DVD-Rezension: “Die Brut des Teufels“

Von , 22. Februar 2017 06:34

In „King Kong gegen Godzilla“ wurde der Riesenroboter MechaGodzilla vom Original zerstört und seine Einzelteile im Meer verstreut. In „Die Brut des Teufels“ macht sich zunächst ein japanisches U-Boot auf, diese Teile zu bergen. Doch die Mission endet jäh, als das U-Boot von einem geheimnisvollen Monster zerstört wird. Interpol-Agent Murakoshi (Katsumasa Uchida) und Biologe Ichinose (Katsuhiko Sasaki) hegen den Verdacht, dass hinter dem Unglück der Titanosaurus stecken könnte. Ein Fabelwesen, welches einst von Wissenschaftler Mafune (Akihiko Hirata) entdeckt wurde. Was keiner weiß: Da ihm damals niemand glauben wollte, macht Mafune nun gemeinsame Sache mit den Außerirdischen, deren Invasionsversuch im vorherigen Film von Godzilla vereitelt wurde. Nun steht ihnen aber außer einem neuen MechaGodzilla auch noch der Titanosaurus für ihre finsteren Pläne zur Verfügung. Dieser wird von Mafunes Tochter Katsura (Tomoko Ai) gesteuert wird. Kann Godzilla wieder einmal die Erde Erde retten?

Eine gewisse Melancholie erfasst einen, wenn man „Die Brut des Teufels“ anschaut. Was natürlich nicht vom Film induziert wird. Der ist wie fast immer ein Garant für gute Unterhaltung. Doch es ist das Ende eine Ära. Auch wenn dies zum Zeitpunkt seiner Entstehung noch niemand ahnen konnte. Nach dem durchaus erfolgreichen „King Kong gegen Godzilla“ kehrte der große Ishirō Honda auf den Regiestuhl zurück. Honda hatte 1954 den ersten „Godzilla“-Film inszeniert und blieb der Serie nicht nur bis Ende der 60er treu, sondern bracht noch zahlreiche andere Kaijū-Klassiker wie „ Die fliegenden Monster von Osaka“ (mit dem Flugsaurier Rodan), „Mothra bedroht die Welt“ (mit der gleichnamigen Riesen-Motte) oder „ Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ auf den Weg. 1970 hatten Honda mit „Monster des Grauens greifen“ an seinen bis dahin letzten Spielfilm gedreht. Für „Die Brut des Schreckens“ wurde er fünf Jahre später noch einmal zurückgeholt. Es sollte sein letzter eigenständiger Spielfilm bleiben. In den 80er und 90er Jahre arbeitete er ausschließlich als enger Mitarbeiter seines guten Freundes und Kollegen Akira Kurosawa.

Als eigentlich recht geschickten Schachzug brachten die Produzenten gleich noch MechaGodzilla wieder zurück. Jenes Monster, dass beim letzten Film so gut eingeschlagen hatte. Alle Zeichen standen also auf Erfolg. Doch die Rechnung ging nicht auf. Die große Zeit der Kaijū war vorbei. Daran konnten auch Godzilla, sein Schöpfer Ishirō Honda und der MechaGodzilla nichts ändern. Der Sinn der Leute stand nach härterem Stoff und nicht den kindlichen Freuden endloser Prügeleien zwischen Männern in Monsterkostümen. Selbst der Gag, das Drehbuch des Filmes mittels eines landesweiten Wettbewerb zu finden, wodurch die Gewinnerin Yukiko Takayama die einzige weibliche Godzillla-Autorin wurde, half. Der Film sank an der Kinokasse wie ein Stein. Gerade mal 980.000 Besucher wollten den neuen Godzilla-Film sehen. Das war ein neuer Minus-Rekord. Toho stellte daraufhin die Produktion von Monsterfilmen ein. Erst zu seinem 30jährigen Jubiläum sollte Godzilla in „Godzilla – Die Rückkehr des Monsters“ wieder aus der Versenkung auftauchen. Doch da waren dann schon neue Zeiten angebrochen.

„Die Brut des Teufels“ schließt direkt an „King Kong gegen Godzilla“ an. Zwar muss zwischen beiden Filmen einige Zeit vergangen sein – wie anders hätten die Außerirdischen ihren MechaGodzilla wieder zusammensetzen und von Dr. Shinji Mafune eine neue Steuerung einbauen lassen können? – doch die Handlung nimmt tatsächlich, wenn auch oberflächlich – Bezug auf den Vorgänger. Was gut und schlecht ist. Positiv wirkt sich die Rückkehr von MechaGodzilla aus und es ist schön, einmal eine gewisse Kontinuität innerhalb der Reihe zu sehen. Andererseits ist „Die Brut des Teufels“ quasi ein Remake des vorangegangenen Films, der sich ja auch schon kräftig in der Geschichte der Reihe bediente. So ist es wieder eine Invasion von Außerirdischen, die die Erde bedroht. Wieder bemächtigen sie sich eigentlich harmloser Monster und verwandeln sie in Berserker. Wieder werden Wissenschaftler entführt. Wieder taucht Godzilla aus dem Nichts auf, um den Tag zu retten. Alles wie gehabt und schon etwas zu oft gesehen. Kein Wunder, dass sich beim Publikum gewisse Ermüdungserscheinungen einstellten.

Dabei gibt sich Honda alle Mühe, die Reihe wieder auf einen neuen, alten Kurs zu bringen. Das quietschbunte der Jun-Fukada-Filme ist passé. Zwar versprüht MechaGodzilla noch immer vielfarbige Feuerstrahlen, aber der Look des Filmes ist eher sachlich trist. Gedeckte, blasse Farben herrschen vor und passen gut zu dem ernsthaften Ton, den Honda anschlägt. Wobei „ernsthaft“ selbstverständlich relativ gesehen werden muss. Die Geschichte ist noch immer hanebüchen und beste Sonntagnachmittag-Kater-Unterhaltung. Aber auf einen kindlichen Helden oder Slapstickeinlagen wurde erfreulicherweise verzichtet. Dafür gibt es einige Szenen, die man so zuvor noch in keinem Godzilla-Film gesehen hat. Sei es, dass jemand von blutigen Einschüssen förmlich durchsiebt wird oder – ein absolutes Novum! – kurz nackte Brüste zu sehen sind. Diese sind zwar offensichtlich aus Plastik, aber immerhin.

Für dies Konzentration auf eine erwachsenere Science-Fiction-Thriller-Handlung zahlt der Zuschauer dann aber auch einen Preis. Lange muss er warten, bis die Monster endlich ihre großen Auftritte haben. Das neue Ungetüm, Titanosaurus darf zwar schon zu Anfang sein hübsch-hässliches Seepferdchen-Haupt erheben, der Hauptdarsteller Godzilla (abgesehen von einem rasanten Zusammenschnitt des finales Kampfes aus „King Kong gegen Godzilla“, welcher die Brücke zwischen beiden Filmen schlägt) schaut allerdings erst vorbei, als der Film schon die Hälfte seiner Spielzeit hinter sich hat. Dann steht der große Grüne plötzlich mitten auf dem Kampffeld und gibt den beiden fremdgesteuerten Bösewichten saures. Dieses ausufernde Gekloppe geht dann auch bis zum Ende des Filmes, immer wieder unterbrochen und aufgelockert durch die Aktionen der menschlichen Darsteller, die versuchen, die außerirdische Invasion mit konventionellen Mitteln wie aus dem Agentenfilm zurückzuschlagen. Da kommt dann keine Langeweile auf und der Film steuert flott seinem Ende – und damit dem Ende der ersten Staffel zu. Und wenn am Ende Godzilla einsam in den Sonnenuntergang schwimmt, hat der Fanboy eine kleine Träne im Augenwinkel. Das Ende einer Ära.

