DVD-Rezension: “Die Koch Media Italowestern-Enzyklopädie No. 2″

Von , 30. Juni 2013 00:29

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Kurz nach der häufig verschobenen ersten „Koch Media Italo-Western Enzyklopädie“ folgt nun die zweite Box. Im Vorfeld erhob sich in Fankreisen bereits ein großes Wehklagen, dass die Filme in der Box nicht unbedingt zu den Klassikern und „Must haves“ des Genres gehören würden. Und tatsächlich sind mit „Bleigericht“ und „Vier Teufelskerle“ zwei Vertreter des unteren Durchschnitts in die Enzyklopädie gewandert. Andererseits beibehaltet die Box mit „Der Mann aus Virgina“ aber auch ein melancholisches Meisterwerk, welches durchaus zu den Highlights des Italo-Western gezählt werden kann. Und mit „Die sich in Fetzen schießen“ liegt auch ein interessantes Werk bei, welches nicht nur die Blaupause für einen der ungewöhnlichsten Italo-Western überhaupt (dessen Veröffentlichung leider bis heute noch auf sich warten lässt) darstellt, sondern auch sehr atmosphärisch daherkommt. Insgesamt schwankt die Qualität Weiter lesen 'DVD-Rezension: “Die Koch Media Italowestern-Enzyklopädie No. 2″'»

Das Bloggen der Anderen (29-06-13)

Von , 29. Juni 2013 23:36

bartonfink_type2– Fangen wir gleich mal mit dem Thema an, welches in den letzten Tagen für erhitzte Gemüter sorgte. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass das renommierte Filmfest München für seine groß angekündigte Alejandro-Jodorowsky-Retrospektive auf Blu-Rays und DVDs (!) zurückgreift. Wie der ein oder andere vielleicht schon mitbekommen hat, bin ich ein 35mm-Fetischist und liebe diese alten, zerkratzen Kopien. Ich möchte die Filme so erfahren, wie sie zur Zeit ihrer Entstehung gedacht waren und wie sie die Menschen in all den Jahren in den Kinosälen erlebt haben. Ich liebe es, einen Film zu sehen, der gelebt hat und ich meine, dass die Magie eines 35mm Films nie von einer sterilen digitalen Kopie ersetzt werden kann. Aber das ist wahrscheinlich im Grunde dieselbe Diskussion, wie sie Vinyl-Sammler mit CD-Käufern führen. Und ich verstehe auch, wenn Zuschauer darauf bestehen, die Filme in der bestmöglichen Qualität zu sehen und für meine nostalgisch-romantischen Gefühle kein Verständnis haben. Ist auch mehr ein Bauch-, denn ein Kopfding. Und eine saubere, gut gemachte und restaurierte Digitalversion von z.B. „Blutiger Freitag“ , in brillanten Farben würde ich den extrem rotstichigen 35mm-Kopien, die es noch gibt, wahrscheinlich wirklich vorziehen. Darum geht es hier aber nicht. Blu-Ray ist definitiv nicht die qualitativ beste Lösung, wenn man sie über Beamer auf die große Leinwand projiziert. Ich habe bei uns im Kommunalkino oft genug Blu-Ray-Projektionen gesehen, um beurteilen zu können, dass man sich da möglichst weit hinten ins Kino setzen sollte. Und wofür ich dort noch ein gewisses Verständnis habe, kann ich es bei einem renommierten, hochpreisigen Filmfestival nicht akzeptieren. Das zu mir. Es wurde in der letzten Zeit, wie gesagt, viel darüber geschrieben. Ich versuche das mal in eine chronologische Reihenfolge zu bringen. Thomas Groh in seinem filmtagebuch  und Frederick Jaeger auf critic.de haben den Stein ins Rollen gebracht. Die Antwort vom Filmfest München ließ nicht lange auf sich warten. Ebenso die entsprechenden Reaktionen darauf. So von Joachim Kurz auf kino-zeit.de, Dunja Bialas auf arteshock und Gerold Marks auf Digitale Leinwand.

– Letzte Woche starb der legendäre Martial-Arts Choreograph, Schauspieler und Regisseur Lau Kar Leung mit 76 Jahren. Aus diesem Anlass findet man auf Eskalierende Träume einen kurzen Nachruf von Sano Cestnik.

– Lang ist es her, dass ich Jack Hills „Die Bronx-Katzen“ gesehen habe, aber ich habe – wie an eigentlich alle Filme von Hill – nur gute Erinnerungen daran und plane schon seit längerem, mir hier mal eine vernünftige Heimkino-Fassung zu besorgen. Der Text auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte bestätigt mich darin noch einmal.

– Interessantes Projekt: Annika Stelter schaut sich auf Die Filme, die ich rief chronologisch durch die Filmgeschichte und ist mittlerweile bei 1926 und einem meiner absoluten Lieblingsfilme angekommen: Buster Keatons „The General“.

– Auf der Berlinale wurde Thomas Arslans neuster Film „Gold“ ziemlich niedergemacht. Jetzt kommt er in einer überarbeiteten und gestrafften Form in die Kinos. Peter Gutting ist auf cinestatic.de zwar völlig überzeugt, aber so schlecht, wie er überall gemacht wurde, findet er den Film jetzt auch nicht.

– Action-Spezialist Oliver Nöding hat auf Remember it for later Arnold Schwarzeneggers Comeback „The Last Stand“ besprochen und kommt dabei zu ähnlichen Ergebnissen wie ich bei meiner Review.

– Camera Obscura hat mal wieder einen fast vergessenen, obskuren Giallo auf den Markt gebracht: „Un bianco vestito per Marialé“ von „Nightmare“-Regisseur Romano Scavolli. Nils Fortmann bespricht den Film auf Negativ. Obwohl er von der Aufmachung vollauf überzeugt ist, findet er den Film selber allerdings eher weniger sehenswert. Die Screenshots, die seine Review begleiten, machen allerdings trotzdem großen Appetit auf das Werk.  Sein Kollege Michael Brodski ist wiederum vollauf begeistert von dem japanischen Drama „She and He“von 1963.

– Christian Liemke hat auf DVDuell eine kurze Einführung von Martin Scorsese zu Alfred Hitchcocks „Bei Anruf: Mord“ gefunden.

