Blu-ray-Rezension: “Töte, Django“

djangoNach einem gemeinsamen Überfall wird eine Bande mexikanischer Banditen von ihren amerikanischen Partnern, die von Oaks (Piero Lulli) angeführt werden, exekutiert. Doch der Anführer der Mexikaner (Tomas Milian, im Original ein namenloser Fremder, in der internationalen Werbung „Django“ getauft) überlebt das Massaker und wird von zwei Indios gepflegt. Er folgt Oaks und seiner Bande in die Stadt „Unhappy Place“, wo diese bereits von den Einwohnern aufgehängt wurden. Nur Oaks kämpft noch um sein Leben, wird aber von Django tödlich verwundet. Django beschließt in der Stadt zu bleiben und wird bald Zeuge, wie die Bewohner der Stadt, allen voran der Barbesitzer Templer (Milo Quesada) und der Kaufmann Hagerman (Francisco Sanz), sowie der Großgrundbesitzer Zorro (Roberto Camardiel) mit seiner Armee hübscher, in schwarzes Leder gewandeten Leibwächter, versuchen an das Gold aus dem Überfall zu kommen, welches Oasks Bande in die Stadt gebracht hat und das seitdem verschwunden ist…

Töte, Django“ wird allgemein dem Genre des Italo-Western zugeschlagen. Und es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass der Film alle Ingredienzien besitzt, die zu einer zünftigen Italo-Western-Suppe gehören. Eine Rachegeschichte, die Gier nach Gold, schöne Frauen, harte Kerle. Es wird auch viel geschossen in diesem Film. Doch was Spielfilmdebütant Giulio Questi aus einem scheinbar simplen Genrefilm geschaffen hat, sprengt die Grenzen des Genres und verwandelt „Töte, Django“ in einen surrealen Trip ins Purgatorium.

Questi ist einer der interessantesten Regisseure des italienischen Films, und es ist sehr schade, dass sein merkwürdiges, und sehr spezielles, Ouevre lediglich drei Spielfilme umfasst. Sein nächster Film „Die Falle“ gehört zum Genre des Giallo, aber ebenso, wie sich „Töte, Django“ nicht in die Schublade des Western pressen lasen will, sperrt sich die „Die Falle“ gegen eine eindeutige Charakterisierung, ist gleichzeitig Science Fiction und Farce. Nachdem Questi mit seinem dritten – dem Vernehmen nach ebenfalls überaus seltsamen – Spielfilm „Arcana“ dem Kino den Rücken kehrte, inszenierte er noch bis 1994 zahlreiche Kurzfilme und arbeitete für das Fernsehen.

„Töte, Django“ ist die Beschreibung einer Fahrt in die Hölle. Questi nimmt dabei Anleihen bei Experimentalfilm (insbesondere in der Montage der Flashbacks) und des surrealistischen Films. Tatsächlich nimmt er ähnliche Hybride vorweg. Filme wie Cesare Canevaris „Willkommen in der Hölle“ – mit dem er die albtraumhafte, hoffnungslose Stimmung teilt – und das surreale Meisterwerk „El Topo“, dessen korrupt-inhumane Westernstadt und das blutrünstige Finale von „Töte, Django“ inspiriert sein könnten. Questi findet Bilder, die direkt aus einer bedrückenden Traumwelt stammen könnten. Gleich zu Beginn kämpft sich ein geschundener Körper aus einem Massengrab. In der Stadt werden Kinder gequält oder spucken sich gegenseitig ins Gesicht. Hinter den Scheiben der Häuser nimmt man geduckte Schemen wahr. Die Stadt „Unhappy Place“ ist das Fegefeuer, durch das alle Figuren gehen müssen.Auch der von Tomas Milian gespielte Fremde, der hier nach seiner Wiederauferstehung weniger als Racheengel, als vielmehr an der Grausamkeit der Welt verzweifelnder Messias auftritt. Diese christliche Implikation wird auch visualisiert, wenn er in einer Gefängniszelle an ein Kreuz gebunden wird.

Der Fremde schaut verständnislos auf die Niedertracht und Schlechtigkeit seiner Mitmenschen. Tatsächlich gibt es kaum eine positive Gestalt in diesem Film. Die ganze Atmosphäre vibriert vor Heuchelei, Gier, Egoismus und Bosheit. Die Bösen werden von Menschen gerichtet, die sich selbst als rechtschaffend ausgeben, aber tatsächlich kein Deut besser sind als die Banditen. Ja, sie sind noch schlimmer als diese. Denn während die Banditen sich als genau das geben, was sie sind (skrupellose Mörder und Diebe), verstecken sich die ehrenwerte Bürgen hinter edlen Werte, die sie selber hinter verschlossenen Türen mit Füssen treten.

Die treibenden Kräfte in der Stadt sind dabei der Kapitalismus (Templer, der Inhaber der Bar) und der Glaube. Letzterer repräsentiert durch den Händler Hagerman, der zwar stetig das Wort des Herren und andere moralisch einwandfreie Gesinnungen im Mund führt, tatsächlich aber beim Anblick des Goldes zu sabbern anfängt, und seine eigene Tochter gefangenhält. Diesen beiden Institutionen, die vorgeben nur das Beste für die Allgemeinheit zu wollen, sich in Wahrheit jedoch nur selbst die Taschen vollstopfen, hält Questi einen Spiegel vor das Gesicht und entlarvt sie als das, was sie sind: Bigotte Schurken, die sich die Maske des edlen Menschen vors Gesicht halten, dahinter aber nur das gierige Monster verbergen. Und während die Beiden versuchen, sich ihre Vorteile zu erschleichen, steht der Großgrundbesitzer Zorro für den Staat, der mit seiner Armee/Polizei, sein großes Stück vom Kuchen einfordert. Doch treibt er, der Staat, es zu weit, droht ihm der Aufstand durch das Bürgertum, welches nicht für eine bessere Welt, sondern allein für seine eigene egoistischen Ziele kämpft.

Der von Tomas Milian dargestellt Fremde wandelt durch diese zutiefst nihilistische und grausame Welt. Seine Versuche ein Gleichgewicht herzustellen und die guten Seelen zu retten, müssen in dieser Vorhölle erfolglos bleiben. Der junge Evans, der die Unschuld der Jugend darstellt, wird von dem Vater betrogen und den Männer Zorros missbraucht. Er entschließt sich zum Selbstmord, den der Fremde nicht verhindern kann. Eine junge Frau, die die Liebe in diese finstere Welt bringt, muss elendig verbrennen. Selbst die Kinder bieten keine Hoffnung mehr, wenn im letzten Bild zwei Kinder „Folter“ spielen und das Mädchen den Jungen anbrüllt:“Schreien musst Du! Schreien!“.

Neben dem noch jungen Milian, der hier fernab seiner späteren, bis zum Anschlag aufgedrehten Clownerien mit einer stoischen Ruhe und einer resignierten Melancholie agiert, gibt es ein Wiedersehen mit Piero Lulli, der in zahlreichen Italo-Western den eleganten und intriganten Schurken gab. Auch hier ist sein Auftritt zunächst von der, für ihn typischen, selbstsicheren Arroganz und Gewissenlosigkeit geprägt. Dadurch wirkt seine Begegnung mit den Stadtbewohnern, die ihn an gieriger Grausamkeit noch überbieten, noch stärker und beängstigender. Auch Milo Quesada als Barbesitzer und vor allem Francisco Sanz als bigotter, vor Gier fast wahnsinniger Ladenbesitzer, wissen zu überzeugen. Nur Marilù Tolo bleibt blass. Zwar hat sie eine überaus dankbare Rolle als intrigantes Luder mit Lady McBeth-Attitüde, aber wirklich im Gedächtnis bleibt sie nicht. Dafür wird man sich an den damals gerade 16-jährigen Ray Lovelock in seiner ersten Filmrolle erinnern, dessen zartes, engelsgleiches Wesen in hartem Kontrast zu den Demütigungen steht, die er sogar noch als Leiche ertragen muss.