Mit „Die Brut des Teufels“ endet die sogenannte Showa-Staffel mit den klassischen Godzilla-Filmen. Zudem ist es der letzte Spielfilm des Godzilla-Schöpfers und legendären Kaiju-Regisseurs Ishirō Honda. Dieser lenkt die Reihe wieder in ernsthaftere Bahnen, was die Reihe aber nicht vor dem Absturz an der Kinokasse und dem vorläufigen Exitus bewahren konnte. Schade, denn der gerade in der zweiten Hälfte sehr temporeiche Film liefert wieder gute Monsterunterhaltung und entfernt sich deutlich von der zuvor Einzug gehaltenen Infantilisierung.

Wie schon in den vorherigen Veröffentlichungen ist die neue Ausgabe der Kaiju-Klassiker von Anolis vorbildlich und ein großer Quell der Freude für den Fan japanischer Monsterfilme. Wie gehabt liegen auf zwei DVDs liegt sowohl die deutsche, als auch die japanische Fassung des Filmes vor. Die Bildqualität ist gut und übertrifft die vorheriger Veröffentlichungen bei weitem. Der Ton liegt auf deutsch und japanisch vor. Bei den Extras gibt es diesmal „nur“ zwei statt drei Audiokommentare. Den einen bestreiten Florian Bahr und Label-Chef Ivo Scheloske. Beim zweiten Audiokommentar haben Jörg Buttgereit und Alex Iffländer hörbar viel Spaß und pfeffern sich Anekdoten rund um Godzilla, Kaiju-Filme und ihre eigenen Erlebnisse mit eben jenen um die Ohren. Weitere Extras sind die alte Super-8-Fassung des Filmes (schön, dass das wieder mit an Bord ist), der deutsche und der japanische Trailer, Werbematerial und eine ausführliche Bildergalerie. Auch sehr schön ist wieder das informative 20-seitge Booklet von Ingo Strecker geworden, welches auch den zweiten Teil des Interviews von Jörg Buttgereit mit dem Spezialeffekte-Mann Teruyoshi Nakano, dem Schöpfer von Mecha-Godzilla, enthält.

Das Bloggen der Anderen (20-02-17)

Von , 20. Februar 2017 20:16

bartonfink_type2– Natürlich geht es mit der Berlinale los. DAS Thema in dieser Woche in den Blogs. Da freue ich mich doch, dass der Spuk seit Samstag wieder vorbei ist. Die meisten Blogger haben auch schon ihr Fazit gezogen. So wie schwanenmeister auf Negative Space  und Martin Gobbin auf Negative. Rainer Kienböck berichtet auf Jugend ohne Film u.a. über Sally Porters „The Party“ mit dem er ein großes Problem hatte. Demgegenüber ist Michael Sennhauser von Sennhausers Filmblog sehr viel begeisterter von „The Party“. Für mich sehr viel spannender klingt allerdings sein Text über „Tiere“ von Greg Zglinsk. Bei Daumenkino hat Philipp Baumgartner den Berlinale-Gewinner „Of Body and Soul“ gesehen, Philipp Deny Michael Glawoggers letzten Film „Untitled“.  Auf critic.de schreiben Studierenden des Seminars „Schreiben über Film – Berlinale 2017“ (Stiftung Universität Hildesheim) und Nino Klingler macht sich Gedanken über die auf der Berlinale gezeigten Kurzfilme. Kilian Kleinbauer ist für Cereality dabei und mag insbesondere Sabus neuen Film „Mr. Long“.

– Neben der Berlinale gab es ja noch die „Woche der Kritik“ in Berlin. Nino Klingler antwortet auf critic.de auf einen Spiegel Online-Artikel anlässlich dieser Veranstaltung, welcher ihm nach seinen Worten eine „Nähe zu faschistischem Denken“ unterstellt. Viktor Sommerfeld von Jugend ohne Film moniert, dass im Anschluss von „Aroused by Gymnopedies“ nicht die wichtigen Fragen gestellt wurden.

– Ekkehard Knörer hat nach rund 600 Texten mal eine neue Erfahrung gemacht: Die taz will sein Gespräch mit Josef Hader nicht drucken. Das Argument: Es sei zu rezensiv. Dann hat er es eben bei cargo online gestellt.

– Lucas Barwenczik fragt sich auf B-Roll: „Kann das Kino noch provozieren?“.

– Crew United hat gerade einen Aufruf zu „Faires Filmproduzieren“ veröffentlicht. Was meint faires Filmproduzieren? Was muss in der Branche passieren? Was kann jeder einzelne tun? Welche Rolle spielen die Gewerkschaften? Out takes sprach mit Oliver Zenglein, Co-Founder und Managing Partner von Crew United.

– Marco Mewes hat sich auf Duoscope sehr intensiv mit dem Filmklassiker „King Kong“ auseinandergesetzt und dabei viele spannende Dinge zu Tage gefördert. Der empfehlenswerte Artikel erscheint in zwei Teilen. Der erst (bereits sehr lange) findet sich hier.

– Rochus Wolff empfiehlt auf Kinderfilmblog von ganzem Herzen den schweizer-französischen Animationsfilm „Mein Leben als Zucchini“, dem er ganz fest die Daumen für den Oscar drückt.

– Sebastian von dem Magazin des Glücks hat Dominik Grafs „Offene Wunde deutscher Film“ gesehen und ist weniger begeistert. Er wirft dem Film „inhaltliche Beliebigkeit und erzählerische Verwirrung“ vor. Des weiteren beschäftigt er sich mit der Figur der Mutter bei Hitchcock.

– Wo wir gerade beim deutschen Film sind. Björn Schneider ist auf Filme Welt sehr angetan von dem deutschen Action-Thriller „Volt“, der in einer nahen Zukunft spielt und das Flüchtlingsthema genre-technisch verarbeitet.

– Hoffman setzt sich auf Drei Cineasten sehr kritisch mit, „Sibylle“, dem Abschlussfilm von Michael Krummenacher an der HFF in München, auseinander, der seiner Meinung nach zu einer „reinen Zitatensammlung“ verkommt.

– Wie man es richtig macht, wusste Carl Schenkel Anfang der 80er Jahre, als er die beiden wundervoll kraftvollen Thriller „Kalt wie Eis“ und „Abwärts“ inszenierte. Auch Nicolai Bühnemann von Filmgazette ist rückblickend schwer begeistert. Zu Recht!

– Von Deutschland nach Italien. Udo Rotenberg auf L’amore in città über die Comic-Verfilmung „Isabella – Mit blanker Brust und spitzem Degen“ vom späteren Komöduien-Spezialisten Bruno Corbucci.

– Auf Nischenkino herrscht Giallo-Time! Zunächst geht es um Sergio Martins getarnte Poe-Verfilmung “Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key” mit der göttlichen Edwige. Und dann um den schmierigen Sleaze-Giallo (okay, das ist doppelt gemoppelt) „La Sorella di Ursula“ aka „Die Todesbucht“.

– Christian ist auch Schlombies Filmbesprechungen schwer begeistert von George Pals SF-Klassiker „Die Zeitmaschine“. Da hat er gleich noch eine deutsche TV-Produktion von 1984 mit dem Titel „Die Rückkehr der Zeitmaschine“ ausgegraben, die ihn allerdings nicht so überzeugen konnte, in meinen Ohren aber recht interessant klingt.

– Simon Kyprianou hat für Die Nacht der lebenden Texte Paul Schraders „Dog Eat Dog“ gesehen und meint, „es ist zwar kein wirklich guter Film, aber dafür eine interessante, unterhaltsame und sicher erlebenswerte ästhetische Entgleisung“. Das reicht mir, um den Film sehen zu wollen.

– Auf Der Kinogänger gibt es die „KINOVORSCHAU WINTER/FRÜHLING 2017 (Teil 2)“ (das sind dann März und April).

