Open-Air-Kino 2013: “Kino im Hafen” in Bremerhaven und Schlachthof Bremen

Lange hat es gedauert und umso froher bin ich, endlich ein paar Daten für die diesjährige Open-Air-Kino-Saison rausgeben zu können.

Los geht es am 02. und 03. August in unserer Schwesterstadt Bremerhaven, wo traditionell an zwei Abenden Open-Air-Kino im Fischereihafen stattfindet.

Die Veranstaltungen beginnen um 21 Uhr mit einem Vorprogramm. Bei Einbruch der Dunkelheit (ca. 22 Uhr) werden die Filme auf die 200 Quadratmeter große Leinwand im Schaufenster Fischereihafen projiziert. Und das Beste: An beiden Tagen gibt es das Open-Air-Event gratis.

Gezeigt wird zunächst am 02. August die französische Erfolgskomödie „Ziemlich beste Freunde„. Das Highlight (jedenfalls für mich) ist aber der Film, der am 03. August läuft: „20.000 Meilen unter dem Meer„! Der Film mit der (dem?) Krake! Gerade habe ich bei „Monster machen mobil“ in Hamburg einen Ausschnitt aus diesem sehr unterhaltsamen Abenteuerfilm von 1954 gesehen, der so unwahrscheinlich viel Spaß und Appetit gemacht hat, dass ich gerne nach Bremerhaven fahren würde, um ihn in passender Umgebung zu schauen.

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Mehr Informationen gibt es hier: http://www.kino-im-hafen.de/

 

Weiter geht es dann in Bremen am Schlachthof, wo auch dieses Jahr wieder die Arena für Freiluftkino geöffnet wird. Und das Schönste: Alle Vorführungen sind in 35mm und nicht von BluRay oder – noch schlimmer – DVD. Echtes Kinofeeling also.

Der erste Termin beißt sich leider mit dem „Kino im Hafen“, dürfte aber eh ein anderes Publikum ansprechen. Mit „Oh Boy“ wird am 03. August der große Abräumer beim diesjährigen Deutschen Filmpreis gezeigt, der ja auch schon letztes Jahr beim Internationalen Filmfest in Oldenburg für Furore sorgte und u.a. den Publikumspreis mitnahm. Tom Schilling treibt in diesem Schwarz-Weiß-Film ziellos durch Berlin und gerät in merkwürdige Situationen.

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Am 10. August schießt sich dann „Django Unchained“ aus der Sklaverei. Quentin Tarantinos oftmals als „Italo-Western“ missverstandener „Southern“ mit Jamie Foxx, Christoph Walz und Leonardo diCaprio. Mir hat der ja sehr gefallen, aber ich habe jetzt auch kein „Django“-Remake erwartet und war von daher nicht so enttäuscht, wie manch anderer.

Die Filme starten um 22:00 Uhr. Eintritt wird wohl € 4,00 sein.

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Originalfassungen in Bremen: 18.07.13 – 24.07.13

Mit „Pacific Rim“ wartet diese Woche ein richtig schwerer Kracher auf das O-Ton-Publikum. Die Trailer haben mich jetzt nicht umgehauen und deuteten auf viel zu viel seelenlose CGI hin. Aber die Kritiken sind doch durchweg positiv, und Guillermo del Toro mag ich eh ganz gerne. Ich bin gespannt. Ebenfalls neugierig bin ich auf „Only God Forgives“, über den ich letzte Woche schon was schrieb, und  auf „Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld“ im City 46.

Pacific Rim 3D – Do.+ Sa. um 19:45 – Die Story in einem Satz: „Riesen-Roboter gegen Riesen-Monster“. Klingt einerseits nett, wenn man ein Herz für japanische Monsterfilme hat, andererseits fürchterlich, wenn man bedenkt, das Hollywood gerne aus solche einer Prämisse gerne mal ultra-patriotische, seelenlose CGI-Spektakel macht. Aber es besteht Hoffnung, denn der Regisseur heißt Guillermo del Toro und der hat mit „Pans Labyrinth“ bewiesen, dass er ein toller Filmemacher ist und mit „Hellboy„, dass er auch mit großer Lust und viel Spaß triviale Comic-Filme inszenieren kann. Und da der talentierte Herr del Toro ein ausgewiesener Fan von „kaiju“ (so heißen Godzilla, Mothra und Co. in Japan) ist, darf man wohl etwas auf die überraschend positiven Kritiken geben. Ich werde auf jeden Fall versuchen, mal ein Auge zu riskieren.

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Kindsköpfe 2 – Cinemaxx, Fr.+ Di. um 19:45 – Fortsetzung einer scheinbar recht erfolgreichen US-Mainstream-Komödie mit Adam Sandler und Kevin James.

Die Unfassbaren – Now You See Me – Cinemaxx, So., 21.7. um 19:45 – Vier Bühnenmagier (Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher, Dave Franco) tun sich als moderne Robin Hoods zusammen, um mit ihren Shows Geld zu stehlen und dieses dem Publikum zu geben. Ihnen auf den Fersen sind Mark Ruffalo und Morgan Freeman. die bisherigen Kritiken kann man nur als “lauwarm” bezeichnen und in der Schauburg-Sneak fiel der Film auch eher durch. Andererseits ist die IMDb-Bewertung mit 7.5 recht hoch. Regie führt Action-Spezialist Louis Leterrier.

Ich – Einfach unverbesserlich 2 – Cinemaxx, So., 21.7., 20:15 – Fortsetzung des recht erfolgreichen Animationsfilms aus dem Hause Universal. Ich habe den ersten Teil nicht gesehen, weiß aber, dass der so seine Fans hat.

Only God Forgives – Schauburg, So.+Mi. um 21:00 – Tjaaaa…. Ich freue mich ja schon ziemlich drauf, aber die bisherigen Meinungen sind so extrem gespalten, wie ich es in letzter Zeit bei keinem Film gesehen habe. In Cannes einmündig zerrissen und auch danach häufig von harscher Kritik überzogen, mehren sich zur Zeit auch die Stimmen derer, die ihn vehement verteidigen. Scheinbar gibt es hier nur Gut und Böse und nichts dazwischen. Ich bin gespannt.

Paulette – Gondel, Mo., 22.7. um 15:15 – Französische Krimikomödie um eine rüstige und streitbare alte Dame, die durch Zufall zur erfolgreichen Drogendealerin mutiert. Die Titelrolle spielt einer der schönsten und aufregendsten Frau der Nouvelle Vague, die wunderbare Bernadette Lafont (u.a. Truffauts „Ein schönes Mädchen wie ich„, Rivettes „Out 1„).

Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld – City 46, Do.-Mi. immer 20:30 – Portugiesisch-Brasilianischer Spielfilm. Als eine alte Frau im Sterben liegt, bittet sie ihre junge Nachbarin darum, ihren früheren Liebhaber zu finden. Dieser lebt nun in einem Altersheim ausfindig und kann die fünfzig Jahre zurückliegende Geschichte einer unerfüllter Liebe erzählen. Stilistisch dem Stummfilm und vor allem der Ästhetik Murnaus verpflicht, ist der Film Pflichtprogramm für mich. Wenn ich nur etwas mehr Zeit hätte…

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=BzI5X6Kt19A[/youtube]

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 22.07. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 22.07. um 21:45

 

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DVD-Rezension: „Rurouni Kenshin“

Rurouni Kenshin

Japan, Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach einer letzten blutigen Schlacht wird die Meiji-Ära eingeläutet. Nachdem das letzte Blut vergossen ist, schwört Himura Kenshin (Takeru Sato), der bis dahin unter dem Kampfnamen „ Battosai“ ein gefürchteter Killer war, dem Töten ab. 10 Jahre lang zieht der herrenlose Samurai durch das Land. Da erfährt er eines Tages von einem Mörder, der unter seinem alten Namen Furcht und Schrecken verbreitet und die junge Kaoru (Emi Takei) bedroht. Hiruma Kenshin springt der jungen Frau zur Seite und hilft ihr, ihre Kampfsportschule gegen herum streunende Ex-Samurai zu verteidigen. Dabei fällt er dem Polizisten Saito (Yôsuke Eguchi) auf, der ihn noch von früher kennt. Saito bittet Kenshin, ihm im Kampf gegen den Drogenbaron Kanryuu (Teruyuki Kagawa) zu helfen, der das Volk mit Opium gefügig machen will. Zunächst lehnt Kenshin ab, doch dann wird er immer tiefer in den Konflikt hineingezogen, denn auch der geheimnisvolle „Battosai“ scheint mit Kanryuu unter einer Decke zu stecken…

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Einen Film wie „Rurouni Kenshin“ zu besprechen fällt mir etwas schwer. „Rurouni Kenshin“ basiert auf einer bekannten und erfolgreichen Manga-Reihe aus den 90er Jahren, welche bereits einige Anime-Adaptionen hinter sich hat. In der englischsprachigen Welt ist diese Reihe als „Samurai X“ bekannt und beliebt. Nun kenne ich weder das zugrunde liegende Manga, noch die Anime-Reihe. Weshalb ich die hier vorliegende Realverfilmung nicht vergleichen kann. Bei meinen Recherchen über die Reihe habe ich allerdings zwei Dinge gelernt: einiges, was ich an dem Film „Rurouni Kenshin“ auszusetzen habe, ist schon in der Quelle angelegt. Und daher ist es eigentlich unfair eine buchstabengetreue Literaturverfilmung auf Basis des zugrundeliegenden Buches zu kritisieren. Andererseits wäre durchaus Raum für Verbesserungen gewesen, was allerdings die Fans ziemlich verprellt hätte. Aber ist nicht ein Film als singuläres Werk zu sehen? Wie ich lass, war „Rurouni Kenshin“ auch gerade deshalb ein so großer Erfolg, weil er sich dicht und respektvoll an die Vorlage hielt. Für meine Review werde ich versuchen dies aber ausklammern und so tun, als sei „Rurouni Kenshin“ ein originäres Werk. In Japan war die Real-Verfilmung des Mangas übrigens ein großer Erfolg, weshalb Regisseur Keishi Ohtomo bereits gleich zwei Fortsetzungen vorbereitet.

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Nicht nur an seiner Länge von 125 Minuten merkt man „Rurouni Kenshin“ an, dass hier ein episches Werk entstehen sollte. Von den ersten Schlachtszenen bis hin zum finalen, 30 Minuten dauernden Showdown wird großer Wert auf Epik gelegt. Viele Nebenhandlungen, Rückblenden und Charaktere werden mit eingebaut. Aber gerade hier liegt die Krux. Um tatsächlich all dies mit Leben zu füllen, hätte noch locker eine Stunde dran gehängt werden müssen. So wirkt alles etwas atemlos und oberflächlich. Zwar wird der Hauptgeschichte um Himura Kenshin und Kaoru viel Zeit eingeräumt, aber alles um sie herum wirkt skizzenhaft. Einer der interessantesten Charakter ist ein Darth-Vader-ähnlicher Handlanger des Hauptschurken, der sein Gesicht hinter einer Dämonenmaske ala „Onibaba“ verbirgt. Doch mehr als im Hintergrund herumzustehen und am Ende in einem langen Kampf gegen Himura Kenshin anzutreten, wird ihm nicht vergönnt. Etwas mehr zu tun bekommt der Samurai Jine, der sich Himura Kenshin alten Kampfnamen „Battosai“ gegeben hat. Dieser wird zunächst eindrucksvoll als schier unbesiegbarer Antagonist aufgebaut. In einer eindrucksvollen – augenscheinlich durch „Terminator“ inspirierten Szene – metzelt er kurzerhand ein gesamtes Polizeirevier nieder. Nur um dann plötzlich im Hintergrund, und damit fast aus der Handlung zu verschwinden. Wenn er dann zum großen Finale wieder auftaucht, hat man ihn fast schon vergessen gehabt. Der Straßenschläger Sanosuke mit seinem überdimensionalen Schwert wird als lustiger Sidekick eingeführt, aber bis auf ein paar Kämpfe hat er eigentlich keine wirkliche Funktion.

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Das Hauptproblem, welches ich mit „Rurouni Kenshin“ habe ist der Hauptdarsteller Takeru Sato. der den Himura Kenshin spielt. Er wirkt in dieser Rolle viel zu jung und viel zu zart. Einen ehemalige Massenmörder, der nach seit letzten Schlacht , nun schon seit 10 Jahren ruhelos durch die Gegend zieht, stelle ich mir anders vor. Sato wirkt, als wäre er gerade 18 geworden und ist damit für meinen Geschmack viel zu jung für diese Rolle. Sein mädchenhaftes Äußere trägt noch seinen Teil dazu bei, dass Hintergrundgeschichte und äußeres Erscheinungsbild nicht in Einklang ringen zu können. Mir ist bewusst, dass das in den zugrundeliegenden Mangas ebenso war und Sato in der Tat der gezeichneten Figur sehr nahe kommt. Gewiss macht diese gewaltige Diskrepanz zwischen jugendlichem Aussehen und gnadenloser Vergangenheit auch seinen Reiz aus, aber der Film thematisiert dies leider nicht. Ich denke auch nicht, dass dieses Paradox als Plotelement beabsichtigt war. Vielmehr macht es den Anschein, dass „“Rurouni Kenshin“ ganz auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten ist, welches einen älteren Schauspieler nicht als Identifikationsfigur akzeptiert hätte. So wird dann auch die Liebesbeziehung zu Kaoru unschuldig-keusch gehalten und Kaoru ganz auf die Rolle des in Not geratenen kleinen Mädchens reduziert, deren Hauptaufgabe es ist, ständig gerettet zu werden.

