Suche: ezzat nashashibi

Interessanter taz-Artikel über Ezzat Nashashibi

Von , 19. Juli 2013 14:03

Auf taz.de findet man einen schönen Artikel über den „Haus- und Hofmusiker“ des Bremer Kommunalkinos City 46: Ezzat Nashashibi.

Ezzat Nashashibi begleitet nun schon seit vielen Jahren regelmäßig Stummfilme im City 46. Letztes Jahr hatte er die spannende und gut besuchte Reihe „Stummfilm +2“ ins Leben gerufen, in der er immer zusammen mit einem Gastmusiker die Musik zu einem ausgewählten Stummfilm konzeptionierte und aufführte.

Auch dieses Jahr hat er bereits einige Stummfilme zum Klingen gebracht und wird demnächt auch beim großen Charlie-Chaplin-Festival eine wichtige Rolle spielen.

Wer etwas mehr über Ezzat Nashashibi und seine Art Musik zu gestalten erfahren möchte, dem sei also der taz-Artikel von Wilfried Hippen ans Herz gelegt.

City 46: Slapstick-Abend mit Livemusik-Begleitung

Von , 21. Juni 2017 15:51

Am Samstag, den 24.6. um 20:30 Uhr lädt das Kommunalkino City 46 zum wiederholtem Male zu einem Slapstick-Abend ein. dieser wird wie immer vom „Hausmusiker“ Ezzat Nashashibi musikalisch begleitet.

Es laufen vier Kurzfilme, die es in sich haben. Der geniale Buster Keaton erlebt als Schmetterlingsjäger in „Das Bleichgesicht“ von 1922 ein Abenteuer bei den Indianern.

Weniger bekannt als Buster Keaton ist heutzutage leider Charlie Chase. Um zu sehen, was für ein komisches Genie er war – und wie modern er heute noch wirkt -, sollte man sich (den in diesem Rahmen schon öfter gezeigten) „Mighty like a Moose“ (1926) nicht entgehen lassen.

Anita Garvin und Marion Byron war das – mir zumindest bekannte – einzige weibliche Comedy-Team. Auch ihre Filme sind heute leider fast vergessen. Zeit diese grandiosen Damen wiederzuentdecken. Die Gelegenheit ergibt sich bei „A Pair of Tights“ von 1929.

DAS Comedy-Team schlechthin sind die unvergleichlichen Laurel & Hardy. Auch wenn mir Buster Keaton vom Kopf her am Nächsten steht, mein Herz gehört doch diesen zwei großartigen Charakterköpfen. Ein Beispiel für ihre hohe Kunst ist „Wrong Again“ von 1927.

Ab 27. April: Das 21. Internationale Bremer Symposium zum Film zu „Kino und Kindheit“

Von , 23. April 2016 18:04

symp_postcard_2016Das seit 1995 jährlich stattfindende Bremer Filmsymposium ist eine Kooperation des CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V. und der Universität Bremen. Seit 2002 unterstützt die nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH das Projekt. Das diesjährige Konzept entstand im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts zu „Filmästhetik und Kindheit“.

Das diesjährige 21. Internationale Bremer Symposium zum Film, welches von Mittwoch, dem 27. April bis Sonntag, dem 1. Mai stattfindet, befasst sich mit dem Verhältnis von Kino und Kindheit. #dabei werden verschiedene Filme zum Thema gezeigt (wobei mir persönlich statt „Pierro le Fou“ lieber Truffauts „Taschengeld“ oder  Malles „Herzflimmern“, statt „E.T.“ lieber Reiners „Stand By Me“ oder gernell Hirokazu Koreedas grandioser „Nobody Knows“ oder Elem Klimov niederschmetternden „Komm und Sieh“ gewünscht . Und für den Stummfilm-Beitrag hätte ich, statt des zu Tode gespielten und sehr offensichtlichen „The Kid“, lieber etwas aus der „Little Rascals“-Reihe genommen. Aber gut, das sind persönliche Präferenzen. Im Symposium-begleitenden Filmprogramm findet man natürlich auch zahlreiche interessante Titel, wie Jacques Feyders „Kindergesichter“, Michail Kaliks „Der Sonne entgegen“ oder Edgar Reiz‘ „Das goldene Ding“.

