Originalfassungen in Bremen: 15.03.12 – 21.03.12

Was für eine öde Woche. Das Cinemaxx zeigt bis auf eine Sneak Preview und zwei türkische Filme, die auch schon länger im Programm sind, gar nichts. Toll auch, dass die Sneak Preview wieder fast parallel zum altbekannten Termin der Sneak Preview in der Schauburg programmiert hat. Das ist wirklich sehr durchsichtig.

Auch in den anderen Kinos ist nichts wirklich interessantes zu entdecken. So ist das Highlight der Woche, mangels Alternative, tatsächlich das britische Drama „Made in Dagenham“ (irreführender deutscher Titel: „We Want Sex“) im City 46.

Sen Kimsin? – Wer bist Du? – Cinemaxx, Do., Sa.-Mi. 23:15, Sa. auch 17:10 und Mo. 19:30 – Türkische Komödie um die Erführung eines jungen Mädchens.

Fetih 1453 – Cinemaxx, Do.-Fr. 22:00 – Episches, türkisches Bio-Pic über Fatih Mehmed II, der 1451 den Thron des Osmanischen Reiches besteigt und plant die byzantinische Enklave Konstantinopel (heute Istanbul) einzunehmen.

Kairo 678 – Cinema Ostertor,  So. 18.03. 14:45 – Ägyptisches Drama um drei Frauen, die in Kairo täglich mit sexuellen Übergriffen und Unterdrückung zu kämpfen haben.

La Danse – Das Ballett der Pariser Oper – City 46, Do.,Mo. und Mi. 20:30, So. 18:00 – Dokumentation des berühmten Doku-Filmers Frederick Wiseman über das Ballet der Pariser Oper.

We Want Sex – City 46, Do. und Mo. 18:00, so. 21:00 – Der Originaltitel dieses Ende der 60er englischen Ford-Werk Dagenham spielenden Dramas lautet „Made in Dagenham“ und erzählt die wahre Geschichte von 187 Näherinnen, die geschlechtliche Gleichstellung und damit gleiche Löhne wie die Männer fordern.  Mit dem im deutschen Titel implizierten „Beischlaf“ hat das Ganze also überhaupt nichts zu tun. Das ist nur eine billige Masche des deutschen Verleihs , um möglichst viele Leute mit einem reißerischen Titel unter falschen Voraussetzungen ins Kino zu locken.

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Sneak Preview – Cinemaxx, Mo. 19.03., 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., 19.03., 21:45

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Internationales Filmfest Oldenburg wieder in Gefahr

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast schon lachen. Wieder einmal steht renommierte Internationale Filmfest Oldenburg vor dem Aus. Wieder einmal liegt es am lieben Geld, bzw. am nicht vorhandenen Geld. Statt der veranschlagten 95.000 Euro Förderung, sollen es nun nach dem Willen des Rates der Stadt Oldenburg nur noch 50.000 Euro werden. Wie damit ein Internationales Festival, welches schon oft mit dem legendären US-amerikanischen „Sundance“-Film-Festival verglichen wurde, organisiert und durchgeführt werden soll, bleibt zumindest mir ein Rätsel. Gut, man könnte auf attraktive Gäste verzichten, die Anzahl der Filmvorführungen und Spielstätten runter fahren und generell Personal einsparen. Dann wäre man bald schon bei den studentischen Anfängen des Festivals. Das hätte natürlich auch Charme, aber wieso sollte man das tun? Gerade wo man sich doch schon einen so guten Ruf erkämpft hat (trotz der vielen Kürzungen von Seiten der Stadt in den letzten Jahren) und von Jahr zu Jahr trotz widriger Umstände mehr und mehr Besucher angelockt hat? Weshalb auf das, was man in mühevoller, jahrelanger Arbeit aufgebaut hat, verzichten. Und damit auch auf den Abstrahlfaktor des Filmfestivals auf die Stadt an sich? Das will mir nicht in den Kopf. Vielleicht sollte man, wenn es hart auf hart kommt, doch mal darüber nachdenken sich mit Bremen zu einem gemeinsamen Festival zusammen zu tun. Aber Bremen hat ja leider auch immer weniger Geld für Kultur.

