DVD-Rezension: „Schöner Gigolo, armer Gigolo“

Paul Ambrosius von Przygodski (David Bowie) kehrt nach dem 1. Weltkrieg zurück nach Berlin. Dort hat seine Mutter das elterliche Haus in eine Pension verwandelt und geht in einem Türkischen Bad arbeiten, um über die Runden zu kommen. Paul selber versucht es auch in einigen Berufen, scheitert allerdings immer wieder. Erst als Gigolo findet er seine Bestimmung…

David Bowie mag diesen Film überhaupt nicht und sagte über ihn „Oh well, we’ve all got to do one [bad movie] and hopefully I’ve done mine now.“. Dabei macht er eine durchaus gute Figur als Sohn einer preußischen Militärfamilie. Das Problem ist nur, dass seine Figur Paul Ambrosius von Przygodski vom Drehbuch und Regisseur David Hemmings ziemlich allein gelassen wird. Eine echte Entwicklung ist nicht zu erkennen, auch wenn die Handlung sich über mehrere Jahre zieht. Paul ist das Produkt einer Erziehung, die Wert auf preußische Tugenden legt. Darum ist er auch glücklich beim Militär, wo er aufgrund seiner Abstammung und seines Rangs ein gewisses Ansehen genießt, und wo er Befehle ausführen kann. Gut aussehen und keine Initiative entwickeln, das ist das Leben, welches wie für Paul gemacht ist. Nach dem Krieg ist er dementsprechend entwurzelt und treibt durch das wilde Berlin, welches von der ersten Depression nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg zu einem brodelnden Nachtleben und wilden Ausschweifungen findet. Dabei kommt auch Pauls eher kindlicher Charakter immer mehr zum Vorschein. Zu Beginn versucht er sich in mehreren Jobs, schaut mit großen erstaunten Augen auf eine Welt, die er nicht so recht versteht. Klappen tut es nirgendwo, was auch an seinem generellen Desinteresse liegt. Erst als Gigolo findet er sich zurecht. Wieder muss er nur gut aussehen und keine eigene Initiative zeigen, um Ansehen (bei den älteren Damen und seinen Kollegen, aber immerhin) zu gewinnen. In vielen Kritiken zum Film wird hervorgehoben, dass Bowies Schauspiel hier noch nicht ausgereift, ja amateurhaft wirken würde. Was nicht unbedingt stimmt. Bowie passt schon in die Rolle des schönen Gigolos und gibt sich Mühe die schauspielerischen Hürden zu überwinden. Allerdings muss man zugeben, dass man Bowie, durch und durch Engländer, nicht unbedingt den preußischen Offizier abnimmt. Oder den Berliner Jungen.

Zudem wirkt der Film uneinheitlich und an manchen Stellen überhastet. Letzteres mag daran liegen, dass er ursprünglich 142 Minuten lief, dann aber von Hemmings auf 101 Minuten hinunter geschnitten wurde. Die deutsche Fassung unterscheidet sich gerade beim Beginn von der englischsprachigen Fassung und läuft sogar nur 95 Minuten. Die Kürzungen merkt man immer wieder, denn der Film fühlt sich an wie der Zusammenschnitt einer Serie. Immer wieder wird zum Winter des jeweiligen Jahres die Jahreszahl eingeblendet. Doch zwischen zwei Wintern liegen im Film manchmal nur wenige Minuten. Zwischen den Jahren verschwinden ganze Handlungsstränge und Figuren. Zum Beispiel in einer Szene in der mehr als nur angedeutet wird, dass Hauptmann Kraft und Paul eine homosexuelle Beziehung eingehen. Doch im nächsten Schnitt ist wieder ein Jahr vergangen und Kraft zunächst aus der Handlung verschwunden. Man erfährt jedoch beiläufig, dass die Beiden scheinbar dieses Jahr miteinander verbracht haben. Was vorgefallen ist, wie sie es verbracht haben und warum Paul nun wieder allein ist, dies wird der Fantasie des Zuschauers überlassen. Manchmal vergehen laut Einblendung mehrere Jahre bis sich zwei Personen wiedersehen, was dann aber auch nicht wirklich thematisiert wird. Das verwirrt erst einmal und lässt den Film unvollständig wirken.

Die oben angesprochene Uneinheitlichkeit mag man auch Hemmings Inszenierung ankreiden. Manchmal verliert er sich in absurdem Slapstick, der den Film eindeutig in der Farce verortet. Dann wieder inszeniert er sehr ernsthaft und mit Hang zum großen Drama. Manchmal gelingen großartige Szenen (zum Beispiel, wenn Curd Jürgens den nackten Bowie in der Badewanne überrascht), dann wird es wieder albern (leider fast alle Szene mit Kim Nowak) oder schlicht belanglos. Hätte sich Hemmings dazu durchgerungen, den Film von Anfang an als absurde Komödie anzulegen, wäre das Ergebnis runder und vielleicht sehr viel interessanter geworden. Immerhin verleiht Hemmings seinem Film eine bittere und kompromisslose Pointe, die man so nicht kommen sieht. Und die einer schwarzen Komödie durchaus gut zu Gesicht gestanden und dort eine noch größere Wirkung hätte entfalten können.

