Originalfassungen in Bremen: 17.05.12 – 23.05.12

Schön, wenn sich manchmal Wünsche postwendend erfüllen. Letzte Woche habe ich noch gehofft, dass Tim Burtons neuer Film „Dark Shadows“ irgendwann im Original läuft. Diese Woche ist es schon so weit. Ansonsten gibt es nicht viel Neues. Außer, dass der Kristall-Palast auch mal wieder einen Film im O-Ton zeigt.

Dark Shadows – Cinemaxx, Do.-Mi. immer um 19:45 – Der neue Spielfilm von Tim Burton, basierend auf einer populären und langlebigen  TV-Serie aus den 60ern über einen Vampir und seine reiche Familie. Die Hauptrolle spielt – wie mittlerweile Standard bei Burton – Johnny Depp. Aber auch die restliche Besatzung kann sich sehen lassen und der Trailer verspricht eine Menge schrägen Spaß. Ich freue mich.

[youtube width=“640″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=VIeN5Co3HDc[/youtube]

The Avengers – Cinemaxx, So., 20.5,. um 19:45 – Marvel-Comic-Verfilmung der Superlative. Großes Popcorn-Kino für Jungs, die im Herzen noch Kind geblieben sind. Und das meine ich absolut positiv. Krawumm und Rock’n’Roll. Rezension hier.

Longhorns – Cinemaxx, Fr. 18.5. um 20:00 – Schwuler Film innerhalb der Gay-Filmnacht-Reihe des Cinemaxx.  Anfang der 80er Jahre bringt ein offen schwuler Kommilitone eine Gruppe typisch männlicher, texanischer Studenten durcheinander.

Bu son olsun – Das letzte Mal –Cinemaxx, Fr. 20:20 und So. 17:40 -Türkische Komödie um drei Obdachlose, die bei der Ausgangssperre nach dem dritten Militärputsch nicht wissen wohin.

Der Diktator – Cinemaxx, Do./Sa.-Di-Mi. um 20:45, Fr./Mo. Um 23:00 & CineStar Kristallpalast, Do.-Sa. 14:15, 16:30, 18:40 und 20:50, sowie Fr./Sa. auch um 23:00 – Sacha Baron Cohen is back! Nach “Ali G.“, “Borat” und “Brüno” ist er diesmal “der Diktator”. Eine Mischung aus Saddam und Gaddafi.

Galerianki (Shopping Girls) – City 46, Do./Fr. 20:30 und Sa./So. 18:00 – Polnischer Film über eine Gruppe junger Mädchen, die sich in Shopping Malls für sexuelle Gefälligkeiten von älteren Männern teure Geschenke kaufen lassen. Lief vor zwei Jahren schon mal innerhalb des Festivals „Filmland Polen“ (was ist damit eigentlich passiert?), und dort hatte ich bereits eine Besprechung des Films geschrieben.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo. 21.05. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 21.05. um 21:45

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Das Koreanische Filmarchiv stellt seine Klassiker kostenlos online

Wer sich für globales Kino interesiert, weiß sicherlich, dass Südkorea seit nun schon vielen Jahren hier seinen festen Platz hat. Regisseure wie Ki-duk Kim, Chan-wook Park oder Joon-ho Bong haben in den letzten beiden Jahrzehnten die internationale Filmszene ziemlich aufgemischt.

Aber auch vor dem großen internationalen Durchbruch in den 90ern, gab es schon ein vielfältiges und anspruchsvolles Koreanisches Kino. Dieses kann man nun selber entdecken, denn das Koreanische Filmarchiv hat auf YouTube 70 koreanische Filmklassiker in voller Länge online gestellt. Für alle Filme sind englische Untertitel verfügbar.

Als besonders empfehlenswert gelten „Madame Freedom„, „Flower in Hell“ (1950er) und „The Coachman“ sowie „Barefooted Young“ (1960er).

[youtube width=“640″ height=“410″]http://www.youtube.com/watch?v=4FU1Hc7Zk24[/youtube]

Allerdings muss man sich zum Ansehen der Filme ein YouTube- oder Google-Konto einrichten.

Alle Filme hier: http://www.youtube.com/koreanfilm

Viel Spaß!

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Cinema Ostertor: Mitgründer Gert Settje gestorben

Bereits vor einer Woche verstarb im Alter von 81 Jahren Gert Settje, der Mitgründer des Cinema Ostertor.