– Auf Grün ist die Heide beschäftigt sich Udo Rotenberg mit dem deutschen Kriegsfilm zwischen 1954 und 1960. Interessantes Thema. Ausführlich bespricht er in diesem Zusammenhang Bernhard Wickis „Die Brücke“. Ich erinnere mich noch zu gut, dass der einmal in unserer Schul-Aula gezeigt wurde. Das muss sogar auf 16 oder 35mm gewesen sein, da zu der Zeit Video noch in den Kinderschuhen steckte und Beamer noch Science-Fiction waren. Übrigens der einzige Film, den wir jemals so vorgeführt bekamen.

– Letzte Woche habe ich hier ja auf den ersten Teil eines Interviews mit „Monster Uni“-Regisseur Dan Scanlon und Produzentin Kori Rae auf Digitale Leinwand hingewiesen. Hier ist nun der zweite Teil.

– Auf Reihe Sieben stellt Martin Beck die Schwarzenegger/Stallone-Kollaboration „Escape Plan“ (ehemals „The Tomb“) vor, der im November in die Kinos kommen soll. Für mich aber viel spannender: Ein erster Schnipsel aus Lars Von Triers „Nymphomaniac“.

Stubenhockerei stellt zwei wichtige Avantgarde-Filme vor. Zunächst „Fata Morgana“ von Werner Herzog, die ich beide sehr gerne mag (also Film und Herzog). Ferner Stan Brakhages frühen Kurzfilm „Reflections On Black“ von 1955. Ich muss mal wieder mehr Experimentalfilme gucken. Die habe ich in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt.

– Patrick Holzapfel beschäftigt sich auf Jugend ohne Film weiterhin mit dem rumänischen Film und stellt den Regisseur und Drehbuchautor Corneliu Porumboiu vor, der durch seinen zweiten Spielfilm „Poliţist, Adjectiv“ international bekannt wurde.

29.06.: Buster Keatons „Seven Chances“ mit Live-Musikbegleitung im City 46

Von , 27. Juni 2013 22:51

sevenchancesIch habe es in letzter Zeit leider immer mal wieder versäumt, auf die Stummfilm-Vorstellung mit Live-Musik im City 46 hinzuweisen. Da nun am Samstag das (vor)letzte Stummfilm-Event (es folgt im August noch ein Charlie-Chaplin-Festival mit dem Landesjugendorchester Bremen) vor der Sommerpause ansteht, will ich es nicht versäumen, dafür ein wenig die Werbetrommel zu rühren.

Die cinephile Welt teilt sich ja in zwei Gruppen auf. Die, für die Charlie Chaplin der größte Stummfilm-Komiker ist, und die, die Buster Keaton dafür halten. Ich bekenne mich ohne Umschweife zur letzteren. Ja, ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, er ist einer der genialsten Filmemacher überhaupt. Ein Meister der Humors und Wegbereiter der modernen Action-Comedy. Ach was, des Actionfilmes überhaupt! Wer mir nicht glaubt, soll sich einmal sein Meisterwerk „The General“ angucken oder Jackie Chan fragen.

Am Samstag, den 29.6. um 20:30 Uhr zeigt das City 46 seinen Spielfilm „Seven Chances“ und vorab eine aus Fragmenten restaurierte Fassung seines verschollenen Kurzfilms „Day Dreams“. Begleitet wird der Film wie immer von Ezzat Nashashibi. Er schreibt zu seiner Begleitmusik:

„Trotz des hohen Slapstick-Anteils (den ich gerne mit Geräuschen stütze ) hat der Film durchaus auch leise, tragische Momente. Diese gilt es nicht zuzulärmen. (Das schreibe ich, weil ich gerade einen Stummfilm gehört / gesehen habe, der offensichtlich mit dem Klang eines mechanischen Klaviers unterlegt wurde. Irgendwann habe ich den Ton ausgeschaltet…).“

In „Seven Chances“, der in Deutschland auch unter dem Titel „Buster Keaton – Der Mann mit den 1000 Bräuten“ lief, spielt Buster Keaton den schüchternen Jimmie, der mit seinem Geschäftspartner Billy vor dem Bankrott steht. Da erfährt Jimmie, dass er von seinem verstorbenen Großvater sieben Millionen Dollar erben wird – falls er bis spätestens 7 Uhr abends verheiratet ist. Da seine Angebetete Mary ihn abweist, gibt sein Partner Billy eine Suchanzeige in der Zeitung auf.

Berühmt ist der Film vor allem für die rasante Action-Szene, in der Buster Keaton als Jimmie vor einer ganzen Armee heiratswilliger Frauen fliehen muss.

DVD-Rezension: “The Last Stand”

Von , 26. Juni 2013 21:25

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Ray Owens ist Sheriff in der Kleinstadt Sommerton Junction an der Grenze zu Mexiko in Arizona. Eigentlich hat er seinen freien Tag, doch dieser entwickelt sich ganz anders als geplant. In Las Vegas bricht der berüchtigte mexikanische Drogenkönig Gabriel Cortez aus dem Gewahrsam des FBI aus und flüchtet in einer umgebauten Chevrolet Corvette C6 ZR1 und der FBI- Agentin Ellen Richards als Geisel. Mit 200 Meilen pro Stunde rast er auf Sommerton Junction zu. Dort errichtet ein paramilitärisch organisierter Söldnertrupp über einem schmalen Canyon eine behelfsmäßige Brücke von den USA nach Mexiko. Sheriff Owens Leute kommen ihnen dabei in die Quere und geraten in ein heftiges Feuergefecht. Das war’s dann mit Owens freiem Tag.

