Bericht vom 4. Mondo-Bizarr-Weekender in Düsseldorf – Tag 2

Der zweite Tage begann so entspannt, wie lange schon nicht mehr. Bis weit nach 9 im Bett liegen – wie lange musste ich auf diesen Luxus schon verzichten. Nach einem durchaus akzeptablen Frühstück (vom Gummibrötchen abgesehen), trennte sich unsere freundliche Reisegruppe auf in diejenigen, die ein wenig Kultur tanken und die örtlichen Galerien besuchen wollten, und denjenigen, welche ihr Geld beim Saturn für Filme auf den Kopf hauten. Ich schreibe jetzt mal nicht, zu welcher Gruppe ich gehörte. Nach einer kurzen Stippvisite im tollen Plattenladen Hitsville (Empfehlung!), kam man wieder zu einem gemeinsamen Mittagessen bei einem guten Lateinamerikaner namens Palito zusammen. Überraschenderweise war das Essen wirklich lecker und gar nicht mal so teuer. Ein echter Hingucker waren aber die Toiletten, die einem nicht nur durch Jesus- und Maria-Ikonen den Weg zu Männlein und Weiblein wiesen, sondern auch sonst mit so viel liebevollen Religionskitsch vollgestopft waren, dass man sich wirklich plötzlich in einer anderen Welt wähnte. Und die golden Seifenspender habe ich da noch nicht mal gesehen.

Zurück in der bereits gut gefüllten Black Box forderte das gute, reichhaltige Essen dann auch gleich seinen Tribut. Den ersten Film des Tages, den schönen „Die Brut des Teufels“ verschlief ich dann auch halb. Dabei hatte ich mich doch so gefreut, zum ersten Mal einen Godzilla-Film von einer 35mm-Kopie auf der großen Leinwand zu sehen. Doch nach 20 Minuten fielen mir das erste Mal die Augen zu. Der Kampf gegen Morpheus Arme war dann auch gewaltiger als der von Godzilla gegen den Titanosaurus und Mecha-Godzilla. Das Treiben auf der Leinwand bekam ich nur noch bruchstückhaft mit. Wie gut, dass ich den Film in den letzten 12 Monaten jetzt bereits zum dritten Mal sah. So kann ich an dieser Stelle auf meine Besprechung der sehr empfehlenswerten Anolis-DVD verweisen, die der geneigte Leser hier findet.

Nach dem Film dann erst mal raus an die frische Luft und reichlich von dieser stark koffeinhaltigen Cola reingekippt. Den restlichen Tag überstand ich dann auch ohne größere Ausfälle.

Das blutige Schloss der lebenden Leichen – Bei diesem französischen Film aus dem Jahre 1969 hat die deutsche Titelschmiede wieder viel Kreativität bewiesen. Hierbei handelt es sich mitnichten um einen Zombiefilm. Eher führt die Spur Richtung Franju („Augen ohne Gesicht„) und Rollin (auch, wenn der erst später dran war). Mit etwas gutem Willen kann man vielleicht von einer lebenden Leiche sprechen, denn die Damen des Schlosses würde für den Rest der Welt für tot erklärt. Ist also durchaus so etwas wie eine lebende Leiche und blutig geht es im Schloss auch vor sich.

Inszeniert wurde die Sause von der späteren Porno-Legende Claude Mulot, der unter dem Pseudonym Frédéric Lansac solche Flutschfilm-Klassiker wie „Pussy Talk“ oder „Les petites écolières“ inszenierte, Ich hatte ja früher immer geglaubt, dass „Lansac“ die Verballhornung eines „langen Sacks“ wäre. Im „ blutigen Schloss“ traf ich aber nun den echten Frédéric Lansac. Dies ist nämlich der Name der Hauptfigur. Einem erfolgreichen Maler, dessen Leben ziemlich schnell bergab geht, nachdem seine geliebte junge Ehefrau einem schrecklichen Feuerunfall zum Opfer fällt. Nicht unbeteiligt daran ist die schöne Elizabeth Teissier, die hier leider einen kurzen, wenn auch erinnerungswürdigen Auftritt hat. Ebenfalls dabei sind Howard Vernon („Oh, Professor Römer“ „Rohmer!“) und zwei Zwerge.

Letztere führen den Film schnellen Schrittes in die Sphären der Dwarfploitation. Igor und Olaf tauchen immer wieder auf, um junge Frauen (und den Zuschauer) zu erschrecken. Warum die Armen in Felle gekleidet sind und wie Hunde vor dem Kamin schlafen müssen, wird nicht wirklich geklärt. Scheinbar waren Lansacs Eltern zwar so nett, die Beiden vor einer Steinigung zu retten, nicht jedoch so barmherzig, um sie wie normale Menschen zu behandeln. Kein Wunder also, dass Igor und Olaf manchmal recht merkwürdige Gewohnheiten an den Tag legen. Wie z.B. Mädchen mit der Axt durch den Wald zu verfolgen. Ihr „Herr“ Lansac findet an diesem Treiben auch nichts ungewöhnliches und wird nur sauer, als sie einer potentiellen Gesichtshautspenderin nach einem Vergewaltigungsversuch das Antlitz zertrümmern. Nein, Mulot nimmt hier keine Gefangenen und inszeniert seine krude Geschichte mit viel Schmackes. So wird einem auch keine Sekunde langweilig, auch wenn die meisten Darsteller keinen Hehl daraus machen, dass sie auch nicht genau wissen, wie sie da rein geraten sind.

Mulot beweist hier auch bereits sein gutes Auge für schöne, stimmungsvolle Bilder und dem in Szene setzen weiblicher Schönheit. Es gibt sogar einige sehr gelungene Szenen, wie die in der ein potentielles Opfer seine Augen öffnet und sich gleich einem Erhängten gegenüber sieht oder eine tieftraurige Einstellung in der einer der Zwerge seinen toten Bruder betrauert. In erster Linie stehen aber Nacktheit und blutige Schockeffekte im Vordergrund. Alles unterlegt mit einer betörenden Melodie aus der Feder Jean-Pierre Dorsays, die auch nach der x-ten Wiederholung noch immer Balsam für die Seele ist. Hauptdarsteller Philippe Lemaire war in den 40er und 50er Jahren ein gefragter romantischer Held des französischen Kinos, und man merkt ihm an, dass er diesen Zeiten hinterher trauert. Seine verbrutzelte Frau wird von der wunderhübschen Anny Duperey gegeben, die einst bei Godard ihre erste Rolle hatte und später nicht nur neben Al Pacino in „Bobby Deerfield“ eine Hauptrolle spielte, sondern auch die Original-“Frau in Rot“ in „Ein Elefant irrt sich gewaltig“ war. Ein schöner Film, der zwar weit weg von der Meisterklasse ist, aber trotzdem viel Freude bereitet.

„Der saftige Überraschungsfilm“ – Als solcher wurde ein berüchtigtes Werk angekündigt, welches es in Deutschland nicht besonders einfach hat, weshalb ich den Titel hier nicht direkt nenne. Ein Klick auf den Link könnte aber Aufschluss bringen. Das Werk, in dem es um einen griechischen Millionär geht, welcher nach einem traumatischen Erlebnis an Bord eines Rettungsbootes unbändigen Hunger auf Menschenfleisch entwickelt und seine Heimatinsel leer frisst, dürfte eh jedem – zumindest dem Namen nach – bekannt sein.

Ich durfte dieses Werk bereits vor acht Jahren beim ersten Deliria-Italinao.de-Forentreffen im B-Movie in Hamburg bestaunen. Natürlich kannte ich den Film schon von einer alten VHS-Kopie. Auf Video war ich damals schon erstaunt, wie wirkungsvoll der Film war, fand aber die ungeheuren Splatterszenen eher störend. Jahre später im B-Movie war ich dann gänzlich gefangen von der unheilvollen Atmosphäre des Filmes, der auf der Leinwand noch besser funktioniert als im Heimkino. Auch die berüchtigten Szenen, die einst zentraler Punkt einer wahren Hysterie gegen Videofilme (nicht nur hierzulande, sondern auch in England) waren, empfand ich nicht mehr als Fremdkörper. Nun, da ich den Film ein drittes Mal und nochmals von der tollen 35mm-Kopie sah, die ich schon in Hamburg bewundern durfte und die nach acht Jahren kaum etwas von ihrem Glanz eingebüßt hatte, muss ich sagen, dass diese Szenen sogar immanent wichtig sind.

In der ersten Hälfte wird eine derartig dichte Atmosphäre aufgebaut, dass es kaum zu ertragen ist. Eine Dame bugsierte ihre männliche Begleitung hier bereits mit den Worten „Ich habe solche Angst“ aus dem Saal. Alles ist ein Vorbote auf die unaussprechlichen Gräuel, die da kommen. Unterstützt von Marcello Giombinis enervierenden Synthie-Musik, die irgendwie schräg, falsch und bedrohlich wirkt. Unter die Oberfläche der scheinbar harmlosen Bilder, hat sich bereits etwas Krankes, ganz und gar Ungutes geschlichen.

In der wie immer hervorragenden Einleitung von Oliver Nöding (und auch den Gesprächen vor dem Film) wurde betont, dass gerade die erste halbe Stunde des Filmes sich ziemlich ziehen würde und im Grunde recht langweilig sei. Dies empfand ich gar nicht so. Im Gegenteil, die Reisegesellschaft (die so gar nichts von den überdreht fröhlichen, spät-pubertierenden Teenies der amerikanischen Splatter-Pendants hat) ist nicht gerade ein Ausbund an Fröhlichkeit, sondern scheint bereits von einer Ahnung durchtränkt, dass sie sich geradewegs auf dem Weg in eine grausame Hölle befinden.

