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Blu-ray-Rezension: „Alien Predators“

Von , 4. März 2020 18:01

Die drei jungen Amerikaner Damon (Dennis Christopher), Michael (Michael Hewitt) und Samantha (Lynn-Holly Johnson) sind mit dem Wohnmobil auf Urlaub in Spanien. Als sie in der kleinen Stadt Duarte Halt machen, werden sie mit seltsamen Vorfällen konfrontiert. Kühe scheinen zu explodieren, die Familie, die neben ihnen campt kommt brutal zu Tode und in der Kleinstadt werden sie von einem unheimlichen Wagen und ein Mann mit Maske verfolgt. Als sie auf den undurchschaubaren Wissenschaftler Dr. Tracer (Luis Prendes) treffen, erfahren sie den Hintergrund der Bedrohung: Vor Jahren stürzte hier das SkyLab ab und brachte Bakterien auf der Erde. Wer immer sich mit diesen infiziert, verwandelt sich in einen mordlustigen Zombie – bis eine außerirdische Lebensform aus ihm herausplatzt. Zusammen mit Dr. Tracer versuchen die Drei, der Infektion Einhalt zu gebieten…

Wer bei einem Titel wie „Alien Predators“ tatsächlich glaubt, er sähe einen Film, der in irgendeiner Art und Weise an die beiden hier genannten Franchise heranreicht, der glaubt wahrscheinlich auch, Bruce Li und Bruce Lee wären tatsächlich ein und dieselbe Person. Selbstverständlich hat „Alien Predators“ nichts mit „Alien“ oder „Predator“ zu tun. Es sei denn, man nimmt den Schummel-Titel wörtlich, was dann eben „Fremdes Raubtier“ heißen würde – und das stimmt dann wieder. Tatsächlich stammt das Übel in diesem Film aus dem Weltraum und verhält sich ausgesprochen räuberisch. Trotzdem prangt einem dann in den Openening Credits der ursprüngliche Titel des Filmes, „The Falling“ ins Auge. Allerdings wurde der „Alien Predators“-Titel schon in den USA verwendet und beruht nicht auf einem kreativen Einfall der deutschen Titelschmiede (die hätte dem Spektakel sicherlich eher einen einfallsreichen englischen Fake-Titel wie „Deadly Alien“ oder „Lethal Predator“ verpasst). Gedreht wurde kostengünstig in Spanien. Mit-Produzent war der Spanier Carlos Aured, den man vorrangig als Regisseur einiger sehr schöner Paul-Naschy-Filme aus den 70ern kennt. Wie z.B. „Blutmesse für den Teufel“ oder „Die Todeskralle des grausamen Wolfes“. Laut IMDb-Trivia soll „Alien Predators“ der Grund gewesen sein, dass er sich vollkommen aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat, denn trotz verzweifelter Versuche, die amerikanischen Filmemacher zu mehr Disziplin anzuhalten, sollen diese gedankenlos das Budget in die Höhe schießen und den Drehplan aus dem Ruder laufen lassen. Das am Set eine entspannte und gute Stimmung geherrscht haben muss, sieht man dem Film allerdings durchaus positiv an.

„Alien Predators“ lebt ein Stück weit von der guten Chemie zwischen den drei Hauptdarstellern, allen vorweg ein bestens aufgelegter Dennis Christopher, der schon einige Zeit im Filmgeschäft war und immerhin sechs Jahre zuvor die Hauptrolle in dem Kultfilm „Die schönen Morde des Eric Binford“ inne hatte. Hier merkt man ihm deutlich an, dass er den Film nicht besonders ernst nimmt und sich mehr auf eine schöne Zeit in Spanien, als auf harte Dreharbeiten eingestellt hat. Merkwürdigerweise funktioniert das im Kontext der Geschichte aber recht gut, weil er damit hervorragend mit seinen beiden Kollegen harmoniert. Dies wären der schöne Martin Hewitt, welcher einst in seinem Filmdebüt der Beau von Brooke Shields in „Endlose Liebe“ war – einen Film, den man heute mehr für sein Titelsong „I Was Made For Loving You“ von KISS kennt. Und als weiblicher Part das Ex-Bond-Girl Lynn-Holly Johnson aus „In tödlicher Mission“. Gerade sie bekommt von Regisseur und Drehbuchautor Deran Sarafian ein paar schöne und witzige Oneliner ins Drehbuch geschrieben. Große schauspielerische Herausforderungen gilt es für die Drei aber nicht zu bewältigen. So gleiten sie entspannt durch die manchmal unnötig komplizierte Geschichte, um einen Alien-Organismus, der sich einerseits wie ein Virus verbreitet, dann die Menschen zu Zombies macht und schließlich aus dem Gesicht hervor platzt. Was dann auch das Hauptgimmick des Filmes ist.

Und die sparsam eingesetzten Special Effects haben es tatsächlich in sich und sind dann auch das einzige Bindeglied zu „Alien“, denn natürlich erinnern sie sowohl an die berühmten Face-Hugger, als auch die Chestbuster – wobei es hier korrekterweise Facebuster heißen müsste. Vermutlich ist das meiste Geld der Produktion auch in diese Effekte geflossen, die von Leuten hergestellt wurden, die beileibe keine Unbekannten sind. James Cummins war u.a. bei „Das Ding aus einer anderen Welt“ dabei, Margaret Prentice hat die Special Make Up Effects für unzählige Blockbuster (z.B. aus dem Marvel-Universum) kreiert und war ebenfalls bei „Das Ding aus einer anderen Welt“ involviert Mark Shostrom war bei fast jedem Horrorklassiker der 80er und 90er Jahre am Start und dürfte am Bekanntesten für seine Arbeit an „Tanz der Teufel 2“ sein. Bill Sturgeon kam gerade von „Aliens – Die Rückkehr“, war später bei „Armee der Finsternis“ engagiert und macht heute Sachen wie „Jurassic World“ und „Men in Black“. Fast schon selbstverständlich, dass da nicht mehr viel Geld für den restlichen Film da war. So begnügte man sich, die Protagonisten durch ein menschenleeres Dorf fahren zu lassen und die dramatischen Szenen, in denen angeblich die Dorfbewohner einen der Helden angreifen, gar nicht erst zu zeigen, sondern lediglich erzählen zu lassen.

„Alien Predators“ ist weder ein Klassiker, noch ein vergessenes Juwel, sondern solide Videothekenkost, die von vorne bis hinten nach 80er Jahre, wenig Geld und dem zigarettenqualmverseuchten Plastik von Leih-Kassetten duftet. Was den Film etwas über den Durchschnitt hebt sind die paar saftige Effekte und die gute Chemie der Hauptdarsteller. Wer sich den Film im Originalton ansieht, bekommt mit Luis Prendes noch einen echten Veteran des spanischen Kinos zu sehen und vor allem zu hören. Denn offensichtlich wurde Senor Prendes nicht nachsynchronisiert und klingt mit seinem starken Akzent nach Bela Lugosi, obwohl er ja ein waschechter amerikanischer Akademiker mit Namen Dr. Tracer darstellt. Wenn man also mit wenigen Erwartungen an die Sache herangeht, kann man sich nett (im positiven Sinne) unterhalten fühlen.

FilmArt legt hier den Film erstmals im deutschsprachigen Raum ungekürzt und auf HD vor. Wobei laut Schnittberichte.com in der 16er VHS-Fassung lediglich bei der Szene mit dem Tankwächter 2 Sekunden fehlten. Allerdings soll die alte VHS noch eine Menge Bildsprünge aufweisen, sodass zusätzlich noch einmal ca. 10 Sekunden gefehlt haben sollen. Das Bild ist ganz okay und erinnert mit seinen leicht ausgewaschenen Farben an typisches Videothekenfutter der 80er und 90er. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch (jeweils Dolby Digital 1.0) vor, wobei man beim englischen Ton noch zwischen gefiltert und ungefiltert wählen kann. Mir gefiel die Option „ungefiltert“ besser, die gefilterte war mit etwas zu leise und dumpf. Bonus gibt es außer dem englischen Trailer und Werbung für das filmArt-Programm leider nicht.

DVD-Rezension: „Die Leiche der Anna Fritz“

Von , 12. März 2016 20:09

leicheannafritzDie Leiche der wunderschönen, weltberühmten Schauspielerin Anna Fritz (Alba Ribas) wird ins Leichenhaus eingeliefert. Der dort arbeitende Pau (Albert Carbó) gibt vor seinen beiden Kumpels Javi (Bernat Saumell) und Iván (Cristian Valencia), die sich koksend und saufend auf dem Weg zu einer Party befinden, damit an und schon stehen alle Drei vor der toten Anna, um sie zu begaffen und begrabschen. Und weil man schon mal so nett beisammen ist, wird dann auch gleich mal die kalte Anna bestiegen. Doch da passiert ist: Die Totgeglaubte erwacht. Was nun? Für zwei der drei ist es klar: Um nicht wegen Vergewaltigung angeklagt zu werden, und vor aller Welt nekrophile Handlungen zugeben zu müssen, muss die Zeugin wieder ins Reich der Toten verschwinden. Schließlich ist sie ja auch offiziell tot.

