Erinnerungen an alte Bremer Kinos – Teil 2: Das „Europa“

1999 musste das damals schönste Kino Bremens dran glauben. Das wunderbare Europa mit seinem ausladenden Balkon und großem Saal.

Der Balkon war allerdings auch ein Problem. Wer in der ersten Reihe saß, der hatte einen wunderbaren Blick auf die Leinwand. In der zweiten Reihe wurde es schon kritischer. Die dritte Reihe war schon nicht mehr zu empfehlen und in der letzten Reihe half nur eins: Wenn man was vom Film sehen wollte, musste man den Sessel hochklappen und sich dann auf der nun senkrechten Sitzfläche oben auf die Kante setzen. Da es keine Platzkarten gab, gab es vor jeder Vorstellung natürlich immer ein ganz furchtbares Gerangel und Gekämpfe um die Plätze in der ersten Reihe.
Ferner empfahl es sich auch, nicht direkt unter der Balustrade zu sitzen, da das Publikum oben gerne seine Getränke dort abstellte oder Schabernack mit diversen Knabbereien trieb.

Trotzdem denke ich noch heute, wenn ich an dem Rossmann in der Bahnhofsstr. vorbeigehe, wehmütig an den großen, irgendwie feierlichen Kinosaal.

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Erinnerungen an alte Bremer Kinos – Teil 1: „Regina“, „Söge“, „Stern“

Vor einigen Tagen veröffentlichte Spiegel-Online in seiner manchmal sehr lesenswerten Reihe „Eines Tages“ unter dem Titel: „Gefangen im Lichtspiel-Labyrinth“ einen Artikel von Robert Bernnat. Darin ging es um den furchtbaren „Schachtelkino“-Wahnnsinn Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre. Der Artikel ist gefällig geschrieben, wobei mir die Arroganz gegenüber dem damaligen (im Gegensatz zu heute sehr viel bunteren) Filmprogramm sauer aufstößt. Diese permanente „Na, damals hatten die Menschen halt keinen Geschmack „-Haltung kann ich als glühender Verehrer europäischer Exploitation-Filme aus eben dieser Zeit, und skeptischer Beobachter der heutigen Hollywood-Bockbuster-Eintönigkeit, so absolut gar nicht nachvollziehen.

Was der Artikel aber in mir bewegt hat, war ein melancholisches Stechen in der Brust. Mit einer Träne im Auge erinnerte ich mich an die damals schon arg reduzierte, aber doch im Gegensatz zu heute, weitaus vielfältigere Bremer Kinolandschaft meiner Kindheit. Namen wie: „Regina“, „Europa“, „Stern“, „Söge“ oder „U.T.“ schossen mir zusammen mit wohligen Erinnerungen an zahllose Kinobesuche durch den Kopf.  Ich will den versunkenen Lichtpalästen noch einmal die letzte Ehre erweisen und die, die mir noch in lebhafter Erinnerung sind, hier vorstellen.

Beginnen möchte ich mit dem „Regina“, dem „Söge“ und dem „Stern“. Die Tage folgen dann noch das „Europa“, das „U.T.“, der „Ufa-Palast“ und das „Filmstudio“.

Wem noch andere „untergegangene“ Kinos einfallen, oder wer noch eine nette Geschichte zu den genannten auf Lager hat, bitte bei mir melden oder einfach unter dem Artikel einen Kommentar hinterlassen. Ich würde mich freuen. Möglicherweise hat auch noch jemand Fotos?!?

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Internet-Tipp: „Europa Film Treasures“

Die Seite gibt es zwar schon seit einem halben Jahr, aber ich bin eben erst im „Stummfilm-Forum“ (Danke an den User „Keystonecop“ für den Hinweis) drüber gestolpert.

Europa Film Treasures“ ist ein Zusammenschluss der wichtigsten europäischen Kinematheken und Filmarchive. Durch diese Kooperation wird das in Europa noch erhaltene Filmerbe der Welt katalogisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ferner werden ausgewählte Filme (bisher 76 Stück) dem breiten Publikum als kostenloser Livestream zur Verfügung gestellt.