Das Aufgebot an Schauspieler ist schlicht überwältigend. Neben Bowie und Hemmings (noch solch ein typischer Brite, der hier allerdings einen deutschen Nazi spielt), haben wir wie gesagt Kim Nowak, Curd Jürgens, Sidney Rome, Maria Schell, Werner Pochath und Erika Pluhar. Bis auf Sydne Rome leider alle in teilweise so kleinen Rollen, dass man mehr von einem Cameo sprechen kann. Dies gilt insbesondere für den größten Star des Filmes: Die legendäre Marlene Dietrich, welche mit 77 Jahren noch einmal aus dem Ruhestand kam, um hier mitzuspielen. Sie hat nur zwei Szenen und wenn man darauf achtet, merkt man deutlich, dass diese separat gefilmt wurden und sie keinerlei Kontakt zu ihrem Mitspieler David Bowie hatte. Tatsächlich nahm man ihre Szenen in einem Studio in Paris auf, während die mit Bowie in Berlin gedreht wurden. Die Dietrich versteckt ihr Gesicht hinter einem Schleier und viel Make-Up. Sie wirkt dadurch auf eine merkwürdige Weise jung, aber auch sehr fremd. Ja sogar unnatürlich, bzw. man das Gefühl nicht loswird, dass hier eine Schönheitschirurg Hand angelegt hat. Trotzdem versprüht sie noch eine ziemliche Präsenz und wenn sie am Ende das Titellied „Just a Gigolo“ singt, ist man doch froh sie hier noch ein letztes Mal erleben zu dürfen.

Die Pidax-Veröffentlichung hat zwei Versionen des Filmes an Bord. Einmal die etwas kürzere deutsche Kinofassung (95 Minuten) und einmal die längere englische Fassung (101 Minuten). Erstere nur mit deutschem Ton, letztere nur auf Englisch. Neben inhaltlichen Unterschieden (in der englischen Fassung ist der Beginn in Sepia gehalten, in der deutschen Fassung in Farbe, der Schnitt ist auch anders) fällt vor allem der qualitative Unterschied des Bildes auf. Die deutsche Fassung hat ein befriedigendes Bild, während die englische Fassung deutlich schlechter ist. Als einziges Extras gibt es einen sehr kurzen Ausschnitt eines Interviews mit Kameramann Charly Steinberger, in dem er erzählt wie die Dreharbeiten mit Marlene Dietrich waren.

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Blu-ray-Rezension: “Die tödliche Kobra“

Zen Chong (Ti Lung) war einst Shaolin-Mönch. Doch nun hat er sich dem Mandschu-Gouverneur Pei Le (Michael Wai-Man Chan) angeschlossen und führt in dessen Namen ein Schreckensregime. Sein Ziel ist es die Shaolin auszulöschen. Zuerst geht der Tempel in Flammen auf, dann lässt er seine ehemaligen Freunde gefangen nehmen. Doch statt sie auf Geheiß des Mandschu-Herren hinrichten zu lassen, kann er ihn überreden, sie ins Gefängnis zu werfen und dort grausamer Folter zu unterziehen, damit sie den Aufenthaltsort ihrer geflohenen Kameraden preisgeben. Doch da die Folter vor allem darin besteht, von Zen Chong zusammengeschlagen zu werden, lernen die Gefangenen dabei viele neue Kung Fu Techniken hinzu und beginnen den Aufstand gegen Zen Chong und den Gouverneur zu planen…

Ti Lung war einer der größten Stars des legendären Shaw Brothers Studio. Seine Erfolge feierte er zunächst im Doppelpack mit David Chiang, bevor sich ihre Wege Ende der 70er Jahre trennten. Aber auch solo trat Ti Lung in vielen großartigen Produktionen der Shaw Brothers auf. Vor allem auch in einer Reihe von Filmen, die auf den Romanen von Gu Long beruhenden und von Chor Yuen inszeniert wurden. „Ti Lung – Die tödliche Kobra“ stellt eine der sehr wenigen Ausnahmen dar, bei denen Ti Lung einmal nicht für die Shaw Brothers vor der Kamera stand. Hier spielt er die Hauptrolle in einem für die taiwanesische Produktionsfirma Yen Shing Film Company hergestellten Film, der mit einem deutlich geringeren Budget als die durchschnittliche Shaw-Brothers-Produktion zurecht kommen muss.

Trotzdem gelang es, gleich drei Hongkong-Stars zu verpflichten. Wobei fairerweise gesagt werden muss, dass zwei von ihnen noch nicht auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes angekommen waren. Dies ist einmal Danny Lee, der 1989 neben Chow Yun-Fat in John Woos epochalem „The Killer“ die Hauptrolle spielte. Und Wu Ma, bekannt als alter Taoist in Siu-Tung Chings Erfolgsfilm „A Chinese Ghost Story“. Wu Ma übernahm bei „Die tödliche Korba“ auch den Regiestuhl, den er sich laut OFDb mit Pao Hsueh-Li teilte. Am Drehbuch schrieb Kuang Ni mit, der für zahlreiche Shaw-Brother-Klassiker wie „Das Schwert des gelben Tigers“, „Die 36 Kammern der Shaolin“ und unzählige Zusammenarbeiten mit Chang Cheh verantwortlich war. Dies erklärt vielleicht die hohe inhaltliche Qualität von „Die tödliche Kobra“, welche sich wohltuend von anderen günstigen Taiwan-Produkten dieser Zeit unterscheidet.