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Da ist er nun also. „The Last Stand“ – Der Comeback-Film von „unserem“ Arnie. Nachdem er mit einem kurzen und einem etwas längeren Auftritt in den „Expendables“ schon mal wieder in die bleigeschwängerte Actionfilm-Luft geschnuppert hat, spielt er nun das erste Mal seit neun Jahren wieder eine Hauptrolle. Und diese neun Jahre sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Sein Job als „Governator“ hat Spuren hinterlassen. Nicht nur im faltigen Gesicht und dem nun nicht mehr so pompös aufgepumpten Oberkörper. Seine nicht immer besonders erfolgreichen politischen Aktivitäten und die peinlichen Skandale der letzten Jahre haben Arnold auch als Ikone ein wenig schrumpfen lassen. Darum tut es gut, dass er sich für seine Rückkehr ins Filmgeschäft einen eher kleinen Film ausgesucht hat, der ernsthaft zur Sache geht und sein eh schon angeschlagenes Image nicht noch weiter ins Lächerliche zieht. Auch hängt er sich nicht verzweifelt an einstige Erfolge (was uns allerdings mit geplanten Sequels zu „Terminator„, „Twins“ und „Conan“ noch ins Haus steht). Schwarzenegger meldet sich mit einem sauberen, kleinen B-Movie zurück, das altbekannte Standardsituationen aus dem alten Westen in die Neuzeit verpflanzt und einem talentierten asiatischen Regisseur die Chance gibt, erst einmal seinen Fuß in die Hollywood-Tür zu stellen. Schwarzenegger tritt dabei in die Fußstapfen des alten Westerners John Wayne, der ja auch noch mit 65 Jahren den harten Hund geben konnte, ohne dass es lächerlich gewirkt hätte.

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Ja, Schwarzenegger ist tatsächlich in dem Alter angekommen, wo andere in Rente gehen. Aber davon ist bei ihm noch lange nicht die Rede, wenn man einen Blick auf die lange Liste von Projekten wirft, die momentan für ihn entwickelt werden. Und obwohl er noch immer kein guter Schauspieler ist (man glaubt es kaum, aber selbst Jean-Claude Van Damme ist ihm mittlerweile meilenweit voraus), versprüht er doch sofort eine massige und unverwechselbare Präsenz, wenn er im Bild erscheint. Ein Mann, der Respekt einfordert, und dem man ohne weiteres glaubt, dass er im Alleingang eine ganze Armee kurz und klein hacken würde. Sein schwerer, österreichischer Akzent scheint in den letzten Jahren noch um einiges breiter geworden zu sein – oder hatte man bereits vergessen, wie sich eine Schwarzenegger-Figur anhört? Dass er damit einen texanischen Sheriff (als der er eigentlich, bei objektiver Betrachtung, völlig fehlbesetzt sein sollte) spielt, der auch noch auf den uramerikanischen Namen Ray Owens hört, mag verwirrend sein, doch letztendlich egal. Schwarzenegger spielt immer Schwarzenegger, genauso wie – um ein letztes Mal diesen Vergleich zu ziehen – John Wayne immer John Wayne war. Egal, wie seine Figur jetzt heißt oder woher sie kommen soll. Am Ende des Filmes gibt es dann tatsächlich diesen Bruch zwischen der Figur Sheriff Ray Owens und dem ihn verkörpernden Schwarzenegger. Da rotzt Arnie dem (mexikanischen) Bösewicht ein „You make us immigrants look bad.“ hin.

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„The Last Stand“ markiert aber nicht nur Schwarzeneggers Rückkehr, sondern auch einen Neuanfang. Kim Jee-Woon hatte bereits in seinem Heimatland Südkorea – beginnend mit dem superben „A Tale of Two Sisters“ (der schon vor Kim in Amerika ankam und dort in ein Remake umgemodelt wurde), über den (für meinen Geschmack zu sehr) an das Hongkong-Kino der 90er angelehnte „A Bittersweet Life„, dem überkandidelten „The Good, the Bad and the Weird“ bis hin zu dem gnadenlosen „I Saw the Devil“ – eine beispiellose Erfolgsstory hingelegt. Kein Wunder also, dass nun der Ruf aus Hollywood kam. Wie einst seine Kollegen aus Hongkong, wie John Woo, Tsui Hark oder Ringo Lam, hat er sich hierfür ein actionlastigen, anspruchslosen B-Film ausgesucht. Und statt Jean-Claude Van Damme, der in den US-Debütfilmen ALLER vorher genannten die Hauptrolle spielte, ist es hier eben der gealterte Schwarzenegger, dessen Marktwert erst einmal getestet werden muss.

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Und Kim Jee-Woon erledigt seine Aufgabe sehr ordentlich. Die zahlreichen Actionszenen fühlen sich echt an und nur selten fallen schwerelose CGI-Effekte oder Pixel-Blut schmerzhaft ins Auge. Rasant nimmt der Film an Fahrt auf und mündet in einem sehr krachigen Finale. Das alles ist elegant inszeniert, lässt aber durchaus Platz für einige böse Rauheiten. Auch wenn man merkt, dass Kim Jee-Woons Herz nicht wirklich an dem hängt, was er da fabriziert (wie es auch einst bei seinen Kollegen aus Hongkong der Fall war), so liefert er einen professionellen Job ab und reiht sich damit in die Reihe der Regisseure ein, die Hollywood einst in den 40ern und 50ern mit handwerklich gut gemachten und höchst unterhaltsamen B-Western belieferte. Tatsächlich hätte das Drehbuch so auch gut in eben dieser Zeit entstanden sein können. Mit Pferden statt Autos und Kanonen statt Granatwerfern.

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Der Film verzichtet auf eine ausdifferenzierte Figurenzeichnung. Alle Charaktere kennt man aus unzähligen anderen Filmen. Hintergründe, oder gar charakterliche Tiefe, werden konsequent weggelassen, bzw. sind bereits dadurch gegeben, dass die Figuren so oder so ähnlich schon seit vielen Jahrzehnten durch die Filmgeschichte geistern. Neben Scharzeneggers archaischem Sheriff sind da der Rebell und Außenseiter, der sich in der Stunde der Not bewähren kann und zeigen, dass in ihm ein guter Kerl steckt. Seine Freundin, die ihn liebt, aber aus Prinzip nicht mehr mit ihm zu tun haben möchte. Der junge, naiv-sympathische Deputy, dem von der ersten Sekunde an „Opfer“ auf die Stirn gebrannt ist. Der alte Haudegen, der erst widerwillig, dann umso enthusiastischer den alten Helden unterstützt. Und natürlich der besessene FBI-Agent, der kein Verständnis für die „Dorfpolizei“ aufbringt. Kommt alles bekannt vor? Wie wäre es mit einem lustig-durchgeknallten Sidekick und einem skrupellos-verzogenen Gangsterboss, der glaubt sich alles kaufen zu können? Auch bekannt? Gratulation, das heißt, man hat in den letzten 60 Jahren den ein oder anderen Actionfilm oder Western geschaut. Wenn man freundlich sein möchte, spricht man da von Hommage an die gute, alte Zeit.

