DVD-Rezension: “Afterparty – Feiern bis der Tod kommt”

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Der Schauspieler und Rockstar Carlos (Luis Fernandez), genannt „El Capi“, ist im ganzen Land (und vor allem bei den Damen) ausgeprochen beliebt. Und dies nutzt er auch weidlich aus. Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen, will er sich aber aus seiner populären TV-Horror-Serie „Campamento Misterio“ absetzt, um nach Amerika zu entschwinden. Dort erwartet ihn ein lukratives Filmangebot. Vorher besucht er aber noch eine exzessive Party in einem festungsähnlichen Gebäude. Als er am nächsten Tag mit einem ordentlichen Kater neben seiner letzten Eroberung aufwacht, muss er feststellen, dass das Gebäude verrammelt und verriegelt ist. Er trifft noch zwei weitere Mädchen und einen jungen Mann. Diese sind ebenfalls von der Party übriggeblieben. Gemeinsam suchen sie vergeblich nach einem Ausgang und müssen erkennen, dass sie doch nicht ganz allein im Gebäude sind. Eine geheimnisvolle Figur, die gekleidet ist wie der Killer aus Luis‘ Serie, schickt ihnen Videobotschaften auf das Handy und beginnt die Eingeschlossenen, einen nach dem anderen zu dezimieren.

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Die Schlagzeile „Scream trifft Hangover“, mit der für diesen Film geworben wird, trifft es mit etwas Fantasie ganz gut. Aus „Scream“ wurde die Maskierung des unheimlichen Killers übernommen und aus „Hangover“ die Prämisse, nach einer durchzechten Nacht herauszufinden, was eigentlich los ist. Da enden aber auch schon die Ähnlichkeiten. Weder kann „Afterparty“ Wes Cravens postmodernen Slasher das Wasser reichen, noch begibt er sich in Komödiengefilde. Das spanische Genrekino hat gerade in den letzten Jahren immer wieder auf sich Aufmerksam gemacht, sei es mit stillem Grusel wie „Das Waisenhaus“ oder handfestem Horror, wie die [rec]-Reihe. „Afterparty“ kann an diese Großtaten leider in keiner Form anknüpfen. Zu stolz ist der Film auf seine, vermeintlich doch so überraschende, Wendung nach zwei Dritteln des Filmes. Vor lauter Vorfreude stößt er den Zuschauer ständig mit der Nase drauf . Doch wer schon mehr als drei solcher Filme gesehen hat, hat dafür nur noch ein Gähnen übrig.

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Was bis dahin geschieht ist recht unspektakulär und stereotyp umgesetzt. Sei es die ausschweifende Party, die wirklich kein Klischee auslässt, oder eben die lahmen Spielchen, die der stumme Killer mit seinen Opfern spielt. Zudem sind die Protagonisten allesamt dermaßen unsympathisch gezeichnet, dass man keinerlei Empathie für sie empfinden kann. Dementsprechend wartet man geradezu sehnsüchtig darauf, dass der Killer diese selbstverliebten Egozentriker um die Ecke bringt. Was er dann auch recht unspektakulär tut. Man fühlt sich dabei in die 80er Jahre zurückversetzt, in denen sich die „Güte“ eines Filmes vorwiegend über die möglichst kreative Art mit der nervige Teenies ins Jenseits befördert werden definierte. Kreativ ist hier aber erst einmal gar nichts. Wer sich aufgrund des dicken „FSK 18“-Aufklebers und dem Versprechen „100% Uncut“ Gegenteiliges erhofft hat, wird enttäuscht werden. Wer eine spannende Story mit nachvollziehbaren Figuren erwartete, aber leider auch.

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Der Film beginnt mit einer Szene, die wie eine Mischung aus „Scream“ und „Freitag, der 13.“ daherkommt und etwas holprig gefilmt ist. Man ahnt schon schlimmes, dann stellt sich aber heraus, dass sie zu einem Film im Film gehört. Hauptcharakter „El Capi“ ist nämlich nicht nur Rockstar, sondern auch umschwärmter Star einer TV-Serie namens „Campamento Misterio“. Tatsächlich ist Hauptdarsteller Luis Fernandez zunächst unter dem Namen „Perla“ als Teil eines Rap-Dous bekannt geworden, bevor er für eine erfolgreiche spanische TV-Serie entdeckt wurde. Der Filmcharakter scheint also durchaus von ihm inspiriert zu sein. Bleibt zu hoffen, dass Herr Fernandez privat nicht so ein Kotzbrocken, wie sein Alter-Ego „El Capi“ ist.

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Dummerweise ändert sich der Stil des Filmes nach der oben erwähnten Eingangsszene nur geringfügig. Die Szenen auf der Party werden im flashigen Musikvideo-Stil gefilmt, später wird dann gerne mal die Handkamera eingesetzt. Doch Inszenierung und Dramaturgie bleiben holprig. Man folgt dem Geschehen eher lustlos. Schuld daran trägt auch der Killer, dem weder irgendeine Form von Persönlichkeit, noch Bedrohlichkeit gegönnt wird. Die dezent gefilmten Mordszenen helfen da auch nicht viel weiter. Ein talentierterer Regisseur hätte sicherlich aus dem schwachen Drehbuch auch trotz des Fehlens blutrünstige Szenen,  Spannung ziehen können. Eine unheimlich-bedrohliche Atmosphäre und eine etwas liebenswerter Zeichnung der potentiellen hätten da schon geholfen. Miguel Larraya verfügt nicht über solches Talent und ist von daher eigentlich auf spektakuläre Schauwerte angewiesen, die dann aber ausbleiben.

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Dass sie ausbleiben, hat seinen Grund. Und dieser ist ebenso vorhersehbar, wie an den Haaren herbeigezogen. Immerhin scheint es Larraya zu helfen, wenn endlich die Karten offen auf dem Tisch liegen. Ab hier wird die Spannungsschraube deutlich angezogen und Larraya schafft es auf einmal, aufregende und – im positiven Sinne – nervenaufreibende Szenen zu gestalten. Auch gelingen ihm durchaus visuell ansprechende Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Man wünscht sich, Larraya hätte von vornherein auf seine, ach so raffinierte, Pointe verzichten und gleich von Anfang an seine, scheinbar doch irgendwo vorhandenen, Qualitäten eingesetzt. Gekrönt wird dieses, dann doch recht ansprechende, letzte Drittel durch einen bitterböse und zynischen Schlusspunkt, welcher durchaus passend, sowie in seiner Konsequenz dann doch etwas überraschend ist.

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Das letzten Drittel, in dem der Film endlich etwas Tempo und Spannung aufweist, sowie das zynische Ende, retten „Afterparty“ knapp ins untere Mittelfeld des Genres. Bis dahin leidet er aber an seiner spannungsarmen, unspektakulär inszenierten Geschichte und den unausdifferenzierten, höchst unsympathischen Charakteren. „Afterparty“ ist kein Ruhmesblatt für den spanischen Genrefilm, der doch in den letzten Jahren immer wieder mit zahlreichen Höhepunkten auftrumpfen konnte. Bei einer Länge von knackigen 75 Minuten, stiehlt er einem aber auch nicht allzu viel Lebenszeit.