Aber noch ist nicht aller Tage Abend: Erst am 19. März wird der Haushalt in einer Ratssitzung endgültig verabschiedet. Vielleicht erkennen die politisch Verantwortlichen ja noch bis dahin, was eine Entscheidung pro Kürzungen für „ihr“ Filmfestival und die Außenwirkung ihrer Stadt bedeuten würde.

Hier die aktuelle Pressemitteilung des Festivals zum Thema:

Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD im Rat der Stadt Oldenburg drängen für die laufende Ratsperiode durch den Beschluss eines Hauhaltspaketes für das Jahr 2012 das Filmfest wieder an den Rand seiner Existenz. Von den im Verwaltungsentwurf veranschlagten 95.000 Euro Förderung will die rot-grüne Ratsmehrheit gleich 45.000 Euro einsparen. Margrit Conty (SPD), Vorsitzende des Finanzausschuss, argumentierte, dass eine Förderung von 3 Euro pro Besucher ausreichend wäre.

Torsten Neumann, Leiter des Festivals, äußert bezüglich der Aussage der Kommunalpolitikerin:  „Es ist allseits bekannt, das Kultur mit einem vielfachen an Fördermitteln „pro Besucher“ bezuschusst wird. Selbst die von der Verwaltung veranschlagte Förderung, auf diese Denkweise umgebrochen, etwa 6 Euro pro Besucher, liegt da weit unter allem Vergleichbaren, was es in Sachen Filmfestivals, Theater, Museen gibt. Vorausgesetzt, Frau Conty sind die Durchschnittswerte von Kulturförderung andernorts bewusst, ist das eine Anmerkung von erschreckender Geringschätzigkeit, die sich mir lediglich wie ein persönliches Desinteresse an regionaler Kultur erschließt. Dem Aufwand-Nutzen-Faktor des Filmfestivals wird das bei weitem nicht gerecht.“

Neumann stellt hierzu eine Gegenrechnung auf. Das Festival hat im Jahr 2011 einen Betrag von über 220.000 Euro direkt in Oldenburg ausgegeben. Auf die letztjährige Fördersumme umgerechnet, wurden vom Festival für jeden Euro Förderung 3 Euro in die hiesige Wirtschaft reinvestiert. Mit anderen Worten, nicht nur kulturell, auch wirtschaftlich gesehen ist das Filmfest ein Gewinn für die Stadt.

„Durch eine derartige Kürzung wird der Fortbestand des Festivals wissentlich aufs Spiel gesetzt“, so Neumann, „denn hiermit ist die Weiterarbeit auf dem erreichten Niveau nicht zu verantworten. Die Auswirkungen einer solchen Kürzung haben wir in ausführlichen Gesprächen vor zwei Jahren hinreichend dargestellt. Das vergangene Festival hat aus der Krise 2010 gelernt, neue Wege des Wachstums auch dank erneuter Mittelanhebung gefunden. Eine derartige Mittelkürzung für ein wachsendes Kultur-Unternehmen, das hohe regionale Netzwerkeffekte erzielt, wäre hochgradig kontraproduktiv. Damit käme die Kürzung keiner besseren Verwendung der Steuermittel gleich, sondern einer Verschwendung vorher sinnvoll investierter Mittel und würde einen starken Wohlfahrtsverlust der Stadt Oldenburg und seiner Bürger bedeuten. Ein 2013 wird es so für das Festival in Oldenburg nicht geben.“

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Rezension: „John Carter – Zwischen zwei Welten“