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Um einige Schauspieler tut es einem dann auch Leid. Von Eduardo Noriega, der in den 90ern in fast jedem wichtigen spanischen Genrefilm mitspielte, weiß man, dass er weitaus mehr kann, als arrogant und gefährlich zu gucken. Peter Stormare geht so in seiner Rolle als Redneck-Söldner auf, dass ich ihn tatsächlich nicht erkannt habe und glaubte, einen echten Texaner vor mir zu haben – und zu grübeln, wo ich den Typen schon mal gesehen habe. Luis Guzman sieht man immer gerne, und es ist erfreulich, dass er hier einige sehr coole Szenen spendiert bekommen hat. Der Rest fällt nicht besonders auf und Forest Whitaker spielt mal wieder Forest Whitaker.

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„The Last Stand“ ist ein völlig anspruchsloser, aber nichtsdestotrotz unterhaltsamer B-Film. Für Arnold Schwarzenegger ein durchaus befriedigendes Comeback, für Kim Jee-woon ein professionelles, handwerklich sauberes US-Debüt – auch wenn da für ihn sicherlich mehr drin gewesen wäre, hätte er sich ganz auf seine bereits eindrucksvoll bewiesenen Qualitäten besinnen können. Das Drehbuch kann man entweder “klassisch“ oder grob geschnitzt und eindimensional nennen. Beides ist wohl nicht so ganz verkehrt.

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Die DVD besitzt ein hervorragendes Bild und mächtige Soundeffekte. Wie immer sind diese lauter als die Dialoge und somit sollte man etwas aufpassen, bevor man den Ton zu hoch dreht und die Wände plötzlich wackeln. Die Extras sind gehobener Durchschnitt. Es gibt insgesamt 20 Minuten mit Deleted und Extended Scenes, ein 27-minütiges „Making Of“ (welches von daher ganz interessant ist, da man bei den Dreharbeiten überall grüne Leinwände herumstehen sieht. Das stößt einen dann mit der Nase darauf, dass doch viele Actionszenen per Computer entstanden sind) und ein 5-minütiges Promo-Interview mit Arnold Schwarzenegger. Schließlich kann man bei einer 3-minütigen B-Roll noch ein paar Blicke hinter die Kulissen werfen. Veröffentlichungstechnisch übertreibt es Splendid wieder einmal etwas: Der Film erscheint in vier unterschiedlichen DVD- und sechs BluRay-Versionen. Achtung: Die FSK16-Version ist gekürzt.

Originalfassungen in Bremen: 27.06.13 – 03.07.13

Von , 26. Juni 2013 16:04

Ich muss meinen Enthusiasmus der letzten Woche jetzt gleich wieder bremsen. Die anstehenden Sommerferien werden von den meisten Kinos nicht für Experimente mit O-Fassungen genutzt, sondern das Programm ist einigermaßen altbekannt und sogar etwas geschrumpft. Gut, sehen wir es positiv: Es macht die Entscheidung leichter, was man sich ansieht.

World War Z – Cinemaxx, Fr., Sa. und Mi. immer um 19:40 – Big-Budget-Zombie-Horror. Wer hätte das einst gedacht, wo alles, was nur im Entferntesten nach „Zombie“ roch, für den deutschen Videomarkt bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Mit Romero oder Fulci haben die modernen Zombies auch nichts mehr zu tun. Und statt Ken Foree oder Al Cliver kämpft heute Brad Pitt gegen die Untoten-Seuche. Und „Seuche“ trifft es wohl sehr gut, denn der moderne Zombiefilm ähnelt eher Seuchenfilmen wie „Outbreak“ oder „Contagion„. Trotz vieler Nachdrehs und Kompromissen, soll „World War Z“ aber doch wider Erwarten recht anständig geworden sein. Trotz Marc „Wackelkamera“ Forster auf dem Regiestuhl, der „Ein Quantum Trost“ so nachhaltig versaut hat.

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Man of Steel – Cinemaxx, So. und Di. jeweils 19:20 – Nachdem Zack Snyder mit “300” und “Watchmen” schon zwei kommerziell erfolgreiche Comic-Verfilmungen abgeliefert hat, darf er jetzt DEN Superhelden schlechthin inszenieren: Superman. Produziert vom ebenfalls einschlägig bekannten Christopher Nolan, versucht Warner nun mit seinen DC-Comic-Verfilmungen zu den weitaus erfolgreicheren Jungs von Marvel aufzuschließen. Nachdem der letzte Neustart des “Stählernen” an der Kinokasse ziemlich gefloppt ist, darf man auf das Resultat gespannt sein.

The Place Beyond the Pines – Cinemaxx, Mo., 1.7. um 19:30 & Schauburg, So. um 21:00 und Mi. um 21:15 – Grundsätzlich viel Gutes hört man über das neuste Werk von Derek Cianfrance. In einem tragischen, dreigeteilten Krimi-Drama spielt Shooting-Star Ryan Gosling eine der Hauptrollen. Unterstützt wird er von der schönen Eva Mendes und Bradley Cooper. Wer aufgrund des Trailers allerdings einen Action-Thriller erwartet, ist hier falsch. Es handelt sich in der Tat mehr um ein Vater-Sohn-Drama.

Promised Land – Gondel, So. 30.6. um 21:00 – US-Öko-Drama von Gus Van Sant mit Matt Damon (der auch am Drehbuch mitschrieb) und der großartigen Frances McDormand. Es geht dabei um das umstrittene Erdgas-Förderverfahren “Fracking” und darum, wie ein Gaskonzern skrupellos arme Farmer über den Tisch zieht und deren Land wahrscheinlich verseuchen wird.

Oslo, 31. August – City 46, Do., Sa-Mi. immer 20:00 Uhr – Bedrückendes norwegisches Drama um einen Drogensüchtigen, der nach vielen Monaten der Reha einen Tag Freigang bekommt, um an einem Vorstellungsgespräch teilnehmen zu können. Doch er findet sich in der Welt, die ihn zurückstößt, nicht mehr zurecht. Harter, deprimierender, aber auch sehr sehenswerter Stoff.