Die Szenen in der menschenleeren Küstenstadt fand ich schon bei der Erstsichtung sehr beklemmend. Hier steigerte sich das Gefühl noch und beim ersten Höhepunkt (die Attacke des blinden Mädchens) bin ich ein paar Zentimeter im Sitz hochgesprungen, obwohl ich wusste was kommt. Überhaupt fiel mir jetzt auch wieder auf, wie meisterlich der erste Auftritt des Anthrophagus inszeniert ist. Wie intensiv er sich in die Netzhaut brennt. Ein Bild und Ton gewordener Albtraum. Wenn sich dann die fragile Gruppe langsam auflöst, die schreckliche Bedrohung durch den von George Eastman als unaufhaltsame Naturgewalt verkörperten Menschenfresser förmlich körperlich spürbar ist und sich die Handlung in eine verlassene, einem furchtbaren Traum entsprungene Villa verlegt, ist es nur folgerichtig, dass der Film mit den größtmöglichen visuellen und auditiven Schocks endet.

Nach dem Film war ich erst einmal geplättet und spürte diese Folgen dieser permanente Anspannung und drückenden Bedrohung tief in den Knochen. D’Amatos Werk ist ein Terrorfilm reinsten Wassers. Ein Film, der einem nicht nur auf einer psychischen Ebene attackiert, sondern der auch körperlich fühlbar ist.

Um den Film zu verdauen ging es erst einmal in trauter Runde in eine nahe Cocktail-Bar, die scheinbar schon häufig nach solchen Events besucht wurde. Dort war es auch sehr nett, die Getränke bezahlbar und augenscheinlich hatten sich bereits mehrere Gruppe direkt aus der Black Box kommend dort niedergelassen. Was leider auch bedeutete, dass kaum noch Plätze und vor allem nicht für größere Gruppen vorhanden waren. Doch ein aufmerksamer Mitarbeiter arrangierte etwas und so fand noch jeder eine Sitzgelegenheit. Leider wurde die Gruppe dadurch auseinandergezogen, was ich im Nachhinein sehr bedauere, denn ich hätte eigentlich auch ganz gerne noch mit ein paar anderen Leuten geschnackt/kennengelernt. Aber auch so war es ein sehr heiterer und gut gelaunter Abend. Nach einem Spaziergang am Rhein entlang kamen wir auch wieder gut im Hotel an und konnten dort Kraft für den letzten Tag sammeln.

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Bericht vom 4. Mondo-Bizarr-Weekender in Düsseldorf – Tag 1

Am vergangenen Wochenende machte ich mich mit einer sehr netten Truppe aus Bremen, Kirchweyhe und Herford auf den Weg ins karnevaleske Düsseldorf. Aber mitnichten, um diesem seltsamen närrischen Treiben beizuwohnen, sondern um an einer der schönsten Kinoveranstaltungen des Jahres teilzunehmen: Dem vierten „Mondo Bizarr Weekender“ in dem Kino Black Box, welches sich im schönen Filmmuseum Düsseldorf befindet. Uns erwarteten acht Filme aus aller Welt, die in den 60er, 70er und frühen 80er Jahren in die deutschen (Bahnhofs-)Kinos kamen. Alles natürlich stilecht als 35mm-Kopien. Ein Traum für jeden Filmfreund, der ein großen Flecken in seinem Herzen für die buckeligen Wege neben der gut asphaltierten Kanon-Filmgeschichte hat.

Der „Mondo Bizarr Weekender“ ging drei Tage, und unsere gut gelaunte Reisegruppe war im Hotel Kastens untergekommen, welches ich schon von unserem Deliria-Italiano.de-Forentreffen vor zwei Jahren gut kannte. Das Kastens schien generell das bevorzugte Hotel der von weiter weg kommenden „Mondo“-Gäste zu sein. Zumindest sah man morgens im Frühstücksraum bekannte Gesichter und unzählige männliche Gäste in thematisch gut abgestimmten T-Shirts. Zur Black Box ist es auch nicht weit, und so waren wir trotz eines langen Staus im Ruhrgebiet pünktlich und sogar noch beim Libanesen um die Ecke gut gestärkt im Kino. Am Freitag lief zunächst ein Double-Feature.

Argoman – Der fantastische Supermann – Man hätte das kleine Festival der guten Laune nicht besser starten können als mit diesem bunten Superheldenfilm aus dem wundervollen Italien. „Argoman“ war Teil einer kleiner Superhelden-Welle Ende der 60er Jahre, die weniger an Marvel und Konsorten, sondern eher an die italienischen Fumetti erinnerten. Dementsprechend hat Argoman zwar Superkräfte, befindet sich aber näher an seinem schurkischen Kollegen Diabolik und den damals populären Agentenfilmen.

Argomans Kraft ist Telekinese. Einmal nutzt er diese, um eine hinreißende Brünette samt ihres Hoovercrafts auf seine luxuriöse Insel zu bringen. Keine gute Idee, denn nach dem Sex verliert unser Held seine Kräfte immer für sechs Stunden. Was sein treuer Diener (Schurken- und Patriachendarsteller Eduardo Fajardo mit Bräunungscreme und Turban) minutiös protokolliert. Argoman heißt in zivil Sir Reginald Hoover und wird von dem Amerikaner Roger Browne gespielt, der eine gewisse Ähnlichkeit mit Barbies Ken aufweist und über ähnliche schauspielerische Fähigkeiten verfügt. Browne ist auch der Schwachpunkt des Filmes, denn sein stets siegesgewiss grinsender, extrem übergriffiger Sir Reginald besitzt weder Charme, noch besonders viele Sympathiepunkte. Eigentlich muss man sogar sagen, dass man dem schmierigen Gockel von Herzen unsympathisch findet. Ihm wird Jenabell, die „Königin der Welt“ gegenübergestellt. Gespielt von der schönen Dominique Boschero, die in jeder Szene ein neues, extravagantes Kostüm trägt und weitaus mehr Präsenz verspürt als unser Argoman.

Die Geschichte ist zwar unnötig kompliziert erzählt, aber wunderschön gefilmt und voller herrlichem Zeitkolorit. Regisseur Sergio Grieco ist hier noch sehr viel dichter an seinen vielen ebenfalls unter dem Pseudonym Terence Hathaway gedrehten James-Bond-Rip-Offs als an seinem rauen Meisterwerk „Der Tollwütige“. „Argoman“ ist zu keiner Sekunde langweilig. Man greift sich zwar des öfteren an den Kopf und auch die ein oder andere sexistische Szene lässt einem heutzutage den Magen grummeln, aber man ist durchaus bereit, dies dem bunten Film zu verzeihen, der eben ein typisches Kind seiner Zeit ist. Untermalt von der fluffigen Musik eines Piero Umiliani lässt man den farbenfrohen Bilderreigen über sich hinweg rauschen und ist am Ende dann ein wenig in Dominique Boschero verliebt.

Planet des Schreckens – Auf diese Roger-Corman-Produktion hatte ich mich sehr gefreut. Hatte ich doch kurz zuvor den schwer unterhaltsamen „Mutant“ gesehen, der teilweise in denselben Kulissen entstand. Leider konnte mich dieser Planet nicht ganz überzeugen. Vielleicht waren einfach die Erwartungen zu hoch. Vielleicht tat der Schlaf, der mich zu dieser späten Stunde immer wieder übermannte sein übriges. Vielleicht muss ich mich noch einmal in die „Galaxy of Terror“ schießen lassen, um dem Film gerecht zu werden. So bleibt ein ziemlich „krauchiger“ Film, der ewig braucht, um in Fahrt zu kommen und sich immer wieder in seine eigene, von „Alarm im Weltraum“ inspirierte Geschichte verheddert.

Oftmals hat man das Gefühl, dass die Macher um Regisseur Bruce D. Clark selber nicht so recht wussten, worum es eigentlich gehen soll und manche Szenen einfach so entlang des Weges improvisiert wurden. Egal, ob sie nun in den Handlungsfaden passen oder nicht. Es scheint fast so, als ob jemand die Idee hatte, wie das wohl wäre, wenn eine attraktive Frau von einer riesigen Made vergewaltigt würde – und sich dann angestrengt eine Handlung drumherum ausgedacht hätte. So bleibt der Film leider Stückwerk, welches sich um jede nachvollziehbare Logik einen Dreck schert.

Was bleibt sind die fantastischen Kulissen, die ein junger James Cameron aus alten Pappkartons und Spucke gezaubert hat, und die von Kameramann Jacques Haitkin (später auch bei Wes Cravens „A Nightmare on Elm Street“ und dessen Fortsetzung als „Director of Photography“ hinter der Kamera, heute an großen Produktionen wie den Marvel-Filmen, Fast&Furious-Serie oder „Kong“ beteiligt) beeindruckend eingefangen wurden. Ja, „Planet des Schreckens“ sieht einfach toll aus. Er besitzt auch einige bemerkenswerte Szenen (wie Robert Englunds Kampf gegen sich selber oder eben die schon erwähnte Madenszene), die aber zusammen nicht wirklich ein Ganzes ergeben. Da können auch die gern gesehen Schauspieler, wie Grace Zabriskie (die schon als junge Frau sehr creepy aussah), Robert „Freddy“ Englund, die großartige Fresse Sid Haig und Ray Walston nicht viel ausrichten. Die Helden bleiben demgegenüber sehr blass und der spätere Produzent von stylischer 80s Erotik, Zalman King, darf over-acten und so ekelhaft blöd daher kommen, dass gerade sein Kotzbrocken Baelon ganz besonders im Gedächnis bleibt. Schade. Aber durchaus einen zweiten Blick wert. Irgendwann.