Kindheit ist – neben Liebe und Tod – eines der universellen Themen des Kinos. Schon früh wurden Kinder als attraktive Filmprotagonisten entdeckt und zugleich über die Verwandtschaft des Films mit der Kindheit nachgedacht. Filme sind Ausdruck von Kindheitserinnerungen und prägen den Blick auf die Kindheit. Sie entwerfen Bilder von Kindern und bieten Kindern andererseits auch die Möglichkeit, sich selbst mittels einer Kamera darzustellen.

17 internationale Fachleute aus Wissenschaft, Vermittlung und Produktion diskutieren mit dem Publikum, wie Kinder und Kindheit in der filmischen Ästhetik und Kulturgeschichte vermittelt werden. Zu den Gästen zählen die vielfach preisgekrönte brasilianische Regisseurin Sandra Kogut, Matthias Müller, der in seinen Experimentalfilmen und Video-Installationen zu Kino- und Filmerfahrung gearbeitet hat; die englische Filmwissenschaftlerin Karen Lury, die international einschlägige Bücher zum Thema publiziert hat, und der französische Autor und Kurator Alain Bergala, der 2006 mit seinem Essay zur Filmvermittlung Kino als Kunst in Deutschland bekannt wurde. Flankiert werden die Vorträge, Gespräche und Diskussionen durch ein ausgewähltes Filmprogramm, das ein Kaleidoskop an Kindheiten zeigt – vom Beginn der Filmgeschichte bis in die Gegenwart, von allen Kontinenten und in verschiedenen Formen, experimentell, dokumentarisch und fiktional. Mit dieser Mischung aus Forschung und Filmkultur spricht die Konferenz sowohl Fachbesucher als auch das Kinopublikum an.

Zum Auftakt am Mittwochabend lädt der Essayfilm A Story of Children and Film (GB 2013) des britischen Journalisten und Filmemachers Mark Cousins zu einer Reise durch die Geschichte der Kindheit im Film ein. Bettina Henzler (Universität Bremen) wird in ihrem Vortrag am Donnerstag eine Einführung in die vielfältigen Bezüge von Kindheit und Film geben und die thematischen Schwerpunkte des Symposiums vorstellen, die neue Wege in der Forschung weisen.

Fokus 1 – Das Kind als Figur und Schauspieler

Der erste Fokus widmet sich Kinderfiguren und Kinderbildern. Zum einen geht es um die Frage, welche Bilder von Kindern und Kindheit in Filmen konstruiert werden: im Disney-Animationsfilm, im russischen Kino der Stalinzeit oder auch in dokumentarischen Filmen wie Beppie (NL 1965, R: Johan van der Keuken). Zum anderen wird analysiert, wie Kinder als Schauspieler ihre Filmfiguren gestalten. Untersucht werden die Darstellungen von Kindern in Filmen wie dem iranischen, semidokumentarischen The Apple (IRN 1998, R: Samira Makhmalbaf) oder im chinesischen Internatsfilm Little Red Flowers (CHN 2006, R: Zhang Yuan), die vom Freiheitsdrang von in der Familie oder in Institutionen „gefangenen“ Kinder erzählen. Die britische Filmwissenschaftlerin Karen Lury (Glasgow) wird sich in ihrem Vortrag zu Little Red Flowers der Frage widmen, ob Kinder in Filmen schauspielern oder nicht und wie Erwachsene dies wahrnehmen. Im Gespräch mit Sandra Kogut wird auch über die praktische Seite der Arbeit mit Kindern als Laiendarstellern diskutiert. Sie stellt ihren Film Mutum (BRA/F 2007, R: Sandra Kogut) erstmals in Bremen vor, der das brasilianische Landleben aus der Perspektive eines Kindes erzählt.