Als im Jahre 1995 mit „Toy Story“, der erste voll computeranimierte Film der Produktionsfirma Pixar, in die Kinos kam, verweigerte ich mich diesem mit dem Argument „Da kann ich ja gleich ein Computerspiel angucken“. Als ich dann später überredet wurde, mir den Film auf Video anzusehen, war ich mehr als erstaunt. Entgegen meiner Befürchtungen war das kein abgefilmtes Computerspiel, sondern eine wirklich witzige Geschichte, deren Charaktere so liebevoll und tiefgründig gezeichnet waren, dass man schnell vergaß, dass sie nur aus Bits und Bytes bestanden.  Seitdem kann ich es kaum erwarten  bis der nächste Pixar-Film heraus kommt. Einer der Köpfe hinter „Toy Story“ war  Andrew Stanton, welcher nicht nur die Drehbücher zu fast allen Pixar-Filmen  mitschrieb, sondern auch bei den großen Erfolgen „Das große Krabbeln“, „Findet Nemo“ und vor allem dem in der ersten Hälfte schlichtweg grandiosen „Wall-E“ das Regie-Zepter schwang. 2012 sitze ich in „John Carter“, seiner ersten „Realfilm“- Regiearbeit, und sehe mich in allen Vorurteilen  bestätigt, die ich „Toy Story“ gegenüber hatte. Keine echten Charaktere, nur Schauwerte, keine Tiefe, keine Emotionen. Alles glatt, klinisch, tot. Was ist nur mit Andrew Stanton passiert? Wo sind seine Fähigkeiten geblieben, spannende und lebhafte Geschichten zu erzählen? Davon findet sich in „John Carter“ nichts mehr. Es reiht sich ein Klischee an das andere. Jede Szene glaubt man schon mal irgendwo  nicht viel anders, aber sehr viel besser gesehen zu haben. Die Darsteller agieren tatsächlich wie seelenlos animierte Figuren aus einem Computerspiel und sind dazu verdammt, Sätze aus dem großen Buch der hohlen Phrasen rezitieren. Ich wunderte mich, dass die Darsteller ihre Sprüchlein mit so großem Ernst aufsagen. Ich hätte bei diesen vor Pathos triefenden Plattitüden wahrscheinlich laut losgeprustet. Gerade hier liegt auch eins der Hauptprobleme des Filmes: Er ist komplett ironiefrei. Dabei hätte die mittlerweile fast 100 Jahre alte Geschichte ein wenig Humor ganz gut vertragen können. Aber so bleibt alles Ganze altbacken und gnadenlos ernsthaft, auch wenn die Dialoge beinahe wie Parodien wirken.

Der ehemalige Kavalleriesoldat John Carter (gespielt von Taylor Kitsch, der hier versucht auf den Spuren von Eastwood oder Nero zu wandeln, dabei aber leider aussieht wie ein blasser „Twilight“-Schönling mit aufgeklebten Bart) hat im Bürgerkrieg seine Frau und sein Kind verloren.  Das hat ihn zu einem ziemlich grantigen Goldsucher mit Problemen gegen Autoritäten werden lassen. Daher landet er bald in einem Militärknast. Von dort kann er schnell wieder fliehen, gerät bei der Flucht allerdings in eine geheimnisvolle Höhle, wo er nicht nur mit einem geheimnisvollen fremden zusammenstößt, sondern mit Hilfe eines Amuletts auf den Mars gebeamt wird. Dort wird er von echsenhaften (Verwandte von Jar Jar Binks?) Kriegern  gefunden und quasi adoptiert. Aber das ist nur der Anfang seiner Abenteuer, die ihn bald in einen Krieg zwischen zwei menschlichen Lebensformen (die beiden ein Faible für altrömische Uniformen haben) verwickelt. Die Guten haben eine schöne Prinzessin (Lynn Collins), die Bösen nur  Dominic West. Natürlich verliebt sich Carter in die Prinzessin und bekämpft mit ihr zusammen den von Dominic West gespielten Sab Than (ausgesprochen wie Sa-Tan). Andersherum hätte ich das weitaus innovativer gefunden…  Wie dem auch sei, der Ausgang der Story ist so vorhersehbar, wie langweilig.

