Nordische Filmtage in Lübeck: Details zur schaurig-schönen Retrospektive

Ein sehr schönes Filmfest sind auch die traditionsreichen Nordischen Filmtage in Lübeck, die in diesem Jahr bereits zum 54. (!) Mal stattfinden. Zwischen dem 31.10. und dem 04.11. werden wieder zahlreiche Filme aus dem nordeuropäischen Raum gezeigt. Zusätzlich wird es auch wieder eine Retrospektive geben. Wie ich im Juni schon einmal schrieb, steht die diesjährige unter dem spannenden Motto: „Das kalte Grauen – Grusel und Schauder im skandinavischen Kino 1921-2011“. Passenderweise startet die Reihe an Halloween, am 31. Oktober 2012.

Gezeigt werden die Stummfilmklassiker „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922) von F.W. Murnau und der unglaubliche „Häxan“ von Benjamin Christensen. Beide werden in einmaligen Sondervorführungen in Kirchen gezeigt. Am 1. November läuft um 20 Uhr die restaurierte Fassung von „Nosferatu“ in der St. Petri Kirche zu Lübeck mit Live-Orchesterbegleitung von Studierenden der Musikhochschule Lübeck unter der Leitung von Prof. Franz Danksagmüller. Am 3. November wird um 20 Uhr „Häxan“ (Hexen) in der Reformierten Kirche vorgeführt. Das Hamburger Gitarrenorchester Gilbert Couché spielt überraschende Sounds und Interpretationen zu diesem besonderen Filmereignis.

Fast ein Stummfilm ist Carl Theodor Dreyers grandioser„Vampyr“ , der zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählt.

Eine ungewöhnliche Wahl ist Ingmar Bergmans Psychodrama „Die Stunde des Wolfs“ aus dem Jahr 1968. Es erzählt die Geschichte eines Malers und seiner Frau, die auf einer abgelegenen Insel leben. Albtraumhafte Visionen reißen das Paar in einen wahnsinnigen Strudel. In verschiedenen Programmblöcken wird die erste Staffel von Lars von Triers’ TV-Serie „Hospital der Geister“ von 1994 gezeigt.

Aus den 1950er Jahren sind die Filme „Das weiße Rentier“ (1952) von Erik Blomberg über die Legende eines weißen Rens aus Lappland zu sehen und „Der Totenteich“ von 1958 über sechs Menschen aus Oslo, die in eine einsame Hütte fahren, in der vor einiger Zeit ein Morddrama geschah und dort mit mysteriösen Vorfällen konfrontiert werden. Regie: Kåre Borgstrøm.

In die Gegenwart springt die Retro dann mit Tomas Alfredsons‘ Vampir-Kultfilm „So finster die Nacht“. Weiter geht es mit einem der großen Überrschungserfolge der letzten Jahre, „Trollhunter“ (Regie: André Øvredal, 2010). Ein vermeintliches „Dokudrama“ über die aufwendigen Bemühungen der norwegischen Regierung, die sensationelle Neuigkeit zu verbergen, dass es in Norwegen tatsächlich Trolle gibt und dass es sie immer gegeben hat.

Cecilie“ (2006) von  Regisseur Hans Fabian Wullenweber habe ich bereits 2006 auf dem Filmfest in Hamburg gesehen und war leider nicht besonders begeistert. „Marianne“ (2011) lief letztes Jahr auf dem Internationalen Filmfest in Oldenburg, und ich habe da insbesondere den sympathischen schwedischen Filmemacher Filip Tegstedt in Erinnerung. Meine damalige Besprechung findet man hier. Aus Island präsentiert die Retrospektive den Film „Schatten aus dem Jenseits“, der 1983 im Festival lief. Ein junges Paar ist nach dem Einzug in ein altes Haus mit eigenartigen Vorkommnissen konfrontiert. Es scheint, als würde das Haus immer mehr Macht über sie ausüben. Der Film von Egill Eðvarðsson war 1984 isländischer Oscar-Kandidat.

