“, die es letztes Jahr auch auf Blu-ray geschafft haben. Drei Audiokommentare sind auch erschienen. Wer es genau wissen möchte, der kann gerne auf den Reiter „Veröffentlichungen“ oben klicken. Dort gibt es die genaue Aufstellung.

Natürlich nahm mich auch die “35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ in Beschlag. Für das „Mutterschiff“ schrieb ich 2023 sechs Artikel. Für die für mir verantwortete „70 Millimeter“ waren es zwei und für die Sonderausgaben ebenfalls zwei. Hinzu kommen zahlreiche Rezensionen. Da nicht nur kurze in gedruckter Form, sondern auch ausführlichere hier auf dem Blog. Das waren dann noch einmal 12 Buch- und Filmbesprechungen. Da hatte ich dann schon ab und an mit Ermüdungserscheinungen zu kämpfen und habe bei der 35 Millimeter 52 erstmals eine Pause eingelegt – die auch ganz gut tat. Momentan arbeite ich aber schon wieder an meinem Artikel für die Nummer 53. Apropos Blog. Da flatterte mir zwischen den Tagen 2022 auf 2023 ein Schreiben der Abmahnmafia ins Haus, welches mich lange beschäftigte und bei dem ich mich fragte, ob ich den Blog nicht ganz einstampfen soll. Ich habe dann den besten Rat befolgt: Einfach nicht reagieren. Und das war tatsächlich ein guter Rat, denn nach zwei Monaten und einigen Schreiben mehr war dann endlich Ruhe. Trotzdem hat mich das nicht gerade motiviert, viel Energie in den Blog zu stecken. Aber vielleicht kommt das noch wieder. In den letzten Monaten war hier ja auch schon wieder mehr los.

Aber so schön das Schreiben auch ist – das Beste ist es immer noch Filme im Kino, und dort am Besten im Kreise lieber Menschen zu sehen. Auch davon gab es 2023 wieder reichlich und jedes Mal war es ein großes Glück und eine Zeit, um positive Energie zu tanken. Los ging es mit dem tollen Mondo-Bizarr-Weekender in Düsseldorf, der wieder eine einzige Quelle der Freude war. Schön war auch das „öffentliche Redaktionstreffen“ der „35 Millimeter“ hier in Bremen. In meinem „neuen Hobby“, der Kneipe Helga in Bremen-Walle (dazu später mehr) gab es neben einem geselligen Beieinander noch drei Vorträge und einen musikalischen Beitrag für die Allgemeinheit. Letztere hatte aber leider nicht allzu viel Interesse und so hatten wir gerade mal eine Handvoll „externe“ Zuhörer. Das fand ich extrem schade und auch ein wenig traurig. Im September ging es zum 30. Internationalen Filmfest in Oldenburg, welches dieses Jahr merklich kleiner und „unglamouröser“ ausgefallen ist – aber nichtsdestotrotz mit großartigen Filmen und einer gewohnt familiären Atmosphäre glänzen konnte. Und was wäre das Jahr ohne das wunderbare Delira-Italiano-Forentreffen? Drei Tage voller Freude und Freunde! Dieses Jahr verschlug es uns ins sehr schöne KoKi in Lübeck. Fast hätte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber davon haben wir uns nicht aufhalten lassen. Und erstmals „Die Banditen von Mailand“ auf großer Leinwand zu sehen, war eine Pracht. Und nicht vergessen darf man das „HyperHorrorHappening“, welches zum vierten Mal im Kommunalkino Bremen stattfand und bei dem Stefan und ich als „Weird Xperience“-Macher mitmoderieren durften. Das waren zwei ganz, ganz großartige Tage, die wir zusammen mit den drei wunderbaren HHH-Verantwortlichen Johanna, Olli und Alfred, sowie dem supersympathischen Gast Jörg Buttgereit verbringen konnten. Auch so ein Ding, von dem man noch lange zerrt.