Natürlich sind die computergenierten Special Effects auf dem allerneusten Stand der Technik  und wirken perfekt. Was aber auch ein wenig an Charme kostet. Aber das mag Geschmackssache sein. Es ist allerdings ärgerlich, dass der Film kaum etwas aus seinen 3D-Effekten macht. Die meiste Zeit besteht der dreidimensionale Effekt darin, dass in Dialogszenen die eine Person im Vordergrund und die andere im Hintergrund steht. Die Kampf- und Schlachtszenen sind seltsam unspektakulär und relativ schnell vorbei. Hier will weder Dramatik, noch eine gewisse Wucht aufkommen. Zudem wird auch hier die dritte Dimension kaum genutzt. Letztendlich hätte der Film in normalen 2D auch nicht anders gewirkt. Dies ist insbesondere Schade, wenn man z.B. bei „Hugo Cabret“ gesehen hat, welch eine großartige Wirkung ein imaginativer Umgang mit 3D haben kann. Auch der vor dem Film gezeigte Trailer zu „Warth of the Titans“ hatte eindrucksvoll gezeigt, wie man es besser macht.  Mir ist leider nicht bekannt, ob der Film in 2D gedreht und erst nachträglich umgewandelt wurde. Es erscheint mir fast so.  Über die Projektion im Bremer „IMAX“ lässt sich nichts Schlechtes sagen. Die Bilder sind kristallklar und trotz 3D ausreichend hell. Auch der Ton ist vorbildlich, wenn der Film auch nicht besonders viel Gebrauch von Surround-Effekten macht und der Ton eher frontal von vorne kommt. Um noch einmal den schon zuvor angesprochen „Wrath of the Titans“-Trailer anzusprechen, dort pfefferte einen der Sound von überall um die Ohren, dass es fast schon etwas zu viel des Guten war. Zudem in einer Lautstärke, der einem eindrucksvoll zeigte, was es heißt  „aus dem Sitz geblasen zu werden“. Davon eine Priese hätte dem lahmen „John Carter“ gut getan.

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Originalfassungen in Bremen: 08.03.12 – 14.03.12

Es liegt keine besonders aufregende Woche vor uns. Das Cinemaxx zeigt mit „Devil Inside“ einen billigen Horrorfilm im „Blair Witch“-Look, der selbst von Fans des Genres gnadenlos verrissen wurde. Und dann läuft noch eine US- Action-Komödie, in der immerhin der talentierte Herr Thomas Hardy mitspielt. Im City 46 können sich Freunde des gepflegten spanischen Arthaus-Kinos auf „Dunkelblaufastschwarz“ freuen und im Rahmen seiner Queer-Reihe zeigt das City 46 den Spielfilm „Beauty“, der gerade aktuell in den deutschen Kinos anläuft. Ansonsten ist die Woche – wie gesagt – recht unspektakulär.

Devil Inside – Cinemaxx, Fr. und Die. 23:00 und So. 20:30 – Found-Footage Horrorfilm mit einem Exzorismus statt einer Blair Witch Hexe. Startete mit großem Erfolg in den USA, wurde dann aber schnell wieder von der Leinwand gebuht. So langsam kann man diese „Blair Witch„, „Cloverfield„, „[rec]“ etc. Klone aber doch auch nicht mehr sehen, oder?

Das gibt Ärger – Cinemaxx, Fr., Die. und Mi. um 18:40, Mo. 20:55 – US-Mainstream-Action-Komödie in der immerhin der großartige Thomas Hardy mitspielt. Er und sein bester Kumpel Chris Pine arbeiten als Top-Spione und verlieben sich beide in Resse Witherspoon. Das gibt Ärger… Regie führt „Drei Engel für Charlie„- und „Terminator IV„-Regisseur McG und als obligatorischer Bösewicht läuft Til Schweiger durchs Bild.

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Sen Kimsin? – Wer bist Du? – Cinemaxx, diverse Anfangszeiten – Türkische Komödie um die Erführung eines jungen Mädchens.

Fetih 1453 – Cinemaxx, Do.-Mi. (ausser Sa.) 20:30 und Do.-Di. 22:00 & CineStar Do.-Sa.  22:50– Episches, türkisches Bio-Pic über Fatih Mehmed II, der 1451 den Thron des Osmanischen Reiches besteigt und plant die byzantinische Enklave Konstantinopel (heute Istanbul) einzunehmen.

My Reincarnation – Wiederkehr – Cinema, So. 11.03.,  12:30 – Drama über einen tibetanischen Mönch, dessen Sohn die Reinkarnation eine berühmten Spirituellen Meisters sein soll, sich aber von der Tradition ab und dem modernen Leben in der westlichen Welt zu wendet.

Kairo 678 – Cinema Ostertor,  Do.-Die. 18:45, ausser So. 18:00; Mi. 22:45 – Ägyptisches Drama um drei Frauen, die in Kairo täglich mit sexuellen Übergriffen und Unterdrückung zu kämpfen haben.