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Spanischer Thriller „Die Leiche der Anna Fritz“ ist das Spielfilm-Debüt des Regisseurs Hèctor Hernández Vicens, der bisher als Drehbuchautor seine Brötchen verdiente. Sein Film wartet mit einer sehr interessanten Ausgangssituation auf, aus der man nun sehr viel machen könnte. So besitzt die Geschichte das Potential, ein intellektuell anspruchsvolles und philosophisches Kammerspiel über Moral, Tabus und Gewissen zu sein, welches unangenehme Fragen für den Zuschauer aufwirft. Oder aber nur ein spannender Thriller. Doch Regisseur Hèctor Hernández Vicens kann sich aber weder für das eine, noch das andere richtig entscheiden, wodurch der Film lauwarm wirkt. Zwar kommt in der angenehm knackigen Spielzeit von gerade mal 70 Minuten keine Langeweile auf, doch man hat auch ständig das Gefühl, bei dieser Geschichte wäre weitaus mehr drin gewesen.

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Dass Vicens eher Drehbuchautor als Regisseur ist, merkt man auch daran, dass ihm visuell nicht viel einfällt, um seine Geschichte in aufregende Bilder umzusetzen. Zwar tränkt er seine Bilder in ein farbentsättigtes, krank aussehendes Grün-Blau, doch dies ist ebenso vorhersehbar, wie die zwar routinierte, aber angesichts des delikaten Sujets überraschend harmlose Inszenierung. Auch die Suspense-Szenen wollen ihm nicht so recht gelingen. So flüchtet das Opfer in einer Szene minutenlang durch leere Gänge ohne, dass man weiß, wo sich der Verfolger aufhält. Wenn dieser dann natürlich) in allerletzter Sekunde auftaucht, erschreckt man sich zwar, aber dieser Effekt geht dann auf Kosten einer minutenlanger Anspannung. Dafür liegt Vicens Stärke in den Figuren. Insbesondere die titelgebende Anna Fritz ist vielschichtig gezeichnet und nicht nur das arme Opfer. So versucht sie durch Lügen und Bluffs ihre Peiniger gegeneinander auszuspielen. Mit Alba Ribas wurde auch eine Schauspielerin gecastet, die sowohl ein süßes Aussehen, wie auch eine gewisse Härte mitbringt.

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Auch die Darsteller der drei Freunde sind gut gewählt und hier sticht der unsympathische Egozentriker Ivan hervor, den Cristian Valencia so spielt, dass man zwar keinerlei Sympathien für dieses Riesenarschloch hegt, aber merkwürdigerweise seine Handlungen jederzeit auf eine perverse Weise nachvollziehbar bleiben. Trotzdem muss man auch hier kritisch anmerken, dass alle drei männlichen Darsteller typischen Rollenklischees entsprechen. Neben dem unausstehlichen Ivan, gibt es da noch den netten Typen, der irgendwie da hinein geraten ist und die labile Heulsuse, die sich nur zu gerne manipulieren lässt und sich ständig selbst wegen des Mist bemitleidet, die sie sich selbst eingebrockt hat. Von Anfang an sind die drei hochgradig abstoßend, auch wenn sich Javi recht schnell vom Saulus zum Paulus wandelt. Hier wäre ein wenig mehr Vielschichtigkeit von Vorteil gewesen, falls Vicens wirklich ein philosophisches Spiel um Schuld und Moral angepeilt und sich weniger auf das reine Thriller-Terrain begeben hätte. Trotzdem muss man Hèctor Hernández Vicens bescheiden, dass er einen soliden Spannungsfilm mit einer interessanten Geschichte gedreht hat, welcher dankenswerterweise auch mit einem konsequenten Ende aufwartet.

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Drehbuchautor Hèctor Hernández Vicens hat bei seinem Regie-Debüt einen sehr interessanten Film in Szene gesetzt, der sein kontroverses Thema sehr nüchtern angeht und den Zuschauer mit einigen spannende Gedankenspiele konfrontiert. Obwohl Vicens aus dem geringen Budget und begrenzten Raum ein Maximum herausholt, hat man doch das Gefühl, hier wäre noch mehr drin gewesen.

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Die DVD aus dem Hause Capelight bietet ein sehr gutes, scharfes Bild, welches nur in den nächtlichen Außenaufnahmen etwas schwächelt. Auch der Ton ist sehr klar und räumlich. Die deutsche Synchronisation ist die typische preisgünstige Videobearbeitung mit den üblichen Sprechern. Leider befinden sich auf der DVD bis auf Trailer keinerlei Extras, was besonders schade ist, da mich sehr interessiert hätte, wie Vicens auf die Idee zu seinem Film gekommen ist und vor allem, wie die Darsteller mit ihren nicht gerade sympathischen Figuren umgegangen sind. Sehr schade.

DVD-Rezension: “7th Floor – Jede Sekunde zählt”

Von , 29. November 2014 18:06

7th floorAls der ebenso erfolgreiche, wie skrupellose Anwalt Sebastián (Ricardo Darín) eines Morgens seinen Sohn und seine Tochter von seiner Ex-Frau Delia (Belén Rueda) abholt, spielen sie wie so oft das „Treppenspiel“. Dabei liefern sich Kinder ein Vater ein Wettrennen. Während er langsam mit dem Lift fährt, rasen die Kinder durch das Treppenhaus vom 7. Stock ins Erdgeschoss. Doch diesmal kommen sie nicht unten an. Obwohl Sebastián, der vor einem wichtigen Gerichtstermin steht, verzweifelt nach ihnen sucht, bleiben die Beiden verschwunden. Sebastiáns Panik wächst…

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Für ein Elternteil ist es der absolute Albtraum: Eben noch hat man fröhlich mit seinen geliebten Kindern gespielt, dann sind sie auf einmal spurlos verschwunden. Aus dieser Prämisse zimmert Regisseur Patxi Amezcua in seinem zweiten Spielfilm „7th Floor“ einen ungemein spannenden und intensiven Thriller. Zumindest in der ersten Hälfte. Hier zieht er zusammen mit seinem Hauptdarsteller Ricardo Darín alle Register. Ricardo Darin ist spätestens nach seiner Hauptrolle in dem oscar-prämierten „In ihren Augen“ (der damals „Das weiße Band“ als bester fremdsprachiger Film im Rennen um den Goldjungen schlug) ein Star. Durchaus zu recht, wie er hier beweist. Trotz seines nicht unbedingt Filmstar-gemäßen Aussehens (er erinnert mich immer etwas an eine ältere Mischung aus Scooters H.P.Baxxter und Tobias Moretti) wirkt er vor allem authentisch und besticht durch großes Charisma. Interessant ist auch, dass seine Figur Sebastián nicht unbedingt ein Sympathieträger ist. Als Anwalt zwielichtiger, aber finanzstarker, Mandanten hat er sein Gewissen schon lange am Gerichtsempfang abgegeben. Zudem hatte er keine Skrupel, seine Frau mit ihrer besten Freundin zu betrügen. Doch die Liebe zu seinen Kindern ist größer als sein persönliches Ego. Auf der verzweifelten Suche nach ihnen zerbröckelt Stück für Stück die Fassade.

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Sebastiáns Verzweiflung nimmt immer mehr paranoide Züge an. Irgendwann verdächtigt er einfach jeden, etwas mit der Sache zu tun zu haben. Er bedroht die Bewohner des Hauses, dringt in fremde Wohnungen ein und schreckt auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Gleichzeitig ruiniert er seine Karriere, da er erkannt hat, dass das Wohl seiner Kinder ihm wichtiger ist. Zunächst beschwichtigt er noch seine Kollegen und bittet sie, mit dem Beginn eines wichtigen und lukrativen Prozesses noch ein wenig auf ihn zu warten. Glaubt man zunächst noch, er könne sich jeden Moment entscheiden, doch zum Gericht zu fahren, so ist er am Ende bereit, für seine geliebten Kinder alles zu opfern. Wie dieser selbstbewusste Machtmensch immer mehr zerfällt und ganz auf das Einzige zurückgeworfen wird, das ihm an Ende noch wichtig ist, wird von Ricardo Darin überaus überzeugend gespielt. Dabei gelingt ihm das Kunststück, Sebastián trotzdem nicht unbedingt zu einem strahlenden Helden aufzubauen. Seine Figur bleibt real, weil ambivalent gezeigt wird. Ein Mann, mit dem man mitfiebert, den man aber nicht unbedingt auf ein Bier einladen würde.

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Die Nebenfiguren haben dabei eher weniger zu tun. Insbesondere ist dies bei der ansonsten immer hervorragend agierenden Belén Rueda auffällig. Hatte sie in „Das Waisenhaus“ und erst vor Kurzem in dem spanischen Thriller „The Body“ (Kritik hier) strahlen können, so bleibt sie hier blass und unglaubwürdig. Was möglicherweise auch an ihrer Rolle liegt, die zunächst sehr wenig präsent und wenn, zumeist negativ besetzt ist. Sie steht Sebastián bei seiner verzweifelten Suche eher im Weg, als dass sie ihn wirklich unterstützt. Am Ende bekommt sie zwar mehr zu tun, geht aber mitsamt der Geschichte unter. Womit hier schon auf die große Schwäche des Filmes eingegangen werden muss. Während es Amezcua in der ersten Hälfte perfekt gelingt, eine dichte Spannung und allgemeine Stimmung der Bedrohung zu schaffen, geht der Geschichte in dem Moment, in dem sich das Geheimnis um die beiden Kinder als simple Entführung herausstellt, schlagartig die Luft aus. Zwar gelingt es Amezcua auch hier noch, mit einigen Spannungssequenzen, in denen der zunehmend irrational handelnde Vater den scheinbar ausweglosen Versuch unternimmt, das Lösegeld zu beschaffen, seinen Film weiter voranzutreiben. Die Faszination und Angespanntheit, die den Zuschauer zu Beginn noch fest im Griff hatte, hat sich da aber in Luft aufgelöst und wurde durch einen routinierten, aber unspektakulären Thriller von der Stange getauscht.