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taz-Bericht zum 14. Internationalen Bremer Symposium zum Film

In der Online-Ausgabe der taz berichtet Andreas Resch unter dem Titel „Die vielen Perspektiven, das Sehen zu lernen“ ausführlich über das 11. Internationale Bremer Symposium zum Film.

Am Wochenende fand in Bremen ein Symposium zur Filmvermittlung statt. Die Beiträge offenbarten, wie vielfältig die didaktischen Möglichkeiten mittlerweile geworden sind

Es ist schon ein wenig absurd. Während sich unsere Kultur mehr und mehr von einer textuellen hin zu einer visuellen beziehungsweise multimedialen wandelt, nimmt die Vermittlung von Fertigkeiten, die das Entschlüsseln visueller oder auditiver Codes erleichtern, in den Lehrplänen der Schulen und in der akademischen Lehrerausbildung hierzulande bestenfalls eine Nebenrolle ein. Dass das nicht nur ein Nachteil ist, sondern dass darin auch eine große Chance liegt, offenbarte das 14. „Internationale Bremer Symposium zum Film“, auf dem Filmvermittler und Filmtheoretiker aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien und den USA am Wochenende ihre verschiedenen Ansätze darstellten.

Quelle: taz.de

Den ganzen Artikel kann man hier lesen.

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Die Nominierungen für die „Razzie“-Awards 2009

Wo der kleine, glatzzköpfige Goldjunge seinen Schatten vorauswirft, darf die große goldene Himbeere nicht fehlen.

Die Nominierungen für die dürftigsten Leistungen im Film 2008 gibt es hier.

Und, ja, Uwe Boll und Paris Hilton sind auch wieder dabei 😉
Genauso wie Al Pacino und „Indiana Jones“.

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Die Oscar-Nominierungen für 2009

Die Oscar Nominierungen sind raus.

Bei der ganze „Baader-Meinhoff-Komplex„-Euphorie in den Gazetten möchte ich darauf hinweisen, dass auch zwei deutsche Kurzfilme nominiert wurden: „Auf der Strecke“ (Schweiz/Deutschland) und „Spielzeugland“ (Deutschland). Die lieben Nachbar aus Österreich sind übrigens auch bei der Nominierung zum besten ausländischen Film dabei: „Revanche“ von Götz Spielmann. Ebenso erwähnenswert: Werner Herzogs „Encounters at the End of the World“ wurden als beste Dokumentation nominiert.

Bester Film:

1. The Curious Case of Benjamin Button

2. Frost/Nixon

3. Milk

4. The Reader

5. Slumdog Millionaire

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Kinoprogramm Bremen: 22.01.-28.01.09

Und hier wieder das aktuelle Kinoprogramm in Bremen. Falls noch etwas fehlen sollte, bitte einen entsprechenden Kommentar hinterlassen.

Originalfassungen:

Abgedreht (Be Kind Rewind) – Kino 46, Sa+So. 24.+25.01., 22:30 – der neue Film von Michel Gondry. Komödie mit Jack Black und Mos Def.

Die Vergessenen (The Forgotten) – Schauburg, Do. 22.01., 21:00 – NICHT der Hollywoodfilm mit Julianne Moore, sondern eine Doku über muslimische Söldner im spanischen Bürgerkrieg. Mehr Infos hier. Mit anschliessender Diskussion.

French Sneak Preview – Atlantis, Mi. 28.1., 21:00

Sie küßten und sie schlugen ihn – Kino 46, Di. 27.1., 20:30 – Francois Truffauts Debüt und Auftakt zu seiner Antoine-Doinel-Serie. Original mit englischen Untertiteln.

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 26.1., 21:45

Über Wasser – Kino 46, Mi. 28.1., 20:30 – zum Evangelischen Kirchentag. doku über die Bedeutung des Wassers für die Menschheit.

Zeiten des Aufruhrs (Revolutionary Road) – Cinemaxx, Do. 22.1. 17:10; Sa. 24.1. 14:20 und Mo. 26.1., 20:00 – Ehedrama von Sam Mendes mit Leonardo diCaprio und Kate Winslett, die hierfür den Globen Globe als beste weibliche Hauptdarstellerin bekommen hat. Im O-Ton!