Da ist zunächst einmal die Figur des von Ti Lung gespielten Zen Chong, welche zunächst als kaltblütiger Schurke und Verräter eingeführt wird. Ein wenig erinnert dies an Ti Lungs Rolle in „Die Blutsbrüder des gelben Drachen“ (Rezension hier), wo er auch einen Abtrünnigen spielt, der seine ehemaligen Freunde ans Messer liefert. Doch bald wird klar, dass da aber mehr hinter steckt, als auf dem ersten Blick zu erkennen ist. Nur was das ist, das bleibt dem Zuschauer verborgen. Hier und da werden Hinweise gegeben, doch die eigentliche Agenda Zen Chongs erschließt sich erst im Finale. Dass hier nicht von vorn herein klar ist, wie die Figur tickt, macht sie ambivalent und damit auch interessant. Ti Lungs schauspielerische Fähigkeiten tragen dazu bei, dass die Figur glaubwürdig und nicht eindimensional erscheint, man an ihrem Schicksal interessiert ist.

Neben Ti Lung verblassen allerdings seine Mitspieler. Einen echten Gegenspieler hat er nicht. Bei den gefangenen Rebellen schält sich zwar der Koreaner Pao Hsueh-Li als Bruder Chao als Hauptfigur hervor, doch wirklich abheben kann er sich auch nicht. Auf der Seite der Bösen ist es Michael Wai-Man Chan, der den Antagonisten gibt. Doch allzu viel Zeit verbringt auch er nicht auf der Leinwand, als dass er sein Charisma ausspielen könnte. Ähnliches gilt für seinen Handlanger, der zwar im Hintergrund Intrigen spinnt, aber sich auch nicht wirklich als dämonische Gefahr etablieren kann.

Alle weiteren Figuren gehen in der Masse auf ohne besonders aufzufallen. Mit Ausnahme von Szu Shih als Frau des Bösewichts Madame Shui Liang, die eine ähnlich zweideutige und spannende Rolle einnimmt wie Zen Chong. Doch leider taucht auch Szu Shih nicht so häufig aus, dass sich eine wirkliche Chemie zwischen Madame Shui Liang und Zen Chong entwickeln könnte. Schade, denn von der Anlage der Rolle und Szu Shihs Präsenz wäre hier mehr drin gewesen.

Bei einem Martial-Arts-Film spielen die Kämpfe immer eine große Rolle und auch hier kann „Die tödliche Kobra“ punkten. Statt übertrieben durch die Luft zu wirbeln, hat man sich für ein realistischeres Konzept entschieden. Die körperlichen Auseinandersetzungen sind nicht so brutal und blutig wie bei den Shaw Brothers, sondern erinnern eher an eine ausgefeiltes Ballett. Dabei kann Ti Lung mehr als einmal beweisen, dass er zu den elegantesten Kämpfern auf der Leinwand zählte. Es ist ein ästhetisches Vergnügen ihm zuzuschauen. Auch seine Gegner verstehen ihr Handwerk.

Ein wenig wird einem der Filmgenuss von einem manchmal sehr verwirrenden Schnitt schwer gemacht. Gerade zu Beginn wird so abrupt und scheinbar willkürlich von Szene zu Szene gesprungen, dass man als Zuschauer völlig die Orientierung über Zeit und Raum verliert. Dass nicht viel Geld zur Verfügung stand merkt man auch an den Kulissen. So ist der Innenhof in dem die meisten Kämpfe stattfinden, als enge Studio-Kulisse zu erkennen, bei der einige Schlagschatten verraten, dass der „Himmel“ nur eine blau angemalte Wand ist. Und bis auf die Vernichtung des Shaolin-Tempels am Anfang, der den Verdacht erregt, er stamme er aus einem anderen Film, sind die weiteren an einer Hand ab zu zählenden Drehorte eher unspektakulär. Wobei aber immerhin festgehalten muss, dass das finstere Folterverlies von der Kamera sehr stimmungsvoll eingefangen wird.

Die neu Blu-ray von filmArt ist bereits ein Zweitauflage. Inwieweit sich diese von der Erstauflage unterscheidet ist mir nicht bekannt. Die Inhaltsbeschreibung auf der OFDb klingt erst einmal gleich. Enthalten sind vier Versionen: Deutsche Kinofassung (leicht gekürzt, restauriert), Deutsche Kinofassung (leicht gekürzt, unrestauriert), Erweiterte Filmfassung (ungeschnitten, restauriert), Erweiterte Filmfassung (ungeschnitten, unrestauriert). Auch beim Ton hat mal mehrere Auswahlmöglichkeiten: Deutsch, Englisch oder Mandarin (letzteres mangels deutscher Untertitel nicht wirklich brauchbar). Für diese Review schaute ich die Erweiterte Filmfassung (ungeschnitten, restauriert). Die in der deutschen Kinofassung fehlenden Bilder (es sind wirklich nur drei sehr kurze Szenen, welche nur zeigen, wie Menschen im Moment des Todes die Augen aufreißen und Blut spucken) wurden in schlechter VHS-Qualität als Vollbild eingefügt. Anders liegen sie scheinbar nicht vor. Das Bild der Blu-ray selber ist gut. Zugrunde lag augenscheinlich eine alte 35mm-Kopie. Das sieht man, stört aber nicht im Geringsten. Im Gegenteil.

