Originalfassungen in Bremen: 10.04.14 – 16.04.14

Wow, in dieser Woche ist ja ordentlich was los. Nicht nur, dass es reichlich frische Ware mit ein paar Highlights, wie z.B. „Snowpiercer“, gibt, auch das Atlantis, das Cinema und vor allem das CineStar sind endlich mal wieder bei der O-Ton-Sause dabei. Nicht schlecht. So könnte es jetzt eigentlich jetzt auch weitergehen.

A Long Way Down – Cinemaxx, Fr. 19:00 und Di. 20:30 – Stargespickte Nick-Hornby-Verfilmung mit Pierce Brosnan, Toni Colette und anderen. Vier Selbstmörder treffen sich in dieser Tragikomödie zufällig auf dem Dach eines Hochhauses und beschließen daraufhin, ihren Selbstmord bis zum Valentinstag aufzuschieben.

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Super-Hypochonder – Cinemaxx, F./So. um 20:30 – Nach dem mega-Erfolg „Willkommen bei den Sch’tis“ der neue Film von Dany Boon, in dem er wieder zusammen mit Kad Merad die Hauptrolle spielt. Es geht – wie der Titel schon sagt – um einen Super-Hypochonder, der sich bei seinem Psychiater einquartiert.

The Lego Movie – Cinemaxx, Do./Sa. um 20:30 – Darauf muss man einmal kommen: Aus Lego einen ganzen film zu machen. In den USA wurde diese mit einem unerwartet erfolgreichen Einspielergebnis belohnt und wie man hört, soll der Lego-Film auch gar nicht so schlecht sein, wie man bei der verrückten Prämisse denken sollte.

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Die Bestimmung – Divergent – CineStar, So., 13.4. um 20:10 – Teeni-SF-Film in dem die Menschen in einem totalitären Regime leben und in fünf Kasten eingeteilt sind. die 16-jährige Beatrice entdeckt, dass sie keiner dieser Kasten angehört, was ihr eine Menge Probleme bereitet…

Snowpiercer – Schauburg, Mi., 16.4. um 21:15 – Bong Joon-ho ist einer der erfolgreichsten Regisseure Südkoreas und „Snowpiercer“ seine erste internationale Produktion, für die er Chris Evans, Tilda Swinton und John Hurt gewinnen konnte. Der Film spielt im Jahre 203, nachdem sich eine Eisdecke über die Welt gelegt hat. Die letzten Überlebenden haben sich in einen Hochgeschwindigkeitszug gerettet, der Jahr auf Jahr um die Erde rast.  Mit Koreas Superstar Kang-ho Song.

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Her – Schauburg, So. 19:00 und Di. 12:00 – “A Spike Jonze Love Story”. Joaquin Phoenix verliebt sich in die Stimme seines Computers. Kein wunder, wird diese doch von Scarlett Johansson gesprochen. Ich kann mir ja eigentlich nicht vorstellen, dass ein Spike-Joneze-Film schlecht sein kann, weshalb ich mich hier trotz sehr durchwachsener Kritiken mal überrachen lassen würde.

Grand Budapest Hotel – Schauburg, So., 13.4. um 12:00 – Wes Anderson ist zurück und lädt ein zu einer Stippvisite im Grand Budapest Hotel. Weitere Gäste sind Ralph Finnes, Adrien Brody, Bill Murray, Tilda Swinton und Owen Wilson. Die Kritiken nach seiner Premiere auf der Berlinale waren überwiegend gut bis euphorisch.

Yves Saint Laurent – Atlantis, So., 13.4. um 20:00 – Französisches Biopic über den legendären Modemacher.

Per Anhalter durch die Galaxis – Cinema Ostertor, Sa., 12.4. um 17:00 – Die 2005 entstandene Verfilmung von Douglas Adams wunderbarem Buch. mit Martin Freeman und Sam Rockwell.

Capote – City 46, Do./Sa. 20:30 und Fr./Mo./Mi. um 18:00 – Der Film, der davon handelt, wie Truman Capote sein Meisterwerk „Kaltblütig“ schrieb, machte aus dem grandiosen Nebendarsteller Philip Seymour Hoffman endlich und verdientermaßen einen Star und Oscar-Gewinner.

The Master – City 46, Di 15.4. um 18:00 – Philip Seymour Hoffmans letzte große Rolle. In Paul Thomas Andersons neustem Film spielt er ein Sektenoberhaupt, das in den USA der 50er Jahre seine Macht ausbaut.

Die Frauen im Jazz – City 46, Mi., 16.4. um 20:30 – Doku von 1986. Mit Einführung: Evelyn Friesinger, Sängerin.

Nodo jiman – City 46, Di., 15.4. um 20:30 – Japanischer Musikkomödie um einen populären Wettbewerb für Amateursänger. Eintritt frei.

Nostalghia – City 46, Do., 10.4. um 18:00 – Andrei Tarkowskis in Italien gedrehtes Meisterwerk

Paris Was a Woman – City 46, Do., Fr.-Mi. immer 20:00 – Doku von 1996 über weibliche Künstelrinnen und Intellektuelle im Paris der 20er Jahre.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 14.04. um 20:30

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 14.04. um 21:45

 

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DVD-Rezension: “The Twilight Zone – Die gesamte zweite Staffel”

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Mit der zweiten Staffel der „Twilight Zone“ halten nun zwei entscheidende Merkmale der Serie ihren Einzug, die sie unverwechselbar machten und noch bis heute definieren. Zunächst einmal wurde Bernard Herrmanns Titelmusik aus der ersten Staffel gegen das berühmte „Twilight Zone“-Thema von Marius Constant ausgetauscht. Constants Titelthema wird noch immer in der populären Kultur benutzt, wenn irgendwo merkwürdige, übernatürliche Dinge passieren oder angedeutet werden soll, dass etwas Mysteriöses vor sich geht. Eine ähnliche Bedeutung hat seitdem höchstens noch das „Akte X“-Thema erreichen können. Zum anderen tritt der Erfinder der „Twilight Zone“, Rod Serling, deutlicher in den Vordergrund. In der ersten Staffel hatte er lediglich als Erzählerstimme in die Episoden eingeführt. Nun tritt er selber am Anfang der Folge auf, um den Einführungstext zu sprechen.

In der ersten Staffel begann jede Folge mit den Worten: „There is a fifth dimension, beyond that which is known to man. It is a dimension as vast as space and as timeless as infinity. It is the middle ground between light and shadow, between science and superstition, and it lies between the pit of man’s fears and the summit of his knowledge. This is the dimension of imagination. It is an area which we call the Twilight Zone.“ Dies wurde nun in das heute besser bekanntere „You’re traveling through another dimension, a dimension not only of sight and sound but of mind; a journey into a wondrous land whose boundaries are that of imagination. That’s the signpost up ahead—your next stop, the Twilight Zone.“ geändert. Da es sich bei „Twilight Zone“ um eine für damalige Verhältnisse recht teure Produktion handelte, wurde Serling von seinem Produzenten oftmals genötigt, Geld zu sparen, was dazu führte, dass sechs Episoden dieser Staffel auf billigem Videotape statt auf echtem Film aufgenommen wurden.

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Die zweite Staffel besteht aus 29 Folgen, darunter auch zwei der populärsten „Twilight Zone“-Folgen. „Eye of the Beholder“ und „The Invaders“ und einige weitere, die in der Gunst der Fans ganz weit oben stehen.

Eye of the Beholder“ (Fluch der Schönheit, Folge 42) ist eine klassische Rod-Serling-Episode, in der er seine Lieblingsthemen wie Toleranz und Gleichberechtigung behandelt. Die Folge ist sehr stimmungsvoll gefilmt, lebt von seinen Schattenspielen und natürlich der markanten Stimme von Maxine Stuart, welche die unter Bandagen unkenntliche Hauptperson spielt. Sind die Bandagen dann weg, wird diese von Donna Douglas gespielt. Die Szene in der ihr die Bandagen abgenommen werden ist ausgesprochen stimmungsvoll und unheimlich in Szene gesetzt und wurde später häufig parodiert, z.B. in den „Simpsons“ oder „Family Guy“. Insgesamt fällt diese Episode durch einen sehr gradlinigen und effektiven Ablauf auf, der das scheinbar offensichtliche Geschehen langsam immer mehr verfremdet bis es zu der überraschenden Auflösung kommt. Kennt man allerdings die Pointe, sind die Versuche, diese zu verschleiern, recht auffällig und lenken eher von der eigentlichen Geschichte ab.

