Biennale 2009 in Venedig: Die Filme im Wettbewerb

Von , 31. Juli 2009 14:40

Zwischen dem 2. und dem 12.9. wird auf der Biennale in Venedig wieder um den begehrten Preis des Goldene Löwen gekämpft. Heute ist die Liste der Wettbewerbsfilme veröffentlicht worden.

Ich habe einmal die meines Erachtens nach interessantesten Beiträge rausgesucht:

„Baaria“ – der Eröffnungsfilm von Giuseppe Tornatore, der einst gleich mit seinem zweiten Spielfilm „Cinema Paradiso“ Weltruhm erlangte. Seitdem ist es etwas still um ihn geworden.

„Soul Kitchen“ – natürlich konzentriert sich die deutsche Berichterstattung auf den neuen Film von Fatih Akin. Die Besetzungsliste liest sich schon mal wie ein „Best of Fatih Akin“.

– „Yi ngoi“ – Action-Thriller von Cheang Pou-Soi, der bisher durch den in Fankreisen ziemlich abgefeierten Film „Dog Bite Dog“ aufgefallen ist.

– „White Material“ – der neue Film von Claire Denis, deren letzter Film „35 rhums“ gerade vor ein paar Monaten in Deutschland gestartet war. Isabelle Huppert spielt die Hauptrolle.

– „Mr. Nobody“ – international (Jared Leto, Diane Kruger) besetztes Fantasy-Drama von Jasco von Dormael, der mit dem Film „Toto der Held“ bekannt wurde.

– „Lourdes“ – von Jessica Hausner, die mit „Hotel“ vor einiger Zeit positiv aufgefallen ist.

– „Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans“ – Werner Herzog dreht ein Remake (!) eines Abel-Ferrera-Films (!!) mit Nicolas Cage (!!!) und Val Kilmer (!!!!) in den Hauptrollen. Klingt zumindest ungewöhnlich. Leider hat Herzog in den letzten Jahren zwar brillante Dokumentationen abgeliefert, aber seine Spielfilme (insbesondere der grausige „Invincible„) enttäuschten. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

– „Capitalism: A Love Story“ – der neue Michael Moore.

– „Il grande sogno“ – von Michele Placido, der hierzulande eher als Schauspieler („Allein gegen die Mafia„) bekannt ist.

– „36 vues du Pic Saint Loup“ – nach „Ne touchez pas la hache“ von 2007 ein weiteres Lebenszeichen des großen Jacques Rivette. Mit 84 Minuten für seine Verhältnisse ein „Kurzfilm“.

– „Survival of the Dead“ – ich glaub’s nicht! Ebenfalls im Wettbewerb, der mittlerweile 6. Zombie-Film vom quasi Erfinder des Genres: George R. Romero. Ungewöhnlich. Leider sind Romeros besten Tage schon seit Jahrzehnten vorbei. Da wage ich nicht mehr zu hoffen. Außerdem, nach „Day of the Dead“ hat er 20 Jahre die Finger von den Untoten gelassen und nun haut er schon den dritten Zombiefilm in gerade einmal 4 Jahren raus. Dem Mann fällt entweder nichts Neues mehr ein und/oder er jagt verzweifelt dem eigenen Mythos hinterher. Na ja, wahrscheinlich kriegt er auch nichts anderes mehr finanziert.

– „Tetsuo The Bullet Man“ – was ist das denn? Shinya Tsukamoto kehrt zu seinen Wurzeln zurück und dreht den dritten „Tetsuo“-Film. Da weiß ich auch nicht was ich davon halten soll. Andererseits hat Tsukamoto in der Vergangenheit oft bewiesen, dass er auch jenseits von „Tetsuo“ ein ganz famoser Regisseur ist (z.B. bei den großartigen „Vital“ oder „Tokyo Fist„). Andererseits ist er mit seinen letzten Projekten auch sehr in den Kommerz abgedriftet. Mal abwarten.