Kameramann Franco Delli Colli hält diesen Albtraum in ebenso ästhetischen, wie grausamen Bildern fest, die man so leicht nicht vergisst. Zudem verleiht er dem Film eine traumähnliche Stimmung und gestaltet den Film so, dass man sich an die visuell innovativen Horrorfilme der 70er Jahre erinnert fühlt. Tatsächlich fotografierte Delli Collie später sowohl den Polischetti/Giallo-Crossover „Der Tod trägt schwarzes Leder“ und Pupi Avtis unheimlichen „Zeder“, als auch Bruno Matteis Billig-Produktion „The Riffs 3 – Die Ratten von Manhatten“. Dem brutalen, visuellem Reichtum steht eine Filmmusik gegenüber, die einerseits mit typischen Elementen eines Italo-Western-Soundtracks spielt, diese aber auch immer wieder durch schräge, experimentelle Klänge bricht.

Für Freunde eines wagemutigen, den Konventionen widersprechenden Kinos ist „Töte, Django“ ein Muss. Um so schöner, dass filmArt den Film nun in einer edlen Blu-ray-Edition veröffentlicht hat. Das in HD-remasterte Bild ist umwerfend schön und der Film erstrahlt in dem Glanz, der ihm angemessen ist. Der Ton liegt auf Deutsch und Italienisch in Stereo und in Englisch in einer Mono-Version vor. Szenen, die in der deutschen Kinofassung geschnitten waren, liegen auf Italienisch mit Untertiteln vor. Extras beinhalten die alte deutsche Kinofassung, die 3,5 Minuten kürzer ist. Hier wurden die deutschen Titel scheinbar von einer alten Kinorolle übernommen, während mir der Rest mit der ungekürzten HD-Fassung identisch scheint. Hier hätte ich mir allerdings aus Nostalgiegründen den ganzen Film im „Kinolook“ gewünscht. Leider wurden für die Extras nicht auch die Interviews mit Guilio Questi,Tomas Milian und Ray Lovelock der amerikanischen Blu-ray von Blue Underground übernommen. Dafür hat man für diese Veröffentlichung exklusives Material in Form einer 26-minütigen Featurette mit dem Titel „Ray Lovelock in Coversation“ (Italienisch mit deutschen Untertiteln) produziert, in der ein gut aufgelegter Ray Lovelock über seine Anfänge beim Film berichtet. Ebenfalls erwähnenswert ist das wunderschöne Booklet, welches neben einem informativen Essay von Pelle Felsch, das deutschem Werbematerial der Erst- und Wiederaufführung enthält. Alles in allem eine sehr schöne, essenzielle Veröffentlichung.

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Die „Gondel“ öffnet heute wieder ihre Türen – und weitere Gedanken zum Thema Kino

Der Umbau des Kinos „Gondel“ im Stadtteil Schwachhausen ist abgeschlossen. Heute soll das Kino nach knapp zweiwöchiger Renovierung wieder eröffnet werden – und zwar mit der Ambition ein „Luxuskino“ zu sein, wie der „Weser Kurier“ plakativ auf seiner Online-Seite berichtet. Demnach wurde die komplette Einrichtung des 176 Plätze fassenden Saals komplett erneuert. Was auch nötig war. Ich erinnere mich noch gut daran, wie es war dort einmal im tiefsten Winter bei ausgefallener Heizung, mit einem Heizlüfter und dem Hinweis besser nicht zu weit vorne zu sitzen, einen Film schaute.

Wie das „Luxuskonzept“ aussehen soll, wird aus dem Artikel nicht so ganz klar. Die Bezeichnung „Luxuskino“ könnte auch irreführend sein. Ein Projekt wie das hochpreisige Luxuskino „Residenz-Kino“ in Köln, mit Portier, Clubsesseln und Bedienung, ist hier sicherlich nicht zu erwarten. So wird Besitzer Manfred Brocki auch nur mit den Worten zitiert, die Gondel sei seine Version eines Luxuskinos, und der Zuschauer wolle eben etwas Besonderes geboten bekommen. Gegen das heraufbeschworene Bild vom teuren „Luxuskino“ sprechen Gottseidank auch die Eintrittspreise, die weiterhin identisch mit denen von Schauburg und Atlantis sind.

Damit spricht er mir aus dem Herzen. Ich vertrete schon seit Jahren die These, dass ein Kino heute nur noch erfolgreich sein kann, wenn es sich als Event, und nicht als bloße Abspielstätte inszeniert. Bei der Gondel scheint dieses „Event“, welches auch vom Publikum angenommen wird, scheinbar durch die geschickte Anbindung der Gastronomie gefunden worden zu sein. Laut dem „Weser Kurier“-Artikel sei die Zahl der Zuschauer sprunghaft um 25 Prozent gestiegen, als im Foyer der Gondel ein Café errichtet wurde, welches im vergangenen Jahr noch erweitert wurde. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dieses Café auch tatsächlich zum Verweilen einlädt. Es ist nett eingerichtet. An den Wänden hängen stilvolle Bilder aus klassischen Filmen und auch das Essen ist in Ordnung. Man kann sich hier also gemütlich mit anderen Leuten treffen, etwas essen, gemeinsam einen Film anschauen und danach noch bei einem Getränke in netter Atmosphäre über den Film plaudern. Dazu kommt eine Filmauswahl, die einem Publikum, welches gerne gemeinsam einen netten Abend verbringen möchte, sehr entgegenkommt.

Das ist das Herausstellungsmerkmal der Gondel, die – auch das darf man nicht vergessen – das letzte Stadtteilkino Bremens ist und eben nicht im Zentrum, sondern etwas abseits liegt – und trotzdem überlebt, weil sie ihrem Publikum ein auf sie zugeschnittenes Event bietet. Davon können andere Kinos lernen, auch wenn ich mir natürlich wünsche, dass dann nicht abgekupfert, sondern mit einer ganz eigenen, innovativen Idee, wie aus dem Kinobesuch etwas besonderes gemacht werden kann, um die Ecke gekommen wird. Genau so kann der Betrieb Kino auch heute noch funktionieren.

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Originalfassungen in Bremen: 11.09.14 – 17.09.14

Auch diese Woche bringt wieder eine bunte Mischung an Originalfassungen. Richtige Höhepunkte finde ich nicht, aber auch keine Titel, bei denen man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde.

Sex Tape – Cinemaxx, Fr.+So.um 19:30 & CineStar, So., 14.9. um 20:40 – US-Mainstream-Komödie mit Cameron Diaz und Jason Segel. Ein Ehepaar lädt versehentlich ihr privates Sexvideo in eine Cloud, wo es sich automatisch mit den Apple-Produkten ihrer Freunde und Verwandte synchronsiert. Beide versuchen nun zu verhindern, dass alle Welt ihr Video sehen kann.

[youtube width=“630″ height=“344″]https://www.youtube.com/watch?v=eJTct8eHKYE[/youtube]

A Most Wanted Man – Cinemaxx, Do.+Mi. um 19:30 – Der letzte Film mit dem kürzlich verstorbenen Philip Seymour Hoffman in der Hauptrolle. In Hamburg spielender, britischer Agenten-Thriller-Drama-Mix nach einer Vorlage von Bestsellerautor John Le Carré. Von dem Meisterfotograf und legendärem Videoregisseur Anton Corbijn. Ferner mit Rachel McAdams und Willem Dafoe.

Guardians of the Galaxy – Cinemaxx, Sa.+Di. um 19:30 – Marvel-Comic-Verfilmung. Die „Guardians“ kenne ich gar nicht, obwohl ich lange Jahre großer “Marvel”-Fan war und das Marvel-Universum regelmäßig verfolgt habe. Der Trailer haut mich jetzt nicht vom Hocker, die bisherigen Besprechungen allerdings schon. Scheint zu rocken, das Ding.