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Die DVD aus dem Hause Splendid hat ein gutes Bild. Der Ton liegt in einer soliden deutschen Synchro und der spanischen Originalfassung mit ausblendbaren deutschen Untertiteln vor. Extras gibt es keine.

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Das Bloggen der Anderen (22-07-13)

bartonfink_type2– Auf PewPewPew stellt Sascha den dritten Teil seiner SciFi Kurzfilmparade vor. Wieder hat er einige Filmchen im Gepäck, die sich auf unserem Phantastival im November vielleicht nicht schlecht machen würden. Ferner gibt es eine kleine, aber leider bezeichnende, Geschichte darüber, wie Hollywood – am Beispiel von Max Landis und „Chronical 2“- mit seinen Drehbuchautoren und vor allem mit seinen potentiellen Franchises umgeht.

– Lange habe ich drauf gewartet, nun endlich bietet sich auch die Gelegenheit auf Schlombies Filmbesprechungen hinzuweisen. Schlombie schreibt so wahnsinnig viel, dass es mir in der Regel immer schwer fällt eine Review herauszugreifen. „Das Geisterschiff des schwimmenden Leichen“ bietet sich aber jetzt mal an, da ich diesen schön gemütlichen Film im Frühjahr bei „Monster machen mobil“ in Hamburg sah. Eine tolle Veranstaltung, auf die ich hier gerne ebenfalls hinweise. So hart wie Schlombie würde ich mit dem „Geisterschiff“, und vor allem seinem Regisseur, jetzt nicht umgehen. „Sympathisch schlecht“ ist aber eine Wertung, die ich gut akzeptieren kann.

Freude am Film führt nach einer längeren Pause seine Stanley-Kubrick-Werkschau zu Ende.

– Ein Highlight der Woche liefert L’Amore in città mit einem ausführlichen Portrait des italienischen Regisseurs Umberto Lenzi ab. Lenzi gehört ja zu meinen ausgesprochenen Lieblingen und wird unfairer Weise häufig auf seine Kannibalenfilme und den Schrott, den er in den 90er inszenierte, reduziert. Was nicht nur eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, sondern auch schlichtweg dumm ist. Denn Lenzi schuf nicht nur einige der schönsten, frühen Gialli, sondern war der Meister des „Poliziesco“, des italienischen Polizeifilms. Ein Genre, in dem er in einer beeindruckenden Serie von Filmen ein packendes Highlight nach dem anderen schuf. Höchste Zeit also, dem Mann Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.  Passenderweise gibt es dann gleich noch die Besprechung eines Eurospy-Filmes aus der frühen Phase seiner Karriere noch obendrauf: „Höllenhunde des Secret Service“ von 1965.

– Noch ein Meister, der viel zu wenig besungen wird. Oliver Nöding hat sich auf Remember it for later den beiden letzten Filmen des im letzten Jahr leider verstorbenen Tony Scott angenommen. „The Taking of Pelham 123“ und „Unstoppable“.

– Irgendwann muss ich dem Film wohl eine zweite Chance geben. Als wir „Berberian Sound Studio“ letztes Jahr auf dem Phantastival gezeigt haben, waren die Reaktionen verhalten bis vernichtend. Auch Stefan und ich (die Organisatoren) waren mehr als enttäuscht, hatten wir den Film doch – dank der Vorabberichterstattung – als spannende Giallo-Hommage angekündigt. Beides war er nicht. Zudem irritierte ein ziemlich bedeutungswütige Finale. Mittlerweile mehren sich aber die Lobeshymnen und vielleicht gewinnt der Film, wenn man nicht mit falschen Erwartungen ran geht. Herr Nolte von Die seltsamen Filme des Herrn Nolte reiht sich jedenfalls in die Bewunderer ein.

– Edit 23.07.: Wie mir die Eule in den Kommentaren flüsterte, hat auch Mise en cinéma in dieser Woche den Film besprochen, worauf ich hier gerne noch einmal mit etwas Verspätung hinweise. Auch Robin Schröder findet lobende Worte für „Berberian Sound Studio“.

FranzösischerFilm.de führte ein interessantes Interview mit “Paulette”-Regisseur Jérôme Enrico.

– Der Intergalactic Ape-Man macht sich in seinem Blog Intergalaktische Filmreisen darüber Gedanken „Warum Blu-rays nur super sein könnten… und warum ich immer noch DVDs kaufe.“ Viele teile ich, einige nicht. Lesenswert ist es auf jeden Fall.

– Alexander Gajic schreibt auf seinem Blog real virtuality einen Text über „Die zwei Seiten der digitalen Archivierungslogik„, dessen Kernthesen ich nicht im Geringsten teile. Alexander schreibt: „Obwohl ich (…) nicht dafür sein kann, dass stoffliche Dinge ständig veralten und entsorgt werden (…), so will ich doch dafür einstehen, dass es okay ist, wenn kulturelle Erzeugnisse teilweise in Vergessenheit geraten. Die kulturelle Ausnahme auch hier, sozusagen. Wir müssen lernen, Kultur (zum Teil) wegzuwerfen und nicht zu archivieren.“. Ich gebe zu, wenn ich das lese, dreht sich mir der Magen um. Allerdings bringt es mich zum Nachdenken darüber, ob meine zutiefst ablehnende Haltung gegenüber dieser Einstellung tatsächlich objektiv ist (mir fallen spontan zahlreiche Gegenargumente ein), oder ihre wahren Ursprung doch in mir selber, und meiner eigenen Lust und Freude am Archivieren und in Archiven wühlen, hat. Auf jeden Fall ist der Text eine fruchtbare Diskussionsgrundlage.

– Sehr einverstanden bin dann wieder mit einem weiteren Text aus der Reihe „Forced Entry“ auf Hard Sensations, in dem sich Silvia Szymanski & Maria Wildeisen diesmal den russischen Film „The Day of Love“ vornehmen, „der authentisch nach Benzin, billigem Parfüm, Polyester und Schweiß riecht“.

– Bleiben wir beim Thema. Wie ich bereits an anderer Stelle einige Mal anfügte, ist ein Traum von mir, einmal am sagenumwobenen „Hofbauer Kongress“, einer geschlossenen Veranstaltung für geladene Gäste, teilzunehmen. Dieses Jahr hätte ich mich vielleicht sogar reinmogeln können, allerdings lässt mein Privatleben zurzeit lange Reisen nach Nürnberg nicht zu. Solange vergnüge ich mich dann halt mit dem lebhaften Bericht, den Ciprian David auf Negativ verfasst hat.  Weitere Artikel auf Negativ: Zwei Artikel von Elisabeth Maurer. Einmal über Sam Raimis Prequel zu „Der Zauberer von Oz“ und dann über Nicolas Winding Refns „Only God Forgives“ (den ich gestern im Kino sehen wollte, leider bin ich vorher Zuhause auf dem Sofa eingeschlafen).