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Macht sich hier schon erste Enttäuschung breit, so muss der finale Twist dann als ein Schlag ins Gesicht gewertet werden. Als ob Amezcua keine Idee mehr gehabt hätte, wie er seine anfangs so packende Story zu einem befriedigenden Ende führen könnte, setzt er auf eine Auflösung, die ebenso banal, wie haarsträubend unlogisch ist, und völlig ohne Not gewaltige Löcher in den Film reißt. Dass dies dann auch noch schlecht gespielt ist, wirkt in diesem Zusammenhang beinahe schon konsequent. Trotzdem sollte man Patxi Amezcua im Auge behalten, denn zumindest teilweise kann er mit „7th Floor“ beweisen, dass er es versteht, eine fieberhafte Spannung zu erzeugen. Wie er das Apartmenthaus als ganz eigenen Kosmos voller Geheimnisse und Fallen inszeniert, erinnert entfernt an Polanskis Meisterwerk „Der Mieter„, auch wenn „7th Floor“ natürlich einige Ligen darunter agiert. Vielleicht gelingt es ihm in seinem nächsten Langfilm, diesen dann auch über die Zeit zu bringen.

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Leider geht dieser spanisch-argentinischen Koproduktion in der zweiten Hälfte deutlich die Luft aus und das Finale enttäuscht dann endgültig durch seine unlogische Banalität. Bis dahin ist es Regisseur Patxi Amezcua allerdings gelungen, einen überaus spannenden und packenden Thriller zu inszenieren, der vor allem durch seinen wunderbaren Hauptdarsteller Ricardo Darín getragen wird. Umso ärgerlicher ist es, dass Amezcua zum Ende hin, den Karren immer tiefer in den Dreck fährt.

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Die Ascot-Elite DVD gibt keinen Anlass zu Beanstandung. Bild und Ton sind sehr gut, und diese Veröffentlichung weist auch einige Extras auf. So befindet sich ein 27-minütiges „Making Of“, welches allerdings mit zahlreichen Filmausschnitten gespickt ist. Auch sonst ist das Making Of eher nichtssagend, da die Darsteller ihre Figuren erklären und der Regisseur vor allem die Story erzählt. Kennt man den Film bereits, lädt dies – in Kombination mit dem ständigen sich gegenseitig auf die Schulter klopfen aller Beteiligten – eher zum Gähnen ein, da hier nur wiedergekäut wird, was man vorher gerade gesehen hat. Einige wenige interessante Einblicke in die Dreharbeiten sind aber ganz aufschlussreich. So wird z.B. verraten, dass das Apartmenthaus gar keine 7. Etage hatte und diese digital erzeugt wurde. Drei jeweils 2-minütige Featurettes fügen dem nicht wirklich viel hinzu.

DVD-Rezension „Die Höhle“

Von , 30. Oktober 2014 21:10

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Ein Gruppe von fünf Freunden unternimmt eine gemeinsame Tracking-Tour auf Formentera. In einem abgelegenen, menschenleeren Gebiet der Nähe der Küste entdecken sie den Zugang zu einer labyrinthartigen Höhle. Neugierig dringen sie immer weiter in die Höhle vor. Als sie den Rückweg antreten wollen, müssen sie, zu ihrem sich langsam steigernden Entsetzten, feststellen, dass sie sich in den weitläufigen Stollen hoffnungslos verlaufen haben…

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In den ersten Szenen des Filmes „Die Höhle“, gleitet die Kamera über eine einsame Landschaft an der spanischen Küste, um dann stimmungsvoll in der titelgebenden Höhle zu verschwinden. Dann ein harter Schnitt, und der Zuschauer erlebt durch eine wackeligen Videokamera mit, wie sich fünf Freunde an einem Flughafen treffen. Es folgen allerlei Albernheiten und ausgelassene Spielchen, die einer der fünf fleißig aufnimmt. Als geneigter Filmfreund schlägt man sich spätestens hier erst einmal gegen die Stirn. Schon wieder „Found Footage“. Diese Genre, welches nun schon seit Jahren von vielen begabten, und leider noch mehr unbegabten, Filmemachern ausgeschlachtet wurde und mittlerweile so tot sein sollte, wie das Arschgeweih über dem verlängertem Rücken. Doch das preisgünstige Genre erweist sich als zäher Wiedergänger und überschwemmt weiterhin den Filmmarkt. „Die Höhe“ funktioniert zu Beginn dann wie fast alle diese Filme. Man darf mit viel Gewackel den Aktivitäten einer Gruppe jungen Erwachsener folgen, die durch die Bank weg viel zu aufgedreht oder betont lässig sind, um irgendwie realistisch oder zumindest sympathisch zu wirken. Gemeinsames Nacktbaden, ein nächtliches Besäufnis oder Experimente mit leichten Drogen nerven ebenso so schnell, wie die platten Streiche, die sie sich gegenseitig spielen. Bewegt sich der eigene Finger auf der Fernbedienung langsam, aber sicher in Richtung „Aus“-Knopf, geht es in die titelgebende Höhle. Hier schlägt der Film dann relativ schnell einen anderen Ton an.

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Nachdem sich die Gruppe aufgrund ihrer eigenen Dummheit viel zu weit ins Innere des labyrinthartigen Gewirr aus engen Stollen vorgewagt hat, findet sie den Weg zurück nicht mehr. Recht schnell fallen die Masken, die man sich zuvor noch mühsam auf das Gesicht gepappt hat. Insbesondere der Scherzbold der Gruppe erweist sich sehr bald schon als tyrannisches Arschloch, der Schönling als hilfloses Anhängsel und der Kameramann als willfähriger Mitläufer. Bei den beiden Damen sieht es anders aus. Dass die schöne Eva García, die erste sein wird, die zusammenbricht ist von Anfang an offensichtlich, ebenso wie die Rolle der Marta Castellote als zähe Macherin, die als Einzige so etwas wie Moral hochhält. Moralisch-ethische Fragen sind es dann auch, mit denen Regisseur Alfredo Montero spielt. Wie weit geht man, um das eigene Überleben zu sichern? Wie schnell verroht der Mensch unter Extrembedingungen. Während andere Höhlenfilme noch eine externe Gefahr mit in den Ring werfen, bleiben die fünf Protagonisten in „Die Höhle“ unter sich, und der Film konzentriert sich ganz auf ihre Verzweiflung, ihre Qualen und dem Zerbröckeln ihres zivilisatorischen Schutzes.

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Dass Alfredo Montero seinen Film in einer echten Höhle gedreht hat, in der obendrein – so wird es zumindest im „Making Of“ stetig behauptet – tatsächlich einst eine Gruppe junger Menschen spurlos verschwand, kommt dem Film zu gute. Die P.O.V.-Kamera fängt die Enge der Höhle gut ein, und man hat in der Tat das Gefühl, von links und rechts, oben und unten zerdrückt zu werden. Zwar ist der auf dem Cover aufgedruckte, William-Castle-artig, Werbeslogan „Warnung: Dieser Film kann Atemnot und Beklemmungen auslösen. Ansehen auf eigene Gefahr.“ eine maßlose Übertreibung, aber gerade durch die eingeschränkte Sicht der Kamera und dem Spielen mit klaustrophobischen Ängsten, befindet man sich, als für solche Phobien empfänglicher Zuschauer, in einer ausgesprochen unangenehmen Situation. Und in der Tat hätte eine Entscheidung, den Film auf konventionelle Weise zu drehen, vielleicht diesen beklemmenden Effekt stark abgemindert. Von daher kann man in diesem einen Falle die künstlerische Entscheidung, den Film als weiteren „Found Footage“-Klon zu drehen, nachvollziehen und für gut heißen.

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Tatsächlich ist man in der zweiten Hälfte sehr nah an den Figuren. Alfredo Montero macht sich sogar die Mühe, die ständig anwesende Kamera zu erklären. Der Kameramann besitzt einen Reiseblog, für den er die Exkursion der Fünf festhalten will, und immer wieder erwähnt er voller Vorfreude die ungeheuren Click-Raten, die ihm sein Video nach der Rettung beschweren wird. Später dient die Kamera als einzige Lichtquelle oder Nachtsichtgerät. Gerade in letzteren Szenen, zieht die Spannung und Dramatik dann sprunghaft an. Davor beschäftigt Montero sich eher mit dem Erschaffen einer verzweifelt-klaustrophobischen Stimmung und der Frage nach dem Verfall der Moral, der Zivilisation und der persönlichen Grenzen im Angesicht einer scheinbar aussichtslosen Situation. Seinen zentralen Tabu-Bruch inszeniert er dann aber nicht voyeuristisch-exploitiv, sondern angenehm dezent und ohne die vermutete Zeigelust. Mehr konzentriert er sich darauf, was dieser in den Figuren auslöst – oder eben auch nicht auslöst.

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Obwohl wieder einmal das stark ausgelutschte Genre des „Found Footage“ bemüht wird, gelingt es Regisseur Alfredo Montero dieses effektiv für das Erzählen seiner Geschichte zu nutzen, und eine bedrückend-klaustrophobische Stimmung zu erschaffen. Dabei werden auch ethisch-moralische Fragen angerissen.