Wer mehr über die Biennale lesen möchte, kann das hier, hier und hier tun.

Rezension: „Kleine Tricks“ (Sztuczki)

Von , 31. Juli 2009 13:07

Im letzten Jahr sollte im Rahmen des Festivals „Filmland Polen“ auch der Streifen „Sztuczki“ laufen. Dieser wurde aber kurzfristig aus dem Programm genommen, da der Film in Deutschland einen Verleih bekommen hat und ganz regulär in die Kinos kommen sollte. Ein Jahr später ist es soweit: Unter dem Titel „Kleine Tricks“ ist der Film in der letzten Woche – begleitet von überschwänglichen Kritiken – in den deutschen Programmkinos gestartet und schlägt sich dort auch nicht schlecht. Laut programmkino.de belegt er den 4. Platz der so genannten „Arthaus-Charts“, noch vor dem auf unzähligen Plakatwänden beworbenen Keira-Knightly-Vehikel „Edge of Love“.

Da der Film in Polen schon 2007 in die Kinos kam (und dort u.a. den Preis als bester polnischer Film gewann), ist er in unserem Nachbarland schon etwas länger auf DVD zu haben.

„Kleine Tricks“ erzählt von dem Jungen Stefek, der im Grunde von seiner großen Schwester Elka großgezogen wird. Die Mutter hat nie Zeit für die beiden, der Vater hat kurz nach Stefeks Geburt die Familie verlassen. Elka bringt Stefek bei, dass man mit kleinen Tricks das Schicksal manipulieren kann. Eines Tages sieht Stefek im örtlichen Bahnhof einen Mann auf seinen Zug warten und ist felsenfest davon überzeugt, dass dieser Mann sein Vater sei. Von nun an hat er nur noch ein Ziel: Das Schicksal auszutricksen, um den „Vater“ wieder zur Familie zu bringen.

Weiter lesen 'Rezension: „Kleine Tricks“ (Sztuczki)'»

Originalfassungen in Bremen: 30.07.-05.08.09

Von , 30. Juli 2009 09:19

Mit „Hangover“ ist wieder ein aktueller Top-Film (zumindest was die Zuschauerzahlen angeht) im O-Ton zu sehen.
Ich war eigentlich der Meinung, dass im mittwöchigen Weser Kurier Magazin stand, dass in der Schauburg „Brüno“ wieder am Start sei, aber laut Schauburg Homepage wird der Film nicht mehr gezeigt. Da muss ich mich wohl verlesen haben.

Hangover – Cinemaxx, Sa. 12:30, So. 23:00, Mo. 20:30 – Erfolgskomödie aus den USA um vier Freunde und einen verhängnisvollen Junggesellenabend.

Harry Potter und der Halbblutprinz – Cinemaxx, Do-Mi, diverse Anfangszeiten – Er läuft und läuft… Harry Potter 6.

Slumdog Millionaire – Cinemaxx, Do-Mi, 14:00 und diverse Abendvorstellungen – DER Oscar-Abräumer 2008, was ich allerdings nicht so ganz verstehen kann.

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 21:45

NY Times Portrait: Roy Andersson

Von , 28. Juli 2009 16:59

Letztes Jahr lief im Kino 46 im Rahmen des „Sommerkinos“ der Film „Du Levende“ (deutscher Titel: „Das letzte Gewitter“, englisch „You, the Living“) des Schweden Roy Andersson.

Herr Andersson war mir schon sehr positiv durch seinen Kurzfilm „Härlig är jorden“ (englisch „World of Glory“) on 1991 aufgefallen, welcher sich auf der Kurzfilm-DVD „Cinema 16 – European Short Films“ befindet.
Sein bekanntestes Werk „Sånger från andra våningen“ („Songs from the Second Floor“) habe ich leider noch nicht gesehen, war aber von „Das jüngste Gewitter“ stark beeindruckt (wobei allgemein kolportiert wird, „Songs“ sei der stärkere Film). Andersons Stil ist höchst ungewöhnlich. Es werden kurze Szenen mit einer starren Kameraposition gezeigt. Farben und Tempo sind sehr zurück genommen, das Gezeigte auf mal humorvolle, mal verstörende Weise skurril. Die Stimmung ist schwer zu beschreiben – hier würde ich den Selbstversuch empfehlen.