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Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 01.07. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 01.07. um 21:45

Das Bloggen der Anderen (24-06-13)

Von , 24. Juni 2013 23:20

bartonfink_type2– Ich mag Pixars „Monster AG“ ja sehr gerne. Wie ich generell eine Schwäche für die meisten Pixar-Filme habe. Die Idee aber, diesem Film ein Prequel zu verpassen, finde ich jetzt nicht wirklich prickelnd. Ansehen werde ich mir das dann aber trotzdem irgendwann, und vielleicht werde ich ja eines Besseren belehrt. Die Kritiken sind ja nicht so schlecht. Auf Digitale Leinwand kann man ein interessantes Interview mit „Monster Uni“-Regisseur Dan Scanlon und Produzentin Kori Rae lesen.

– Dazu passend schreibt Sir Donnerbolds Bagatellen mal nicht über „Die Monster Uni“ an sich, sondern über die Synchronisation. Gerade bei Disney und Pixar, wo in der Vergangenheit die deutschen Sprachfassungen mindestens auf Augenhöhe mit dem Original lagen, kein schlechter Ansatz.

– Mehr Mainstream: Auf Eskalierende Träume macht sich Sano Cestnik ein paar Gedanken über Zack Snyders „Man of Steel“, der bei ihm eine Gänsehaut verursacht hat.

– Mit „Man of Steel“ und das aktuelle Superlativen-Kino kann Alexander Gajic auf real virtuality wenig anfangen. Sein Text enthält noch mehr Links zu lesenswerten „Man of Steel“-Besprechungen, weshalb ich den interessierten Leser jetzt hier darauf verweise und das Thema damit abhake.

– Wer aber nicht genug von Superhelden-Verfilmungen bekommen kann, dem sei hier die detaillierte Liste aller demnächst anlaufenden, bzw. geplanten, Superhelden-Filme auf Filmherum empfohlen.

– Amüsant: Wie Hollywood den guten, alten Caspar David Friedrich für sein aktuelles Plakatdesign entdeckt hat, verrät screen/read.

– Doch genug von Hollywood. Wenden wir uns dem sehr viel spannenderen asiatischen Film zu. Auf Schneeland bespricht Michael Schleeh zwei japanische Erotikfilme von Ryuichi Hirokis. Von „M“ (nein, keine Verbindung zum Fritz-Lang-Klassiker) ist er zwar nicht gänzlich überzeugt, aber die Oniroku-Dan-Verfilmung „I am a S&M Writer“ legt er uns doch sehr ans Herz.

– Auf Hard Sensations führen Silvia Szymanski und Maria Wildeisen in ihrer spannenden Reihe „Vergewaltigung im Film“ ein Gespräch über „Rape! The 13th Hour“. Den muss ich auch, als Kopie auf VHS und in einer Umzugskiste verstaut, irgendwo in unserer Garage stehen haben. In den „wilden Zeiten“ tauschte ich nämlich noch schön old-school mit Filmfreunden in der ganzen Welt VHS-Tapes. Und ich erinnere mich, dass ich ziemlich am Ende dieser schönen, analogen Zeit, einen ganzen Schwung Tapes mit ziemlich miesen Kopien dieser sehr speziellen japanischen Rape-Filme bekam. Leider fiel das in die selbe Zeit, in der ich anfing, wie ein Eichhörnchen DVDs zu horten und so wanderten die Tapes dann nie wirklich in meinen bald ausgedienten VCR. Letzten Donnerstag soff dann unsere Garage unter der Last der massiven Regenfälle und aufgrund eines hoffnungslos verstopften Gullis ab. Doch bis zu den Umzugskisten mit den letzten VHS-Schätzchen kam das Wasser nicht. Göttliche Fügung, damit ich den Kram endlich mal digitalisiere und für meine Nachkommen rette? Wer weiß. Silvia und Marias Artikel überzeugt mich durchaus von der Dringlichkeit.

– Von Japan nach Korea. Robin Schröder nimmt sich auf Mise en cinema Bong Joon-hos hochgelobtes letztes Werk „Mother“ vor, das ich jetzt auch endlich mal sehen muss. Bongs vorherige Filme, insbesondere „Memories of Murder“, haben mir schon mal sehr gut gefallen.

– Zurück in Deutschland berichtet Harald Mühlbeyer auf screenshot weiterhin vom Festival des deutschen Films in Ludwigshafen und kann mit Rudolf Thomes und seinem Film „Ins Blaue“ so absolut gar nichts anfangen.

– Als Gegenposition dazu kann man auf filmgazette Wolfgang Nierlins enthusiastische Besprechung von Thomes „Das rote Zimmer“ lesen und als Tüpfelchen auf dem i auch noch gleich ein Interview mit Thome persönlich über eben jenen Film.

– Auf Jugend ohne Film bespricht Patrick Holzapfel den Film „The Loneliest Planet“ von Julia Loktev und nimmt dies zum Anlass, sich im Vorfeld einige interessante Gedanken zum Thema „Was ist Film“ zu machen. Dabei schreibt er einen klugen Satz, den ich hier gerne zitieren möchte: „Der von vielen dabei locker dahingesagte Unterschied zwischen Kunst- und Unterhaltungsfilm existiert nicht. Viel eher ist es ein Unterschied in der filmischen Sprache und da könnte man ganz einfach sagen, dass es entweder ein Film ist oder eben ein konsumierbares Laufbild.“. Ferner gibt es noch ein Interview mit dem rumänischen Regisseur Tudor Cristian Jurgiu zu lesen.

– Das passt wiederum hervorragend zu der Reihe über den Neuen Rumänischen Film, die Ciprian David auf Negativ führt. Im letzten Teil dieser Reihe geht es um den Film „Aurora“ von Cristi Puiu. An gleicher Stelle schreibt er auch etwas über einen von Klaus Lemkes bekanntesten Filmen aus seiner Münchener Zeit: „Ein komischer Heiliger“ mit Wolfgang Fierek und Cleo Kretschmer.  Sein Kollege Michael Brodski wiederum nimmt sich Sogo Ishiis „Isn’t Anyone Alive“ vor, der auf der Nippon Connection lief und Simon Born schreibt eine kurze Zusammenfassung dieses bedeutendsten Festivals des japanischen Films in Deutschland. Ich bin allerdings etwas traurig, dass Kitanos „Outrage Beyond“ relativ schlecht abschneidet. Auf den hatte ich mich sehr gefreut, nachdem ich ihn letztes Jahr beim International Filmfest Oldenburg verpassen musste.