– Apropos „Only God Forgives“: Zwar kein Blog-Entrag, aber trotzdem interessant. Christian Fuchs hat für den ORF die Blogger Sebastian Selig (Hard Sensations, Negativ, Splatting Image) und Ciprian David (Negativ) eingeladen, mit ihm über den Film zu sprechen.

– Alex Klotz hat auf hypnosemaschinen wieder etwas feines ausgegraben. Finnisches Kino kenne ich eigentlich nur von den Kaurismäki-Brüdern und die Filmgeschichte Finnlands ist ein weißer Fleck für mich. Mit dem Gruselfilm „The Witch“ von 1954, könnte dieser etwas eingefärbt werden.

– Von vielen Seiten wurde mir schon der österreichische Film „Angst“, den Geralds Kargl 1983 drehte, sehr ans Herz gelegt. Im Gegensatz zu vielen anderen Stimmen, die ihn als sehr intensiv und furchterregend empfanden, sieht Stubenhockerei darin eher komische Seiten. Die Verlinkung zum vollständigen Film auf YouTube gibt es gratis dazu.

– Da ich den Blognamen nicht auf Kyrillisch schreiben kann, übernehme ich mal den Titel aus der URL. Auf symparanekronemoi gibt es einen tollen, informativen Text von Flo Lieb über einen meiner Lieblinge, der mir gründlich den Spaß am Baden im offenen Meer verdorben hat: „Der weiße Hai“.

Okaeri macht auf einige anstehende Veröffentlichungen von Suzuki-Seijun-Filmen aufmerksam, die demnächst bei Subkultur erscheinen sollen.

– Letzte Woche war ein großes Thema in den Blogs, wie Hollywood die „überraschenden“ Drehungen und Wendungen in Filmen immer mehr überstrapaziert. Als besonders negatives Beispiel wurde dort „Know You See Me – Die Unfassbaren“ angeführt. In dieser Woche wird das Thema noch einmal vom Drama Blog aufgegriffen.

– Letztes Jahr hatte ich das Vergnügen, vor einem großen Publikum einige einführende Worte zu einer „Stummfilm +2“-Veranstaltung im City 46 sprechen zu dürfen. Der Film, der damals gezeigt wurde war „Der Golem, wie er in die Welt kam“. Ebenfalls einige Worte findet auch Hoffman in der Reihe „Klassiker der Extraklasse“ auf Drei Cineasten.

– Thomas Groh ist sehr angetan von Joshua Oppenheimers Film „The Act of Killing“ und hat auf seinem filmtagebuch einige Texte zu dieser Dokumentation zusammengesucht.

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Interessanter taz-Artikel über Ezzat Nashashibi

Auf taz.de findet man einen schönen Artikel über den „Haus- und Hofmusiker“ des Bremer Kommunalkinos City 46: Ezzat Nashashibi.

Ezzat Nashashibi begleitet nun schon seit vielen Jahren regelmäßig Stummfilme im City 46. Letztes Jahr hatte er die spannende und gut besuchte Reihe „Stummfilm +2“ ins Leben gerufen, in der er immer zusammen mit einem Gastmusiker die Musik zu einem ausgewählten Stummfilm konzeptionierte und aufführte.

Auch dieses Jahr hat er bereits einige Stummfilme zum Klingen gebracht und wird demnächt auch beim großen Charlie-Chaplin-Festival eine wichtige Rolle spielen.

Wer etwas mehr über Ezzat Nashashibi und seine Art Musik zu gestalten erfahren möchte, dem sei also der taz-Artikel von Wilfried Hippen ans Herz gelegt.

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Open-Air-Kino 2013: “Kino im Hafen” in Bremerhaven und Schlachthof Bremen

Lange hat es gedauert und umso froher bin ich, endlich ein paar Daten für die diesjährige Open-Air-Kino-Saison rausgeben zu können.

Los geht es am 02. und 03. August in unserer Schwesterstadt Bremerhaven, wo traditionell an zwei Abenden Open-Air-Kino im Fischereihafen stattfindet.

Die Veranstaltungen beginnen um 21 Uhr mit einem Vorprogramm. Bei Einbruch der Dunkelheit (ca. 22 Uhr) werden die Filme auf die 200 Quadratmeter große Leinwand im Schaufenster Fischereihafen projiziert. Und das Beste: An beiden Tagen gibt es das Open-Air-Event gratis.

Gezeigt wird zunächst am 02. August die französische Erfolgskomödie „Ziemlich beste Freunde„. Das Highlight (jedenfalls für mich) ist aber der Film, der am 03. August läuft: „20.000 Meilen unter dem Meer„! Der Film mit der (dem?) Krake! Gerade habe ich bei „Monster machen mobil“ in Hamburg einen Ausschnitt aus diesem sehr unterhaltsamen Abenteuerfilm von 1954 gesehen, der so unwahrscheinlich viel Spaß und Appetit gemacht hat, dass ich gerne nach Bremerhaven fahren würde, um ihn in passender Umgebung zu schauen.

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=YxBAq1qZDGU[/youtube]

Mehr Informationen gibt es hier: http://www.kino-im-hafen.de/

 

Weiter geht es dann in Bremen am Schlachthof, wo auch dieses Jahr wieder die Arena für Freiluftkino geöffnet wird. Und das Schönste: Alle Vorführungen sind in 35mm und nicht von BluRay oder – noch schlimmer – DVD. Echtes Kinofeeling also.

Der erste Termin beißt sich leider mit dem „Kino im Hafen“, dürfte aber eh ein anderes Publikum ansprechen. Mit „Oh Boy“ wird am 03. August der große Abräumer beim diesjährigen Deutschen Filmpreis gezeigt, der ja auch schon letztes Jahr beim Internationalen Filmfest in Oldenburg für Furore sorgte und u.a. den Publikumspreis mitnahm. Tom Schilling treibt in diesem Schwarz-Weiß-Film ziellos durch Berlin und gerät in merkwürdige Situationen.

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=OHrZtRt5EKc[/youtube]

Am 10. August schießt sich dann „Django Unchained“ aus der Sklaverei. Quentin Tarantinos oftmals als „Italo-Western“ missverstandener „Southern“ mit Jamie Foxx, Christoph Walz und Leonardo diCaprio. Mir hat der ja sehr gefallen, aber ich habe jetzt auch kein „Django“-Remake erwartet und war von daher nicht so enttäuscht, wie manch anderer.

Die Filme starten um 22:00 Uhr. Eintritt wird wohl € 4,00 sein.

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Originalfassungen in Bremen: 18.07.13 – 24.07.13

Mit „Pacific Rim“ wartet diese Woche ein richtig schwerer Kracher auf das O-Ton-Publikum. Die Trailer haben mich jetzt nicht umgehauen und deuteten auf viel zu viel seelenlose CGI hin. Aber die Kritiken sind doch durchweg positiv, und Guillermo del Toro mag ich eh ganz gerne. Ich bin gespannt. Ebenfalls neugierig bin ich auf „Only God Forgives“, über den ich letzte Woche schon was schrieb, und  auf „Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld“ im City 46.