Azul oscuro casi negro – City 46, Mi. 14.3. 20:30 – Der Film dürfte unser seinem deutschen Titel “Dunkelblaufastschwarz” besser geläufig sein. Das Drama um einen 25-Jährigen, der nicht nur auf seinen kranken Vater aufpassen muss, sondern auch von seinem kriminellen Bruder gefragt wird, ob er dessen Freundin schwängern könnte, ist ein kleiner “Kultfilm” unter dem Arthaus-Publikum. In Kooperation mit dem Instituto Cervantes Bremen

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Breath Made Visible – City 46, Do., Sa., Mo.-Mi. immer um 20:00 – Dokumentation über die amerikanische Tanzpionierin Anna Halprin.

Beauty -City 46, Do. und Sa. um 20:30, Fr., So. Mo. um 18:00 – Aktuelles südafrikanisches Drama über einen gutsituierten Familienvater um die 40, der sich in einen 20 -jährigen Jura-Studenten verliebt.

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Sneak Preview – Schauburg, Mo., 12.03., 21:45

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Schauburg: Regisseurin Claudia Lehmann stellt „Schilf – Alles, was denkbar ist, existiert“ vor

Morgen, Freitag den 2.März, stellen die Regisseurin Claudia Lehmann und Schauspieler Mark Waschke um 19:00 Uhr in der Schauburg ihren Film „Schilf – Alles, was denkbar ist, existiert“ vor, der am 08. März regulär in die Kinos kommt. Hinter diesem sehr sperrigen und nicht gerade Neugierde fördernden Titel versteckt sich ein Psycho-Thriller nach einem Roman der Bestseller-Autorin Julia Zeh. Produziert von Tom Tykwers „X-Filme“ und verliehen durch Warner Brothers Deutschland.

Die Physiker Sebastian und Oskar wurden an der Uni zu besten Freunden, ein unzertrennliches Duo, der eine pragmatisch und etwas linkisch, der andere genial und elegant. Doch nach heftigen fachlichen Auseinandersetzungen und nachdem Sebastian geheiratet und einen Sohn bekommen hat, ist ihre Beziehung abgekühlt, sehen sich die beiden nur noch selten. Da wird Sebastians Sohn entführt. Der Junge werde freigelassen, wenn Sebastian einen Mord begeht, wird anonym gefordert. Sebastian sucht verzweifelt Hilfe bei seinem alten Freund.

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Originalfassungen in Bremen: 01.03.12 – 07.03.12

Das Cinemaxx zeigt in dieser Woche den schon etwas bisher nur in der synchronisierten Fassung laufenden, „Dame, König, As, Spion“. Anspruchsvolles Spionage-Kino jenseits von James Bond. Wie ich hörte, sollte man aber über sehr gute englische Sprachkenntnisse verfügen, da in diesem film a) viel geredet und b) noch mehr geflüstert wird. Nichts desto trotz eine klare Empfehlung für Freunde eines etwas anspruchsvolleren Films. ebenfalls hingewiesen soll hier auf eine tolle neue Reihe namens „Zweite Chance“ im City 46. Unter dieser nicht ganz selbsterklärenden Überschrift finden sich Filme, die vor kurzem einen Deutschlandstart hatten, aber in Bremen entweder sehr schnell wieder von der Leinwand verschwanden oder es hier noch nicht einmal zu einer Aufführung gebracht haben. Der allseits hochgelobte (und sehr verstörende) „Tyrannosaur“ ist einer davon.

Dame, König, As, Spion – Cinemaxx, Do., So., Mo. und Mi. immer um 19:45 – John Le Carrés Spionageroman-Klassiker war schon Ende der 70er Grundlage einer legendären BBC-Mini-Serie mit dem unsterblichen Alec Guiness als George Smiley. Jetzt tritt Gary Oldman in seine Fußstapfen und soll seine Sache dabei nicht schlecht machen. Dankenswerterweise wurde die Kalte-Krieg-Thematik weder aktualisiert, noch romantisiert. Regie führt der Schwede Tomas Alfredson, der mit dem unkonventionellen Vampirfilm „So finster die Nacht“ international bekannt wurde.