Das Bloggen der Anderen (13-02-17)

Von , 13. Februar 2017 22:53

bartonfink_type2Lange hat es gedauert, bis ich mich heute endlich an Das Bloggen der Anderen machen konnte. Das Netbook hatte den Geist aufgegeben. Bis der Ersatz da und eingerichtet war, ist so mancher Tag ins Land gegangen. Jetzt erfolgt die Premiere: Der erste Text, den ich in das neue Gerät hacke. Und der würde deutlich kürzer ausfallen, wenn nicht gerade Berlinale wäre und sich die Kollegen dort in Scharen tummeln würden. Trotzdem beginne ich nicht mit der Berlinale, sondern dem Text, der mich in dieser Woche am meisten begeistert hat.

– Manfred Polak hat für Whoknows presents über eine der schillerndsten (und dabei noch immer unbekannten) Figuren des österreichischen Film recherchiert. Frits Fronz hat zwischen 1967 und 1972 fünf Sexfilme inszeniert und nebenbei ein solch unglaubliches Leben geführt, dass Manfreds Artikel ganz ohne den Regisseur Frits Fronz auskommt.

Martin Gobbin führt für Negativ ein Festivaltagebuch. schwanenmeister ist für Negative Space dabei. Rainer Kienböck hat für Jugend ohne Film beim Forum Expanded vorbeigeschaut. Auch das Daumenkino hat seine Autoren nach Berlin geschickt. Kilian Kleinbauer berichtet für Cereality über den Eröffnungsfilm „Django“ (leider nicht DER Django, sondern „nur“ sein Namensgeber). Aus der Schweiz ist Thomas Sennhauser von Sennhausers Filmblog zu Gast, der u.a. ebenfalls den Eröffnungsfilm sah. Michael Kienzl hat für critic.de die restaurierte Fassbinder-Serie „Acht Stunden sind kein Tag“ gesehen und treibt sich in dem marokkanischen Filmemachern gewidmeten Berlinale-Forum herum. Sebastian von Nischenkino ist auch dabei und hat auf der Berlinale die digitale Restaurierung eines Klassikers geschaut: Den oft als einer der besten koreanischen Filme gefeierten „Obaltan“.

– Neben der Berlinale gibt es in diesen Tagen noch einige ergänzende oder Gegen-Aktivitäten. So berichtet Viktor Sommerfeld für Jugend ohne Film von der „Woche der Kritik“ und auf out takes führt Peter Hartig ein – wie ich finde – sehr erhellendes Interview mit Paul Andexel und Mark Wachholz, die die sogenannte Genrenale als Antwort auf die – in ihren Augen- Genrefeindlichkeit der Berlinale und der deutschen Institutionen ins Leben gerufen haben.

– Auf B-Roll findet sich ein ziemlich toller Artikel von Joachim Kurz über den Stop-Motion-Puppen-Animationsfilm mit vielen Videobeispielen. Andreas Köhnemann ärgert sich über Trailer, die völlig falsche Erwartungen an den Film wecken. Und Patrick Holzapfel hat einen langen und interessanten Artikel über den Status des rumänischen Kinos verfasst.

– Morgen Luft war in „The Salesman“ von Asghar Farhadi und hat sich auf Cinematographic Tides darüber viele kluge Gedanken gemacht und Hintergründe recherchiert.

– Filmkritiker Rüdiger Suchsland hat seinen Dokumentarfilm „Von Caligari bis Hitler“ mit „Hitlers Hollywood“ fortgesetzt. Ronny Dombrowski von cinetastic hat den Film gesehen und fand ihn sehr interessant. Für mich auch ein Pflichtprogramm, wobei ich den ersten Teil noch nachholen muss.

– Bianca Mewes von Duoscope hat sich „Jackie“ angesehen und ist begeistert. Wobei sie den Film weniger als klassisches Bio-Pic, sondern vielmehr als faszinierendes Psychogramm einstuft, wie sie ausführlich darlegt.

– cutrin von filmosophie ist überwältigt von Paul Verhoevens „Elle“ und findet es skandalös, dass der Film bei den Oscar-Nominierungen übergangen wurde.

– Nach langer Zeit gibt es mal wieder ein Lebenszeichen von Die seltsamen Filme des Herrn Nolte. Sascha ist sehr positiv von Stefano Sollimas Mafia-Thriller „Suburra“ überrascht worden und stellt fest, dass der Sohn mühelos in die großen Fußstapfen seines legendären Vaters tritt.

– Shah Rukh Khan gibt in seinem neuen Film „Raees“ den harten Gangster. Und das macht er sehr gut, wie überhaupt der ganze Film sehr zu empfehlen ist, wie Michael Schleeh von Schneeland findet.

– Dass Herbert Reinecker keine unproblematische Vergangenheit im dritten Reich hatte, war mir bekannt.Weniger, dass einer der „Derrick“- und „Der Alte“-Stammregisseure ebenfalls stark in die Propagandamaschine eingespannt war. 1944 drehten beide den Hitlerjugend-Propagandafilm „Junge Adler“, in dem Hansjörg Felmy die Hauptrolle spielte und der blutjunge Hardy Krüger eine Nebenrolle. Udo Rotenberg hat sich auf Grün ist die Heide seine Gedanken zum Film gemacht.

– Werner Sudendorf schreibt auf new filmkritik über G.W. Pabst eher unbekannten und nicht besonders wertgeschätzten Film „Das Bekenntnis der Ina Kahr“.

– Christian gesteht auf Schlombies Filmbesprechungen, dass er erstmals Argentos „Vier Fliegen auf grauem Samt“ sah und nicht wusste, dass da Bud Spencer mitspielt. Am Ende war er dann aber schwer begeistert.

– Und totalschaden von Splattertrash widmet sich eines meiner Lieblings-Bavas „Der Teuflische“. Leider ist er nicht ganz so hingerissen von diesem surrealistischen Meisterwerk wie ich.

Das Bloggen der Anderen (06-02-17)

Von , 6. Februar 2017 22:41

bartonfink_type2– Die Berlinale wirft ihren langen Schatten voraus. Auf critic.de stellt Philipp Schwarz die Filme der Perspektive Deutsches Kino vor. Und die critic.de-Autoren haben sich auch schon mal im Forum, Panorama und der Perspektive Deutsches Kino umgesehen, welche Filme man sich nicht entgehen lassen sollte.  Ferner gibt es ein Interview mit Philip Scheffner über seinen experimentellen Dokumentarfilm „Havarie“, der ebenfalls auf der Berlinale zu sehen ist.

– Es gibt Dinge, die mir gestandenem Mann wirklich die Tränen in die Augen treiben. Z.B., dass ich aus familiären Gründen nicht am 3. Mondo Bizarr Weekender in Düsseldorf teilnehmen konnte, so dem viele meiner guten Deliria-Italiano- und Weird-Xperience-Freunde und Blogger-Kollegen aufgebrochen waren. Abgesehen von den Filmen, hätte ich den haufen auf gerne wiedergesehen und neue Leute kennengelernt. Na ja, so bleibt mir erst einmal nur, Oliver Nödings Besprechungen der dort gezeigten Filme auf Remember It For Later zu lesen. Sachen wie „Kara Murat: Seine Rache ist der Tod“ oder „X3000 – Fantome gegen Gangster“. Hach. Na, nächstes Jahr gucke ich mal, dass ich dabei bin. Die Kinder werden ja auch größer.

– Udo Rotenberg beschäftigt sich auf seinem tollen Blog L’amore in città diesmal mit dem Film „China ist nahe“, den Marco Bellocchio 1967 inszenierte und der auf die Liste der „100 Film italiani di salvare“ (100 zu bewahrende italienische Filme) geschafft hat.

– Nicolai Bühnemann schwärmt auf Filmgazette von Roger Fritz Regiedebüt „Mädchen, Mädchen“, welchem er ohne mit der Wimper zu zucken 10 von 10 Punkten gibt. Da führt dann wohl kein Weg an dem Kauf der Scheibe vorbei.