In der „New York Times“ ist gerade ein kurzer Artikel zu seiner Person, welchen ich zum Kennen lernen empfehlen möchte. „Das jüngste Gewitter“ ist hierzulande sogar auf DVD (momentan zu einem kleinen Preis) zu haben, „Songs from the Second Floor“ hat bisher noch keine hiesige DVD-Auswertung erfahren. Schade – da bleibt nur der (Online-)Weg ins Ausland.

Hier geht’s zum Artikel!

1. Halbjahr 2009: Rekordeinnahmen für deutsche Kinowirtschaft

Von , 24. Juli 2009 14:56

Ob’s am chronisch schlechten Wetter liegt? Trotz Weltwirtschaftskrise feiert die deutsche Filmwirtschaft tiefschwarze Zahlen und Rekordergebnisse. Und das, obwohl ja angeblich die bösen Raubkopierer landauf – landab die Filmindustrie in den Ruin treiben. Deshalb werden ja nun auch bei den Vorführungen des neuen Harry-Potter-Streifens Überwachungsexperten mit Nachtsichtgeräten (siehe auch hier: Welt Online, Zeit, Netzeitung), auf das potentiell kriminelle Publikum losgelassen. Vielleicht filmt da ja jemand heimlich den Streifen mit seinem Handy (!!! Und selbst wenn, wer will sich so eine Aufnahme denn überhaupt antun?) mit.

Nun, die Zahlen sprechen eine andere Sprache und soooooo schrecklich schlecht, dass es einer solchen Spitzel-Attacken bedarf, kann es unseren Verleihern in Deutschland dann doch nicht gehen.

24.07.2009: Rekordhalbjahr für deutsche Kinos

Keine Krise in den deutschen Filmtheatern: die ersten sechs Monate 2009 bescherten der Kinowirtschaft ihre beste Bilanz sein fünf Jahren.

Entgegen der allgemeinen wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland erlebte die Kinowirtschaft im ersten Halbjahr 2009 einen regelrechten Boom.

Bis Anfang Juli machten die Kinos 409,54 Millionen Euro Umsatz und zählten 62,78 Millionen Besucher. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Umsatzplus von satten 13,5 Prozent und einem Besucherplus von 7,5 Prozent.

„Das ist sehr erfreulich, vor allem, wenn man das in Relation setzt zur gesamtwirtschaftlichen Lage in der Bundesrepublik“, so Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher.

Und obwohl Kassenhits wie „Illuminati“ einen großen Beitrag zu den guten Zahlen leisteten, betont der Geschäftsführer des Branchenverbandes HDF Kino, Andreas Kramer, dass die Erfolge nicht „auf ein oder zwei Blockbustern, die das Geschäft machen“ basieren. Auch kleinere Produktionen wie die deutsche Komödie „Männersache“ hätten sich zu Kassenschlagern entwickelt.

Eine weitere gute Nachricht: Auch das zweite Kinohalbjahr läuft viel versprechend an. Allein am vergangenen Wochenende wurde laut Statistik des Verbandes der Filmverleiher ein Rekordumsatz von 27,1 Millionen Euro erzielt: das ist beste Wochenendergebnis seit sechs Jahren und gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um schier unglaubliche 106,25 Prozent.

Quelle: filmportal.de

Originalfassungen in Bremen: 23.07.-29.07.09

Von , 23. Juli 2009 14:27

Im Westen nichts Neues…

Brüno – Schauburg, Do-Mi, 17:30 und 19:30 – Zum Dritten: die neue Fake-Doku von Sacha Baron Cohen. Nach „Borat“ holt er einen weiteren Charakter aus seiner legendären „Da Ali G Show“ auf die Leinwand: Brüno, den schwulen österreichischen Mode-Reporter.