Madame Mallory und der Duft von Curry – Schauburg, So., 14.9. um 19:30 – Französische Feel-Good-Komödie, in der eine indische Familie in einer französischen Kleinstgemeinde ein Restaurant gegenüber eines Ein-Sterne-Restaurants eröffnet. Vom Regisseur von „Chocolate“.

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit – Schauburg, 17.9. um 19:15 – Britischer Film über einen eigenbrötlerischen Mann, der für die Londoner Stadtverwaltung Hinterbliebene von in der Großstadt anonym Verstorbenen aufstöbert. Mit dem tollen Eddie Marsan. Allein deshalb schon einen Blick wert.

Gemma Bovery – Schauburg, Mo., 15.9. um 12:00 & Atlantis, So., 14.9. um 20:00 –  Französische Verfilmung der gleichnamigen Graphic Novel „Gemma Bovery“, einem aktualisierten Version von „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert. Die Hauptrolle spielt passenderweise Gemma Arterton.

Canned Dreams – City 46, Di., 16.9. um 18:00 – Finnischer Dokumentarfilm über globalisierte Lebensmittelproduktion am Beispiel einer Dose Ravioli.

Schule II – City 46, Di., 16.9. um 20:30 – Japanischer Spielfilm von 1996 über Leiter einer Sonderschule in Hokkaido, der sich mit den Problemen seiner Tochter und zwei seiner Schüler herumschlägt. Eintritt frei.

Camera Obscura – City 46, 17.9. um 20:00 – Spanischer Spielfilm von 2013 um ein blindes, 13-jähriges Mädchen, welches von einem Cousin ihres Vaters das Photographieren beigebracht bekommt.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 15.09. um 19:30

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 15.09. um 21:45

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Filmbuch-Rezension: “Actionkino – Moderne Klassiker des populären Films”

actionkinoDer Actionfilm ist eine Filmgattung, welches in der ernsthaften Beschäftigung mit dem Medium Film fast gar keine Rolle spielt, obwohl der „Actionfilm“ – neben der Komödie – das kommerziell erfolgreichste und beim Publikum beliebteste Genres ist. Was sicherlich auch daran liegen mag, wie das sehr empfehlenswerte, von Ingo Irsigler, Gerrit Lembke und Willem Strank herausgegebene, Buch „Actionkino – Moderne Klassiker des populären Films“ herausarbeitet, dass der Actionfilm fast immer ein Hybrid ist. D.h. dass er auch immer zu einem anderen Genre gehört. „Dirty Harry“ wird zumeist dem Copfilm oder Krimi zugeschlagen. „The Terminator“ ist Science Fiction, James Bond – und die „Mission: Impossible“-Reihe Agentenfilm. Und eben innerhalb dieser Genres werden sie zumeist dann auch nur betrachtet. Eine dezidierte Untersuchung auf ihre „Actionfilm“-Spezifikationen, kommt so gut wie nie vor. Daraus folgt auch eine gewisse Schwierigkeit den „Actionfilm“ als solchen zu klassifizieren, und als Genre greifbar zu machen.

Vor diesem Dilemma stehen auch Irsigler, Lembke und Strank. Eine umfassende Untersuchung des Genres und das Aufzeigen einer „gemeinsamen Grammatik“ wollen sie dann auch gar nicht angehen, sondern „nur“ 8 Klassikern des Actionskinos analysieren. Welche in ihren Augen aber auch die „enorme Bandbreite als auch die zentralen Gemeinsamkeiten des Kinos (abbilden)“. Nichtsdestotrotz leisten sie schon einmal eine nicht zu unterschätzende Pionierarbeit, indem sie in 11 Thesen zu umreißen versuchen, was allen „Actionfilmen“ gemein ist. Und tatsächlich lassen sich diese 11 Thesen, mehr und weniger gut, auf alle acht auf den ersten Blick so unterschiedlichen Beispiele, in diesem Buch besprochen werden, anwenden und geben eine gute Idee davon, wie komplex und inhomogen das Genre des „Actionfilms“ ist.

Der erste Film, welcher dann im Detail besprochen wird, ist der Copfilm-Klassiker „Dirty Harry“, bei dem man zunächst nicht unbedingt an einen „Actionfilm“, sondern einen Polizeithriller denkt. Willem Strank untersucht die ganze fünfteilige Reihe nach ihrer Doppeldeutigkeit. Denn die Figur „Dirty Harry“ ist „einerseits ein Individualist, der effektiv das bewerkstelligt, was eigentlich das System leisten sollte, indem er gegen dessen Gesetzte verstößt; und reaktionärer Faschist, der seine Ziele durch undemokratischen Waffengebrauch erreicht“. Dieses Spannungsfeld ist laut Strank typisch für einen Actionhelden, und in seinem Artikel geht er dann auch eingehend auf die gesellschaftliche Rezeption des ersten Filmes und die Reaktion darauf im weiteren Verlauf der Reihe ein.

Gerrit Lembke schreibt ausgesprochen interessant über „Rambo“ und führt anhand der Abweichungen von Roman und Film auf, welche unterschiedlichen, aber trotzdem auch ähnliche, Ansätze beide verfolgen, und in wieweit für den Film die Vorlage abgeändert wurde, damit sie als Actionfilm funktioniert. Eckhard Pabst beschäftigt sich mit den beiden ersten „Terminator“-Filmen und die Art, wie hier Entscheidungen inszeniert werden und welche Bedeutung sie für die Aussage der beiden Filme besitzen. Dabei geht er auch generell auf wiederkehrende Aspekte im Kino James Camerons ein. Ingo Irsigler zeigt überzeugend die Parallelen zwischen dem klassischen Western – und hier insbesondere dem Film „12 Uhr Mittags“ – und dem Actionklassiker „Stirb langsam“ auf. Dieses Essay hat mir persönlich am Besten gefallen, was wahrscheinlich meiner Liebe zu diesem Film und meiner gleichzeitigen Affinität zum Western-Grenre geschuldet ist. Dominik Orth entdeckt in der „Mission: Impossible“-Reihe einerseits ein Beispiel für den Lebenszyklus eines Genres, andererseits auch, wie die Reihe durch seine vier Filme hindurch, ein neues Männlichkeitsideal für seinen Actionhelden (und damit letztendlich auch dessen Darsteller) erschafft, welches sich vom Actionhelden er 80er Jahre deutlich unterscheidet.

Christoph Rauen hat Quentin Tarantions beiden „Kill Bill“-Teile auf ihre Struktur als Rache-, wie auch Familienfilm untersucht. Dabei stellt er fest, dass Tarantino nicht nur die bekannten Formen des Rachefilms durchexerziert, sondern sich auch damit befasst, welchen Einfluss die Gewalt auf die Kinder hat. „Die Wiedergeburt eines Unsterblichen“ nennt Jan Tilman Schwab seinen Artikel über das große James-Bond-Comeback und Daniel-Craig-Debüt „Casino Royale“. Ob dies nun wirklich der beste und wichtigste James-Bond-Film aller Zeiten ist, wie Schwab immer wieder betont, mag dahingestellt sein. Seine Analyse des Filmes und seiner Wichtigkeit nicht nur für die Serie, ist aber ausgesprochen präzise. Das Buch endet dann mit „Der Rückkehr der Körpertäter“, wo sich nochmals Gerrit Lembke zu Wort meldet und auf die „Expendables“-Reihe und ihre Bedeutung für das (post)moderne Actionkino eingeht.