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Originalfassungen in Bremen: 20.09.12 – 26.09.12

Nein, beklagen kann man sich in dieser Woche wirklich nicht. Egal, ob man auf Zombie-Geballer oder tief ergreifenden Arthouse steht, diesmal ist für jeden etwas dabei. Da fällt der Tipp der Woche schwer. Defintiv sehen sollte man Michael Hanekes „Liebe“ in der Schauburg, aber auch „Moonrise Kingdom“ im City 46 ist nicht zu verachten.

Resident Evil: Retribution – Cinemaxx, Do.-Sa., Mo./Di. immer 19:40 – Im nun bereits 5. Teil der kommerziell höchst erfolgreichen Videospiel-Verfilmung, geht die wunderschöne Milla Jovovich wieder in engem Leder auf Zombie-Jagd. Die einen schütteln den Kopf, die anderen freuen sich heimlich über ihre liebste guilty pleasure.

[youtube width=“640″ height=“295″]http://www.youtube.com/watch?v=fetL5JuKGv4[/youtube]

Das Bourne Vermächtnis – Cinemaxx, So. und Mi. jeweils um 19:40 – Bourne ohne Bourne.  Statt Matt Damon als Jason Bourne betritt nun der von mir sehr geschätzte Jeremy Renner als Aaron Cross die Bühne. Auch er ein Superagent mit schier unmenschlichen Fähigkeiten. Regie führt der „Bourne“-Drehbuchautor und „Michael Clayton“-Regisseur  Tony Gilroy.

Liebe – Schauburg, So., 23.9. um 21:45 – Das zweite Mal in Folge hat ein Film von Michael Haneke in Cannes triumphiert und die goldene Palme abgeräumt. „Liebe“ soll Hanekes persönlichster Film sein, die Leistungen der Hauptdarsteller Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva wird überall hoch gelobt. Der einzige Grund, hier nicht ins Kino zu gehen wäre, dass man nicht mit anderen zusammen weinen möchte.

[youtube width=“640″ height=“323″]http://www.youtube.com/watch?v=ff2-X9BeKk8[/youtube]

To Rome with Love – Schauburg, Mi., 26.9. um 21:45 – Der neue Woody Allen. Der Meister setzt seine “Europa-Tournee” fort und filmt nach London, Barcelona und Paris jetzt in der ewigen Stadt. In vier Episoden bekommen wir Penélope Cruz, Jesse Eisenberg, Alec Baldwin, Ellen Page, Roberto Benigni und Herrn Allen persönlich (sollte “Scoop” nicht sein Abschied von der Leinwand gewesen sein?) zu sehen.

Moonrise Kingdom – City 46, Do./Fr. und So.-Mi. immer um 18:00, Fr. auch um 23:00 und Sa. um 22:30 – Wes Andersons neuster Streich führt in die 60er Jahre. Stargespickt mit Stars wie Bruce Willis, Edward Norton und Tilda Swinton wird die zarte Geschichte einer ersten Liebe gezeigt. Natürlich mit dem üblich skurrilen Wes-Anderson-Touch.

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Das Herz von Jenin – City 46, Di., 25.9. um 20:00 – Nachdem sein 12-jähriger Sohn im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin von israelischen Soldaten tödlich verletzt wird, entscheidet sich sein Vater dafür, die Organe seines Sohnes zu spenden. Fünf israelische Kinder werden dadurch gerettet. Der Dokumentarfilm begleitet den Vater bei seinen Besuchen bei den betroffenen Familien.

Das Orchester von Piazza Vittorio – City 46, Do., 20.9. um 20:00 – Dokumentarfilm über die besondere Entstehungsgeschichte eines heute berühmten Orchesters.

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 24.9. um 21:45

Französische Sneak Preview, Mi., 26.9. um 18:00 Uhr in der Gondel und um 21:00 Uhr im Atlantis

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Bericht vom 19. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

Für meinen zweiten Tag beim 19. Filmfestival in Oldenburg hatte ich mir eine Menge vorgenommen. Da der erste Film um 15:00 Uhr startete, plante ich, diesmal voll durchzuziehen und inklusive des Mitternachtsfilms fünf Filme hintereinander zu schauen. Etwas, was ich schon seit Jahren nicht mehr getan habe. Von daher war ich neugierig, ob ich auch wirklich bis zum letzten Film durchhalten würde. Nach einem kurzen Einkaufsbummel durch die schöne Oldenburger Innenstadt ging es dann wieder im Cine K los.