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Hugo Cabret 3D – Cinemaxx, Sa. 22:45 und Die. 21:15 – Zum ersten Mal dreht Meister-Regisseur Martin Scorsese an einem Kinderfilm. Und dazu auch das erste Mal in 3D. Da passt es dann auch, dass er sich als Thema den Pionier der Tricktechnik ausgesucht hat: Den großen Kinomagier Georges Méliès, der 1902 den legendären SF-Streifen “La voyage dans la lune” drehte. Dieser Méliès wird eine wichtige Rolle im Leben eines Waisenjungen spielen, der 1925 versteckt im Pariser Hauptbahnhof lebt. Ausgezeichnet mit 5 Oscars (alle in technischen Kategorien). Gestern übrigens endlich gesehen und beigeistert gewesen.

Fetih 1453 – Cinemaxx, Do.-Mi. 20:30 und 22:10 – Episches, türkisches Bio-Pic über Fatih Mehmed II, der 1451 den Thron des Osmanischen Reiches besteigt und plant die byzantinische Enklave Konstantinopel (heute Istanbul) einzunehmen.

My Reincarnation – Wiederkehr – Cinema, So. 04.03.,  12:00 – Drama über einen tibetanischen Mönch, dessen Sohn die Reinkarnation eine berühmten Spirituellen Meisters sein soll, sich aber von der Tradition ab und dem modernen Leben in der westlichen Welt zu wendet.

Kairo 678 – Cinema Ostertor,  So. 4.3. um 20:00 – Ägyptisches Drama um drei Frauen, die in Kairo täglich mit sexuellen Übergriffen und Unterdrückung zu kämpfen haben.

Tyrannosaur – City 46, Do./Mo./Mi. um 18:00 und Sa./So. 20:30 – Preisgekröntes, britisches Drama um einen cholerischen und gewalttätiger Trinker, der sich mit einer Frau anfreundet, die an das gute im Menschen glaubt. Die beiden gegensätzlichen Charaktere werden tatsächlich Freunde, aber dann nimmt die Tragödie ihren Lauf.

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V wie Vendetta – City 46, Fr./Sa. 22:30 und Mi. 20:00 – Die Verfilmung von Alan Moores Kult-Comic. Die Maske des Protagonisten und Anarchisten „V“ sieht man jetzt vermehrt auf Demonstrationen gegen ACTA und ist damit schon in die Pop-Kultur eingegangen. Auch sonst ist der Film, der die düstere Stimmung des Comics beibehält, sehr empfehlenswert.

Voodoo – Mounted by the Gods – City 46, Fr./Sa. 18:00; So. 20:00 und Mo. 20:30 – Dokumentation des Schweizer Filmemachers Alberto Venzago, der über Jahre den Voodoo-Kult in Westafrika gefilmt hat. In Kooperation mit dem Überssemuseum Bremen und der Vodou-Ausstellung dort.

Sneak Preview – Schauburg, Mo., 05.03., 21:45

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Nachruf: Lina Romay (1954-2012)

Vor einer Woche, am 15. Februar, starb für ihre Fans völlig unerwartet und unbemerkt Lina Romay mit nur 57 Jahren an einem Krebsleiden. Viele Leser werden sich jetzt vielleicht fragen: Lina… Wer? Die paar aber, die mit diesem Namen etwas anfangen können, werden von der Nachricht genauso geschockt gewesen sein, wie ich.

Lina Romay wurde 25. Juni 1954 als Rosa María Almirall Martínez in Barcelona geboren. Ihren Künstlernamen „Lina Romay“ (nach einer amerikansichen Jazz-Sängerin und Schauspielerin) erhielt sie von dem Mann, den sie für 40 Jahre inspirieren und lieben sollte und der wiederum sie zu seiner Muse und Göttin machte: Jesús Franco Manera, besser bekannt als Jess Franco. Franco wird in diversen Nachschlagewerken mit den wenig schmeichelhaften Titeln „Schmuddel-„, „Viel-“ oder „Trash“-Filmer bedacht. An ihm scheiden sich die Geister. Er wird von seinen Fans (zu denen auch ich mich zähle) verehrt oder in seltener Einigkeit von Kritikern und Zuschauern gleichermaßen verachtet, bestenfalls belächelt.