Fokus 2 – Kindheit als Zuschauererfahrung und Perspektive

Zum Zweiten geht es um Kindheit als Zuschauererfahrung und Perspektive. Von der Stummfilmzeit über den italienischen Neorealismus bis hin zu Avantgardefilmen von Stan Brakhage werden Filme diskutiert, die die Wahrnehmung und Perspektive von Kindern widerspiegeln und konstruieren. Dabei geht es auch um die Frage, inwiefern sich filmästhetische Theorien auf den Begriff der Kindheit beziehen. Film-Highlights sind Little Fugitive (USA 1953, R: Morris Engel), der in der Ästhetik der Dokumentarfotografie einen kleinen Ausreißer im New Yorker Vergnügungspark Coney Island begleitet, und Visages d‘enfants (CH 1925, R: Jacques Feyder), einem der ersten Filme, der eine Geschichte aus der kindlichen Perspektive erzählt – live begleitet von Joachim Bärenz (Bochum).

Fokus 3 – Kindheit und Regie

Drittens steht das Filmschaffen auf dem Programm. Die Aufmerksamkeit gilt einerseits den Kindern als Zuschauern und Filmschaffenden: Auf welche Weise wird das Kino in den zeitgenössischen digitalen Praktiken von Kindern neu erfunden, die das Sehen, Programmieren und Machen von Filmen verbinden? Welche Bildungsprozesse zeigen sich in von Kindern gedrehten Filmen? Zudem geht es um die Rolle der Kindheit in der Praxis erwachsener Filmschaffender: Der renommierte Godard-Experte Alain Bergala (Paris) wird die Ästhetik des Spiels in Jean-Luc Godards Klassiker Pierrot le fou (F 1965) untersuchen und die Frage diskutieren, ob es Kindheit auch in Filmen auch ohne Kinder als Protagonisten geben kann. Der Filmschaffende Matthias Müller (Köln) präsentiert ein Programm mit Experimentalfilmen zu Biografie und Kindheit.

Der Sonntag steht ganz im Zeichen des Kinos: In Der Sonne nach (UdSSR 1961, R: Michail Kalik) begleitet die Kamera in poetischen Bildern einen kleinen Jungen auf seiner Reise um die Welt. In Das goldene Ding (BRD 1972, R: Edgar Reitz, Ula Stöckl) geht eine Gruppe Kinder als Argonauten auf die Suche nach dem Goldenen Vlies. Schlusspunkt ist ein Stummfilm für die ganze Familie: Charles Chaplin trifft auf The Kid (USA 1921), live begleitet von Ezzat Nashashibi (Bremen).

Infos zu den einzelnen Filmen findet man hier: http://www.city46.de/

Stummfilm mit Live-Musik: Laurel & Hardy und Buster Keaton am Samstag

Von , 27. März 2015 15:29

Big BusinessMorgen, Samstag, den 28.3., gibt es um 20:30 Uhr auf der großen Leinwand des Kommunalkinos City 46 wieder Stummfilm mit Live-Musikbegleitung. Gezeigt wird zunächst der brillante Kurzfilm „Big Business“ der Herren Laurel & Hardy, die als Weihnachtsbaum-Verkäufer in Kalifornien unterwegs sind und sich mit dem cholerischen James Finlayson anlegen. Danach darf im Hauptfilm der große Buster Keaton ran. In „Sherlock Jr.“ träumt er als Filmvorführer davon, ein großer Detektiv zu sein und studiert eifrig eine entsprechende Anleitung. Als er unschuldig eines Diebstahls bezichtigt und vom Vater seiner Angebeteten des Hauses verwiesen wird, scheint sich eine Gelegenheit zu ergeben, sich in diesem Beruf zu beweisen.sherlockjr

Zur Musikbegleitung schreibt Ezzat Nashashibi, Haus- und Hofmusiker des City 46: „In beiden Fällen begleite ich eher deskriptiv, bei Big Business noch mehr als bei Sherlock Junior. Allerdings lege ich die musikalischen Bögen im Keaton-Film größer an, d.h. ich wechsele die Musik langsamer, da das Innenleben des Helden zum Teil diese Zeit braucht. Bei Laurel und Hardy hingegen stehen die unmittelbaren (schnellen) Aktionen im Vordergrund.“

Stummfilm mit Live-Musik: „Die Frau, nach der man sich sehnt“ am Samstag

Von , 25. Februar 2015 21:50

frau_dietrichAm Samstag, den 28.2. um 20:30 Uhr, gibt es wieder einen Stummfilm mit Live-Musikbegleitung auf der großen Leinwand des Kommunalkinos City 46. Gezeigt wird „Die Frau, nach der man sich sehnt“ den Kurt Bernhardt 1929 mit einer sehr jungen Marlene Dietrich in der (stummen) Hauptrolle inszenierte. Die Dietrich gibt hier erstmals und noch vor ihrem großen Durchbruch mit „Der blaue Engel“ die Femme fatale.