Der französische Film„The Girl from Nowhere“ hat gerade den Hauptpreis in Locarno gewonnen, von daher war meine Erwartungshaltung recht hoch. Weiterlesen

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Bericht vom 19. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1

Vom vergangenen Mittwoch bis zum gestrigen Sonntag fand nun schon zum 19. Mal das Internationale Filmfest in Oldenburg statt. Wie es mir zur lieben Gewohnheit geworden ist, habe ich auch in diesem Jahr wieder vorbeigeschaut. Im Gegensatz zu den Vorjahren konnte ich diesmal schon am Freitag anreisen und hatte daher die Möglichkeit, mehr Filme als im Vorjahr zu sehen.

Leider machte mir in den meisten Fällen die ausgesprochen unglückliche Programmierung der Filme einen Strich durch die Rechnung. Filme, auf die ich mich am meisten gefreut hatte (wie „Outrage Beyond“),  liefen zu Zeiten, wo ich noch nicht oder nicht mehr anwesend war. Was ich dem Programmplan nicht anlasten möchte, denn es ist ja meine eigene Entscheidung, welche Tage ich da bin und welche nicht.

Sehr viel ärgerlicher war es, dass viele der wirklich interessanten Filme zeitgleich liefen und es dann viele Zeitschienen gab, wo wirklich gar nichts Ansprechendes lief. So musste ich einige für mich interessante Filme links liegen lassen, während ich dann Filme angeguckt habe, die auf meiner Prioritätenliste ganz weit hinten standen. Aber so ist halt das Festivalleben. Immerhin habe ich es geschafft, bis auf „Outrage Beyond“, „Oh Boy!“ und „God Bless America“, eigentlich alle Wunschfilme zu sehen. Wenn auch zum Teil mit erheblichen Mühen.

Und wie jedes Jahr habe ich auch diesmal wieder den von der Jury mit dem German Independence Award und den von den Zuschauern mit dem Publikumspreis ausgezeichneten Film verpasst. Wobei dies diesmal auch ein und derselbe war: „Oh Boy!“ von Jan Ole Gerster .Ich hoffe aber, dass dieser Film es nach seinem Doppelerfolg auch demnächst in ein Bremer Kino schafft.

Noch einmal ganz deutlich muss die wunderbar freundliche und familiäre Atmosphäre beim Internationalen Filmfest Oldenburg hervorgehoben werden. Man fühlt sich immer willkommen und alle Mitarbeiter zeichnen sich durch große Freundlichkeit und Engagement aus. Danke dafür.

Das Filmfestival begann für mich am Freitag um 17:30 Uhr im cine K mit dem Film „Booster“. Weiterlesen

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Rezension: “The Cabin in the Woods”

Fünf Jugendliche machen sich auf den Weg zu einer abgelegenen Waldhütte, um dort gemeinsam das Wochenende zu verbringen. Und nein… dies ist kein „Tanz der Teufel“-Remake…

The Cabin in the Woods“ stellt den Rezensenten vor eine schwierige Aufgabe, denn zu viel von der Handlung zu verraten, nimmt dem Zuschauer einiges an dem Spaß, welchen der Film bereitet. Andererseits kann man gerade in diesem Falle auch nicht auf die Stärken und Schwächen des Filmes eingehen, ohne wichtige Handlungselemente in die Welt hinauszuposaunen.

Darum vorab einige oberflächliche Bemerkungen, bei denen ich mich bemühen werde, nicht allzu sehr auf einzelne Punkte einzugehen.

