„Ich bin eine Hure! Ich spiele alles!“ lies der legendäre Klaus Kinski einmal in der NDR-Talkshow verlauten. Ich weiß nicht, ob Robert De Niro dies auch schon einmal öffentlich geäußert hat, gedacht hat er es bestimmt. Seit Mitte/Ende der 90er spielt der einstmals großartige Schauspieler seine Rolle entweder stumpf auf Autopilot oder karikiert sein Image in Rollen wie „Analyze this“ oder „Meet the parents“. Al Pacino hingegen war bis vor Kurzem noch relativ geschmackssicher mit der Wahl seiner Rollen und machte sich auf der Leinwand eher rar. Nun scheint ihm entweder langweilig oder das Geld ausgegangen zu sein, denn er folgt seinem ehemals größtem Konkurrenten auf dem unheilvollen Pfad in die Mittelklasse und darüber hinaus. So begibt es sich nun, dass die beiden 13 Jahre nach ihren grandiosen Auftritten in Michael Manns „Heat“ wieder aufeinander treffen und statt eines Feuerwerkes noch nicht einmal einen Knallerbse produzieren. Während DeNiro sich stoisch durch die müde Handlung schleppt, zappelt Pacino an seiner Seite herum wie Rumpelstilzchen auf Ecstasy. Vom einzigen Glanz der beiden Corleones ist nichts mehr übrig geblieben. Der Taxi Driver fährt hier nicht mehr.Der schlimmste Fehler liegt aber darin, dem Zuschauer eine ach so clevere Wendung verkaufen zu wollen, sich dabei aber derartig tapsig anzustellen, dass spätestens nach 20 Minuten klar sein dürfte, welches halbverweste Kaninchen da am Ende aus dem Hut gezaubert werden soll. Somit scheitert der Film dann auch als 08/15-Krimi für trübe Sonntagnachmittage.