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Die Action ist zeitgemäß mit viel CGI-Hilfe umgesetzt. Was zu merkwürdigen Effekten führt, wenn ein Kampf zunächst recht klassisch beginnt, nur damit sich die Kontrahenten recht bald von den Naturgesetzen verabschieden. Manchmal gaukeln rasante Schnitte Dynamik und Schwerbeherrschung vor, manchmal nimmt sich der Film aber auch Zeit die Kämpfe bodenständig zu inszenieren. An Kampfszenen herrscht auf jeden Fall kein Mangel und das langgezogene Finale brennt so manches Feuerwerk ab. Hauptschurke Kanryuu, ein schmierigen, höchst unsympathischen Kapitalisten, nimmt an den Kämpfen nicht aktiv teil. Dafür hat er seine Helfershelfer und eine gewaltiges Maschinengewehr. Schauspieler Teruyuki Kagawa legt diese Figur als Parodie an und übertreibt zum Teil maßlos, was im Kontrast zu zu seinen Mitspielern steht, die sich doch recht zurückhalten.

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„Rurouni Kenshin“ dürfte vor allem Fans des zugrundeliegenden Mangas bzw. Animes begeistern. Generell ist der Film eher auf die Bedürfnisse eines jüngeren Publikum zugeschnitten. Filmfreunde, die mit Samurai-Filmen eher Typen wie Toshirô Mifune, Shintarô Katsu oder Tomisaburô Wakayama verbinden, dürften etwas vor den Kopf gestoßen sein. Mit seiner Länge von 125 Minuten setzt sich „Rurouni Kenshin“ etwas zwischen die Stühle, da diese den zahlreichen Nebencharakteren und -handlungen nicht genug Zeit zu Entfaltung bietet. Hier hätte man sich lieber bei einer kürzeren Laufzeit ganz auf die Haupthandlung konzentrieren sollen.

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Das Bild der Splendid-DVD ist in der Schärfe tadellos, offenbart allerdings eine Schwäche in den Schwarztönen, die einen leichten Grauschleier aufweisen. Der Ton ist sehr dynamisch und die Synchronisation auf von Splendid gewohntem, soliden Niveau. Trotzdem empfiehlt es sich wie immer, auf die Originaltonspur zu wechseln, da die japanische Sprache und Melodie nicht wirklich gut übersetzt werden kann. Extras gibt es bis auf Trailer keine. „“Rurouni Kenshin“ gehört übrigens zu den „“50 Amazing Films, You’ve Probably Never Seen“, die ich hier am letzten Freitag vorgestellt hatte.

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Das Bloggen der Anderen (14-07-13)

bartonfink_type2– Patrick Holzapfel betreibt nicht nur den sehr empfehlenswerten Blog Jugend ohne Film, sondern dreht auch selber Kurzfilme. Für seinen Neusten hat er einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt. In seinem Blog berichtet er über das Konzept und die Dreharbeiten. Zudem macht er sich einige Gedanken darüber, ob Open-Air-Kinos die geeigneten Orte sind, um einen Film zu genießen und sich mit ihm auseinanderzusetzen.

– Harald Mühlbeyer schreibt auf screenshot über das Filmfest München, wo er sich auf die Reihe Neuer Deutscher Film konzentriert hat. Und er ist von diesem Jahrgang wirklich begeistert, der er sah dort etwas, „das hoffentlich zum Trend werden wird: Dass das deutschen Kino weit darüber hinaus ist, ein gesetztes Problem zu verfilmen – wie es in den Vorjahren in diversen deutschen Reihen auf diversen Filmfestivals zu beobachten war –, dass sie vielmehr tatsächlich eine Geschichte filmisch er- und begreifen.“

Der Kinogänger gibt eine gute Vorschau auf das, was da in der zweiten Hälfte des Jahres über die Kinoleinwände flimmern wird.

– Und DVDuell gibt einen Überblick darüber, was demnächst bei der fantastischen Reihe „Masters of Cinema“ des englischen DVD-Verleihs Eureka erscheint.

– Michael Sennhauser berichtet auf sennhausersfilmblog weiterhin vom NIFF 2013, empfiehlt das amerikanische Remake „We Are What We Are“ und den mexikanischen „Here Comes the Devil“ und schreibt ein interessantes Fazit des sympathischen Festivals, welches ich in Zukunft auch gerne mal besuchen möchte.

– Als großer Lars-von-Trier-Verehrer komme ich nicht umhin, auf Robin Schröders „Dogville“-Besprechung auf Mise en cinéma hinzuweisen.

– Die Eule hat sich auf Filmtagebuch der Eule Tod Brownings vorletzten Film „Die Teufels-Puppe“ vorgenommen.

– Und Udo Rotenberg bespricht auf Grün ist die Heide einen der unheimlichsten deutschen Filme der 60er Jahre: Alfred Vorhers meisterhafte Pulp-Verfilmung „Die toten Augen von London“. Als die Edgar Wallace Filme Anfang der 80er alle im ZDF liefen, durfte ich diesen hier als einzigen nicht gucken, da meine Eltern ihn für zu gruselig für meine arme Kinderseele hielten. So hat es dann bis zu der DVD-Veröffentlichung vor einigen Jahren gedauert, bis ich diesen tollen „German Grusel“ endlich das erste Mal sah.

– „Liebe kann wie Gift sein“, heißt der Streifen, den sich Silvia Szymanski ausgesucht hat, um ihn auf Hard Sensations vorzustellen. „Giftig“ ist auch der Regisseur dieses reaktionären Sitten-Dramas aus den miefigen 50ern: Veit Harlan.

– Wir bleiben in Deutschland und in den 50er Jahren. Das Magazin des Glücks hat sich sehr ausführlich mit der Arbeit von Rolf Hädrich beschäftigt, der in den 50ern bis 80ern zahlreiche Filme für das deutsche Fernsehen drehte. Ein sehr spannender und lesenswerter Artikel in dem alle seine Hauptwerke besprochen werden. Zugleich ein toller Blick auf deutsche Fernsehfilmgeschichte.