Harry Potter und der Halbblutprinz – Cinemaxx, Do-Mi, 16:30, 19:30 (ausser Montag), 22:45 – Harry zaubert weiter… der sechste und vorletzte Teil der beliebten „Harry-Potter“-Serie.

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 27.7., 21:45

Sneak Preview (französisch) – Atlantis, Mi. 29.7., 21:00

Twilight – Biss zum Morgengrauen – Cinemaxx, Do-Mi, 14:00 (Mo. auch 20:00) – mal wieder im Programm (langsam wird’s langweilig), wahnsinnig erfolgreicher Teenie-Vampir-Schmonz.

„Fantômas“-TV-Serie von 1980 auf DVD

Von , 23. Juli 2009 14:02

Nicht Film, sondern Fernsehen – trotzdem interessant:
1980 wurde in Frankreich (in Co-Produktion mit dem ZDF) eine kurzlebige Mini-Serie (4 Folgen in Spielfilmlänge) um den Meisterverbrecher Fantômas produziert. Mit den Klamauk-Filmen aus den 60ern, in denen Jean Marais den Fantômas und Louis de Funès den Juve gaben, hatte sie allerdings nichts zu tun, sondern bezog sich direkt auf die Romane von Pierre Souvestre und Marcel Allain bzw. die legendären Filme die Louis Feuillade zwischen 1913 und 1914 schuf.

Ich erinnere mich noch gut daran, die Serie damals im Fernsehen gesehen zu haben und an eine sehr unheimliche und bedrückende Stimmung (irgendwas mit einer mörderischen Riesenschlange ist mir im Gedächtnis geblieben). Wobei ich zu Bedenken geben möchte, dass ich zum Zeitpunkt der Ausstrahlung zarte 10 Jahre alt war.

Nun habe ich die Chance, meine Erinnerungen aufzufrischen und zu überprüfen, ob die Serie wirklich so gruselig war, wie ich sie damals wahrgenommen habe. „Alias Entertainment“ (von diesem Label habe ich noch nie etwas gehört) bringt eine Doppel-DVD mit allen vier Folgen heraus. Leider befürchte ich eine Billig-Veröffentlichung, wofür die Tatsache sprechen würde, dass kein O-Ton, sondern nur die deutsche Tonspur enthalten ist. Warten wir’s mal ab.

Die DVD soll am 2. Oktober erscheinen. Extras gibt’s keine. Den Fantômas spielt der unvergleichliche Helmut Berger, Regie bei jeweils zwei Folgen führen Alt-Meister Claude Chabrol (!) und Juan-Luis Bunuel (genau, der Sohn).

Hier das Intro der TV-Serie:

YouTube Preview Image

Bis Ende August: Gastzugang zum „Cinomat“

Von , 17. Juli 2009 14:26

Gerade eben auf dvduell.de gefunden:

Bisher war der Zugang zum Cinomat, der Film-Datenbank der Filmzeitschrift “Film Dienst“, nur deren Abonnenten zugänglich. Dies hat sich nun geändert, wenn auch nur bis zum 31. August 2009. Heute wurde über einen Tweet bekannt gegeben, daß man sich bis zu dem Termin auch als Gast anmelden kann. Wie?

  1. Cinomat aufrufen
  2. Benutzername: fdgast
  3. Passwort: cinomat

Danke an Christian Lemke für diese Info!