Der Film ist eine Zusammenarbeit von Erstlingsregisseur Drew Goddard und dem TV-Mann Joss Whedon. Whedon ist nicht nur der Kopf hinter den sehr erfolgreichen TV-Serien „Buffy – Im Bann der Dämonen“ und „Angel“, sowie der kurzlebigen Kult-SF-Serie „Firefly“, sondern hat in diesem Jahr auch gleich mal mit „The Avengers“ den dritterfolgreichsten Film aller Zeiten abgeliefert. Wie schon bei den „Avengers“, merkt man auch bei „The Cabin in the Woods“, dass hier Leute am Werk waren, die ihr Sujet kennen und lieben. Regisseur Drew Goddard hat mit Whedon bereits bei „Buffy“ und „Angel“ als Autor zusammengearbeitet und war gemeinsam mit dem anderen TV-Wunderkind J.J.Abrams an „Alias“ und als Autor und Produzent an „Lost“ beteiligt. Man darf also von „The Cabin in the Woods“ das erwarten, wofür ihre Macher stehen: Intelligentes und gleichzeitig unterhaltsames Erzählen. Und dieses Versprechen löst der Film auch ein. Zwar gibt es hier und dort Schwächen, was die innere Logik angeht, aber darüber darf man großzügig hinwegsehen, denn durch die Verschmelzung zweier, im fantastischen Film immer wieder gern genommener Thematiken, entsteht etwas Neues, was nicht nur als pures Unterhaltungskino gut funktioniert, sondern auf einer zweiten Ebene auch noch einen Kommentar zum Filmemachen und dem Verhältnis Filmemacher/Zuschauer abgibt.

Bereits 2009 gedreht (vor dem Durchbruch des jungen Chris Hemsworth, der hier eine der Hauptrollen spielt, als Muskelmann in „Thor“ und  Huntsman in „Snow White and the Huntsman“), kommt der Film erst jetzt in die Kinos, da das Studio ihn zuvor unbedingt in 3D nachbearbeiten wollten. Dies stieß allerdings auf heftigen Widerstand bei Goddard/Wheaton. Man kann sich nur freuen, dass die Beiden diesen lang anhaltenden Streit für sich entscheiden konnten, denn 3D wäre bei einem Film, der sich ganz bewusst „old school“ gibt, mehr als fehl am Platze gewesen. Und um am Ende dieser Einleitung noch einmal auf den oben kurz angeführten „Tanz der Teufel“-Vergleich zurückzukommen: Der Film hat nicht direkt mit Sam Raimis Horror-Klassiker zu tun, aber es erhöht den Spaß, wenn man diesen schon mal gesehen hat.

ACHTUNG: Ab hier folgen Spoiler.

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Originalfassungen in Bremen: 13.09.12 – 19.09.12

Aus dem Urlaub zurück und gleich mal über die O-Fassungen her gemacht. Dabei eins vorweg: Im „City 46“ läuft in dieser Woche die vom Instituto Cervantes Bremen präsentierte Reihe “Kino im Aufbau”  mit fünf lateinamerikanische Filme im Original mit englischen Untertiteln. Darüber habe ich hier schon mal ausführlich etwas geschrieben. Darum verweise ich hier nur auf mein älteres Posting und führe die Filme nicht noch einmal mit auf. Ansonsten sieht es ja mal wieder sehr vielversprechend in Sachen Originalfassung aus.

Das Bourne Vermächtnis – Cinemaxx, Do.-So. um 19:40, Mi. um 22:50 – Bourne ohne Bourne.  Statt Matt Damon als Jason Bourne betritt nun der von mir sehr geschätzte Jeremy Renner als Aaron Cross die Bühne. Auch er ein Superagent mit schier unmenschlichen Fähigkeiten. Regie führt der „Bourne“-Drehbuchautor und „Michael Clayton“-Regisseur  Tony Gilroy.

[youtube width=“640″ height=“300″]http://www.youtube.com/watch?v=FuJIdqy6Xn4[/youtube]

The Cabin in the Woods – Cinemaxx, Do. und Di. Jeweils 22:50 – Intelligenter Horrorspaß von Drew Goddard und Joss Whedon. Kritik folgt gleich.

The Dark Knight Rises  – Cinemaxx, Dienstag, 18.9. um 19:40 – Hat mir gefallen. Meine Review gibt es hier.

D@bbe: Bir cin vakasi – Vom Teufel besessen – Cinemaxx, Fr. und So. um 23:00 – Türkischer Horrorfilm um eine Besessene. Holla, das Plakat sieht sehr… schräg aus und weckt Erinnerungen an den legendären „Türkisch-Exorzist“ „Seytan“ von 1974 (den man auf YouTube übrigens komplett gucken kann.. leider ohne Untertitel).

