Category: DVD

DVD-Rezension: “Phoenix Wright – Ace Attorney”

Von , 12. Juni 2013 17:36

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In der Zukunft werden in Japan Gerichtsverfahren in nur drei Tagen durchgeführt. In dieser Zeit müssen sich Staatsanwalt und Verteidiger im Gerichtsstand duellieren, danach fällt der Richter sein Urteil. Als die Rechtsanwältin Mia Fey (Rei Dan) ermordet wird, übernimmt ihr Junior-Partner Phoenix Wright (Hiroki Narimiya) die Verteidigung ihrer jüngeren Schwester Maya Fey (Mirei Kiritani), die der Tat verdächtigt wird. Dabei kommt es zum Duell mit seinem einstigen Schulkameraden und jetzigen Staatsanwalt Miles Edgeworth (Takumi Saito), der bisher noch nie einen Fall verloren hat. Entgegen aller Erwartungen gelingt es Phoenix, den jungen Staatsanwalt zu besiegen, doch bereits sein nächster Fall entpuppt sich als dicke Überraschung.

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Takashi Miike bleibt eine Wundertüte. Nachdem er mit dem ruhigen und tragisch-ernsthaften „Hara-Kiri – Tod eines Samurai“ im letzten Jahr die Filmfestspiele in Cannes eröffnen durfte, beweist er nun mit einer bunten Videospiel-Verfilmung, dass er sich partout nicht auf ein bestimmtes Genre oder einen bestimmten Stil festlegen lässt. Die Zeiten, in denen er mit einem lächerlichen Budget gewagte Underground-Filme produzierte oder aufgrund expliziter Gewaltdarstellungen Grenzen überschritt, sind allerdings vorbei, denn er ist mittlerweile im hochbudgetierten Mainstream angekommen. Trotzdem gelingt es ihm auch immer wieder, eine gute Portion Wahnwitz in seine Filme zu schmuggeln. Und langweilig wird es bei ihm auch nur sehr selten.

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So unterhält auch sein neustes Werk, „Phoenix Wright, Ace Attorney“, das vergnügungshungrige Publikum bestens. Anspruch und Ernsthaftigkeit, wie sie einen Großteil von Miikes Werk durchaus auszeichnet, sollte man hier allerdings nicht suchen. Miike tut genau das, was bei ihm in Auftrag gegeben wurde: Er verwandelt ein Computerspiel in einen Film und lässt Pixelfiguren in Fleisch und Blut auferstehen. Oder – wenn man boshaft sein möchte – verwandelt seine Darsteller in Pixel. So sind dann auch Make-Up und Kostüme beinahe die Hauptattraktionen dieses Filmes. Zeitweise glaubt man gar, es hier tatsächlich mit animierten Figuren und nicht mit Schauspielern zu tun zu haben. Auch auf die Ausstattung und Kulisse wurde viel Wert gelegt. „Ace Attorney“ spielt zu keiner Zeit in der realen Welt, sondern ist fest im Kosmos der Spiele verwurzelt.

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Da mir das zugrundeliegende Videospiel nicht bekannt ist, kann ich keine Vergleiche ziehen. Man liest aber allerorten, dass die Umsetzung sehr nahe am Spiel sein soll, welches zwischen 2002 und 2011 erschien, Teil der japanischen Popkultur wurde und auch im Ausland erfolgreich verkauft wurde. Für die internationale Fassung wurden dann auch die Namen der Protagonisten anglisiert. So wurde aus Naruhodō Ryūichi Phoenix Wright, aus Mitsurugi Reiji wurde Miles Edgeworth und Detective Itonokogiri Keisuke heißt dort Dick Gumshoe. Diese Namensgebung behält auch die deutsche Fassung des Filmes bei, was in den Extras zu Verwirrungen führen kann, da hier konsequent nur die japanischen Namen verwendet werden.

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Die spektakulären Duelle vor Gericht, werden von Miike im Stile eines Kung-Fu-Kampfs inszeniert. Da bewerfen sich die Kontrahenten mit überdimensionalen Hologrammen, auf welchen die Indizien zu sehen sind. Und ihre „Einspruch“-Rufe klingen wie Kampfschreie. Und wird einer der Anwälte förmlich von belastenden Beweisen getroffen, geht er in die Knie. Bei einer Länge von 125 Minuten, von denen ein Großteil vor Gericht spielt, tut es dem Tempo des Filmes natürlich gut, dass die Verhandlung zu einem großen „Mortal Combat“ stilisiert wird. Trotz einiger Albernheiten, wie dem hemmungslosen Overacting des Hauptdarstellers oder dem Verhör eines Papageis, hält Miike die Zügel aber recht fest in der Hand und sorgt dafür, dass das absurde Ganze nicht plötzlich in totalen Quatsch kippt.

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Die Schauspieler haben merklich Spaß an der Sache. Und während die meisten ihre Rolle trotz aller Komödien- und wilden Videospielelementen relativ ernsthaft interpretieren, liegt ein Schwachpunkt bei Hauptdarsteller Hiroki Narimiya, der in einigen Schlüsselszenen allzu hemmungslos überzieht und wimmert. Auch Mirei Kiritan wirkt sich in der – in japanischen Unterhaltungs-Filmen leider häufig zu sehenden – „kleines, dummes und leicht hysterisches Mädchen“-Rolle nicht gut auf das Nervenkostüm des Zuschauers aus. Eine echte Zumutung ist allerdings Akiyoshi Nakao als Jugendfreund des Helden. Seine Clownerien und Manierismen stellen für die Nerven des, nicht an japanischer Komödie gestählten, europäischen Zuschauers eine echte Zerreißprobe dar.

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Miike weiß dafür zu sorgen, dass einem der Ausgang nicht völlig egal ist. Trotz aller irrealen und komödiantischen Elemente, vergisst er nicht, dass er im Grunde tatsächlich eine klassische Detektivgeschichte, voller mysteriöser Geschehnisse und unerwarteten Wendungen erzählt. Und so gelingt ihm in den meisten Teilen auch der Spagat zwischen bunt-lustiger Videospielverfilmung und spannendem Gerichts-Thriller. Da ist es beinahe schade, dass auch immer wieder übernatürliche und komödiantische Elemente überbetont werden und die durchaus nicht uninteressante Geschichte in den Hintergrund drücken. Insbesondere die Figur des nervenden Jugendfreundes Larry Butz und die mit ihm verbundenen Nebenstränge, hätte man gut und gerne weglassen können.

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Takashi Miike liefert mit „Ace Attorney“ eine gelungene Videospiel-Verfilmung ab und widersteht der Versuchung, diese mit allzu schrillen Albernheiten zu ersticken. Ausstattung und Kostüme erwecken das zugrundeliegende Spiel eindrucksvoll zum Leben. Doch auch die vertrackte Geschichte weiß recht spannend zu unterhalten, so dass trotz der langen Spielzeit von über zwei Stunden keine große Langeweile aufkommt.

Das Bild der DVD aus dem Hause Koch Media macht an einigen Stellen einen etwas blassen Eindruck. Beim  Ton kann man sich zwischen der japanischen Originaltonspur und der soliden deutschen Synchronisation entscheiden. In den Untertiteln werden die Namen der Charaktere allerdings nicht im japanischen Original belassen, sondern die englische Variante benutzt. Anders ist dies in dem halbstündigen Making-Of, in welchem konsequent die japanischen Namen benutzt werden. Das “Making Of” selber zeigt Promo-Interviews und einige Szenen vom Dreh. Das ist aber insgesamt alles nicht besonders informativ. Dann gibt es noch ein 22-minütiges Special von diversen Filmausführungen, bei denen die Crew Rede und Antwort stand. Im Großen und Ganzen sind dies aber auch eher Werbeveranstaltungen.

DVD und BluRay kommen am 14. Juni in den Handel.