Insgesamt aber ein toller Auftakt, der viel für das weitere Wochenende versprach. Ein Wort noch zu den 35mm-Kopien. Diese waren absolut tadellos und sahen einfach fantastisch aus. Nach dem Kino suchten wir noch eine nette Schänke, um in einer kleinen Gruppe das Gesehene zu verarbeiten. Doch seltsamerweise werden in Düsseldorf Freitags nach Mitternacht die Bürgersteige hochgeklappt. Wir fanden schließlich noch eine recht großes Gasthaus, welches aber nach – mit für Düsseldorf scheinbar typisch rauer Herzlichkeit ausgeführten – Ausschank auch schon bald die Pforten schloss. Also ab ins Hotel und Schlaf für den folgenden Tag tanken.

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Das Bloggen der Anderen (29-01-18)

– Noch einmal fange ich mit dem Hofbauer-Kongress in Nürnberg an. Erstmals dabei war david von Whoknows presents. Und das halte ich für eine sehr schöne Fügung, lese ich doch die Texte auf diesem Filmblog sehr gerne. Und auch seinen Bericht über den „HK“ habe ich mit großem Genuss gelesen.

– Aus dem Umfeld des Hofbauer-Kongresses stammt auch der Filmblog Eskalierende Träume auf dem Sano Cestnik sehr interessant den slowenischen Film „Nočni izlet“ (Nächtlicher Ausflug, 1961) vorstellt.

– Über unheilbare kranke Frauen im frühen deutschen Nachkriegskino und „Die Stärkere“ schreibt Werner Sudendorf auf new filmkritik.

Sennhausers Filmblog ist auf den 53. Solothurner Filmtagen zu Gast, wo u.a. der Erstling des in der Mongolei geborene, in der Schweiz lebenden Batbayar Chogsom „Out of Paradise“ und „Die vierte Gewalt“ des Berner Dokumentarfilmers Dieter Fahrer laufen.

– Michael Kienzl hat auf critic.de, Interessantes vom Rotterdam Film Festival 2018 zu berichten.

– Katrin Doerksen besucht für B-Roll ebenfalls das Rotterdam Film Festival, wo nicht nur Dominik Grafs längerer Director’s Cut seines Tatorts „Der rote Schatten“, sondern auch Jan Švankmajers langerwarter „Insect“ läuft. Anna Wollner sprach mit Martin McDonagh über Frances McDormand und den Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Rajko Burchardt schreibt darüber, wie die Oscars zukünftig aussehen sollten. Andreas Köhnemann sinniert über die Frage, was ist „So Bad, It’s Good“. Wenn ich hier Blog-Beiträge verlinke, dann meistens, weil ich sie selber sehr spannend finde. D.h. nicht, dass ich immer mit dem Geschriebenen konform gehe. Maria Wiesner Abrechnung (anders kann ich es jetzt nicht nennen) mit Louis de Funès und dem Humor seiner Filme kann ich in sehr vielen Punkten nicht zustimmen und finde vieles in dem Artikel grundfalsch. Aber andererseits finde ich die dort vertretenden Ansichten auch wieder spannend. Soll sich also jeder selber ein Bild machen und eine Meinung fassen. Auf Facebook jedenfalls schlagen die Wellen bereits hoch.

– Apropos: So bad it’s good. Filmlichtung schreibt sehr schön über “ Who Killed Captain Alex?“ (der hier in Bremen ja auch schon mal gezeigt wurde). Sein treffendes Fazit: „Wenn diese Leute, die keinen Strom, kein sauberes Wasser und mit Sicherheit kein Geld haben ihre kreativen Ideen umsetzen können, welche Ausrede hat dann irgendjemand von uns?“ Daumen hoch!

– Oliver Nöding führt seine Coen-Brothers-Retro auf Remember It For Later mit „A Serious Man“ und „True Grit“ fort.

Witte’s wöchentliche Tipps hat wieder einiges Interessantes zu bieten.

– Sehr gut auf den Punkt gebracht finde ich Dr. Wilys Analyse von „Der unglaubliche Hulk“ in der Edward-Norton-Variante auf Wilsons Dachboden.

– 1988 irgendwie untergangen, heute ein Klassiker: “Colors“ von Dennis Hopper. Sebastian hat ihn auf Nischenkino noch einmal besucht.

– Ich gebe zu: Auf Özgür Yildirims „Nur Gott kann mich richten“ bin ich ein wenig neugierig. Der Kinogänger fand ihn schon mal gut.

– Totalschaden nimmt sich auf Splattertrash einen der ungewöhnlichsten und interessantesten italienischen Horrorfilme der 70er Jahre vor: „Das Haus der lachenden Fenster“.

– Und Hauptsache (Stumm)Film wird seinem Namen gerecht, indem „Das Cabinet des Dr. Caligari“ besprochen wird.

– Auf film-rezensionen.de findet man in dieser Woche ein Leiji-Matsumoto-Special.

– 2010 sah ich als Vorfilm auf den Nordischen Filmtagen in Lübeck den 10-Minüter „Incident By A Bank“, der mir sehr gut gefiel. Danach habe ich ihn aber irgendwie wieder vergessen. Dass der Film von Ruben Östlund (gerade mit „The Square“ in aller Munde) und auf der Berlinale als bester Kurzfilm ausgezeichnet worden war, habe ich gar nicht richtig mitbekommen. Jetzt taucht er bei Filmlichtung plötzlich wieder auf.

Nächste Woche gibt es kein „Bloggen der Anderen“, weil ich mich das ganze Wochenende „Im Bahnhofskino um die Welt IV – Der 35MM Weekender!“ von Mondo Bizarr in Düsseldorf befindet. Da werde ich Montag wahrscheinlich erst einmal den Kopf auslüften müssen.

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DVD-Rezension: “Blade of the Immortal”

Einst erhielt der Ronin Manji (Takuya Kimura) nach einem gewaltigen Blutbad von der 800 Jahre alten Nonne Yaobikuni „Blutwürmer“, die ihm unsterblich machen und dafür sorgen, dass selbst abgetrennt Gliedmaßen wieder anwachsen. Nach 52 Jahren unsterblichen Daseins ist Manji des Lebens müde. Da bittet ihn die junge Rin Asano (Hana Sugisaki) um Hilfe. Ihr Vater wurde ermordet und ihre Mutter entführt. Nun will sie Rache. Rin ist Manjis kleinen Schwester, die einst durch seine Schuld ums Leben kam, wie aus dem Gesicht geschnitten. So lässt sich Manji widerwillig auf den Auftrag ein. Die Mörder von Rins Vater sind die Mitglieder der Ittō-ryū-Schule unter ihrem Anführer Kagehisa Anotsu (Sōta Fukushi). Bald schon kommt es zur ersten blutigen Konfrontation…

Blade of the Immortal“ ist der 100. Film der großen Wundertüte Takashi Miike. Dieser Jubiläumsfilm gehört sicherlich nicht so zu einen Besten, gibt aber ein gutes Beispiel dafür ab, was man von Miike in seiner gerade mal 25-jährigen Karriere (das ergibt einen Durchschnitt von unglaublichen vier Filmen pro Jahr) erwarten kann. Wie sein ganzes Werk, welches von ernsthaften Dramen zu cartoonhaften Yakuza-Filmen voller überzogener Gewalt, von Kinderfilmen bis zu quietschbunten Computerspiel-Verfilmungen reicht, ist „Blade of the Immortal“ voller Wendungen, was Ton und Erwartung angeht. Das beginnt schon mit seinem Helden, dem unsterblichen Samurai Manji, der in der furiosen, in schwarz-weiß gehaltenen Eröffnungssequenz wie ein Mähdrescher durch die schier endlosen Reihen seiner Gegner pflügt. Später scheint Manji nicht mehr die Notwenigkeit in seiner Kunstfertigkeit zu sehen. Seine Gegner sind ihm allesamt haushoch überlegen und werden von ihm nur besiegt – ja weil er eben unsterblich ist. Eine große Müdigkeit und Egal-Stimmung durchzieht diese Kämpfe. Manji weiß ja, dass er gewinnen wird. Wozu also noch anstrengen? Vielleicht sieht „100-Filme-Mann“ Miike in dem „100-Mann-Mörder“ ja so etwas wie ein Alter-Ego, denn auch Miike kann heutzutage im Schlaf einen typischen „Miike“ inszenieren. Was er, wenn man einen genaueren Blick auf seinen riesigen Output wirf, manchmal vielleicht auch tut. Doch solange immer noch solche Meisterwerke wie beispielsweise „Audition“, „Gozu“, „Big Bang Love, Juvenile A“ oder auch „Hara-Kiri“ (die alle vier nicht unterschiedlicher sein könnten) dabei herauskommen, weiß man, dass die Flamme der Leidenschaft in Miike noch immer lodert und er mit der richtigen Motivation immer wieder Großes zu leisten im Stande ist.