Gert Settje hat das Cinema am 7. November 1969 zusammen mit Lore Bertuleit, Hero Burmeister, Manfred Lohrengel, Robert Franke, Konrad Huchting und Jürgen Behrends gegründet. Neben dem Cinema war er in den 60er Jahren auch Geschäftsführer der legendären „Lila Eule“. Dort zeigte er zusammen mit Olaf Dinné auch Filme, was quasi die Keimzelle des Cinemas darstellte.

1973  gründete Gert Settje mit Reinhold Garske das Bremer Kommunalkino, das bis zu seinem Umzug nach Walle 1993 (ab da „Kino 46“, heute „City 46“)  im Cinema beheimatet war.

Heute führen seine Kinder Andrea und Thomas Settje, das Kino als Familienbetrieb weiter.

http://www.radiobremen.de/fernsehen/buten_un_binnen/video36896-popup.html

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Regisseur Stefano Levi stellt „Out of the Darkness – Der Weg ins Licht“ vor

Am kommenden Montag, den 14. Mai um 18:45 Uhr, stellt der Regisseur Stefano Levi im Cinema Ostertor seinen Film „Out of the Darkness – Der Weg ins Licht“ vor.

In dieser Dokumentation geht es, vor der gewaltigen Kulisse des Himalayas, um einen nepalesischen Augenarzt, der mit seiner mobilen Krankenstation durch eine der ärmsten, aber auch schönsten Gegenden der Welt fährt. Dort hat sich, auf Grund der intensiven UV-Strahlung in den Höhenlagen des Himalaya, der Graue Star zur Volkskrankheit entwickelt, die durch eine Trübung der Linse zunächst zum Verlust der Sehschärfe und schließlich zum Erblinden führt.

“ (…) Die ohne Fördermittel und Fernsehgelder entstandene Dokumentation ins Kino zu bringen, macht dabei durchaus Sinn, da Regisseur Stefano Levi, von Haus aus Fotograf, in seinem unkommentierten Debütfilm fernab eines Reportage-Stils auf dezidiert filmische Elemente einsetzt, immer wieder originelle Kameraeinstellungen und emotional bewegende Bilder findet.

Quelle: film-dienst

[youtube width=“640″ height=“390″]http://www.youtube.com/watch?v=QqzQAEZnwT0[/youtube]

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Originalfassungen in Bremen: 10.05.12 – 16.05.12

Im Cinemaxx ist in dieser Woche ordentlich was los. Eine O-Fassung gibt der anderen die Klinke in die Hand. Leider (noch?) nicht der von mir heiß erwartete „Dark Shadows„, aber ich bin trotzdem zufrieden 🙂 Und auch im Kommunalkino City 46 gibt es einiges zu sehen. U.a. meinen Tipp der Woche: Nicolas Winding Refns „Drive“. Yeah!

Der Diktator – Cinemaxx, Mi., 16.5. um 23:00 – Sacha Coen Baron is back! Nach „Ali G.„, „Borat“ und „Brüno“ ist er diesmal „der Diktator“. Eine Mischung aus Saddam und Gadaffi.

[youtube width=“640″ height=“290″]http://www.youtube.com/watch?v=cYplvwBvGA4[/youtube]

21 Jump Street – Cinemaxx, Sa. und Mo. jeweils 20:00 – Kinoaufguss der populären 80er Teenie-Undercover-Cops-Krimi-Serie, die einst Johnny Depp berühmt machte. Diesmal als Komödie.

The Lucky One – Für immer der Deine – Cinemaxx, Do. 20:15 und Fr. 23:00 – Herz-Schmerz aus den USA. Ein Ex-Soldat sucht nach der Frau, dessen Foto ihm während seines Einsatzes im Iran Glück gebracht hat. Hauptrolle: „High School Musical„-Teenie-Star Zac Efron.

Bu son olsun – Das letzte Mal – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 20:45 und 23:00, Sa.+ Mo. auch um 17:00 – Türkische Komödie um drei Obdachlose, die bei der Ausgangssperre nach dem dritten Millitärputsch nicht wissen wohin.

The Avengers – Cinemaxx, So. 13.5. um 19:30 – Großes Popcorn-Kino für Jungs, die im Herzen noch Kind geblieben sind. Und das meine ich absolut positiv. Krawumm und Rock’N’Roll. Mochte ich.