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Auch „The Invaders“ (Invasion der Zwerge, Folge 51) handelt von einer Perspektivenverschiebung, ist aber in erster Linie eine grandiose One-Woman-Show von Agnes Moorehead, die hier ganz allein und ohne Dialog agiert. Ihr Kampf gegen die merkwürdigen, kleinen Gestalten, die mit einem UFO auf ihrem Dach gelandet sind, ist einfallsreich und spannend inszeniert. Wieder wird auch auf eine sehr atmosphärische Inszenierung gesetzt, die an den expressionistischen Stummfilm erinnert – wie auch der fast völlig Verzicht auf Sprache. Bedenkt man dann noch, dass die ganze Geschichte in einer räumlich stark begrenzten Szenerie spielt, ist es umso bemerkenswerter, wie kurzweilig dieses formidable Ein-Personen-Stück gelungen ist.

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Sowohl „Eye of the Beholder“ als auch „The Invaders“ wurden von Douglas Heyes in Szene gesetzt. Dieser merkwürdigerweise Zeit seines Lebens nur für das Fernsehen gearbeitet, bis auf eine Ausnahme 1966 als er eine eher bedeutungslose „Beau Gest“-Verfilmung inszenierte. Was schade ist, denn gerade seine „Twilight Zone“-Beiträge zeigen ihn als sehr talentierten Regisseur mit einer Vorliebe für das Kreieren stimmungsvoller, mit ihren Licht- und Schattenspielen an die Klassiker des Film Noir oder der frühen Universal-Horrorfilme gemahnenden, Kabinettstücken. Seine Meisterschaft darin, kommt auch bei „The Howling Man“ (Der Mann in der Zelle, Folge 41) deutlich zum Vorschein. Hier flackern die Fackeln, die Kamera zoomt in verschwitzte Gesichter und kippt gerne mal nach links oder rechts, was den verkanteten Bildern eine traumgleiche Atmosphäre gibt. Genrestar John Carradine gibt sich hier als Bruder Jerome die Ehre und erinnert ein wenig an Ian McKellens Gandalf aus „Der Herr der Ringe“. Auch Robin Hughes als mysteriöser, scheinbar unschuldig eingekerkerte „Howling Man“ weiß mit einer ausbalancierten Darstellung zu gefallen, während Hauptdarsteller H.M. Wynant ein wenig zu sehr Gas gibt. Die hübsche Auflösung – statt Gutes zu tun und jemanden zu retten, wird das Böse über die Welt gebracht – nimmt dann schon ein wenig das Ende von Polanskis „Tanz der Vampire“ vorweg.

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„The Howling Man“ war die erste Episode der zweiten Staffel, die nicht von Rod Serling, sondern von Charles Beaumont geschrieben wurde. Der leider viel zu früh gestorbene Kurzgeschichtenautor zeigt sich auch für die meiner Meinung nach schönste Episode der zweiten Staffel, dem wunderbaren „Long Distance Call“ (Das Spielzeugtelefon, Folge 58), verantwortlich. Hierbei handelt es sich um eine nette, kleine Geschichte über einen Jungen, der mit einem Spielzeugtelefon Kontakt mit seiner toten Großmutter aufnimmt, die ihn gerne bei sich hätte. Die Folge ist ausgezeichnet gespielt. Patricia Smith und vor allem Philip Abbott spielen die besorgten Eltern sehr eindringlich, und Abbotts verzweifeltet Monolog am Spielzeugtelefon bleibt noch lange im Gedächtnis. Ihr kleiner Sohn wird von Bill Mumy verkörpert, der dem heutigen Publikum wahrscheinlich als Lennier in „Babylon 5“ in Erinnerung ist, und im selben Jahr wie „Long Distance Call“ in Alfred Hitchcocks „Bang! You’re Dead“ aus der Reihe „Alfred Hitchcock presents“ ebenfalls einen Jungen mit einem gefährlichen Geburtstagsgeschenk gespielt hatte. Tatsächlich bekommt Mumy hier von seinen Eltern zunächst – wie in dem kurzen Hitchcock-Film – einen Spielzeugrevolver, bevor er dann das Spielzeugtelefon von seiner Großmutter erhält.

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„Long Distance Call“ ist eine von sechs Episoden, die aus Kostengründen in der zweiten Staffel auf billigem Videotape, statt auf Film gedreht wurden. Was man heutzutage leider an der bescheidenen Bildqualität merkt. Eine andere Episode war „Twenty-Two“ (Nummer 22, Folge 53) in der es um einen immer wiederkehrenden Albtraum gibt. Dieser wurde hübsch surreal und gespenstisch in Szene gesetzt. Ebenso wie die recht beachtliche Oberweite der Hauptdarstellerin Barbara Nichols. Der Albtraum, in der die Hauptdarstellerin einer geheimnisvollen Person in den Keller einer Klinik folgt, wo sie plötzlich einer unheimlichen Krankenschwester gegenüber steht, scheint fast eine Blaupause für ähnliche Träume in Wes Cravens Horrorklassiker „Nightmare – Mörderische Träume“ zu sein.

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Wie schon die Box der ersten Staffel, ist auch die bei Koch Media erschienene zweite Staffel eine perfekte Veröffentlichung und ein wahres Füllhorn an Infos und Extras. Nicht nur, dass fast alle Folgen von manchmal mehr als einem Audiokommentar begleitet werden und man sich die Musikspuren auch isoliert anhören kann, auf einer sechsten DVD befinden sich Radiohörspiele einiger Episoden, Interviews mit Beteiligten, zeitgenössische Werbung und eine komplette Folge der Game-Show „Liar’s Club“, die 1969 von Rod Serling moderiert wurde, sowie eine Folge der Serie „Suspense“ von 1953, für die Serling das Drehbuch schrieb.

Die Bildqualität der Folgen ist exzellent, nur die sechs auf Video aufgenommen Folgen fallen hier sehr deutlich ab. Was aber nicht dieser Veröffentlichung, sondern dem Ursprungsmaterial geschuldet ist. Vorbildlich!

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Das Bloggen der Anderen (07-04-14)

bartonfink_type2– Leider ist der großartige Zbyněk Brynych, dem wir psychotronische Meisterwerke wie „Die Weibchen“, „Engel, die ihre Flügel verbrennen“, sowie diverse großartige „Derrick“ und „Der Kommissar“-Folgen verdanken, den meisten Filmfreunden noch immer ein unbeschriebenes Blatt. Und selbst wer ihn kennt und verehrt, hat möglicherweise bisher nichts von seinem tschechischen Frühwerk gesehen. Wer sich damit auseinandersetzen möchte, möge einmal bei Stubenhockerei nachschlagen, wo sein 1965 entstandener „A pátý jezdec je strach“ (Der fünfte Reiter ist die Angst) vorgestellt wird.

– Auf Sennhausers Filmblog gibt es eine interessante Kritik zu Lars Von Triers „Nymphomaniac 2“.

– Sachen zum Lachen. PewPewPew hat das Alternative Ende von „Gravity“ entdeckt.

– Einer meiner All-Time-Favorites, Blake Edwards „Frühstück bei Tiffany’s“ wird von Ronny Dombrowski auf cinetastic.de besprochen. An dieser Stelle sei vermerkt, dass gestern der Darsteller der kontroversen Mr.-Yunioshi-Figur, Mickey Rooney, verstorben ist.  Found-Footage-Horror gibt es ja leider bis zum Erbrechen und in den seltensten Fällen ist das Resultat gelungen. Eine dieser Ausnahmen mit dem Titel „The Borderlands“ hat ebenfalls Ronny Dombrowski entdeckt. Und schließlich schreibt Frank Schmidtke über den neuen Schwarzenegger-Film „Sabotage“, der bei ihm trotz zahlreicher Schwächen recht gut wegkommt.

– Bei Komm und sieh sieht das ganz anders aus. Der erhält „Sabotage“ eine gnadenlosen und höchst verärgerten Verriss. Ganz im Gegensatz dazu kommt der deutsche Psycho-Thriller „Stereo“ mit Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu sehr gut weg und die Besprechung macht große Lust darauf, sich den Film anzusehen.  Gleiches gilt für Denis Villeneuves „Enemy“.