Ähnlich wie bei Manji. Erst der Auftrag eines kleinen Mädchens, welches ihn an seine Schwester erinnert und an ein Trauma, dem er nicht entkommen kann, sorgen dafür, dass er sich wieder in den Kampf schleppt. Seine Unsterblichkeit hat ihn müde werden lassen. Sein unendliches Leben sorgt bei ihm vor allem für Zynismus.Natürlich ist das junge Mädchen seiner vor 50 Jahren ermordeten Schwester wie aus dem Gesicht geschnitten. Anders wäre es wohl kaum möglich gewesen, Manji noch einmal zu motivieren, einen Auftrag zu übernehmen. Doch so wird er noch einmal in einen epischen Konflikt geworfen und bekommt es mit allerlei skurrilen Gegnern zu tun. Während die Geschichte um Manji, trotz des Unsterblichkeits-Kniffs relativ klassisch daherkommt, so atmen die Bösewichter doch durch und durch den Atem einer Comic-Vorlage. Der erste Gegner führt die Köpfe seiner Opfer auf den Schultern spazieren und versteckt sein missgestaltetes Gesicht hinter einer Samurai-Maske. Der Zweite trägt eben jene „Stachel“-Frisur, die so vielen Manga-Figuren zu eigen ist – was einmal mit dem Spitznamen „Igel“ quittiert wird. Und auch die weiteren Antagonisten scheinen direkt aus den Seiten des zugrundeliegenden Mangas gefallen sein. Was Miike die Gelegenheit gibt, in „Blade of the Immortal“ seinen – wenn hier auch eher gedämpften – irrwitzigen Exzessen zu frönen und weniger einen klassischen Samuari-Film ala Kurosawa zu inszenieren.

Eine besondere Figur ist die des Gegenspielers Kagehisa Anotsu. Eine leicht androgyne Figur mit zu schönen Gesichtszügen, um wahr zu sein. Anotsu ist beseelt von einer Mission. Jener nämlich, alle Kampfschulen zu vereinigen. Dummerweise lässt er ein „Nein“ nicht gelten und wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn und damit dem Tode geweiht. Dabei wird Anotsu aber nicht komplett negativ gezeichnet. Er ist kein Irrer, der laut krakeelend und augenrollend seine Feinde kurz und klein macht. Auch kein düsterer Grübler. Im Grunde ist Anotsu die Antithese zu seinen Untergebenen, mit denen es Manji zunächst zu tun bekommt. Wenn er argumentiert wirkt er zunächst einmal ganz vernünftig, und er besitzt auch ein großes, sanftes Charisma, welches die Menschen für ihn einnehmen könnte. Aber gerade dadurch ist er so gefährlich. Denn er ist ein Dogmatiker. Jemand, der sich zum Führer berufen fühlt und keine zweite Meinung gelten lässt. Der ohne Skrupel über Leichen geht, um sein „heiliges“ und damit für ihn gerechtes Ziel zu erreichen. Aber auch jemand, der von einer besseren Welt träumt. Wobei für ihn kein Zweifel daran besteht, was die „bessere“ Welt ist. Wer denkt da nicht an gewisse religiöse Führer, die unter dem Vorwand der „gerechten Sache“ Terror verbreiten. „Kamen Rider“-Star Sōta Fukushi spielt diesen Kagehisa Anotsu mit minimalen Aufwand, aber größter Effektivität. Und er bildet einen Gegenpol zu Manji, der schon lange nicht mehr träumt und dessen einzige Vision darin besteht, endlich seinen Frieden zu finden. Manji will kein Führer sein. Weder für eine Idee, noch für einen anderen Menschen kämpfen. Dass er sich am Ende von der jungen Rin Asano anheuern lässt, hat dann auch mehr mit einem schlechten Gewissen und der Hoffnung zu tun, dass er so den Tod seiner Schwester irgendwie sühnen kann – und vielleicht am Ende endlich Erlösung findet.

Takashi Miikes 100. Film mag nicht sein Bester sein, aber ein hübsche Zusammenfassung seiner bisherigen Karriere. Der mit 136 Minuten und seinem epischen Finale vielleicht etwas zu lang geratener Film, wartet mit eben jenen Überraschungen und – wenn auch hier etwas dezenter als sonst – irrwitzigen Überzeichnungen auf, die für einen Miike-Film typisch sind.

Die Ascot Elite DVD hat ein durchschnittlich gutes Bild. Vordergrunde sind scharf, aber Hintergründe oder Totale wirken ganz leicht pixelig und dadurch ein wenig unscharf. Der Ton ist ausgezeichnet, wobei der japanische Ton realistischer wirkt. In der nicht vollständig überzeugenden deutschen Synchronisation erscheinen die Dialoge etwas zu sehr in den Vordergrund gemischt. Zudem wirken in der Synchronisation einige Figuren stimmlich zu alt, andere zu jung. Bonusmaterial gibt es auf dieser DVD – bis auf den Trailer – leider keins. Hier müsste man auf die deutlich teurre Blu-ray im Steelbook zurückgreifen, die ein fast zwei-stündiges „Making Of“ enthalten soll. Im Menü wird man mit dem extrem nervigen Pop-Rock-Song aus dem Abspann gequält.

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Das Bloggen der Anderen (22-01-18)

So, da ist er. Der erste Blog-Eintrag im neuen Jahr. Nachdem ich es letzte Woche endlich geschafft habe, meinen neuen Beitrag im 35-Millimeter-Retro-Filmmagazin zu finalisieren und kurz vor der Deadline abzuschicken, kann ich mich nun wieder meinem Blog widmen.

– Und womit macht es besonders viel Freude das neue Jahr zu begrüßen? Indem man sich den wie immer hochspannenden Bericht über den 17. Hofbauer-Kongress durchliest, den diverse Teilnehmer auf critic.de zusammengetragen haben. Also flugs den Bleistift gespitzt und inspiriert durch die enthusiastischen Worte eine „Der folgende Film wird gesucht“-Liste erstellt.

Filmlichter hat sich eingehend mit The Walt Disney Company und ihrem heutigen Gesicht beschäftigt.

– Für mich ist das Thema Filmindustrie und Big Data immer wieder spannend – auch aus beruflichen Gründen. Lars Dolkemeyer zeigt auf B-Roll auf, wie Netflix Filmvorschlag-Algorithmus funktioniert und welche Auswirkungen er hat. Sehr spannend! Live-Übertragungen von Opern und virtuelle Rundgänge durch Ausstellungen als lukrative, alternative Angebote in den Kinos? Katrin Doerksen hat sich das mal angesehen. Maria Wiesner erinnert sich an „Spice World“ und seine Bedeutung für die „Girl Power“- Pop-Feminismus-Bewegung.

NegativeSpace empfiehlt den auf 16mm gedrehten Dämonenfilm „Luz“ auf der Berlinale in der Perspektive Deutsches Kino läuft.

– Christian Genzels Blog Wilsons Dachboden taucht tief ein in das Mavel Cinematic Universe. Dies überlässt er aber seinem Gastautor Dr. Wily, der dann gleich mit „Iron Man“ beginnt.

– Michael Schleeh bespricht auf Schneeland den Film „Irezumi – The Spirit of Tattoo“, den Yoichi Takabayashi 1982 drehte.

– Oliver Nöding befindet sich gerade mitten in einer Coen-Brothers-Retro. Mittlerweile ist er bei „No Country For Old Men“ (Meisterwerk!) und „Burn After Reading“ (den ich ja in seiner bewusst zelebrierten Nichtigkeit ziemlich grandios finde, Oliver hat da eine andere Meinung) angekommen. Die Beiträge aus den vergangenen Wochen sind aber auch absolut empfehlenswert und natürlich auch auf seinem Blog Remember It For Later zu finden.

– Ich freue mich ja immer sehr, wenn es wieder einmal etwas Neues bei Whoknows presents zu lesen gibt. Diesmal stellt Manfred Polak einen Film aus dem Senegal vor. „Touki Bouki“ wird auch „der afrikanische Easy Rider“ genannt. Eine Bezeichnung, die Manfred nicht ganz passend findet. Warum erfährt man in seinem hoch interessanten Text zum Film.

– Auf RP Kahls „A Thought of Ecstasy“ bin ich ja bekannter Weise recht gespannt. Und auch wenn Oliver Armknecht dem Film auf film-rezensionen.de nur eine mittelprächtige Punktzahl gibt, klingt die Beschreibung doch recht an- und aufregend. Ganz ähnlich ergeht es mir übrigens auch mit dem vom ihm besprochenen „Cold Skin“.

– Sehr viel Gutes hört man derzeit über „It Comes At Night“. Auch Stefan Turiak von Mehrfilm ist voll des Lobes.

Funxton bespricht in dieser Woche einen etwas unbekannteren – aber nichts destotrotz interessanten – Hammer-Horror-Thriller: „Demons of the Mind“.

– Ein ewiger Lieblingsfilm: „Inferno“ von Argento. Hier besprochen von totalschaden auf Splattertrash.

– Und noch ein Film der mich tief beeindruckt hat: „Dead of Night“ von Bob Clark. Schlombies Filmbesprechungen sehen das schönerweise genauso.

„The Mad Bomber“ wiederum ist mir bisher noch nicht untergekommen. Aber wenn Sebastian von Nischenkino schreibt: „The Mad Bomber ist ein ganz und gar garstiges Filmchen: Hinter dem billigen Look und der Fließband-Story steckt ein kleiner Schocker voller gesalzener Sprüche, Sexismus und Splatter“, dann sollte ich das vielleicht bald mal ändern.