Henri Leblanc, Erbe eines bankrotten Fabrikantenclans, soll die Tochter eines reichen Industriellen heiraten und so das eigene Werk sanieren. Der Coup scheint perfekt, doch auf der Hochzeitsreise begegnet Leblanc der mysteriösen Stascha (Marlene Dietrich). Durch das gemeinsame Wissen um ein Verbrechen ist Stascha an Dr. Karoff gebunden, doch Leblanc verfällt ihr dennoch, verlässt seine Frau und will mit Stascha fliehen. Karoff versucht, sie durch Drohungen daran zu hindern. Als Leblanc die Polizei einschaltet, eskaliert der Kampf um Stascha.

Die_Frau__nach_der_man_sich_sehntBegeleitet wird der Film, wie immer, von Ezzat Nashashibi, der in seinem Newsletter über seine Musik zum Film schreibt: „Ich habe vor, die Musik an bestimmten Stellen eng am Film zu halten. Neben dem Innenleben und den unterschiedlichen Beweggründen für die Handlungen der Figuren bieten auch die verschiedenen Spielorte des Films dafür reichlich Anregung. Damit die Geschichte emotional erlebbar wird, müssen außerdem einige dramaturgisch wichtige Aktionen und Details (z.B. zaghaftes Klopfen an die Tür nach innerem Kampf) eine akustische Entsprechung finden. (Ein bloßes Beschränken auf eine verhängnisvolle Grundstimmung würde den Spannungsbögen der Geschichte nicht gerecht.)“

22. – 28. August: „Charlie Chaplin Festival 2013“ mit dem Landesjugendorchester Bremen

Von , 8. August 2013 21:41

Der August ist der große Charlie-Chaplin-Monat im Kommunalkino City 46. Okay, ich hätte ja Buster Keaton bevorzugt, aber man kann ja nicht alles haben 😉

30365731dbVom 22. bis 28. August findet das große „Charlie-Chaplin-Festival“ statt, welches seinen Höhepunkt am Freitag, den 23. August feiern wird. Dann nämlich gibt es um 17:00 und 21:00 Uhr gleich zwei Vorstellungen von Chaplins letzten reinen Stummfilm „City Lights“ mit musikalischer Begleitung durch das Landesjugendorchester Bremen. Das Konzert mit Film wird im BLG Forum am Speicher XI in der Überseestadt stattfinden.

Das Landesjugendorchester Bremen hat seit 1997 unter der Leitung von Stefan Geiger bereits zehn Filme in mehr als 40 Vorstellungen eingespielt und dabei immer wieder für Begeisterungstürme gesorgt.

Achaplin2m Samstag, den 24. August wird der Bremer Pianist und Improvisationsmusiker Ezzat Nashashibi vier frühe Komödien von Chaplin live begleiten. Gezeigt werden: Shanghaied, Police, der wunderbare Easy Street und der ganz großartige One A.M. Der Spaß beginnt um 20:30 Uhr im City 46.

Ferner laufen im City 46 noch Chaplins Klassiker „Moderne Zeiten“ (indem er mit Tönen experimentierte und das erste Mal für eine umwerfende Gesangsszene auf der Leinwand „spricht“) und der legendäre „Große Diktator“, sein erster Tonfilm.

Also werden, bis auf „Goldrausch“, Chaplins populärste Filme auf diesem Festival gezeigt. Das ist für den Chaplin-Neuling natürlich ganz toll. Ich selber hätte aber auch gerne „Monsieur Verdoux“ gesehen – meinen persönlichen Chaplin-Favoriten.