Pacific Rim 3D – Do.+ Sa. um 19:45 – Die Story in einem Satz: „Riesen-Roboter gegen Riesen-Monster“. Klingt einerseits nett, wenn man ein Herz für japanische Monsterfilme hat, andererseits fürchterlich, wenn man bedenkt, das Hollywood gerne aus solche einer Prämisse gerne mal ultra-patriotische, seelenlose CGI-Spektakel macht. Aber es besteht Hoffnung, denn der Regisseur heißt Guillermo del Toro und der hat mit „Pans Labyrinth“ bewiesen, dass er ein toller Filmemacher ist und mit „Hellboy„, dass er auch mit großer Lust und viel Spaß triviale Comic-Filme inszenieren kann. Und da der talentierte Herr del Toro ein ausgewiesener Fan von „kaiju“ (so heißen Godzilla, Mothra und Co. in Japan) ist, darf man wohl etwas auf die überraschend positiven Kritiken geben. Ich werde auf jeden Fall versuchen, mal ein Auge zu riskieren.

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=5guMumPFBag[/youtube]

Kindsköpfe 2 – Cinemaxx, Fr.+ Di. um 19:45 – Fortsetzung einer scheinbar recht erfolgreichen US-Mainstream-Komödie mit Adam Sandler und Kevin James.

Die Unfassbaren – Now You See Me – Cinemaxx, So., 21.7. um 19:45 – Vier Bühnenmagier (Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher, Dave Franco) tun sich als moderne Robin Hoods zusammen, um mit ihren Shows Geld zu stehlen und dieses dem Publikum zu geben. Ihnen auf den Fersen sind Mark Ruffalo und Morgan Freeman. die bisherigen Kritiken kann man nur als “lauwarm” bezeichnen und in der Schauburg-Sneak fiel der Film auch eher durch. Andererseits ist die IMDb-Bewertung mit 7.5 recht hoch. Regie führt Action-Spezialist Louis Leterrier.

Ich – Einfach unverbesserlich 2 – Cinemaxx, So., 21.7., 20:15 – Fortsetzung des recht erfolgreichen Animationsfilms aus dem Hause Universal. Ich habe den ersten Teil nicht gesehen, weiß aber, dass der so seine Fans hat.

Only God Forgives – Schauburg, So.+Mi. um 21:00 – Tjaaaa…. Ich freue mich ja schon ziemlich drauf, aber die bisherigen Meinungen sind so extrem gespalten, wie ich es in letzter Zeit bei keinem Film gesehen habe. In Cannes einmündig zerrissen und auch danach häufig von harscher Kritik überzogen, mehren sich zur Zeit auch die Stimmen derer, die ihn vehement verteidigen. Scheinbar gibt es hier nur Gut und Böse und nichts dazwischen. Ich bin gespannt.

Paulette – Gondel, Mo., 22.7. um 15:15 – Französische Krimikomödie um eine rüstige und streitbare alte Dame, die durch Zufall zur erfolgreichen Drogendealerin mutiert. Die Titelrolle spielt einer der schönsten und aufregendsten Frau der Nouvelle Vague, die wunderbare Bernadette Lafont (u.a. Truffauts „Ein schönes Mädchen wie ich„, Rivettes „Out 1„).

Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld – City 46, Do.-Mi. immer 20:30 – Portugiesisch-Brasilianischer Spielfilm. Als eine alte Frau im Sterben liegt, bittet sie ihre junge Nachbarin darum, ihren früheren Liebhaber zu finden. Dieser lebt nun in einem Altersheim ausfindig und kann die fünfzig Jahre zurückliegende Geschichte einer unerfüllter Liebe erzählen. Stilistisch dem Stummfilm und vor allem der Ästhetik Murnaus verpflicht, ist der Film Pflichtprogramm für mich. Wenn ich nur etwas mehr Zeit hätte…

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=BzI5X6Kt19A[/youtube]

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 22.07. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 22.07. um 21:45

 

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DVD-Rezension: „Rurouni Kenshin“

Rurouni Kenshin

Japan, Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach einer letzten blutigen Schlacht wird die Meiji-Ära eingeläutet. Nachdem das letzte Blut vergossen ist, schwört Himura Kenshin (Takeru Sato), der bis dahin unter dem Kampfnamen „ Battosai“ ein gefürchteter Killer war, dem Töten ab. 10 Jahre lang zieht der herrenlose Samurai durch das Land. Da erfährt er eines Tages von einem Mörder, der unter seinem alten Namen Furcht und Schrecken verbreitet und die junge Kaoru (Emi Takei) bedroht. Hiruma Kenshin springt der jungen Frau zur Seite und hilft ihr, ihre Kampfsportschule gegen herum streunende Ex-Samurai zu verteidigen. Dabei fällt er dem Polizisten Saito (Yôsuke Eguchi) auf, der ihn noch von früher kennt. Saito bittet Kenshin, ihm im Kampf gegen den Drogenbaron Kanryuu (Teruyuki Kagawa) zu helfen, der das Volk mit Opium gefügig machen will. Zunächst lehnt Kenshin ab, doch dann wird er immer tiefer in den Konflikt hineingezogen, denn auch der geheimnisvolle „Battosai“ scheint mit Kanryuu unter einer Decke zu stecken…

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Einen Film wie „Rurouni Kenshin“ zu besprechen fällt mir etwas schwer. „Rurouni Kenshin“ basiert auf einer bekannten und erfolgreichen Manga-Reihe aus den 90er Jahren, welche bereits einige Anime-Adaptionen hinter sich hat. In der englischsprachigen Welt ist diese Reihe als „Samurai X“ bekannt und beliebt. Nun kenne ich weder das zugrunde liegende Manga, noch die Anime-Reihe. Weshalb ich die hier vorliegende Realverfilmung nicht vergleichen kann. Bei meinen Recherchen über die Reihe habe ich allerdings zwei Dinge gelernt: einiges, was ich an dem Film „Rurouni Kenshin“ auszusetzen habe, ist schon in der Quelle angelegt. Und daher ist es eigentlich unfair eine buchstabengetreue Literaturverfilmung auf Basis des zugrundeliegenden Buches zu kritisieren. Andererseits wäre durchaus Raum für Verbesserungen gewesen, was allerdings die Fans ziemlich verprellt hätte. Aber ist nicht ein Film als singuläres Werk zu sehen? Wie ich lass, war „Rurouni Kenshin“ auch gerade deshalb ein so großer Erfolg, weil er sich dicht und respektvoll an die Vorlage hielt. Für meine Review werde ich versuchen dies aber ausklammern und so tun, als sei „Rurouni Kenshin“ ein originäres Werk. In Japan war die Real-Verfilmung des Mangas übrigens ein großer Erfolg, weshalb Regisseur Keishi Ohtomo bereits gleich zwei Fortsetzungen vorbereitet.