– Ein ganz anderes Regie-Debüt ist der von dem Sam-Peckinpah-Experten Mike Siegel als Amateur-Spass-Projekt entstandene und später mit Crowdfunding-Mittel zu Ende gebrachte und aufpolierte „Pendechos!“, den Sebastian von Nischenkino sehr amüsant findet.

– Alex Klotz hat mit 17 Jahren den TV-Zweiteiler „Ein Unding der Liebe“ bei seiner urspünglichen Ausstrahlung im ZDF gesehen, und er hat sich ihm deutlich eingebrannt. Warum führt er reich bebildert auf Hard Sensations aus.

– Der Filmemacher Christoph Hochhäusler hat auf seinem Blog Parallel Film viele interessante Dinge über Max Ophüls und dessen Film „Madame de…“ zu sagen.

– Lucas Barwenczik schreibt auf B-Roll über die Rolle der Musik im Film und wie sie richtig oder falsch eingesetzt wird. Und Alexander Matzkeit bricht eine Lanze für die sogenannten „Journeyman“. Regisseure, denen es gelingt, riesige Produktionen trotz höchstem Zeitdruck, einer enormen logistischen Herausforderung und Chaos hinter den Kulissen zusammenzuhalten, ohne dabei selber einen großen künstlerischen Anspruch zu hegen.

– Patrick Holzapfel macht sich auf Jugend ohne Film Gedanken darüber, dass Filme immer mehr auf reines Freizeitvergnügen reduziert werden und es darüber hinaus keine gesellschaftliche Bedeutung mehr besitzten.

Wer hat den Erotikfilm „Laura“ gedreht? War es der italienische Produzent Ovidio G. Assonitis oder „die echte“ Emmanuelle Arsan? Oder deren Ehemann, der Diplomat Louis-Jacques Rollet-Andriane, der angeblich auch der wahre Auor der „Emmanuelle“-Bücher ist? Dieser und anderen Fragen spürt Christian Genzel auf seinem Blog Wilsons Dachboden nach.

– Über den radikalen philippinischen Punk-Filmer Khvan habe ich hier schon häufiger geschrieben und Artikel über ihn verlinkt. Michael Schleeh hat sein neustes Werk „Alipato – The Brief Life of an Ember“ gesehen und diesem auf Schneeland einen längeren Eintrag gewidmet.

– Der Zombie-Film „The Girl with All the Gifts“ hat ihm Netz einige positve Wellen geschlagen. Auch Volker Schöneberger von Die Nacht der lebenden Texte ist diesem frischen Blicks eines mittlerweile doch sehr ausgelutschten Themas sehr angetan.

– Ich kann mich noch gut daran erinnern, als die ganzen „Planet der Affen“-Filme im Fernsehen (ZDF?) liefen. Besonders gut hatte mit der eher humorvolle und schwer unterhaltsame dritte Teil „Flucht vom Planet der Affen“ gefallen. Christian gibt das auf Schlombies Filmbesprechungen sehr gut wieder. Auch seinen Worten zum vierten Teil „Eroberung vom Planet der Affen“ kann ich mich aus der Erinnerung her anschließen.

Filmbuch-Rezension: Markus Stiglegger “Grenzkontakte“

Von , 3. Februar 2017 15:55

Stiglegger, Stiglegger, Stiglegger… In den letzten paar Jahren ist dieser Name omnipräsent geworden, wenn man sich für die Welt des „unterschlagenen Films“ (Copyright by Splatting Image) interessiert. Man hat beinah das Gefühl, es gäbe in diesem Bereich keine einzige Veröffentlichung mehr, die ohne einen Audiokommentar, ein Booklet und/oder Videoessay von dem Professor für Fernsehen und Film an der Dekra Hochschule für Medien in Berlin auskommt. Was – wenn man mal die einschlägigen Foren querliest – bei einer bestimmten Klientel schon zu Überdruss und einer gewissen genervten Müdigkeit führt, die sich nicht selten in unsachliche und persönlich angreifende Kommentare niederschlägt. In dieser Phase höchster Produktivität ist nun das Buch „Grenzkontakte“, eine „Liebeserklärung an das Kino und die Filmkunst“ erschienen.

Im Gegensatz zu Stiggleggers sonstigen Veröffentlichungen, die zumeist im wissenschaftlichen Feld angesiedelt sind, kann man hierbei fast schon von „Stiglegger for the masses“ sprechen. Was in keinerlei weise despektierlich gemeint ist. Im Gegenteil, Stiglegger gelingt es ausgezeichnet, den aufgeschlossenen Filmfreund, der keine kulturwissenschaftliche Ausbildung genossen hat, an die Hand zu nehmen und in sehr gut lesbaren und trotzdem anspruchsvollen Texten an die Grenzen der filmischen Erfahrung, und darüber hinaus zu führen. Dabei hilft es sicherlich, dass einige Texte von vornherein als Booklet-Essays konzipiert waren. Zumindest sind die Schriften über Michael Manns „Thief“ und Abel Ferraras „Blackout“ identisch mit denen, die man in den entsprechenden Veröffentlichungen von OFDb Filmworks bzw. filmArt findet. Man kann wohl davon ausgehen, dass auch andere Texte in diesem Buch ein zweites Leben erhalten haben. Schließlich hat Stiglegger für die deutschsprachige Heimkino-Veröffentlichungen vieler in „Grenzkontakte“ vorgestellten Filme ebenfalls das Booklet geschrieben.

Was aber auch nicht schlimm ist, da nur die Allerwenigsten all diese Veröffentlichungen Zuhause im Regal stehen haben dürften. So ist „Grenzkontakte“ auch ein wunderbarer Querschnitt durch Stigleggers populäres Schaffen der letzten Jahre. Der Natur der Sache ist es da geschuldet, dass die einzelnen Kapitel unterschiedlich lang und von unterschiedlicher analytischer Tiefe sind. Der Auftakt, ein ausführliches Portrait des italienischen Maestros Mario Bava, verschafft dem Leser einen großartigen Überblick über dessen Schaffen und seine filmgeschichtliche Bedeutung. Wer sich bereits eingehend mit Bava beschäftigt hat, wird allerdings nicht allzu viel Neues entdecken. Ganz anders Stigleggers wundervoller Text über „Der Nachtportier“, der den Film von ganz unterschiedlichen Seiten eingehend beleuchtet, um ihn hochspannend und nachvollziehbar zu analysieren. Sehr berührt hat mich der fast schon zärtliche Text über einen meiner großen Helden, Andrzej Zulawski, der den Abschluss der Filmtexte bildet und einen würdigen Nachruf (auch wenn dies zur Zeit des Verfassen noch nicht absehbar ist) auf einen der ganz großen Meister der Filmkunst darstellt. Unbedingt lesenswert sind auch seine Anmerkungen zum existenzialistischem Kino eines Bruno Dumont, seine Annährungen an Roland Topors „Marquis“ oder seine Überlegungen zu Ryu Murakamis „Tokyo Decadence“, um nur einige herauszugreifen.

Am Ende des Buches steht dann noch ein Interview, welches Kai Naumann per Email mit Markus Stiglegger führte. Da beide gut befreundet ist, ist dies eine nette Plauderei, bei der Kai Naumann mehr oder weniger die Stichwörter liefert, die Markus Stiglegger Raum geben, um von seinen ersten Filmerfahrungen in der Kindheit, seinen vielzähligen Unternehmungen und seinen (durchaus beeindruckenden) Leistungen zu berichten. Alles in allem ist „Grenzkontakte“ genau das, was der Untertitel verspricht. Eine Exkursion ins Abseits der Filmgeschichte. Mit einem überaus kompetenten Reiseleiter, von dem man sich nur allzu gerne in das Unbekannte da draußen hinaus ziehen lässt.