29.06.: Buster Keatons „Seven Chances“ mit Live-Musikbegleitung im City 46

Von , 27. Juni 2013 22:51

sevenchancesIch habe es in letzter Zeit leider immer mal wieder versäumt, auf die Stummfilm-Vorstellung mit Live-Musik im City 46 hinzuweisen. Da nun am Samstag das (vor)letzte Stummfilm-Event (es folgt im August noch ein Charlie-Chaplin-Festival mit dem Landesjugendorchester Bremen) vor der Sommerpause ansteht, will ich es nicht versäumen, dafür ein wenig die Werbetrommel zu rühren.

Die cinephile Welt teilt sich ja in zwei Gruppen auf. Die, für die Charlie Chaplin der größte Stummfilm-Komiker ist, und die, die Buster Keaton dafür halten. Ich bekenne mich ohne Umschweife zur letzteren. Ja, ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, er ist einer der genialsten Filmemacher überhaupt. Ein Meister der Humors und Wegbereiter der modernen Action-Comedy. Ach was, des Actionfilmes überhaupt! Wer mir nicht glaubt, soll sich einmal sein Meisterwerk „The General“ angucken oder Jackie Chan fragen.

Am Samstag, den 29.6. um 20:30 Uhr zeigt das City 46 seinen Spielfilm „Seven Chances“ und vorab eine aus Fragmenten restaurierte Fassung seines verschollenen Kurzfilms „Day Dreams“. Begleitet wird der Film wie immer von Ezzat Nashashibi. Er schreibt zu seiner Begleitmusik:

„Trotz des hohen Slapstick-Anteils (den ich gerne mit Geräuschen stütze ) hat der Film durchaus auch leise, tragische Momente. Diese gilt es nicht zuzulärmen. (Das schreibe ich, weil ich gerade einen Stummfilm gehört / gesehen habe, der offensichtlich mit dem Klang eines mechanischen Klaviers unterlegt wurde. Irgendwann habe ich den Ton ausgeschaltet…).“

In „Seven Chances“, der in Deutschland auch unter dem Titel „Buster Keaton – Der Mann mit den 1000 Bräuten“ lief, spielt Buster Keaton den schüchternen Jimmie, der mit seinem Geschäftspartner Billy vor dem Bankrott steht. Da erfährt Jimmie, dass er von seinem verstorbenen Großvater sieben Millionen Dollar erben wird – falls er bis spätestens 7 Uhr abends verheiratet ist. Da seine Angebetete Mary ihn abweist, gibt sein Partner Billy eine Suchanzeige in der Zeitung auf.

Berühmt ist der Film vor allem für die rasante Action-Szene, in der Buster Keaton als Jimmie vor einer ganzen Armee heiratswilliger Frauen fliehen muss.

18. Internationales Bremer Symposium zum Film: „Zuschauer? – Zwischen Kino und sozialen Netzwerken“

Von , 17. Januar 2013 14:44

Heute startet mit der Überreichung des Bremer Filmpreises an Béla Tarr das diesjährige, international renommierte Bremer Symposium zum Film. Das Thema in diesem Jahr ist: „Zuschauer? – Zwischen Kino und sozialen Netzwerken“. Die Vorträge beginnen morgen, Freitag, den 18.01. um 14:00 Uhr mit der Begrüßung durch Karl-Heinz Schmid vom Kommunalkino City 46.

Zuschauer_innen sind konstitutiv für den Film – ob sie sich in Kinosälen einfinden, einer Filmaufführung im Café beiwohnen oder aber an einem anderen öffentlichen Ort zu einem »Public Viewing« zusammenkommen. Inzwischen bilden sich auch Zuschauerschaften durch soziale Netzwerke. Anders formuliert: ohne Zuschauer_innen ist Film nicht zu denken – weder als Bedeutungskonstruktion noch als soziale Praxis. Durch neue Präsentations- und Distributionsformen verändert und diversifiziert sich das Publikum und bildet heute unterschiedliche Formen einer Zuschauerpraxis aus. Allerdings hat sich Zuschauerschaft in der Geschichte des Films schon häufig gewandelt. Das 18. Internationale Bremer Symposium zum Film greift diesen Wandel auf und fragt nach den Zuschauer_innen zwischen Kino und sozialen Netzwerken.