Apropos „Weird Xperience“. Mit unserer Reihe hatten wir auch ein sehr aufregendes Jahr. Nachdem der Start ins Jahr mit einer ganz wunderbaren und spannenden Kooperation mit der Uni Bremen (Danke an Julian für die Organisation) noch sehr harmonisch und schön war, platze Mitten in der Vorbereitung zum zweiten Halbjahr die Bombe. Das Cinema Ostertor wurde von der Besitzerfamilie – die uns immer super unterstützt hat – verkauft. Nun hieß es erst einmal die Karten neu mischen, mit den neuen Besitzern (den Bremer Filmkunsttheatern) in Kontakt treten und irgendwie schauen, dass es weiter geht. Natürlich schwirrten uns sogleich x Szenarien durch den Kopf. Anfang Oktober erhielten wir aber von den Bremer Filmkunsttheatern erst einmal grünes Licht und konnten die Reihe (die erst einmal bis Februar 2024 gesichert ist) im Dezember mit einem sehr gut besuchten „Texas Chainsaw Massacre“ neu starten. Damit kommen wir 2023 immerhin auf sieben Vorstellungen. Zusätzlich hieß es auch noch zwei Mal „Film und Konzert“ im Karo in Walle. Das Konzept erst einen Film mit Einführung zu zeigen, danach ein Konzert zu organisieren und beides unter eine thematische Klammer zu bringen, finde ich immer noch super. Leider kamen im Mai (allerdings auch an einen schönen, heißen Tag an dem in Bremen generell viel los war) kaum jemand. Weshalb wir dann beschlossen, die Reißleine zu ziehen und im November dann das letzte Mal diese Veranstaltung durchzuziehen. Die war dann wieder besser besucht, aber trotzdem haben wir das Konzept soweit erst einmal auf Eis gelegt.

Wo ich dann auch schon bei der Musik bin, die in 2023 einen großen Teil meines Lebens ausfüllte. Neben eigenen Ambitionen veranstaltete ich als Teil der „Helga-Veranstaltungsgruppe“ in diesem Jahr elf Konzerte in unserer „Helga“ mit. Davon waren gleich drei auch noch Doppel-Konzerte. Also insgesamt 14. Zählt man die beiden „Film & Konzert“ im Karo mit dazu, komme ich eben locker auf 16. Puuhh.. Das war sehr anstrengend und vor allem zeitfressend. Aber am Ende standen immer tolle und teilweise unvergessliche Abende. Und 2024 ist auch schon wieder gut durchgeplant. Dazu kommen noch „normale“ Konzertbesuche. Highlight hier auf jeden Fall „Die Sterne“ im Lagerhaus. Das für mich sehr wichtige Überseefestival habe ich auch wieder voll mitnehmen können und bei der Jazzahead die European-Night und die Clubnight. Insgesamt hätte das mehr sein können, aber aufgrund der vielen Aktivitäten oben, musste ich hier und da Abstriche machen – und ehrlich gesagt, auch die Wochenenden zum Verschnaufen nutzen. Da half es auch, dass ich in diesem Jahr zwei große CD-Sammlungen geerbt habe, durch die ich mich noch immer höre. Ein tolles Projekt, bei dem ich sehr, sehr viel für mich entdeckt, Lücken geschlossen und generell viel schöne Zeit mit Musik verbracht habe. Hinzu kommt meine stetig wachsende Vinyl-Sammlung. Ich bin jetzt kein „Vinyl only“-Verfechter und muss auch nicht alles auf schwarzer Scheibe haben. Da kann ich links wie rechts. Aber wenn ich mal irgendwo unterwegs bin und einen Plattenladen sehe, dann nehme ich mir sehr gerne ein Souvenir in Form einer Schallplatte mit. Auf Konzerten sowieso, und Bremer Bands sammele ich bevorzugt auf Vinyl. Die schöne Plattenbörse im Kulturhaus Brodelpott im Sommer hat auch das Stöbern nach alten Platten bei mir angefixt. Macht einfach Spaß und 2023 ist so sehr viel in mein Regal gewandert.

Nun aber zurück zum Thema Film. Natürlich habe ich auch dieses Jahr wieder fleißig Filme geschaut. 212 waren es an der Zahl. Das ist wieder exakt auf dem Niveau von 2020. Zeigt aber auch, dass ich in diesem ersten richtigen Post-Covid-Jahr wieder vielen anderen schönen Aktivitäten nachgegangen bin. Was mich sehr gefreut hat: Dadurch dass die Kinder jetzt in dem Alter sind, wo man sie auch mal in Filme ab 12 mitnehmen kann, war ich auch öfter mal im Kino (also ganz regulär, abseits von Sonderveranstaltungen). Das war immer noch viel, viel zu wenig, aber ein guter Anfang. Denn Kino ist für mich weiterhin das Größte, und ich ärgere mich regelmäßig, dass ich dort so selten hinkomme. Aber wenn man den ganzen Text oben gelesen hat, wird man verstehen, weshalb das so ist. Aber mit den Kindern ist das jetzt ein guter Ansporn/Ausrede. Hier nun die beiden jährlichen Listen.