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Mein ganz persönlicher Jahresrückblick 2017

Seitdem ich meinen Blog vor nunmehr neun Jahren begann, pflege ich die Gewohnheit, das (Schreib)Jahr mit einem Rückblick auf die letzten 12 Monate zu beschließen. Dies soll auch diesmal der Fall sein. Es gibt mir nämlich die schöne Gelegenheit, das Jahr auch für mich selber Revue passieren zu lassen. Ich kann mich dabei an Dinge zu erinnern, die ich fast schon wieder vergessen hätte, aber auch schauen, was ich mir 2016 für 2017 vorgenommen hatte – und was ich letztendlich davon umgesetzt habe. Was ich mir damals vom neuen Jahr gewünscht habe, und wie es wirklich gekommen ist.

Alles zusammengenommen, war 2017 ein recht durchschnittliches Jahr ohne besondere Höhepunkte. Was keine so schlechte Meldung ist, denn besondere Tiefpunkte, wie ganz besonders in 2015 und teilweise auch in 2016, bleiben erfreulicherweise aus. Die Sorgen sind zwar nicht weniger geworden, aber die Familie ist gesund und die Existenzängste verlaufen in ganz normalen Bahnen.

Schaue ich zurück auf das, was ich im letzten Jahr an dieser Stelle schrieb, so ist aus den ganzen guten Vorsätzen wenig geworden. Immerhin, das Booklet für „Die toten Augen des Dr. Dracula“ ist tatsächlich erschienen und erfüllt mich noch immer mit gewissen Stolz. Da hätte sich gerne noch mehr draus entwickeln können, tat es dann aber nicht. Aber vielleicht liest hier ja jemand mit, der einen Autoren für das Booklet einer anstehenden Veröffentlichung sucht. Ich stände bereit. A

us dem Buchprojekt, welches ich Ende 2016 wieder angeschoben hatte, wurde auch nichts. Was daran liegt, dass sich der von mir ausgeguckte Partner als ausgesprochen unzuverlässig herausgestellt hat, und ich dann irgendwann auch keine Lust mehr verspürte, da hinterherzulaufen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und ich habe mittlerweile jemand anderen gefunden, der Lust und Interesse hätte. Ich denke mal, da passiert dann in 2018 etwas. Gehofft hatte ich auch, dass das Fulci-Buch, für das ich 2014 (!) zwei Artikel geschrieben hatte, irgendwann erscheint. 2017 ist man als Autor weiter vertröstet worden, aber ich hege nicht allzu viel Hoffnung, dass da nächstes Jahr endlich irgendwas passiert. Dafür scheint mir, nach allem was man so inoffiziell hört, die Situation hinter den Kulissen zu verfahren.

Mit einer Enttäuschung begann das Jahr auch für die Kinoreihe Weird Xperience, die ich mit meinem tollen Kompagnon Stefan mache. Ende letzten Jahres schrieb ich noch: „So wird es im ersten Halbjahr drei Kooperationen geben“. Davon fielen die ersten beiden ins Wasser. Was aber nicht unseren Kooperations-Partnern, sondern unserer damaligen Heimat, der etage3 lag, die unsere Termine – ohne uns Bescheid zu geben – anderweitig vergab. Ganz schlimm war es dann im März, als wir einmal zusammen mit den tollen Leuten von „Unknown Pleasures“ eine kombinierte Filmvorstellung/Partynacht geplant hatten und nur wenige Stunden (!) vor Veranstaltungsbeginn alles absagen mussten. Bezüglich der Gründe, will ich hier keine schmutzige Wäsche waschen und mit dem Finger auf andere zeigen. Uns hat das Ganze zumindest so sehr geärgert und frustriert, dass wir der etage3, wo wir uns immer so wohl gefühlt hatten, den Rücken kehrten. Immerhin waren wir im Mai noch in der Schwankhalle zu Gast, wo wir ein kleiner Teile des wunderbaren A.r.G.da.Na.ni.-Projekts des Filmemachers und Künstlers Jan van Hassel sein durften. Und im Juni gab es wieder zwei Termine bei unserem sehr netten und sympathischen Gastgeber Olli vom Open-Air-Kino am Schlachthof. Leider spielte dieses Jahr erstmals das Wetter so gar nicht mit, was nicht nur zu einigen kurzfristigen Verschiebungen, sondern dadurch bedingt auch relativ wenige Zuschauer führt. Spaß gemacht hat es aber trotzdem wieder, auch weil wir dort immer so nett aufgenommen werden. Nach diesem turbulenten Jahresbeginn, haben wir seit September eine neue Heimat im ältesten Programmkino Deutschlands, dem Cinema im Ostertor gefunden. Endlich zurück in einem richtigen Kino! Aber auch mit dem Druck, eine vernünftige Anzahl Zuschauer zu liefern. Was uns leider nicht wirklich gelang. Argentos „Opera“ und der Anime-Klassiker „Perfect Blue“ blieben hier unter den Erwartungen, der für das Cinema eigentlich perfekt passende „Eyes of My Mother“ erwies sich sogar als desaströs. Und als wir im Dezember mit Julia Ostertag einen sehr engagierten Gast hatten und Werbung wie noch nie für ihren Film „Dark Circus“ gemacht haben – schlug das Wetter zu und lies Bremen in einem Schneetreiben untergehen. Trotzdem war die Vorstellung recht gut besucht (für die äußeren Bedingungen sogar sehr gut), aber ohne die Wetterkapriolen hätten wir sicher nochmal deutlich mehr Zuschauer gehabt. Trotzdem gehen wir 2018 in die Verlängerung und werden noch einmal drei Monate lang die Möglichkeit haben zu beweisen, dass es möglich ist, in Bremen ein „anderes Kino“ zu machen. Ich hoffe sehr, dies wird vom Publikum honoriert.

Schön war es, dass ich im Juni endlich mal einige Kollegen aus der 35-Millimeter-Redaktion, sowie unseren neuen Chefredakteur Clemens kennenlernen konnte. Auch die Kinobesuche in Hamburg zu „Monster machen mobil“ und ganz besonders „Hard-Boiled“ habe ich sehr genossen. Die cineastischen Highlights waren auch in diesem Jahr wieder das Filmfest in Oldenburg, welches ich diesmal erstmals drei Tage lang besuchte und das mich mit einer gut bis sehr gut kuratierten Filmauswahl beglückte, und das unglaublich tolle Deliria-Italiano-Forentreffen in München, wo die Bande liebgewonnener Gesichter das legendäre Werkstattkino heimsuchte. Ich finde es noch immer unglaublich, wieviel Euphorie und familiäre Herzlichkeit bei diesen Treffen herrscht, obwohl doch so viele unterschiedliche Menschen da zusammenkommen, die sonst – bis auf die gemeinsame Filmleidenschaft – kaum oder keine Verbindungen haben. Doch für drei Tage fühlt man sich trotzdem unter Freunden und vermisst diese dann auch ganz schrecklich, wenn es wieder gen Heimat geht. Mit „regulären“ Kinobesuchen jenseits dieser Events und unserer eigenen Reihe sah es allerdings noch finsterer aus als im Vorjahr. Gerade einmal habe ich es einfach mal so ins Kino geschafft.

Der generelle Filmkonsum ist auch wieder deutlich runtergegangen. Zwar nicht auf die 132 Filme aus 2014, aber 136 ist sicherlich die zweitniedrigste Wert seit 35 Jahren. Was aber auch dran lag, dass ich die Zeit anderweitig genutzt habe, um Anfang des Jahres noch einmal die ersten beiden Staffeln von „Twin Peaks“ zu schauen und dann die phantastische dritte Staffel zu sehen, welche es locker auf Platz 1 meiner Top10-Liste schaffen würde – wäre es ein Film und nicht (nominell) eine TV-Serie. Vielleicht das Beste, was ich je in diesem Format gesehen habe. Da ich jetzt Prime habe, habe ich auch „American Gods“ geguckt (fand ich ganz gut) und noch so ein bisschen hier und dort. Und die alten „Der Fahnder“-Folgen habe ich auch immer wieder gerne mal reingeworfen. Da ich in der Zeit nicht gleichzeitig Filme gucken konnte, ist es also kein Wunder, dass der Konsum nach unten zeigt.

Komme ich zu meinem Blog, der teilweise wie ein Mühlstein um meinen Hals baumelte. Der selbstauferlegte Zwang eine wöchentliche Rubrik (Das Bloggen der Anderen) zu füllen, kann manchmal schon zu Ermüdungserscheinungen führen. Insbesondere, wenn gleichzeitig noch die Deadline für die nächste Ausgabe des 35-Millimeter-Retrofilm-Magazins ansteht und Werbung/Organisatorisches für Weird Xperience erledigt werden muss. Mehr als einmal hatte ich dieses Jahr das Gefühl, dass ich da irgendwo mal dringend kürzer treten muss. Aber am Ende wüsste ich nicht wo, da mir alles am Herzen liegt. Am meisten leidet wohl das Blog darunter, obwohl ich im Zeitraum Januar bis November 100 Artikel veröffentlicht habe. Das sind 5 mehr als im Vorjahr (wo es aber auch immer wieder größere Pausen gab). Zu vielem, was ich mir vorgenommen hatte, bin ich dann auch einfach nicht gekommen. Hier wäre gewiss mehr möglich, aber das würde auch bedeuten, dass meine anderen Aktivitäten (und am Ende auch die Familie) darunter leiden würde. Eine Zwickmühle.