Markus Stigelegger “Grenzkontakte – Exkursionen ins Abseits der Filmgeschichte, Martin Schmitz Verlag, 240 Seiten, € 17,80

Das Bloggen der Anderen (30-01-17)

Von , 30. Januar 2017 21:21

bartonfink_type2– Das große Helden-Sterben geht weiter. Letzte Woche erwischte es den großen John Hurt, der so manchen auch durchschnittlichen Film mit seiner Gegenwart adelte. Der Kinogänger hat auf den Schauspieler, der so viel mehr als nur das erste Opfer des Alien war, einen schönen Nachruf verfasst.

– Im November haben wir im Rahmen unserer Bremer Filmreihe Weird Xperience den mexikanischen Film „We are the Flesh“ gezeigt und dieser hat so einige unserer Zuschauer leicht verstört. Warum dem so war, kann man auch bei Bluntwolfs Besprechung auf Nischenkino erahnen.

– Demnächst wollen wir dann vielleicht „The Eyes of my Mother“ zeigen, den Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de recht lobt.

– Gerade auf Kinotournee ist er in guten und engagierten Programm- und Kommunalkinos gewesen: Das 165-minütige Mammutwerk „Marketa Lazarová“, welches als bester tschechischer Film aller Zeiten gilt (und das soll schon was heißen). Wolfgang Nierlin schreibt auf Filmgazette darüber. In Bremen lief der Film übrigens nicht.

– Wie einige ja wissen, bin ich nun schon seit längerer Zeit beim Printmagazin „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ aktiv. Daher freue ich mich ganz besonders, dass Hans Helmut Prinzler von unserer ersten Buchpublikum „Victor Sjöström – Film Can Be Art“ von Jens Dehn sehr angetan ist.

– Kaum ein Filmemacher polarisiert so sehr wie M. Night Shyamalan. Von denen einen als „One-Trick-Pony“ abgetan, von den anderen als konsequenter Auteur bewundert. Bianca gehört ganz entschieden zum zweiten Lager und begründet auf Duoscope ausführlich, warum dies so ist. Ich mag Shyamaan ja auch gerne (insbesondere “Unbreakable“), habe allerdings seit „Signs“, der mir damals – glaube ich – als einziger im Kinosaal gefiel, keinen Film mehr von ihm gesehen. Nach Biancas Text, habe ich aber Lust, dies zu ändern.

– Wer einmal einen Blick in die oscar-nominierten (oder auch nur generell für die Oscars eingereichten) Drehbücher werfen möchte, findet auf Digitale Leinwand entsprechende Links.

– Anna Wollner hat auf B-Roll ein Interview mit Mel Gibson über dessen neues Regie-Werk „Hacksaw Ridge“ geführt. Da liest man dann solche Sachen wie: „Man kann gar nicht anders als Krieg zu verabscheuen. Aber man muss den Krieger verehren. Die Leute, die für uns in die Schlacht ziehen.“  Sonja Hartl schreibt über „Spoiler“, und warum man sich da nicht so sehr drüber aufregen sollte. Was sicherlich nicht bei allen auf Zustimmung stößt. Und Simon Hauck und Joachim Kurz berichten vom Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken. U.a. über „Die Reste meines Lebens“ von Jens Wischnewski und dem Dokumentarfilm „Ohne diese Welt“ von Nora Fingscheidt.

– Michael Sennhauser von Sennhausers Filmblog ist derweil auf den 52. Solothurner Filmtagen unterwegs, wo er u.a. den sich sehr interessant anhörenden „Miséricorde“ von Fulvio Bernasconi.

– Auf Hard Sensations haben die Redakteure noch ihre Bestenlisten für 2016 abgeben. Ziemlich exzessiv und – bis auf Sebastian Selig – leider auch wieder vollkommen kommentarlos. Sebastian Selig hat auch eine wunderbar schwelgerische Ode auf den österreichischen Thriller „Die Hölle – Inferno“ verfasst. Und Silvia Szymanski hat es endlich geschafft, einen ausführlichen Bericht über das 3. Terza Visione zu schreiben, das vom 1. bis 3. April 2016 in Nürnberg stattfand. Und – natürlich – hat sich das lange Warte gelohnt und macht neugierig auf die vierte Ausgabe, die wohl im Juli stattfindet.

– Das Terza Visione stammt ja aus dem Kreis, der auch die Hofbauer-Kongresse auf die Beine stellt. Und eben dort sah Udo Rotenberg Rolf Olsens Komödie „Heubodengeflüster“, über die er auf Grün ist die Heide schreibt: „“Heubodengeflüster“ ist gleichzeitig Heimatfilm, Polit-Satire, Erotik-Komödie und platter Klamauk. Und liefert ein maßloses Vergnügen.“

– Rainer Kienböck stellt auf Jugend ohne Film die neunundzwanzigste Publikation der Schriftenreihe des Österreichischen Filmmuseums, diesmal zum filmischen Werk von Ruth Beckermann, vor.

– In meiner Kindheit waren die Filme von Harold Lloyd eine Konstante. Denn sie liefen immer Sonntags im gemeinsamen Vormittagsprogramm der ARD und ZDF. Und ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich kurz vor 10 vor dem Testbild saß und darauf wartete, dass das Fernsehprogramm endlich beginnt. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Wie gesagt, Harold Lloyd war damals – zumindest meiner Erinnerung nach – ein fester und von mir sehr geliebter Bestandteil dieser Sonntagvormittage. David schreibt auf Whoknows presents über Lloyds letzten Stummfilm, „Speedy“, der für ihn „sein wahrscheinlich puristischster Film (ist): ein Werk, das die Freude am Geschwindigkeitsrausch und die Glückseligkeit kleiner Momente zelebriert und zum eigentlichen Inhalt macht.“

funxton kümmert sich um zwei Filme des göttlichen David Lynch, die unterschiedlicher nicht sein könnten. „The Straight Story“ und „Mulholland Drive“.

– Christian zeigt sich auf Schlombies Filmbesprechungen (zu recht!) begeistert von Mario Bavas enorm einflussreichen Giallo „Blutige Seide“ und erinnert noch einmal an den zu unrecht fast vergessenen „Amazonen auf den Mond“, den ich auch unbedingt mal wieder anschauen muss.

– Michael Schleeh ist bodenlos enttäuscht von Dante Lams neuen Action-Reißer „Operation Mekong“, was er auf Schneeland näher ausführt.

– Drehbuchautor Robert Hummel erläutert auf out takes sehr plastisch und mit bitterem Humor, weshalb deutsche Filme oftmals so aussehen, wie sie aussehen.

Blu-ray-Rezension: „Im Sumpf des Grauens“

Von , 28. Januar 2017 10:19

Die Krankenschwester Jane Marvin (Beverly Garland) hat die Erinnerung an ihr altes Leben verloren. Unter Hypnose offenbart sie aber zwei Psychiatern eine schier unglaubliche Geschichte. In Wirklichkeit heißt sie Joyce Webster und war mit Paul Webster (Richard Crane) verheiratet. Dieser verschwand jedoch auf der Hochzeitsreise, nachdem er ein geheimnisvolles Telegramm erhalten hatte. Joyce macht sich daraufhin auf die Suche nach ihm. Diese führte sie in die kleine Stadt Bayou Landing, mitten im Sumpfgebiet von Louisiana. Hier kommt sie bald hinter die unheimliche Tragödie, welche Paul dazu zwang, unterzutauchen…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Mit fast 60 Jahren Verspätung haben es die „Alligator People“ (so der Originaltitel von „Im Sumpf des Grauens“) endlich nach Deutschland geschafft. Im Rahmen der Anolis-Reihe „Die Rache der Galerie des Grauens“ wurde dem Film extra eine deutsche Synchronisation spendiert, die sich durchaus hören lassen kann und weit entfernt ist von diversen Schnellschüssen anderer Labels. Für Qualität spricht hier schon der Name des für die Synchronisation zuständigen Autors. Bodo Traber ist nicht nur durch zahlreiche Texte zum Film (wie beispielsweise in der legendären „Splatting Image“), Booklets und Audiokommentare aufgefallen, sondern auch Autor vieler absolut hörenswerter Hörspiele für den WDR. Wer sich beeilt, kann sich noch immer kostenlos seine Co-Produktion mit Jörg Buttgereit, „Fungus – Pilz des Grauens“ legal aus dem WDR-Hörspielspeicher laden. Soviel Liebe und Mühe seitens des veröffentlichenden Labels kann gar nicht genug gelobt werden. Rechtfertigt es aber auch der Film?