Drive – City 46, Do./Di. um 18:00, Fr. 22:30 und So./Mo./Mi. um 20:00 – Ein Film auf den ich mich unglaublich freue. Der erste US-Film des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn (Pusher-Trilogie, Walhalla Rising) ist eine Hommage an den coolen Gangsterfilm der 80er Jahre.

[youtube width=“640″ height=“290″]http://www.youtube.com/watch?v=rgXrHHeaShM[/youtube]

Bonnie & Clyde – City 46, So., 13.5. um 20:30 – Wegweisender Film von Arthur Penn mit Warren Beatty und der umwerfend schönen Faye Dunaway. Der Startschuss für das New Hollywood. Die Gangsterballade wird in der Reihe „Mein Film“ von der Sängerin Evelyn Gramel präsentiert.

The Sound After The Storm – City 46, Do./Sa. um 20:00 – Dokumentation über die Jazz- und Soulszene in New Orleans, nachdem die Stadt durch den Wirbelsturm Katrina zerstört wurde.

Waterboys – Di., 15.5. um 20:30 – Japanischer Spielfilm von 2001 über einen Schüler, der sich in seine Sportlehrerin verliebt und wegen ihr mit dem Synchronschwimmen anfängt. Eintritt frei!

Welcome – Fr./Mo. Um 20:30 und So./Mi. um 18:00 – Der 17-jährige Bilal ist zu Fuß aus dem Iran bis nach Calais geflohen. Nun will er die britische Insel erreichen… schwimmend. Ein Schwimmlehrer versucht ihm dabei zu helfen, auch wenn er sich dadurch selber in Gefahr bringt. Denn Illegalen zu helfen, ist strafbar.

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 14.05. um 21:45

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10.-13.Mai: Kurzfilmfestival “Filmsalat 10″ in Verden

Nach zwei Jahren ist es wieder soweit: In Verden findet vom 10. bis 13. Mai 2012 das vom Verdener Kommunalkino organisierte Independent-Kurzfilmfestival „Filmsalat“ statt. Und dies mittlerweile zum zehnten Mal. Veranstaltungsort ist wieder das “Cine City” (Zollstraße 1, 27283 Verden). Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet das Thema „Inklusion“.

Erstmals wird mit dem „1. Norddeutschen Forum für Filmklassen“ auch den Studierenden der Norddeutschen Filmakademien eine zusätzliche Wettbewerbsplattform für ihre Arbeiten bzw. Abschlussarbeiten geboten. Hieran nehmen Schüler der Hochschulen aus Braunschweig (zwei Klassen), Hannover, Bremen und Kiel teil. Die einzelnen Kurzfilmblöcke werden zwischen 90 und 120 Minuten dauern und inhaltlich zum Teil von den zuständigen Professoren erläutert. Das „1. Norddeutschen Forum für Filmklassen“ findet am Samstag (12. Mai, 10.30 Uhr bis 23 Uhr) statt.

Der Wettbewerb der freien Filmer beginnt bereits am Freitag (11. Mai, 16 Uhr bis 23 Uhr). Die 25 zugelassenen Filme im freien Wettbewerb der freien Filmer kommen aus nahezu jedem Genre: Dramen, Krimis, Musikfilme, Dokumentationen sowie Animations- und Trickfilme. Per Stimmzettel hat das Publikum die Möglichkeit, seinen persönlichen Lieblingsbeitrag zu nominieren und damit einem der jungen Filmemacher zum Publikumspreis zu verhelfen.

Die „Filmsalat“-Jury besteht aus Almut Getto (Autorin, Dramaturgin und Regisseurin („Fickende Fische„)), Hans-Erich Viet (Professor für Spielfilmregie an der Internationalen Filmschule Köln) , sowie Hendrik Werner (Kulturressortleiter beim Weser Kurier und den Verdener Nachrichten). Die Jury wird Preisgelder in Höhe insgesamt von 6.500,- Euro für mehrere Haupt- und Förderpreise verteilen. Die Verleihung der Filmpreise findet am Sonntag, 13. Mai, ab 11 Uhr, statt. Im Anschluss werden die prämierten Filme noch einmal zu sehen sein. Der Eintritt hierzu ist frei.