Die Entwicklung der Besucherzahlen trugen aber auch nicht dazu bei, mich zu euphorisieren und motivieren. Zwar kann ich keinen Vergleich zum Vorjahr ziehen, da Google Analytics ordentlich an seiner Erfassung gedreht hat und die Google-Bildersuche nicht mehr auf eine Seite, sondern erst einmal auf das eigenen Google-System verweist. Das hatte für mich zur Folge, dass ich von einem Tag auf den anderen dauerhaft 2/3 weniger Besucher hatte. Okay, die neuen, niedrigeren Zahlen sind realistischer und geben mehr Auskunft, wer sich eigentlich für meine geschriebenen Inhalte interessiert, da die „Bildersucher“ rausfliegen… aber die nackten Zahlen, die jetzt nur noch selten am Tag dreistellig sind, machen es einem auch nicht einfacher, sich immer wieder aufzuraffen, um etwas zu schreiben. Mal schauen, wie das nächstes Jahr wird, wenn ich wahrscheinlich noch weniger Zeit habe. Irgendwie muss ich diese dann einfach besser verteilen und akzeptieren, dass mal die eine oder andere Sache liegen bleibt.

Meine Liste mit aktuellen Filmen ist extrem kläglich. Was daran lag, dass ich es weder ins Kino geschafft, noch mich wirklich um Bemusterungen für Rezensionen gekümmert habe (und bei Splendid scheinbar auf die schwarze Liste gerutscht bin. Vielleicht war ich denen ja zu kritisch). Meine zusammengefassten Top 10 (wie in den Vorjahren brauche ich schon zwei Jahre, um auf etwas Masse zu komme) spiegelt schon fast alle Filme wider, die ich aus dem entsprechenden Zeitraum gesehen habe. Spannender waren da schon die „Klassiker“, welche ich 2017 zum ersten Mal sah. Hier fiel es mir extrem schwer, mich auf nur 10 zu beschränken. Auf Platz 10 hätten ebenso gut auch „Laurin“ von Robert Sigl, „Perfect Blue“ von Satoshi Kon, „Island of Lost Souls“ von Erle C. Kenton oder „Endstation Schafott“ von José Giovanni stehen können. Auf eine „Worst-of“-Tabelle verzichtete ich wieder.

Top 10 aktuelle Filme (Produktionsjahr 2016/2017)

1. The Neon Demon (Nicolas Winding Refn, 2016)
2. Outrage Coda (Takeshi Kitano, 2017) – meine Besprechung
3. Fashionista (Simon Rumley, 2017) – meine Besprechung
4. Spit’n’Split (Jérôme Vandewattyne, 2017) – meine Besprechung
5. The Eyes of My Mother (Nicolas Pesce, 2016) – meine Besprechung
6. In the Flesh (Kong Pahurak, 2017) – meine Besprechung
7. The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years (Ron Howard, 2016)
8. Midnighters (Julius Ramsay, 2017) – meine Besprechung
9. Maze (Stephen Burke, 2017) – meine Besprechung
10. Dark Circus (Julia Ostertag, 2016)

Top 10 ältere Filme (nur Erstsichtungen)

1. Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger (Elio Petri, 1970)
2. Marketa Lazarová (Frantisek Vlácil, 1967) – meine Besprechung
3. Under the Skin (Jonathan Glazer, 2013)
4. The VVitch: A New-England Folktale (Robert Eggers, 2015)
5. Sennentuntschi (Michael Steiner, 2010)
6. San Babila, 20 Uhr: Ein sinnloses Verbrechen (Carlo Lizzani, 1976)
7. Mörderland (Alberto Rodríguez, 2014)
8. Mädchen mit Gewalt (Roger Fritz, 1970)
9. Geständnisse (Tetsuya Nakashima, 2010)
10. Alice (Jan Svankmajer, 1988)

Das war es nun für 2017. Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir lesen/sehen uns wieder in 2018!

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Blu-ray Rezension: „Escalation“

Luca Lambertinghi (Lino Capolicchio) genießt das Leben als Hippie im Swinging London in vollen Zügen. Bis eines Tages sein Vater Augusto (Gabriele Ferzetti), ein italienischer Industrieller, auftaucht und ihn zur Mitarbeit im Familien-Betrieb zwingt. Obwohl Luca darauf keine Lust hat, folgt er seinem Vater zurück nach Italien. Da Luca immer wieder – erfolglos – versucht, sich aus der auferlegten Verantwortung zu stehlen, heuert der Papa die wunderschöne Psychologin Carla Maria (Claudine Auger) an. Diese soll aus seinem Sohn einen fleißigen firmenerben machen. „umdrehen“ soll. Tatsächlich gelingt es der eiskalten Carla Maria Luca zu „bekehren“, und Luca verliebt sich in sie. Bald schon wird geheiratet. Doch Clara Maria verfolgt ihre ganz eigenen Pläne und hält den ihr gänzlich verfallenen Luca an der ganz kurzen Leine…

Es ist der große Verdienst des Labels Forgotten Film Entertainment, dass es seinen Namen ernst nimmt. Satt den leichten Weg zu gehen und sattsam bekannte Titel zu veröffentlichen, hat Forgotten Films tief in der Geschichte des europäischen Films gegraben und „Escalation“ hervorgezaubert. Einen Film, von dem selbst ich als Italo-Afficado lediglich das markante Poster mit der hübsch bemalten Claudine Auger kannte. Noch nicht einmal der schöne Soundtrack von Ennio Morricone war mir bisher untergekommen. Dabei bringt der Film alle Voraussetzungen mit, um nicht nur einer kleinen Zirkel cinephilen Italo-Liebhabern, sondern einem weitaus größerem Publikum bekannt zu sein. Er schwelgt in Pop-Art Kulissen wie „Das 10. Opfer“ oder „Danger: Diabolik“, bringt die wütende, gesellschaftskritische Kino eines Carlo Lizzani mit, hat mit Claudine Auger eine faszinierend-schöne Hauptdarstellerin, und erinnert in seiner teilweisen surrealen Groteske an geliebte Klassiker wie „Femina Ridens“ oder „Die Falle“. Hinter jeder Ecke scheint auch Elio Petri zu lauern, in dessen Oeuvre „Escalation“ sehr gut gepasst hätte. Bezeichnenderweise war „Escalation“-Produzent auch für Petris „Zwei Särge auf Bestellung“, aber auch den oben erwähnten „Femina Ridens“ verantwortlich. Trotzdem scheint „Escalation“ heute tatsächlich vergessen.

Vielleicht liegt es ja wirklich daran, dass sich der Film gegen jegliche Einordnung sperrt. Er beginnt als locker-flockige Hippie-Komödie aus dem Swinging London, um bald schon dunklere Töne anzuschlagen, dann in eine böse Satire umzuschlagen und am Ende tatsächlich zu einer galligen Krimigeschichte zu werden. Auch wenn sich dies alles auf dem Papier ausgesprochen inhomogen liest, so folgt der Film dabei doch einer bestechenden Logik und bitteren Konsequenz. Je mehr sich der Film von seinem heiter-sorglosen Ton entfernt, umso artifizieller und kälter werden die Bilder. Und auch die Figur des Luca Lambertinghi verändert sich immer mehr. Vom lustigen Hippie zum Hanswurst, der von seiner dominanten Frau an der kurzen Leine geführt und manipuliert wird bis er schließlich zum kühl kalkulierenden Mörder wird. Diese Verwandlung findet auch äußerlich statt. Die lockigen Haare und bunten Klamotten werden bald schon gegen Pomade, gepflegten Schnäuzer und Anzüge eingetauscht. Wirken diese an Luca zunächst noch wie eine Verkleidung, wächst er immer mehr in sie hinein bis man am Ende glaubt, er hätte nie etwas anderes getragen.

Sein Inneres ändert sich dabei aber kaum. Ob Hippie, Ehemann oder Konzernerbe – getrieben wird er immer von einer unglaublichen Bequemlichkeit. Seine ganzes Hippietum nebst Indien-Träumerei ist nur eine Maske, hinter der es sich gut und bequem leben lässt. Für irgendwelche Ideale zu kämpfen käme Luca nie in den Sinn. Als sein Vater ihn aus seiner London-Idylle herausreißt, um das Firmenerbe anzutreten, folgt Luca zwar murrend, aber ohne wirkliche Gegenwehr. Statt „Nein“ zu sagen, denkt er sich kuriose Mätzchen aus, damit sein Vater ihn rauswirft. Lediglich, wenn er aus einer Irrenanstalt ausbüchst, wendet er so etwas wie Energie auf, bevor er sich von einer skurrilen Detektiv-Bande wieder zurück in die Heimat schleppen lässt. Von seiner Ehefrau lässt er sich dann später in Aussicht auf guten, leidenschaftlichen Sex wie ein Tanzbär an der Nase herumführen, ohne dass sich dieses Versprechen wirklich erfüllt. Liegen sie im Ehebett nebeneinander, tragen sie hautenge Overalls, die nicht umsonst an Kondome oder aseptische Schutzkleidung erinnert.

Ist die Figur des Luca Lambertinghi eine Kritik an den bourgeoisen Hippies, die von den Idealen diese Kultur keine Ahnung haben, und einfach mal mitmachen, aber ohne irgendwelche Konsequenzen zu tragen? Die im Herzen noch immer spießig und kleinbürgerlich sind, es aber toll finden, in der ach so hippen, freien Szenen herumzuspazieren und so zu tun, als wenn sie dazugehören? Diese tristen Büroangestellten, die einmal im Jahr ihre grauen Anzüge gegen geschmacklose Hemden und bunte Perücken tauschen, um so schrecklich lustig, verrückt und „alternativ“ zu sein, um am nächsten Tag wieder an ihre penibel aufgeräumten Schreibtischen zurück zu kriechen. Leute die am Wochenende Punk sind und in der Woche das FDP-Parteibuch im der Tasche tragen. Ist Luca am Anfang nicht genau derselbe, wie am Ende? Ein auf seinen eigenen Vorteil bedachter, kaltschnäuziger, bürgerlicher und weiterhin verdammt bequemer Typ, dem es einfacher erscheint, sich anzupassen anstatt zu rebellieren?