DVD-Rezension: “Alexandre Ajas Maniac”

Von , 31. Mai 2013 23:21

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Der junge Frank Zito lebt in Los Angeles, wo er eine kleine Reparaturwerkstatt für Schaufensterpuppen unterhält. Als Kind litt Frank unter seiner kürzlich verstorbenen Mutter, die als Prostituierte arbeitete und dabei keine Rücksicht auf das seelische Heil des kleinen Jungen nahm. Aufgrund dieses Traumas hat sich Frank zu einem schizophrenen Serienkiller entwickelt, der nachts Frauen auflauert und sie skalpiert. Als er eines Tages zufällig die hübsche junge Fotografin Anna kennenlernt, scheint er erstmals seinen mörderischen Trieb unter Kontrolle bringen zu können.

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1980 gelang Regisseur William Lustig mit seinem Spielfilm-Debüt „Maniac“ ein Paukenschlag. In Deutschland wurde das düstere Serienkiller-Portrait umgehend beschlagnahmt, was aber seine Reputation nur noch weiter förderte. „Maniac“ wurde zum Kultfilm, zum „must see“. Hauptdarsteller Joe Spinell, der auch das Drehbuch verfasste, wurde als Frank Zito eine Legende. Der zwei Jahre später entstandene Film „Love to Kill“ – wieder mit seiner „Maniac“-Partnerin Caroline Munro – wurde teilweise als Semi-Fortsetzung vermarktet. Ein von Joe Spinell vorangetriebenes Sequel mit dem Namen „Maniac 2: Mr. Robbie“, kam durch den Tod Spinells nie zustande. Viele Regisseure ließen sich von „Maniac“ inspirieren, nicht zuletzt Alexandre Aja, dessen Name beim Remake nun fett über dem Titel prangt. In seinem erfolgreichen Erstling „Haute Tension“ hatte er diverse Einstellungen aus dem großen Vorbild übernommen. Ein Remake dieses Kultfilms hatte bei den Fans, wie so oft, erst einmal schlechte Karten. Insbesondere, da mit Elijah Wood ein Schauspieler für die Hauptrolle gecastet wurde, der auf den ersten Blick so gar nicht in die Rolle des schizophrenen Serienkillers Frank Zito passt, wie man sie von Spinells ikonischer Darstellung her kannte. Wahrscheinlich haben sich die Macher des Filmes deshalb gut abgesichert und berufene Schützenhilfe geholt. Bevor „Alexander Aja’s Maniac“ beginnt, erscheint William Lustig persönlich noch einmal auf dem Bildschirm, um dem Remake seines berühmtesten Filmes seinen Segen zu geben. Zudem wurde der Film von seinem Unternehmen „Blue Underground“, das sich auf die Heimkino-Veröffentlichungen von Horror-Kultfilmen spezialisiert hat – mit produziert.

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Hauptkritikpunkt war im Vorfeld also die Besetzung der Hauptrolle mit Elijah Wood, dem ewigen Frodo. Viele sahen in dem schmächtigen, androgyn wirkenden Wood eben nur den mit großen Augen durch Mittelerde stapfenden Hobbit. Dabei wurde aber vergessen, dass er schon einmal sehr überzeugend einen sadistischen Charakter gespielt hat. In der Robert Rodriguez/Frank Miller-Produktion „Sin City“ gab er – zugegeben, kaum zu erkennen – einen bestialischen Frauenmörder. Und tatsächlich macht Wood seine Sache hier sehr gut. Sein Aussehen war schon in den „Herr der Ringe“-Filmen ziemlich „creepy“, gerade wenn er unter dem Bann des einen Ringes stand. In „Maniac“ wirken seine Blässe und die grossen wässrig-blauen Augen durchaus kränklich und beunruhigend. Mit seiner Besetzung wird aber auch eine kleine Schwäche des Originals begradigt. Im Original „Maniac“ ist Frank Zito ein Frauenheld, dem es gelingt, die wunderschöne Caroline Munro zu verführen. Allerdings wirkt Joe Spinell ausgesprochen schmierig und nicht sonderlich attraktiv, was diesen Handlungspunkt für mich schon immer etwas unglaubwürdig machte. Andererseits hat er sich die Rolle ja selber auf den Leib geschrieben, und an mangelndem Selbstvertrauen hat Herr Spinell sicherlich nicht gelitten. Auf Spinells Inkarnation des Frank Zito wird im Remake sogar einmal Bezug genommen, wenn eines der potentiellen Opfern beim Blind Date mit Woods Zito beiläufig erwähnt, sie hätte Angst gehabt, ihre Verabredung würde sich als „dicker Mann mit langen Haaren und fettiger Haut“ entpuppen. Was einer Beschreibung Spinells ziemlich nahe kommt.

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Um zu verschleiern, dass der kleine und zarte Wood sicherlich Schwierigkeiten hätte, eine ausgewachsene Frau zu überwältigen, wurde zu einem Trick gegriffen, der „Maniac“ zu einer intelligenten Version des Originals macht, und ihm gleichzeitig eine interessante, eigenständige Note verleiht. Wir sehen den Film durch die Augen des Killers. Wir sind mit im auf der Jagd und werden gezwungen, die Realität so wahrzunehmen, wie sie sich ihm darstellt. Wir erleben die Morde fast immer aus seiner Perspektive, die Welt wird durch Visionen und Angstzustände verdreht und manchmal sind Wahn und Wirklichkeit nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Nur einmal verlässt die Kamera ihre subjektive Position, wenn Zito bei einem Mord wortwörtlich „aus der Haut fährt“. Ansonsten erkennen wir den Schauspieler Elijah Wood nur in Spiegelungen oder Erinnerungsfetzen.

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Natürlich soll der Zuschauer durch diesen Kniff gezwungen werden, die Postion des Killers einzunehmen. Sich mit ihm zu identifizieren, dadurch mit seiner dunklen Seite konfrontiert und in eine unangenehme, schwer zu ertragene Lage gebracht werden. Soweit die Theorie. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das bei irgendjemandem klappt. Das Erlebnis des Filmsehens ist doch ein passives, und die veränderte Perspektive wird zunächst einmal als nur das erkannt, was es ist: Eine besonderes Gimmick, um eine Geschichte zu erzählen. Durch die gekonnt eingesetzte Point-of-View-Technik gelingt es Regisseur Franck Khalfoun aber auch, zusammen mit Kameramann Maxime Alexandre, einige starke und intensive Bilder zu finden.

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Statt im dreckigen New York an der Schwelle der 80er Jahre, spielt „ Maniac“ im gegenwärtigen L.A. Maxime Alexandre fängt die Stadt mit seiner Kamera in wunderschön durchkomponierten Bildern ein. Die Straßen sind leer und von einem unwirklich schwefelig-gelben Licht beschienen. Leben scheint es nur in den entfernten Hochhäusern zu geben, die stets nur von unten gefilmt werden. So erscheinen die Straßen wie Schluchten, wie Orte, die vom Bürgertum in seinen sicheren Festungen vergessen wurden. Hier lauern Kranke wie Zito ihren Opfern auf, und ist man aus den sicheren Türmen hier heruntergefallen, gibt es keine Sicherheit mehr. Die Art, wie Khalfoun die Nacht in L.A in Bilder fasst, erinnert einmal natürlich an Michael Manns großen L.A.-Nacht-Film „Collateral“ und noch mehr an Winding Refns Meisterwerk „Drive“. Wie „Drive“, benutzt auch „Maniac“ einen großartigen Score. Das klingt nach frühen 80ern, aber auch eigenartig zeitlos. Wie eine ferne Erinnerung an die kühl-distanzierten, menschenfeindlich-gierigen und in gnadenloses Neonlicht getauchten Achtziger Jahre. Leider gibt es den ausgesprochen gelungenen und mitreißenden Soundtrack des Komponisten Rob bisher nur als Download. Hier würde ich mir sehr gerne die CD ins Regal stellen.