– Lukas Foerster gesteht auf Dirty Laundry seine Liebe zu Gene-Autry-Western, was ich etwas bizarr finde, aber gut 😉

– Nochmal Hard Sensations. Dort hat Andreas Poletz einen schönen, enthusiastischen Text über einen Klassiker des amerikanischen 50er-Jahre-Paranoia-SF-Films geschrieben:“I married a Space Monster“.  Und Alex Klotz ist tief in die Welt der obskuren Filme eingetaucht und hat den mexikanischen „El clon de Hitler“ ans Tageslicht gezerrt. Silvia Szymanski hat „Teufel in Seide“ mit dem normannischen Kleiderschrank Curd Jürgens besprochen. Ich gebe zu, den Text habe ich selber aus Zeitmangel noch nicht gelesen, aber die Artikel von Madame S. kann man eigentlich immer blind empfehlen, was ich hiermit dann auch tue.

– 1994 hatte ich in unserer Videothek einen Film entdeckt, der mich damals durchaus begeistert und welchen ich als „Geheimtipp“ im Herzen trug: Anthony Wallers „Mute Witness“. Mittlerweile hatte ich ihn ganz vergessen und war umso erfreuter, ihn auf cargo wiederzuentdecken.

– Für mich von besonderem Interesse, da ich für das im November stattfindende Phantastival Bremen noch auf der Suche nach Kurzfilmen bin. Einige aus dem Bereich SF stellt Sascha auf Pewpewpew vor.

– Last but not least. Akira Kurosawas Film „Nachtasyl“, welcher auf einem Bühnenstück von Maxim Gorki beruht, kenne und schätze ich. Dass es bereits 1936 eine Verfilmung von Jean Renoir mit Jean Gabin gab, war mir neu. Umso interessanter fand ich dann den mal wieder hochspannenden und fundierten Text dazu, welchen Manfred Polak auf Whoknowspresents veröffentlicht hat.

Originalfassungen in Bremen: 20.06.13 – 26.06.13

Von , 19. Juni 2013 15:12

Okay, die Übersicht sieht auf den ersten Blick sehr dünn aus. Auf den zweiten Blick… auch. Aber vielleicht erinnert sich ja noch jemand an das „Favourites Film Festival“ im City 46, über welches ich gestern geschrieben habe. Da laufen ebenfalls noch massenhaft O-Fassungen, nur bin ich da jetzt zu bequem, die hier noch einmal alle separat aufzuführen und verweise auf mein gestriges Posting, sowie die Programmübersicht des Festivals.

Die Monster Uni – Cinemaxx, Fr./So./Mo. immer 17:05 – Endlich ein neuer Pixar-Film! Das ist die gute Nachricht. Die schlechte… wieder eine Fortsetzung und kein orginäres Werk. Wobei „Fortsetzung“ stimmt nicht, es ist ein „Prequel“ und erzählt, wie sich Mike und Sully einst auf der Monster Universität kennenlernten. Ich mag „Die Monster AG“ ja sehr gerne, darum hoffe ich mal, dieser zweite Film, macht dem Original keine Schande.

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Man of Steel – Cinemaxx, Do.-Mo. immer 20:00 – Nachdem Zack Snyder mit “300” und “Watchmen” schon zwei kommerziell erfolgreiche Comic-Verfilmungen abgeliefert hat, darf er jetzt DEN Superhelden schlechthin inszenieren: Superman. Produziert vom ebenfalls einschlägig bekannten Christopher Nolan, versucht Warner nun mit seinen DC-Comic-Verfilmungen zu den weitaus erfolgreicheren Jungs von Marvel aufzuschließen. Nachdem der letzte Neustart des “Stählernen” an der Kinokasse ziemlich gefloppt ist, darf man auf das Resultat gespannt sein.

Promised Land – Schauburg, Mi., 26.6. um 19:00 – US-Öko-Drama von Gus Van Sant mit Matt Damon (der auch am Drehbuch mitschrieb) und der großartigen Frances McDormand. Es geht dabei um das umstrittene Erdgas-Förderverfahren „Fracking“ und darum, wie ein Gaskonzern skrupellos arme Farmer über den Tisch zieht und deren Land wahrscheinlich verseuchen wird.

The Place Beyond the Pines – Schauburg, So., 23.6. um 21:00 – Grundsätzlich viel Gutes hört man über das neuste Werk von Derek Cianfrance. In einem tragischen, dreigeteilten Krimi-Drama spielt Shooting-Star Ryan Gosling eine der Hauptrollen. Unterstützt wird er von der schönen Eva Mendes und Bradley Cooper. Wer aufgrund des Trailers allerdings einen Action-Thriller erwartet, ist hier falsch. Es handelt sich in der Tat mehr um ein Vater-Sohn-Drama.

Before Midnight – Gondel, So., 23.6. um 21:00 – Zum dritten Mal nach “Before Sunrise” und “Before Sunset” hat Richard Linklater seine beiden Stars Ethan Hawke und Julie Delpy vor die Kamera geholt, um die Geschichte von Celine und Jesse weiter zu spinnen.

Französische Sneak Preview – Atlantis und Gondel, beide Mi., 26.06. um 21:00

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 24.06. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 24.06. um 21:45

20.-23. Juni: Das Favourites Film Festival – erstmals in Bremen

Von , 18. Juni 2013 21:40

FFF—2013_Poster_gelbIch freue mich ja immer, wenn in Bremen ein ambitioniertes Filmfestival auf die Beine gestellt wird und darum freue ich mich, an dieser Stelle auf das „Favourites Film Festival“ hinzuweisen, welches vom 20. bis 23. Juni 2013 erstmalig in Bremen (im City 46) stattfindet. Gezeigt werden ausschließlich Filme, die bereits auf Festivals im In‐ und Ausland einen Publikumspreis gewonnen haben. Insgesamt werden dabei 19 kurze und lange Spiel, ‐ Dokumentar‐ und Animationsfilme aus allen fünf Kontinenten gezeigt.

Organisiert wird das Ganze von Anna Jurzik und Paula Syniawa, zwei Absolventinnen der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Die Beiden haben 2010 den gemeinnützigen Favourite Films e.V. gegründet, mit dem Ziel, eine Plattform für besondere Festivalfilme zu schaffen. Sie verstehen Filmfestivals als parallele Plattform zum normalen Kinoprogramm. Insbesondere kleinere Festivals sorgen ihrer Meinung nach dafür, dass bestimmte Nischenfilme ein interessiertes Publikum erreichen: Filme aus Ländern jenseits von Deutschland, den USA oder Frankreich, Dokumentarfilme oder auch Kurzfilme. Filme also, die im regulären Kinobetrieb nur selten zu sehen sind.