Dies ist eine Leseweise des Films. Aber er behält sich auch die Möglichkeit offen, dass Luca Lambertinghi einfach ein naiver, gutgläubiger Typ ist, der von den manipulativen Kräften des Kapitalismus und der Gier langsam, aber sicher korrumpiert wird. So, dass er am Ende seine Unschuld verloren hat, sein Herz erkaltet und seine Seele verkümmert. Zwar hat er sich noch immer ein kleines Stückchen Anarchie bewahrt, doch dies tief in seinem Inneren begraben. Wie bei so manchem 68er, der später in die Wirtschaft oder die Politik gegangen ist, blieb von der anfänglichen Leichtigkeit und Lebensfreude, den guten Vorsätzen und hehren Idealen nicht viel übrig, wenn diese erst einmal durch die Schleifmühle der leistungsorientierten und gierigen, kapitalistischen Gesellschaft gegangen ist. Sieht man sich heute im Bundestag oder den Firmenzentralen um, sieht man viele Luca Lambertinghis. Die grandiose Begräbniszeremonie, mit der „Escalation“ beschließt, trägt auch das Jahr 1968 zu Grabe. Getötet vom Menschen selber, der schwach, bequem und habsüchtig ist.

All dies gelingt es Regisseur und Drehbuchautor Roberto Faenza vorzüglich, in seinem Film zu verpacken. Dabei wird er bei seinem Regiedebüt nicht nur von exzellenten Schauspielern, wie den großartigen Gabriele Ferzetti unterstützt, sondern auch von einem absolut fabelhaften Design, an dem sich das Auge des Betrachters förmlich festsaugt. Ebenso wie an der überirdisch schönen Claudine Auger, die selbst als Bond-Girl Domino in „Feuerball“ nicht solch eine sinnesbetörende Ausstrahlung besaß. Da versteht man gut, dass der Hauptfigur Luca Lambertinghi das Gehirn in die Hose rutscht und er sich von ihr an der Nase herumführen lässt. Denn die Gute stellt einen weiteren Aspekt des Kapitalismus da. Während Ferzetti als Vater und Firmeninhaber die Dekadenz und altmodische verkörpert, ist Claudine Auger der kühle, emotionslos berechnende Intrigant, der durch geschickte Schachzüge und ohne Rücksicht auf andere seine Macht und sein Geld vergrößert. Die verführerische Attraktivität des Bösen. Faenza style.

Mit „Escalation“ hat Forgotten Film Entertainment eine sehr gelungen Veröffentlichung auf den Markt geworfen, die locker mit vergleichbaren Labels wie Cinema Obscura oder Wicked Vision Media mithalten kann. Die Bildqualität ist sehr ordentlich. Es gibt zwar immer wieder kurz auftauchenden kleine Filmkratzer in Betracht, aber aus gut unterrichtete Quelle weiß ich, dass der Blu-ray trotzdem das Negativ zugrunde liegen, welches in 2K abgetastet und restauriert wurde. Wobei sich das auch viel zu dramatisch anhört. Man sieht gerade am Anfang halt ab und zu kleine weiße Sprenkel, die von besagtem Negativ stammen und nicht weggefiltert wurden. Nichts woran man sich stören sollte. Das Bild ist sehr klar und scharf, und enthält erfreulicherweise eine schöne Filmkörnung, die „Escalation“ auch richtig schön nach Kino aussehen lässt. Einzig eine Partyszene zu Beginn fällt extrem ab und das Bild wirkt dunkel und sehr verrauscht. Aber dies gilt wirklich nur für diese eine Szene gilt, und der suboptimale, dokumentarisch anmutende Look ist durchaus vom Regisseur gewollt, der hierfür eine 8mm- oder 16mm-Kamera benutzte. Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden. Auch der Ton ist klar und deutlich. Er liegt in Deutsch und Italienisch (beides mono) vor. Dazu kann man sich deutsche und italienische Untertitel einblenden lassen. Auf einer dritten Tonspur findet man einen Audiokommentar von meinem 35-Millimeter-Retro-Filmagazin-Kollegen Leonhard Elias Lemke und Robert Wagner. Sehr spannend ist das halbstündige Interview „1968 Ways To Be A Protester“ mit Regisseur Roberto Faenza geworden, in dem er über seine Karriere und insbesondere sein Debüt „Escalation“ plaudert. Ebenfalls eine halbe Stunde dauert „Endless Escalation“, ein weiteres, informatives Interview mit Hauptdarsteller Lino Capolicchio. Drei Minuten lang kann man sich in „Die weißen Strände von Rosignano Solvay“ einige Drehorte des Filmes anschauen. Ferner gibt es noch umfangreiche Bildgalerien. Der Veröffentlichung liegt außerdem noch ein 56-setiges Booklet (oder sollte man besser „Büchlein“ sagen?) mit Texten von Thomas Hübner, Endre Udvari, Sebastian Schwittay, Gerald Kuklinski und Richie Pistilli bei.

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„35 Millimeter“-Magazin: Doppelausgabe 23/24 erhältlich

Wer seinen Lieben (oder sich selbst) noch kurzfristig etwas Schönes unter den Tannenbaum legen möchte, dem sei an dieser Stelle die aktuelle Ausgabe des 35-Millimeter-Retro-Filmmagazins empfohlen, welche sich diesmal – passend zu dieser Zeit des Jahres – mit dem Weihnachtsfilm beschäftigt. Und da es eine Doppelausgabe ist, kommen auch alle, die es nicht so mit Glühwein, Zimtsternen und Weihnachtsliedern haben, auf ihre Kosten. Denn in der zweiten Hälfte der Aufgabe geht es gleich härter zur Sache: Da heißt das Titelthema „Der Gangsterfilm“. Dazu kommen natürlich wieder die regelmäßigen Rubriken, Kolumnen und interessanten Artikel jenseits der beiden Titelthemen. Ich habe mich diesmal tatsächlich ganz auf die Weihnachtszeit konzentriert und geschaut was passiert, wenn der Weihnachtsmann von Marsmenschen entführt wird.

Hier das komplette Inhaltsverzeichnis der extradicken Doppelausgabe:

Heft #23/24 kann man HIER für € 6,50 zzgl. Versand beziehen.

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Blu-ray Rezension: „Mutant – Das Grauen im All“

Mike Colby (Jesse Vint) hat auf dem Heimweg zur Erde die letzten Jahre in einem kryonischen Schlaf verbracht. Als sein Raumschiff von Piraten angergriffen wird, weckt ihn seine Roboter SAM-104. Doch erfolgreicher Schlacht, kann Colby seinen Heimflug nicht fortsetzen, sondern bekommt von der Föderation den Auftrag, zu einer Forschungsstation auf dem Planeten Xarbia zu reisen. Dort scheint ein Experiment aus dem Ruder gelaufen zu sein. Bei seiner Ankunft wird er von Dr. Barbara Glaser (June Chadwick) und Dr. Gordon Hauser (Linden Chiles) empfangen, die ihm das Subjekt 20 zeigen. Dieses hat alle Forschungstiere auf der Station getötet und sich dann in einer Art Kokon eingesponnen. Während Colby noch mit den Wissenschaftlern berät, wie weiter vorgegangen werden soll, schlüpft das Subjekt 20 aus seinem Kokon und fordert ein erstes menschliches Opfer…

Als Ridley Scott 1979 seinen großen SF-Horror-Klassiker „Alien“ drehte, muss der Film wie eine Offenbarung für unzählige Filmemacher und Produzenten gewirkt haben. Besonders für die, welche zwar gerne einen Horrorfilm drehen wollten, aber dafür leider nicht das nötige Kleingeld in der Kasse hatten oder nicht in die Hand nehmen wollten. Ein übersichtlicher, geschlossener Schauplatz, eine überschaubare Gruppe von Menschen und ein Monster, dass gerne im Dunkeln lauerte. Fertig war das Rezept für die preisgünstigen SF-Schocker, welche in den folgenden Jahren den Markt und die unteren Videotheken-Regale überschwemmen sollten. Und bald schon wurden unbekannte Schauspieler – und noch lieber Schauspielerinnen – durch die schier unendlichen Gänge von Raumschiffen, unterirdischen Laboratorien, Bergstollen, Lagerhäusern oder eben – wie im vorliegenden Falle – Raumstationen gehetzt.

Dass ein gewiefter Pfennigfuchser wie Roger Corman nicht lange warten würde, bis er die Erfolgsformel aufgriff, ist klar. Als aus einer anderen Produktion (den etwas bekannteren „Planet des Schreckens“) am Wochenende noch einige Kulissen ungenutzt herumstanden, schickte er den Cutter Allan Holzman los, um darin einfach mal einige Szenen zu drehen. Das Drehbuch, in die diese Szenen passen sollten, wurde dann später geschrieben. Warum auch nicht? „Mutant – Das Grauen im All“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie Corman vorging. Er ergriff eine Möglichkeit beim Schopfe und ließ dann junge, hungrige Filmemacher von der Leine, die dafür brannten, endlich selber einen eigenen Film zu drehen. Diesen Enthusiasmus atmet „Mutant“ zu jeder Sekunde. Da ist nicht alles perfekt, aber charmant. Manches würden böse Zeitgenossen als „Trash“, andere eben als „großen Spaß“ bezeichnen. Das Monster sieht zwar aus, wie eine Aubergine mit Zähnen, aber es hat Charakter. Die Effekte sind plakativ, aber man merkt den Spaß, den die großen Jungs am herum sauen hatten.