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Nicht nur an seiner Länge von 125 Minuten merkt man „Rurouni Kenshin“ an, dass hier ein episches Werk entstehen sollte. Von den ersten Schlachtszenen bis hin zum finalen, 30 Minuten dauernden Showdown wird großer Wert auf Epik gelegt. Viele Nebenhandlungen, Rückblenden und Charaktere werden mit eingebaut. Aber gerade hier liegt die Krux. Um tatsächlich all dies mit Leben zu füllen, hätte noch locker eine Stunde dran gehängt werden müssen. So wirkt alles etwas atemlos und oberflächlich. Zwar wird der Hauptgeschichte um Himura Kenshin und Kaoru viel Zeit eingeräumt, aber alles um sie herum wirkt skizzenhaft. Einer der interessantesten Charakter ist ein Darth-Vader-ähnlicher Handlanger des Hauptschurken, der sein Gesicht hinter einer Dämonenmaske ala „Onibaba“ verbirgt. Doch mehr als im Hintergrund herumzustehen und am Ende in einem langen Kampf gegen Himura Kenshin anzutreten, wird ihm nicht vergönnt. Etwas mehr zu tun bekommt der Samurai Jine, der sich Himura Kenshin alten Kampfnamen „Battosai“ gegeben hat. Dieser wird zunächst eindrucksvoll als schier unbesiegbarer Antagonist aufgebaut. In einer eindrucksvollen – augenscheinlich durch „Terminator“ inspirierten Szene – metzelt er kurzerhand ein gesamtes Polizeirevier nieder. Nur um dann plötzlich im Hintergrund, und damit fast aus der Handlung zu verschwinden. Wenn er dann zum großen Finale wieder auftaucht, hat man ihn fast schon vergessen gehabt. Der Straßenschläger Sanosuke mit seinem überdimensionalen Schwert wird als lustiger Sidekick eingeführt, aber bis auf ein paar Kämpfe hat er eigentlich keine wirkliche Funktion.

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Das Hauptproblem, welches ich mit „Rurouni Kenshin“ habe ist der Hauptdarsteller Takeru Sato. der den Himura Kenshin spielt. Er wirkt in dieser Rolle viel zu jung und viel zu zart. Einen ehemalige Massenmörder, der nach seit letzten Schlacht , nun schon seit 10 Jahren ruhelos durch die Gegend zieht, stelle ich mir anders vor. Sato wirkt, als wäre er gerade 18 geworden und ist damit für meinen Geschmack viel zu jung für diese Rolle. Sein mädchenhaftes Äußere trägt noch seinen Teil dazu bei, dass Hintergrundgeschichte und äußeres Erscheinungsbild nicht in Einklang ringen zu können. Mir ist bewusst, dass das in den zugrundeliegenden Mangas ebenso war und Sato in der Tat der gezeichneten Figur sehr nahe kommt. Gewiss macht diese gewaltige Diskrepanz zwischen jugendlichem Aussehen und gnadenloser Vergangenheit auch seinen Reiz aus, aber der Film thematisiert dies leider nicht. Ich denke auch nicht, dass dieses Paradox als Plotelement beabsichtigt war. Vielmehr macht es den Anschein, dass „“Rurouni Kenshin“ ganz auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten ist, welches einen älteren Schauspieler nicht als Identifikationsfigur akzeptiert hätte. So wird dann auch die Liebesbeziehung zu Kaoru unschuldig-keusch gehalten und Kaoru ganz auf die Rolle des in Not geratenen kleinen Mädchens reduziert, deren Hauptaufgabe es ist, ständig gerettet zu werden.

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Die Action ist zeitgemäß mit viel CGI-Hilfe umgesetzt. Was zu merkwürdigen Effekten führt, wenn ein Kampf zunächst recht klassisch beginnt, nur damit sich die Kontrahenten recht bald von den Naturgesetzen verabschieden. Manchmal gaukeln rasante Schnitte Dynamik und Schwerbeherrschung vor, manchmal nimmt sich der Film aber auch Zeit die Kämpfe bodenständig zu inszenieren. An Kampfszenen herrscht auf jeden Fall kein Mangel und das langgezogene Finale brennt so manches Feuerwerk ab. Hauptschurke Kanryuu, ein schmierigen, höchst unsympathischen Kapitalisten, nimmt an den Kämpfen nicht aktiv teil. Dafür hat er seine Helfershelfer und eine gewaltiges Maschinengewehr. Schauspieler Teruyuki Kagawa legt diese Figur als Parodie an und übertreibt zum Teil maßlos, was im Kontrast zu zu seinen Mitspielern steht, die sich doch recht zurückhalten.

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„Rurouni Kenshin“ dürfte vor allem Fans des zugrundeliegenden Mangas bzw. Animes begeistern. Generell ist der Film eher auf die Bedürfnisse eines jüngeren Publikum zugeschnitten. Filmfreunde, die mit Samurai-Filmen eher Typen wie Toshirô Mifune, Shintarô Katsu oder Tomisaburô Wakayama verbinden, dürften etwas vor den Kopf gestoßen sein. Mit seiner Länge von 125 Minuten setzt sich „Rurouni Kenshin“ etwas zwischen die Stühle, da diese den zahlreichen Nebencharakteren und -handlungen nicht genug Zeit zu Entfaltung bietet. Hier hätte man sich lieber bei einer kürzeren Laufzeit ganz auf die Haupthandlung konzentrieren sollen.

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Das Bild der Splendid-DVD ist in der Schärfe tadellos, offenbart allerdings eine Schwäche in den Schwarztönen, die einen leichten Grauschleier aufweisen. Der Ton ist sehr dynamisch und die Synchronisation auf von Splendid gewohntem, soliden Niveau. Trotzdem empfiehlt es sich wie immer, auf die Originaltonspur zu wechseln, da die japanische Sprache und Melodie nicht wirklich gut übersetzt werden kann. Extras gibt es bis auf Trailer keine. „“Rurouni Kenshin“ gehört übrigens zu den „“50 Amazing Films, You’ve Probably Never Seen“, die ich hier am letzten Freitag vorgestellt hatte.

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Das Bloggen der Anderen (14-07-13)

bartonfink_type2– Patrick Holzapfel betreibt nicht nur den sehr empfehlenswerten Blog Jugend ohne Film, sondern dreht auch selber Kurzfilme. Für seinen Neusten hat er einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt. In seinem Blog berichtet er über das Konzept und die Dreharbeiten. Zudem macht er sich einige Gedanken darüber, ob Open-Air-Kinos die geeigneten Orte sind, um einen Film zu genießen und sich mit ihm auseinanderzusetzen.

– Harald Mühlbeyer schreibt auf screenshot über das Filmfest München, wo er sich auf die Reihe Neuer Deutscher Film konzentriert hat. Und er ist von diesem Jahrgang wirklich begeistert, der er sah dort etwas, „das hoffentlich zum Trend werden wird: Dass das deutschen Kino weit darüber hinaus ist, ein gesetztes Problem zu verfilmen – wie es in den Vorjahren in diversen deutschen Reihen auf diversen Filmfestivals zu beobachten war –, dass sie vielmehr tatsächlich eine Geschichte filmisch er- und begreifen.“

Der Kinogänger gibt eine gute Vorschau auf das, was da in der zweiten Hälfte des Jahres über die Kinoleinwände flimmern wird.