– Als angekündigt wurde, dass Johannes Schafs 1973 entstandener „Traumstadt“ bei Filmjuwelen erscheint, ging eine ganzes Oha durch das Netz. Ich gestehe, ich hatte vorher nichts von dem Film gehört, aber nach Oliver Armknechts Besprechung auf film-rezensionen.de kann ich die Begeisterung verstehen und möchte den Film nun auch möglichst bald sichten.

Apropos Johannes Schaf. Sein bekannterer „Trotta“, der 1971 entstand und nach einer erfolgreichen Kinoauswertung fast völlig in der Versenkung verschwand, ist ebenfalls bei „Filmjuwelen“ erschienen und wird von Udo Rotenberg auf Grün ist die Heide besprochen.

– Auf Hard Sensations nimmt sich Andreas Poletz Sidney J. Furys 1961 entstandenen und weitgehend vergessenen „Snake Woman“ vor.

– In den nächsten Tagen geht hier eine Buchrezenssion über einen Lex-Barker-Bildband online. Wer sich schon mal einstimmen möchte, kann dies bei Oliver Nöding auf Remember It For Later, der nach Jerry Cotton und Edgar Wallace nun bei Karl May angekommen ist und über die Verfilmungen, die 1962 mit „Der Schatz im Silbersee“ starteten, wie immer sehr lesenwert schreibt.

– Grindhouse-Nächte in Mannheim. Harald Mühlbeyer war dabei und berichtet auf screenshot über Corbuccis „Die Grausamen“ und Jürgen Rolands „Zinksärge für die Goldjungs“.

– Kaum zu glauben, aber es gab einmal einen wirklich gelungen Film noir aus deutschen Landen. Dass es sich dabei um einen Zeichentrickfilm über Katzen handelte, spielt dabei keine Rolle. Leider wurde das Experiment „Felidae“ nie wiederholt und sein Autor scheint es mittlerweile an den äußersten rechten Rand getrieben zu haben. Schade. Robin Schröder erinnert auf Mise en cinéma noch einmal an den gelungen Film und stellt auch noch Christopher Nolans frühe Fingerübung „Doodlebug“ vor.

Der breite Grad schreibt über Rokuro Mochizukis Mangetsu-Hanamura-Verfilmung „Minazuki“, von dem er sehr begeistert ist und als „Roadmovie über Basic Instincs“bezeichnet.

– Schlombie macht auf Schlombies Filmbesprechungen überraschend schnell weiter mit seinen „Besprechungen der Anderen“.

– Joachim Kurz spricht mit auf B-Roll aus dem Herzen: „Ich glaube, dass die durch das Digitale beförderte Allgegenwart des Kinos eine Gefahr beinhaltet: Die der Entwertung, der Inflation von Filmen. Und das wäre für mich eine wirkliche schlimme Entwicklung.“ Unbedingt lesen.

– Auf critic.de geht es weiter mit der Doris-Wishman-Retrospektive. Diesmal schreibt Michael Kienzl einen hochinteressanten Artikel über „Die Suche nach wiederkehren Bildern in Doris Wishmans „rohen“ Filmen.“

– Irgendwie sind die Fantasy Filmfest Nights in den Blogs etwas untergegangen. Immerhin war DasDingAufDerSchwelle dabei und weiß davon zu berichten.

– Ich hatte hier ja schon einige Male den polnischen Film „Ida“ erwähnt. Kristina Scholz hat ihn für Daumenkino gesehen und sich eine recht differenzierte Meinung gebildet.

– YP und PD unterhalten sich auf Film im Dialog über Spike Jonzes „Her“.

– Hat es jemand bemerkt? Die epd Film ist „gerelauncht“ worden und sieht jetzt aus wie die TV-Spielfilm. Alexander Matzkeit hat sich darüber auf – dem frisch umgezogenen Blog – real virtuality so seine Gedanken gemacht.

– Ganz groß auf meiner „Da-MUSS-ICH-MAL-HIN“-Liste: Das „Besonders Wertlos“-Festival. Alex Klotz war da und berichtet auf hypnosemaschinen.

– Gerold Marks hat für Digitale Leinwand einmal eingehend das neue Amazon-Angebot „Instant Video“ getestet.

Filme Welt stellt einige Theorien zu dem Ende des Scorsese-Films „Shutter Island“ zusammen.

– Happy Birthday, Michael Schleeh von Schneeland. (Nicht nur) anlässlich seines heutigen Geburtstag, möchte ich auf seine interessanten Berichte vom Hongkong International Filmfestival verweisen.

– Lukas Foerster von Dirty Laundry hat im Flugzeug den koreanischen Thriller „The Terror Live“ gesehen, den er sehr mochte.

– Manfred Polak stellt auf Whoknows presents den spanischen Künstler und Techniker José Val del Omar (1904-82) vor, den außerhalb seiner Heimat kaum jemand kennt. Der Welt hat er aber einige hochspannende Experimentalfilme hinterlassen, von denen hier nun drei vorgestellt werden.

– Zur Zeit kann man in den dritten Programmen den Film „Es werde Stadt“ von Martin Farkas und Dominik Graf sehen. Eine Ode an den Grimme-Preis und eine scheinbar untergegangene Fernsehkultur. In den sozialen Netzwerken wurde das Werk in der Aussage zwiespältig aufgenommen. Das Magazin des Glücks stellt den Film ausführlich vor.

– Wäre das hier Facebook, würde ich jetzt viele kleine Herzchen machen. Rainer Knepperges auf new filmkritik:Karten, Pläne und Modellbauten (III)“.

 

 

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DVD-Rezension: “Ninja: Pfad der Rache”

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Casey Bowman (Scott Adkins) leitet in Hongkong einen Dojo und ist mit Namiko (Mika Hijii) verheiratet, die ein Kind von ihm erwartet. Doch als Casey eines Abends nicht da ist, wird Namiko ermordet. Voller Zorn macht sich Casey auf die Suche nach den Mördern, die auch bald stellt und tötet. Casey versucht nun in Thailand im Dojo eines alten Freundes Nakabara (Kane Kosugi) Frieden zu finden. Doch dies misslingt spätestens, als ein Schüler irrtümlich für Casey gehalten und auf die selbe Weise wie Namiko umgebracht wird. Casey versucht nun auf eigene Faust herauszufinden, was hinter der ganzen Sache steckt. Die Spur führt zu dem Gangsterboss Goro (Shun Sugata), der im birmanischen Dschungel sein Hauptquartier hat.

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Der Ninja-Film war in den frühen 80er Jahren eine populäre Unterkategorie des Actionfilms, die – zumindest in meinem damaligen Bekanntenkreis – einen recht hohen Status genoss. Da wurden dann auch heimlich Wurfsterne gekauft und in der Schulpause der ein oder andere Baum damit malträtiert. Ich muss zu meiner Schande aber gestehen, dass ich bis auf „White Ninja“ mit Franco Nero (den ich aber damals nicht als echten Ninja-Film ansah, da Django und kein Asiat die Hauptrolle spielte) und den zweiten Teil von „American Ninja“ (der ja bei uns ja „American Fighter“ hieß und den ich damals schon ziemlich albern fand), mich nie in diesem Subgenre bewegt habe. So verpasste ich die legendären Filme mit Shô Kosugi und der Ninja als Filmfigur tauchte in meiner Filmerziehung lediglich als Nebenfigur in Shaw-Brothers-Filmen oder ähnlichem auf. In den folgenden Jahren spielte der Ninja im Actionfilme auch keine große Rolle mehr, und tauchte in meiner Wahrnehmung höchstens noch in Form der „Teenage Mutant Ninja Turtles“ oder Parodien wie „Beverly Hills Ninja“ auf.

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So entging mir der Film „Ninja„, den Isaac Florentine 2009 mit Scott Adkins in der Hauptrolle inszenierte. Wahrscheinlich wäre mir auch die Fortsetzung „Ninja: Der Pfad der Rache“ entgangen, hätte ich im Internet nicht so viel Gutes über einerseits Adkins und andererseits das „Ninja“-Sequel gelesen. Adkins war mir im All-Star-Ensemble-Film „Expendables 2“ aufgefallen, wo er eine kleine, aber prägnante Rolle als Handlangers des von Jean-Claude Van Dame gespielten Schurken Vilian inne hatte. Hoch im Kurs der Actionfans steht Adkins seitdem er in der „Undisputed„-Reihe vom „Ninja“-Regisseur Isaac Florentine mitgemacht hat. Nachhaltigen Rum erntete er in dem vierten „Universal Soldier“-Teil „Day of Reckoning„, der von den Kritikern euphorisch gefeiert wurde und aus Regisseur John Hymes (Sohn von Peter Hymes) die große Hoffnung für intelligente und außergewöhnliche Actionfilme machte. Der Engländer Adkins betreibt seit seinem 10. Lebensjahr Kampfsport und hatte nach einigen Gastrollen in britischen TV-Serien seine erste Filmrolle in Hongkong, wo er in dem Jackie-Chan-Film „Spion wider Willen“ auftrat. Es folgten weitere Martial-Arts-Filme in Hongkong, bis er mit seiner Rolle als Antagonist in Isaac Florentines „Undisputed II“ seinen Durchbruch hatte.