Wenn man dem Buch „Actionkino – Moderne Klassiker des populären Films“ etwas vorwerfen kann, dann, dass es mit 176 Seiten zu kurz ist. Gerne hätte man noch mehr über das Genre des Actionfilms gelesen. Denn das Buch weckt nicht nur den Appetit darauf, noch einmal den einen oder anderen Actionfilmklassiker in den Player zu werfen, sondern reizt noch mehr dazu,  Genrefilme zu durchleuchten und einmal von einer ganz anderen Perspektive aus zu betrachten. Auch fällt auf, dass das Buch sehr USA-konzentriert ist. Wenn man „Casino Royale“ einmal Hollywood und nicht der britischen Filmindustrie zuschlägt, so wären in der Tat nur US-Filme besprochen worden. Das asiatische Kino, welches in den 70er und vor allem den 80er Jahren einen enormen Einfluss auch auf das US-Kino hatte, wird hier ganz außen vor gelassen. Ebenso wie z.B. die französischen Actionfilme eines Luc Besson. Weiterhin wäre es auch interessant, in dem Kontext des Actionfilmes nicht nur die „großen“ Filme anzusehen, sondern gerade auch die kleinen, billigen Ripp-Offs, die ja die Essenz der großen Vorbilder noch einmal verdichten und verstärken, was ebenfalls ein hochspannendes Untersuchungsobjekt wäre.

Aber dies ist Jammern auf sehr hohem Niveau und zudem unfair. Denn wie Irsigler, Lembke und Strank bereits ganz am Anfang ausführen, war solch eine umfassende Betrachtung des Actionfilmes ja auch nie die Zielsetzung dieses Buches gewesen. Es wäre aber spannend, wenn die Autoren sich an eine entsprechende Fortsetzung ihres Buches wagen würden. Schließlich haben sie ja in ihren Thesen, wie auch den Filmanalysen, treffend ausgeführt, dass Sequels ein herausstechendes Merkmal des Actionfilms sind.

Ingo Irsigler, Gerrit Lembke und Willem Strank (Hrsg.) „Actionkino – Moderne Klassiker des populären Films“, Bertz+Fischer, 176 Seiten, € 16,90

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Das Bloggen der Anderen (08-09-14)

bartonfink_type2– Wieder gab es in dieser Woche eine traurige Nachricht. Gottfried John ist mit nur 72 Jahren von uns gegangen. Hier Der Kinogänger mit einem Nachruf.

– Das Filmfestival in Venedig ist nun vorbei, mein Liebling Roy Andersson hat den Hauptpreis bekommen und die Kollegen haben ihre Abschlussberichte verfasst. Rüdiger Suchsland auf Negativ, Brigitte Häring auf Sennhausers Filmblog  und Sophie Charlotte Rieger auf B-Roll.

– Und auch das Fantasy Filmfest hat (zumindest in Berlin) geendet, ebenso wie das Filmtagebuch von DasDingAufDerSchwelle.

– In Wien fand die Retrospektive „Land of the Dead“ statt, die von Patrick Holzapfel vom Blog Jugend ohne Film besucht wurde. Seine Betrachtungen sind von daher sehr interessant, als dass er das Genre des Horrorfilms überhaupt nicht mag und somit einen ganz anderen Blickwinkel auf die dort aufgeführten Filme besitzt, als jemand, der dem Genre zugeneigt ist. So findet er interessante Einschätzungen einiger Klassiker, die ihren Fans – mir erging es zumindest so – zwar einen Stich ins Herz geben, aber auch mal eine ganz andere Perspektive eröffnen, die man teilen kann oder auch nicht. Lesenswert ist sie auf jeden Fall. So schreibt er über „Halloween“: „Aber er zeigt (dem Publikum) nichts, was sie nicht erwartet haben, kein wirklicher Horror des Unvorstellbaren, keine Fantastik, keine wirkliche Überraschung. Er zeigt ihnen keine Figuren, kein Leben, keine Welt, alles findet im Kopf statt. Manche würden Halloween diese Eigenschaften als Qualität anerkennen, dann aber nur, weil sie sich selbst wichtiger nehmen als den Film.“.“Profondo Rosso“ konnte er „trotz (s)einer Aversionen gegen alles was (er) bislang vom Italiener sah, einiges abgewinnen.“ Interessant auch seine Begeisterung für Hammers „The Devil Rides Out“.  Andery Arnold war ebenfalls bei „Land of the Dead“ und sah dort zum wiederholtem Male Nobuhiko Obayashis „House“. Und Thomas Rufin bespricht Rudolf Thomes „Das rote Zimmer“, der ihn auf positive Weise verwirrt zurück lässt.

– Zum Thema Dario Argento: Going to the movies hat eine sehr schöne, sehr persönliche Kritik zu „Suspiria“ verfasst.

– Auf Hard Sensations hat Gregor Torinus (den Namen sollte man sich merken) zwei wunderbare Texte verfasst. Den ersten über „Under the Skin“, den zweiten über „The Strange Colour of Your Body’s Tears“. Beide sind sehr schön zu lesen und wecken den Wunsch, beide Filme genau jetzt zu sehen.

– Thomas Groh hat auf seinem filmtagebuch drei Texte online gestellt, die zuvor an anderer Stelle in gedruckter Form erschienen sind. Über „Traumstadt“ von Johannes Schaaf und die Doku „I am Divine“ (beide ursprünglich in „Der Freitag“ veröffentlicht),  und über „Der Samurai“ von Till Kleinert. Dieser Text erschien ursprünglich in „Sissy“, und der Film läuft diese Woche auf dem Filmfest in Oldenburg.

– Auf hypnosemaschinen gibt es wieder etwas zu entdecken. Diesmal den südkoreanischen Gruselfilm „Iodo“ von 1977. Klingt toll, will ich sehen. Und den tschechischen Film „The Damned House of Hajn“, den Jirí Svoboda 1988 inszenierte, von dem Alex Klotz wunderschöne Bilder gepostet hat und den ich natürlich auch sehen möchte.

– Auf critic.de hat Michael Kienzl eine neue Reihe namens „Pinoy Cinema 1970–89: Das zweite Goldene Zeitalter des philippinischen Kinos“ initiiert, für die in den nächsten Woche einige namenhafte Blogger schreiben werden. Schon die von ihm verfasste Einleitung in das Thema ist aber ausgesprochen interessant und lesenswert.

– Ciprian David berichtet auf Negativ über den Dokumentarfilm seines Kollegen Rüdiger Suchsland: „Von Caligari bis Hitler“, welchen ich auch schon voller Spannung erwarte.

– david hat sich auf Deep Red Radio die berühmt-berüchtigte „Eis am Stil“-Reihe vorgenommen. Mit der Serie dürften wohl alle Jungen meiner Generation aufgewachsen sein. Ferner bespricht Udo Rotenberg Paul Verhoevens frühes Skandalwerk „Spetters“.

– Apropos Udo. Der war auch auf seinen eigenen Blogs sehr fleißig. So schreibt er auf L’amore in città sehr ausführlich und fundiert über Ruggereo Deodatos „Mondo Cannibale 2 – Der Vogelmensch“ und auf Grün ist die Heide über Alfred Vohrers Simmel-Verfilmung „Der Stoff, aus dem die Träume sind“. (Anmerkung: Dessen Titelsong von Peter Thomas übrigens höllische Ohrwurm-Qualitäten hat).

– gabelingeber stellt auf Hauptsache (Stumm)Film die italienische Komödie „Verliebt in scharfe Kurven“ mit Vittorio Gassman und Jean-Louis Trintignant vor, zu dem er auch wieder viele Hintergrundinfos zusammengetragen hat.

– Auf Stubenhockerei schreibt Malina über Derek Jarmans „Sebastiane“  und Werner Nekes offensichtlich sehr wild-experimentellen „Spaltenfilm“ „Kelek“.

– LZ hat auf Screenread eine interessante Besprechung mit einigen Infos über den Autoren der Vorlage (den ich bislang nur als Autor eines der wenige in Deutschland veröffentlichten „Judge Dredd“-Comics kannte) von David Cronenbergs „Maps to the Stars“ veröffentlicht.