To Rome with Love – Schauburg, So. und Mi. jeweils 21:30 – Der neue Woody Allen. Der Meister setzt seine “Europa-Tournee” fort und filmt nach London, Barcelona und Paris jetzt in der ewigen Stadt. In vier Episoden bekommen wir Penélope Cruz, Jesse Eisenberg, Alec Baldwin, Ellen Page, Roberto Benigni und Herrn Allen persönlich (sollte “Scoop” nicht sein Abschied von der Leinwand gewesen sein?) zu sehen.

Ein Sommer mit Coo
- City 46, Di.18.9. um 20:30 – Japanischer Zeichentrickfilm von 2007 um einen Wasserkobold, der jahrhundertelang verschüttet war und dann von einem Jungen gerettet wird. Das zieht leider die Medienaufmerksamkeit auf die Familie des Jungen. In Kooperation mit der japanisch-deutschen KulturinitiativeEintritt frei!

Primos – City 46, Mi., 19.9. um 20:00 – Spanische Komödie über drei Cousins, die in ein kleines Dorf fahren, wo sie als Kinder ihre Sommerferien verbrachten. In Kooperation mit dem Instituto Cervantes.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo. 17.9. um 19:40

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 17.9. um 21:45

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Endlich Urlaub…

Nach langer Zeit gönne ich mir endlich mal wieder einen etwas längeren Urlaub.

D.h. die Rubriken „Originalfassungen in Bremen“ und „Das Bloggen der Anderen“ machen in der Zeit Pause.

Ich bin dann pünktlich zum 19. Internationalen Filmfest in Oldenburg wieder da und werde fleißig davon berichten.

Bis dahin wünsche ich all meinen Lesern eine schöne Zeit!

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19. Internationales Filmfest Oldenburg: Die „German Independence Award“-Jury

Eine letzte Meldung noch zum 19. Internationalen Filmfest in Oldenburg, bevor es dann in zwei Wochen losgeht. Die Jury für den „German Independence Award – Bester Deutscher Film“ wurde bekanntgegeben. Dabei gibt es drei Überraschungen: Hollywood-Star Mira Sorvino übernimmt den Vorsitz, die Jury besteht ausschließlich aus Frauen, und Horror-Stern Debbie Rochon ist mit von der Partie.

Aber der Reihe nach. Mira Sorvino, Tochter des Gangster-Darstellers Paul Sorvino, gewann für ihre Rolle in Woody Allens „Mighty Aphrodite“ (dt. Geliebte Aphrodite) den Oscar und hat u.a. in Chow Yun-Fats erstem Hollywoodfilm „The Replacement Killers“ und in Guillermo del Toros „Mimic“ Hauptrollen gespielt. In der Damen-Jury sitzt außerdem noch Tamar Simon Hoffs (noch ein Oldenburg-Maskottchen), die mir nicht näher bekannte kanadische TV-Schauspielerin Gabrielle Miller und die mir ebenfalls unbekannte Produzentin und Hollywood-Historikerin Lana Morgan.

Die größte Überraschung ist Debbie Rochon, die in Dutzenden Low-Budget-Horrorfilmen und vor allem zahlreichen Produkten aus dem Hause Troma mitgewirkt hat. Also die „Tromeo & Juliet„-DVD unter den Arm geklemmt und ab nach Oldenburg.

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Originalfassungen in Bremen: 30.08.12 – 05.09.12

Vielen Dank, liebe Schauburg. Endlich läuft wieder ein neuer Woody Allen in Bremen und das auch gleich in O-Ton. Meiner Meinung nach eh die einzige Möglichkeit, wie man einen „Woody“ genießen sollte. Aber auch sonst sieht es nicht so schlecht aus. Ich denke mit der Auswahl in dieser Woche kann man durchaus zufrieden sein. Egal, ob man es krachig oder eher leise mag.

The Expendables 2 – Cinemaxx, Do., Sa/So, Di/Mi. immer um 19:50 – Die 80er sind zurück. Nicht nur in Gestalt von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis, sondern auch Dolph Lundgren, Jean-Claude Van Damme und.. CHUCK NORRIS! Für hemmungslose Action-Nostalgiker ein feuchter Traum.