„Inglourious Basterds“ – Tarantinos neuer Film ist fertig geschnitten

Von , 17. Juli 2009 14:12

Quentin Tarantino mag ich ja sehr gerne. Was ich nur gar nicht mag ist der unsägliche Hype um seine Person. „Ey, cool… Tarantino is voll geil. Kennste „From Dusk Till Dawn“? Bei solchen Sätzen dreht sich mir in schöner Regelmäßigkeit der Magen um. Da möchte man reflexartig zurückschnappen und Tarantino als überschätze Nulpe hinstellen. Allein, was kann er Mann dafür, dass ihn die falschen Leute toll finden? Tatsächlich ist Tarantino einer der leidenschaftlichsten Filmemacher unserer Zeit. Und er ist vor allem jemand, der das Medium aus tiefsten Herzen liebt. Seine Art und Weise Filmzitate zu nehmen, sie ordentlich gegen den Strich zu bürsten und dann collagenartig etwas völlig Neues daraus entstehen zu lassen ist brillant und macht höllisch viel Spaß. Egal, ob man die Zitate nun erkennt oder nicht.

Soweit die Vorrede. Warum ich den Typen gern habe, zeigt sich auch bei der neusten Nachricht, sein neues Opus „Inglourious Basterds“ betreffend.

Dieses wurde im Mai bei den Filmfestspielen in Cannes in einer Vorabfassung uraufgeführt. Die Kritiken waren.. nun ja.. sehr unterkühlt. Einer der Hauptvorwürfe: Zu lang, zu langsam. Ein beispielhafter Verriss dazu stand damals auf Spiegel Online:

„Das war der Produzent Harvey Weinstein, der viele frühere Filme Tarantinos wie „Pulp Fiction“ oder „Kill Bill“ verliehen hat und damit sehr reich und sehr mächtig geworden ist. Im Sommer wird er nun auch „Inglourious Basterds“ in den USA ins Kino bringen.

Reglos, mit einem Blick, der den übelsten Schurken dazu bringen könnte, sich auf der Stelle zu entleiben, starrte er seinen Regisseur an. Dem strömten die Worte so unkontrolliert aus dem Mund wie das Wasser aus den Poren, dabei lachte er immer wieder hysterisch.
Man konnte den Eindruck haben, Weinstein wollte nicht weniger als den Skalp von Tarantino.

Warum er so finster guckte? Man kann nur mutmaßen.

Vielleicht lag es daran, dass Tarantino auf dem Podium fröhlich erzählte, er könne sich mit allen Figuren des Films identifizieren, folglich auch mit Hitler (gespielt von Martin Wuttke) und Goebbels (Sylvester Groth), die in „Inglourious Basterds“ von einer Gruppe amerikanischer Soldaten und deutscher Überläufer bei einer Filmpremiere in Paris getötet werden sollen.

Oder lag es daran, dass der Regisseur nur wenige Monate nach Drehschluss einen Film abgeliefert hatte, der so viele Längen hatte, als handle es sich um die erste Rohschnittfassung?

Denn „Inglourious Basterds“ zu sehen ist so, als würde man dem Blut beim Trocknen zuschauen.

(…)

Tarantino beginnt mit totalem Stillstand – und nimmt danach langsam das Tempo heraus. Ohne jedes Gefühl für Timing walzt er seine Geschichte geschlagene 160 Minuten lang über die Leinwand.

(…)

In diesem Film passt wenig zusammen. Wenn sich Weinstein mit Tarantino noch einmal an den Schneidetisch setzt, gibt es viel tun.

Und mit einem feinen Skalpell wird es da nicht getan sein.“

Das klingt in der Tat so, als würde der Film vor der offiziellen Premiere noch einmal gekürzt. Insbesondere, da es sich bei der Cannes-Fassung tatsächlich noch nicht um den „Final Cut“ handelte, da zwischen Drehende und dem Termin in Cannes nicht genug Zeit dafür war.

Und was macht Quentin Tarantino? Schert sich einen Dreck um die Kritik und zieht sein Ding durch. Der Endschnitt ist nun fertig und der Film ist… sogar noch eine Minute länger als die Cannes-Fassung! Respekt.

Auf den Filmfestspielen in Cannes feierte Quentin Tarantinos neuester Streich Inglourious Basterds seine Weltpremiere.