– „World War Z“ schlägt sich auf den deutschen Leinwänden zurzeit sehr gut. Digitale Leinwand wirft einen Blick auf die visuellen Effekte. Aber noch viel wichtiger: Gerold Marks Bericht über die fortschreitende Digitalisierung des Kinos, den er mit folgenden Worten beginnt: „Um es mal direkt zu sagen: Kinobetreiber, die sich bisher nicht um die Digitalisierung ihrer Säle gekümmert haben, stehen schon bald vor dem Aus. Und das wird, wie ein Blick in Startlisten belegt, schneller passieren, als sie gehofft hatten.“ Das sollte ein Warnschuss für all die Kinos sein, die bisher noch glauben, ohne Digitalisierung zukünftig noch aktuelle Filme zeigen zu können. Und das sage ich als Fan alten, ranzigen Zelluloids. Aber auch Romantiker wie ich, müssen sich der neuen Realität stellen.

– Dazu passend eine Buchbesprechung von ben auf filmosophie: „Postkinematografie – Der Film im digitalen Zeitalter“.

– Zwei Stühle – eine Meinung. Sowohl Alexander Gajic auf real virtuality, als auch zyw auf screenshot (inspiriert von Alexanders Artikel) beschäftigen sich mit dem „Twist-Ending“, also dem überraschenden Schluss, der alles vorangegangene in neuem Licht erscheinen lässt, bzw. mit dem Hang Hollywoods da immer noch wieder einen drauf setzen zu wollen, so dass diese „überraschenden Wendungen“ immer abstruser und ärgerlicher werden. Das Beispiel, welches beide besonders genervt hat ist „Die Unfassbaren – Now You See Me“, der zur Zeit in der Originalfassung im Bremer Cinemaxx läuft.

– Lukas Foerster von Dirty Laundry sprach am 09.07. im Berliner Kino Arsenal ein paar einführende Worte zu einer Vorführung von Roger Donaldsons „No Way Out“. Der Film – ein loses Remake des Noir-Klassikers „The Big Clock“ – war damals der Durchbruch für einen jungen Kevin Costner und ist heute – trotz seiner Qualitäten – schon wieder fast vergessen.

– Sven Safarow schreibt auf Eskalierende Träume über Antonionis Drehbuchautor Tonino Guerra und dessen Roman „Der Parallelmensch“, den „ein Zeugnis dieser verhängnisvollen Amerikareise und eine Art Nachtrag zu „Zabriskie Point““ nennt. Anmerkung dazu: Bei den Dreharbeiten zu diesem Film erlitt Guerra einen Nervenzusammenbruch.

– Auf screen/read wird Dieter Laser interviewt, der einiges über „Human Centipede 3“ zu berichten hat und – ganz Profi – kein Wort über die ganzen Querelen und den Rechtsstreit fallen lässt, die er und Regisseur Tom Sixx im Vorfeld ausgetragen haben. Hier ist nun alles Friede, Freude, Eierkuchen.

– Und zum Schluss: The Nolte auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte über „L’éden et après“ von Alain Robbe-Grillet. Ein Film, den ich auch schon ewig sehen will und der hier schon ewig herum fliegt. Soviel zu tun, so wenig Zeit…

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Total Film präsentiert: „50 Amazing Films You’ve Probably Never Seen“

viyEs gibt ja viele Liste im Internet mit „vergessenen Klassikern“ oder „obskuren Filmen, die man unbedingt sehen muss“, die am Ende immer nur die üblichen Verdächtigen versammeln. Die Listen mit „wilden und verrückten Filmen“, die regelmäßig auf „einestages“ bei „Spiegel Online“ gepostet werden, sind da solche Beispiele für.

Die englische Webseite „Total Film“ hat jetzt aber eine mal wirklich überraschende und hilfreiche Liste veröffentlicht: „50 Amazing Films, You’ve Probably Never Seen„. Und ich muss zugeben, da waren selbst für mich einige Unbekannte dabei, die sich sehr spannend anhören. Z.B. der russische „Viy“ oder der koreanische „The Yellow Sea„. Und „Beyond The Black Rainbow“ würde sich sicherlich gut in unserer „Weird Xperience“-Reihe im Kommunalkino City 46 machen. Andere Filme kenne ich zumindest vom Namen her. „Horrors Of Malformed Men“ und „Mystics In Bali“ z.B. liegen schon seit Jahren als VHS-Kopien bei mir Zuhause und wollen geschaut werden. Und „The Friends Of Eddie Coyle“ hat mir erst kürzlich ein guter Mensch mit seinen wärmsten Empfehlungen in die Hand gedrückt.

Das verfluchte Haus“ habe ich sogar hier schon mal besprochen. Und gerade jetzt sitzte ich an der DVD-Review eines anderen Films, der zu den „50 Amazing“ gehört. Welcher das ist, werdet ihr in Kürze sehen.

Andere Filme, die ich dem geneigten Leser ans Herz legen möchte, wären der großartige „Der Leichenverbrenner„,  „Night of the Devils“ und „Night Train Murders„, von denen es leider (noch) keine vernünftigen, deutschen DVDs gibt, dafür hochwertige US-Importe. Sowie der russische Anti-Kriegsfilm „Come and See„, den ich selber noch nicht gesehen habe, von dem ich aber hörte, dass er das „Anti“ in „Antikriegsfilm“ im Gegensatz zu manch anderen Vertretern dieser Gattung sehr ernst nimmt. Ansonsten gibt es in der Liste – die offenbar von einem großen Freddie-Francis-Fan zusammengestellt wurde – aber auch noch so einiges mehr, an tollen Sachen zu finden.

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!

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Originalfassungen in Bremen: 11.07.13 – 17.07.13

So groß merkt man die Sommerpause gar nicht. Die Liste mit den O-Fassungen ist noch immer angenehm lang und wartet nächsten Mittwoch mit einem echten Highlight auf. In der Schauburg gibt es erst Nicolas Winding Refns Meisterwerk „Drive“ und dann seinen neuen, sehr zwiespältig aufgenommenen Film „Only God Forgives“. Aufgrund der extrem polarisierenden Kritiken – und weil ich Refn sehr gerne mag – bin ich extrem gespannt. Leider ist Mittwochs 23:00 Uhr bei mir nicht machbar – aber es gibt ja hoffentlich noch andere Gelegenheiten.