Was hier abschreckend hochgestochen und kompliziert formuliert wurde (und mit diesem schrecklich korrekten „_innen“) meint, dass es beim Symposium um die Beziehung zwischen Publikum und Kino geht. Was macht Kino aus, wie besorgt man sich heute sein „Filmerlebnis“ und wie verändern neue Möglichkeiten Filme zu erleben einerseits die Filme selber und andererseits die Menschen, die sie schauen. Also ein wirklich spannendes Thema, welches mich auch selber als alten – vielleicht auch altmodischen? – „Kino-Fetischisten“ sehr interessiert.

Mit Beiträgen von:

Janet Staiger / University of Texas / Austin (USA) // Guillaume Soulez / Université Sorbonne Nouvelle / Paris (F) // Josep Maria Català / Universitat Autònoma de Barcelona / Barcelona (ES) // Matthias Frey / University of Kent / Canterbury (GB) // Heide Schlüpmann / Goethe Universität Frankfurt / Frankfurt (D) // Wolfgang Weileder /Newcastle University (GB)

Specials

In zwei korrespondierenden Kurzfilmprogrammen präsentiert Christine Rüffert (Universität Bremen) am Fr. 18.1. um 16:15 Uhr und Sa. 19.1. um 14:30 Uhr Experimentalfilme, in denen die Rolle der Zuschauer thematisiert wird.

Das Kurz- und Stummfilmprogramm »A House is Not a Home«, kuratiert von Karola Gramann (Kinothek Asta Nielsen e.V.) vertieft filmisch die Frage nach der Bedeutung des weiblichen Publikums für Film und Kino als Kulturformen. Fr. 18.1. um 20:00 Uhr, begleitet von Ezzat Nashashibi am Klavier.

»Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull« (USA 2008, Regie: Steven Spielberg, 121 Min., OF , Fr. 18.1. / 22:00) war nach 19-jähriger Pause der 4. Teil der Kultfilmreihe um den Archäologen Indy. Dass er darin eine Atomexplosion überlebt, indem er sich in einem Kühlschrank versteckt, prägte einen neuen Begriff: »Nuking the Fridge« steht unter Cineasten seitdem für den Moment, in dem ein Film offenkundig völlig realitätsfern wird – was aber echte Fans nicht abschreckt, wie Janet Staiger es in ihrem Vortrag um 17.45 Uhr am Nachmittag analysiert.

Während des gesamten Symposiums ist im Kino 2 des City 46 das interaktive Dokumentarfilmprojekt »Why Do We Go to the Movies?« zu sehen. Es ist das Ergebnis eines Filmpraxiskurses der Universität Bremen unter Leitung von Stefano Odorico.

Das jahrhundertealte Gewölbe der Ostkrypta des Bremer St. Petri Doms wird am Samstagabend um 20:00 Uhr zum Spielort des Kurzfilmprogramms: »Religiöses Flimmern. Filme in der Krypta«, kuratiert und präsentiert von Klaas Dierks (Universität Bremen). Das anschließende Programm »Demnächst hier«, kuratiert und präsentiert von Klaas Dierks, zeigt kurze Filme über das Kino als Ort (im City 46 ab 22:00 Uhr).

»Der Vorführ-Effekt« widmet sich dem Kino aus der Perspektive der Filmvorführer und eröffnet Einblicke in ihre Arbeit, die den Kinozuschauern in der Regel verborgen bleiben. (D 2001, Regie: Carsten Knoop, 55 Min.) Sa. 19.1. / 10:30

2012-12_c46_symp2013_PlakatAuf die weiteren Dokus, die während des Symposiums laufen, habe ich schon unten in dem Posting über Originalversionen in Bremer Kinos hingewiesen. Besonders gespannt bin ich allerdings auf das interaktive Dokumentarfilmprojekt „Why Do We Go to the Movies?“, für das ich auch interviewt wurde.

Weitere Infos und das Programm gibt es hier: http://www.city46.de/symposium/programm.html

Das Phantastival kommt! Vom 22.-25. November im City 46

Von , 30. Oktober 2012 21:27

Phantastische Neuigkeiten! Bremen hat dieses Jahr sein eigenes phantastisches Filmfestival!