Das Favourites Film Festival zeigt eine Auswahl solcher Filme, und zwar ausschließlich solche, die nicht von einer fachkundigen Jury, sondern von einem Festivalpublikum selbst ausgezeichnet worden sind. Anna Jurzik und Paula Syniawa glauben fest daran, dass die von ihnen ausgewählten Filme von vielen Menschen gesehen werden sollten.

Da bleibt mir nur noch, den Beiden fest die Daumen zu drücken, dass ihre tolle Idee auch vom Bremer Publikum angenommen wird. Ich persönlich würde vor allem den Film „Play“ empfehlen, von dem ich bereits sehr viel Gutes gehört habe und außerdem mag ich skandinavische filme. Ferner interessieren mich die Kurzfilme, die sich auch sehr interessant anhören – und vielleicht wäre da auch der eine oder andere Kandidat für das Phantastival dabei. Mal sehen, ob ich es schaffe.

Hier die Übersicht der Filme und der Sonderveranstaltungen. Weiter lesen '20.-23. Juni: Das Favourites Film Festival – erstmals in Bremen'»

Das Bloggen der Anderen (14-06-13)

Von , 14. Juni 2013 21:35

bartonfink_type2– Letzten November hatten wir die Ehre, beim Phantastival Bremen den Film „Berberian Sound Studio“ in einer Deutschen Kinopremiere auf 35mm zu zeigen. Leider hielt sich das Interesse an dem Film in Grenzen und auch unsere Bewerbung war unabsichtlich irreführend. Aufgrund der Berichterstattung in diversen Medien dachten wir, einen lupenreinen Giallo zu zeigen und führten den Film auch dementsprechend ein. Am Ende gab es lange Gesichter, denn die Erwartung, welche wir und das Publikum in den Film hatten, wurde nicht im Geringsten erfüllt. Als wir nachher im Foyer standen, hörten wir eigentlich nur enttäuschte Kommentare. Darum ist meiner Meinung nach wichtig, dass man von vornherein weiß, dass „Berberian Sound Studio“ eben NICHT der von der Werbung versprochene böse Giallo ist, sondern eher eine traumwandlerische, experimentelle Geschichte, die zwar in Musik und Stimmung den Giallo zitiert, aber keinesfalls einen behandschuhten Mörder hinter schönen Frauen hinterher schickt. Oliver Armknechts Besprechung auf film-rezensionen.de deckt sich recht gut mit meinen Gedanken nach dem Film. Zusätzlich wird der Film auch von Carsten Happe auf filmgazette rezensiert.

– Normalerweise interessieren mich die hart-bizarre japanische Splatterwelle nicht besonders. Aber „Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl“, den wir letzten Jahr in unserer Reihe „Weird Xperience“ gezeigt haben, hat mich doch überraschend gut unterhalten. Der Intergalactic Ape-Man stellt auf Intergalaktische Filmreisen die beiden 2008 entstandenen, für dieses Genre richtungsweisenden Filme vom gleichen Produzenten-Team: „Tokyo Gore Police“ und „Machine Girl“vor.

– Auf Reihe Sieben gibt es eine kurze Vorschau auf Bong Joon-hos neuen Film „Snowpiercer“ (sein englischsprachiges Debüt) in dem u.a. Tilda Swinton und John Hurt mitspielen.

– Zur Abwechslung mal eine Buchrezension. Ulrich Kriest ist auf filmgazette nicht vollends überzeugt vom ersten Band der neuen Reclam-Reihe „Stilepochen des Films“, der sich mit dem Neuen Deutschen Film beschäftigt.

– Auf Hard Sensations ist Michael Schleeh sehr angetan vom – auch von mir heiß erwarteten – neuen Rob-Zombie-Film: „The Lords of Salem“. Die Review macht mein Begehren nur noch größer. Wie gerne wäre ich zwischen dem 9.-12. Mai 2013 bei den B-Film Basterds in Nürnberg gewesen. Ich hatte sogar eine nette Einladung erhalten, aber aufgrund meiner neuen familiären Situation brauchte ich noch nicht einmal darüber nachzudenken. Silvia Szymanski aber war da und gibt auf ihre unnachahmliche Weise einen wunderbar zu lesenden Bericht, bei dem es nicht nur um die Filme geht, sondern auch um… ähhh.. anderes. Es war wohl sehr heiß in Nürnberg. Über die Frage, ob ich es wohl wagen würde, mich im Kino neben Silvia  zu setzen, werde ich jetzt wohl noch einige Nächte sinnieren. Und Joris Julius-Sabinus bespricht die scheinbar sehr sehenswerte Doku „Die Königin von Versailles“, den ich jetzt gerne sehen würde.

– Vorsicht: Ironie. Ein Lob von Thomas Groh auf die deutsche Filmförderung gibt es auf Negativ. Des Weiteren: Ciprian David setzt seine Reihe über die neue rumänische Welle mit dem Film „Tuesday after Christmas“ fort und Michael Brodski schreibt über „The Land of Hope“ von Sion Sono (von dem ich – ich mag es kaum schreiben – bisher noch keinen Film gesehen habe), der sich mit der Situation in Japan nach der Katastrophe von Fukushima beschäftigt.

– Dass der deutsche Film – aller Unkenrufe zum Trotz – lebt, unterstreicht Patrick Holzapfel auf Jugend ohne Film, wo er „Tore tanzt“ von Karin Gebbe bespricht, der auch in Cannes gezeigt wurde. Ferner berichtet er auch über den lang ersehnten neuen Film des großen Alejandro Jodorowski.

– Auf Eskalierende Träume unterhalten sich über Alexander Schmidt und Sano Cestnik über das spannende Kino des Mamoru Oshii, der mehr für seine Animes, als für seine Realfilme bekannt ist. Aber gerade diese stehen im Mittelpunkt des Gesprächs, welches mit „The Red Spectacles“ von 1987 beginnt.

