Biennale 2009 in Venedig: Die Filme im Wettbewerb

Zwischen dem 2. und dem 12.9. wird auf der Biennale in Venedig wieder um den begehrten Preis des Goldene Löwen gekämpft. Heute ist die Liste der Wettbewerbsfilme veröffentlicht worden.

Ich habe einmal die meines Erachtens nach interessantesten Beiträge rausgesucht:

„Baaria“ – der Eröffnungsfilm von Giuseppe Tornatore, der einst gleich mit seinem zweiten Spielfilm „Cinema Paradiso“ Weltruhm erlangte. Seitdem ist es etwas still um ihn geworden.

„Soul Kitchen“ – natürlich konzentriert sich die deutsche Berichterstattung auf den neuen Film von Fatih Akin. Die Besetzungsliste liest sich schon mal wie ein „Best of Fatih Akin“.

– „Yi ngoi“ – Action-Thriller von Cheang Pou-Soi, der bisher durch den in Fankreisen ziemlich abgefeierten Film „Dog Bite Dog“ aufgefallen ist.

– „White Material“ – der neue Film von Claire Denis, deren letzter Film „35 rhums“ gerade vor ein paar Monaten in Deutschland gestartet war. Isabelle Huppert spielt die Hauptrolle.

– „Mr. Nobody“ – international (Jared Leto, Diane Kruger) besetztes Fantasy-Drama von Jasco von Dormael, der mit dem Film „Toto der Held“ bekannt wurde.

– „Lourdes“ – von Jessica Hausner, die mit „Hotel“ vor einiger Zeit positiv aufgefallen ist.

– „Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans“ – Werner Herzog dreht ein Remake (!) eines Abel-Ferrera-Films (!!) mit Nicolas Cage (!!!) und Val Kilmer (!!!!) in den Hauptrollen. Klingt zumindest ungewöhnlich. Leider hat Herzog in den letzten Jahren zwar brillante Dokumentationen abgeliefert, aber seine Spielfilme (insbesondere der grausige „Invincible„) enttäuschten. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

– „Capitalism: A Love Story“ – der neue Michael Moore.

– „Il grande sogno“ – von Michele Placido, der hierzulande eher als Schauspieler („Allein gegen die Mafia„) bekannt ist.

– „36 vues du Pic Saint Loup“ – nach „Ne touchez pas la hache“ von 2007 ein weiteres Lebenszeichen des großen Jacques Rivette. Mit 84 Minuten für seine Verhältnisse ein „Kurzfilm“.

– „Survival of the Dead“ – ich glaub’s nicht! Ebenfalls im Wettbewerb, der mittlerweile 6. Zombie-Film vom quasi Erfinder des Genres: George R. Romero. Ungewöhnlich. Leider sind Romeros besten Tage schon seit Jahrzehnten vorbei. Da wage ich nicht mehr zu hoffen. Außerdem, nach „Day of the Dead“ hat er 20 Jahre die Finger von den Untoten gelassen und nun haut er schon den dritten Zombiefilm in gerade einmal 4 Jahren raus. Dem Mann fällt entweder nichts Neues mehr ein und/oder er jagt verzweifelt dem eigenen Mythos hinterher. Na ja, wahrscheinlich kriegt er auch nichts anderes mehr finanziert.

– „Tetsuo The Bullet Man“ – was ist das denn? Shinya Tsukamoto kehrt zu seinen Wurzeln zurück und dreht den dritten „Tetsuo“-Film. Da weiß ich auch nicht was ich davon halten soll. Andererseits hat Tsukamoto in der Vergangenheit oft bewiesen, dass er auch jenseits von „Tetsuo“ ein ganz famoser Regisseur ist (z.B. bei den großartigen „Vital“ oder „Tokyo Fist„). Andererseits ist er mit seinen letzten Projekten auch sehr in den Kommerz abgedriftet. Mal abwarten.

Wer mehr über die Biennale lesen möchte, kann das hier, hier und hier tun.

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