Und da ich die große Freude habe, an der Konzeption und Durchführung aktiv mitzuarbeiten, ist es mir natürlich ein ganz besonderes Vergnügen, hier brandheiße Infos darüber zu posten.

Am Donnerstag, den 22. November, um 18:00 Uhr, geht es los mit „Masks“ (Deutschland, 2011, R: Andreas Marschall). Ein Giallo aus deutschen Landen? Aus dem letzten Jahr? Geht das? Und ob das geht! Andreas Marschall macht in seinem zweiten Langfilm die Balletschule aus „Suspiria“ kurzerhand zur Schauspielschule und der Spaß kann beginnen. Unterstützt von einer gelungenen Kameraarbeit, einem flotten Soundtrack und seiner attraktiven Hauptdarstellerin Susen Ermich wird dem Genre des italienischen Thrillers eine würdige Hommage erwiesen.

A Night of Nightmares“ (USA 2012, R: Buddy Giovinazzo, OF) erleben am Donnerstag, um 20:30 Uhr, ein Magazinherausgeber und seine Entdeckung Ginger, als sie ein Videointerview in einem Haus in den Bergen machen. Regisseur Giovinazzo („Combat Shock„) spielt dabei kräftig mit den Erwartungen der Zuschauer.

In der H.P. Lovecraft-Verfilmung »The Whisperer in Darkness« (USA 2011, R: Sean Branney, OF) werden am Freitag, um 18:00 Uhr die legendären Universal-Horrorfilme der 30er Jahre wieder zum Leben erweckt. Im Grenzbereich von Horror und Science Fiction, untersucht Professor Albert Wilmarth Legenden von seltsamen Kreaturen in den abgelegenen Bergen von Vermont.

Die Crew von „Zombies from Outer Space“ (D 2011, R: Martin Faltermeier, 95 Min.) wird am Freitag, den 23.11. um 20:30 zu Gast sein. In ihrem bajuwarischen Horror-Heimatfilm verbreiten grausige Funde toter Frauen Angst und Schrecken bei den bayrischen Dörflern. Nachdem ein Außerirdischer in einem Kornkreis gefunden wurde, beginnt der Aufstieg der Untoten, um die Menschheit zu vernichten.

„Weird Xperience“ ist am Freitag zur gewohnten Zeit um 22:30 Uhr mit dem bizarr-absurden Japan-Schocker »Vampire Girl vs Frankenstein Girl« vertreten und am Samstag erzählen, ebenfalls um 22:30 Uhr, 10 Kurzfilme »Dark Tales«.

Ein weiteres Highlight ist am Samstag, um 16:00 Uhr, der Vortrag des Medienwissenschaftler Florian Krautkrämer von der HBK Braunschweig, über die Theorie und Geschichte des Zombiefilms.

Goodbye Lenin!“-Star Daniel Brühl spielt am Samstag, um 18:00 Uhr, in dem spanischen retrofuturistischen Indie-Sci-Fi-Film »Eva« (Sp 2011, R: Kike Maíllo, OmengU) den Kybernetiker Alex, der im Jahr 2041 ein künstliches Geschöpf erschaffen will. Ein Experiment, das langsam, aber sicher, völlig außer Kontrolle gerät.

Stummfilm mit Live-Musik wird am Samstag, um 20:30 Uhr, präsentiert, wenn Ezzat Nashashibi und sein Gast Marc Pira den sowjetischen SF-Klassiker „Aelita – Der Flug zum Mars“ von 1924 (Regie: Jakow Protasanow) neu vertonen. Nach dem Roman von Alexej Tolstoj fliegen drei sowjetische Bürger zum Mars, stürzen dort das totalitäre Regime und gründen auf dem fernen Planeten eine neue Sowjetrepublik. Dabei verliebt sich der Ingenieur Losj in die Königstochter Aelita.

Drei japanische Filmen werden zum Abschluss des Phantastivals am Sonntag gezeigt: Um 18:30 Uhr „Symbol“ (Jap 2009, R: Hitoshi Matsumoto, OmU) ist eine bizarre Komödie, in der ein Mann in einem schneeweißen Raum aufwacht und in dem kleine Engelpenise eine große Rolle spielen.