– Schwanenmeister weist auf movies & sports darauf hin, dass Quentin Tarantino nicht nur sein eigenen Filmfestival startet, sondern nun auch sein eigenes Kino hat, in dem nur alte 16mm und 35mm Kopien zu sehen sein werden. Hell yeah!

– „Was macht eigentlich?“ fragt Rajko Burchardt auf B-Roll und begibt sich auf die Suche nach einigen (fast) vergessenen Diven. Und Lucas Barwenczik porträtiert den alten Troma-Spezi James Gunn, der jetzt Blockbuster für Marvel inszenieren darf.

– „Ein Brief an Momo“ ist ein japanischer Anime vom „Jin-Roh“-Regisseur Hiroyuki Okiura, der nix mit der von Michael Ende erdachten Figur zu tun hat, wie Oliver Armknecht in seinem Animationsfilm-Special auf film-rezensionen.de zu berichten weiß.

– Ein anderer Oliver, nämlich Oliver Nöding, hat Harald Reinls „Die Nibelungen 1+2“ gesehen und konstatiert: „Reinls Zweiteiler verkommt dabei jedoch niemals zum bloß bunten Märchenschinken, sondern bewahrt eine literarische, fast avantgardistische Qualität sowie die seltsame Fremdheit der Vorlage, anstatt diese zu bezähmen.“ Außerdem schreibt er über Wes Anderson und dessen „Grand Budapest Hotel“, welchen ich noch nicht kenne, aber den Part über Anderson kann ich so unterschreiben. Beides zu finden auf Remember It For Later. 

– Wenn mich jemand nach meinem Lieblingsfilm fragt, verweigere ich die Antwort. Nervt derjenige trotzdem dauernd weiter, nenne ich „Spiel mir das Lied vom Tod“, womit ich dann gut leben kann und meine Ruhe habe. Auf filmtourismus.de kann man sich die Drehorte ansehen.

– Reda empfiehlt auf Der breite Grad eindringlich den Film „Aesthetics of a Bullet“ zu dem er schreibt: „AESTHETICS OF A BULLET ist eine echte Perle des Yakuzafilms und kann sich dank seiner Milieutreue und dem ihm innewohnenden Nihilismus problemlos neben Fukasakus GRAVEYARD OF HONOR stellen.“ Wow.

PewPewPew macht das Resultat einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne aufmerksam: „Twenty-Four by Thirty-Six“, einem Dokumentarfilm, der sich mit der Geschichte von Filmpostern, alternativen Postern und Movie Art generell auseinandersetzt.

– Und wer gerne etwas auf die Ohren bekommt: Wiederaufführung hat wieder eine Liste empfehlenswerter Podcasts zusammengestellt.

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DVD-Rezension: “Die Koch Media Italowestern-Enzyklopädie No. 3″

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Nach dem die zweite „Italo-Western-Enzyklopädie“ recht flott auf die erste Box folgte, wurde sich nun bei der dritten Ausgabe etwas mehr Zeit gelassen. Die großen Klassiker des Genres sind mittlerweile alle irgendwo erschienen, aber es klaffen noch empfindliche Lücken, was die „B-Klassiker“ angeht. Einige können nun aber mit der dritten Box in liebevoller Ausstattung geschlossen werden.

Sartana (Mille dollari sul nero, 1966)

Nach zwölf Jahren im Gefängnis für einen Mord, den er nicht begangen hat, kehrt Johnny Liston (Anthony Steffen) heim. Doch dort haben sich die Dinge geändert. Sein Bruder Sartana (Gianni Garko) hat nicht nur Johnnys frühere Geliebte geheiratet, sondern tyrannisiert mit seiner Bande auch die ganze Gegend. Johnny stellt sich seinem brutalen und zunehmend psychopathischer agierenden Bruder entgegen, unterstützt von Jerry (Roberto Miali), dem stummen Bruder seiner ehemaligen Geliebten, der von Sartana zutiefst gedemütigt wird, und Joselita (Erika Blanc), der Tochter des angeblich von ihm Ermordeten…

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1966 betrat eine Figur die Bühne des Italo-Western, die bald zu den beliebtesten überhaupt gehören sollte: Sartana. Doch mit dem Sartana, der in einem eleganten schwarzen Anzug und langem schwarzen Mantel, zahlreichen Gadgets im Gepäck und einem flotten Spruch auf den Lippen, den Wilden Westen aufmischen sollte, hat die hier eingeführte Figur nur den Namen und den Darsteller gemein. Dieser“ Sartana“ hier ist ein sadistischer Psychopath, ein Muttersöhnchen und skrupelloser Mörder. Auch kommt er nicht im Anzug, sondern einer alten, verschlissenen Armeeuniform daher und lässt sich von seiner Bande als „General“ ansprechen. Gespielt wird er Weiterlesen

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DVD-Rezension: „Dario Argentos Dracula“

Dario-Argentos-DraculaJonathan Harker (Unax Ugalde) nimmt nach Vermittlung durch Lucy Kisslinger (Asia Argento), der besten Freundin seiner Ehefrau Mina (Marta Gastini), eine Stellung als Bibliothekar im Schloss des Grafen Dracula (Thomas Kretschmann) an. Dort hat er bald schon eine bösartige Begegnung mit der schönen Vampirin Tania (Miriam Giovanelli). Als sie nichts mehr von ihrem Ehemann hört, reist Mina besorgt nach Transsylvanien, nicht wissend, dass sie damit geradewegs in eine Falle tappt, die Dracula ihr gestellt hat…

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Dario Argento war einmal ein bedeutender Regisseur, der bei seinen Fans gottgleiche Verehrung erfuhr. Dafür sorgten vor allem surreale Meisterwerke wie der Über-Giallo „Profondo Rosso“ und die beiden Horrorfilme „Suspiria“ (der ihm seinen Platz im Filmgeschichtsbuch sicherte) und „Horror Infernal“. Mit jedem neuen Film war die Erwartungshaltung der Fans enorm, und jeder Eintrag in seine Filmographie, der den Erwartungen nicht entsprach, wurde mit äußeren Umständen entschuldigt. Mit den Kompromissen, die er bei seinem ersten und einzigen US-Film „Aura“ eingehen musste, mit niedrigem Budget oder generell schlechten Produktionsbedingungen. Doch irgendwann wurde das Rumoren unter den Fans immer lauter. Jeder neue Film beinahe gefürchtet, da er Mal um Mal die Hoffnung der Fans auf ein weiteres Meisterwerk gründlich zerstörte. Jeder neue Film galt nun umgehend als sein schlechtester überhaupt. Stimmt das aber so? Man muss Argento zugutehalten, dass er versucht hat, sich weiterzuentwickeln. Seinen Stil zu ändern. Von visueller Opulenz – die von seinen Anhängern so geliebt wurde – zu einem gröberen, realistischeren Stil. Mit „Stendhal Syndrome“ von 1996, der sehr zwiegespalten aufgenommen wurde, ist ihm dies bravourös gelungen, auch wenn schlechte Computergrafiken und eine fehlbesetzte Asia Argento die Wucht des Filmes etwas sabotieren.