Die Unfassbaren – Now You See Me – Cinemaxx, Do., Fr.-Mi. immer 19:50 – Vier Bühnenmagier (Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher, Dave Franco) tun sich als moderne Robin Hoods zusammen, um mit ihren Shows Geld zu stehlen und dieses dem Publikum zu geben. Ihnen auf den Fersen sind Mark Ruffalo und Morgan Freeman. die bisherigen Kritiken kann man nur als „lauwarm“ bezeichnen und in der Schauburg-Sneak fiel der Film auch eher durch. Andererseits ist die IMDb-Bewertung mit 7.5 recht hoch. Regie führt Action-Spezialist Louis Leterrier.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=MBZU37aaigk[/youtube]

Ich – Einfach unverbesserlich 2 – Cinemaxx, Fr. um 20:00 und So. 19:30 (in 3D) – Fortsetzung des recht erfolgreichen Animationsfilms aus dem Hause Universal. Ich habe den ersten Teil nicht gesehen, weiß aber, dass der so seine Fans hat.

World War Z – Cinemaxx, Di., 16.7. um 20:15 -Big-Budget-Zombie-Horror. Wer hätte das einst gedacht, wo alles, was nur im Entferntesten nach “Zombie” roch, für den deutschen Videomarkt bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Mit Romero oder Fulci haben die modernen Zombies auch nichts mehr zu tun. Und statt Ken Foree oder Al Cliver kämpft heute Brad Pitt gegen die Untoten-Seuche. Und “Seuche” trifft es wohl sehr gut, denn der moderne Zombiefilm ähnelt eher Seuchenfilmen wie “Outbreak” oder “Contagion“. Trotz vieler Nachdrehs und Kompromissen, soll “World War Z” aber doch wider Erwarten recht anständig geworden sein. Trotz Marc “Wackelkamera” Forster auf dem Regiestuhl, der “Ein Quantum Trost” so nachhaltig versaut hat.

Feu (Feuer) 3D – Cinemaxx, Do., 11.7. um 20:00 – Mischung aus Show und Doku aus dem Pariser „Crazy Horse“.

7 Tage in Havnaa – Schauburg, So., 14.7. um 21:00 – Französisch-spanischer Episodenfilm, in dem sieben renommierte Regisseure (u.a Benicio Del Toro, Laurent Cantet und Gaspar Noe!) aus unterschiedlichen Ländern ihren persönlichen Blick auf Havanna werfen. Mit Josh Hutcherson, Daniel Brühl und dem Regisseur Emir Kusturica. Lief im April schon mal beim Kuba Festival.

Drive – Schauburg, Mi., 17.7., 21:00 – Letztes Jahr im Kino gesehen und es war ein ziemlich schönes Erlebnis, welches den Film auf Platz 2 meiner Jahres-Charts katapultiert hat. Windings zweitbester Film nach „Valhalla Rising„. Ein guter Start für ein Nicolas Winding Refn Double-Feature mit seinem neuen Film „Only God Forgives“, der im Anschluss läuft.

Only God Forgives – Schauburg, Mi., 17.7., 23:00 – Tjaaaa…. Ich freue mich ja schon ziemlich drauf, aber die bisherigen Meinungen sind so extrem gespalten, wie ich es in letzter Zeit bei keinem Film gesehen habe. In Cannes einmündig zerrissen und auch danach häufig von harscher Kritik überzogen, mehren sich zur Zeit auch die Stimmen derer, die ihn vehement verteidigen. Scheinbar gibt es hier nur Gut und Böse und nichts dazwischen. Ich bin gespannt.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=FAgirTtfobk[/youtube]

Das Glück der großen Dinge – Gondel, So., 14.7. um 21:00 – Modernisierte Verfilmung des Romans „Maisie“ von Henry James aus dem Jahr 1897. Zwei Eltern kämpfen bei der Scheidung um das Sorgerecht ihrer kleinen Tochter, ohne dabei irgendeine Rücksicht auf ihr Seelenheil zu nehmen. Mit Julianne Moore und Steve Coogan.

The United States of Hoodoo – City 46, Do.-Mi. immer 20:00 – Deutsch-amerikanischen Doku über den Schriftsteller Darius James, der die Inspirationsquellen afroamerikanischer Kultur sucht.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 15.07. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 15.07. um 21:45

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Das Bloggen der Anderen (08-07-13)

bartonfink_type2– Ich erinnere mich noch sehr gut dran, wie ich das allererste Mal in unserem Kommunalkino war. Das war 1998 und der Anlass war eine Aufführung zum 10. Jahrestag von Jörg Buttgereits „Nekromantik“. Da ich niemanden fand, der mich begleiten wollte, war es auch das erste Mal, dass ich allein ins Kino ging. Überraschend war, dass in dem gut gefüllten Kino fast niemand in meinem Alter war, sondern eher „gehobene“ Herrschaften mit Sektgläsern. Zumindest war das mein Gefühl. Jörg Buttgereit war persönlich anwesend und stand nach dem Film für eine gesellige Plauderrunde zur Verfügung, an die ich mich sehr gerne zurückerinnere. Als Vorfilm gab es damals seinen Kurzfilm „Mein Papi“, der mich sogar noch mehr begeisterte – weil tief berührte – als der Hauptfilm. Auf Stubenhockerei wird er vorgestellt und besprochen. Dort finden sich noch andere nette Reviews, z.B. zu „Night of the Living Dead“ und einiges von Stan Brakhage.

– Karlovy Vary, das ehemalige Karlsbad, ist eine kleine Stadt im Westen der Tschechischen Republik, nahe der deutschen Grenze und 130 km von Prag entfernt. Außerdem beherbergt sie das drittälteste Filmfestival Europas. Irgendwann einmal möchte ich dieses besuchen, mag ich doch Tschechien sehr gerne und wollte auch Prag gerne mal einen privaten Besuch abstatten (geschäftlich war ich schon öfter dort, aber das war immer ein einziges Gehetze). Jetzt kann ich erst einmal in Fréderic Jaegers dreiteiligem Bericht (Teil 1, Teil 2, Teil 3) vom diesjährigen Festival auf critic.de schmökern.

– Zwischen dem 7. und 31. Juli (und möglicherweise auch im August) findet im Metropolis in Hamburg eine große Seijun-Suzuki-Retrospektive durch die Japan Foundation statt. Und hätte Japankino nicht darauf hingewiesen, wäre dies aufgrund der schlechten Informationspolitik der Foundation sicherlich etwas untergegangen.

– Michael Sennhauser war auf dem Neuchâtel International Fantastic Film Festival, welches ein wunderbar gemütliches und entspanntes Festival für den fantastischen Film zu sein scheint. Sennhauser fühlt sich hier jedenfalls sehr wohl und hat auf sennhausersfilmblog eine kleine Liebeserklärung an das NIFF verfasst – mit einer Übersicht über die dort gezeigten Highlights. Ein paar Empfehlungen (nicht unwichtig für unser Phantastival im November) gibt es auch: Den Schweizer Vampirfilm „Chimères“ und Vincenzo Natalis „Haunter“.