Für die Animee-Fans gibt es um 20:30 Uhr das Double-Feature „Planzet“ (Jap 2010, R: Jun Awazu, OmengU), über die erste Marsstation im Jahr 2030, sowie der klassische Animationsfilm „The Asylum Session“ (Jap 2009, R: Takuto Aoki, OmengU).

Zum krönenden Abschluss können wir am Sonntag, um 18:15 Uhr, in einer Sondervorstellung als Deutschland-Premiere den brandneuen, direkt von der Viennale importierten, britische Neo-Giallo „Berberian Sound Studio“ von Peter Strickland zeigen. Darüber freuen wir uns natürlich ganz besonders. Im Jahre 1976 ist Gilderoy ein begnadeter und gefragter Tontechniker für Filmproduktionen. Er wird engagiert, wenn Regisseure für ihre Filme den perfekten Sound und die passenden Geräusche haben wollen. Deshalb bekommt er auch den Auftrag, für den italienischen Horror-Film-Meister Santini seinen neusten Film zu vertonen. Eine Aufgabe, die ihn an den Rand seines Verstandes bringt.

„Stummfilm+2“ startet mit einem expressionistischen Gruselklassiker in die nächste Runde

Von , 24. September 2012 21:04

Endlich ist die Sommerpause bei „Stummfilm +2“ vorbei. Am kommenden Samstag, den 29. September, geht es im City 46 zur gewohnten Zeit um 20.30 Uhr wieder los.

Gezeigt wird der Gruselklassiker „Das Wachsfigurenkabinett“ (1924) von Paul Leni und Leo Birinski.

Ezzat Nashashibis Duopartnerin ist diesmal Marthe Perl an der Viola da Gamba. Eine Viola da Gamba ist ein historisches Streichinstrument, das – ähnlich wie z.B. ein Cello – beim Spielen mit dem Hals nach oben zwischen den Beinen gehalten wird. Anders als ein Cello hat sie aber sechs bis sieben Saiten und verschiebbare Bünde.

Marthe Perl studierte Gambe an der Hochschule für Künste Bremen in der Abteilung für Alte Musik  und nahm an diversen Meisterkursen teil. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit sind Kammermusik und historische Aufführungspraxis. Darüber hinaus hat sie sich auch mit Flamencomusik beschäftigt. Ferner spielte sie auf diversen CD-Aufnahmen und Konzerten, u.a. mit der „Deutsche Kammerphilharmonie Bremen“, mit.

Obwohl „Das Wachsfigurenkabinett“ ein absoluter Klassiker sowohl des fantastischen als auch des expressionistischen Films ist, und trotz seiner Bekanntheit unter Stummfilmfans, ist er in Deutschland bisher nicht auf DVD erhältlich. Wer dieses Kleinod des Deutschen Gruselfilms hier sehen möchte, muss sich also am Samstag ins Kino begeben.

Das Lexikon des Internationalen Films schreibt:

In der Rahmenhandlung erfindet ein junger Poet romantische Geschichten zu den Jahrmarktsfiguren von Harun al Raschid, Iwan dem Schrecklichen und Jack the Ripper. Die Wachsnachbildungen werden in fantastischen Episoden lebendig, deren Spektrum von der düster-expressionistischen Schauerballade bis zur burlesken Farce reicht. Ein deutscher Stummfilmklassiker unter der Regie des Malers und Filmarchitekten Paul Leni, dessen spielerische Verbindung von komischen und unheimlichen Effekten stilbildend für das amerikanische Horror-Comedy-Genre wirkt.

Auch die weiteren Termine für „Stummfilm + 2“ stehen bereits fest. Also schnell im Kalender notieren:

27.10. „Madame Dubarry“ mit Tanja Ofterdinger und Annette John (Blockflöten)

24.11. „Aelita“ mit Marc Pira  (Live Elektronik)

15.12. „Der Kameramann“ von Buster Keaton mit Martin Kruzig (Schlzg.)

26. 1. 13  „Hamlet“ mit Johanne Braun, Berlin (Oboe)

Panorama Theme by Themocracy