„Mutant“ bringt alles mit, um Vorurteile gegenüber Low-Budget-Horror zu bestätigen. Es gibt viele vollkommen unnötige Nacktszenen mit den attraktiven Schauspielerinnen. Ja, aber weshalb soll man sich nicht gerade gegenseitig unter der Dusche einseifen, wenn man darüber diskutiert, wie das Monster zur Strecke gebracht werden soll? Die Vermutung liegt nahe, dass gerade diese Szene auf dem Mist von C-Autor Jim Wynorski gewachsen ist. Aber das ist eben nur eine – wenn auch naheliegende – Vermutung. Nein, die Handlungen der Figuren bestechen nicht gerade durch besondere Klugheit. Da wird der Kopf eben in den Brutkasten der mutierten Lebensform gehalten, sich mit offenen Armen und seligem Lächeln der Kreatur, die gerade die Hälfte der Filmbesetzung gekillt hat, entgegengegangen („Es braucht doch nur Liebe“) und generell mit Dingen herum gefummelt, die jeden vernünftig denkenden Menschen dazu bringen würden, die eigenen Beine in die Hand zu nehmen – und nicht irgendwelche fremden Leichenteile. „Mutant“ ist eben nicht „Alien“ und das wird zu keiner Sekunde versteckt – auch wenn das große Vorbild über allem schwebt.

Gleich in den ersten 30 Sekunden schafft es Allan Holzman mit „Alien“, „Krieg der Sterne“ und „2001“ gleich drei Klassiker zu zitieren. Allerdings nicht als großes Staatstheater, sondern als mehr schlecht als recht zusammengezimmertes Theaterstadl. Hauptdarsteller Jesse Vint, ein verdienter TV-Veteran, ist dann auch kein strahlender Held, sondern eher ein solider Handwerker. Vint führt die eher unbekannte Darstellerriege an. Am ehesten kennt man noch June Chadwick, die kurze Zeit später als außerirdische Invasorin Lydia in der TV-Serie „V – Die Außerirdischen Besucher kommen“ zu kurzer Bekanntheit kam. Mit fast 50 Jahren gibt Fox Harris sein Leinwand-Debüt und scheint alles, was er zuvor versäumt hatte, in einem Rutsch nachholen zu wollen. Seine extrem physisch, verschwitzt, überlebensgroße Darstellung eines der Wissenschaftler ist ein Highlight des Filmes. Er blieb bis an sein viel zu frühen Lebensende 1988 dem Genre treu und war sogar bei zwei Filmen von Alex Cox dabei.

„Mutant“ ist ein sehr preisgünstiges „Alien“-Rip-Off und täuscht auch nicht eine Sekunde lang vor, mehr sein wollen. Das im Grunde dünne Süppchen wird mit viel Blut, Schleim und Sex angedickt und ergibt so ein ausgesprochen schmackhaftes Fast-Food-Gericht für Zwischendurch, das man ohne Reue verdrücken kann.

Die Blu-ray von „Mutant – Das Grauen im All“ ist das Debüt einer neuen Reihe aus dem wundervollen Hause Anolis. Hier werden in Zukunft acht weitere „Phantastische Filmklassiker“ – so der Name der Reihe – erscheinen. Mit „Geheimagent Barrett greift ein“ und „Willard“ stehen auch schon zwei weitere Titel fest. Und wenn die weiteren Veröffentlichungen den hohen Standard halten, den „Mutant“ gesetzt hat, darf man jetzt schon frohlocken. Das Bild ist sehr gut und sieht nach echtem Kino, und nicht seelenlos gefiltertem Video aus. Der Ton liegt im Original 2.0. Mono vor. Auch hier wurde nicht versucht, etwas durch hochrechnen auf 5.1. zu „modernisieren“. Der englische Ton ist sehr gut, der deutsche fällt durch ein Zischen bei den „S“-Lauten auf. Wo Antolis wirklich ganze Arbeit und noch mehr geleistet hat, sind die Extras. Das geht schon los mit dem hervorragenden 20-seitigen Booklet mit einem Text von Ingo Strecker, reichlich wunderschönem Bildmaterial, sowie zwei Seiten genaue Produktionsdaten. Vom Film bekommt man drei Fassungen: Die US-Version mit 77 Minuten, die vom deutschen Verleih leicht verlängerte 82-minütige deutsche Kinofassung und den Director’s Cut. Das Master dieser Fassung stammt von einer privaten VHS des Regisseurs, hat eine dementsprechende Qualität und liegt daher nur als DVD bei. Dafür glänzt sie aber mit einem eigens für diese Fassung von Regisseur Allan Holzman eingesprochenen Audiokommentar. Die weiteren Extras stammen größtenteils von der 2010 erschienenen US-Blu-ray von Shout Factory. Hier gibt es ein sehr informatives, mehr als halbstündiges Making-Of zu sehen. Ferner ein Interview mit Special-Effects-Mann John Carl Buechler und ein 5-minütiges Interview mit Roger Corman. Natürlich gibt es auch noch Kinotrailer, Werberatschläge und Bildergalerien, sowie einen Audiokommentar mit Ingo Strecker und Pelle Felsch zur deutschen Kinofassung. Toll, toll, toll.

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Das Bloggen der Anderen (18-12-17)

So, es ist so weit. Das letzte „Bloggen der Anderen“ für dieses Jahr. Irgendwann im Januar wird es wieder zurück sein. Bis dahin gibt es zwar noch ein paar Artikel, an denen ich gerade schreibe – aber diese Rubrik hat erst einmal Pause.

– Es ist die Zeit der Jahresrückblicke. Den Anfang macht critic.de. Während ich den „schlechtesten Filmen und schlimmsten Kinomomenten 2017“ nicht viel abgewinnen kann, haben mich doch „die besten Filme und schönsten Kinomomente 2017“ sehr erfreut. Besonders die Texte von Karsten Munt und der wunderbaren Silvia Szymanski haben mich sehr entzückt. Absolut lesenswert auch der Blick auf die schwulen Sexfilme von Hisayasu Satô durch Michael Kienzl.

– Auf B-Roll schreiben weiter die Autoren unter der gemeinsamen Klammer „Advent, Advent“ über Themen, die ihnen am Herzen liegen. Diesmal fand ich insbesondere die Texte von Rajko Burchardts über die fragwürdige Verleihpolitik von Disney; Björn Helbig über das Film-Glück gestern, heute und morgen, sowie Simon Hauck über die Macht und Ohnmacht des Dokumentarfilms im alltäglichen Bildersturm sehr spannend. Olga Galicka arbeitet sich noch einmal an Fatih Akins „Aus dem Nichts“ ab und Lucas Barwenczik steuert einen erheiternden (oder deprimierenden, wie man mag) Beitrag über die schlechtesten Verleihtitel 2017 bei.

– Tina Thiele von Out takes wirft einen Blick auf die langjährige Geschichte der Ufa aus der Sicht des Castings werfen und stellt vier Besetzungsexperten vor, die Casting bei der Ufa mitgeprägt haben oder es heute noch tun.

– Mit Spoilern habe ich gerade schlechte Erfahrungen gemacht und nur ein beherzter Sprung aus der Kaffeeküche rettete mich kürzlich davor, vor dem Kinobesuch zu viel über „Star Wars 8“ zu erfahren. Filmlichtung hat sich einmal eingehende Gedanken zum „Spoiler“ gemacht.

– Apropos „Star Wars 8“. Die Filmlöwin hat den Film mal sehr, sehr akribisch nach seinem Umgang mit feministischen Themen untersucht.

– Schwanenmeister stellt auf Negative Space die ersten elf Filme der Berlinale-Sektion Panorama vor.

– Der 17. Hofbauer-Kongress steht vor der Tür und auf Eskalierende Träume werden vom Hofbauer-Kommando die ersten Filme vorgestellt.

– Werner Sudendorf präsentiert in der Reihe „Filme der Fünfziger“ auf new filmkritik „Der Mann meines Lebens“ von 1954.

„Verdammt zu leben – verdammt zu sterben“ ist einer von Mauritia Mayers Lieblings-Fulcis. Entsprechend leidenschaftlich schreibt sie auf Schattenlichter über ihn. Und ich denke mir: Verdammt, der gehört auch endlich in die Sammlung!

– Sehnsüchtig wird von mir auch schon „Die Rache des Paten“ erwartet. Einer der unfassbarsten und sleazigsten Filme des Genres. Bluntwolf von Nischenkino sieht das ebenso.

– Volker Schönenberger ist vom „TCM“-Prequel „Leatherface“ der talentierten Franzosen Alexandre Bustillo und Julien Maury gar nicht begeistert. Auf Die Nacht der lebenden Texte erklärt er auch warum.

Robert Zion stellt wieder einen sehr unbekannten William-Castle-Film vor. Diesmal das Technicolor-Historien-Kriegs-Epos „Das Zigeunermädchen von Sebastopol“ von 1954.

– Und Schlombies Filmbesprechungen schockiert mich, wenn Charles Laughtons Meisterwerk „Die Nacht des Jägers“ gerade mal ein „unterhaltsam“ bekommt. Aber den Kinderfilm-Ansatz finde ich sehr interessant.

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