– Unter dem Titel „Elio Petri – das vergessene Genie 1929 – 1982“ hat Udo Rotenberg auf  L’amore in città ein schönes Portrait des italienischen Meisterregisseurs verfasst, von dem vor Kurzem einige Filme auch in Deutschland auf DVD erschienen sind (meine entsprechenden Reviews zu „Das 10. Opfer“ und „Die Elio-Petri-Box“ findet man hier und hier).

– Witz, Wahnsinn oder beides? Eine weitere Review zu Jürgen Enz‘ „Herbstromanze“. Irgendwie wird dieser Film gerade durch meine Lieblingsblogs gereicht, und da findet man sich schon irgendwie „un-hip“, wenn man dieses Werk, welches Michael Schleeh in seiner Besprechung auf Negativ wohl nicht zu Unrecht als „Füllhorn der Trübnis“ überschreibt, nicht gesehen hat.

– Dominik Graf ist immer eine Filmbesprechung wert. Auf Magazin des Glücks gibt es gleich zwei. Mir war gar nicht bewusst, dass Graf Anfang der 80er den „Trio“-Film „Drei gegen Drei“ gedreht hat. Ist scheinbar aber auch keine Wissenslücke, obwohl ich Trio, jenseits der Hits, ziemlich gut finde. Sehr viel bekannter ist da sein legendärer „Tatort“: „Frau Bu lacht“.

– Die Cinema war Anfang der 80er die erste Filmzeitschrift, die ich mir regelmäßig kaufte. Mit 14 waren mir die oftmals sehr offenherzigen Bilder diverser damals in die Kinos kommender Erotikfilme gleichermaßen peinlich, wie erregend. Ich erinnere mich noch heute an jedes kleine Detail der großformatigen Fotos aus „Emmanuelle 4“, „Der Schlüssel“, „Die Geschichte der O. – Teil 2“ und… „Gwendoline“. Gesehen habe ich – bis auf den tollen „Der Schlüssel“ – bisher keinen dieser Filme. Aber The Nolte hat auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte jetzt „Gwendoline“ besprochen und ich glaube, zumindest den hole ich mal nach.

– Vor einigen Wochen starb einer der spannendsten Regisseure Russlands: Aleksei Balabanov. Von ihm kenne ich bisher nur den ziemlich schockierenden „Cargo 200“, sein „Of Freaks and Men“ steht aber schon lange auf meiner Wunschliste. Eine Kurzbesprechung seines letzten Films „Me, too“ gibt es auf Filmtagebuch der Eule.

– Martin Beck weißt auf Reihe Sieben auf eine BBC-Dokumentation über das legendäre Filmstudio Cannon hin, die man kostenlos auf YouTube findet. Ohne Cannon hätten die Videotheken in den 80ern wohl anders ausgesehen.  Außerdem macht er sich ein paar interessante Gedanken über die Folgen, die der neuste Disney-Megaflop „Lone Ranger“ hinter sich herziehen kann.

– Vor zwei Jahren habe ich auf dem Internationalen Filmfest in Oldenburg den sympathischen Schweden Filip Tegstedt kennengelernt, der dort sein Debüt „Marianne“ zeigte. Nun berichtet screenread, dass sein Film leider nur in Schweden einen DVD-Verleih fand, weshalb er ihn nun selbst vertreibt. Und screenread fragt: „A future model for the independent market?“ http://www.screenread.de/marianne-tegstedt-self-distribution-vod-independent/

– Lesenswert! Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film zieht die Bilanz des ersten Kinohalbjahres 2013 und stellt fest, dass es bisher ein Jahr der Mütter in all ihren Facetten war.

– „Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss“ ist ein geflügeltes Wort. Den gleichnamigen Film von 1988 kennt hier kaum jemand, obwohl er in Frankreich Kultstatus genießt. Davids langes und detailliertes Essay auf Whoknowspresents kann hier Abhilfe schaffen.

– Wieder einmal merke ich, wie unendlich reich an Meisterwerken die zweite Hälfte der 20er Jahre war, kurz vor dem Durchbruch des Tonfilmes, der gnadenlos den Reset-Knopf drückte. Annika ist auf Die Filme, die ich rief bei zwei weiteren meiner „Filme, für die man sterben kann“ angekommen: Die beiden so unterschiedlichen „Sunrise“ von F.W. Murnau und „Der Mann mit der Kamera“ von Dziga Vertov.

– Laika haben „Coraline“ und „ParaNorman“ produziert und jetzt kommt ihr nächster Streich: „The Box Trolls“. Gerold Marks stellt ihn auf Digitale Leinwand vor. Sieht sehr vielversprechend aus.

– Christoph Hochhäuser macht sich auf seinem Blog Parallel Film über das Politische bzw. dessen Abwesenheit im heutigen deutschen Film Gedanken.

– Und zu guter Letzt: Nikolaus Perneczky hat auf Kinolaus einen Text über den sehr tollen „Leben und Sterben in L.A.“ veröffentlicht, den er als Einführung in den Film bei der „Real Eighties“-Veranstaltung in Berlin gehalten hat.

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DVD-Rezension: “The Bay – Nach Angst kommt Panik“

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2009 geschah in einer kleinen Stadt an der Chesapeake Bay eine grauenvolle Katastrophe. Von der Regierung unter den Teppich gekehrt, haben Aktivisten nun Filmmaterial zusammengeschnitten, welches zeigt, was damals vorgefallen ist. Kommentiert wird dies von der ehemaligen Journalistin Donna Thompson (Kether Donohue), einer der wenigen Überlebenden der damaligen Ereignisse. Sie war damals als junge Fernsehreporterin in die Stadt gekommen, um Aufnahmen von den Festlichkeiten zum 4. Juli zu machen, als plötzlich die Menschen einer grauenvollen Plage zum Opfer fielen…

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„Found Footage“ war einmal relativ neu und spannend. Damals als „Blair Witch Project“ herauskam und zeigte, wie man mit einer Handvoll Dollar und einer guten Marketing-Kampagne Millionen machen kann. Gut, neu war das Genre auch da schon nicht mehr, hatte doch z.B. Rainer Erler bereits 1970 mit „Die Delegation“ einen lupenreinen und intelligenten Found-Footage-Film hergestellt und auch Ruggero Deodato hatte 1980 bei seinem berüchtigten „Nackt und zerfleischt“ damit gespielt. Nach „Blair Witch Project“ brachen dann aber – erst langsam, dann immer schneller – alle Dämme, und der Markt wurde von „Found-Footage“-Filmen förmlich überflutet. Da waren die einen, die diese Art des Geschichtenerzählens nutzten, um eine ungewöhnliche Perspektive auf bekannte Genremuster einzunehmen („Cloverfield“, „[rec]“), andere entdecken einfach nur, dass man hier ohne große Hilfsmittel und für sehr wenig Geld einen Film auf die Beine stellen kann („Paranormal Activity“). Leider befanden sich unter letzteren auch sehr viele, nicht besonders talentierte oder originelle Filmemacher.