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Um „Ninja: Pfad der Rache“ zu sehen, muss man den ersten Teil nicht kennen. Es gibt zwar lose Verbindungen, doch der Film funktioniert hervorragend als eigenständiges Werk. Was auffällt ist die angenehm altmodische Schnörkellosigkeit mit der Florentine vorgeht. Die Geschichte verzichtet auf Füllmaterial und Zierrat, sondern spult seine Geschichte wie eine gut geölte Maschine ab. Der Grund, weshalb sich Casey auf den „Pfad der Rache“ begibt, wird in gerade mal 11 Minuten abgehakt. Danach geht es ab nach Birma, wo Casey zügig auf einen mysteriösen Crimelord angesetzt wird und der zweite Teil der Rache beginnt. Auch hier geht es – zum Teil wortwörtlich – Schlag auf Schlag und nach erfüllter Mission gibt es noch einen schnelle Epilog und das war’s dann. Keine unnötige Liebesgeschichte, kein Verlassen des Pfades. Darunter leidet etwas die Charakterisierung des Helden und alle weitere Figuren bleiben eindimensional. Aber der Film will ja auch kein großes Epos, sondern einen kurzweiligen Actionfilm abliefern.

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Während der erste Teil noch – wie man anderen Ortes lesen kann – cartoonmäßig angelegt war, ist „Ninja: Pfad der Rache“ düster und rau. Hier wird keine schöne Welt gezeigt. Alles erscheint wie in einem dreckigen Zwielicht. Und der Kamerawinkel wird stets so gewählt, dass der Bildausschnitt beengend und bedrückend wirkt. So wird Birma, wo jeder für den Crimelord zu arbeiten scheint, und Casey ständig unter Beobachtung steht, zu einem beängstigend klaustrophobischen Ort. Einen bemerkenswerten Kurzauftritt hat hier Vithaya Pansringarm, der strafende Polizist aus Winding Refns „Only God Forgives“. Als General Sung spielt er eine ähnlich abgeklärt, gnadenlose Rolle. Allerdings entreißt sein abruptes und reichlich unspektakuläres Ende der Figur all das Mystische, was zuvor aufgebaut wurde. Ebenfalls etwas verschwendet ist der beeindruckende Shun Sugata als Goro. Jede Szene in der der Finsterling auftritt, wird von seiner großen Präsenz geprägt. Leider taucht er nicht allzu oft auf.

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Wo „Ninja: Pfad der Rache“ punktet, sind die Action-Szenen, die sich dann auch ohne große Verschnaufpausen aneinanderreihen. Dass Isaac Florentine nicht nur Regisseur ist, sondern auch selber eine ganze Menge von Kampfsport versteht, merkt man dem Film jederzeit an. Satt bei den auf CGI, Wire-work oder dynamische Schnittgewitter zu setzen, wird hier noch ganz klassische Mann gegen Mann gekämpft. Die Kamera verliert sich dabei nicht in Detailaufnahmen, sondern hält respektvoll Abstand, um dem Zuschauer zu ermöglichen, die ganze Eleganz und Dynamik der Kämpfenden zu bewundern. So fallen die Kämpfe auch nicht durch spektakuläre Mätzchen, sondern durch Bodenständigkeit und erdigen Realismus auf. Und da nicht nur Adkins ein Meister seiner Kunst ist, sonder auch seine Gegenspieler über überdurchschnittliche Fähigkeiten verfügen, erinnern die Actionsequenzen an die besten klassischen Hongkong-Filme, bevor Computer und Greenscreen Einzug ins Filmemachen hielten.

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„Ninja: Pfad der Rache“ ist ein knackiger, schwer unterhaltsamer und gut gefilmter Kampfsportfilm mit einem physisch überragenden Hauptdarsteller, bei dem die auf das wesentliche reduzierte Geschichte, den Charakteren leider keine Möglichkeit zur Entwicklung gibt. Was dem schauspielerisch limitierten Scott Adkins allerdings zu Gute kommt.Als Actionfilm funktioniert das Ganze ausgezeichnet, auch wenn bis auf die spektakulären Kämpfe kaum etwas im Gedächtnis hängen bleibt.

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Die Splendid-DVD weist ein sehr gutes Bild und dynamischen Ton auf. Im Bonusteil findet man ein 6-minütiges Special, welches zunächst wie ein typisches Werbe-Feature anmutet, aber tatsächlich einige interessante Informationen zu den Dreharbeiten und Regisseur Isaac Florentine liefert. Bei der B-Roll bekommt noch ein paar Eindrücke, wie die Kämpfe entstanden.

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DVD-Rezension: “Fräuleins in Uniform – Eine Armee Gretchen”

armee gretchenAm Ende des 2. Weltkriegs werden junge, attraktive Frauen als sogenannte Blitzmädchen an die Front geschickt. Dort sollen sie nicht nur als Flakhelferin oder Nachrichtenfräulein Dienst tun, sondern auch durch körperlichen Einsatz die Moral der untergehenden Truppe heben. Gemustert werden Sie von dem väterlichen Arzt Dr. Felix Kuhn (Carl Möhner). Als dieser ein wenig zu häufig die blutjungen Mädchen untauglich schreibt, bekommt er Besuch von der Gestapo und wird in die Armee eingezogen. Auch seine beiden jungen Töchter Marga (Elisabeth Felchner) und Eva (Karin Heske) kommen nicht ungeschoren davon und müssen zukünftig bei den Blitzmädchen dienen.

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Nachdem Erwin C. Dietrich Anfang der 70er seine Sexfilm-Maschinerie zum Laufen gebracht hatte und mit Filmen wie „Blutjunge Verführerinnen“ oder „Mädchen,die nach Liebe schreien“ in den Bahnhofslichtspielen erfolgreich war, stand ihm scheinbar der Sinn nach Höherem. Einen aufwändigen Kriegsfilm wollte er drehen. Aber natürlich nicht zu aufwändig, dafür war Dietrich viel zu kostenbewusst, aber ein richtiger Ausstattungsfilm. Da traf es sich gut, dass in Jugoslawien günstig altes Kriegsmaterial zur Verfügung gestellt werden konnte. Davon hatten schon diverse andere europäische und amerikanische Filmproduktionen Gebrauch gemacht. Aber auch die eigenen jugoslawischen Großproduktionen profitierten von diesem Fundus an alten Waffen und Panzern. So wurde beispielsweise kurz vor „Eine Armee Gretchen“ der jugoslawische 2.-Weltkriegsfilm „Die fünfte Offensive“ gedreht, in dem kein geringerer als Richard Burton die Hauptrolle spielt – und zwar den späteren Diktator Tito! Von dieser Produktion konnte Dietrich dann so einige Kulissen und Ausstattungsgegenstände abstauben. Zudem war die jugoslawische Armee für ein paar Devisen durchaus bereit, für die eine oder andere Szene Männer abzustellen.

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Als Vorlage für seinen Film diente Dietrich der gleichnamige Roman von Karl-Heinz Helms-Liesenhoff, der 1947 erschienen war und dem noch zwei weitere Teile folgten. Ich kenne den Roman nicht, kann mir aber kaum vorstellen, dass er – wie Dietrichs Film – aus einer Abfolge von Sexszenen besteht. Da Dietrich der Film scheinbar besonders am Herzen lag und/oder er sich dadurch einigen Ruhm erhoffte, verzichtete er hier auf seine beiden Pseudonyme „Manfred Gregor“ (Drehbuch) und „Michael Thomas“ (Regie) und zeichnete den Film komplett mit seinem eigenen Namen. Ansonsten war wieder die übliche Dietrich-Crew an Bord. Walter Baumgartner sorgte für die Musik, während Peter Baumgartner die Kamera führte. Für die männlichen Hauptrollen konnte Dietrich Carl Möhner – der immerhin in Jules Dassins „Rififi“ einer der Hauptrollen gespielt hatte und auch in der Welt der Italo-Western und Eurospy-Filmen kein Fremder war – und Helmut Förnbacher engagieren. Unter den freizügigen Damen befinden sich Elisabeth Felchner, die zwischen 1970 und 1974 in einigen Sexfilmen – zumeist aus der Lederhosen-Abteilung – dabei war, sowie Karin Heske, die ihn ähnlichen Filmen kleine Rollen hatte. Die rothaarige Renate Kasché, spielte zuvor Rollen in Massimo Dallamanos frühem Giallo „Das Geheimnis der jungen Witwe“ und seiner Sacher-Masoch-Verfilmung „Venus im Pelz„, war ab 1970 aber bis auf zwei Ausnahmen nur noch in Report-, Lederhosen- und Kumpelfilmen dabei. Auch in Joe D’Amatos berüchtigtem „Emanuelle in America“ hatte sie einen Aufritt, als „Masturbating Redhead“.