Lina Romay war ab 1972 nicht nur in weit über 100 Jess-Franco-Filmen als Schauspielerin präsent, sondern auch die Sonne, um die das merkwürdige Franco-Universum kreiste. Als sie sich trafen, befand sich Franco in einer tiefen Depression. Knapp zwei Jahre zuvor war seine andere große Muse: Soledad Miranda alias Susann Korda („Vampyros Lesbos„) bei einem Autounfall ums Leben gekommen und hinterließ ein schwarzes Loch in Francos Seele. Sein Zusammentreffen mit Lina Romay (die quasi das Gegenteil der stets etwas melancholisch und geheimnisvoll wirkenden, schlanken Soledad war) bei den Dreharbeiten zu „Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein„, wo Lina eine kleine Rolle als Zigeunermädchen hatte, war der Urknall zu einer viele Jahrzehnte anhaltenden Liebe vor und hinter der Kamera. Es war einfach ein göttliche Fügung, dass der obsessive Voyeur Jess Franco auf die hemmungslose Exhibitionistin Lina Romay traf.



Wie perfekt sich beide ergänzten, sieht man schon daran, mit welcher Lebensfreude und absoluter Hingabe sich Lina in ihre Rollen warf und sich lüstern der Kamera ihres Lebensgefährten auslieferte. Es gibt wohl keine Stelle an Linas sehr fraulichen Körper, die dem Zuschauer geheim geblieben wäre. Zwar war sie auch spärlich für andere Regisseure aktiv gewesen (Erwin C. Dietrich in „Rolls Royce Baby“ oder Calos Aured in „Apocalipsis sexual„), aber das waren Ausnahmen. Bis zu ihrem Tod blieb sie ihrem Jess treu. Und er ihr. Auch als sie deutlich älter geworden war und mit einigen Kilo zuviel und raspelkurzem grauen Haar vor der Kamera stand, filmte Jess Franco sie immer noch wie das schöne, verrührerische Mädchen, das sie in den 70er und 80ern war. Dass sie sich weiterhin nackt vor der Kamera zeigte, war ihr egal. Für Jess und sie war es ganz natürlich und ich glaube nicht, dass sie jemals einen Gedanken, wie „Das tut man ihn unserem Alter aber nicht mehr“ gehabt haben könnten.

Ihre schönste Rolle waren die Vampirin Irina Karlstein in „Entfesselte Begierde„. Aber auch die zeigefreudige Schwindlerin in „Downtown – Die nackten Puppen der Unterwelt“ bzw. desssen Quasi-Remake „La noche de los sexos abiertos“ (in dem sie so schön wie nie war) bleiben durch ihre sextriefenden Darstellungen in Erinnerung . Sie konnte aber auch anders. Ihre Knastlesbe Roasaria in „Greta – Haus ohne Männer“ zeigte als hartes, gefährliches Mädels und in „Die Marquise von Sade“ liefert sie solch ein Schauspiel von Irrsinn ab, dass einem Angst und Bange wird. Vor allem wird sie aber auch für ihr komisches Talent in Erinnerung bleiben, in Filmen die ihrem fröhlichen Wesen wohl am nächsten kamen, wie „Celestine – Mädchen für intime Stunden.

Mitte der 80er zog sie sich mit Jess Franco nach Spanien zurück, wo sie zwar weiter Filme wie am Fließband drehten, diese aber außerhalb Spaniens kaum jemand mehr zu Gesicht bekam. In dieser Zeit drehte sie mit Jess Franco auch unter den Pseudonymen Candy Coster (welches sie schon Ende der 70er benutzte, wann immer sie sich eine blonder Perücke überstreifte) und Lulu Laverne Hardcorefilme. Als Lulu Laverne stand sie dabei auch selber hinter der Kamera.

Ende der 90er kam es dann zu einem Comeback. Teures Filmmaterial war inzwischen von den billigeren Video abgelöst worden und Jess Franco begann nun sein Werk (finanziert zum größten Teil von Fans) weiter zu führen. Natürlich mit Lina. Und natürlich war sie nicht mehr in der Form, in der sie als junges Mädchen war. Aber das hielt Franco nicht davon ab, sie weiterhin in erotischen Situationen zu filmen und Lina nicht, dabei sichtbar Spaß zu haben. Ihr letzter gemeinsamer Film war „Paula – Paula“ von 2010.