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Die Spannung ist also groß, wenn sich ein großer Hollywood-Regisseur diesem ausgelutschten Genre annimmt. Und Barry Levinson, der vor allem in den 80er und 90ern mit Hits wie „Rain Man“, „Good Morning, Vietnam“ und „Sleepers“ für Furore sorgte, ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Auch wenn ihm in letzter Zeit nicht mehr der große Erfolg vergönnt war. Um es kurz zu machen: Auch Levinson erfindet das Genre nicht neu, aber er blamiert sich mit „The Bay“ auch nicht. Interessanterweise erinnert sein Kommentar in den Extras ein wenig an den Vorwurf, den einst Stephen King an Stanley Kubrick richtete, als dieser seinen Roman „Shining“ verfilmte. Dort beschwerte er sich, dass Kubrick sich im Horrorgenre nicht auskennen würde und seinen Film mit einer Pointe enden lies, die man so oder so ähnlich schon in Dutzenden Horrorfilmen gesehen hätte, die Kubrick aufgrund seines Desinteresses für das Genre aber natürlich nicht kennen würde und für etwas wahnsinnig Innovatives halten würde. Levinson spricht in den Extras voller Enthusiasmus davon, wie er das Prinzip des „Found Footage“ nutzen kann und wie sehr das doch helfen würde, einen glaubwürdigen Doku-Look zu kreiern. So weit stimmt das ja auch, ist aber mittlerweile ein wirklich alter Hut, der keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor lockt.

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Immerhin muss man Levinson aber zugute halten, dass er als Hollywood-Regisseur alter Schule, sein Handwerk versteht und sich „The Bay“ somit nicht in die uninspirierten Wackelkamera-Filme mit Amateurbesetzung einreiht. Tatsächlich gelingt es ihm ausgezeichnet, die verschiedenen Filmelemente dynamisch zu montieren und die Technik in den Dienst der Erzählung zu stellen und nicht andersherum. Natürlich geht er als großer Geschichtenerzähler dabei nicht konsequent vor, sondern unterlegt Szenen mit Soundeffekten und einem effektiven, zunächst unauffälligen Soundtrack. So entsteht aber nie das Gefühl, tatsächlich „gefundenes Material“ zu sehen, sondern eben „nur“ einen Film. Hier beißen sich dann Form und Inhalt, den Levinson legt den Film gänzlich als „objektive“ Dokumentation der Ereignisse an, weshalb er auf Identifikationsfiguren verzichtet (von der jungen Reporterin einmal abgesehen) und auf einen klassischen Spannungsbogen verzichtet. Die Spannung müsste also vor allem durch die Frage, ob das alles eventuell doch real ist – wie es durch eine clevere Marketing-Kampagne bei „Blair Witch Project“ der Fall war – entstehen. Doch dafür ist „The Bay“ zu gut gemacht und vor allem zu filmisch angelegt.

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Durch diesen Ansatz verliert der Film an Spannung, da die Konsequenzen der Ereignisse und auch das Schicksal einzelner Hauptfiguren vorweggenommen wird. Trotz des pseudodokumentarischen Anspruchs, wird trotzdem auf die üblichen Genre-Versatzstücke und Make-Up-Effekte, die aufgrund des technisch suboptimalen, „gefundenen“ Materials zum Teil sehr echt und ekelig wirken, zurückgegriffen. Etwas aufdringlich, aber absolut verzeihlich, ist der erhobene Zeigefinger mit dem dieser Öko-Thriller immer wieder auf Umweltsünden hinweist und die Katastrophe als vom raffgierigen, skrupellosen Kapitalismus erschaffen aufdeckt. Dass man in diesem Zusammenhang aber wieder – wie einst in „Der weiße Hai“ und zahlreichen Epigonen – den Bürgermeister, der alles vertuschen will, um den Tourismus nicht zu gefährden, als Symbolfigur für die blinde Raffgier aus der Mottenkiste hervorholt, ist vielleicht etwas zu viel. Die Chesapeake Bay gibt es wirklich, und diese Gegend ist berüchtigt dafür, für sein stark belastetes Wasser und die zerstörte Unterwasser-Fauna. Weiß man das, gibt es dem Film eine zusätzliche, realistische Ebene, in Deutschland aber dürfte man Chesapeake Bay allerdings für eine Erfindung des Drehbuchautoren halten.

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Das ambitionierte Drehbuch leidet leider unter einigen Schwächen. Das fängt schon damit an, wo denn bitteschön plötzlich das ganze Filmmaterial herkommen soll, welches ja eigentlich im Anschluss an die Katastrophe von der Regierung eingesammelt wurde. Und wer hat das alles so schön aneinandergeschnitten. Und seit wann werden Skype-Anrufe eigentlich als Film gespeichert? Auch verhalten sich einige Personen zwar genre-konform, aber im richtigen Leben (welches hier ja imitiert werden soll) würde man doch eher die Beine in die Hand nehmen und aus dem Ort verschwinden. Wie z.B. das Ehepaar mit dem Baby, bei dem der Vater noch die entstellten Leichen untersucht, während die Mutter mit der Kamera drauf hält. Man muss allerdings sagen, dass solche Szenen hier weitaus seltener vorkommen, als in vergleichbaren Filmen, und die Figuren häufig einen guten Grund haben, die Kamera nicht aus der Hand zu legen, bzw. wird die Aufgabe, Filmmaterial herzustellen, häufig von Überwachungskameras übernommen.

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Stören einen diese Dinge nicht sonderlich, unterhält „The Bay“ recht spannend, wobei auch die kurze Laufzeit von 85 Minuten hilfreich ist. Man merkt eben, dass hier mit Barry Levinson ein renommierter Profi am Werk war. Neues sollte man allerdings nicht erwarten. Dafür werden in „The Bay“ zu häufig altbekannte Klischees und Rollenbilder wiedergekäut. Und die Found-Footage-Technik gehört nun schon seit Jahren zum langweilig gewordenen Standard-Repertoire kostengünstiger B- und C-Produktionen. Diese überragt „The Bay“ qualitativ allerdings spielend.