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Die aktuelle DVD aus dem Hause Ascot Elite trägt den englischen Titel „Fräuleins in Uniform“. „So war’s in Opa’s bumsfiedeler Wehrmacht“ wäre allerdings der angemessenere Titel. Nun erwartet sicherlich niemand von einem Film aus dem Hause Dietrich eine ernsthafte Geschichtsstunde, aber der Umgang mit der deutschen Vergangenheit fällt schon überraschend lax aus. Böse Gestalten gibt es eigentlich keine, die Generäle sind alles väterliche Typen, die gerne mal mit gutem Rat zu Seite stehen. Selbst SS-Leute zeigen Verständnis für die Nöte armer Mädchen und verhalten sich durchaus mitfühlend. Die einzigen bösen Gestalten sind zwei Gestapo-Männer, die aber auch eher harmlos daherkommen, sowie ein fieser Soldat, der eine der Gretchen vergewaltigt. Bei einem anderen Offizier ist die schlimmste Tat dann, dass er mit einer anderen ins Bett steigt. Wenn sich dann noch hinter allen Büschen nackte Pärchen tummeln und in Slapstickmanier die Mädels bestiegen werden, dann erscheint der 2. Weltkrieg als harmloser Abenteuerspielplatz, was ich durchaus bedenklich finde.

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Generell spielt der Krieg eine untergeordnete Rolle. Kampfszenen gibt es nur wenige. Ein Fliegerangriff, bei dem aber nur ein junger Don Juan ums Leben kommt; ein Luftangriff, der aus der Sicht der Flakhelferin gezeigt wird und wo auch nichts spektakuläres passiert, und natürlich ein Angriff auf eine (männliche) Armeeeinheit, die aus einer Handvoll Soldaten besteht, die es dann auch irgendwie schaffen (wie wird nicht wirklich ersichtlich) mehrere sowjetische Panzer abzuwehren. Verwundete werden als dekoratives Element durch das Bild getragen und der Holocaust mit keinem Wort erwähnt. Zwar gibt es am Anfang ein halbjüdisches Mädchen, aber deren größte Repressalie ist es, dass sie nicht an die Front darf, um ihre Soldaten zu unterstützen. Selbst wenn eine „Ilsa“-ähnliche, kühle-strenge Blondine eingeführt wird, stellt sich diese am Ende wirklich nur als „Mutter der Kompanie“ heraus und wird nicht weiter genutzt.

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Jenseits dieser Verharmlosungen und Unwahrscheinlichkeiten ist aber auch das von Dietrich verfasste Drehbuch kein Ruhmesblatt. Der ganze Film wirkt wie die 10-minütige Super-8 Version eine 2-Stunden-Films. Ständig werden neue Charaktere und Nebenhandlungen eingeführt, nur um diese – manchmal schon direkt nach dem Ende der Szene – wieder fallen zu lassen. Als ob das Drehbuch einmal sehr viel dicker war, man aber aufgrund von Budgetschwierigkeiten nur ein paar Seiten filmen konnte und das Ganze dann eben mit belanglosen Sexszenen auf Spielfilmlänge gestreckt hätte. Da gibt es z.B. eine Gruppe junger Mädchen, die sich freiwillig zum Einsatz an der Ostfront melden, dem wird stattgegeben, die Mädels freuen sich und das war’s. Eine der Hauptfiguren hat auf einmal ein Liebesverhältnis mit einem Partisanen – woher, warum, wie, das bleibt alles im Dunkeln. Und in der nächsten Szene wird dieser dann hingerichtet. Kurzer Prozess, kurzes Weinen und schon ist diese Episode wieder vergessen. Einmal taucht ein frisch vom Schlachtfeld kommender Soldat auf eine dekadente Feier der Offiziere auf, wird dort bezirzt und wieder ist Schluss. All dies wird mit einer so großen Bedeutungsschwere inszeniert, dass man als Zuschauer zwangsläufig davon ausgehen muss, dass diese Szenen für den Film irgendwelche Relevanz haben müssen – haben sie aber nicht im Geringsten.

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Da man bei der Vielzahl der unzusammenhängenden Szenen keine Beziehung zu irgendeinem Charakter aufbauen kann und viele Handlungen schlicht nicht nachvollziehbar bleiben, interessiert man sich auch nicht sonderlich für die Figuren, was gepaart mit der generellen Harmlosigkeit des Filmes schnell zu Langeweile führt. Da die zahlreichen Sexszenen auch aus jedem x-beliebigen „Report“-Film stammen könnten und reichlich unspektakulär daher kommen, werden noch nicht einmal die niederen Instinkte der Sexploitation-Fans befriedigt.

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„Eine Armee Gretchen“ ist ein leider recht langweiliger Flickenteppich, der nicht nur den Krieg und das 3. Reich verharmlost, sondern es auch nicht schafft, eine halbwegs zusammenhängende und interessante Geschichte zu erzählen. Nebenbei werden auch noch alle etwas radikaleren, exploitiven Elemente links liegen gelassen.

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Das Bild der in der Reihe „Cinema Treasures“ erschienen DVD ist den Umständen entsprechend sehr gut. Der Ton liegt gleich vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch) vor. Zudem enthält eine fünfte Tonspur einen Audiokommentar von Erwin C. Dietrich und dem Filmhistoriker Uwe Huber. Unterhaltsam ist das Featurette „Achtung! Birgit!“ in dem Darstellerin Birgit Bergen von ihrem Leben und den Dreharbeiten berichtet. Wobei man hier und dort in Frage stellen kann, in wie weit sie sich richtig erinnert oder sich doch etwas zu gut ins recht Licht rückt. Der deutsche Trailer und eine Bildergalerie runden den Bonus ab.

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Originalfassungen in Bremen: 03.04.14 – 09.04.14

Wie vielleicht der Eine oder die Andere bemerkt hat, fielen die O-Töne letzte Woche aus. Grund war zu viel Stress im Job, und als ich endlich etwas Luft hatte, war die Woche auch schon fast vorbei. Diese Woche hat sich das noch nicht ganz entspannt, aber da die Liste nicht ganz so umfangreich ausfällt, schaufle ich mir mal etwas Zeit frei. Höhepunkt (*hihihi*) ist natürlich der zweite Teil von Lars von Triers „Nymphomaniac“. Auf „Her“, den neuen von Spike Jonze hatte ich mich eigentlich auch gefreut, aber die doch stark unterkühlten Kritiken lassen mich nun doch zögern.

Return of the First Avenger – Cinemaxx, Fr./So. um 20:45 – Captain America ist wieder zurück. Mir will ja nicht in den Kopf, warum man den englischen Originaltitel „The Winter Soldier“ in den ebenfalls englischen „deutschen“ Titel „Return of the First Avenger“ „übersetzt“, aber na ja. Ich war ja noch nie ein besonders großer Fan vom Cap, aber der Film soll recht gelungen sein.

[youtube width=“630″]https://www.youtube.com/watch?v=BzntMEtOUd4[/youtube]

Noah (3D) – Cinemaxx, Do.+Sa. um 20:45 – Bisher mochte ich ja jeden Film von Darren Aronofsky, aber nach den miesen Kritiken befürchte ich, dass er sich mit diesem Bibel-Epos mit Russell Crowe vielleicht verhoben hat.