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Das Bloggen der Anderen (23-05-22)

In den letzten Wochen gab es nicht viel zu berichten, daher habe ich aus Zeitgründen darauf verzichtet, „Das Bloggen der Anderen“ fertigzustellen. In dieser Woche gab es ein wenig mehr, darum geht es nun auch weiter.

– Das Filmfestival in Cannes wäre eigentlich das Hauptthema dieser Woche, doch überraschend wenig ist davon in den deutschsprachigen Blogs zu lesen. Es gibt zwar eine Berichterstattung auf critic.de, aber nur als Podcast. Tatsächlich wurde mir sonst lediglich Sennhausers Filmblog in den RSS-Feed gespült. Hier gibt es u.a. erste Reviews zu „EO“ vom von mir sehr geschätzten Jerzy Skolimowski und „Triangle of Sadness“ von Ruben Östlund, die hier aber nicht besonders gut wegkommen. Auch das „One Cut of the Dead“-Remake „Coupez!“ von Michel Hazanavicius wird jetzt nicht unbedingt als Meisterwerk angepriesen (was das japanische Original in meinen Augen durchaus war, vor allem in einem gutbesuchten Kino in dem das Publikum nicht wusste, was es erwartet), wohl aber als unterhaltsamer Film. Interessant aber, dass bei ALLEN Berichten über den Film (Print, Radio) die wunderbare Pointe gespoilert wird. Das war bei „One Cut oft he Dead“ Gottseidank nicht so, denn das macht den Spaß ziemlich kaputt.

– Auf kino-zeit.de schreibt Sebastian Seidler über Nicolas Cage und trifft mit seinem schönen und liebevollen Artikel meines Erachtens in Schwarze: „Cage setzt innerhalb einer Szene exzessive Noten, wie als würde er auf einer Bühne ein Free-Jazz-Stück anstimmen.“

– Einen sehr interessanten Artikel über den verstorbenen Stan Lee, bzw. dessen Nachlass, hat Filmlichtung geschrieben: „Nun aber hat Marvel Studios von „Stan Lee Universe“, einer Marke kreiert von Genius Brands International und POW! Entertainment, zwei Firmen in die Lee und seine Nachkommen eng involviert sind, für 20 Jahre die Rechte an Lees Aussehen, Stimme und Unterschrift erworben.“ Lesenswert.

– Oliver Armknecht interviewt auf film-rezensionen.de Ti West zu seinem Film „X“.

– Volker Schönenberger konnte für Die Nacht der lebenden Texte schon einmal einen Blick auf das „Top Gun“-Sequel „Maverick“ werfen.

– Adrian Hovens „Im Schloß der blutigen Begierde“ habe ich vor vielen, vielen Jahren gesehen und die Erinnerung ist doch arg verblasst. Bluntwolf schreibt über den Film auf Nischenkino, und vielleicht hole ich mir demnächst mal die Subkultur-Blu-ray vom „Stapel der Schande“ mit den ganzen ungesehenen Schreiben.

Schattenlichter lobt den gerade bei Koch Films erschienenen „Die Grausamen“ als „wunderbaren, wenngleich bis dato tendenziell übersehenen Italowestern“. Das freut mich sehr, war ich doch auch ein wenig an dieser Veröffentlichung beteiligt.

– Freunde von mir berichteten mir neulich von „Liebestraum“, den sie auf der großen Leinwand von 35mm sehen konnten. Ich drücke es mal so aus: Sie waren erstaunt von dem Film, aber nicht unbedingt auf positive Weise. Splattertrash war wahrscheinlich bei derselben Vorführung, konnte dem Film aber etwas mehr abgewinnen. „es bleiben nur offenen Fragen. Aber nicht die guten, die uns schon Brecht beschwerte, sondern diejenigen, die sich auf ein einfaches What the fuck? reduzieren lassen.“

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Blu-ray-Rezension: „The Painted Bird“

Irgendwo in Osteuropa während des 2. Weltkriegs. Der kleine Joska (Petr Kotlár) lebt bei seiner Großmutter Marta auf einem abgelegenen Hof. Seine Eltern haben ihn hier hingeschickt, damit er in Sicherheit ist. Als seine Großmutter überraschend stirbt, setzt Joska versehentlich das Haus in Brand. Dann macht er sich ganz allein auf, seine Eltern zu finden. Seine Odyssee führt ihn durch ein Land, in dem ein Menschenleben nur sehr wenig wert ist, grausame Gewalt und Aberglauben regieren, und der Krieg und Holocaust blutige Ernte halten…

Um es kurz zu machen: „The Painted Bird“ ist ein schrecklicher Film. Damit könnte ich es jetzt bewenden lassen und doch würden diese paar lapidaren Worte in eine völlig falsche Richtung weisen. Denn gemeint ist hier, er steckt voller Schrecken, die einem nahe gehen. Nach nicht einmal fünf Minuten hatte ich das Bedürfnis den Film abzubrechen, nachdem gezeigt wurde, wie eine Gruppe Kinder den kleinen Protagonisten Joska völlig grundlos zusammenschlagen , dann ihm sein – scheinbar geliebtes – Frettchen entreißen, es anzünden und sich daran erfreuen, wie das arme, schreiende und noch umherlaufende Tier seinen grausamen Tod findet. Diese Szene erwischt einen wie ein unerwarteter Schlag in die Weichteile. Und es wird von da an nicht besser. Für den armen Joska und den Zuschauer. Fast drei Stunden wird man durch eine Hölle geschleift, die weder Mitgefühl, noch Hoffnung kennt.