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Das Bild dieser Ascot Elite Veröffentlichung ist für einen Film des Found Footage-Genres erstaunlich gut. Vielleicht sogar etwas zu gut, um authentisch zu wirken. Auch beim Ton gibt es keine Abstriche, höchstens bei der Synchronisation, die leider recht schwach ausgefallen ist. Besser im Original mit deutschen Untertiteln schauen.  Als Bonus gibt es ein 11-minütiges „Making Of“ und fünf Featurettes, in denen sich bemüht wird, immer wieder auf die „wahre Geschichte“ hinter „Die Höhle“ hinzuweisen. Ob nun wirklich einst fünf Freunde in der Höhle verschwanden, oder dies ein „Blair Witch Project“-ähnlicher Marketing-Trick ist, ist mir leider nicht bekannt, tut aber auch nicht so viel zur Sache. Insgesamt ist das Bonusmaterial recht unterhaltsam ausgefallen.

Blu-ray-Rezension: “The Body – Die Leiche”

Von , 12. Juni 2014 22:31

BD_2D_The_Body_Der Nachtwächter eines Leichenschauhauses rennt panisch durch die Nacht und wird auf seiner wilden Flucht von einem Auto angefahren und fällt ins Koma. Inspektor Jaime Peña (José Coronado) und seine Kollegen ermitteln. Dabei entdecken sie, dass aus dem Leichenschauhaus die Leiche der frisch eingelieferten, reichen Mayka Villaverde (Belén Rueda) verschwunden ist. Sie bestellen deren sehr viel jüngeren Ehemann Álex Ulloa (Hugo Silva) zum Tatort, um ihn nach den näheren Umständen ihres plötzlichen Todes zu befragen. Was sie nicht wissen, Ulloa hat seine Ehefrau am morgen mit einem nicht nachweisbaren, langsam wirkenden Gift umgebracht, um mit seiner Geliebten Carla (Aura Garrido) ein neues Leben anzufangen. Während in den Ermittlern der Verdacht wächst, dass etwas mit Ulloa nicht stimmt, entdeckt diese überall Indizien, die auf seine Tat hinweisen. Wer weiß von Ulloas Verbrechen und versucht ihn in den Wahnsinn zu treiben? Und wo ist die Leiche seiner Frau geblieben? Und wovor flüchtete der Nachtwächter in solcher großen Panik?

BODY_0786The Body“ ist das Spielfilmdebüt des Drehbuchautors Oriol Paulo, der kurz zuvor auch den Thriller „Julia’s Eyes“ geschrieben hatte. Mit diesem teilt er sich nicht nur die Hauptdarstellerin Belén Rueda, sondern auch die generelle Atmosphäre und Struktur. Ebenso wie in „Julia’s Eyes“ lässt Paulo in seinem Film den Regen eine dramatische Rolle in den unheimlichen Szenen spielen, und er arbeitet viel mit Rückblenden, die immer wieder ihre Wahrheit in Frage stellen. Ist das, was der Zuschauer sieht wirklich die Wahrheit oder nur ein geschicktes Täuschungsmanöver des Erzählenden? Sind die Erinnerungen des Protagonisten wirklich verlässlich oder nur eine subjektive Wahrnehmung, die ihn und uns in die Irre leitet? Oftmals wird die selbe Szenen in mehreren möglichen Variationen durchgespielt. Zusätzlich brechen die Rückblenden aber auch den kammerspielartigen Charakter des Filmes auf, der fast ausschließlich während einer regnerischen Nacht in einem Leichenschauhaus spielt. Dies stört zwar immer wieder die klaustrophobische Stimmung, wirft zugleich aber auch immer wieder neue Fragen auf oder gibt scheinbar Hinweise auf die Wahrheit, so dass der Zuschauer ungeduldig dem nächste Puzzelteil entgegen fiebert.

BODY_1116Die Leichenhalle als Handlungsort ist natürlich gut gewählt. Paulo fängt den unheimlichen Ort mit einem großen Sinn für alte alte Gruselfilme ein. Einmal lässt er es sogar in der Leichenhalle regnen, was das Gefühl des Unwirklichen und der Bedrohung noch verstärkt. Tatsächlich ist man zu Beginn auch geneigt, eine übersinnliche Lösung des Rätsels in Betracht zu ziehen. Jedoch wird relativ schnell klar, dass Paulo etwas anderes vorhat. Dabei führt er den Zuschauer geschickt auf eine Fährte, die den Film zunächst recht durchschaubar wirken lässt. Paulos Stärke liegt dabei vor allem darin, dass er dem Zuschauer glauben macht, dass dieser selber langsam die Einzelteile zu einem großen Ganzen zusammenfügt, obwohl er doch nur den Brotkrumen folgt, die Paulo ihm geschickt hingeworfen hat. Dies funktioniert wahrscheinlich vor allem bei dem Publikum ausgezeichnet, die in den letzten Jahrzehnten nicht viele Dutzende Thriller gesehen haben, oder die sich gerne zurücklehnen und dem Regisseur die Aufgabe überlassen, sie durch sein kunstvoll aufgebautes Konstrukt zu führen. Alle anderen werden sich vielleicht an einigen Stellen fragen, was die eine oder andere scheinbar unwichtige Rückblende soll und daraus möglicherweise die richtigen Schlüsse ziehen.

BODY_1323Nichtsdestotrotz ist „The Body“ unglaublich spannend. Während Kamera und das bereits erwähnte, äußerst effektive Set Design eine unheilvolle, gruselige Stimmung erzeugen, sind auch die Schauspieler hervorragend ausgesucht. Dies gilt insbesondere für den spanischen Shooting-Star Hugo Silva, der in den letzten 3-4 Jahren in zahlreichen erfolgreichen spanischen Produktionen von de la Iglesias bis Almodóvar zu sehen war. Während man ihn am Anfang als arroganten, viel zu glatten Schönling abtut, wandelt er sich im Laufe des Filmes immer mehr zu einer Art Sympathieträger. Silva gelingt es seine im Grunde höchst unsympathische Figur Stück für Stück zu demontieren und einen zutiefst unsicheren, verängstigten und irgendwo auch hoffnungslos romantischen Kern, freizulegen. Wie seine Verzweiflung und sein Entsetzen sich langsam steigern, und er dann am Ende vor Sorge um seine große Liebe zusammenbricht, ist schon sehr sehenswert.

BODY_1042Belén Rueda, die nur in den Rückblenden auftritt, ist wie schon in „Julia’s Eyes“ eine Bank und passt perfekt zu der schönen, aber nicht mehr ganz taufrischen Dame aus der oberen Gesellschaft, die sich ihren jungen, nicht standesgemäßen Mann eher wie ein Spielzeug hält und mit fiesen Scherzen quält, statt ihn wie einen ebenbürtigen Partner zu behandeln. Dabei wirkt sie ebenso undurchdringlich und überlegen, wie verletzlich. Als Gegenspieler Ulloas macht der Polizist Peña eine gute Figur. José Coronado spielt den alternden Ermittler, der selber eine ganze Menge Probleme mit sicher herumschleppt und oftmals wie eine tickende Zeitbombe wirkt, sehr überzeugend. Wenn auch diese Figur etwas zu karikaturhaft gezeichnet wird, um sie als echten Menschen, und nicht nur als Filmfigur wahrzunehmen. Ein Kompliment hier an den Maskenbildern, der Coronado in einigen Rückblenden tatsächlich Jahre jünger aussehen ließ.

BODY_0873Oriol Paulo schafft es spielten, den Zuschauer den ganzen Film über zu fesseln und den Puls hier und dort hochzutreiben. Ist der Abspann aber gelaufen und der Zauber des Augenblicks ein wenig verflogen, zeigt sich in der Rückschau, dass einige Elemente nicht ganz in den raffinierten Plan passen, dessen man hier Zeuge wurde. Einige nicht vorhersehbare Zufälle helfen dabei, dass alles so funktioniert, wie gedacht. Auch wird hier an ein paar Stellen die Glaubwürdigkeit einer bestimmten Situation etwas überstrapaziert, was einen im Nachhinein ein wenig ärgert, da man sich ein wenig an der Nase herumgeführt fühlt. So tut man am Ende besser daran, den Film nicht großartig zu reflektieren und sich ganz vom Moment gefangennehmen zu lassen.

„The Body“ ist ein hochspannender Thriller, der kunstvoll mit Horrorelementen spielt und seinen Protagonisten durch ein geschickt konstruiertes Fegefeuer treibt, welches ihn vom arroganten Täter zum verzweifelten Opfer schrumpfen lässt. Mit einem hervorragenden Hugo Silva in der Hauptrolle, weiß der Film bestens zu unterhalten, auch wenn sein finaler Dreh für den erfahrenen Zuschauer keine so große Überraschung darstellt und einige Handlungselement im Nachhinein nicht ganz in das clevere Gebilde passen.