Ich hätte nie gedacht, dass sie vor dem in letzter Zeit stark kränkelnden Franco von uns gehen würde. Und wenn man bedenkt, wie tief die Beziehung zwischen beiden war, befürchte ich schon fast, ich weiß für wen ich den nächsten Nachruf schreiben muss. Mach’s gut Lina. Ich kann mir schon vorstellen, wie du gerade auf irgendeiner Wolke da oben Dein Kleidchen lupfst.

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Weird Xperience im Februar: „Video Nasty“

An dieser Stelle kurz Werbung im eigener Sache. Morgen Abend um 22:30 Uhr heißt es im City 46 wieder Vorhang auf für die monatliche Reihe mit „merk-würdigen“ Filmen, die Stefan Mibs und ich zusammengestellt haben. Diesmal wird der neue Film von Jörg Buttgereit, „Video Nasty“ gezeigt. Dieser ist schon dahingehend sehr ungewöhnlich, als es sich um die filmische Aufbereitung eines Theaterstücks handelt, welches auf einem Hörspiel beruht, welches von den „bösen Horrorvideos“ der 80er inspiriert wurde.

Mehr Informationen zum Film gibt es hier: http://weird-xperience.de

Diesmal haben wir auch einen Vorfilm im Programm: „Zombie Warrior“ vom Bremer Filmemacher Daniel Flügger, der auch persönlich anwesend sein wird. Ansonsten gibt es wie immer am vierten Freitag des Monats eine kurze Einführung in den Film von Stefan und mir, sowie diesmal auch ein kurzes Interview mit Daniel Flügger.

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Neue Reihe im City 46: „Stummfilm plus zwei“

Ab morgen, Freitag, den 24. Februar 2012 um 20.30 Uhr, gibt es eine neue Reihe für Freunde des Stummfilms und der guten Musik. Bei „Stummfilm plus zwei“begleitet City 46-Stammpianist Ezzat Nashashibi zusammen mit einem Gastmusiker jeden Monat einen Stummfilm.

Den Auftakt macht Walter Ruttmans grandiose und wegweisende Avantgarde-Dokumentation „Berlin – die Sinfonie der Großstadt“ von 1927.  Der Film schildert einen Tag im Berlin der 20er Jahre und zeigt Bilder aus allen Phasen des Tages

Ezzat Nashashibis Gast und Partner ist der Saxophonist Joachim Friedrich aus Osnabrück. Er studierte klassisches Saxofon in Hannover und Bremen und arbeitet als Musiker und Musikpädagoge  in Osnabrück sowie inzwischen  als Musik-Gymnasiallehrer in Minden. Er ist Gründungsmitglied des DUO NUOVO und des Ensembles SAXPERIENCE, sowie als Mitglied bei den Westfälischen Saxofonikern und dem Quartett Osax, mit dem er bereits in zahlreichen Konzerten und bei Radio Bremen und beim ZDF zu hören gewesen ist.

Die Reihe „Stummfilm plus zwei“ setzt sich am 24. März  mit einem Slapstickabend zusammen mit Martin Kruzig (Schlagzeug) fort. Am 28. April folgt Der Golem zusammen mit dem Klarinettisten Martin Kratzsch.

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Julia Leser und Clarissa Seidel stellen ihre Doku „Radioactivists – Protest in Japan since Fukushima“ vor

Heute um 20:30 Uhr stellen im City 46 die beiden Regisseurinnen Julia Leser und Clarissa Seidel ihre Dokumentation „Radioactivists – Protest in Japan since Fukushima“ vor.

Als am 11. März 2011 Erdbeben, Tsunami und schließlich die Reaktorunfälle in Fukushima Japan erschütterten, waren die deutschen Regisseurinnen Julia Leser und Clarissa Seidel vor Ort. Sie verfolgten die aufkommende Protestkultur ab der ersten Stunde, um der stereotypen Berichterstattung der Medien die kritischen Reaktionen der Menschen auf das TEPCO-Desaster entgegenzusetzen. »›Radioactivists‹ ist ein einzigartiges Zeitdokument« (Filmfestival Nippon Connection im November 2011).

Quelle: City46.de

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=hMlxIJivMlk[/youtube]

Weiter Termine (dann natürlich ohne die beiden Filmemacherinnen): Sa. 18:00 und So./Mo./Mi. um 20:00 Uhr.

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