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Ursprünglich war der Film als Projekt für Alexandre Aja, einem ausgewiesenen Fan des Originals und mittlerweile so etwas wie der Remake-Spezialist für Horrorfilme – geplant. Aus Zeitgründen überließ Aja das, von im mitverfasste, Drehbuch dann aber seinem alten Spezi Franck Khalfoun und verlegte sich lediglich auf die Produktion. Nichtsdestotrotz wirbt der Film in Deutschland jetzt direkt im Titel mit Ajas gutem – und seit „Haute Tension“ sehr bekannten – Namen. Der Name Aja verspricht eine gewisse Härte und „Maniac“ ist wahrlich nicht für zart besaitete Gemüter geeignet. Die blutigen Effektszenen sind realistisch-brutal und „old school“ angelegt, was erklärt, dass es in Deutschland zwei Varianten des Filmes gibt. Eine gekürzte mit „FSK18“-Siegel und eine ungeschnittene mit „SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung“. Die FSK18 ist wohl für Kaufhäuser und die SPIO/JK für den Online-Handel bestimmt.

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Das Remake des grimmigen Kultfilmes von 1980 ist überraschend gut gelungen und kann dem Original noch einige eigenständige und interessante Facetten hinzufügen. Neben guten Darstellern, wissen vor allem die superbe Fotografie und der wunderbare Soundtrack zu gefallen.

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Das Bild der Ascot-Elite-DVD kann man nur als brillant beschreiben. Auch der Ton erfüllt hohe Ansprüche. Die Extras klingen zunächst vielversprechend, entpuppen sich aber bei näherem Hinsehen als typisches, mit vielen Filmausschnitten aufgepepptes, Promomaterial.

DVD-Rezension: “Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill”

Von , 24. Mai 2013 21:54

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Die junge Lehrerin Lilly Quark (Samantha Scott/”Donna Duzzit”) ist auf dem Weg nach Porno Hill. In der Kutsche trifft sie Django (Steve Stunning/”Jason Eversteiff”), dem sie von einer Karte zu einer geheimen Goldmine erzählt, den sie von ihrem Vater geerbt hat. Django beschließt dem armen Mädchen zu helfen, denn in Porno Hill angekommen, erfährt die lokale Bordellbetreiberin (Marsha Jordan) von der Karte. Daraufhin versucht sie, mit Hilfe des bösen Hacker (Steve Vincent) und seinen beiden Helfern Güldenstein und Rosenkohl in ihren Besitz zu kommen.

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Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill“ ist eine eher ungewöhnliche Wahl für eine Veröffentlichung in der neuen Reihe Cinema Treasures von Ascot-Elite. Wie „Crawlspace“ und „Das Kommando“ handelt es eine Produktion, bei der einst Ascot-Elite-Gründer und Sexfilm-Gott Erwin C. Dietrich (ECD) seine Finger im Spiel hatte. Nachdem er bereits mit „Robin Hood und seine lüsternen Mädchen“ einen billigen US-Sexfilm aus der Schnellschuss-Fabrik von David F. Friedman – der zusammen mit Herschell Gordon Lewis die ersten Gore-Filme wie „Blood Feast“ und „Two Thousand Maniacs!“ produzierte und hauptsächlich mit „nudie cuties“ (oftmals in FKK-Feriencamps spielend) und sogenannten „roughies“ (Sex und Gewalt) sein Geld verdiente – mittels deutscher Synchro und hinzugefügten Szenen in eine waschechte ECD-Produktion verwandelt hatte, verfuhr er bei „Brand of Shame“ ebenso und taufte diesen in „Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill“ um. Zudem wurde in Berlin eine Synchronisation angefertigt, die zu Recht einen legendären Status genießt.

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Was da auf der Tonspur zusammengelabbert wird, geht auf keine Kuhhaut. Während die ebenfalls berühmten Spaßsynchros aus der Feder Rainer Brandts noch einen Kalauer über den nächsten stapelten, wird hier hemmungslos drauflos gequatscht, was das Zeug hält. Das muss dann auch nicht alles einen Sinn ergeben oder vor Sprachwitz sprühen. Die Masse macht’s. Man wird das Gefühl nicht los, dass alle Sprecher unter dem Einfluss bewusstseinserweiternder Drogen standen und sich von Labberflash zu Labberflash kifften. Überraschend ist dabei vor allem, dass es sich um renommierte und bekannte Sprecher wie Andreas Mankopff, Joachim Kemmer, Edith Hancke oder Gerd Duwner handelt. Dementsprechend wirbt der Film dann auch schon gleich auf dem Cover mit „Der Kultwestern mit der irrwitzigsten deutschen Film-Synchronisation seit Erfindung des Mikrofons!“.

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Dem ursprünglichen Film wurden noch einige Szenen mit einem Pärchen namens „Bumsi und Bumso“ hinzugefügt, die sich weder qualitativ (sie sind um einiges besser gefilmt als „Brand of Shame“), noch von der Umgebung (schönste Schweizer Bergwiesen) irgendwie einpassen. Aber egal, Dilettantismus ist bei „Django Nudo“ Programm und wird groß zelebriert. So spricht der Held der Geschichte auch gerne mal aus dem Off über die Dialoge, „Obszönitäten“ werden pro aktiv ausgepiepst (ein Gag, der beim ersten Mal noch lustig ist, später aber die Nerven auch mal strapaziert) und wenn es zu sehr zur Sache geht, wird das Bild kurzerhand rot gefärbt. Natürlich ist das alles gefakt. Explizit dürfte der Film auch im Original nicht gewesen sein, denn wie es sich für einen US-roughie gehört, gibt es zwar viele große Brüste zu sehen, aber keine „full frontal nudity“. Das besorgen dann erst die von Dietrich hinzugefügten Bumsi/Bumso-Szenen.

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Der zugrundeliegende „Brand of Shame“ dürfte einer der schlechtfotografiertesten Filme aller Zeiten sein. Dass sich der Kameramann das Pseudonym „I.M. Blind“ gab, hat schon so seinen Grund. Besonders gruselig ist der erste Überfall, bei dem die Kamera die angreifenden Reiter regelmäßig aus dem Bild verliert und dafür die Stiefel der Kutscher filmt. Viel besser wird es aber auch später nicht. Bei den Sexszenen wird ständig irgendein Körperteil in extremer Großaufnahme gezeigt, was nicht unbedingt erotisch, dafür aber fast schon avantgardistisch wirkt. Körper als Landschaften, Nasen als Monumente und Münder als Canyons. Dazu passt auch das Gequietsche und Gestöhne, die unpassenden Seemannslieder und wiehernden Gäuler, die die Tonspur zukleistern. Man wähnt sich schon fast bei David Lynch.

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Die Schauspieler geben sich auch keine Mühe ihr mangelndes Talent zu kaschieren. Die beste Figur gibt da noch Steve Vincent (Pseudonym „Bart Black“) als „Hacker“ ab. Der Held „Django“ wirkt dagegen wie ein Buchhalter auf einer Kostümparty, aber immer noch authentischer als die debilen Helfershelfer „Güldenstein und Rosenkohl“. Demgegenüber wissen die „lüsternen Mädchen“, zumindest optisch, sehr zu gefallen. Mit Marsha Jordan ist sogar ein bekanntes Gesicht (aus ähnlich gelagerten Filmen) mit dabei.

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„Django Nudo“ ist ein hervorragender Partyfilm für aufgeschlossene Filmfans, die sich in heiterer Runde bei reichlich Alkohol und Knabberzeug zusammengefunden haben. Bei einsamer Sichtung ist „Django Nudo“ schon eher hartes Brot.