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In seinen folgenden Filmen wurden diese Versuche auszubrechen und etwas völlig anderes zu erschaffen, aber immer wieder von einer gewissen Kompromissbereitschaft unterminiert. Besonders deutlich tritt dies bei „The Card Player“ zutage, wo Szenen, die den Film auf eine formal realistische Ebene bringen sollen – was zugeben nicht wirklich funktioniert – von kleinen Kabinettstückchen begleitet werden, die in ihrer lyrisch-surrealen Art an frühere, bessere Werke erinnern. Mit dieser hasenfüssigen Hinwendung zu einem Publikum, das keine Veränderung seines Stils mitmachen möchte, zerstört Argento gleichzeitig seinen Ansatz, neue Wege zu gehen. Mittlerweile scheint es fast so, dass er seine Filme nicht mehr für sich, sondern für ein Publikum dreht, dem er gefallen möchte, aber gleichzeitig auch keine Lust mehr hat, ständig aufgefordert zu werden, zum Stil von „Suspiria“ zurückzukehren. In der Folge sind seine Filme unentschlossen. Weder Fisch, noch Fleisch und zudem gehandicapt durch miserable Drehbücher und Argentos immer deutlicher zu Tage tretende Schwäche in der Führung seiner Schauspieler. Trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung war „Giallo“, indem ein schmierender Adrian Brody und eine nichtschauspielende Emmanuelle Seigner durch eine wirre Geschichte stolpern.

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Oftmals versuchte Argento in der Vergangenheit diese Schwächen unter möglichst blutigen Szenen zu begraben („Mothers of Tears“), doch auch da folgte ihm sein Publikum nicht mehr. Was uns zu „Dracula 3D“ bringt, der beinah einhellig als absoluter Tiefpunkt seiner Karriere angesehen wird. Und leider kann man dies nur bestätigen, denn von der einst optischen Eleganz und innovativen Gestaltung ist hier noch nicht einmal ein letzter Hauch übrig geblieben. Und dies, obwohl Argento das erste Mal wieder mit Luciano Tovoli zusammenarbeitete, der auch sein Kameramann bei „Suspiria“ war. Einen Teil des Fiaskos kann man sicherlich auf die für Argento ungewohnte 3D-Technik schieben. Zunächst einmal scheint sie bewirken, dass die Bilder einen billiges, ausgesprochen unattraktives Aussehen besitzen. Ihnen fehlt völlig der kino look, wodurch sie stark an auf Video gedrehte Amateurfilme erinnern. Dadurch wirken die kargen Kulissen noch kümmerlicher, der Film regelrecht freudlos. Besonders deutlich wird die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, wenn die faden Videobilder noch mit Claudio Simonettis opulenter Orchestermusik zugekleistert werden, wodurch ihre Ärmlichkeit noch deutlicher zum Tragen kommt. Ebenfalls der 3D-Technik geschuldet sind mit Sicherheit auch einige Einstellungen, die in 3D den Räumen Tiefe verleihen sollen, sich aber in der 2D-Version nur noch wie für das Fernsehen abgefilmtes Theater anfühlen.

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Erinnert schon das Aussehen des Filmes an Low-Budget-Amateuerfilme, so wird dieser Eindruck noch durch die Darsteller unterstrichen. Kaum einer spielt in irgendeiner Weise natürlich. Man hat in vielen Szenen das Gefühl, Argento hätte seine Darsteller angewiesen:“Jetzt guck mal ängstlich“ und das hätten sie dann auch genauso gespielt, wie sich Klein Fritzchen „ängstlich aussehen“ vorstellt. Man sieht hinter jeder Geste das Spiel und davon dann auch viel zu viel. Besonders grausam ist das, was Asia Argento hier anstellt. Billigstes Schmierentheater vom Schlechtesten. Auch ein gestandener Schauspieler wie Thomas Kretschmann verfällt regelmäßig in dickes Pathos und Theaterhaftigkeit. Auffällig ist dieser eklatante Mangel an Schauspielführung bereits in der ersten Szene, in der sich die beiden Figuren exakt so hilflos verhalten, wie man es von aus Debütfilmen aus dem Amateurbereich kennt, wo gerne mal Laien aus dem Freundes- und Bekanntenkreis besetzt werden. Lediglich zwei Ausnahmen seien hier erwähnt. Zunächst Rutger Hauer, der sich ohne große Anstrengung durch den Film schlafwandelt, und dann die einzige Schauspielerin, die sich in „Dracula 3D“ diese Bezeichnung auch verdient: Die talentierte Marta Gastini in der Rolle der Mina Harker.

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Aber nicht nur Bildgestaltung und Schauspielführung sind Argento anzulasten. Es hapert an allen Ecken und Enden. So ist der Schnitt des Filmes erschreckend uninspiriert und erinnert an Papas erste Versuche, am Computer aus seinem Urlaubsfilm eine Hollywoodproduktion zu machen. Auftritte und Abgänge werden so inszeniert, das einfach jemand die starre Einstellung betritt und seinen Spruch aufsagt und diese dann wieder verlässt. Auch hier gibt es keinerlei Dynamik oder den Versuch einer filmischeren Lösung. Die Special Effects aus dem Computer sehen genau danach aus, und scheinen aus 20 Jahre alten PC-Spielen übernommen zu sein. Was besonders ärgert, da diese Effekte zum größten Teil gar nicht nötig gewesen wären, hätte Argento nicht die fixe Idee gehabt, seinen Dracula in immer neuen Tier-Inkarnationen zu zeigen. Aber wenn man das so macht, sollte man besser auch über die technischen Möglichkeiten verfügen. Vielleicht waren Argento diese Schwächen auch bewusst, so dass er dann versuchte, sie mit deftigem Splatter (Schaufel in den Kopf) und Sex (die gut bestückte Miriam Giovanelli muss ständig blank ziehen) zu übertünchen.

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Möglicherweise war Argento mit der 3D-Technik überfordert und vernachlässigte deshalb jeden anderen Aspekt seines Filmes. Dass der Film dann noch allen Ernstes mit „eine berauschende Hyper-Trash-Erfahrung und essenzielle B-Filmkunst“ beworben wird, ist die endgültige Bankrotterklärung eines Filmes, dem man seine Ambitionen, ebenso wie ihr eklatantes Scheitern, ansieht. Nein, Trash sollte das nie sein. Dass es das geworden ist, stimmt mich traurig. Ich kann in „Dracula 3D“ auch nicht die „gekonnte Persiflage“ erkennen, die Beatrice Behn in dem empfehlenswerten Buch „Dario Argento – Anatomie der Angst“ in ihm gesehen hat. Ich stimme ihr allerdings zu, wenn sie schreibt: „(Es ist) fast so, als möge Argento mit (der Persiflage) sagen: Sehet, ich könnte euch vieles bieten. Aber ich tue es nicht.“ Dieses Gefühl beschlich mich – leider – auch.

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„Dracula 3D“ ist leider eben jenes Fiasko, welches die Filmkritik und die Gemeinde der Argento-Fans in ihm sieht. Der Regisseur scheint mit der 3D-Technik völlig überfordert gewesen zu sein, was sich nicht nur eklatant in der kümmerlichen Bildgestaltung, sondern auch in allen sonstigen Aspekten des Filmemachens niederschlägt. Da helfen auch nackte Brüste und viel Kunstblut nicht weiter.

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Das Bild der Koch Media DVD ist leider etwas zu hell, so dass Schwarztöne als dunkles Grau erscheinen. Die deutsche Synchronisation ist eher unterer Durchschnitt, die englische Tonspur aber nicht viel besser. Man hört deutlich, dass einige Schauspieler ihre Rolle auf Englisch interpretiert haben (Asia Argento z.B. mit deutlichem Akzent) und andere nachträglich synchronisiert wurden. Leider nicht immer passend und manchmal mit einer unnatürlichen Diktion. Rutger Hauer spricht sich selbst, neigt aber zu merkwürdigen Kunstpausen mitten im Satz, was etwas irritiert. Die Extras können absolut überzeugen, neben einem interessanten – vielleicht angesichts des Ergebnisses etwas zu enthusiastischen – 62-minütigen Making-Of, weiß insbesondere ein Q&A mit Dario Argento zu gefallen, welches beim Slash Festival in Wien aufgenommen wurde. Zwar ist Argento manchmal etwas – aufgrund seines doch recht bescheidenen Englisch – schwer zu verstehen, aber er erzählt einige interessante Dinge und eine ganz wunderbare Anekdote über Rutger Hauer, die dieser sicherlich nicht gerne hört.