Wenn da nicht einmal zu Beginn ein deutsches Kriegsflugzeug am Himmel zu sehen wäre, so könnte man die Geschichte auch zeitlich gar nicht verorten. Die Dörfer, die Menschen, das Zivilisationsferne, das alles wirkt wie das 19. Jahrhundert. Und tatsächlich waren die armen, ländlichen Gegenden in Osteuropa lange – bis in die 50er Jahre – solche Zeitkapseln, in die sich die Moderne nicht vorgewagt hat. Auch örtlich kann man die Handlung des Filmes nirgendwo verankern. Es wird nie erwähnt, wo genau der Film spielt und gesprochen wird „Interslawisch“. Eine künstliche Sprache – vergleichbar mit Esperanto – in der Elemente unterschiedlicher slawischer Sprachen vereint werden.

In „The Painted Bird“ bekommt man einen guten Einblick in die slawische Kultur. In ein seltsames und fast gleichberechtigtes Nebeneinander von archaischen Naturglauben und Katholizismus. Dort gibt es die alte Schamanin, welche in den Dörfern die Funktion einer Ärztin und gleichzeitig einer unfehlbaren Autorität für die spirituellen Dinge ausübt. In den Städten ist es die katholische Kirche, die mit dieselbe Aura der Nichthinterfragbarkeit über das Leben der Menschen herrscht. Beiden vertraut Joska, beide enttäuschen sein Vertrauen. Beide lassen ihn noch mehr leiden. Die Schamanin vollführt ihn ihm ein grausames Ritual als er erkrankt und gräbt ihn bis zum Hals ein, woraufhin Krähen seinen ungeschützten Kinderkopf zerhacken. Der Priester, der es gut mit ihm meint, vermittelt ihn an einen brutalen Päderasten – und will danach seinen Fehler nicht sehen, obwohl er deutlich spürt, dass er Joska in die Hände eines sadistischen Kinderschänders gegeben hat. Doch nicht nur die „geistlichen Autoritäten“ handeln ähnlich.

Auch ihre Anhänger nehmen sich nichts in ihrer Ablehnung gegenüber allem Fremden. Der hübsche, feingesichtige Joska, südländisch wirkend mit seinem dunkleren Teint, den schwarzen Haaren und dunklen Augen, ist ein Fremder in dieser Welt. Er ist der im Titel genannte „bemalte Vogel“. In einer Szene trifft Joska auf einen Vogelfänger. Dieser bemalt einen gefangenen Vogel mit weißer Farbe und entlässt ihn scheinbar in die Freiheit. Der Vogel kehrt zu seinem Schwarm zurück. Doch weil er nun „anders“ ist, wendet sich der Schwarm gegen ihn und hackt ihn zu Tode. So ergeht es auch Joska. Wo er auftaucht, wendet sich die Gemeinschaft gegen ihn. Die abergläubischen Dorfbewohner, den er als Sklave der Schamanin begegnet, halten ihn für einen, der mit Dämonen im Bunde ist. Später wird ihn einer in einen Fluss schubsen, was er nur knapp überlebt. Vermissen wird ihn aber niemand. Nicht einmal die Schamanin. Als er für den Priester als Messdiener arbeitet, stolpert er einmal beim Rückwärtsgehen und die Bibel fällt zu Boden, woraufhin die aufgebrachte Menge – die ihn schon vorher geschnitten hat – einen Grund gefunden hat, ihrer vorher mühsam unterdrückten Wut und Hass gegen alle andersartigen ihn in eine ekelhafte Jauchegrube wirft.

Die Dinge, die dem vielleicht 10jährigen Joska widerfahren sind fast unerträglich mitanzusehen. Regisseur Václav Marhoul zeigt unsagbare Brutalität, emotionsloses Abschlachten Unschuldiger, Kindesmissbrauch, das Töten von Säuglingen, Vergewaltigung, Sodomie – das völlige Zerstören des Gegenübers. Keine Gnade, keine Hoffnung, kein Lichtschein am Ende des Tunnels. Eine Welt in der Mitgefühl grausame Konsequenzen hat. Menschen ihrer Menschlichkeit beraubt werden und vom Stärkeren benutzt oder zerstört werden. Dass man dies als Zuschauer durchsteht liegt einer Distanzierung durch die Art der Inszenierung. Marhoul kleidet seinen Film in teilweise betörend schöne schwarz-weiße Bilder. Die dadurch entstehende Künstlichkeit, der Verweis auf das Medium Film, machen das visuelle Erleben der Grausamkeiten halbwegs erträglich, da einem durch die hohe Ästhetisierung immer wieder deutlich gemacht wird: Es ist „nur“ ein Film.