– Und DVDuell gibt einen Überblick darüber, was demnächst bei der fantastischen Reihe „Masters of Cinema“ des englischen DVD-Verleihs Eureka erscheint.

– Michael Sennhauser berichtet auf sennhausersfilmblog weiterhin vom NIFF 2013, empfiehlt das amerikanische Remake „We Are What We Are“ und den mexikanischen „Here Comes the Devil“ und schreibt ein interessantes Fazit des sympathischen Festivals, welches ich in Zukunft auch gerne mal besuchen möchte.

– Als großer Lars-von-Trier-Verehrer komme ich nicht umhin, auf Robin Schröders „Dogville“-Besprechung auf Mise en cinéma hinzuweisen.

– Die Eule hat sich auf Filmtagebuch der Eule Tod Brownings vorletzten Film „Die Teufels-Puppe“ vorgenommen.

– Und Udo Rotenberg bespricht auf Grün ist die Heide einen der unheimlichsten deutschen Filme der 60er Jahre: Alfred Vorhers meisterhafte Pulp-Verfilmung „Die toten Augen von London“. Als die Edgar Wallace Filme Anfang der 80er alle im ZDF liefen, durfte ich diesen hier als einzigen nicht gucken, da meine Eltern ihn für zu gruselig für meine arme Kinderseele hielten. So hat es dann bis zu der DVD-Veröffentlichung vor einigen Jahren gedauert, bis ich diesen tollen „German Grusel“ endlich das erste Mal sah.

– „Liebe kann wie Gift sein“, heißt der Streifen, den sich Silvia Szymanski ausgesucht hat, um ihn auf Hard Sensations vorzustellen. „Giftig“ ist auch der Regisseur dieses reaktionären Sitten-Dramas aus den miefigen 50ern: Veit Harlan.

– Wir bleiben in Deutschland und in den 50er Jahren. Das Magazin des Glücks hat sich sehr ausführlich mit der Arbeit von Rolf Hädrich beschäftigt, der in den 50ern bis 80ern zahlreiche Filme für das deutsche Fernsehen drehte. Ein sehr spannender und lesenswerter Artikel in dem alle seine Hauptwerke besprochen werden. Zugleich ein toller Blick auf deutsche Fernsehfilmgeschichte.

– „World War Z“ schlägt sich auf den deutschen Leinwänden zurzeit sehr gut. Digitale Leinwand wirft einen Blick auf die visuellen Effekte. Aber noch viel wichtiger: Gerold Marks Bericht über die fortschreitende Digitalisierung des Kinos, den er mit folgenden Worten beginnt: „Um es mal direkt zu sagen: Kinobetreiber, die sich bisher nicht um die Digitalisierung ihrer Säle gekümmert haben, stehen schon bald vor dem Aus. Und das wird, wie ein Blick in Startlisten belegt, schneller passieren, als sie gehofft hatten.“ Das sollte ein Warnschuss für all die Kinos sein, die bisher noch glauben, ohne Digitalisierung zukünftig noch aktuelle Filme zeigen zu können. Und das sage ich als Fan alten, ranzigen Zelluloids. Aber auch Romantiker wie ich, müssen sich der neuen Realität stellen.

– Dazu passend eine Buchbesprechung von ben auf filmosophie: „Postkinematografie – Der Film im digitalen Zeitalter“.

– Zwei Stühle – eine Meinung. Sowohl Alexander Gajic auf real virtuality, als auch zyw auf screenshot (inspiriert von Alexanders Artikel) beschäftigen sich mit dem „Twist-Ending“, also dem überraschenden Schluss, der alles vorangegangene in neuem Licht erscheinen lässt, bzw. mit dem Hang Hollywoods da immer noch wieder einen drauf setzen zu wollen, so dass diese „überraschenden Wendungen“ immer abstruser und ärgerlicher werden. Das Beispiel, welches beide besonders genervt hat ist „Die Unfassbaren – Now You See Me“, der zur Zeit in der Originalfassung im Bremer Cinemaxx läuft.

– Lukas Foerster von Dirty Laundry sprach am 09.07. im Berliner Kino Arsenal ein paar einführende Worte zu einer Vorführung von Roger Donaldsons „No Way Out“. Der Film – ein loses Remake des Noir-Klassikers „The Big Clock“ – war damals der Durchbruch für einen jungen Kevin Costner und ist heute – trotz seiner Qualitäten – schon wieder fast vergessen.

– Sven Safarow schreibt auf Eskalierende Träume über Antonionis Drehbuchautor Tonino Guerra und dessen Roman „Der Parallelmensch“, den „ein Zeugnis dieser verhängnisvollen Amerikareise und eine Art Nachtrag zu „Zabriskie Point““ nennt. Anmerkung dazu: Bei den Dreharbeiten zu diesem Film erlitt Guerra einen Nervenzusammenbruch.

– Auf screen/read wird Dieter Laser interviewt, der einiges über „Human Centipede 3“ zu berichten hat und – ganz Profi – kein Wort über die ganzen Querelen und den Rechtsstreit fallen lässt, die er und Regisseur Tom Sixx im Vorfeld ausgetragen haben. Hier ist nun alles Friede, Freude, Eierkuchen.

– Und zum Schluss: The Nolte auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte über „L’éden et après“ von Alain Robbe-Grillet. Ein Film, den ich auch schon ewig sehen will und der hier schon ewig herum fliegt. Soviel zu tun, so wenig Zeit…

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Total Film präsentiert: „50 Amazing Films You’ve Probably Never Seen“

viyEs gibt ja viele Liste im Internet mit „vergessenen Klassikern“ oder „obskuren Filmen, die man unbedingt sehen muss“, die am Ende immer nur die üblichen Verdächtigen versammeln. Die Listen mit „wilden und verrückten Filmen“, die regelmäßig auf „einestages“ bei „Spiegel Online“ gepostet werden, sind da solche Beispiele für.

Die englische Webseite „Total Film“ hat jetzt aber eine mal wirklich überraschende und hilfreiche Liste veröffentlicht: „50 Amazing Films, You’ve Probably Never Seen„. Und ich muss zugeben, da waren selbst für mich einige Unbekannte dabei, die sich sehr spannend anhören. Z.B. der russische „Viy“ oder der koreanische „The Yellow Sea„. Und „Beyond The Black Rainbow“ würde sich sicherlich gut in unserer „Weird Xperience“-Reihe im Kommunalkino City 46 machen. Andere Filme kenne ich zumindest vom Namen her. „Horrors Of Malformed Men“ und „Mystics In Bali“ z.B. liegen schon seit Jahren als VHS-Kopien bei mir Zuhause und wollen geschaut werden. Und „The Friends Of Eddie Coyle“ hat mir erst kürzlich ein guter Mensch mit seinen wärmsten Empfehlungen in die Hand gedrückt.