Neu oder wieder im Kino

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Rezension: „Jerichow“

Der Nordosten der Republik. Weites Land, ein bisschen Wald und das Meer. Thomas war Zeitsoldat in Afghanistan, wurde unehrenhaft entlassen, hatte dann in Hamburg mit zwielichtigen Gesellen zu tun und ist nun in das Dorf zurückgekehrt in dem er aufgewachsen ist. Er schlägt sich mit Hilfsarbeiten durch, um das Haus seiner verstorben Mutter zu renovieren und sich ein kleines Zuhause aufzubauen. Ali, der mit 2 Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam, hat sich hier mit einer Kette von 45 Imbissen eine Existenz aufgebaut. Dabei hat es zwar zu Wohlstand, nicht aber zum Glück gebracht. Er ist paranoid, neigt zu Gewaltausbrüchen und wird von seinen Angestellten regelmäßig betrogen. Seine schöne Frau, Laura, hat er nur bekommen, weil er ihre Schulden übernommen hat und sie so an sich fesseln konnte. Laura hasst ihr Leben mit Ali und würde ihm nur allzu gerne entfliehen. Als Ali seinen Führerschein verliert und Thomas als seinen Fahrer einstellt, verliebt sich dieser in Laura.

Christian Petzolds neuer Film ist klar von James M. Cains Roman „The Postman Always Rings Twice“ (verfilmt 1946 mit John Garfield und Lana Turner, sowie 1981 mit Jack Nicholson und Jessica Lange, auch Vorlage für Viscontis „Ossessione„) inspiriert. Die Thriller-Handlung ist aber nur Vorwand für eine Charakterstudie dreier Menschen, die sich noch immer an das bisschen Hoffnung klammern, dass ihr kleines Glück irgendwann doch noch in Erfüllung gehen könnte.

Petzolds Film beeindruckt (mal wieder) mit einer ungeheuer präzisen Schauspielerführung und Bildgestaltung. Es ist kein Film der großen Reden. Es wird zurückgenommen agiert und doch erzählen Körperhaltung und kleine Gesten mehr über das Innenleben der Protagonisten, als es weitschweifige Dialoge oder ein expressionistisches Spiel vermögen könnten. Man empfindet einfach eine tiefe Freude, den Schauspielern bei ihrer Arbeit zuzusehen.

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11. Bremer Filmpreis: Bilder von der Verleihung

Gleich im Vorfeld eine kleine Entschuldigung. Meine Digitalkamera ist nicht die Beste und mit Photoshop kenne ich mich noch nicht so aus.

Nina Hoss nach der Verleihung des 11. Bremer Filmpreises

Nina Hoss nach der Verleihung des 11. Bremer Filmpreises

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Bericht: Verleihung des 11. Bremer Filmpreises

Gestern wurde in der Oberen Rathaushalle der 11. Bremer Filmpreis an die Schauspielerin Nina Hoss verliehen. Im Gegensatz zum Vorjahr, als der Preisträger Lars von Trier sein Kommen kurzfristig abgesagt hatte, und zum Vorvorjahr, als ein schreckliches Unwetter die Gäste überall hin, nur nicht ins Rathaus wehte, war diesmal der Saal gerappelt voll und die charmante Preisträgerin auch persönlich anwesend und sichtbar glücklich über die Auszeichnung ihres bisher noch nicht so großen Lebenswerkes in diesem feierlichen und ehrwürdigen Rahmen.

Die Preisverleihung wurde musikalisch umrahmt von einem aus Bass, Schlagzeug und Akkordeon bestehendes Trio, welches das Publikum mit einem gelungen „French Jazz“ beglückte (die Musik hätte übrigens super als Stummfilm-Begleitung gepasst. Ich würde es großartig finden, wenn die Drei irgendwann einmal einen der monatlich im Kino 46 gezeigten Stummfilme begleiten würden. Das hätte etwas!). Leider habe ich den Namen des Trios schon wieder vergessen. Ich habe zwar noch „Trio Audio“ in Erinnerung, darunter lässt sich aber bei Google nichts finden. Wer den Namen kennt, bitte kurze Mail an mich. Danke!

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