Aufgrund der kurzen Dauer zwischen Beendigung der Dreharbeiten und dem Festival fertigte Tarantino innerhalb von ca. 6 Woche eine Art „Vorabversion“ von Inglourious Basterds an, um ihn in Cannes zeigen zu können. Diese hatte eine Laufzeit von ca. 151 Minuten. Nach der Uraufführung und dem Ende der Filmfestspiele setzte sich Tarantino erneut an den Schneidetisch, um seinen Finalcut zu erstellen.

Nach dem Schneideprozess hat das World-War-II-Drama jetzt eine Laufzeit von ca. 152 Minuten und wird in dieser Form am 20. August 2009 in die deutschen Kinos kommen.

Mittlerweile hat auch die MPAA den Film bewertet und ihn wie erwartet mit einem R-Rating passieren lassen. Die Begründung für die Freigabe liest sich wie folgt:
Rated R for strong graphic violence, language and brief sexuality

Quelle: Schnittberichte.com

Wie gesagt: Ich mag den Mann. 🙂

Das Kino 46 kehrt im August zurück…

Von , 17. Juli 2009 11:08

Ab dem 6. August kehrt das Kino 46 aus seiner Sommerpause zurück. Das Augustprogramm ist noch deutlich abgespeckt, enthält aber einige hochinteressante Filme, bei denen sich Bekanntes mit Unbekannten mischt. Schade, dass einige Highlights wohl mit meinem Sommerurlaub überschneiden, so dass ich z.B. „The Boss of it All“ von meinen Hochverehrten Lars Von Trier wieder nicht sehen werde können.

Alle Filme beginnen um 20:30 Uhr und werden im Original mit Untertiteln gezeigt.

Hier das Programm im Einzelnen:

Burn After Reading (6./7./8.8.) – rasch nach dem finsteren „No Country For Old Men“ haben die Coen-Brothers diese Komödie realisiert, die auch „Viel (schriller) Lärm um nichts“ heißen könnte. Ich kenne viele, die den Film gar nicht mochten. Ich fand ihn einfach göttlich.

Tangerine (9./11./12.8.) – eine deutsch-marrokkanische Co-Produktion und gleichzeitig auch ein Regiedebüt. Es geht um eine deutsch-marokkanische Frauenfreundschaft in Tanger.

Rachel Getting Married (13./14./15.8.) – Hochgelobtes US-Familiendrama von Jonathan Demme. Für die Rolle der Kym wurde Anne Hathaway 2009 für den Oscar-nominiert.

The Boss Of It All (16./18./19.8) – mal etwas anderes von Regiegott Lars Von Trier: Eine Komödie. Aber Von Trier wäre nicht Von Trier, wenn nicht auch dieser Film Ecken und Akten, sowie überraschende Brechungen hätte. Gedreht in „Automavision“. Dabei werden die Kameraeinstellungen und der Schnitt rein zufällig gewählt (quasi wie bei „Dittsche„).

The Wrestler (20./21./22.8.)- ist mein bisheriger Lieblingsfilm für 2009. Darren Aronofsky kommt nach dem esoterischen „The Fountain“ wieder auf dem Erdboden an und lässt Mickey Rouke einen in die Jahre gekommen Ex-Wrestling-Star im wahrsten Sinne des Wortes „verkörpern“. Mein Tipp!

Rumba (23./25./26.8.) – eine belgisch-französische Produktion. Kenne ich nicht, aber die Beschreibung klingt nach einer skurrilen Tragikomödie. Werde ich auf jeden Fall versuchen anzusehen.

It’s a Free World (27.28./29.8.) – von Altmeister des britischen Sozialdramas Ken Loach. Zwei Freundinnen machen eine Arbeitsvermittlungsagentur auf und geraten zwischen die Fronten von Menschenhändlern, skrupellosen Unternehmen und ausgebeuteten Arbeitern.

Café de los Maestros (30.8./1.+2.9) – Argentinisch-amerikanische-brasillianische Dokumentation über den Tango in Argentinien.

Panorama Theme by Themocracy