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Das Bild der DVD ist der dilettantischen Schmierigkeit des Originalfilms entsprechend. Das dürfte aber schon bei den damaligen Kinoaufführungen der Fall gewesen sein, denn die von ECD eingefügten Szenen besitzen eine sehr viel bessere Qualität. Wahrscheinlich stand ECD damals auch nur eine minderwertige Kopie zur Verfügung, die er dann mit eigenem Material aufpeppte. Aber das passt auch alles hervorragend zum Gesamterlebnis „Django Nudo“. Der Ton ist Ordnung, aber etwas dünn. Als Extra gibt es einen Audiokommentar mit dem zuverlässigen Christian Keßler (wer würde hier besser geeignet sein) und erstmals Heinz Klett vom „Geheimnisvollen Filmclub Buio Omega“ in Gelsenkirchen. Dort war der Film vom Publikum einst für die Jubiläumsvorstellung gewünscht worden.

DVD-Rezension: “Blut an den Lippen”

Von , 19. Mai 2013 01:32

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Das frisch vermählte Paar Stefan (John Karlen) und Valerie (Danielle Ouimet) fährt nach Ostende, um von dort aus mit der Fähre nach England überzusetzen. Als sie die Fähre verpassen, verbringen sie die Nacht in einem menschenleeren Hotel. Dort treffen auch bald die rätselhafte Gräfin Elisabeth Bathory (Delphine Seyrig) und ihre Begleiterin Ilona (Andrea Rau) ein. Die beiden entwickeln ein großes Interesse an dem jungen Ehepaar. Stefan und Valerie beschliessen, noch ein paar Tage länger in Ostende zu bleiben und das naheliegende Brügge zu besuchen. Dort erfahren sie von einer Reihe mysteriöser Morde an jungen Frauen, die die Stadt in Atem hält. Waren nicht auch gerade die Gräfin und ihre Begleiterin in Brügge?

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Es fällt irgendwie sehr viel schwerer, einen Film wie “Blut an den Lippen“  zu besprechen, der mir schon seit langer Zeit sehr am Herzen liegt, als einfach nur die frischen – positiven oder negativen – Eindrücke nach einer Erstsichtung niederzuschreiben. Darum verabschiede ich mich hier mal von meinen sonstigen Review-Mustern und schreibe diesmal Weiter lesen 'DVD-Rezension: “Blut an den Lippen”'»

DVD-Rezension: “Das Kommando”

Von , 14. Mai 2013 10:05

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Nachdem SAS-Captain Peter Skellen (Lewis Collins) bei einer Übung zwei ausländische Beobachter foltern ließ, wird er unehrenhaft aus seinem Regiment entlassen. Doch dieses Täuschungsmanöver dient lediglich dazu, ihn bei einer Gruppe Friedensaktivisten einzuschleusen, die im Verdacht stehen, von Terroristen unterwandert worden zu sein. Und tatsächlich stellt sich dieser Verdacht mal als richtig heraus. Obwohl es Skellen gelingt, das Vertrauen der Anführerin Frankie Leith (Judy Davis) zu gewinnen, finden ihre Mitstreiter schnell heraus, dass mit Skellen etwas nicht stimmt. Als die Bande plant, die amerikanische Botschaft in London zu besetzten, spitzt sich die Situation zu…

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Wenn man die neue Scheibe von “Das Kommando” in den Player legt, dann starten automatisch Trailer zu den drei Söldner-Filmen, die Lewis Collins Mitte der 80er in Italien unter der Regie von Antonio Margheriti gedreht hat. Bunte Krawum-Action mit einem hohen Spaßfaktor. Wer nun erwartet, dass “Das Kommando” in eine ähnliche Kerbe haut, wird zwangsläufig enttäuscht werden. Die Action steht hier bei weitem nicht im Vordergrund und wird nur spärlich – dann aber intensiv – eingesetzt. “Das Kommando” ist ein dialoglastiger Thriller, der mit 120 Minuten leider auch deutlich zu lang geraten ist. Insbesondere die schier unendlich dauernden Musik – und Performancenummern könnten gut mehr, als nur ein wenig, Kürzung vertragen.

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Leider muss man auch sagen, dass es Lewis Collins nicht gelingt, diese Art von Film allein zu tragen. Dazu ist er dann darstellerisch doch zu limitiert und wird von seiner Kontrahentin Judy Davis locker an die Wand gespielt. Collins ist ein cooler Typ, der für Hau-Drauf-Action wie bei Margheriti bestens geeignet ist und in der Serie “Die Profis” mit den passenden Partnern eine gute Figur abgibt. Hier steht er aber die meiste Zeit nur in der Gegend herum und entwickelt nicht das nötige Charisma, welches er bräuchte, um seiner Figur wirklich Persönlichkeit zu verleihen. Judy Davis – später Stammschauspielerin bei Woody Allen- hingegen glänzt als fanatische Terroristin, der die Konsequenzen ihres Handelns gar nicht bewusst sind, und die sich blind vor Idealismus zum Werkzeug von Mächten macht, von denen sie gar keine Ahnung hat. Hier empfiehlt sich unbedingt die Originalfassung, in der die Davis mit ihrer wohltönenden, dunklen Stimme spricht. In der deutschen Fassung ist ihre Synchronstimme ein Tick zu schrill und hysterisch, was die Ambivalenz ihres Charakters zunichte macht. Denn während sie in der englischen Fassung einen durchaus selbstsicheren und kontrollierten Eindruck macht, wirkt sie in der deutschen lediglich hysterisch-fanatisch. Neben Judy Davis trumpft insbesondere Kultstar Ingrid “Comtesse des Grauens” Pitt als eiskalte Killerin Helga auf. Leider sieht man von ihr insgesamt aber recht wenig. Als amerikanischer Außenminister darf Richard Widmark einige Sätze knurren und sich ein Rededuell mit Judy Davis liefern. Alle anderen kommen und gehen, ohne einen größeren Eindruck zu hinterlassen.

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Darüber hinaus wirkt der Film an vielen Stellen auch arg zusammengeschustert. Es gibt einige Szenen, die schlichtweg langatmig und für die Handlung nicht unbedingt relevant erscheinen. Andere sind zwar interessant, enden aber abrupt oder wirken, wie nachträglich eingefügt. Dies mag an der Art und Weise liegen, wie das Drehbuch entstand. Ein erster Entwurf stammte vom Co-Schöpfer der legendären Serie “Nummer 6“, George Markstein. Dieses wurde vom britischen Autoren James Follett in einen Roman umgesetzt, welcher noch während seiner Entstehung, von Reginald Rose, dessen berühmtestes Werk “Die zwölf Geschworenen” ist, in ein Drehbuch umgeschrieben wurde. Sicherlich nicht die optimalen Voraussetzungen für einen dichten und stringenten Film.

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Von der politischen Seite her, kann man dem Film sicherlich eine erzkonservative Einstellung unterstellen. Dass gerade die Friedensbewegung als Hort von Terroristen und Fanatikern vorgestellt wird, und die anfänglich gezeigten Bilder einer Demonstration dieses Bild einer verblendeten, fremdgesteuerten Masse noch unterstreicht, mag sauer aufstoßen. Andererseits hat aber auch die Gegenseite bis auf gute Ratschläge und hohle Phrasen keine Antworten auf die – durchaus berechtigten – Fragen der Friedensaktivisten. Deren Idee, den Weltfrieden mit einer Atomexplosion herzustellen, darf allerdings als ziemlicher Unfug bezeichnet werden. Interessanter ist dann aber die Rolle der mächtigen Männer hinter den offensichtlichen Vorgängen. Hier findet der Film am Ende tatsächlich noch den Mut zu einer kritischen Aussage darüber, wie die Reichen und Mächtigen ihre Mitmenschen zu reinen Marionetten ihrer ureigensten Machtinteressen degradieren. Vor diesem Hintergrund erscheinen dann auch Männer wie Skellen nicht unbedingt heldenhaft, sondern wie stumpfsinnige Werkzeuge. Dieser Anflug von Paranoia-Kino macht den Film dann doch etwas doppelbödiger, als es zunächst den Anschein hat.