[youtube width=“630″]https://www.youtube.com/watch?v=_OSaJE2rqxU[/youtube]

Nymphomaniac Teil 2 – Schauburg, So., 6.4. um 21:45 – Eigentlich sollte Lars von Triers Mammutwerk ja in einem stück in die Kinos kommen, aber das war dann wohl doch zu lang. Jetzt kommen die Kinofassungen gestückelt und die noch längeren „Director’s Cut“s laufen auf Festivals – und dann hoffentlich auch in der Heimkinoauswertung. Ich hoffe trotzdem inständig, beide Filme noch einmal im Kino sehen zu können.

[youtube width=“630“]https://www.youtube.com/watch?v=jY05rcPrAss[/youtube]

Her – Schauburg, Mi., 9.7. um 17:00 – „A Spike Jonze Love Story“. Joaquin Phoenix verliebt sich in die Stimme seines Computers. Kein wunder, wird diese doch von Scarlett Johansson gesprochen. Ich kann mir ja eigentlich nicht vorstellen, dass ein Spike-Joneze-Film schlecht sein kann, weshalb ich mich hier trotz sehr durchwachsener Kritiken mal überrachen lassen würde.

[youtube width=“630″]https://www.youtube.com/watch?v=ne6p6MfLBxc[/youtube]

Spuren – Tracks – Atlantis, So., 6.4. um 20:00 – Australisches Selbstfindungsdrama über die junge Robyn Davidson (gespielt von Mia Wasikowska), die 1977 zu Fuß und allein 2.700 Kilometer australische Wüstenlandschaft durchquerte.

Pans Labyrinth – City 46, Sa.-Mi. immer 20:00 – Eigentlich heißt der Film im Original ja „Das Labyrinth des Faun“ und von „Pan“ ist da keine Rede. Aber wie dem auch sein, Guillermo del Toros märchenhaftes und bitteres Meisterwerk über den spanischen Bürgerkrieg sollte man gesehen haben.

Die Einkesselung – City 46, Do./Mo./Di. um 19:00 – Kanadische Dokumentation, 160-minütige von Richard Brouillette über den Neoliberalismus und seine Folgen. am Donnerstag mit Einführung und Diskussion.

Charlie Mariano – Last Visits – City 46, Sa./So. 18:00 – Dokumentation über den Saxophonist und Weltmusiker Charlie Mariano.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 07.04. um 20:45

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 07.04. um 21:45

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Veranstaltungshinweis für Hamburg: „Motifs and Structures in the Cinema of Brian De Palma“

Brian de Palma

Allerorten die gleichen Probleme. Wie wir bei unserer Reihe „Weird Xperience“, ist auch die Kollegen vom Bizarre Cinema in Hamburg auf Mundpropaganda und Bewerbung über Blogs und Soziale Netzwerke angewiesen. Selbst das Highlight ihrer großartigen De-Palma-Retro wird nicht großartig in den „offiziellen“ Medien angekündigt. Darum ereilte mich die Bitte, auch hier auf meinem Blog auf die sehr spannende Veranstaltung an diesem Freitag, den 4. April, im Kino Metropolis hinzuweisen. Was ich einerseits als Kollege und unregelmäßiger Besucher der „Bizarre Cinema“-Reihe und andererseits als großer De-Palma-Liebhaber gerne tue.

Am Freitag werden der australische Filmwissenschaftler Adrian Martin und seine spanische Kollegin Cristina Alvarez Lopez in unserer Nachbarstadt zu Gast sein und nach einem Screening von De Palmas neuestem Werk „Passion“, zu dem sie auch eine Einführung geben werden, ab 21 Uhr mit Filmbeispielen Strukturen und Motive des De Palmaschen Werks erläutern.

Adrian Martin gilt als einer der aufregendsten Filmdenker weltweit, der – laut den Machern von Bizarre Cinema – in seinen unzähligen, fast immer frei im Netz verfügbaren Texten wie kein Zweiter Filme mit einer weitgehend jargonfreien Sprache zu analysieren und in ungewöhnliche theoretische und ästhetische Kontexte zu stellen versteht. Wenn man einen Text von ihm liest, kriegt man Lust darauf, Filme (noch mal) zu sehen, über sie zu sprechen, sie auseinanderzunehmen und wieder zusammenzusetzen.

Hier der Text aus dem Programm:

Count It Out: Motifs and Structures in the Cinema of Brian De Palma

Eine Weltpremiere: Der australische Filmwissenschaftler Adrian Martin und die spanische Filmkritikerin Cristina Álvarez López präsentieren einen audiovisuellen Essay, der sich mit zentralen Motiven und Strukturen im Werk von Brian De Palma beschäftigt. Der Titel „Count It Out“ hat eine doppelte Bedeutung: Zum einen verweist er auf die Praxis De Palmas, im Schneideraum gemeinsam mit seinen Schnittmeistern die Montage einer Szene durch das rythmische Klopfen seiner Finger vorzugeben. Zum anderen bedeutet er: Listen-Machen, Inventorisieren. Adrian Martin ist zurzeit Gastprofessor an der Frankfurter Goethe-Universität, Autor von sechs Büchern (u.a. „The Mad Max Movies“ und „Once Upon a Time in America“) sowie Tausender von Artikeln und Rezensionen. Cristina Álvarez López ist Filmkritikerin, Künstlerin, Mitherausgeberin des spanischen Online-Magazins „Transit“ (http://cinentransit.com) und wird ab nächstes Semester ebenfalls an der Goethe-Universität unterrichten. Martin und Lopez arbeiten gemeinsam an einem Buch zu De Palma und haben eine Reihe von audiovisuellen Essays zu verschiedenen Filmthemen und Regisseuren produziert (u.a. zu Jean-Pierre Melville, Leos Carax und Philippe Garrel).

4.4., 21 Uhr, freier Eintritt (in engl. Sprache)

Das komplette De-Palma-Programm im April:

http://wayward-cloud.blogspot.de/2014/03/wie-beim-ersten-mal.html

Also, wer am Freitag noch nichts vor hat: Auf nach Hamburg!

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Das Bloggen der Anderen (31-03-14)

bartonfink_type2– Auf Daumenkino haben Florian Krautkrämer, Philipp Fust und Jennifer Ament haben sich Spike Jonze neuen Film „Her“ angesehen und sind leider durch die Bank weg enttäuscht.

Der Wishman-Touch. Doris Wishmann gehört zu den wenigen Sexploitation-Regisseurinnen. Aber nicht nur deshalb gibt es auf critic.de jetzt eine länger Serie, die uns die Dame noch einmal vorstellt.

– Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums von kino-zeit.de gibt es auf B-Roll wieder ein Interview mit einer hoffnungsvollen Filmemacherin, die in den nächste 10 Jahren durchaus eine Rolle im deutschen Film spielen könnte: Frauke Finsterwald. Ferner erklärt Rochus Wolf in seiner Rubrik „Sitzplatzerhöhung“, warum Kinderfilm kurz gehalten werden sollten.

– Akira Kurosawas Meisterwerk „Rashomon“ erzählt davon, die das selbe Ereignis durch verschiedene Perspektiven ganz anders wahrgenommen werden kann. Da trifft es sich gut, dass auch YP und PB auf Filme im Dialog sich dem Film von zwei Seiten nähern.

Stubenhockerei beendet seine Vorstellung von Maya-Deren-Filmen mit dem mir unbekannten „The Very Eye of Night“ und den mir bekannten „Divine Horsemen“.

– Fast drei Wochen hat es gedauert bis Schlombie auf Schlombies Filmbesprechungen mit seinen „Besprechungen der Anderen“ weitergemacht hat. Macht ganz schön Arbeit, nicht wahr? 😉

– Letzten Donnerstag haben wir in unserer Kinoreihe „Weird Xperience“ Marvin Krens „Blutgletscher“ auf der großen Leinwand gezeigt. Wer nicht da war, kann zumindest in Michael Schleehs Blu-ray-Rezension auf Hard Sensations nachlesen, was er verpasst hat. Es wurde schon sehr viel über „The Wolf of Wall Street“ geschrieben, aber noch nicht von Joris Julius-Sabinus, der einen schönen Text nachgereicht hat. Nicht besonders gut, aber allein durch Michael Gough unterhaltsam geraten, ist der Klassiker „Black Zoo“, den Andreas Poletz bespricht.

– Auch Oliver Nöding hat „Blutgletscher“ gesehen und für gut befunden. Ferner begibt er für Remember It For Later nach St. Pauli, wo er nicht nur auf José Bénazéraf, sondern auch zweimal auf Rolf Olsen trifft.