Bei „Im Sumpf des Grauens“ handelt es sich um ein klassisches B-Movie, welches bei der Erstaufführung mit „Die Rückkehr der Fliege“ zusammengekoppelt wurde. Ungewöhnlich ist hierbei das Bildformat. „Im Sumpf des Grauens“ wurde in wundervollem Cinemascope gefilmt und erweckt so einen sehr viel „wertigeren“ (schlimmes Marketing-Wort, welches hier aber durchaus passt) Anschein, als ähnlich gelagerte Produktionen. Von der Handlung her orientiert sich „Im Sumpf des Grauens“ dann auch weniger an den preisgünstigen Horrorschockern, sondern ist mehr im Melodram beheimatet. Wenn auch dieses kräftig mit Science Fiction und dem generell zur Schwermut neigenden Monsterfilm durchmischt wird. So ist der nominelle Bösewicht hier auch mitnichten der zum „Alligator Menschen“ mutierende Paul Webster, sondern vielmehr der halb irre Manon, der an einen Sumpf-Ahab erinnert, einen unbändige Hass auf Alligatoren aller Art hegt, seitdem diese ihn seiner Hand beraubten. Doch nicht nur mit Alligatoren hat Manon so seine Probleme, auch sein überschäumendes Libido lässt ihn schon mal die Kontrolle über die guten Manieren verlieren. Demgegenüber ist der Mad Scientist – in reißerischen Filmen vielleicht ein Irrer mit Gottkomplex – hier ein herzensguter Kerl, der seinen Fehler wieder gut machen möchte.

Auch die anderen Figuren entpuppen sich nach und nach als Menschen, die sich umeinander sorgen und nur das Beste wollen. Frieda Inescorts Auftritt als Mrs. Lavinia Hawthorne wird zwar unheilvoll eingeleitet, aber bald schon stellt man fest, dass hier keine dunkle Seele am Werk ist, sondern ein starkes Mutterherz schlägt. Dementsprechend ist auch das „Monster“ ein lieber, fürsorglicher Ehemann, der seine geliebten Ehefrau den Schrecken der Wahrheit ersparen will. Der „Alligator-Mann“ wird von Richard Crane gespielt. Wirkt er in rein menschlicher Gestalt etwas zu grobschlächtig für seine zarte Mitspielerin Beverly Garland, so ist er doch die ideale Wahl für die Mensch-Alligator-Mutation im mittleren Stadium. Die brillante Maske, für die Dick Smith (der berühmt wurde mit seiner Arbeit für „Der Pate“ und „Taxi Driver“ und später einen Oscar für „Amadeus“ erhielt) verantwortlich zeichnet, passt ausgezeichnet zu seiner kantigen Gesichtsphysiognomie. Es ist nicht ganz klar, ob Richard Crane ein großer Schauspieler war, oder ob ihn seine Maske behindert hat. Aber seine Bewegungen haben etwas unbeholfen-schweres, was seine tragische Verwandlung glaubwürdig wirken lässt. Seine Auftritte sind das Highlight des Filmes, auch weil man sich an dem überzeugenden Aussehen des Alligator-Mannes kaum sattsehen kann. Diese stellen sogar noch Lon Chaney Jr.s euphorische Darstellung des Manon leicht in den Schatten.

In der Rolle der Joyce Webster zeigt Beverly Garland eine solide Darbietung. Sie sticht zwar nicht aus den unzähligen, ähnlich gelagerten Protagonistinnen der 50er-Jahre-B-Film-Heldinnen heraus, aber fällt auch nicht negativ aus. Einzig, dass sie für die Rolle etwas zu viel Hollywood-Charme mitbringt, kann ihr angelastet werden. Regisseur-Veteran Roy Del Ruth begann seine lange Karriere bereits 1920 mit komödiantischen Kurzfilmen mit dem heutzutage vergessenen Jack Cooper. „Im Sumpf des Grauens“ war 39 Jahre später sein vorletzter Kinofilm. Er verstarb zwei Jahre später im Alter von nur 67 Jahren an einem Herzinfarkt. Letzteren muss der Zuschauer bei „Im Sumpf des Grauens“ nicht befürchten. Del Ruth lässt ihn ganz unaufgeregt durch seinen Film gleiten, gibt ihm Zeit die schöne und atmosphärische Kameraarbeit von Karl Struss (auch seit 1920 im Geschäft) zu bewundern, und sich von der traumwandlerischen Stimmung tragen zu lassen. Erst zum Schluss gönnt sich Del Ruth ein dramatisches Feuerwerk und einen echten, fertig mutierten Alligator-Mann, der trotz aller Bizarrerie zu keiner Sekunde glaubhaft wirkt. Dieser sieht dann wirklich aus, wie ein Mann im zu engen Overall, was allerdings auch seinen eigenen, dem Film durchaus angemessenen Charme hat.

„Im Sumpf des Grauens“ ist ein kleines, durchaus charmantes B-Filmchen, welches seinen Fokus weniger auf Horror, als auf Melodram legt. Trotzdem werden auch Monsterfilm-Fans ihre Freude an dem sehr solide erzählten Werk haben, denn neben einem sehr präsenten Lon Chaney Jr., ist es besonders das Make Up des langsam immer mehr mutierenden „Alligator-Mannes“, welches im Gedächtnis bleibt und vollends für das eher lustige Aussehen des fertigen Alligatorenmenschen entschädigt.

Die Nummer 5 der „Rache der Galerie des Grauens“ steht seinen Vorgängern in nichts nach. Wieder merkt man die große Mühe, die sich alle Verantwortlichen gegeben haben. Das fängt mit der eingangs erwähnten, sehr gelungenen Synchronisation an (wobei der ebenfalls sehr klare Originalton etwas weniger steril wirkt), und geht mit dem zweifachen Audiokommentar weiter. Den ersten bestreiten Bodo Traber, Ingo Strecker und Alex Iffländer, die auch noch einmal eingehend auf die Synchronisation eingehen. Der zweite wurde – wie bei der Reihe schon Usus – von den Experten Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad, sowie Anolis-Chef Ivo Scheloske eingesprochen. Ferner gibt es noch ein schönes 16-seitiges Booklet mit einem informativen Text von Ingo Strecker. Ansonsten gibt es an Extras noch den amerikanischen Trailer und eine Bildgalerie. Apropos Bild: Das Bild der Blu-ray ist für einen 60 Jahre alten Film schlichtweg atemberaubend. Sehr scharf, mit sehr guten Schwarzwerten, einem tollen Kontrast und dabei kein bisschen künstlich aussehend.