Top 10 aktuelle Filme (Produktionsjahre 2022/2023)

1. Spider-Man: Across the Spider-Verse (Justin K. Thompson/Kemp Powers/Joaquim Dos Santos, 2023)*
2. La espera (F. Javier Gutiérrez, 2023)* – Review hier
3. Oppenheimer (Christopher Nolan, 2023)*
4. Piso apo tis thimonies (Asimina Proedrou, 2022)* – Review hier
5. Elvis (Baz Luhrmann, 2022)
6. Everything Everywhere All at Once (Daniel Kwan/Daniel Scheinert, 2022)
7. Gojira -1.0 (Takashi Yamazaki, 2023)*
8. Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem (Jeff Rowe/Kyler Spears, 2023)*
9. The Belgian Wave (Jérôme Vandewattyne, 2023)* – Review hier
10. Carvão (Carolina Markowicz, 2022)* – Review hier

* im Kino gesehen

Top 10 ältere Filme (nur Erstsichtungen)

1. Banditi a Milano (Carlo Lizzani, 1968)
2. Gendai yakuza: Hito-kiri yota (Kinji Fukasaku, 1972)
3. The Intruder (Roger Corman, 1962)
4. Spider-Man: Into the Spider-Verse (Rodney Rothman/Peter Ramsey/Bob Persichetti, 2018)
5. The Long Goodbye (Robert Altman, 1973)
6. 7 Men from Now (Budd Boetticher, 1956)
7. The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot (Robert D. Krzykowski, 2018)
8. Luzifer (Peter Brunner, 2021)
9. Belfast (Kenneth Branagh, 2021)
10. Medusa (Anita Rocha da Silveira, 2021)

Ich wünsche allen meinen Leser*innen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt gesund! Wir lesen/sehen uns wieder in 2024!

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Blu-ray-Rezension: „To All a Goodnight“

Während der Weihnachtszeit fällt ein junges Mädchen in der abgelegenen Calvin Finishing School For Girls einem aus dem Ruder gelaufenen Scherz zum Opfer und stürzt vom Balkon in den Tod. Zwei Jahre später leert sich die Schule zur Weihnachtszeit. Fünf Schülerinnen, die Haushälterin Mrs. Jensen und ihr Faktotum Ralph bleiben zurück. Die Mädchen planen das Wochenende heimlich ihre Freunde zu treffen, die mit einem Privatflugzeug einfliegen. Das funktioniert soweit ganz gut – bis das erste Pärchen einem Killer mit seltsamer Maske und Weihnachtsmannkostüm zum Opfer fallen…

Es klingt so gut. David Hess, der Mann, der so unglaublich intensive Psychopathen wie Krug in „Last House on the Left“, Adam Konitz in „Wenn Du krepierst, lebe ich“ oder Alex in „Der Schlitzer“ sein Gesicht gegeben hat, dreht den ersten Killer-Weihnachtsmann-Film nach einem Drehbuch von Alex Rebar, der in „Planet Saturn lässt schön grüßen“ den „Schmelzmann“ gespielt hat. Leider beweist „Too All A Goodnight“ aber vor allen Dingen, dass charismatische Schauspieler nicht zwangsläufig auch gute Regisseure sein müssen.

David Hess hatte neben der Schauspielerei auch eine recht erfolgreiche Musiker-Karriere, und damit hätte er es vielleicht bewenden lassen sollen. Zum Regisseur ist er nicht geboren, und das merkt man „To All A Goodnight“ leider auch an. Auch das Drehbuch ist nicht besonders originell und kaut vor allem wieder, was einige Monate bevor der Film im November 1980 – runter gekurbelt in 10 Tagen für ein geringes Budget von 75.000 USD – vor die Kamera kam, in „Freitag, der 13.“ erfolgreich etabliert wurde. Sogar der finale Twist mit der Identität und Motivation des Killers wurde einfach übernommen. Hinzu kommt die übliche Gruppe hier wirklich extrem unsympathischer Teenies, denen man vom ersten Moment an jenes Schicksal gönnt, welches das Drehbuch natürlich bereits vorgeschrieben hat. Und diese „Teens“ sehen hier noch einmal deutlich älter aus, als die auch nicht wirklich jungen Gegenstücke aus der „Freitag, der 13.“-Reihe. Über William Laurer, der hier das erste und einzige Mal in einem Film mitspielt, lässt sich im Netz nichts finden. Aber er sieht definitiv eher wie 35 und weniger wie um die 20 aus.