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Was die Action angeht, hält sich der Film, wie eingangs erwähnt, eher zurück. Wenn es aber dann mal zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt, so setzt Regisseur Ian Sharp diese kompromisslos und hart in Szene. So wird z.B. an einer Stelle, wo es bei einer öffentlichen Kundgebung in einer Kirche zu Tumulten kommt, mal eben beiläufig gezeigt, wie einem der Teilnehmer der Kopf eingeschlagen wird. Alle Trümpfe werden dann im kurzen und knackigen Finale ausgespielt, das nicht nur gut choreographiert ist, sondern einen realistischen Einblick in die Arbeitsweise des SAS gibt. Da hat sich dann das lange Warten doch noch gelohnt.

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„Das Kommando“ ist leider mit 120 Minuten viel zu lang geraten. Viele Szenen wirken wie Füllmaterial oder sind einfach zu geschwätzig. Zudem leidet der Film darunter, dass er stellenweise zusammengestückelt wirkt. Ein hier leider eher schwacher Hauptdarsteller wird von der souverän aufspielenden Judy Davis und einer leider viel zu kurz eingesetzten Ingrid Pitt wieder aufgewogen. Die Action ist zwar nur rar gesät, in ihrer Umsetzung aber hart und knackig. Dies gilt insbesondere für das kurze, aber intensive Finale.

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Der Film ist neu in der Reihe „Cinema Treasures“ erschienen. Zuvor war bereits eine DVD von 2005 erhältlich, die allerdings ein falsches Bildformat aufwies und keinerlei Extras. Auf der neuen Scheibe findet man nun einen Audiokommentar mit Regisseur Ian Sharp & Produzent Euan Lloyd und eine Trailershow. Das Bild ist laut Angaben von Ascot “remastered” und sieht altersbedingt recht gut aus. Mehr kann man aus dem vorhandenen Material wahrscheinlich auch nicht herausholen.

DVD-Rezension: “Crawlspace – Killerhaus”

Von , 12. Mai 2013 16:30

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Karl Gunther (Klaus Kinski) ist der Sohn eines verrückten Nazi-Arztes und hat selber eine Vorliebe für medizinische Experimente und ausgefallene Tötungs- und Foltermethoden entwickelt. Außerdem ist er ein Voyeur, der die ausschließlich weiblichen Mieterinnen seines Apartmenthauses durch die Öffnungen im Lüftungsschacht beobachtet. Gerade ist ein neues potentielles Opfer eingezogen…

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1986 fanden sich Produzent Charles Band und Regisseur David Schmoeller zusammen, um eine fruchtbare Zusammenarbeit zu beginnen, die einige Filme halten sollte und dessen bekanntestes Werk wohl der erste „Puppetmaster“ sein dürfte. Für ihre erste Kollaboration holten sie sich gleich einen ganz großen Namen mit an Bord: Klaus Kinski. Etwas, was David Schmoeller bald bereuen sollte, wie die höchst informativen Extras verraten. Schmoeller war gleich mit seinem Debüt-Film „Tourist Trap“ zu Ehren gekommen, als Stephen King diesen in seinem unterhaltsamen Buch „Danse Macabre“ als Geheimtipp und einen seiner Lieblingsfilme erwähnte. In letzter Zeit ist es ruhig um ihn geworden. Bis auf einige Direct-to-video Geschichten und Kurzfilme hat er in den letzten Jahren nichts mehr gemacht. Jetzt arbeitet er aber gerade wieder an einem neuen Film mit dem Titel „Little Monsters“.

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Crawlspace“ ist ein ein Paradebeispiel für einen B-Film aus der Mitte der 80er Jahre. Nicht nur durch die Frisuren und Kostüme ist der Film ganz in diesem Jahrzehnt verhaftet. Auch der klinisch-kalte Stil ist typisch für diese Zeit. Es wird zwar viel mit Farbe und Beleuchtung gearbeitet, aber alles wirkt künstlich, kalt und irgendwie leer. Kameramann Sergio Salvati war einer der wichtigsten Mitarbeiter Lucio Fulcis und hat bei dessen wichtigsten Filmen immer hinter der Kamera gestanden. 1982 hatten die beiden das letzte Mal zusammen gearbeitet. Danach sollte Fulci kein weiteres Meisterwerk mehr gelingen. Und Salvati, der 1986 in die USA ging und sich dort dann einige Jahre bei Produktionen aus den Charles-Band-Fabriken Empire und Full Moon verdingte, konnte ebenfalls nie wieder die Bedeutung erlangen, wie er sie noch zu Zeiten eines „Woodoo-Schreckensinsel der Zombies“ oder „Geisterstadt der Zombies“ hatte. Obwohl er auch in seinem US-Debüt „Crawlspace“ sein ganzes Können auffährt und das Genie vergangener Tage durchscheint, wirkt doch alles ein Stück zu routiniert und unpersönlich.

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Hauptattraktion von „Crawlspace“ ist natürlich Klaus Kinski, der in fast jeder Szene zu sehen ist. Doch er macht hier einen seltsam unbeteiligten und kraftlosen Eindruck. So entfaltet sich auch nicht jenes gewaltige Charisma, das selbst seine schlechtesten Filme sehenswert macht. Was verwundert, da er sich in Regel ja selbst in den billigsten Fidani-Western voll reinhängte. Die Szenen aus dem spannenden Making-Of zeigen zwar, dass Kinski auch hier sehr auf seine eigene Inszenierung bedacht war, davon merkt man im fertigen Film wenig. Durch das gestochen scharfe Bild der DVD erkennt man allerdings, wie krank Kinski zur Zeit von „Crawlspace“ aussah. Aber trotz dieser offensichtlichen Müdigkeit, spielt Kinski immer noch jeden seiner Kollegen mühelos an die Wand, da selbst ein Kinski auf halber Kraft immer noch ein Ereignis ist. Seine Mitspieler machen es ihm aber auch leicht. Keiner bleibt länger in Erinnerung. Allenfalls Tane McClure (Tochter von Doug McClure aus „Die Leute von der Shiloh Ranch“ und „Das Grauen aus der Tiefe“) bleibt hängen. Allerdings nicht durch ihre Schauspielkunst oder ihrem käsigem Gesang, sondern aufgrund ihres offenherzig-körperbetonen Einsatzes. Auch Talia Balsam (noch eine Tochter eines bekannten Vaters. Nämlich Martin Balsam, der ja in „Psycho“, dem großen Vorbild für „Crawlspace“, dabei war) bleibt eine graue Maus. Genau so, wie es ihr Rollenbild verlangt.

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Es fällt bei „Crawlspace“ deutlich auf, dass es sich um eine kleine B-Produktion handelt, die zu 100% im Studio entstanden ist. Das Ensemble ist sehr überschaubar, ebenso die paar Orte, an denen der Film spielt. Außenszenen gibt es keine – und wenn doch einmal der Garten hinter dem Haus mit einbezogen wird, erkennt man diesen klar als Studiokulisse. Somit könnte es sich hier beinahe um ein Theaterstück handeln. Diese ins Auge springende Künstlichkeit ist der Spannung nicht unbedingt zuträglich. Zumal auch viel Zeit mit Füllmaterial verschwendet wird.