DVD-Rezension: “King Kong gegen Godzilla“

Von , 25. Januar 2017 20:03

Laut einer alten Legende aus Okinawa, soll wenn ein schwarzer Berg in den Bergen hoch über die Wolken hinaus ragt, ein Monster auftauchen und versuchen, die Welt zu zerstören. Als diese Prophezeiung eintrifft ist es zum allgemeinen Erstaunen Godzilla, der dort als Weltenzerstörer agiert. Erst zertrümmert Godzilla einige Häsuer, dann bringt er fast seinen alten Kumpel, den Igel-ähnlichen Anguirus, um. Doch schnell ist das Geheimnis gelüftet. Dieser Godzilla ist gar nicht der echte Godzilla, sondern ein riesiger Roboter namens „King Kong“ (zumindest in der deutschen Fassung), der von Außerirdischen hergestellt wurde, um ihnen zu helfen, die Erde zu unterjochen. Da hat die Menschheit Glück, dass bald schon der echte Godzilla auftaucht und sich schließlich zusammen mit Okinawas Schutz-Gottheit King Caesar dem stählernen Unhold stellt…

Im Angesicht der aktuellen Veröffentlichungen in Anolis vorbildlicher Kaiju-Classics-Reihe, fragt man sich ernsthaft, weshalb die 70er-Jahre-Godzilla-Filme solch einen schlechten Ruf besitzen.  Mit „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ (Review hier) im Jahre 1966 übernahm Jun Fukuda die Serie von ihrem Schöpfer Ishirô Honda und passte sie Schritt für Schritt den Sehgewohnheiten des jüngsten Publikums an. Was sich insbesondere in quietschbunten Filme mit nervigen halbwüchsigen Protagonisten niederschlug. Diese „Infantilisierung“ des geliebten Monsters, welches in den ersten Filmen noch eine echte Bedrohung war und nun langsam, aber sicher zum Cartoon-Helden und Kinderfreund mutierte, nehmen ihm viele heute noch sehr übel. Zudem war für Fukuda auch der nervtötende Kinderdarsteller obligatorisch, der dem neuen Zielpublikum als Identifikationsfigur angeboten wurde. Höhepunkt dieser Entwicklung war dann der herrlich kindische „King Kong – Dämonen aus dem All“ (Review hier), der entweder als Tiefpunkt der Serie oder schwer unterhaltsames Monstergekloppe auf Kindergartenniveau – was in diesem Fall gar nicht negativ gemeint ist – angesehen werden kann. Man kann von Fukuda halten was man möchte, seine Filme sind immer hübsch laut, bunt und sprechen das Kind im Manne (Frauen spielen hier immer nur eine stark untergeordnete Rolle) an.


Der schlechte Ruf von „King Kong gegen Godzilla“, gerade auf englischsprachigen Seiten, mag damit zu tun haben, dass der Film Übersee scheinbar eine legendär schlechte Synchronisation verpasst bekam. Demgegenüber werden einem in der deutschen Fassung zwar einige flapsige Sprüche entgegen geworfen, allerdings von sehr gut ausgebildeten und bekannte Sprechern wie Arne Elsholz, Thomas Danneberg oder Michael Chevalier. Für seinen fünften und letzten Godzilla-Film verzichtet Fukuda auf den kleinen, aufgeregten Monsterfreund, was viele Zuschauer sicherlich aufatmen lässt. Worauf er nicht verzichtet ist das ausufernde Spektakel, welches diesmal noch dadurch verstärkt wird, dass die Monster bunte Strahlen verschießen können und so für viele farbenfrohe Explosionen sorgen. Vielleicht dem Umstand geschuldet, dass der Horror- und Monsterfilm generell in den 70er Jahren viel von seiner Unschuld verloren hatte und mit sehr viel drastischeren Bildern aufwartete als es noch 10 Jahre zuvor der Fall war, haben sich in „King Kong gegen Godzilla“ auch einige überraschend blutige Szenen einschlichen, die man so aus der Serie bisher nicht kannte. Da wird Anguirus der Kiefer abgerissen und wenn „King Kong“ Godzilla attackiert, schwappt das Blut nur so aus unsere Helden heraus. Ein Anblick an den man sicher erst gewöhnen muss und der dann erst in der Heisei- und noch mehr in der Millenium-Staffel wieder aufgenommen wurde.


Godzillas Gegner hört in der deutschen Fassung – wie vor ihm schon der Roboter Jet Jaguar – auf den Namen „King Kong“. Ob man in Deutschland – wo der Film am 20. Dezember 1974 anlief – darauf spekulierte, dass er von dem damals erwarteten Erfolg des amerikanischen „King Kong“-Remakes, partizipieren könne oder einfach eine Kontinuität zum Vorgänger herstellen sollte (die 60er Filme waren ja in Deutschland durch einen imaginären „Frankenstein“ im Titel miteinander verbunden) sei dahingestellt. „King Kong“ ist in Wahrheit natürlich einer der populärsten Gegner Godzillas: Mecha-Godzilla. Mecha-Godzilla sollte noch in der Fortsetzung „Die Brut des Teufels“ auftauchen, sowie drei weitere Auftritte in späteren Staffeln haben. Und Mecha-Godzilla macht auch tatsächlich eine Menge Spaß, wie er immer neue Gadgets hervorzaubert und den echten Godzilla schwer zusetzt. Das dritte Monster im Film ist King Caesar, ein Mischung aus Drache und Kuschelhund. Der sieht erst mal lustig aus, hat aber einen durchaus ernsten Hintergrund. Denn King Caesar ist dem Beschützer der Insel Okinawa nachgebildet. Eben diese war bis zwei Jahre vor Dreh des Filmes von den Amerikaner besetzt und zum Armeestützpunkt gemacht worden. Infolge der Besetzung mussten viele Einwohner Okinawas, die eine eigenen Kultur und Sprache haben, zwangsweise nach Japan umsiedeln. Erst 1971 fiel die Insel wieder an Japan zurück. Man muss also nicht besonders stark nachgrübeln, für wenn die affengesichtigen Invasoren aus dem Weltall mit ihrer Superwaffe Mecha-Godzilla stehen. Japan und Okinawa werfen die Invasion zumindest mit vereinten Kräften zurück.


Die Affengesichter, die zum Vorschein kommen, wenn die Außerirdischen ihr Leben aushauchen, erinnern an die „Planet der Affen“-Masken, sehen allerdings sehr viel preisgünstiger aus. Auch fasst man sich als westlicher Zuschauer an den Kopf, wenn der große Showdown durch eine sich endlos ziehende Gesangseinlage hinausgezögert wird. Da wird manch einer gleich die große „Hahaha-Trash“-Keule rausholen. Auch kann man bemäkeln, dass die „böse Aliens wollen die Erde erobern“-Geschichte nach so vielen ähnlich gelagerten Godzilla-Filmen ziemlich ausgelutscht ist. Man kann sich aber auch entspannt zurücklehnen und das unterhaltsame Pulp-Spektakel (inklusive sinisteren und ultracoolen Geheimagenten mit Sonnenbrille und hochgeschlagen Trenchcoat-Kragen in XXL) einfach nur genießen. Denn eines ist der Film nicht: Langweilig. Da ist immer etwas los. Da wird jemand gefangen genommen, ist auf der Flucht oder legt sich mit den Affenmenschen aus dem Weltraum an. Und am Ende haben dann ja auch die Monster ihren großen Auftritt. Mission erfüllt.

Der Ruf der in den 70er Jahren unter der Regie von Jun Fukuda entstanden Godzilla-Streifen mag nicht der beste sein. Tatsächlich sind sie sehr viel bunter, kindischer und lustiger als jene Filme aus den 50er und 60er, für die noch Godzilla-Schöpfer Ishirô Honda verantwortlich war. Wer darüber hinwegsehen kann und sich ein junges Gemüt bewahrt hat, wird aber besonders mit „King Kong gegen Godzilla“ seine Freude haben. Insbesondere, da hier auf nervige Kinderdarsteller verzichtet wurde und mit Mech-Godzilla einer der coolsten Gegner Godzillas seinen ersten Auftritt hat.