Das verfluchte Haus“ habe ich sogar hier schon mal besprochen. Und gerade jetzt sitzte ich an der DVD-Review eines anderen Films, der zu den „50 Amazing“ gehört. Welcher das ist, werdet ihr in Kürze sehen.

Andere Filme, die ich dem geneigten Leser ans Herz legen möchte, wären der großartige „Der Leichenverbrenner„,  „Night of the Devils“ und „Night Train Murders„, von denen es leider (noch) keine vernünftigen, deutschen DVDs gibt, dafür hochwertige US-Importe. Sowie der russische Anti-Kriegsfilm „Come and See„, den ich selber noch nicht gesehen habe, von dem ich aber hörte, dass er das „Anti“ in „Antikriegsfilm“ im Gegensatz zu manch anderen Vertretern dieser Gattung sehr ernst nimmt. Ansonsten gibt es in der Liste – die offenbar von einem großen Freddie-Francis-Fan zusammengestellt wurde – aber auch noch so einiges mehr, an tollen Sachen zu finden.

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!

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Originalfassungen in Bremen: 11.07.13 – 17.07.13

So groß merkt man die Sommerpause gar nicht. Die Liste mit den O-Fassungen ist noch immer angenehm lang und wartet nächsten Mittwoch mit einem echten Highlight auf. In der Schauburg gibt es erst Nicolas Winding Refns Meisterwerk „Drive“ und dann seinen neuen, sehr zwiespältig aufgenommenen Film „Only God Forgives“. Aufgrund der extrem polarisierenden Kritiken – und weil ich Refn sehr gerne mag – bin ich extrem gespannt. Leider ist Mittwochs 23:00 Uhr bei mir nicht machbar – aber es gibt ja hoffentlich noch andere Gelegenheiten.

Die Unfassbaren – Now You See Me – Cinemaxx, Do., Fr.-Mi. immer 19:50 – Vier Bühnenmagier (Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher, Dave Franco) tun sich als moderne Robin Hoods zusammen, um mit ihren Shows Geld zu stehlen und dieses dem Publikum zu geben. Ihnen auf den Fersen sind Mark Ruffalo und Morgan Freeman. die bisherigen Kritiken kann man nur als „lauwarm“ bezeichnen und in der Schauburg-Sneak fiel der Film auch eher durch. Andererseits ist die IMDb-Bewertung mit 7.5 recht hoch. Regie führt Action-Spezialist Louis Leterrier.

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Ich – Einfach unverbesserlich 2 – Cinemaxx, Fr. um 20:00 und So. 19:30 (in 3D) – Fortsetzung des recht erfolgreichen Animationsfilms aus dem Hause Universal. Ich habe den ersten Teil nicht gesehen, weiß aber, dass der so seine Fans hat.

World War Z – Cinemaxx, Di., 16.7. um 20:15 -Big-Budget-Zombie-Horror. Wer hätte das einst gedacht, wo alles, was nur im Entferntesten nach “Zombie” roch, für den deutschen Videomarkt bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Mit Romero oder Fulci haben die modernen Zombies auch nichts mehr zu tun. Und statt Ken Foree oder Al Cliver kämpft heute Brad Pitt gegen die Untoten-Seuche. Und “Seuche” trifft es wohl sehr gut, denn der moderne Zombiefilm ähnelt eher Seuchenfilmen wie “Outbreak” oder “Contagion“. Trotz vieler Nachdrehs und Kompromissen, soll “World War Z” aber doch wider Erwarten recht anständig geworden sein. Trotz Marc “Wackelkamera” Forster auf dem Regiestuhl, der “Ein Quantum Trost” so nachhaltig versaut hat.

Feu (Feuer) 3D – Cinemaxx, Do., 11.7. um 20:00 – Mischung aus Show und Doku aus dem Pariser „Crazy Horse“.

7 Tage in Havnaa – Schauburg, So., 14.7. um 21:00 – Französisch-spanischer Episodenfilm, in dem sieben renommierte Regisseure (u.a Benicio Del Toro, Laurent Cantet und Gaspar Noe!) aus unterschiedlichen Ländern ihren persönlichen Blick auf Havanna werfen. Mit Josh Hutcherson, Daniel Brühl und dem Regisseur Emir Kusturica. Lief im April schon mal beim Kuba Festival.

Drive – Schauburg, Mi., 17.7., 21:00 – Letztes Jahr im Kino gesehen und es war ein ziemlich schönes Erlebnis, welches den Film auf Platz 2 meiner Jahres-Charts katapultiert hat. Windings zweitbester Film nach „Valhalla Rising„. Ein guter Start für ein Nicolas Winding Refn Double-Feature mit seinem neuen Film „Only God Forgives“, der im Anschluss läuft.

Only God Forgives – Schauburg, Mi., 17.7., 23:00 – Tjaaaa…. Ich freue mich ja schon ziemlich drauf, aber die bisherigen Meinungen sind so extrem gespalten, wie ich es in letzter Zeit bei keinem Film gesehen habe. In Cannes einmündig zerrissen und auch danach häufig von harscher Kritik überzogen, mehren sich zur Zeit auch die Stimmen derer, die ihn vehement verteidigen. Scheinbar gibt es hier nur Gut und Böse und nichts dazwischen. Ich bin gespannt.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=FAgirTtfobk[/youtube]

Das Glück der großen Dinge – Gondel, So., 14.7. um 21:00 – Modernisierte Verfilmung des Romans „Maisie“ von Henry James aus dem Jahr 1897. Zwei Eltern kämpfen bei der Scheidung um das Sorgerecht ihrer kleinen Tochter, ohne dabei irgendeine Rücksicht auf ihr Seelenheil zu nehmen. Mit Julianne Moore und Steve Coogan.

The United States of Hoodoo – City 46, Do.-Mi. immer 20:00 – Deutsch-amerikanischen Doku über den Schriftsteller Darius James, der die Inspirationsquellen afroamerikanischer Kultur sucht.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 15.07. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 15.07. um 21:45

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Das Bloggen der Anderen (08-07-13)

bartonfink_type2– Ich erinnere mich noch sehr gut dran, wie ich das allererste Mal in unserem Kommunalkino war. Das war 1998 und der Anlass war eine Aufführung zum 10. Jahrestag von Jörg Buttgereits „Nekromantik“. Da ich niemanden fand, der mich begleiten wollte, war es auch das erste Mal, dass ich allein ins Kino ging. Überraschend war, dass in dem gut gefüllten Kino fast niemand in meinem Alter war, sondern eher „gehobene“ Herrschaften mit Sektgläsern. Zumindest war das mein Gefühl. Jörg Buttgereit war persönlich anwesend und stand nach dem Film für eine gesellige Plauderrunde zur Verfügung, an die ich mich sehr gerne zurückerinnere. Als Vorfilm gab es damals seinen Kurzfilm „Mein Papi“, der mich sogar noch mehr begeisterte – weil tief berührte – als der Hauptfilm. Auf Stubenhockerei wird er vorgestellt und besprochen. Dort finden sich noch andere nette Reviews, z.B. zu „Night of the Living Dead“ und einiges von Stan Brakhage.