Die Blu-Ray aus dem Hause OFDb FILMWORKS besitzt ein perfektes, gestochen scharfes Bild, bei dem das Schwarz wirklich tiefschwarz und nicht wie so häufig nur ein sehr dunkles Grau ist. Der Ton ist sehr klar und spielt beschäftigt gekonnt alle Lautsprecher für subtile Toneffekte. Die deutsche Synchronfassung ist okay, wobei ich die spanische Fassung mit sehr guten, deutschen Untertiteln bevorzuge. An Extras gibt es ein 20-minütiges „Making Of“, welches Szenen vom Set mit Statements der Schauspieler und des Regisseurs kreuzt, die aber nicht so viel Aussagekraft haben, da sie hauptsächlich erzählen, welche Rollen sie spielen, worum es in diesem Film geht und wie toll er doch geworden ist. „Hinter den Kulissen“ sind drei Minuten mit kommentarlosen Impressionen vom Dreh der Verhörszene, was mit Musik aus dem Film unterlegt ist. Des weiteren kann man sich sechs Minuten mit Alternativen Szenen ansehen, welche sich aber nicht drastisch von denen im Film unterscheiden. Zum Schluss gibt es noch zwei deutsche und zwei spanische Trailer von „The Body“.

DVD-Rezension: „The Loreley’s Grasp – Die Bestie im Mädchen-Pensionat“

Von , 31. Mai 2014 20:51

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In einem Städtchen am Rhein wird eine junge Frau in der Nacht vor ihrer Hochzeit brutal ermordet. Bald schon macht das Gerücht die Runde, dass der Mord auf das Konto der mythischen Loreley (Helga Liné) geht, die sich in Vollmondnächten in ein Monster verwandelt und die Herzen junger Mädchen frisst, um selber jung zu bleiben. Um die Bewohnerinnen des nahen Mädchenpensionats vor einem solchen Schicksal zu bewahren, beschließt die Leitung des Pensionats den Jäger Sigurd (Tony Kendell) als Schutz anzustellen. Doch das Morden geht weiter…

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Obwohl „The Loreley’s Grasp“ in Deutschland spielt und die rheinische Legende von der Loreley (neben Elementen aus der „Nibelungen“-Sage, die hier ebenfalls unter mit eingebaut werden), sagen wir mal kreativ interpretiert, hatte dieser 1974 entstandene spanische Film den Weg nach Deutschland bisher nicht finden können. Möglicherweise aufgrund der für seine Zeit recht expliziten Mordszenen, vielleicht aber auch, weil der Film nach allem aussieht, aber nicht nach der Rheingegend. Tatsächlich wurden nur einige wenige Szenen tatsächlich auf und am Rhein gedreht. Der Hauptteil allerdings in und um Madrid, was man ihm auch ansieht. Wenn beispielsweise Loreley recht verführerisch vor einem Gewässer auf einem Felsen sitzt, dann wird noch nicht einmal mit der wohlwollendste Zuschauer auf die Idee kommen, dabei könnte es sich tatsächlich um den Rhein handeln. Von den Darstellern ganz abgesehen. Während man der gebürtigen Berlinerin die Loreley noch gerne abnimmt, fällt es doch schwer, sich Luciano Stella alias Tony Kendell als Figur namens Sigurd vorzustellen. Von Italo-Western- und Jess-Franco-Veteran Luis Barboo als Alberich mal ganz abgesehen. Das Amüsement beim deutschen Zuschauer dürfte gleich dem sein, wenn ein US-Amerikaner sieht, wie in bundesdeutschen Winnetou-Filmen Jugoslawien plötzlich zum Wilden Westen wird.

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Regisseur Amando de Ossorio, der auch für die Geschichte und das Drehbuch verantwortlich war, ist vor allem mit seiner vierteiligen „Reitende Leichen„-Saga berühmt geworden. die älteren werden sich sicherlich noch mit Freude daran erinnern, als diese zu später Stunde im Rahmen von Horrorfilm-Reihe mit der „wilden Hilde“ auf RTL liefen. Neben den reitenden Leichen, dürfte „Loreley’s Grasp“ zu seinen bekanntesten Werken gehören. Die Geschichte folgt auch in etwa dem bei den „Reitenden Leichen“ eingeführten Muster. Eine alte Legende, die plötzlich wieder zum Leben erwacht und eine zuvor definierte Gruppe einen nach dem anderen dezimiert. Hier sind es die Schülerinnen eines Mädchenpensionats (für die Optik) und die Bewohner einer kleinen Stadt am Rhein. Dabei geht de Ossorio sehr grafisch vor. Die Szenen, in denen den Opfern das Herz in Großaufnahme herausgerissen wird, sind nicht nur für das Jahr 1974 ziemlich deftig, sondern stellen auch in de Ossorios Werk einen Höhepunkt an Explizitheit dar. „Loreley’s Grasp“ ist damit de Ossorrios härtestes Werk und die FSK16-Freigabe ist (besonders in Hinblick auf den im gleichen Jahr entstandenen und im Vergleich ausgesprochen harmlosen, aber trotzdem noch immer auf dem Index stehenden „Geisterschiff der schwimmenden Leichen“) beachtlich. Wahrscheinlich wurde hier wohlwollend berücksichtigt, dass die Effekte recht durchschaubar sind (was allerdings auch für den abgeschlagenen Pappmaché-Kopf im „Geisterschiff“ gilt).

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Obwohl technisch sauber und mit einem Gespür für stimmungsvolle Fotografie gedreht, fehlt es „Loreley’s Grasp“ an Spannung und Grusel. Da recht schnell ersichtlich ist, wer hinter der Morden steckt und diese dann auch recht gleichförmig an unbedeutenden Figuren ausgeübt werden – von den Hauptcharakteren gerät lange Zeit niemand in echte Gefahr – bleibt die Spannung auf der Strecke und dem Grusel wird dadurch der Gar aus gemacht, dass man vom Monster häufig eine als solche gut zu erkennende Gummikrallenhand oder ein rechte billige und eher lustig aussehende Monstermaske zu sehen sind. Vermutlich tut hier das gute und scharfe Bild der DVD noch ihr übriges dazu, jegliche Illusion von einer unheimlichen Kreatur zu zerstören. Trotzdem weiß der Film in der Fülle der Handlungselemente zu unterhalten. Neben den blutigen Morden, gibt es hübsche Mädchen im Nachtgewand oder Bikini, einen verrückten Professor mit absurden Experimenten, dann natürlich die knapp bekleidete Loreley und am Ende noch eine Höhle mit grünen Wassernixen und Niblungenschatz. Dass hier nichts ernst zu nehmen ist, wird spätestens klar, wenn Tony Kendell als „Sigurd“ (eine Hommage an den legendären Comiczeichner Hansrudi Wäscher?) in viel zu engen Hosen mit kilometerweitem Schlag von den Pensionatsbewohnerinnen in bester „Kommissar X“-Tradition angehimmelt wird.

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Auf Seiten der Schauspieler gibt es viele bekannte Gesichter zu entdecken. Neben Tony Kendell, der mit de Ossorrio bereits bei dessen „Rückkehr der reitenden Leichen“ dabei war, ist es Helga Liné, die in den späten 60er Jahren aber vor allem in den 70ern zahlreiche spanische Genrefilme mit ihrer Anwesenheit veredelt hat und in den frühen 80ern mit dem damals noch jungen Pedro Almodóvar zusammenarbeitete. Viel hat sie in diesem Film zwar nicht zu tun, außer wahlweise erhaben-melancholisch oder verführerisch-selbstbewusst auszusehen. Die gelingt der schönen Berlinerin dann allerdings auch sehr gut. Neben ihr ist die 15 Jahre jüngere, und ebenfalls wunderschöne Silvia Tortosa zu sehen, die hier eine leitende Angestellte des Pensionats spielt und dabei jünger aussieht als manche der hübschen Bewohnerinnen. Silvia Tortosa blickt mittlerweile auf eine lange Filmkarriere zurück, in der sie in allen möglichen Genres dabei war, oftmals als Anhängsel des Helden. In Spanien wurde sie allerdings vor allem durch ihre zahlreichen Auftritte in der Klatschpresse, wo ausführlich über ihre zahlreichen Liebschaften und Ehen berichtet wurde. In „Loreley’s Grasp“ hält sie sich recht bedeckt, aber im Internet stößt man auf zahlreiche Bilder, auf denen sie sich im Alter von 60 Jahren – wohl anlässlich des Erscheinens ihrer Memorieren – sehr freizügig hat ablichten lassen.

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In „Loreley’s Grasp“ interpretiert „Reitende-Leichen“-Regisseur Amando de Ossorio die Legende von der Lorelei ganz neu und macht aus ihr ein Herzen verschlingendes Monster. Kostengünstige Splattereffekte sorgen für einen ungewöhnlich blutrünstigen Film. Mangelnde Spannung und Grusel wird durch eine krude Geschichte, die alle möglichen deutschen Legenden wild miteinander verquirlt, gern gesehene Schauspieler aus der zweiten Reihe und vielen hübsche Mädchen ausgeglichen.