– Nachdem Buster Keaton seinen Vertrag mit MGM verlor, kam er beim kleinen Educational-Studio unter. Die Filme, die er dort drehte sind heute weitgehend unbekannt. Da sie aber gerade auf DVD erschienen, hat sich Hauptsache Stummfilm dem einmal angenommen.

Jugend ohne Film schließt seine Reihe mit Abendgesprächen während der Diagonale ab und hat auch ein Interview mit Johann Lurf, seines Zeichens Filmvorführer und Filmemacher, geführt.

– Alexander Matzkeit fragt auf real virtuality am Beispiel des neuen Captain-America-Films „Immer diese Nazis – Haben Comic-Filme eine soziale Verantwortung?

– Michael Schleeh schreibt auf nachtsichtgeräte über das Hong Kong International Film Festival 2014.

– Zwei Meinungen zu „The Canyons“. Einmal Nicolai Bühnemann auf filmgazette und Andreas Köhnemann auf screenshot. Interessanterweise mögen beide diese – meiner Meinung nach – gescheiterte Zusammenarbeit von Paul Schrader und Bret Easton Ellis.

– „Il cittadino si ribella“ (Ein Mann schlägt zurück) brilliert nicht nur durch das Dream-Team Franco Nero/Enzo G. Castellari und einen traumhaften Titeltrack, sondern hat generell einiges zu bieten, wie Udo Rotenberg auf L’Amore in città zu berichten weiß.

PewPewPew hat mal wieder einen gelungenen Science-Fiction-Kurzfilm gefunden.

– Annika Stelter hat auf Die Filme, die ich rief erstmals F.W. Murnaus wunderschönes Stummfilm-Meisterwerk „Der letzte Mann“ gesehen und ist natürlich begeistert.

– Erinnerungen an meine Jugend werden wach, wenn ich auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte über die Western-Komödie „Höchster Einsatz in Laredo“ lese, der in den 80ern gefühlt jedes Jahr im TV lief.

– J. Michael Straczynski mag ich und war nicht nur „Babylon 5“-Fan, sondern habe auch einiges von seinen Comic-Arbeiten gelesen. Den von ihm mitverfassten Film „Ninja Assassin“ habe ich aber ausgespart. Wie Der Kinogänger findet, durchaus zu recht.

– Kann Darren Aronofsky Bibel? Bisher hat mich jedes Werk des „Pi“-Regisseurs überzeugen könne, sogar mit Abstrichen sein esoterischer Mischmasch „The Fountain“ (nicht allein aufgrund von Clint Mansells großartiger Musik). Jetzt kommt „Noah“.Mit Russell Crowe. Komm und sieh hat ihn schon sehen können und ist leider gar nicht begeistert.

–  Noch vernichtender fällt das Urteil von Flo Lieb auf symparanekronemoi zu „Noah“ aus.

– Apropos „Komm und sieh“: „Schonungsloser kann ein Antikriegsfilm kaum sein“. Das was Robin Schröder auf Mise en cinéma da über den Film „Komm und sieh“ schreibt, habe ich schon sehr häufig gehört, weshalb ich einerseits neugierig auf den Film bin, andererseits auch ein wenig Angst vor ihm habe.

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Blu-ray Rezension: „Die Filme von Alejandro Jodorowsky“

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Nachdem Alejandro Jodorowskys legendäre Filme „El Topo“ und „Der heilige Berg“ aufgrund eines Streits mit seinem Produzenten Allen Klein jahrzehntelang nicht zu sehen warn und so zu den großen, „verschollenen“ Meisterwerken der Filmwelt gehörten, reichten sich Jodorowsky und Allen Klein Anfang der 2000er Jahre die Hand, und so wurde der Weg zu einer Heimkinoveröffentlichung der Filme frei. 2007 erschien in den USA bei Anchor Bay eine Box mit HD-remasterten Versionen der Filme auf DVD. In Deutschland musste man sich noch sieben weitere Jahre gedulden. Aber nun sind die Filme dank des großartigen Labels Bildstörung auch hierzulande endlich erhältlich. In einer liebevoll gestalteten Box befinden sich nun die drei Filme „Fando und Lis“, „El Topo“ und „Der heilige Berg“.

Als Extras wurde zunächst einmal sämtliches Bonusmaterial der US-Box übernommen, wie die drei Audiokommentare Jodorowskys zu allen drei Filmen, einer Einführung ins Tarot uvm. Wie in der US-Box wurden auch hier noch zwei CDs mit den Soundtracks zu „El Topo“ und „Der heilige Berg“ beigelegt, deren Tracklists sich auf der Rückseite zweier kleinformatiger Filmplakate befinden. Auf einer Bonus-DVD befindet sich neben dem erst vor wenigen Jahren Wiederentdeckten, lange verschollen geglaubten ersten Kurzfilm von Jodorowsy „Die Krawatte“ (eine pantomimische Verfilmung der Thomas-Mann-Kurzgeschichte „Die vertauschten Köpfe“), auch noch die 90-minütige Dokumentation „Die Konstellation Jodorowsky“ von 1994 (welche allerdings auch schon 2007 zusammen mit „Santa Sangre“ bei Kino Kontrovers erschienen war).

Angereichert wird das ganze mit speziell für diese Edition produziertem Material, welches auf dem letztjährigen Filmfest München aufgenommen wurde und u.a. Jodorowsky zusammen mit Nicolas Winding Refn zeigt, der ihn als seinen Mentor bezeichnet und davon erzählt, wie Jodorowsky auf seine Entscheidung „Drive“ und danach „Only God Forgives“ zu drehen, Einfluss genommen hat. Moderiert wird dieses Material von einem sehr enthusiastischen Menschen vom Filmfest München, der so aufgeregt ist, neben Jodorowsky zu sitzen, dass er auch mal gar nicht merkt, dass Jodorowsky von Spanisch ins Englische gewechselt ist und munter weiter Jodorowskys Ausführungen auf Englisch „übersetzt“. Eine sehr schöne, in ihrer Euphorie ansteckende Szene.

Nicht vergessen sollte man auch die beiden umfangreichen und sehr informativen Booklets. Das Booklet zu „El Topo“ enthält ein langes, zeitgenössisches Interview, welches der junge Jodorowsky 1970 nach der Premiere von „El Topo“ sechs amerikanischen Journalisten gegeben hat. Außerdem eine Kopie der Indizierungsanzeige der alten VCL-Videokassette. Das Booklet zu „Der heilige Berg“ befasst sich mit Jodorowsky, seinem Leben und seinen drei hier vorliegenden Filmen und ist von Filmkritiker und – historiker Claus Löser verfasst worden.

„Fando und Lis“ liegt auch in der Blu-ray-Ausgabe der Box nur als DVD vor. Was schade ist und auf dem Cover nicht besonders deutlich wird. Das Bild von „Fando und Lis“ ist okay und passt in seiner Rauheit zu dem Film. „El Topo“ kommt im korrekten Bildformat von 4:3 und sieht so gut aus, wie noch nie. Beinahe etwas zu gut für diesen Kultfilm. Das Bild ist teilweise so klar, dass man glauben könnte, er wäre mit einer modernen Digitalkamera gedreht. Von besonderer Pracht ist „Der heilige Berg“ im Format 1:2.35. Der Originalton ist gut verständlich und klar. Der deutsche Ton ist ebenfalls gut hörbar.

Die nun folgenden Screenshots stammen, bis auf „Fando und Lis“, alle aus der US-DVD-Box „The Films of Alejandro Jodorowsky“, die 2007 bei Anchor Bay erschien.

Fando und Lis (1968)

Fando und Lis„Fando und Lis“ war der erste Spielfilm des Kino-Bilderstürmers Alejandro Jodorowsky, und wie auch bei dessen späteren Filmen merkt man hier deutlich seine Herkunft von Zirkus, Pantomime und Theater. Gerade in einer Rückblende, in Weiterlesen

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Das Bloggen der Anderen (24-03-14)

bartonfink_type2– Der Spezialist für ungewöhnliche Entdeckungen, Alex Klotz, hat auf seinem Blog Hypnosemaschinen den italienischen „Il sesso della strega“ des mir gänzlich unbekannten Angelo Pannacciò aus dem Jahre 1973 hervor gekramt. Sehr bekannt ist demgegenüber der Spanier Alex de la Iglesias, auf dessen neusten Streich „Witching & Bitching“ ich mich nicht erst seit der positiven Besprechung von Alex sehr freue.