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Originalfassungen in Bremen: 05.09.14 – 10.09.14

Mit einem Tag Verspätung (Arbeit und Hobby lassen sich eben nicht immer miteinander vereinbaren) kommen hier die O-Töne der aktuellen Woche. Und einige nette Sachen sind dabei. Wenn ich Zeit hätte, würde ich in „A Most Wanted Man“ und „The Best Offer“ gehen. Aber leider… siehe oben.

Hercules – Cinemaxx, Mo. 08.09. um 19:30 -Auf einer Comic-Reihe beruhende Hercules-Neuinterpretation vom Actionkomödien-Spezialist Brett Ratner. Die Hauptrolle füllt Dwayne Johnson aus, den ich ja immer ganz sympathisch finde.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=yoqFN7mbDro[/youtube]

Guardians of the Galaxy – Cinemaxx, Fr./Sa./Di./Mi.. immer um 19:30 – Marvel-Comic-Verfilmung. Die „Guardians“ kenne ich gar nicht, obwohl ich lange Jahre großer “Marvel”-Fan war und das Marvel-Universum regelmäßig verfolgt habe. Der Trailer haut mich jetzt nicht vom Hocker, die bisherigen Besprechungen allerdings schon. Scheint zu rocken, das Ding.

Lucy – Cinemaxx, So., 07.09. um 19:30 – Luc Bessons neuster Action-Streich. Mit einer hyperintelligenten Scarlett Johansson, die ihre durch eine Droge versehentlich verzehnfachten geistigen Fähigkeiten plötzlich zur Superheldin mit Superkräften wird.

A Most Wanted Man – Schauburg, Mo. 08.09. um 12:00 & Atlantis, So. 07.09. um 20:00 – Der letzte Film mit dem kürzlich verstorbenen Philip Seymour Hoffman in der Hauptrolle. In Hamburg spielender, britischer Agenten-Thriller-Drama-Mix nach einer Vorlage von Bestsellerautor John Le Carré. Von dem Meisterfotograf und legendärem Videoregisseur Anton Corbijn. Ferner mit Rachel McAdams und Willem Dafoe.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=OUyYBrlF_W8[/youtube]

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit –  Schauburg, So., 07.09. um 21:15 – Britischer Film über einen eigenbrötlerischen Mann, der für die Londoner Stadtverwaltung Hinterbliebene von in der Großstadt anonym Verstorbenen aufstöbert. Mit dem tollen Eddie Marsan. Allein deshalb schon einen Blick wert.

Madame Mallory und der Duft von Curry – Schauburg, Mi., 10.09. um 21:00 – Französische Feel-Good-Komödie, in der eine indische Familie in einer französischen Kleinstgemeinde ein Restaurant gegenüber eines Ein-Sterne-Restaurants eröffnet. Vom Regisseur von „Chocolate“.

The Best Offer – Das höchste Gebot – City 46, Fr.-Mi. immer um 20:00 – Ein exzentrischer Kunstexperte Oldman wird von einer mysteriösen Frau gebeten, ihren Familienbesitz zu schätzen. Wegen einer Krankheit verbirgt sich diese vor ihm und spricht nur durch eine Wand. Obwohl er sie nicht sehen kann, verfällt Oldman der Frau immer mehr. Von dem „Cinema Paradiso“-Regisseur Giuseppe Tornatore und mit Geoffrey Rush in der Hauptrolle.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=zJGleGyahC8[/youtube]

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 08.09. um 19:50

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 08.09. um 21:45

 

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Das Bloggen der Anderen (01-09-14)

bartonfink_type2– Lorcano ist Geschichte, hier kommt Venedig. Die Blogger sind von der Schweiz nach Norditalien gereist, um beim nächsten Filmfestival dabei zu sein. Und so berichtet Rüdiger Suchsland für Negativ, Brigitte Häring für Sennhausers FilmblogSophie Charlotte Rieger für B-Roll und ihren eigenen Blog und filmosophie.  Bilanz der ersten Tage. Ulrich Seidls neuster Film „Im Keller“ wird irgendwo zwischen gut und „kann ich nichts mit anfangen“ (auf filmosophie – das würde ich gerne einmal ausdiskutieren) aufgenommen, Joshua Oppenheimers „Act of Killing“-Nachfolger „The Look of Silence“ wird überall für wichtig und sehr wirkungsmächtig erachtet, aber auch nicht gänzlich kritiklos aufgenommen, dafür scheint Alejandro González Iñárritus vierter Streich „Birdman“ sich zum Kritiker-Liebling zu mausern. Eine gute Übersicht der englischsprachigen Kritiken liefert Movies&Sports.

– Auch in Deutschland gibt es gerade ein Filmfest, nämlich das Fantasy Filmfest. DasDingAufDerSchwelle war in Berlin dabei und gibt stichwortartig seine Meinung zu den von ihm gesehenen Filmen ab.

– Und noch ein Abschlussbericht über das gerade vergangene Filmfestival in Lorcano, den Rainer Kienböck auf Jugend ohne Film veröffentlicht hat. Ferner ist er auch nach Krakau (immer eine Reise wert!) gefahren, um dort im Nationalmuseum eine Ausstellung über Stanley Kubrick anzuschauen, die ihm gut gefallen hat. Hier sein Bericht. Der bekennende Nicht-Horrorfilm-Gucker Patrick Holzapfel war währenddessen bei der „Land of the Dead“-Retrospektive des Österreichischen Filmmuseums und hat dort zwei Klassiker des Genres gesehen, die bei jedem Fan ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala stehen dürften: „Suspiria“ und „Carrie“. Wenn Patrick dann schreibt: „„Suspiria“ und „Carrie“ sind derart filmische Filme, dass sie die filmischste Eigenschaft von Film ignorieren: Ein Dokument der Welt zu sein. Ich bin mir bewusst, dass das ein wenig gezwungen und prinzipienhaft ist und ich will damit nicht sagen, dass diese Filme schlecht sind oder kunstlos. Aber sie sind redundant und können mich nicht über ihre Existenz im Kinosaal hinaus bewegen. Sie langweilen mich mit ihren aufgesetzten Blicken und ihrem fehlenden Beobachtungssinn. Sie sind Genremasturbationen. Ich will Zeit haben für meinen Blick, ich will nicht gelenkt werden. Ich fühle mich sowohl in „Carrie“ wie in „Suspiria“ vergewaltigt, die Filmemacher haben mich nicht respektiert. Ich respektiere ihre Qualität, aber hinterfrage ihre Ethik. Gut, dass es sowas gibt, denn sonst würde ich vergessen wie sich der wahre Horror in Rot in Ingmar Bergmans „Viskningar och rop“ und Michelangelo Antonionis „Il deserto rosso“ anfühlt.„ dürfte so mancher – ich eingeschlossen – zusammen zucken. Aber der lesenswerte Text ist von daher interessant, da er „von außen“ kommt. Also von jemanden der dem Genre so gar nicht zugetan ist – und der darum den Blick frei hat für Perspektiven, die man – wenn man die Filme abgöttisch liebt – vielleicht bereits verloren hat.  Bei „Night of the Living Dead“ sind wir uns dann aber wieder einig.

– Interessanterweise haben sich in der vergangenen Woche gleich drei Blogs mit den Arbeiten von David Cronenberg beschäftigt. Auf Die drei Muscheln schreibt JackoXL über „Die Brut“, Annika Stelter ist auf Die Filme, die ich rief von „The Dead Zone“ (und Christopher Walkens Augen) begeistert und Martin Beck schreibt auf Reihe Sieben über Cronenbergs neustes Werk „Maps to the Stars“: „MAPS TO THE STARS ist sehenswert – und erzeugt am Ende trotzdem ein unbestimmtes Gefühl nagender Fragezeichen.“

– Meine Erinnerungen an die TV-Serie „Sandokan – Der Tiger von Malaysia“ ist zwar ziemlich verschwommen, die an den Hauptdarsteller Kabir Bedi, der mich damals überaus beeindruckte, aber noch sehr deutlich. Als Auffrischung des Rests kann ich ja Oliver Nödings Besprechung auf Remember it for later hinzuziehen.