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Der Film erschien, wie eingangs geschrieben, bisher noch nicht in Deutschland. Weder im Kino, noch auf VHS. 2012 wurde er zunächst von Schock DVD als „Limited Edition“ in Österreich veröffentlicht. Da selbstverständlich keine deutsche Synchronisation vorlag, wurde von Shock selber eine deutsche Sprachfassung erstellt. Man hört allerdings doch sehr deutlich, dass hier nicht viel Geld zur Verfügung stand. Zudem werden teilweise Hintergrundgeräusche verschluckt. Nun ist die identische Schock DVD-Scheibe auch in Deutschland erschienen. Wobei der Werbespruch „Endlich erstmals ungeschnitten in deutscher Sprache“ zwar in dem Sinne stimmt, als die DVD dieselbe ist, wie die vor zwei Jahren in Österreich veröffentlichte. Neben der deutschen Tonspur sind noch eine englische (die etwas dumpf kling) und eine spanische (die zu bevorzugen, aber auch nicht ganz makellos ist) dabei, sowie deutsche Untertitel. Am Bild gibt es nichts auszusetzen. Dieses ist klar und die Farben kräftig. An Extras gibt es den spanischen Trailer, eine Bildergalerie mit Standfotos (leider im falschen Format und dadurch in die Breite „gedrückt“) und die spanische Titelsequenz. Auf der Verpackung sind unter „Extras“ noch „Uncut Version!“ aufgeführt, was auf den ersten Blick vermuteten lässt, es wäre ein noch längere Fassung als Bonus mit dabei. Dies stimmt aber nicht, das bezieht sich auf den Hauptfilm (und hat unter „Extras“ somit eigentlich nichts zu suchen). Ein letztes Wort zu Menü. Dieses erinnert stark an das alte Laser Paradiese Intro und hat zwar die nette Idee, das Menü und die Untermenüs in einem Buch zu zeigen, aber das animierte „Umblättern“ dauert nervig lange.

Rezension: „Ende“

Von , 4. Mai 2014 18:39

endeNach 20 Jahren trifft sich eine Gruppe von Jugendfreunden zusammen mit ihren Partnern in einem abgelegenen Haus im Wald wieder. Am Abend brechen alte Ressentiments wieder hervor und es wird sich an einen Vorfall erinnert, der das letzte Treffen in eine Katastrophe verwandelte. In der Nacht kommt es zu einem merkwürdigen Spektakel am Himmel und am nächsten Tag funktionieren die elektrischen Geräte nicht mehr. Zudem ist einer aus der Gruppe verschwunden. Die Gruppe macht sich zu Fuß auf den Weg ins nächste Dorf und muss dabei feststellen, dass sie scheinbar die einzigen noch verblieben Menschen auf der Erde sind…

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Ob man den spanischen Film „Ende“ nun mag oder nach Sichtung am liebsten vor lauter Wut seine Fernbedienung in den Fernseher pfeffern möchte, liegt stark an der Erwartungshaltung. Um also böse Überraschungen zu vermeiden, erzähle ich in diesem ersten Absatz etwas mehr über den Ausgang des Filmes, als ich es allgemein tue. Personen, die dies nicht lesen möchten, rate ich, genau jetzt zum nächsten Absatz zu springen. Allen anderen möchte ich hier schon verraten, dass es in „Ende“ keine Auflösung der mysteriösen Vorgänge gibt. Welche Katastrophe warum eingetreten ist, bleibt ebenso im Dunkeln, wie die Frage, weshalb gerade die Gruppe von alten Jugendfreunden zunächst noch nicht verschwunden ist. Da der Film das Geheimnisvolle recht stark betont, werden die allermeisten natürlich der Erklärung für all dem entgegenfiebern. Welche Rolle spielt hier der „Philosoph“ genannte Angel? Wo sind all die Menschen hin verschwunden? Was ist mit dem Sternenhimmel und wieso laufen überall wilde Tiere herum? Da dem Zuschauer aber jegliche Erklärung konsequent verweigert wird, dürfte es hier und dort zu einigen der oben beschriebenen Frustreaktionen kommen, und dies dürfte auch die überrascht niedrige Wertung in der IMDb erklären. Wer aber damit leben kann, dass man den Film auch als reine Metapher für das Verschwinden von Menschen aus Beziehungen und dem Leben anderer zu sehen ist, der kann auch Freude finden an den wunderbaren Bildern, der rätselhaften Atmosphäre und der Herausforderung, sich auf das alles selber einen Reim zu machen.

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In „Ende“ geht es gar nicht in erster Linie um die Katastrophe und das Verschwinden der Menschheit. Vielmehr ist dies die äußere Visualisierung der inneren Zustände der Protagonisten und ihrer Beziehung zueinander. Wie die Gruppe in der menschenleeren Welt nach der Katastrophe, ist auch jeder dieser Menschen in seinem Leben allein. Felix bezahlt ein junges Mädchen, damit sie als seine Freundin auftritt. Er will um keinen Preis vor den Anderen zugeben müssen, dass er keine Bindung gefunden hat. Raffa hat seine Firma verloren und ist in erster Linie mit sich selbst beschäftigt, Hector ein selbstsüchtiges Arschloch, welches zu echten Gefühlen unfähig ist. Seine Frau Coza lebt neben ihm her, statt mit ihm. Und Sara steht die Einsamkeit ins Gesicht geschrieben. Auch verbindet die ehemaligen Freunde nichts mehr miteinander, als nur die Erinnerung. Verlischt diese, so lösen sich auch die Beziehungen der Menschen untereinander auf und jeder bleibt allein zurück.

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Regisseur Jorge Torregrossa, der zunächst fast ausschließlich mit TV-Serien in Erscheinung getreten ist, gelingt es zusammen mit seinem Kameramann José David Montero starke, visuell betörende Bilder für eine von den Menschen gereinigte Welt, nach der geheimnisvollen Apokalypse zu finden. Die felsige Landschaft, die leeren Häuser und die mit verlassenen Autos gesäumte Straße. Die unendlichen Kornfelder und schlussendlich die verlassene Hafenstadt, verströmen eine ganz spezielle, unbehagliche Stimmung und sind doch zugleich wunderschön. Insbesondere die leeren Gassen der Hafenstadt, die im Mondschein noch verlassener und bedrohlicher aussehen, wecken ungute Erinnerungen an den ebenfalls spanischen „Ein Kind zu töten“ oder die griechische Insel in D’Amatos „Man-Eater“. Da bedarf es dann auch keiner blutigen Details oder pulstreibener Actionsequenzen, um den Zuschauer an seinen Sessel zu fesseln. Ein Löwe, der in einer beinahe surreal anmutenden Szene unvermittelt durch das entvölkerte Städtchen streift, erinnert daran, dass die Zeit des Menschen als Herrscher der Welt abgelaufen ist. Jetzt herrscht wieder die Natur und deren König hat sein Reich zurückerhalten.

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Torregrossa setzt auf eher unbekanntere Gesichter. Der international bekannteste Name ist Maribel Verdú, die in „Pans Labyrinth“ und „Blancanieves“ größere Rollen hatte. Die anderen Schauspieler, wie Hauptdarsteller Daniel Grao, stammen vor allem aus dem spanischen Fernsehen. Für das männliche Top-Model Andrés Velencoso, der den schönen Hugo spielt und dabei ein hübscher Zwillingsbruder von Florian David Fitz aussieht, ist es sogar der erste Film überhaupt. Aber wie alle Darsteller (außer vielleicht Carmen Ruiz, die am Ende dann doch etwas übertreibt) macht er seine Sache sehr gut und die für den Film sehr wichtige Gruppendynamik funktioniert. Man hätte sich allerdings gewünscht, dass der Film nicht so deutlich dem Muster eines Slasher-Filmes folgt. So ist die Reihenfolge des Verschwindens doch recht vorhersehbar, aber wie eingangs erläutert spielen solche Dinge für den Kern des Filmes keine große Rolle und dienen eher dazu den Zuschauer auf eine bewusst falsche Fährte zu locken, auf was dieser aber auch mit einer großen Ablehnung reagieren kann. Deshalb muss man die Frage stellen, ob sich der Film damit ein Gefallen tut, ein so perfektes Spannungsszenario aufzubauen, wenn es ihm doch eigentlich um etwas ganz anderes geht.

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„Ende“ wird die Zuschauer spalten. Während die einen ihn abgrundtief hassen werden, weil er ihnen das Versprochene vorenthält, können die anderen ihn für seine wunderbaren Bilder und philosophischen Fragen mögen. So ist es durchaus möglich, dass gerade die sehr souveräne Regie, die nicht nur eine geheimnisvolle und unheilschwangere Kulisse aufbaut, sondern auch effektiv an der Spannungsschraube dreht, gerade dadurch gegen einen Erfolg beim Publikum arbeitet, weil dadurch eine Erwartungshaltung aufgebaut wird, die das Thema des Filmes verfehlt.

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Leider ist es mir nicht möglich, die DVD selber zu rezensieren, da mit von Pierrot Le Fou lediglich eine Presse-DVD mit Wasserzeichen (siehe Screenshots) und ohne deutsche Tonspur/Extras zur Verfügung gestellt wurde. Laut OFDb soll aber ein „Making Of“ und der Trailer mit an Bord sein.