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Zur Bildqualität der Koch Media-DVD kann man nicht viel schreiben, da diese aufgrund der Machart des Filmes natürlich stark schwankt und je nach Filmquelle mal mehr, mal weniger schlecht/gut ist. Als Extras gibt es mit dem 11-minütigen „Into the Unknown“ einen Monolog von Levinson über den Film, warum und wie er ihn gemacht hat. Der Trailer liegt auf deutsch und englisch bei, und der Film selber wird per Audiokommentar von Regisseur Barry Levinson begleitet.

 DVD und Blu-Ray kommen am 26. Juli in den Handel.

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Originalfassungen in Bremen: 04.07.13 – 10.07.13

Sehr schön. Der neue Almodóvar läuft im O-Ton! Ansonsten warte ich noch immer darauf, dass auch das Cinema langsam mal O-Ton zeigt. Aber man kann nicht alles haben.

Ich – Einfach unverbesserlich 2 – Cinemaxx, Fr. um 17:20 und So.-Di. um 19:45, sowie Do./Sa. ebenfalls 19:45 in 3D – Fortsetzung des recht erfolgreichen Animationsfilms aus dem Hause Universal. Ich habe den ersten Teil nicht gesehen, weiß aber, dass der so seine Fans hat.

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=l9Fi3E-8PmA[/youtube]

Taffe Mädels – Cinemaxx, Fr.+Mi. um 19:45 – Bescheuerter deutscher Titel für die US-amerikanische Cop-Komödie „The Heat“. Inhalt: Zwei unterschiedliche Charaktere müssen sich zusammenraufen, um einen Fall zu lösen *gähn*. Hier sind es Sandra Bullock als karriereorientierte FBI-Agentin und Shooting-Star Melissa McCarthy als Bostoner Cop mit großer Klappe.

World War Z – Cinemaxx, So.+Di. um 20:15 – Big-Budget-Zombie-Horror. Wer hätte das einst gedacht, wo alles, was nur im Entferntesten nach “Zombie” roch, für den deutschen Videomarkt bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Mit Romero oder Fulci haben die modernen Zombies auch nichts mehr zu tun. Und statt Ken Foree oder Al Cliver kämpft heute Brad Pitt gegen die Untoten-Seuche. Und “Seuche” trifft es wohl sehr gut, denn der moderne Zombiefilm ähnelt eher Seuchenfilmen wie “Outbreak” oder “Contagion“. Trotz vieler Nachdrehs und Kompromissen, soll “World War Z” aber doch wider Erwarten recht anständig geworden sein. Trotz Marc “Wackelkamera” Forster auf dem Regiestuhl, der “Ein Quantum Trost” so nachhaltig versaut hat.

Fliegende Liebende – Schauburg, So.+Mi. immer 21:00 – Pedro Almodóvar! Der Neue! Scheinbar eine Rückkehr zu den schrillen Komödien seiner Anfangsjahre. Kann ich so nicht glauben, aber bin trotzdem sehr gespannt. Der Trailer ist schon mal super. I’m sooooo excited!

[youtube width=“630″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=juuBHcz_2gg[/youtube]

Promised Land  – Gondel, So. 7.7. um 21:00 – US-Öko-Drama von Gus Van Sant mit Matt Damon (der auch am Drehbuch mitschrieb) und der großartigen Frances McDormand. Es geht dabei um das umstrittene Erdgas-Förderverfahren “Fracking” und darum, wie ein Gaskonzern skrupellos arme Farmer über den Tisch zieht und deren Land wahrscheinlich verseuchen wird.

Art Spiegelman, Comic-Zeichner – City 46, Sa., 6.7., 20:00 – Im Rahmen der Ausstellung „Comics in der Kunst“ zeigt das City 46 einige Portraits von berühmten Comic-Zeichnern. Den Auftakt macht „Maus“-Autor und -Zeichner Art Spiegelmann…

Moebius Redux: A Life in Pictures – City 46, So., 7.7. um 20:00 – … und ihm folgt mit dem im letzten Jahr leider verstorbenen Moebius (Jean Giraud) eine Legende der französischen Comicszene.

Chico & Rita – City 46, Do., Mo.-Mi. immer 20:00 – Oscar-nominierter Animationsfilm über ein Musikerpärchen, dessen Karriere in den 40er Jahren in Havanna beginnt und sie über New York, Paris und Hollywood nach Las Vegas führt.

Django Unchained – City 46, Do.-Mi. immer 20:30 – Meine Ultrakurzkritik: Hat mich über die volle Distanz sehr gut unterhalten. Ich war zwar nicht weggeblasen wie bei “Inglourious Basterds” oder “Kill Bill, Vol. 2“, aber die Zeit verging wie im Fluge und ich war überrascht als er “schon” zu Ende war. Schauspieler toll (besonders Samuel L. Jackson), Musik klasse, Anspielungen nett. Doch, mochte ich. Unbedingt im Original gucken!

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 08.07. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 081.07. um 21:45

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Die „Große Musikvideoshow“ sucht Musikvideos made in Bremen!

03_MuViShow2012Am Mittwoch, den 23. Oktober 2013 um 21 Uhr findet in der Schauburg wieder die „Große Musikvideoshow“ statt. Dort wählt das Publikum aus den 13 Finalisten den Sieger des Jahres. Moderiert wird die Preisverleihung wie immer vom Comedy-Duo Charles und Erika.

Als Forum für Filmemacher, Mediengestalter, Kameraleute, professionelle Filmproduzenten sowie Bands aus allen Musikstilen hat sich die Musikvideoshow zu einem einzigartigen Event und Netzwerk in der Region entwickelt und genießt ein hohes Ansehen in Bremens Kultur- und Kreativszene.

(…) Dass die Musikvideoshow nicht nur bei Bands, sondern besonders auch für Filmemacher und Mediengestalter hervorragend als Karriere-Kick-off funktioniert, zeigt das Beispiel des Bremers Jean Luke, der aufgrund seines animierten Videos „Alkohol“ von Neue-Mira-Film beauftragt wurde, den Animationsfilm „The Meatles“ zu produzieren, der auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt wurde.

Musiker wie Flo Mega, Trashmonkeys, Dimple Minds, Mimmis, Stun, The Dashwoods, Rhonda und Mad Monks sind nur einige der bekannten Teilnehmer der letzten Jahre, die regelmäßig Videos einreichen, um dabei zu sein.

Ab sofort können für diese Veranstaltung Musikvideos eingereicht werden. Der Einsendeschluss ist der 1. Oktober 2013. Dabei muss der Filmemacher oder die Band aus Bremen und Niedersachsen kommen.

Detaillierte Informationen und Anmeldeformular auf http://www.musikvideoshow.de/anmeldung/

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