– In dieser Woche findet in Ludwigshafen das Festival des Deutschen Films statt. Harlad Mühlbeyer von screen/shot ist dabei und liefert eine gute Vorberichtserstattung und bespricht die beiden Auftaktfilme „Schwestern“ und den bereits im Kino (fragt sich nur wo?) gelaufenen Gruselfilm „Du hast es versprochen“.

– Eine schöne Besprechung für einen großartigen Film liefert Robin Schröder auf Mise en cinema: Takeshi Kitanos Meisterwerk „Sonatine“.

– Einen interessanten Artikel hat Sascha auf PewPewPew geschrieben. Darin geht es um einige Geschichten, die mit Steven Spielberg zu tun haben. Richtig spannend wird es dann im letzten Drittel, wo einige Kommentare von Spielberg und seinem Spezi George Lucas wiedergegeben werden, wo sich die beiden an der University of Southern California vor den Studenten Gedanken über die Zukunft des Kinos gemacht haben.

– Den Film „Running On Empty“, den Sidney Lumet 1988 gedreht hat, kannte ich bisher nicht und hatte auch noch nichts drüber gelesen. Darum war ich jetzt überrascht, gleich an zwei Stellen einen Text über ihn zu finden. Einmal von Ekkehart Knörer auf cargo und dann von Nikolaus Perneczky auf Kinolaus.

– Ebenfalls auf Kinolaus: Walter Hills unterschätzter „Johnny Handsome“ mit Mickey Rourke.

– Merkwürdig, merkwürdig. Larry Cohens „God Told Me To“ habe ich gesehen. Ich besitze sogar die US-DVD. Aber ich kann mich beim besten Willen nicht an ihn erinnern. Gut, dass The Nolte auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte ihn noch einmal bespricht. Da kommen dann zumindest einzelne Bilder wieder hoch und der Vorsatz, den Film beizeiten ein zweites Mal zu sichten.

Originalfassungen in Bremen: 13.06.13 – 19.06.13

Von , 13. Juni 2013 22:33

Viele neue Filme und potentielle Blockbuster sind diese Woche auch in der Originalfassung unterwegs. Dabei sicherlich von vielen am Heißesten erwartet: Der neue „Superman“ von Zack Snyder. Aber auch für das Arthouse-Publikum gibt es wieder interessante Filme.

Man of Steel – Cinemaxx, 19.6. um 20:15 – Nachdem Zack Snyder mit „300“ und „Watchmen“ schon zwei kommerziell erfolgreiche Comic-Verfilmungen abgeliefert hat, darf er jetzt DEN Superhelden schlechthin inszenieren: Superman. Produziert vom ebenfalls einschlägig bekannten Christopher Nolan, versucht Warner nun mit seinen DC-Comic-Verfilmungen zu den weitaus erfolgreicheren Jungs von Marvel aufzuschließen. Nachdem der letzte Neustart des „Stählernen“ an der Kinokasse ziemlich gefloppt ist, darf man auf das Resultat gespannt sein.

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Olympus Has Fallen – Cinemaxx, Fr./Sa. immer 19:50 – Interessant. Worüber sich alle Rezensenten einig sind ist, dass es sich bei „Olympus Has Fallen“ um einen harten Brocken amerikanischen Hurra-Patriotismus mit schwer verdaulicher Propaganda handelt. Allerdings spaltet sich danach die Meinung. Die einen sehen ein gut gemachtes, actionreiches B-Movie, andere sprechen dem Film noch nicht einmal diesen Status zu. Die Handlung: „Stirb langsam“ im Weißen Haus. Gerald Butler allein gegen nordkoreanische Terroristen, die den Präsidenten der USA gefangen halten.

The Place Beyond the Pines – Cinemaxx, So. und Di. jeweils 19:50 & Schauburg, So., 16.6. um 21:00 – Grundsätzlich viel Gutes hört man über das neuste Werk von Derek Cianfrance. In einem tragischen, dreigeteilten Krimi-Drama spielt Shooting-Star Ryan Gosling eine der Hauptrollen. Unterstützt wird er von der schönen Eva Mendes und Bradley Cooper. Wer aufgrund des Trailers allerdings einen Action-Thriller erwartet, ist hier falsch. Es handelt sich in der Tat mehr um ein Vater-Sohn-Drama.

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Before Midnight – Schauburg, Mi., 19.6. um 19:15 – Zum dritten Mal nach “Before Sunrise” und “Before Sunset” hat Richard Linklater seine beiden Stars Ethan Hawke und Julie Delpy vor die Kamera geholt, um die Geschichte von Celine und Jesse weiter zu spinnen.

Tango Libre – Gondel, So., 16.6. um 21:00 – Das Filmland Belgien verfolgt mich zur Zeit. Aber das ist ja nichts Schlechtes. In der Gondel läuft diese belgische Tragikomödie um einen schüchternen Gefängniswärter, der sich in die Freundin zweier Häftlinge verliebt.

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Rendevous in Belgrad – City 46, Do., Sa.-Mo. und Mi. immer 20:00 –  Serbischer Film über vier Paare, die in der serbischen Hauptstadt Belgrad ihre ganz eigene Liebesgeschichte erleben. Mit Lars-von-Trier-Stammschauspieler Jean-Marc Barr. Sonntag mit Einführung: Andreas Bösche (Forschungsstelle Osteuropa).

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Valley of Saints – Ein Tal in Kaschmir – City 46, Do.-Sa., Mo./Di. Immer 20:30 – Indisch-amerikanischer Spielfilm. Der junge Gulzar lebt am Ufer des Dal-Sees in der indischen Provinz Kaschmir und arbeitet dort als Bootsmann. Als eine fünftägige Ausgangssperre über Kaschmir verhängt wird, lernt er die Wissenschaftlerin Asifa kennen und verliebt sich in sie. Dies öffnet ihm die Augen für die Probleme, vor denen er eigentlich am Liebsten davonlaufen würde.

Where Condors Fly – City 46, So., 16.6. um 20:30 – Dokumentarfilm über die Freundschaft und gemeinsamen Erlebnisse des russischen Dokumentarfilmers Viktor Kossakovsky und dem chilenischen Regisseur Carlos Klein, der von Kossakovsky für Dreharbeiten in Patagonien als Berater engagiert wurde. Vorgestellt von Beatrix Schwehm, Filmemacherin und Dozentin.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 17.6. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 17.06. um 21:45

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