– Karlovy Vary, das ehemalige Karlsbad, ist eine kleine Stadt im Westen der Tschechischen Republik, nahe der deutschen Grenze und 130 km von Prag entfernt. Außerdem beherbergt sie das drittälteste Filmfestival Europas. Irgendwann einmal möchte ich dieses besuchen, mag ich doch Tschechien sehr gerne und wollte auch Prag gerne mal einen privaten Besuch abstatten (geschäftlich war ich schon öfter dort, aber das war immer ein einziges Gehetze). Jetzt kann ich erst einmal in Fréderic Jaegers dreiteiligem Bericht (Teil 1, Teil 2, Teil 3) vom diesjährigen Festival auf critic.de schmökern.

– Zwischen dem 7. und 31. Juli (und möglicherweise auch im August) findet im Metropolis in Hamburg eine große Seijun-Suzuki-Retrospektive durch die Japan Foundation statt. Und hätte Japankino nicht darauf hingewiesen, wäre dies aufgrund der schlechten Informationspolitik der Foundation sicherlich etwas untergegangen.

– Michael Sennhauser war auf dem Neuchâtel International Fantastic Film Festival, welches ein wunderbar gemütliches und entspanntes Festival für den fantastischen Film zu sein scheint. Sennhauser fühlt sich hier jedenfalls sehr wohl und hat auf sennhausersfilmblog eine kleine Liebeserklärung an das NIFF verfasst – mit einer Übersicht über die dort gezeigten Highlights. Ein paar Empfehlungen (nicht unwichtig für unser Phantastival im November) gibt es auch: Den Schweizer Vampirfilm „Chimères“ und Vincenzo Natalis „Haunter“.

– Unter dem Titel „Elio Petri – das vergessene Genie 1929 – 1982“ hat Udo Rotenberg auf  L’amore in città ein schönes Portrait des italienischen Meisterregisseurs verfasst, von dem vor Kurzem einige Filme auch in Deutschland auf DVD erschienen sind (meine entsprechenden Reviews zu „Das 10. Opfer“ und „Die Elio-Petri-Box“ findet man hier und hier).

– Witz, Wahnsinn oder beides? Eine weitere Review zu Jürgen Enz‘ „Herbstromanze“. Irgendwie wird dieser Film gerade durch meine Lieblingsblogs gereicht, und da findet man sich schon irgendwie „un-hip“, wenn man dieses Werk, welches Michael Schleeh in seiner Besprechung auf Negativ wohl nicht zu Unrecht als „Füllhorn der Trübnis“ überschreibt, nicht gesehen hat.

– Dominik Graf ist immer eine Filmbesprechung wert. Auf Magazin des Glücks gibt es gleich zwei. Mir war gar nicht bewusst, dass Graf Anfang der 80er den „Trio“-Film „Drei gegen Drei“ gedreht hat. Ist scheinbar aber auch keine Wissenslücke, obwohl ich Trio, jenseits der Hits, ziemlich gut finde. Sehr viel bekannter ist da sein legendärer „Tatort“: „Frau Bu lacht“.

– Die Cinema war Anfang der 80er die erste Filmzeitschrift, die ich mir regelmäßig kaufte. Mit 14 waren mir die oftmals sehr offenherzigen Bilder diverser damals in die Kinos kommender Erotikfilme gleichermaßen peinlich, wie erregend. Ich erinnere mich noch heute an jedes kleine Detail der großformatigen Fotos aus „Emmanuelle 4“, „Der Schlüssel“, „Die Geschichte der O. – Teil 2“ und… „Gwendoline“. Gesehen habe ich – bis auf den tollen „Der Schlüssel“ – bisher keinen dieser Filme. Aber The Nolte hat auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte jetzt „Gwendoline“ besprochen und ich glaube, zumindest den hole ich mal nach.

– Vor einigen Wochen starb einer der spannendsten Regisseure Russlands: Aleksei Balabanov. Von ihm kenne ich bisher nur den ziemlich schockierenden „Cargo 200“, sein „Of Freaks and Men“ steht aber schon lange auf meiner Wunschliste. Eine Kurzbesprechung seines letzten Films „Me, too“ gibt es auf Filmtagebuch der Eule.

– Martin Beck weißt auf Reihe Sieben auf eine BBC-Dokumentation über das legendäre Filmstudio Cannon hin, die man kostenlos auf YouTube findet. Ohne Cannon hätten die Videotheken in den 80ern wohl anders ausgesehen.  Außerdem macht er sich ein paar interessante Gedanken über die Folgen, die der neuste Disney-Megaflop „Lone Ranger“ hinter sich herziehen kann.

– Vor zwei Jahren habe ich auf dem Internationalen Filmfest in Oldenburg den sympathischen Schweden Filip Tegstedt kennengelernt, der dort sein Debüt „Marianne“ zeigte. Nun berichtet screenread, dass sein Film leider nur in Schweden einen DVD-Verleih fand, weshalb er ihn nun selbst vertreibt. Und screenread fragt: „A future model for the independent market?“ http://www.screenread.de/marianne-tegstedt-self-distribution-vod-independent/

– Lesenswert! Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film zieht die Bilanz des ersten Kinohalbjahres 2013 und stellt fest, dass es bisher ein Jahr der Mütter in all ihren Facetten war.

– „Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss“ ist ein geflügeltes Wort. Den gleichnamigen Film von 1988 kennt hier kaum jemand, obwohl er in Frankreich Kultstatus genießt. Davids langes und detailliertes Essay auf Whoknowspresents kann hier Abhilfe schaffen.

– Wieder einmal merke ich, wie unendlich reich an Meisterwerken die zweite Hälfte der 20er Jahre war, kurz vor dem Durchbruch des Tonfilmes, der gnadenlos den Reset-Knopf drückte. Annika ist auf Die Filme, die ich rief bei zwei weiteren meiner „Filme, für die man sterben kann“ angekommen: Die beiden so unterschiedlichen „Sunrise“ von F.W. Murnau und „Der Mann mit der Kamera“ von Dziga Vertov.

– Laika haben „Coraline“ und „ParaNorman“ produziert und jetzt kommt ihr nächster Streich: „The Box Trolls“. Gerold Marks stellt ihn auf Digitale Leinwand vor. Sieht sehr vielversprechend aus.

– Christoph Hochhäuser macht sich auf seinem Blog Parallel Film über das Politische bzw. dessen Abwesenheit im heutigen deutschen Film Gedanken.

– Und zu guter Letzt: Nikolaus Perneczky hat auf Kinolaus einen Text über den sehr tollen „Leben und Sterben in L.A.“ veröffentlicht, den er als Einführung in den Film bei der „Real Eighties“-Veranstaltung in Berlin gehalten hat.

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