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Warum der Film ab 18 Jahren freigeben ist, will sich nicht so recht erschließen. Zwar kommt es hier und dort zu ein paar kleinen, blutigen Effekten, diese sind aber eher billig umgesetzt und als solche deutlich erkennbar. Überhaupt hält sich der Film eher zurück. Die Morde passieren entweder außerhalb des Bildes oder bleiben aufgrund des Bildausschnitts eher diskret. Bei der hohen Bewertung dürfte wenn, dann eher die Nazi-Thematik eine Rolle gespielt haben, die dann im Finale voll ausgespielt wird, bis auf den gewissen Trash-Faktor, für die Geschichte eigentlich eher unerheblich ist. Einige fiese Ideen hat Schmoeller aber gut in seinen Film einbringen können. So ist das geheime Labor des Irren Karl Gunther mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und die geheimnisvolle Frau im Käfig ist eine unangenehme Nuance.

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„Crawlspace“ ist eine 80er-Jahre-B-Film-Produktion, die weder ihr geringes Budget, noch den Zeitgeist, in dem sie entstanden ist, in irgendeiner Form verleugnen kann. Obwohl Klaus Kinski hier nur mit halber Kraft spielt, ist es wie immer eine Freude ihm bei der Arbeit zuzusehen. Alle anderen Darsteller bleiben demgegenüber sehr blass. Auch Spannung will nicht unbedingt aufkommen. Dazu ist die Inszenierung zu steril und mit zu viel belanglosem Füllmaterial (und einer fürchterlichen 80er-Pop-Ballade) vollgestopft. Doch aufgrund von Kinskis Performance und einiger gelungener Einfälle, kann der Film über seine kurze Laufzeit von 77 Minuten recht gut unterhalten. Man sollte nur keine zu hohen Ansprüche stellen.

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Auch wenn der Film selber im Mittelmaß stecken bleibt, lohnt sich die Anschaffung der DVD, die bei Ascot-Elite in der Reihe „Cinema Treasures“ erschienen ist, auf jeden Fall. Denn neben dem Kurzfilm „Please Kill, Mr. Kinski“, in dem David Schmoeller sehr unterhaltsam von den anstrengenden Dreharbeiten mit einem völlig außer Kontrolle geratenen Kinski spricht, befindet sich noch ein weiteres „Must-have“-Extra mit auf der Scheibe. Es handelt sich um ein 45minütiges „Interview“ mit Kinski, welches während der Dreharbeiten von einem Filmstudenten aufgenommen wurde. Kinski verbat sich dabei, gefilmt zu werden. Der Interviewer hielt sich aber nicht daran und nahm ihn heimlich mit einer in der Jacke versteckten Kamera auf. Was zu einem merkwürdigen Effekt führte, wenn Kinski immer nur am Rande des Bildes auftaucht und manchmal nur sein Haarschopf zu sehen ist. Diese „wirre“ Kameraführung korrespondiert auf brillante Weise mit dem Inhalt des Interviews. Denn von einem Interview kann hier nicht gesprochen werden. Kinski hält einen Monolog, springt von einem Thema zu anderen, schimpft, pöbelt und generell macht das, was er von sich gibt, nicht viel Sinn, ist aber auf eigentümliche Weise faszinierend. U.a. erzählt er davon, dass eigentlich er „Fitzcarraldo“ inszeniert hätte und alle Regisseure Idioten seien, auf die er eh nicht hören würde.

DVD-Rezension: “John Dies at the End”

Von , 10. Mai 2013 09:46

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Ein Journalist (Paul Giamatti) verabredet sich in einem schummrigen Restaurant mit einem jungen Mann (Chase Williamson), der sich als Dave Wong vorstellt und ihm eine wilde Geschichte erzählt. Gemeinsam mit seinem Freund John (Rob Mayes) sei er in einen Kampf gegen Invasoren aus einer anderen Dimension geraten. Dabei spielt die sogenannte „Soya-Sauce“ eine wichtige Rolle. Eine Droge, die es denjenigen, die sie einnehmen, ermöglicht, Dinge zu sehen, die normalen Menschen verborgen bleiben. Eine zweite Wirkung ist es, dass das Raum-Zeit-Kontinuum aufgelöst wird.

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Don Coscarelli eroberte sich mit seiner vierteiligen “Phantasm”-Reihe (auf Deutsch “Das Böse“) eine kleine, aber treue Fangemeinde. Die Geschichte über den außerirdischen Totengräber, der die Körper der Verstorbenen stiehlt und diese in Zwerge verwandelt, um sie in einer anderen Dimension zu Arbeitssklaven zu machen, enthielt genug (Alb)Traumhaftes und Surreales, um sich in den Köpfen der Zuschauer dauerhaft festzusetzen. Unterstützt wurde Coscarelli dabei von einem festen Stamm von Schauspielern (der “Tall Man” Angus Scrimm hat übrigens in “John Dies at the End” einen Kurzauftritt) mit hohem Wiedererkennungswert und sympathischen Helden, die immer menschlich und verwundbar blieben. Im Laufe der Reihe wurden die Filme immer bizarrer, was aber auch den Reiz ausmachte.

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Mit “John Dies at the End” schlägt Coscarelli 10 Jahre nach seinem letzten Spielfilm “Bubba Ho-Tep“, der es ebenfalls zu einem kleinen Kultfilm brachte, wieder ähnliche Wege ein. Wiederum stehen Menschen im Mittelpunkt, die ungewollt in eine Sache reinrutschen, und die zu ihrem Schicksal wird. Ähnlich wie Mike und Reggie in “Das Böse”, gerät auch Dave Wong eher zufällig in eine Verschwörung aus einer anderen Dimension. Und während Mike in den Fortsetzungen sein tatkräftiger Bruder, bzw. dessen Geist, zur Seite stand, ist es hier der tatendurstige und coole John. Es verwundert daher nicht, dass sich Coscarelli für seinen neuen Film David Wongs (ja, der Autor benutzt als Pseudonym den Namen seiner Hauptfigur) gleichnamigen Roman vorgenommen hat. Angeblich hat Coscarelli aber nur knapp die Hälfte der wahnwitzigen Begebenheiten verfilmt, die Wong in seinem Buch beschreibt. In Anbetracht der überbordenden Ideen, mit denen “John Dies at the End” vollgestopft ist, mag man das kaum glauben.

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Coscarelli hält sich wahrlich nicht zurück, wenn es darum geht, eine Welt zu zeigen, die völlig auf dem Kopf steht. Da hängen riesige, spinnenähnliche Wesen von der Decke, es wird mit Hotdogs telefoniert, ein Schnurrbart verwandelt sich in eine Art Fledermaus und es gibt einen sprechenden und autofahrenden Hund! Schon bald besteht auch fast keine Chance mehr, durch die Geschichte durchzublicken. Handlungsfäden werden ebenso schnell angerissen, wie fallen gelassen. Alles ist in Bewegung, ständig passiert etwas, was die Geschichte urplötzlich in eine andere Richtung lenkt. Dabei ist es Coscarelli anzurechnen, dass der Film trotz allem niemals zu hektisch oder zu lächerlich wird. Zwar durchstreift ein absurder Humor das Werk, doch trotz des autofahrenden Hundes wird es nie vollends zum reinen Klamauk.

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Tatsächlich erschafft Coscarelli eine merkwürdige, traumähnliche Stimmung, wie sie bereits „Das Böse“ auszeichnete. Allerdings verschwimmen Wahn und Wirklichkeit hier nie so sehr ineinander, dass man sie nicht mehr auseinanderhalten könnte. Damit wird die – nicht gerade unwahrscheinliche – Möglichkeit, dass sich es sich bei den bizarren Ereignissen allein um Fantasiebilder aus Davids Drogenwahn handeln könnte, nicht wirklich aufgegriffen. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen, um dem Film noch einen doppelten Boden zu verleihen. So bleibt „John Dies at the End“, trotz aller Haken und Absurditäten, leider doch nur eine relativ eindimensionale Genre-Geschichte.