Dafür verzichtet Marhoul komplett auf Musik. Die Ereignisse werden also nicht extern emotional aufgeladen. Zudem gibt es keinen inneren Monolog der Hauptperson oder einen übergeordneten Erzähler, der das Geschehen ordnet. Der Zuschauer muss sich das selber erarbeiten und sich seine Gedanken machen. Vor diesem Hintergrund ist die schauspielerische Leistung des kleinen Petr Kotlár, der bei Beginn der Dreharbeiten erst 9 Jahre alt war, umso mehr zu loben. Auch wenn sein Joska zu Beginn nur sehr wenig spricht und dies im Laufe des Filmes fast komplett einstellt, sieht man ihm jederzeit an, was in ihm vorgeht und wie sich sein Wesen durch die schrecklichen Erlebnisse verändert.

Überhaupt hat Marhoul dahingehend ein gutes Händchen bewiesen. Insbesondere die beeindruckenden Laiendarsteller*innen und hierzulande eher unbekannten Schauspieler*innen machen ihre Sache hervorragend. Dass Marhoul mit Udo Kier und Julian Sands (beide absolut diabolisch) auf der einen, und Harvey Keitel, Barry Pepper und Stellan Skarsgård auf der anderen auch international sehr bekannte Gesichter dabei hat, hilft wieder ein wenig bei der Distanzierung zu der niederschmetternden Handlung. Es ist dann eben wie gesagt „nur“ ein Film. Man könnte aber auch argumentieren, dass das plötzliche Auftauchen dieser „Hollywood-Gesichter“ einen etwas aus dem Sog des Filmes zieht.

Einen besonderen Darsteller hat Marhoul in Aleksey Kravchenko gefunden, der hier einen Rotarmisten spielt. Kravchenko spielte einst Flyora, die Hauptfigur in „Komm und sieh“, der ebenfalls bei Bildstörung erschienen ist (meine Rezension hier), und in mancher Hinsicht wie eine Blaupause zu „The Painted Bird“ wirkt, da er eine ganz ähnliche Geschichte – ein Junge gerät in die Mühlen des Krieges und wird durch die grauenvolle Erlebnisse seelisch zerstört – erzählt. Aber auch wie ein Gegenentwurf zu „The Painted Bird“ wirkt. Direkter, unmittelbarer, wahrhaftiger, weniger distanziert zum Gezeigten. Und noch erschütternder in seiner Wirkung. Denn Marhoul gönnt seinem Helden am Ende den Hauch einer Hoffnung, welcher Aleksey Kravchenkos Flyora nicht vergönnt war.

Bildstörung hat „The Painted Bird“ in perfekter Bild- und Tonqualität veröffentlicht. Da gibt es keinen Grund irgendetwas zu beanstanden. Es gibt eine deutsche Tonspur, empfehlen würde ich aber auf jeden Fall den Originalton in Interslawisch. Auch die Extras sind wie immer absolut vorbildlich. Allem voran eine Dokumentation zur Entstehung des Filmes, die mit 120 Minuten selber mehr als normale Spielfilmlänge hat und ausgesprochen spannend ist. Erzählt wird aus der Perspektive Petr Kotlárs, wie er die Dreharbeiten erlebte. Ergänzt wird dies mit Interviews, die mit Marhoul, der seine Sicht der Dinge präsentiert. Die Kamera begleitet die Dreharbeiten über die vollen zwei Jahre. Es werden keine Schwierigkeiten unterschlagen, einmal ist das Geld alle und niemand weiß wie es weitergeht. Dann will Kotlár hinschmeißen, da er sich die Haare nicht weiter lang wachsen lassen möchte. Man darf nie vergessen und das kommt hier auch gut rüber, dass er eben noch ein kleiner Junge ist, der erst 9 ist als das Abenteuer beginnt und gerade 11, wenn es endet. Klar, dass es für ihn nicht leicht ist und er ab und zu „streikt“. Auch die Techniker*innen aus der zweiten Reihe werden ausführlich vorgestellt. Als einmal gezeigt wird, wie in der Ukraine gedreht wird, bekommt der Film noch einmal einen sehr unbequemen tagespolitischen Bezug. So viel weiter hat sich die Menschheit scheinbar nicht entwickelt. Natürlich wird auch auf die Kontroverse um den Autor der 1965 erschienen Buchvorlage eingegangen. Jerzy Kosinski hatte sein Buch „The Painted Bird“ als seine eigene Autobiographie verkauft. Etwas, was widerlegt werden konnte. Zudem bestehen Zweifel an seiner alleinigen Urheberschaft. Interessanterweise wird Václav Marhoul auch zweimal bei cholerischen Wutausbrüchen gezeigt. Insgesamt ein extrem interessantes und aufschlussreiches Making Of. Das zweite Extra ist ein 90minütiges Werkstattgespräch mit Václav Marhoul, welches 2020 beim goEast-Festival aufgenommen wurde. Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie konnte Marhoul nicht vor Ort sein, so dass das Gespräch als qualitativ eher unterdurchschnittlicher, nichtsdestotrotz hochspannender Zoom-Mitschnitt vorliegt. Das 24-seitige Booklet enthält Vorwort von und ein Interview mit Václav Marhoul.