[youtube width=“640″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=r5W6N9Pt6FA[/youtube]

Total Recall – Cinemaxx, Freitag, 31.8. um 19:50 – Remake des Paul-Verhoeven-Klassikers mit Arnold Schwarzenegger. Diesmal mit Colin Farrell in der Hauptrolle, aber die Trailer sehen dem Arnold-Film schon verdammt ähnlich. Regie führt Len Wiseman, der für die “Underworld“-Serie verantwortlich ist und den vierten “Stirb langsam”-Teil in den Sand gesetzt hat (zumindest mir hat es gar nicht gefallen). Die Kritiken sind… dürftig. Schade, da ich ein großer Philip-K.-Dick-Fan bin und eigentlich jeder Verfilmung entgegenfiebere – um in 80% der Fälle enttäuscht zu werden.

Prometheus – Dunkle Zeichen 3D – Cinemaxx, Sonntag, 2.9. um 19:50 -Einer der am meisten erwarteten Filme 2012. Ridley Scotts Rückkehr zum Science-Fiction-Film und ins Alien-Universum. Bilder und Design sind beeindruckend, aus der Geschichte hätte man mehr rausholen können. Indem man z.B. auf einige zu offensichtliche Unplausibilitäten verzichtet hätte.

The Dark Knight Rises  – Cinemaxx, Freitag, 31.8. um 22:30 – Hat mir gefallen. Meine Review gibt es hier.

To Rome with Love – Schauburg, So. und Mi. jeweils 21:30 – Der neue Woody Allen. Der Meister setzt seine „Europa-Tournee“ fort und filmt nach London, Barcelona und Paris jetzt in der ewigen Stadt. In vier Episoden bekommen wir Penélope Cruz, Jesse Eisenberg, Alec Baldwin, Ellen Page, Roberto Benigni und Herrn Allen persönlich (sollte „Scoop“ nicht sein Abschied von der Leinwand gewesen sein?) zu sehen.

[youtube width=“640″ height=“334″]http://www.youtube.com/watch?v=WIbYqxqtP38[/youtube]

Attenberg – City 46, Do. um 21:00, sonst Fr.-Di. immer um 20:00 – Neues griechisches Kino. Regisseurin Athina Rachel Tsangari erzählt in dem von der Kritik hochgelobten Film die Geschichte zweier Freundinnen, von der die eine, der anderen beibringt, wirklich zu leben.

Ziemlich beste Freunde – City 46, Do./Fr. um 21:30 und Sa.-Di. um 20:30 – Und er läuft und läuft und läuft. Der erfolgreichste französische Film aller Zeiten, der auch in Deutschland Stammgast auf den Leinwänden ist. Wer ihn noch einmal im Original genießen möchte, hat jetzt im City 46 die Gelegenheit dazu.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo. 03.9. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 03.9. um 21:45

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DVD-Rezension: „Die Totengruft des Dr. Jekyll“

Die junge Janet Smith kehrt mit ihrem Verlobten George Hastings in das Haus zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Hier hat ihr väterlicher Freund Dr. Lomas zwei Neuigkeiten für sie: Das Anwesen gehört eigentlich ihr, und sie ist die Tochter der berüchtigten Dr. Jekyll. Davon geschockt beginnt Janet, böse Träume zu haben, in denen sie sich in ein Ungeheuer verwandelt. Leider muss sie feststellen, dass diese Träume scheinbar einen sehr realen Ursprung haben.

In der Reihe „Rückkehr der Galerie des Grauens“ präsentiert Anolis als dritte Veröffentlichung den Horrorfilm „Die Totengruft des Dr. Jekyll“ von 1957. Dabei handelt es sich hierbei nicht unbedingt um einen Klassiker des Genres. Im Gegenteil, wenn „The Daughter of Dr. Jekyll“ in einschlägiger Literatur erwähnt wird, dann nur deshalb, weil ein recht berühmter Mann auf dem Regiestuhl saß: Edgar G. Ulmer.