Das Kurzfilmfestival in Verden kann für den einen oder anderen Filmschaffenden auch der Karrierebeginn sein. Der Regisseur und Drehbuchautor André Erkau gewann 2006 die sechste Auflage des „Filmsalats“ mit seinem Kurzfilm „37 ohne Zwiebeln„. Beim diesjährigen „Filmsalat 10“ läuft am 10. Mai, um 21.15 Uhr, sein Spielfilm „Arschkalt“ mit Herbert Knaup und Johannes Allmayer in den Hauptrollen als Eröffnungsfilm .

Festival-Tagestickets gibt es ab dem Preis von 6 Euro bei „Nordwestticket“, im Vorverkauf im Zeitungshaus der Verdener Nachrichten oder an der Kinokasse. Der Eintritt zum Eröffnungsfilm kostet fünf Euro, wer an beiden Wettbewerbstage dabei sein möchte, zahlt zehn Euro.

Weitere Informationen zum Festival finden sich unter www.filmsalat.de.

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BluRay-Rezension: “Love”

Der amerikanische Astronaut Lee Miller verrichtet allein auf der Raumstation ISS seine Arbeit. Bald soll er zur Erde zurückkehren, doch plötzlich bricht die Verbindung an. Der letzte mysteriöse Funkspruch deutet an, dass auf der Erde etwas passiert ist. So bleibt Lee Miller allein zurück. Seine Hoffnung, irgendwann entdeckt und gerettet zu werden, schwindet immer mehr.  Dafür überwältigen ihn immer wieder Wahnvorstellungen und langsam droht er seinen Verstand zu verlieren.

Wenn man der Legende glauben darf, dann hat Regisseur William Eubank nicht nur vier Jahre an diesem Film gearbeitet, sondern auch die Kulisse für die Raumstation ISS aus ausrangierten Haushaltsgeräten im Garten seiner Mutter errichtet. Das sieht man dem optisch beeindruckenden Film wahrlich nicht an.  Auch, dass er nur 500.000 US-Dollar gekostet haben soll, ist schwer zu glauben, denn er sieht nach sehr viel mehr aus. Die vierjährige Drehzeit widerlegt dann auch die immer wieder aufgestellte These, dass „Love“ sich in erster Linie von dem großartigen „Moon“ inspirieren ließ.

Wobei der Vergleich beider Filme zwangsläufig gestellt werden muss. Hier wie dort handelt es sich mehr oder weniger um ein Ein-Personen-Stück, welches von der Einsamkeit eines von der Erde abgeschnittenen Astronauten handelt, der langsam von (scheinbaren?) Wahnvorstellungen überwältigt wird. Bei beiden Filmen spielt überdies die atmosphärische Musik (bei „Moon“ vom genialen Clint Mansell; bei „Love“ von der US-Band „Angels&Airwaves, die den Film auch produzierten) eine wichtige Rolle. Allerdings ist Gunner Wright (in seiner ersten größeren Rolle) kein Sam Rockwell, auch wenn er seine Sache recht gut macht.

„Love“-Regisseur Eubank war zuvor nur als hochtalentierter Kameramann (auch bei „Love“ führt er die Kamera, was dem Film sehr zugute kommt) und Videoclip-Regisseur aufgefallen. Und wie ein sehr langer Videoclip wirkt „Love“ dann auch. Die Handlung ist auf ein Minimum reduziert und der Film lebt über weite Strecken von seiner beeindruckenden Optik im Zusammenspiel mit dem Soundtrack.

Leider belässt es  Eubank aber nicht bei dieser Reduktion. Scheinbar hat er in der Filmschule einmal zu oft Stanley Kubricks Meisterwerk „2001“ gesehen und kam nun auf die Idee, seinen Film ähnlich mit Bedeutung aufzuladen. Dazu gehört auch ein im amerikanischen Bürgerkrieg spielender Prolog, der zwar wirklich beeindruckend aussieht, aber nichts mit dem eigentlichen Film zu tun hat und wie ein Fremdkörper wirkt. Zwar wird das Bürgerkriegsmotiv später wieder aufgegriffen und  Lee Miller findet ein Buch, welches die zu Beginn gezeigten Ereignisse beschreibt, aber dies lenkt mehr vom Thema des Filmes (Einsamkeit; dass Interaktion mit seinen Mitmenschen, Liebe und ein Miteinander lebensnotwendig sind, da ihr Mangel zwangsläufig zum Zerfall  führt) ab.