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70 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin Nr. 2

Es ist schon etwas länger erhältlich, aber ich komme jetzt erst dazu, auch hier darauf hinzuweisen. Die neue 70MM ist da! Die zweite, die ich als Chefredakteur verantworten durfte. Fühlt sich gut an. Sowohl das Heft, als auch mit so tollen Autorinnen und Autoren zusammenarbeiten zu können.

Alexander Schulz setzt sich in seinem Artikel“ Porn No Chic“ mit dem „Tabu“ Pornographie auseinander. Christoph Seelinger schreibt über den brasilianischen Filmemacher Ivan Cardoso. Science Fiction spielt sowohl in Carsten Henkelmannes Artikel über Dystropien, als auch Katharina Noss Artikel über Spezialeffekte eine Rolle. Tonio Klein weiß einiges Neues über Blake Edwards zu berichten und Lars Johansen kennt sich beim Gerne-Animationsfilm (siehe unser Cover-Motiv) bestens aus. Christian Keßlers Kolumne „Christians Pizza-Stüberl“ gibt es selbstverständlich auch wieder.

Ich selber habe es mir nicht nehmen lassen, nach 22 Jahren den zweiten Versuch zu starten, einen Artikel über S.F. Brownrigg in einer Zeitschrift unterzubringen. Diesmal mit Erfolg, da die 70MM nicht vorher den Betrieb eingestellt hat. Ganz im Gegenteil. Jetzt geht es erst richtig los!

Heft #2 kann man HIER für € 4,80 zzgl. Versand beziehen.

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Das Bloggen der Anderen (25-04-22)

– Auf kino-zeit.de zieht Bianca Jasmina Rauch die Bilanz der diesjährigen Diagonale, dem Festival des österreichischen Films. Und wer einmal ins Frühwerk von Roger Eggers eintauchen möchte, für den stellt Katrin Doerksen dessen frühesten Kurzfilm „Hansel & Gretel“ vor, den sie dankenswerterweise auch gleich verlinkt hat.

– Jonas Nestroy berichtet auf critic.de vom Festival Visions du Réel in Nyon.

– Mir war gar nicht bewusst, dass Luis Buñuels „Dieses obskure Objekt der Begierde“ und der Josef von Sternberg/ Marlene Dietrich-Film „The Devil is a Woman“ auf demselben 1898 erschienenen Roman „La Femme et le pantin“ von Pierre Louÿs beruhen. Noch weniger, dass dieser sehr häufig verfilmt wurde. Zwei dieser weiteren Verfilmungen stellt Manfred Polak auf Whoknows presents vor.

– „Die 5 und das (musikalische) Übermaß der Liebe in Paul Thomas Andersons Phantom Thread und Licorice Pizza“ lautet der schöne Titel eines Artikels von Sebastian Schwittay, der wunderbarerweise den guten alten Eskalierende Träume–Blog wieder etwas belebt.

– Peter Gutting interviewt auf film-rezensionen.de Andreas Dresen zu seinem neuen Film (mit Bremen –Bezug!).

Albrechts Film Café berichtet von Volker Schlöndorffs Besuch im April 2022 im Zeise Kino Hamburg.

– Sebastian macht auf Nischenkino eine kleine Wong Kar-Wai-Retro mit den Filmen „Days of Being Wild“ und „As Tears Go By“.

Der Kinogänger zeigt sich begeistert von „Der Mörder kam um Mitternacht“ von Édouard Molinaro mit Lino Ventura.

„Freaks“ ist ein absoluter und extrem verstörender Klassiker. Was kann man dazu noch schreiben? Tonio Klein hat auf Die Nacht der lebenden Texte noch einige Worte gefunden.

Tobe Hoopers Spätwerk „Toolbox Murders“ hatte ich damals tatsächlich im Kino gesehen und dort gefiel mir der Film überraschend gut. Lange glaubte ich mit dieser Meinung eher einsam zu sein. Umso mehr freue ich mich, in funxton einen Verbündeten gefunden zu haben.

Fred Olen Rays „Scalps“ kenne ich tatsächlich nur als Video-Cover in der Videothek. Geliehen hatte ich den – glaube ich – nie. Vielleicht kein so großer Verlust, wenn ich Heikos Review auf Allesglotzer lese. Ein Satz muss ich aber mal hervorheben, weil ich ihn sehr passend finde: „Meist liebloser Fraß mit komischem Nachgeschmack, zusammengemantscht von jemanden, der die Theorie gut beherrscht und das Genre nachvollziehbar mag, in der Praxis aber leider scheitert. Quasi wie Eli Roth, nur dass der nicht so viel dreht.“

– Herzlichen Glückwunsch Schlombies Filmbesprechungen zum 10. Geburtstag! Da verweise ich dann auch gleich auf seine Besprechung von „Wer hat Tante Ruth angezündet?“.

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Das Bloggen der Anderen (11-04-22)

– Auf kino-zeit.de legen Sebastian Seidler und Sophia Derda konträre Standpunkte zum Thema „Ist das Streaming der Tod des Kinos?“ dar. Ferner stellt kino-zeit das Programm der Diagonale – Festival des österreichischen Films 2022 vor.

– Und auf critic.de hat Jonas Nestroy bereits die ersten Filme der Diagonale gesehen und besprochen.

– Mal etwas Leichtes zwischendurch. Filmlichtung stellt einige „seltsame Cameo Auftritte“ vor.