Überhaupt sind alle „Teenie“- Darsteller hier das erste (und fast immer auch das letzte) Mal vor der Kamera zu sehen. Und das merkt man leider auch. Während sich Debütantin Jennifer Runyon noch recht achtsam aus der Affäre zieht und dann noch in weiteren Filmen größere Rollen haben sollte, agieren alle anderen leider so, wie man es von Nicht-Schauspielern erwartet. Entweder überziehen sie ihre Rolle oder sagen ihren Text hölzern und ohne große Emotion auf. Darüber hinaus ist dies auch einer jener Filme, in denen die „Todesopfer“ vor dem Ableben noch die Zunge herausstrecken.

Sicherlich ist ein Teil der schlechten schauspielerischen Leistungen auch dem Instinkt-Schauspieler David Hess anzulasten, der hinter der Kamera möglicherweise überfordert war und seinen Darstellern keine wirkliche Führung angedeihen ließ. Dies ist natürlich Spekulation, würde sich aber damit decken, dass er scheinbar auch außerstande war, Spannungsszenen zu inszenieren. „Too All a Goodnight“, mag vielleicht kein ausgeklügeltes oder gar sonderlich originelles Drehbuch besitzen. Aber unter den Händen eines erfahrenen und versierten Regisseurs hätte auch mit dem geringen Budget, der knappen Drehzeit und den scheinbar von der Straße gecasteten Darstellern und Darstellerinnen ein kleines Schmuckstück entstehen können. So aber muss man leider sagen, dümpelt der Film vollkommen spannungsfrei vor sich hin. Die Mordszenen – normalerweise die kleinen Höhepunkte innerhalb der traditionellen Slasher-Formel -werden ohne jedwede Suspense oder Dramatik runter gefilmt. Hess‘ mise-en-scene hier ist völlig ohne Dynamik, visuelle Kniffe und mehr als einmal dazu angetan, sich am Kopf zu kratzen, da durch eigenwillige Schnitte nicht klar wird, was eigentlich passiert. Zusammen mit der Unfähigkeit der Beteiligten hier darstellerisch zu überzeugen – selbst der Killer-Weihnachtsmann scheint nicht so recht zu wissen, wo er sich positionieren soll – wirkt das alles wie ein schlechtes Filmprojekt einer 7. Klasse, allerdings ohne den „Niedlichkeitsfaktor“, welcher dem geduldigen Zuschauer das eine oder andere Auge zudrücken lässt.

Das ist wie gesagt sehr schade, da man aus der Grundidee „unheimlicher Killer-Weihnachtsmann“ weitaus mehr hätte machen können. Diese wird auch dadurch torpediert, dass der Film so gar nichts hat, was die Weihnachtsthematik rechtfertigen würde. Ja, da steht ein Weihnachtsbaum, da sind bunte Lichter – aber von Schnee oder ähnlichem keine Spur. Die Darsteller tragen Sommerklamotten (der Film wurde zwar im November gedreht, allerdings im warmen Südkalifornien) und die Feiertage werden nur thematisiert, um einen Grund dafür zu finden, weshalb die jungen Frauen in dem riesigen Gebäude – welches eine Privatschule darstellen soll, aber nicht so aussieht – allein sind. Das irritiert, denn man fragt sich ein ums andere Mal, warum sich der Killer also unbedingt als Weihnachtsmann maskieren, bzw. der Film unbedingt in der Weihnachtszeit spielen soll – wenn daraus so gar nichts gemacht wird.