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Mit seinen beiden jungen, und bis dato unbekannten, Hauptdarstellern hat Coscarelli einen Volltreffer gelandet. Sowohl Chase Williamson als ständig besorgter und seine Verwirrung lakonisch hinnehmender Dave, als auch Rob Mayes als „Titelheld“ John, mit seiner unbändigen Energie und gleichzeitig selbstbewusster Abgeklärtheit, schließt man sofort ins Herz. Allerdings verblassen neben ihnen auch alle anderen Figuren, bzw. werden an die Seite gedrückt. Was schade ist, denn der von Clancy Brown leider etwas übertrieben gespielte Dr. Marconi und Doug Jones als mysteriöser Gestalt, hätten noch mehr Potential gehabt, als nur mal kurz durchs Bild zu huschen. Paul Giamatti, der den Film auch co-produzierte, spielt wieder einmal nur Paul Giamatti. Immerhin, Coscarelli wartet mit einer ganzen Armee skurriler und erinnerungswürdiger Typen auf. Vom Polizisten mit dem eingangs erwähnten, fliegenden Schnurrbart, über einen weißen College-Gangsta-Rapper und einen geheimnisvollen Rastafari, bis hin zu den bizarr maskierten Anhänger eines von Lovecraft inspirierten Kultes um ein Cthulhu-ähnliches Wesen. Gerade letztere bleiben dann auch nach dem Abspann noch lange im Gedächtnis. Doch leider ist auch diese Episode eigentlich viel zu kurz und schon vorüber, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat.

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Dass Coscarelli nur sehr wenig Budget zur Hand hatte, merkt man vor allem an den Effekten. So gibt es leider doch auch (zu) viel schlechtes CGI und nicht überzeugende Szenen vor einem deutlich erkennbaren Green-Screen. Allerdings werden diese durch liebevoll von Hand gestaltete, wenn auch preisgünstige, Effekte fast wieder aufgewogen. Der „Würstchen-Mann“ z.B., ist eine der originellsten und verrücktesten Schöpfungen, die ich in den letzten Jahren in einem Genrefilm gesehen habe. Eine aufwändige und extrem blutige, allerdings auch sehr selbstzweckhafte, Szene wird gar vollständig als kruder Cartoon präsentiert. Überhaupt weist der Film einige Härten auf, die einerseits nicht zu seinem Witz passen, ihn andererseits aber auch wieder so erden, so dass er nicht in reinen Klamauk ausartet.

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Don Coscarellis Rückkehr nach 10 Jahren ist durchaus gelungen. Im Vergleich zu Cosarellis bekannteren Filmen besitzt „John Dies at the End“ sehr viel mehr Tempo und abstrusen Witz. Allerdings ist er auch hoffnungslos überladen und sprunghaft. Auch wird die Chance zu einer bösen und doppelbödigen Komödie leider vergeben. Es ist aber beachtlich, dass der Humor, trotz einiger wirklich absurder und alberner Szenen, nie vollständig ins Lächerliche kippt, sondern eine traumähnliche und latent bedrohliche Atmosphäre sogar noch unterstreicht.

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Das Bild der Pandastorm/Acot-DVD ist wie gewohnt sehr gut. Die Farben kräftig und die Schärfe ganz hervorragend. Allerdings vermisst man in der DVD-Version leider – bis auf einen Trailer – jegliche Extras. Auf einer limitierten BluRay sind diese dann aber zu finden.

DVD-Rezension: “Shaw Brothers Collection Vol. 2″

Von , 4. Mai 2013 20:46

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Vor kurzem hat Koch Media die Fortsetzung ihrer erfolgreichen „Shaw Brothers Collection“ veröffentlicht. In der „Shaw Brothers Collection Vol. 2“ befinden sich fünf Filme aus der goldenen Zeit der legendären Shaw Brother Studios, die in den 70er Jahren die Filmindustrie in Hongkong beherrschten. Auch in Deutschland waren die Filme aus der Shaw-Brothers-Schmiede höchst erfolgreich. Zunächst in den Bahnhofskinos, dann auf den ersten Videokassetten.

Lange Zeit hielten die Shaw Brothers ihre Archive geschlossen, so dass die Filme erst sehr spät ihren Weg ins digitale Zeitalter fanden. Erst 2002 erschienen die ersten Titel in Hongkong bei Celestial Pictures auf DVD. In Deutschland wurden einige Titel aus dem Celestial-Fundus um 2005 herum bei MiB veröffentlicht. Allerdings mit einer neuen deutschen Synchronisation, da die Rechte für die alte Kino-Synchro scheinbar nicht vorlagen. Die billige neue Synchronisation bot den Fans dann auch guten Grund zur Klage. Koch Media bedient sich ebenfalls bei Celestial, was nicht schlecht ist, denn die von Celestial restaurierten Filme weisen allesamt eine hohe Bildqualität auf. Zudem ist nun die alte deutsche Kino-Synchro mit an Bord. Da es in den 70ern Praxis war, die „minderwertigen“ Kung-Fu-Filme auf bequeme 80 Minuten runter zu schneiden, fehlt gegenüber den Originalfassungen eine ganze Menge und hierfür gibt es auch keine deutsche Synchro. Dies gleicht Koch Media dadurch aus, dass für die „Leerstellen“ eine neue, professionelle Synchronisation erstellt wurde. Nun haben die Darsteller zwar zwei unterschiedliche Stimmen, doch es wurde darauf geachtet, dass die Unterschiede nicht allzu gravierend sind.

Als sechste DVD liegt der Box ein ganz besonderes Schmankerl bei. Dort finden sich alte Trailer zu 51 Shaw Brothers Titeln. Diese stammen aus ganz unterschiedlichen Quellen. Mal 16:9 von 35mm Kopien, mal 4:3 von VHS-Kassetten. Dementsprechend variiert auch die Qualität erheblich (einige 35mm Kopien haben schon ein bewegtes Leben hinter sich oder sind sehr rotstichig), was dem Spaß aber keinen Abbruch tut.

Leider kann ich hier nur 4 der 5 Filme in der Box besprechen, da bei Koch Media (mal wieder) etwas beim zuschicken des Rezensionsexemplars schief gegangen ist und sich dort statt „Der Todesspeer der Shaolin“ der französische Thriller „Point Blank – Bedrohung im Schatten“ befand. Trotz mehrmaligen Anschreibens, konnte mir leider nicht die richtige DVD mit dem „Todesspeer“ zugeschickt werden, weshalb gerade dieser- bisher nicht in Deutschland veröffentlichte und von Koch Media daher komplett synchronisierte – Film in der Besprechung fehlt. Sehr ärgerlich, aber ich wollte Euch jetzt nicht deswegen die Review der Box komplett vorenthalten.

 

Marco Polo – Im Reiche des Kublai Khan (1975)

Im Jahre 1275 wird China von den Mongolen beherrscht. Der Venezianer Marco Polo (Richard Harrison) kommt an den Hof des Herrschers Kublai Khan (Li Tung-chuen), der das Erbe seines Großvaters Dschingis Khan verwaltet hat und China mit eiserner Faust beherrscht. Marco Polo gewinnt Kublais Vertrauen und wird von ihm in die Provinz Yangzhou geschickt, wo es noch einige chinesische Rebellen geben soll. Tatsächlich Weiter lesen 'DVD-Rezension: “Shaw Brothers Collection Vol. 2″'»

DVD-Rezension: “Point Blank – Bedrohung im Schatten”

Von , 19. April 2013 20:42

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Die Jagd nach serbischen Waffenschiebern führt Kommissar Lucas Scali (Roschdy Zem) und sein Team von Marseille nach Paris. Dort arbeitet seine Tochter Maya (Leïla Bekhti), die er seit vielen Jahren nicht gesehen hat und deren Mutter er früh verließ, bei einer Anti-Drogen-Einheit. Lucas nimmt Kontakt zu ihr auf, in der Hoffnung über sie Informationen über die serbische Mafia zu erhalten. Das Treffen verläuft sehr unterkühlt. Maya ist enttäuscht von dem Fremden, der ihr Vater ist, und versucht auf eigene Faust Ermittlungen durchzuführen.