DVD-Rezension: “Flesh+Blood”

Von , 8. September 2013 10:50

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Westeuropa, 1502: Nachdem Arnolfini (Fernando Hilbeck) mit Hilfe von Söldnern seinen ehemaligen Besitz wieder in seine Gewalt bringen konnte, zwingt er den Anführer der Söldner, Hawkwood (Jack Thompson) , diese zu verraten und aus der Festung zu treiben. Aus Rache überfallen einige der Söldner, unter der Führung von Martin (Rutger Hauer), eine Eskorte. Dabei verletzten sie Arnolfini schwer und entführen unwissentlich die hübsche Agnes (Jennifer Jason Leigh), die Arnolfinis Sohn Steven (Tom Burlinson) heiraten sollte. Steven beginnt, zusammen mit dem widerwillig folgendem Hawkwood, die Söldner durch das pestverseuchte Land zu jagen. Diese erobern eine Burg und schwelgen im erbeuteten Luxus. Agnes hingegen muss sich ihrer Haut wehren und tut dies, indem sie Martin verführt. Doch liebt sie ihn wirklich, oder versucht sie nur zu überleben? Währenddessen nähern sich Steven und seine Männer der Burg…

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Als ich das erste Mal „Flesh+Blood“ sah, hatte mich der Film nachhaltig beeindruckt. Insbesondere die Szenen mit der Alraune und dem pestverseuchten Hundekadaver im Brunnen hat mich lange beschäftigt. Paul Verhoevens Intention, keine romantisierte Version des Mittelalters zu zeigen, sondern den Schmutz, die Unmoral und die Gewalt, war voll aufgegangen. Verhoevens Filme haben immer eine sehr brachiale Wucht, was auch für „Flesh+Blood gilt, der allen Hollywood-Konventionen mit Schmackes gegen das Knie tritt. Da sterben Kinder und Hunde, die hübsche Hauptdarstellerin zeigt sich mit Vorliebe nackt, die Menschen sind nicht schön, die „Helden“ vergewaltigen und morden Unschuldige. Unter den nominellen Helden gibt es ein homosexuelles Pärchen, was angenehmerweise gar nicht spekulativ, sondern völlig normal in Szene gesetzt wird. Allerdings ist Verhoeven auch nicht der erste, der das Mittelalter auf diese Art und Weise porträtiert. Das hatten vor ihm schon Monty Pythons mit „Ritter der Kokosnuss“ und nochmal Terry Gilliam mit „Jabberwocky“ getan. An diese Filme erinnert „Flesh+Blood“ dann auch irgendwie, ist ihnen gegenüber aber bitterernst und äußerst brutal in Szene gesetzt.

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Ist der Film aber gut gealtert, und besitzt er immer noch seine Sprengkraft wie früher? Bedingt. Mittlerweile haben ja beinahe alle Filme, welche im Mittelalter spielen, den Anspruch eben dieses besonders dreckig und grausam zu zeigen. Auch wenn heute kaum jemand auf den Gedanken kommen würde, eine Liebesszene vor den zerfetzten Kadavern zweier Gehenkten zu inszenieren, so wie Paul Verhoeven es hier tut. Auch muss man sagen, dass die handelnden Personen noch immer einen Tick zu sauber und gut aussehen. Doch für die Zeit, in der „Flesh + Blood“ entstand, war diese Inszenierung durchaus ein Novum, auch wenn – wie bereits geschrieben – Terry Gilliams frühe Mittelalter-Komödien „Flesh+Blood“ in Punkto Hässlichkeit, Dreck und Scheiße weit übertrafen. Auch die Brutalität wirkt heute nicht mehr ganz so brachial, wie beim ersten Mal. Obwohl Verhoeven sie ohne jegliche Zurückhaltung filmt und Gewalt erschreckend beiläufig eingesetzt wird. Auch hier ist man heute – auch durch Verhoevens spätere Filme – anderes gewohnt. Doch in Zusammenspiel all dieser Elemente weiß „Flesh+Blood“ noch immer zu packen, auch wenn die einzelnen Teile für sich genommen, vielleicht nicht mehr so grenzüberschreitend wirken, wie noch vor 30 Jahren.

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Dafür sind die Anspielungen, die Verhoeven einbaut, noch immer aktuell. So kleiden sich Martins Männer allesamt in kommunistisches Rot, um ihre Gleichheit hervorzuheben. Doch schon bald versucht jeder Erster unter Gleichen zu werden. Vor allem Martin macht kein Hehl daraus, dass er sich als Anführer der unterprivilegierten Truppe sieht. So streift er dann bei der erstbesten Gelegenheit mit den lakonischen Worten, seine Kleidung wäre schmutzig geworden, das Rot ab, um im strahlendem Weiß seine Einzigartigkeit zu betonen. Die Heuchelei der Kirche wir durch den leicht irre wirkende Geistlichen verkörpert, der keine Skrupel kennt, den Gegner wie Vieh abzuschlachten und dabei noch fromme Worte auszustoßen. In allem und jeden sieht er ein Zeichen Gottes, wodurch er die Gruppe nach seinem Gutdünken lenken kann und hofft, Martin zu seiner Strohpuppe machen zu können. Ihm stellt Verhoeven den jungen, idealistischen Steven entgegen, der an die Wissenschaft glaubt, dessen skurrilen Erfindungen mehr Unglück als Gewinn bringen. Beide Seiten, Wissenschaft und Kirche, bringen niemanden voran und führen nur in die endgültige Niederlage. Erst als sich Steven in eine geschundenes Tier verwandelt, seine hehren Ansprüche ablegt und allein seinem Instinkt folgt, kann er etwas ändern.

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Unter den Schauspielern zeigt Jennifer Jason Leigh eine starke Leistung. Nicht nur wird ihr von Verhoeven so einiges abverlangt, sie muss auch einen Großteil der Zeit ihre Rolle im Evas-Kostüm spielen. Doch dies tut sie mit einer großen Natürlichkeit und Ambivalenz. Einerseits zuckersüß und naiv, kann sie im Bruchteil einer Sekunde in bösartig und durchtrieben wechseln. Nie kann man sich wirklich sicher sein kann, woran man bei ihr ist. Hat sie sich tatsächlich in den rücksichtslosen Abenteurer Martin verliebt, oder tut sie nur so und leidet still, um ihr Leben zu retten? Im Inneren weiß sie es wohl selbst nicht so genau, und gerade diese Zerrissenheit bringt Leigh durch ihr Schauspiel wunderbar zum Ausdruck. Demgegenüber wirkt Rutger Hauer in der Rolle des Martin eher gelangweilt. Oftmals hat man das Gefühl, dass er auf Autopilot spielt und an der Motivation seiner Figur nicht wirklich interessiert ist. Es fällt auch auf, wie uneinheitlich Martin inszeniert ist. Mal eindeutig Held und selbstsicherer Haudrauf, mal wieder niederträchtiger Schurke. Besonders deutlich wird dies dann im Schlussbild, welches sich nicht wirklich in die zuvor gezeigten Szenen einfügen möchte. Vielleicht liegt diese Inkonsequenz in der Inszenierung auch an dem großen Streit, den er mit Verhoeven über den Film führte und der die Partnerschaft so stark beschädigte, dass sie nach fünf gemeinsamen Filmen, nie wieder zusammen arbeiteten.

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Zwei weitere Faktoren arbeiten gegen den Film und Verhoevens Plan ein realistisches Bild des Mittelalters zu zeigen. Einmal wenn Steven für seine Befreiung so mir nichts, dir nichts einen Blitzeinschlag nutzt (wahrscheinlich gewinnt er ebenso spielend auch im Lotto) und dann die überdramatische Musik des großen, und leider viel zu früh verstorbenen, Basil Poledouris, die in der Tat so stark an den parodistisch-pathetischen Soundtrack von „Ritter der Kokosnus“ erinnert, dass es schwer fällt, bei den Schlachtszenen nicht zu grinsen. Schade auch, dass Verhoevens ursprüngliche Intention, den Film um die verratene Freundschaft zwischen Martin und dem von Jack Thompson souverän gespielten Hawkwood kreisen zu lassen, aufgrund Intervention der Produktionsgesellschaft, nicht realisiert wurde. Dies ist nur noch in rudimentärer Form zu erahnen und allein aus dem Grunde traurig, als das Hawkwood neben Agnes die interessanteste Figur des Filmes ist und ein weitaus größeres Potential mitbringt, als in dieser finalen Version von „Flesh+Blood“ genutzt wird. Vielleicht liegt es auch in diesem frühen Einmischen der Produktion, die darauf bestand, die Liebesgeschichte in den Vordergrund zu rücken, dass die Figur des Martin so inkonsequent gezeichnet ist.

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Doch sieht man von diesen Schwächen ab und betrachtet „Flesh + Blood“ im Kontext seiner Zeit, macht es große Freude Verhoeven dabei zuzusehen, wie er auf unkonventionelle Art auf Moral und „political correctness“ pfeift. Zusammen mit Jenifer Jason Leighs schauspielerischen Leistung und der Fülle an guten Ideen, wirkt „Flesh + Blood“ noch immer kräftig und unterhaltsam. Es ist ein typischer Verhoeven und ein wichtiges Puzzleteil auf seinem Weg von Holland nach Hollywood und zurück. Getragen wird der Film auch von Jan de Bonts dynamischer Kamera, die den Bildern eine ganz eigene Wucht verleiht.

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Die DVD aus dem Hause Koch Media hat zwar kein brillantes, aber auch kein schlechtes Bild, was den rauen Charakter des Filmes betont. Der Original Stereo-Ton ist in HD remastert. An Extras muss der Käufer der normalen DVD mit dem Audiokommentar des Regisseurs vorlieb nehmen. Wer allerdings das dreifache investiert, kann mit dem Media-Book glücklich werden, welches den Film auf DVD und Blu-ray enthält (eine absolut schwachsinnige Kombo, da der Blu-ray-Besitzer die DVD als Bierdeckel nehmen kann und, wer nur einen DVD-Player sein eigenen nennt, nichts mit der Blu-ray anfangen kann). Ferner enthält das teure Mediabook noch eine Bonus-DVD, die mit tonnenweise interessanten Extras gefüllt ist.