– Mehrere Blogs hatten bereits die Möglichkeit „Sin City 2: A Dame to Kill For“ zu sehen. Den ersten Teil mochte ich ja durchaus und halte ihn für eine von Robert Rodriguez‘ besseren Arbeiten. Die Reaktionen auf das Sequel/Prequel sind allerdings sehr verhalten. LZ schreibt auf screen/read „Wirklich überzeugend sieht anders aus. Wer jedoch für „form over substance“ zu haben ist und Vergnügen daran hat, sich der immer noch bemerkenswerten visuellen Noir-Ästhetik hinzugeben, wird trotz aller Schwächen gut bedient.“  Thorsten Krüger ist auf Komm & Sieh ziemlich entsetzt: „Nicht, dass hier sonst nichts geschähe, nur ist es leblos und bestechend irrelevant, wie der ganze Film unfassbar überflüssig und unwesentlich.“  Nur Ronny Dombrowsky auf cinetastic.de ist voll des Lobes: „Für Fans des ersten Films und der Graphic Novell ein Augenschmaus den man sich nicht entgehen lassen sollte.“

Final Frontier Film ist bei seiner John-Ford-Tonfilm-Retrospektive mittlerweile bei Nr. 25, „Submarine Patrol“, angekommen.

Und noch eine Reihe: Im Rahmen seines Animationsfilm-Specials stellt Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de den tschechischen Stop-Motion-Film „Toys in the Attic“ vor, der mir als genau das Richtige erscheint, um bei mir Herz und Seele zu erwärmen.

– Andrea David stellt auf filmtourismus.de die Schauplätze vor, an denen der erste „Tomb Raider“-Film gedreht wurde.

Der Kinogänger hat den zweiten Teil seiner großen Kinovorschau für den Herbst 2014 veröffentlicht.

– Ein Ratgeber für Liebesdinge, der sich „Der Kinotherapeut – 70 Filme für alle Liebeslagen“ nennt? Was es nicht alles gibt. Prof. Pu von SchönerDenken hat ihn gelesen und verrät, ob er sich für liebeskranke Cineasten eignet.

– Sie sind für die meisten Deutschen identisch mit den großen Stars auf der Leinwand. Die Synchronsprecher. Kirsten Kieninger hat auf B-Roll einige kluge Worte zu dieser Thematik geschrieben. Ferner: Lucas Barwenczik über Lasse Hallström, ABBA und andere Filme.

– „Three Bewildered People in the Night“ von Gregg Araki ist mir bisher völlig unbekannt, was Malina auf Stubenhockerei darüber geschrieben hat, klingt aber recht interessant.

– Lange erwartet, nun endlich da. Der große Bericht der wunderbaren Silvia Szymanski auf Hard Sensations über den 13. Hofbauer-Kongress, der vom 24.-27- Juli in Nürnberg und Fürth stattfand. Jede Silbe ein Genuss. Das von ihr so stimmungsvoll beschriebene Nürnberger Hotel Continental werde ich im Oktober selber besuchen. Ich bin schon gespannt, ob ich auch auf solche lyrischen Gedanken komme.  Alex Klotz hat sich in den philippinischen Film „Das Mädchen Insiang“ von Lino Brocka verliebt. Seine Liebeserklärung hier. Gar keine Liebeserklärung ist das, was Jamal Tuschick über den, seiner Meinung nach rassistischen,„Monsieur Claude und seine Töchter“ schreibt. Ganz im Gegenteil.

– Sascha Nolte hat sich auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte die griechische Groteske „Der Unhold von Athen“ von 1958 vorgenommen. „Ein sonderbarer, leiser Mix aus Drama, Krimi und Tragikkomödie, der recht eigenständig, wenn auch nicht in Gänze gelungen, daherkommt.“

– Auf Grün ist die Heide schreibt Udo Rotenberg über Hansjörg Amons „Unruhige Töchter“ von 1967 mit Brigitte Skay. Ein weiteres Puzzleteil aus dem sich zu dieser Zeit gerade entwickelnden Erwin-C.-Dietrich-Kosmos.

– Und auf L’amore in città geht es um eine ganz wunderbare guilty pleasure von mir: Umberto Lenzis schwer unterhaltsame Zombie-Sause „Großangriff der Zombies“, bei dem er zu dem Schluss kommt: „Nicht die blutrünstigen Monster, die diese Ordnung zerstören, sind die eigentliche Gefahr, sondern das Perpetuum Mobile eines gleichförmigen Lebens – wie der Film mit seinem überraschenden Ende eindrucksvoll demonstriert.“

– YP und PD unterhalten sich auf Film im Dialog über den Film „Belle“, der alle beide schwer beeindruckt hat.

– david beschäftigt sich in einer „Kurzkritik“ auf Whoknows presents mit dem ersten deutsche Nachkriegsfilm, der unter Lizenz der US-amerikanischen Besatzungsmächte produziert wurde, der zugleich auch als der erste deutsche Starfilm nach Ende des Zweiten Weltkriegs war. Der „Trümmerfilm“ „…und über uns der Himmel“ von Josef von Báky mit Hans Albers. Interessant.

– gabelinger bespricht anlässlich des Todes von Robin Williams den Film „Hinter dem Horizont“, den er auf Hauptsache(Stumm)Film leidenschaftlich gegen seinen schlechten Ruf verteidigt.

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Originalfassungen in Bremen: 28.08.14 – 03.09.14

Diese Woche gibt es wieder einige frische Ware und die sieht recht lecker aus.

Guardians of the Galaxy – Cinemaxx, Do., Sa., So, Di. immer um 19:40 & (laut Weser Kurier) CineStar, So., 21.08. um 20:00 – Marvel-Comic-Verfilmung. Die „Guardians“ kenne ich gar nicht, obwohl ich lange Jahre großer “Marvel”-Fan war und das Marvel-Universum regelmäßig verfolgt habe. Der Trailer haut mich jetzt nicht vom Hocker, die bisherigen Besprechungen allerdings schon. Scheint zu rocken, das Ding.

[youtube width=“630″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=b7yOuhI1dzU[/youtube]

Lucy – Cinemaxx, Fr., 29.08. um 19:40 – Luc Bessons neuster Action-Streich. Mit einer hyperintelligenten Scarlett Johansson, die ihre durch eine Droge versehentlich verzehnfachten geistigen Fähigkeiten plötzlich zur Superheldin mit Superkräften wird.

Madame Mallory und der Duft von Curry – Schauburg, So., 31.08. um 19:30 – Französische Feel-Good-Komödie, in der eine indische Familie in einer französischen Kleinstgemeinde ein Restaurant gegenüber eines Ein-Sterne-Restaurants eröffnet. Vom Regisseur von „Chocolate“.

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit – Atlantis, So., 31.08. um 20:00 & Schauburg, Mo., 01.09. um 12:00 – Britischer Film über einen eigenbrötlerischen Mann, der für die Londoner Stadtverwaltung Hinterbliebene von in der Großstadt anonym Verstorbenen aufstöbert. Mit dem tollen Eddie Marsan. Allein deshalb schon einen Blick wert.

[youtube width=“630″ height=“344″]https://www.youtube.com/watch?v=Gt9CsXrlO8Y[/youtube]

Begegnungen nach Mitternacht – City 46, Do.+Fr., so.-Mi. immer 20:00 – Französischer Spielfilm. Das junge Paar Ali und Matthias lädt um Mitternacht einige Fremde zu einer erotischen Party ein.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 25.8. um 19:40

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 25.8. um 21:45

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