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Fangen wir mal mit dem Etikettenschwindel an. Der Film heißt im Original „Mains armées“ (Bewaffnete Hände), hat also so rein gar nicht mit dem deutschen Titel „Point Blank – Bedrohung im Schatten“ zu tun. Das „Point Blank“ am Anfang soll den Zuschauer wohl glauben machen, hierbei würde es sich um die Fortsetzung des Action-Reißers „Point Blank – Aus kurzer Distanz“ (Besprechung hier) handeln. Doch bis auf den Hauptdarsteller Roschdy Zem, der auch in dem deutlich actionlastigeren „Vorgänger“ dabei war, haben beide Filme nichts miteinander gemein. Schade, dass sich der deutsche Verleih für diesen kleinen Marketing-Trick entschieden hat, denn das tut dem Film, aufgrund der falsch geweckten Erwartung, nicht gut. „Point Blank – Bedrohung im Schatten“ ist ein sehr ruhiger, langsamer Film, der allzu große Aufgeregtheit vermeidet. Zwar gibt es hier und dort kurze Actionszenen, doch diese werden ohne große Effektheischerei umgesetzt. Einmal wird sogar kurzerhand auf eine klassische Verfolgungsjagd verzichtet, da die Polizisten unschuldige Passanten nicht gefährden wollen.

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Überhaupt legt der Film einen seiner Schwerpunkte auf die oftmals zähe und frustrierende Polizeiarbeit. Der andere kreist um die Einsamkeit des Helden, dem von Roschdy Zem gespielten Veteranen und Chef einer Sondereinheit, und dessen gestörtem Verhältnis zu seiner Tochter. Immer wieder wird die selbst gewählte Einsamkeit Lucas’ thematisiert und in symbolischen Bildern festgehalten. Seine Unfähigkeit über den Beruf hinaus mit anderen zu kommunizieren, ist eines der Leitthemen des Filmes. Unter dieser gestörten Kommunikation leidet vor allem seine Tochter, die von Leïla Bekhti zwar lebendig, aber leider auch etwas zu stereotyp dargestellt wird. Dass die Chemie zwischen den Darstellern Roschdy Zem und Leïla Bekhti nicht stimmt, passt zwar gut zur Handlung, doch die Geschichte der um die Anerkennung des fremden Vaters buhlenden und sich dabei selbst zerstörenden Tochter ist so plakativ ausgefallen, dass man recht schnell das Interesse an der Figur der Maya verliert. Leider kann Leïla Bekhtis Darstellung, trotz bestem Bemühen, den Zuschauer auch nicht bei der Stange halten.

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Die Inszenierung ist durchaus sehr solide und unauffällig. Regisseur Pierre Jolivet verzichtet auf drastische Szenen (bis auf einen wirklich schockierenden und realistisch dargebotenen Tod eines Mitgliedes aus Lucas’ Truppe) und bewegt sich filmisch auf dem Niveau einer gehobenen „Tatort“-Episode. Ob dies nun als Kompliment oder Kritikpunkt aufzufassen ist, bleibt dem Leser überlassen. Auch die schauspielerische Leistung bewegt sich in diesem Rahmen. Wobei Roschdy Zem als stoischer, wortkarger und ganz auf den Beruf reduzierter Lucas Scali auch keine großen Anstrengungen unternimmt, als allein durch seine ausdrucksstarkes Gesicht und seine Präsenz einen guten Eindruck zu macht. Alle Anderen werden eher schablonenhaft gezeichnet. So verwundert es auch nicht, wenn sich der Chef von Mayas Gruppe schnell als korruptes Dreckschwein herausstellt, der mit Maya eine Affäre hatte. Dies erkennt man schon, wenn er das erste Mal das Bild betritt. Marc Lavoine spielt diesen Typen zwar herrlich unsympathisch, aber auch völlig überraschungsfrei.

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Ein großer Pluspunkt ist die Musik. Diese dröhnt langsam und trance-ähnlich vor sich her und verpasst dem Film von Anfang an eine depressiv-bedrohliche Stimmung. Selbst die wenigen Actionszenen werden mit dieser, nur auf den erste Blick unpassenden, Musik unterlegt. Dies hat den reizvollen Effekt, dass man sofort mit den handelnden Figuren mitfiebert, da sich musikalisch stets ein tragisches Ende ankündigt. Hier und dort werden dann noch Songs des Musikers Sacha Di Manolo eingestreut. Ob dies marketingtechnische Gründe hat oder einer besonderen Vorliebe des Regisseurs entspringt, mag dahingestellt sein. Immerhin fügen sich die Songs gut in das Gesamtwerk ein und die aggressive Bewerbung stört so auch nicht.

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„Point Blank – Bedrohung“ ist ein ruhiger und unspektakulärer Polizeifilm. Quasi der Gegenpol zu dem actiongeladenen „Point Blank – Auf kurze Distanz“, auf den im deutschen Titel angespielt wird. Die Inszenierung ist solide auf bestem TV-Niveau. Die Geschichte ist nicht uninteressant, doch einige zu plakativ erscheinende Stereotypen stören die Begeisterung etwas.

Die Bildqualität ist wieder einmal sehr gut. Gleiches gilt für den Ton. Als Extra enthält die DVD eine mehr als einstündige Dokumentation über die Dreharbeiten.

 

DVD-Rezension: “Die Koch Media Italowestern-Enzyklopädie No. 1″

Von , 16. April 2013 11:08

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Nach etlichen Verschiebungen ist sie nun endlich da: Die seit langem angekündigte „Koch Media Italowestern Enzyklopädie Vol. 1“. Vor kurzem hat Koch Media ja schon mal einen Schwung Italowestern unter dem Label „Western Unchained“ auf den Markt geworfen. Darunter einige Repacks aus der legendären „Italowestern“-Reihe, aber auch einige interessante DVD-Premieren. In der „Italowestern Enzyklopädie“ werden nun ausschließlich Erstveröffentlichungen präsentiert. Zwar wurden „Amigos“ und „Shamango“ in der Vergangenheit auch von anderen Labels veröffentlicht, allerdings nur in gekürzter Form.

Hier liegen alle Filme im richtigen Bildformat und ungekürzt vor. Wie bei der „Giallo“-Box aus demselben Haus, verwundert es etwas, dass die Bildqualität nicht den hohen Standards entspricht, die Koch Media in der Vergangenheit an den Tag gelegt hat. „Schweinehunde beten nicht“ sieht sehr „gebraucht“ aus und stammt scheinbar von einer sichtbar alten 35mm Rolle. Das Bild von „Drei Halunken und ein Halleluja“ ist sehr grobkörnig und wirkt bei Aussenaufnahmen zum Teil etwas milchig. Dies kann aber durchaus auch am bei der Produktion des Filmes verwendeten Filmmaterial liegen. „Shamango“ wirkt nicht unbedingt gestochen scharf und auch etwas milchig. Am besten schneidet „Amigos“ ab. In Sachen Extras befinden sich die Veröffentlichungen aber auf dem gewohnt guten Niveau, für das Koch Media bekannt ist.

 

Schweinehunde beten nicht  (I vigliacchi non pregano, 1969)

Der Ex-Soldat Brian (Gianni Garko) kehrt nach dem Bürgerkrieg heim zu seiner Frau. Doch das Glück währt nicht lang. Ein Trupp Nordstaatler überfällt sein Haus, vergewaltigt und tötet seine Frau und lässt den halbtot geschlagenen Brian in der brennenden Ruine zurück. Der zufällig vorbeikommende Daniel (Ivan Rassimov alias „Sean Todd“) rettet ihn. Gemeinsam Weiter lesen 'DVD-Rezension: “Die Koch Media Italowestern-Enzyklopädie No. 1″'»

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