– Ein Film auf den ich mich nicht so sehr freue ist Eli Roths Kannibalenfilm-Hommage „Green Inferno“. Wobei der Kommentar von screenread, „Green Inferno“ sei „ganz sicher der bislang unterhaltsamste, blutigste, lustigste, aber auch identifikationsstärkste Film unter Roths Federführung“ jetzt nicht so negativ klingt. Allerdings finde ich ja, dass das Absprungniveau auch relativ gering ist.

– Harald Steinwender hat für seinen Blog Themroc zwei sehr ungewöhnliche und höchst unterschiedliche Liebesfilme gesehen: „Her“ von Spike Jonez und „Love Steaks“ von Jakob Lass. Über letzteren schreibt er, der Film sei „eines der besten Werke des gegenwärtigen deutschen Kinos: Ein Film voller Wendungen und Haken; mit Brüchen, Ecken und Kanten; romantisch und zugleich sexy; glaubhaft und wahrhaftig; unberechenbar, unmittelbar und vor allem unverschämt komisch. Kurz: Der rasant montierte und großartig fotografierte „Love Steaks“ macht verdammt viel Spaß.“

– Phillipp Fust schreibt auf Daumenkino eine große Lobeshymne auf Bong Joon-Hos „Snowpiercer“. /

– In den letzten Tagen lese ich häufig den Namen Jan Soldat. Dieser hat drei „schamlose“ Kurzfilme gestaltet, die überall hoch gelobt werden. So z.B. von Sebastian Selig auf Hard Sensations. Das macht sehr neugierig auf die Werke von Herrn Soldat und ich hoffe diese auch in nächster Zeit einmal sehen zu können. Sarmatien bezeichnet das Gebiet zwischen Donau und Don. Volker Koepp hat über diese Region einen Dokumentarfilm gesehen und Jamal Tuschnik stellt ihn vor. „Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen“ ist ein Filmtitel, den ich oft und gerne zitiere, ohne allerdings den dazugehörigen Film gesehen und viel drüber gelesen zu haben. Ich finde nur den Titel sehr toll. Jetzt ist er auf DVD raus und Michal Schleeh hat ihn gesehen – ist aber nicht vollends überzeugt. Der oben schon mit seinem eigenen Blog erwähnte Alex Klotz hat Ti Wests neuen Film „The Sacrament“ gesehen und ist sehr angetan. Dann gibt es noch zwei Hinweise auf zwei Veranstaltungen bei denen ich auch sehr gerne wäre, die ich aber mal wieder zeitlich nicht schaffen werden. Das ist schon blöd. Der „Besonders Wertlos“ in Köln von 2.-6. April und „Terza Visione – 1. Festival des Italienischen Genrefilms“ in Nürnberg vom 25.-27. April.

– Was ist das Schönste an Festivals? Nach den Filmen noch mit guten Freunden in einer Kneipe sitzen und das gesehene gemeinsam Revue passieren lassen. Das haben auch Patrick Holzapfel und Rainer Kienböck von Jugend ohne Film getan, die zusammen auf der Diagonale waren und danach auch mal etwas stritten. Ihre fünf sehr interessante, abendliche Dialoge findet man ab hier.

– Ebenfalls auf der Diagonale war Christian Alt von Negativ.

– Und auch Lukas Foerster trieb sich für cargo auf der Diagonale herum und hat einen schönen Bericht in drei Teilen geschrieben.

– Auf Schneeland empfiehlt Michael Schleeh nachdrücklich den koreanischen Film „Hwayi: A Monster Boy“.

Movies & Sports weißt Schwanenmeister auf das neue Sendekonzept von Anixe hin, die verstärkt deutsche Filme aus den 50ern bis 70ern zeigen. Ich glaube, irgendwo ganz weit hinten habe ich den auch im Kabel. Gleich mal suchen.

– Jerry-Cotton-Time auf Remember It For Later. Oliver Nöding hat sich die ersten fünf Jerry-Cotton-Filme vorgenommen. Von „Schüsse aus dem Geigenkasten“ bis „Der Mörderclub von Brooklyn“. Ich habe ja bisher noch keinen Jerry Cotton gesehen, die stehen aber schon lange auf meiner „Muss-ich-noch-nachholen“-Liste. Schließlich habe ich mit 10 oder 11 immer die Jerry-Cotton-Heftchen aus dem Bastei-Verlag im Urlaub gelesen.

– 10 Jahre kino-zeit.de werden im hausinternen Blog B-Roll gewürdigt. So wurden Interviews mit Tom Lass und Anna & Dietrich Brüggemann geführt. Und Soja Hartl schreibt über ihren Lieblingsfilm der letzten 10 Jahre: „Winter’s Bone“.

Hauptsache Stummfilm berichtet über den 1923 entstandenen „The White Sister“. Einem zutiefst religiösen Film von Henry King mit Lilian Gish in der Hauptrolle.

Grün ist die Heide nimmt sich diesmal den gerade bei Pidax erschienen Geheimtipp „Das Mörderspiel“ von 1961 vor.

– Sascha Nolte schreibt auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte über eine sehr ungewöhnliche „Tatort“-Folge: Den legendären „Tote Taube in der Beethovenstraße“, den das amerikanische B-Film-Urgestein Sam Fuller einst für die ARD inszenierte.

– Frank Schmidke bespricht auf cineastic.de die bei Bildstörung herausgekommene, vorbildliche Alejando-Jodorowsky-Box, die hier auch demnächst vorgestellt wird. Kleine Anmerkung – auch wenn in der Besprechung etwas anderes behauptet wird: „Fando und Lis“, sowie die Bonus-Scheibe sind keine Blu-ray, sondern nur DVDs. Ein Rätsel war mir bisher das „Lego Movie“ und sein phänomenaler Erfolg in den USA. Dank Ronny Dombrowskis Besprechung bin ich jetzt etwas schlauer. Die Doku „20 Feet from Stardom“ bespricht er auch. Hier hatte ich mich ja geärgert, dass die Doku bei den Oscars dem brillanten „The Act of Killing“ vorgezogen wurde. Wie ich jetzt lese, ist sie aber auch wirklich nicht schlecht.

Der breite Grad stellt einige Pinky-Violence-Filme mit Miki Sugimoto vor. U.a. den Kult-Film „Der Tiger von Osaka“ und „Violent Panic: The Big Crash“.

Der Kinogänger hat wieder einige Infos aus Hollywood gesammelt.

– Annika Stelter begeistert sich auf Die Filme, die ich rief über Friedkins „French Connection“, was mich ganz besonders freut.

– Der interessante Regisseur Christian Alvart, der einst mit lupenreinem Genre begann und mittlerweile neben „Borowski“ auch Schweiger im „Tatort“ inszeniert, hat einen neuen Kinofilm gedreht. Laut Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de ist „Banklady“ gar nicht mal übel geworden. „The Canyons“ fand er – wie ich – auch sehr enttäuschend, wenn auch aus anderen Gründen. Was mich allerdings wundert, ist seine nicht so große Begeisterung über „Scheidung auf finnisch“, den ich einst beim Filmfest in Oldenburg sah und der mich glänzend amüsiert hat.

– Benjamin Heisenbergs „Der Räuber“ hat mich schwer begeistert. Nun hat er eine Komödie gedreht und Jochen Plinganz konstatiert auf Komm und siehBenjamin Heisenberg kann keine Komödie“. Thorsten Krüger hat den polnischen „Ida“ gesehen und warme Worte gefunden.

Sennhausers Filmblog bespricht „Finsterworld“ und bestätigt mich in der Annahme, dass ich den endlich sehen sollte.

Stubenhockerei hat den wiederentdeckten „Baal“ von Volker Schlöndorff mit Rainer-Werner Fassbinder in der Titelrolle gesehen. Ferner wird ein weiter Maya-Deren-Film vorgestellt, von dem ich noch nichts gehört hatte und letztendlich wird sich auch mit Stan Brakhages „The Act of Seeing with One’s Own Eyes“ beschäftigt, der einem Armee-Lehrfilm namens „Basic Autopsy Procedure“ gegenüber gestellt wird.

– Alexander Matzkeit behauptet: „Gareth Edwards’ Godzilla wird euch enttäuschen“. Auf seinem Blog real virtuality erklärt er warum.

– Robin Schröder stellt auf Mise en cinéma einen meiner Lieblingsfilme vor: „Onibaba“.

– Mit dem Werk von Nicolas Roeg muss ich mich auch mal mehr beschäftigen. MacReady von den Drei Cineasten schreibt über Roegs vorerst letzten Film „Puffball“.

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