– Irgendwann muss ich mich auch einmal in die seltsame Welt des amerikanischen Komikers Rudy Ray Moore begeben. Bluntwolf von Nischenkino hat sich „Petey Wheatstraw, the Devil’s Son-In-Law“ zur Brust genommen.

– Und auf Die Nacht der lebenden Texte hat sich Tonio Klein einmal mit der französischen OSS 117-Reihe (inklusive der Parodien mit Jean Dujardin) beschäftigt.

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Das Bloggen der Anderen (04-04-22)

Das Bloggen der Anderen ist wieder zurück aus einer kleinen Zwangspause, die von zahlreichen Deadlines und anderen Projekten – die nicht unbedingt alle etwas mit Film zu tun haben – geprägt war. Ich habe jetzt nicht mehr gesehen, was so alles in meiner Abwesenheit in den deutschsprachigen Filmblogs los war. Ich hoffe mal mehr als in der aktuellen Woche, die extrem ruhig war.

Filmlichtung ist einer der wenigen Blogs, die sich noch mit allgemeinen Fragen und Themen beschäftigen. Diesmal geht es ihm um die Frage, was ein Remake und was eine Neuadaption ist und wo da der Unterschied ist.

– Nicht ganz uneigennützig weise ich mal auf die begeisterte „The Dark and the Wicked“-Besprechung von Rouven Linnarz auf film-rezensionen.de hin. Der der Film läuft nämlich kommenden Sonntag im Bremer Kino Cinema Ostertor und meine Wenigkeit gibt eine Einführung.

– „Verdammt zu leben, verdammt zu sterben“ ist ein nihilistischer Spät-Italo-Western von Lucio Fulci, den ich sehr gut finde, der mir aber noch immer in der Sammlung fehlt. Heikos Review auf Allesglotzer bestätigt mich darin, diese Lücke bald zu schließen.

– Nochmal Italien, diesmal aber ein leichterer Ton. Den gediegenen Agatha-Christie-Gedächtnis-Giallo „Konzert für eine Pistole“ mochte ich schon immer sehr gerne. Bluntwolf von Nischenkino auch. Schön.

– Und zu guter Letzt möchte ich noch auf Tonio Kleins schönen Text zu dem mir bisher unbekannten Kavallerie-Western „Vorposten in Wildwest“ auf Die Nacht der lebenden Texte hinweisen.

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„35 Millimeter“-Magazin: Ausgabe 45 erhältlich

Wahnsinn. Die 35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin steuert langsam aber sicher auf seine 50. Ausgabe zu. Gerade erschienen: Die Ausgabe 45, die sich mit dem Animationsfilm in all seinen Facetten, Formen und Farben widmet.

Ich habe diesmal über die großartige Lotte Reiniger geschrieben, der wir auch das Covermotiv verdanken. Zu Lotte Reiniger gibt es übrigens eine schöne Dauerausstellung im Filmmuseum Düsseldorf, dem ich beim letzten Mondo-Bizarr-Weekender im hauseigenen Kino Black Box einen erneuten Besuch (mit Schwerpunkt diesmal natürlich auf der Reiniger-Ausstellung) abgestattet habe. Außerdem gebe ich zusammen mit den Kollegen Christoph Seelinger und Clemens Williges meine Eindrücke vom wunderbaren „Der letzte Mann“-Stummfilmkonzert des Landesjugendorchesters Bremen im Goethetheater wieder.

Und die Artikel der Kolleg*innen sind ganz wunderbar geworden und laden zum langen Schmökern ein. Und es sind auch viele neue cinephile Stimmen dabei. Es lohnt sich also. Lohnt sich sogar sehr. 🙂

Heft #45 kann man HIER für € 6,00 zzgl. Versand beziehen.

 

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Das Bloggen der Anderen (14-03-22)

– Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film hat sich immer wieder die ersten Minuten von Hiroshi Shimizus „Nakinureta haru no onna yo“ angesehen und dabei einiges für sich entdeckt.

Filmsucht.org erinnert an Luchino Viscontis Filmdebüt „Ossessione“.

– Tonio Klein hat auf Die Nacht der lebenden Texte ganz genau bei „Absolute Power“ von und mit Clint Eastwood hingeschaut und einen langen und sehr positiven Text über diesen Film geschrieben.

– Über Paul Verhoeven „Benedetta“ habe ich jetzt schon auf berufenen Mündern sowohl positives als auch negatives gehört. Funxtons Filmbesprechung fällt aber eindeutig in die erstere Kategorie und macht mich jetzt doch neugierig.

– Hui, Filmlichtung empfiehlt trotz einiger wahrgenommener Schwächen „Willies Wonderland“ mit Nicolas Cage. Dann muss der jetzt auf jeden Fall endlich her.

– Der deutsche Science-Fiction-Film von 1969 „Das Rätsel von Piskov“ sagte mir vorher gar nichts. Aber die Review auf Schlombies Filmbesprechungen klingt so vielversprechend, dass der jetzt auch auf den Einkaufszettel gewandert ist.

– Innerhalb eines halben Jahres zweimal auf 35mm gesehen. Das reicht mir jetzt auch erst einmal mit dem „New York Ripper“. Trotzdem habe ich Bluntwolfs lange Besprechung auf Nischenkino gerne gelesen.

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