Ulmer stammt aus Österreich. Zunächst arbeite er als Kulissendesigner für den großen Theaterregisseur Max Reinhardt, später half er in selber Funktion bei Fritz Langs „Die Nibelungen“ und  Friedrich Wilhelm Murnaus „Der letzte Mann“. Bei Murnaus US-Debüt „Sunrise“ wird er als „Art Director“ aufgeführt. Ferner inszenierte er zusammen mit Billy Wilder, Fred Zinnemann und Curt & Robert Siodmak 1929 den legendären Stummfilm „Menschen am Sonntag“.

1932 emigrierte er  in die USA, wo er bald bei Universal unter Vertrag stand. Mit seinem „deutschen“ Hintergrund erging es ihm wie vielen deutschsprachigen Immigranten, und er arbeitete zunächst einmal im Horrorgenre. Mit dem großartigen „The Black Cat“, für den er die beiden Horrorikonen Boris Karloff und Bela Lugosi erstmals gemeinsam vor die Kamera holte, erzielte er für seine Produktionsgesellschaft Universal einen großen Erfolg. Der Film wurde nicht nur durch seine – für die damalige Zeit – expliziten Grausamkeiten (die für den fertigen Film stark zensiert werden mussten) berühmt, sondern vor allem für sein brillantes Design und die beeindruckenden Bauten, zwischen Expressionismus und Science Fiction. Dann aber ließ er sich auf eine Affäre mit der Frau des einflussreichen und gut vernetzten Produzenten Max Alexander – dem Neffen des Universal-Bosses Carl Laemmle – ein, was ihn prompt auf eine schwarze Liste katapultierte und dafür sorgte, dass er in den folgenden Jahren ausschließlich für den Billig-Produzenten PRC tätig war. Immerhin aber inszenierte er dort ein kleines Film-Noir-Meisterwerk: „Detour“. Und ein Happy End gab es auch für Ulmer. Er heiratete die ehemalige Frau Alexander, Shirley Castle, und lebt bis zu seinem Lebensende 1972 mit ihr zusammen.

„Daughter of Dr. Jekyll“ ist eine dieser Billigproduktionen, die er für PRC ablieferte. Und leider auch nicht seine beste. Das fehlende Geld sieht man an allen Ecken und Enden. Das große Herrenhaus ist ein – als ebensolches deutlich zu erkennendes – Puppenhaus, und obwohl die Handlung scheinbar um die Jahrhundertwende spielen soll, sehen nicht nur die Zimmer der Villa aus wie 50er-Jahre-Apartments, sondern auch die Kleidung des Helden stammt eindeutig aus dieser Dekade. Um zu kaschieren, dass alle Außenszenen im Studio gedreht wurden, pumpte Ulmer hektoliterweise künstlichen Nebel vor die Kamera. Dies hat einerseits zur Folge, dass man von den handelnden Personen fast gar nichts mehr erkennt, andererseits zaubert er dadurch aber auch eine Optik, die in ihren besten Momenten an die irreale Stimmung in Dreyers Meisterwerk „Vampyr“ (manchmal jedoch auch an eine verdreckte Kameralinse) erinnert.

Die Darsteller agieren eher unauffällig. John Agar spielt wie so häufig einfach John Agar. D.h. er steht in der Gegend herum und macht eine gute Figur. Dr. Lomas wird von Arthur Shields gespielt, der seinen Part teilweise sehr glaubwürdig, wenn es die Rolle später verlangt, aber auch ziemlich überzogen darstellt. Interessant ist Gloria Talbott als Janet Smith. Bei ihr kann man zwar nicht unbedingt von einer klassischen Schönheit sprechen, aber ihr merkwürdig breites, ja fast schon grobschlächtiges Gesicht passt recht gut zu ihrer Figur. Einen besonders schönen Trick wendet Ulmer an, wenn sie sich scheinbar transformiert. Das Bild wird bewusst unscharf gehalten oder ist durch den Nebel schwer zu durchschauen. Man erahnt ihr verwandeltes Aussehen mehr, als dass man es wirklich sieht. Das macht diese Szenen dann wirklich gruselig und effektiv. Schade, dass der Film daraus nicht mehr macht. Generell kann man Ulmer nicht den Vorwurf machen, er hätte nicht versucht, das Maximum aus den gegebenen geringen Mitteln herauszuholen. Wenn er die Gelegenheit dazu erhält, schafft er erinnungswürdige Augenblicke. Zum Beispiel, wenn das Monster einem hübschen, blonden Opfer zunächst dabei zuschaut, wie es langsam seine Nylonstrümpfe auszieht.