DVD-Rezension: “Afterparty – Feiern bis der Tod kommt”

Von , 23. Juli 2013 20:37

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Der Schauspieler und Rockstar Carlos (Luis Fernandez), genannt „El Capi“, ist im ganzen Land (und vor allem bei den Damen) ausgeprochen beliebt. Und dies nutzt er auch weidlich aus. Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen, will er sich aber aus seiner populären TV-Horror-Serie „Campamento Misterio“ absetzt, um nach Amerika zu entschwinden. Dort erwartet ihn ein lukratives Filmangebot. Vorher besucht er aber noch eine exzessive Party in einem festungsähnlichen Gebäude. Als er am nächsten Tag mit einem ordentlichen Kater neben seiner letzten Eroberung aufwacht, muss er feststellen, dass das Gebäude verrammelt und verriegelt ist. Er trifft noch zwei weitere Mädchen und einen jungen Mann. Diese sind ebenfalls von der Party übriggeblieben. Gemeinsam suchen sie vergeblich nach einem Ausgang und müssen erkennen, dass sie doch nicht ganz allein im Gebäude sind. Eine geheimnisvolle Figur, die gekleidet ist wie der Killer aus Luis‘ Serie, schickt ihnen Videobotschaften auf das Handy und beginnt die Eingeschlossenen, einen nach dem anderen zu dezimieren.

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Die Schlagzeile „Scream trifft Hangover“, mit der für diesen Film geworben wird, trifft es mit etwas Fantasie ganz gut. Aus „Scream“ wurde die Maskierung des unheimlichen Killers übernommen und aus „Hangover“ die Prämisse, nach einer durchzechten Nacht herauszufinden, was eigentlich los ist. Da enden aber auch schon die Ähnlichkeiten. Weder kann „Afterparty“ Wes Cravens postmodernen Slasher das Wasser reichen, noch begibt er sich in Komödiengefilde. Das spanische Genrekino hat gerade in den letzten Jahren immer wieder auf sich Aufmerksam gemacht, sei es mit stillem Grusel wie „Das Waisenhaus“ oder handfestem Horror, wie die [rec]-Reihe. „Afterparty“ kann an diese Großtaten leider in keiner Form anknüpfen. Zu stolz ist der Film auf seine, vermeintlich doch so überraschende, Wendung nach zwei Dritteln des Filmes. Vor lauter Vorfreude stößt er den Zuschauer ständig mit der Nase drauf . Doch wer schon mehr als drei solcher Filme gesehen hat, hat dafür nur noch ein Gähnen übrig.

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Was bis dahin geschieht ist recht unspektakulär und stereotyp umgesetzt. Sei es die ausschweifende Party, die wirklich kein Klischee auslässt, oder eben die lahmen Spielchen, die der stumme Killer mit seinen Opfern spielt. Zudem sind die Protagonisten allesamt dermaßen unsympathisch gezeichnet, dass man keinerlei Empathie für sie empfinden kann. Dementsprechend wartet man geradezu sehnsüchtig darauf, dass der Killer diese selbstverliebten Egozentriker um die Ecke bringt. Was er dann auch recht unspektakulär tut. Man fühlt sich dabei in die 80er Jahre zurückversetzt, in denen sich die „Güte“ eines Filmes vorwiegend über die möglichst kreative Art mit der nervige Teenies ins Jenseits befördert werden definierte. Kreativ ist hier aber erst einmal gar nichts. Wer sich aufgrund des dicken „FSK 18“-Aufklebers und dem Versprechen „100% Uncut“ Gegenteiliges erhofft hat, wird enttäuscht werden. Wer eine spannende Story mit nachvollziehbaren Figuren erwartete, aber leider auch.

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Der Film beginnt mit einer Szene, die wie eine Mischung aus „Scream“ und „Freitag, der 13.“ daherkommt und etwas holprig gefilmt ist. Man ahnt schon schlimmes, dann stellt sich aber heraus, dass sie zu einem Film im Film gehört. Hauptcharakter „El Capi“ ist nämlich nicht nur Rockstar, sondern auch umschwärmter Star einer TV-Serie namens „Campamento Misterio“. Tatsächlich ist Hauptdarsteller Luis Fernandez zunächst unter dem Namen „Perla“ als Teil eines Rap-Dous bekannt geworden, bevor er für eine erfolgreiche spanische TV-Serie entdeckt wurde. Der Filmcharakter scheint also durchaus von ihm inspiriert zu sein. Bleibt zu hoffen, dass Herr Fernandez privat nicht so ein Kotzbrocken, wie sein Alter-Ego „El Capi“ ist.

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Dummerweise ändert sich der Stil des Filmes nach der oben erwähnten Eingangsszene nur geringfügig. Die Szenen auf der Party werden im flashigen Musikvideo-Stil gefilmt, später wird dann gerne mal die Handkamera eingesetzt. Doch Inszenierung und Dramaturgie bleiben holprig. Man folgt dem Geschehen eher lustlos. Schuld daran trägt auch der Killer, dem weder irgendeine Form von Persönlichkeit, noch Bedrohlichkeit gegönnt wird. Die dezent gefilmten Mordszenen helfen da auch nicht viel weiter. Ein talentierterer Regisseur hätte sicherlich aus dem schwachen Drehbuch auch trotz des Fehlens blutrünstige Szenen,  Spannung ziehen können. Eine unheimlich-bedrohliche Atmosphäre und eine etwas liebenswerter Zeichnung der potentiellen hätten da schon geholfen. Miguel Larraya verfügt nicht über solches Talent und ist von daher eigentlich auf spektakuläre Schauwerte angewiesen, die dann aber ausbleiben.

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Dass sie ausbleiben, hat seinen Grund. Und dieser ist ebenso vorhersehbar, wie an den Haaren herbeigezogen. Immerhin scheint es Larraya zu helfen, wenn endlich die Karten offen auf dem Tisch liegen. Ab hier wird die Spannungsschraube deutlich angezogen und Larraya schafft es auf einmal, aufregende und – im positiven Sinne – nervenaufreibende Szenen zu gestalten. Auch gelingen ihm durchaus visuell ansprechende Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Man wünscht sich, Larraya hätte von vornherein auf seine, ach so raffinierte, Pointe verzichten und gleich von Anfang an seine, scheinbar doch irgendwo vorhandenen, Qualitäten eingesetzt. Gekrönt wird dieses, dann doch recht ansprechende, letzte Drittel durch einen bitterböse und zynischen Schlusspunkt, welcher durchaus passend, sowie in seiner Konsequenz dann doch etwas überraschend ist.

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Das letzten Drittel, in dem der Film endlich etwas Tempo und Spannung aufweist, sowie das zynische Ende, retten „Afterparty“ knapp ins untere Mittelfeld des Genres. Bis dahin leidet er aber an seiner spannungsarmen, unspektakulär inszenierten Geschichte und den unausdifferenzierten, höchst unsympathischen Charakteren. „Afterparty“ ist kein Ruhmesblatt für den spanischen Genrefilm, der doch in den letzten Jahren immer wieder mit zahlreichen Höhepunkten auftrumpfen konnte. Bei einer Länge von knackigen 75 Minuten, stiehlt er einem aber auch nicht allzu viel Lebenszeit.

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Die DVD aus dem Hause Splendid hat ein gutes Bild. Der Ton liegt in einer soliden deutschen Synchro und der spanischen Originalfassung mit ausblendbaren deutschen Untertiteln vor. Extras gibt es keine.

Das Instituto Cervantes zeigt spanisches Kino im City 46

Von , 12. März 2013 22:29

spanienWie auch schon im letzten Jahr, wird es auch in 2013 wieder eine, vom Instituto Cervantes in Kooperation mit dem City 46 präsentierte, Reihe mit aktuellen spanischen Filmen geben. Also recht aktuelle Werke. In diesem Jahr firmiert das Ganze unter dem Titel „Contemporáneos“ und die ausgewählten Filme stammen alle aus dem Jahr 2011.

Die Filme laufen im City 46 um 20:00 Uhr im spanischen Original mit englischen Untertiteln.

Auf den ersten Film der Reihe, „No habrá paz para los malvados“ von 2011, hatte ich ja bereits vorletzte Woche innerhalb meiner O-Fassungen-Übersicht hingewiesen.

Und so geht es weiter:

10. April: „No tengas miedo“ von Montxo Armendáriz – In diesem Drama geht es um ein trauriges Thema. Die junge Silvia wurde von ihrem siebten Lebensjahr an, von ihrem Vater missbraucht.

15. Mai: „Mientras duermes“ von Jaume Balagueró – Auf diesen Film freue ich mich sehr. Er lief bereits 2012 bei den Fantasy Filmfest Nights. Balagueró ist für Freunde des Horror-Thrillers auch kein Unbekannter. Er ist mitverantwortlich gewesen für die [rec]-Serie und hat mit „The Nameless“, „Fragile“ und „Darkness“ einige moderne Klassiker des spanischen Gruselfilms geschaffen. In „Sleep tight“ (so der internationale Titel) geht es um einen psychopathischen Concierge, der die Mieter terrorisiert.

12. Juni: „Arriya“ von Alberto Gorritiberea ist ein Drama zu dem ich keine wirklich gute Inhaltsangabe gefunden habe. Scheinbar geht es um zwei Familien in einem kleinen Dorf im Baskenland, die über eine Wette in Streit geraten. Und um drei junge Leute, die all dem entkommen wollen.

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