Auch der neuste Eintrag in Anolis‘ Kajiu-Classics-Reihe hält das gewohnt hohe Niveau. Auf zwei DVDs liegt sowohl die deutsche, als auch die japanische Fassung des Filmes vor. Wobei sich die Unterscheide allein auf die Titel-Sequenzen beziehen. Ansonsten sind beide Fassungen diesmal identisch. Die Bildqualität ist gut, nur bei einigen wenigen Szenen hat man das Gefühl es könnte auch etwas schärfer sein. Der Ton ist gut und liegt auf deutsch und japanisch vor. Bei den Extras stechen zunächst einmal die drei (!) Audiokommentare hervor. Auf der Scheibe mit der deutschen Fassung findet sich der Audiokommentar von Thorsten Rosemann, in den ich leider noch nicht hineingehört habe. Auf der Scheibe mit der japanischen Fassung kann man Florian Bahr hören, der sehr konzentriert und faktenorientiert vorgeht, dafür aber auch ein Maximum an Informationen bereithält. Der zweite Audiokommentar hier wurde von Jörg Buttgereit, Ingo Stecker und Alex Iffländer eingesprochen wurde. Da geht zwar manches auch mal drunter und drüber, aber er ist auch amüsant, verbreitet gute Laune und wartet auch mit einigen interessanten Anekdoten auf. Weitere Extras sind eine 10-minütige Aufnahme, die Jörg Buttgereit auf einer Godzilla-Convention gefilmt hat, bei der sich jemand als Mecha-Godzilla verkleidet. Dann die alte Super-8-Fassung des Filmes (so etwas mag ich ja sehr gerne). Der deutsche, japanische und italienische Trailer, Werbematerial und eine ausführliche Bildergalerie. Nicht vergessen sollte man auch das sehr schöne und informative 20-seitge Booklet, welches einen Text von Ingo Strecker und ein Interview von Jörg Buttgereit mit dem Spezialeffekte-Mann Teruyoshi Nakano, dem Schöpfer von Mecha-Godzilla, enthält.

Das Bloggen der Anderen (23-01-17)

Von , 23. Januar 2017 18:26

bartonfink_type2– Noch eine weitere Nachlese zum 16. Hofbauer-Kongress. Critic.de widmet diesem ein sehr ausführliches Special. Mit Texten u.a. von Silvia Szymanski, Lukas Foerster, Till Kleinert (Regisseur des wunderbaren „Der Samurai“), Oliver Nöding und einigen mehr. Auch Alex Klotz führt seine Berichterstattung auf Hypnosemaschinen mit „Tag 2“ fort.

– Udo Rotenberg untersucht auf Grün ist die Heide einen Film an den ich noch viele schöne Kindheitserinnerungen habe: „Drei Mann in einem Boot“ mit unserem Lokalhelden Hans-Joachim Kulenkampff, dem unsterblichen Heinz Erhardt und dem immer noch sträflich unterbewerteten, aber wahnsinnige tollen Walter Giller.

– Werner Sudendorf setzt sich auf new filmkritik kritisch mit einem Film im Fahrwasser der „Halbstarken“-Welle der 50er auseinander: „„Jede Nacht in einem andern Bett“.

– Lucas Barwenczik schreibt auf B-Roll über die Kunst etwas zu zeigen, indem man es gerade nicht zeigt. Rajko Burchardt beschäftigt sich mit dem Phänomen Tyler Perry. Und Andreas Köhnemann führt ein Interview mit dem Regisseur Kenneth Lonerga.

– Von dessen Film „Manchester by the Sea“ ist Marco Mewes von Duoscope schwer begeistert.

Was einen sonst noch so Anfang 2017 im Kino erwartet, hat Christian Gertz von Mehrfilm einmal zusammengestellt.

– Christian Genzel schreibt auf Wilsons Dachboden über ein „gulity pleasure“ von mir und damit auch aus meinem Herzen: „Resident Evil“.

– M. Night Shyamalan ist wieder da. Sowohl Oliver Armknecht von film-rezensionen.de, als auch Sir Donnerbold von sdb-film schreiben darüber und es sehr interessant einmal beide Meinungen gegenüberzustellen. Auch wenn bei Beiden „Split“ gut wegkommt, so scheiden sich doch bei Shyamalan die Geister. Wobei ich etwas mehr im Donnerbold-Lager stehe.

– Etwas wo ich ganz allein auf verlorenem Posten stehe ist meine Meinung zu „Batman hält die Welt in Atem“, mit dem ich ganz und gar nicht warm werde. Da hilft auch totalschadens schöne Besprechung auf Splattertrash nichts.

Was macht man mit einem Nagelbrett, wenn man kein Fakir ist? Das fragt Manfred Polak auf Whoknows presents und die Antwort, die das Werbefilmer-Paar Alexandre Alexeïeff und Claire Parker nahebringt, ist wieder einmal sehr interessant.

– Was ich an Schlombie wirklich bewunderte ist es, dass er Filmemachern wie Jess Franco immer wieder eine Chance gibt, obwohl er mit der Mehrheit dieser Filme nichts anfangen kann. Bei „Sie tötete in Ektase“ (einen meiner Lieblingsfilme des spanischen Meisters) wurde er jetzt aber mal belohnt. Nachzulesen auf Schlombies Filmbesprechungen.

– Ricardo Brunn führt auf Filmgazette eine Gespräch mit dem Dokumentarfilmregisseur Andreas Voigt.

SciFifilme.net macht sehr neugierig auf einen Film, von dem ich bisher noch nichts gehört habe: André Farwagis „A Time To Die“ von 1970. Einem Film, der „einem Film, der sich in eine diffuse Lücke zwischen Science-Fiction, Mystery und Krimi setzt (und) sich von Anfang bis Ende wie ein aufregender Traum anfühlt (…)“. Gerade habe ich bemerkt, dass der mir vor einiger Zeit unbemerkt ins Haus flatterte. Dann werde ich mir den mal demnächst zu Gemüte führen.

– Aus derselben Quelle erreichte mich auch „The Satanist“ von Zoltan G. Spencer, der zu meiner riesigen Überraschung bei Christian Witte auf Witte’s wöchentliche Tipps vorgestellt und Liebhabern einschlägiger Ware empfohlen wurde.

„35 Millimeter“-Magazin: Ausgabe 18 erhältlich

Von , 18. Januar 2017 16:02

Etwas spät der Hinweis darauf, dass bereits seit Ende Dezember das neue „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ erhältlich ist. Titelthema ist diesmal das deutsche Nachkriegskino, wozu ich einen langen Artikel über den Regisseur und Drehbuchautoren Will Tremper geschrieben habe. Eine ausgesprochen schillernde Gestalt und „ein unmöglicher Typ“.

TITELSTORY: DEUTSCHES NACHKRIEGSKINO
– Einführung: Das Kino unserer Großväter
– DIE MÖRDER SIND UNTER UNS – Aber wir haben die Pflicht Anklage zu erheben
– HILDEGARD KNEF – Geliebt, verdammt, verehrt
– HELMUT KÄUTNER – Vom Filmpoeten zum Gesellschaftskritiker
– WILL TREMPER – Ein unmöglicher Typ
– DER DEUTSCHE HEIMATFILM NACH 1945 – Ein Balanceakt zwischen Trivialität und filmhistorischer Relevanz

DAS WERK EINES MEISTERS IST ZU ENTDECKEN – Friedrich Wilhelm Murnau – Teil 4

A CHRISTMAS CAROL – Die Verfilmungen von Charles Dickens Erzählung

PSYCHOLOGIE DES HORRORS – Roger Cormans Edgar Allan Poe-Verfilmungen

DER FREMDE BLICK – Michelangelo Antonioni und seine Filme – Teil 1: Pfiffe in Cannes

RUBRIK: ORIGINAL & REMAKE – DIE SIEBEN SAMURAI / DIE GLORREICHEN SIEBEN

RUBRIK: ON SET – 2. CINEFONIE-TAG SAARBRÜCKEN

KOLUMNE: CINEMAZZURRO – DAS ZEHNTE OPFER

KOLUMNE: QUOD ERAT MONSTER! – DER GOLEM

Heft #18 kann man HIER für € 4,00 zzgl. Versand beziehen.

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