Leider werden solche gelungenen Szenen durch lange Dialoge zusammengehalten, in denen langatmig rekapituliert wird, was der Zuschauer schon weiß. Auch schlingert das stark von „She-Wolf of London“ inspirierte Drehbuch ständig um die Themen Dr. Jekyll und Werwolf herum, ohne dass es aus dem einen oder dem anderen wirklich etwas macht. Zwar findet man das geheime Laboratorium des Dr. Jekyll, aber Mr. Hyde wird so wild mit einer Werwolf-Legende vermischt, dass einem schwindelig wird. Mit gerade einmal 66 Minuten Laufzeit ist „Die Totengruft des Dr. Jekyll“ aber angenehm kurz, so dass man, trotz Längen und Peinlichkeiten sehr zügig unterhalten wird und am Ende wahrscheinlich mehr die paar guten, als die vielen weniger gelungen Szenen im Gedächtnis behalten wird.

Die deutsche Kinofassung (auf der DVD enthalten) unterscheidet sich in einem Punkt sehr deutlich von der Originalfassung. Während es in der amerikanischen Fassung einen kurzen Pro- und Epilog mit Mr. Hyde (und viel Nebel) gibt – der leider, noch bevor der Film beginnt, für den aufmerksamen Zuschauer die finale Plotwendung verrät – ist dies in der deutschen Kinofassung herausgeschnitten und durch eine selbstgedrehte Rahmenhandlung ersetzt worden. Hier flüchtet ein Mann unter einer Peter-Thomas-artigen Beatmusik und von der Edgar-Wallace-Serie inspirierten Titeln aus einem Herrenhaus, um sich mit einem Freund in einer Kaschemme irgendwo im Nichts zu treffen. Seinem Freund berichtetet er aufgeregt, sein Arbeitgeber wäre ein Nachfahre des berühmten Dr. Jeykll und er fürchte nun um sein Leben, nachdem er die Familiengeschichte der Jekylls entdeckt hätte. Diese Familiengeschichte ist natürlich „The Daughter of Dr. Jekyll“ und nun läuft der eigentliche Film an. Diese Rahmenhandlung wird nach dem Ende des Films wieder aufgenommen, wobei ich das eher unspektakuläre Ende nicht verraten möchte.

Die Hauptrollen in dieser – billig hergestellten und eher amateurhaft wirkenden Rahmenhandlung, die den 66-minütigen Film für seinen deutschen Kinostart 1964  auf 74 Minuten aufbläst – spielen Werner Uschkurath und zwei weitere, namentlich nicht bekannte Darsteller. Interessanterweise wurde „The Daughter of Dr. Jeykll“ für Wiederaufführungen in den USA ähnlich verlängert. Hier, indem man Szenen aus „Frankenstein 1970“ hineinschnitt.

Das Bild des Filmes ist leider nicht optimal, sondern leicht verschwommen. Dies scheint aber am Filmmaterial selbst zu liegen, denn der Hauptfilm ist sowohl in der amerikanischen als auch in der deutschen Kinofassung mit Schwächen behaftet, während die deutsche Rahmenhandlung gestochen scharf ist. Was Extras angeht, wird bei Anolis wieder geklotzt, dass einem das Herz aufgeht. Wie schon erwähnt, befindet sich auf der DVD neben der amerikanischen, auch die längere deutsche Kinofassung. Zudem wurde ein Audiokommentar mit dem amerikanischen Regisseur Mick Garris (unzählige Stephen-King-Adaptionen) und Ivo Scheloske eingespielt. Trailer (u.a. aus der „Trailers from Hell“-Internet-Reihe) und ein informatives 12-seitiges Booklet mit einem Text von Ingo Strecker runden das gute Bild ab. Als nächstes steht in der „Rückkehr der Galerie des Grauens“ wohl der legendäre „The Mole People“ auf dem Programm, auf den ich mich schon sehr freue.

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