Noch ein letztes Wort zum Casting. Die einzige überzeugende Darstellerin ist Kiva Lawrence (hier unter dem Pseudonym Katherine Herrington), die immerhin Theatererfahrung mitbrachte. Der ermittelnde Kommissar wird von Sam Shamshak gegeben, der hier auch debütiert, darauf allerdings eine lange Filmkarriere aufbauen konnte. An seiner Darstellung hier wird es nicht liegen. Nicht nur trägt er ein grässliches schreiend-buntes und zu großes Sakko spazieren – trotz seines polnischen Namens legt er seinen Polansky (zumindest in der Originalfassung) als heißblütigen Italiener ala Joe Pesci an. Seine beiden Assistenten überzeugen auch nicht gerade mit Authentizität. Jay Rasumny als „Dan“ hat sein buntes Hemd bis zum Bauchnabel aufgeknüpft und zeigt sein wallendes Brusthaar. Dabei wirkt er mehr wie der schmierige Zuhälter von nebenan, als wie ein Polizeibeamter. Besonders wenn er mit Leia flirtet und schließlich schmierig grinsend im Bett landet. Wobei dies nun alles weitaus unterhaltsamer klingt als es im Endeffekt ist. Dazu düddelt die immer gleiche Synthie-Musik, die Spannung erzeugen soll – aber nur aufdringlich ankündigt, dass der Killer gleich wieder zuschlagen wird. Was er dann auch immer tut („false scares“ gibt es hier genau Null). Und das ist dann nicht allzu blutig und meist sehr, sehr billig getrickst.

Ich würde sehr gerne ein gutes Haar an „Too All a Goodnight“ lassen, aber es gibt leider nur wenig, was man positiv hervorheben kann. Vielleicht Jennifer Runyon als Heldin (wobei sie als Anfängerin spürbar von der Regie im Stich gelassen wird), den einen oder anderen Effekt (auch wenn die eher zum Schmunzeln anregen) und dann noch Harry Reems. Die Porno-Legende hat zwar nur einen sehr kleinen Auftritt (unter dem Namen Dan Stryker), bringt dort aber mehr Charisma und eine natürliche Lebendigkeit ein, als der ganze restliche Cast zusammen. Mehr Harry hätte dem Film definitiv gut getan.

Das Mediabook aus dem Hause Cinestrange Extreme ist in Watte gehalten. Da muss jeder selber wissen, was er davon hält. Meinen Geschmack trifft so etwas nicht, ebenso wie das Labelintro, welches beim Start der Blu-ray auf dem Bildschirm abläuft. Aber wie gesagt – Geschmackssache. Wichtiger ist die technische Umsetzung. Das Bild ist absolut in Ordnung. Bei früheren Veröffentlichungen auf VHS gab es scheinbar Probleme, da das Bild dort teilweise extrem abgedunkelt war. Das ist hier nicht der Fall. Alles ist gut zu erkennen. Das Bild ist körniger als gewohnt und sieht in etwa aus, wie 16mm-Film, der auf 35mm aufgeblasen wurde. Was ich aber nicht als Kritikpunkt sehen würde, da dies höchstwahrscheinlich an der Originalbildquelle lag, und ich dankbar bin, dass hier nicht mit einer Filterorgie eine künstliche Glattheit hergestellt wurde. Der Ton ist sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gut zu verstehen, besonders loben möchte ich, dass englische Untertitel vorhanden sind. Die Extras wurden von der 2016er US-Veröffentlichung von Kino Lorber übernommen. Sie bestehen aus drei Interviews. Einmal ein älteres mit Drehbuchautor und Produzenten Alex Rebar (welches ursprünglich auf 4:3 aufgenommen wurde und jetzt hier leider nur auf 16:9 – statt mit schwarzen Balken rechts und links – auf die Scheibe gestaucht wurde) und zwei aktuellere mit den Darstellerinnen Jennifer Runyon und Kiva Lawrence (kurz vor deren Tod 2016). Wobei Letztere scheinbar einige Schönheits-OPs hinter sich hatte und sehr creepy aussieht. Alle drei loben den Film, erinnern sich gerne an die Dreharbeiten und erzählen noch ein wenig über ihre weitere Karriere. Das Booklet stammt von Christoph N. Kellerbach. Auch wenn ich seiner These vom „verlorenen Klassiker“ widersprechen würde und allgemein eine deutlich andere Meinung zum Film habe, begründet er diese mit Quellennachweis und schreibt nicht einfach von Wikipedia ab, wie man es in letzter Zeit bei anderen Veröffentlichungen (leider) häufig sieht. Daher hier auch ein Extrapunkt. Wobei er seine These auch damit untermauert, dass der Film 1979 – also vor „Freitag, der 13.“ – gedreht sein soll. Andere Quellen, die ich für meine Rezi genutzt habe, verorten die Dreharbeiten genau ein Jahr später und damit nach dem Kinostart von „Freitag, der 13.“. Da möchte ich hier gar keinen Kampf ausfechten, wer da recht hat. Es wäre nur interessant zu wissen, da ich in der Tat auch finde, dass das einen (kleinen) Unterschied in der Rezeption machen würden.

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