Wenn dann am Ende das große Finale von „2001“ nicht nur zitiert, sondern richtiggehend plagiiert wird, dann ist dies nicht nur ärgerlich, sondern zeigt einmal mehr, dass Debüt-Regisseure noch lernen müssen, dass weniger manchmal mehr ist. Zwar gelingt es William Eubank, in diesen Szenen eine mythische Stimmung zu schaffen, aber gleichzeitig verliert er seine eigentliche Geschichte aus den Augen und der überambitioniert wirkende Wille zur Bedeutsamkeit  trübt den guten Eindruck. Trotz aller technischen Brillanz und beeindruckender Bilder wäre hier weniger einfach mehr gewesen.

Für die Rezension lag die BluRay aus dem Hause Splendid vor, die ein gutes Bild liefert, auch wenn man das Gefühl nicht los wird, dass hier noch mehr drin gewesen wäre. Der Sound – für den Film sehr wichtig – kommt aber sehr klar und dynamisch aus den Boxen. Die Extras enthalten 18 Minuten geschnittener Szenen und zwei von William Eubank gedrehte Musik-Videos der Band „Angels & Airwaves“ zu Musik aus dem Film, sowie Making Ofs zu den beiden Videos („Anxiety“ und „Hallucinations“). Die „Interviews“ verdienen diese Bezeichnung leider nicht, denn hier handelt es sich lediglich eine Minute, die kurze Statements der Beteiligten anlässlich der Aufführung des Filmes beim „Fantastic Fest“ enthält.

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Rezension: “The Avengers”

Der böse Gott Loki plant zusammen mit einer außerirdischen Macht die Erde zu überfallen und sich zu ihrem Herrscher aufzuschwingen. Zu diesem Zwecke stiehlt er einen mächtigen Energiewürfel, der gleichzeitig als Dimensionsportal fungiert, aus dem Besitz der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. Um den Würfel zurück zu bekommen und die Welt vor Lokis finsteren Plänen zu schützen, ruft S.H.I.E.L.D.-Chef Nick Fury mit Iron Man, Thor, Hulk und Captain America die mächtigsten Superhelden der Welt zusammen. Doch aus dem wilden, egozentrischen Haufen ein Team zu machen ist gar nicht so einfach…

The Avengers sind Heavy Metal im besten Sinne des Wortes. Laut, größenwahnsinnig und voller überzogener Macho-Attitüde. Popcorn-Kino in seinem besten Sinne. Nirgendwo lugt eine verborgene Botschaft oder ein patriotischer Auftrag um die Ecke. Auch fehlt das schwermütige „Mit großer Macht kommt große Verantwortung“ eines Spider-Man. Hier heißt es, mit großer Macht kommt großer Spaß. Und dieser Spaß besteht vor allem im Posing der Helden, im Schwanzvergleich und der diebischen Freude möglichst alles kaputt zu hauen. Und wenn man dabei noch kurz die Menschheit retten kann, umso besser.

„The Avengers“ ist ein Film mit großen Jungs für große Jungs. Alles ist eine Nummer größer als sein müsste, alles etwas lauter, alles irgendwie cooler. Nein, ein anspruchsvolles Drehbuch sucht man vergebens. Eigentlich besteht es nur aus zwei gigantischen Schlacht-Szenen und viel komischem Macho-Gehabe dazwischen. Aber das verzeiht man gerne. Denn das Drehbuch mag vielleicht nicht tiefsinnig sein, aber es ist auch nicht dumm. Natürlich dient alles nur dazu, ein paar Superhelden zusammen zu bringen und sie dann den Außerirdischen ordentlich in den Hintern treten zu lassen. Aber im Gegensatz zu anderen Produktionen (z.B. der völlig missglückte „Battleship„) nimmt sich der Film zu keiner Sekunde ernst. Was er allerdings ernst nimmt – und darin liegt seine Qualität – sind seine Charaktere. Diese werden mit Respekt behandelt und gewinnen dadurch eine Dimension, an der es vielen Comic-Verfilmungen mangelt: Menschlichkeit und Sympathie.

Man kann es durchaus schon eine Kunst nennen, in einem Film, der so viele Helden präsentiert, allen ein eigenständiges Profil zu verleihen. So kann man am Ende nicht sagen, dass einer der  Superheld mehr Aufmerksamkeit erhalten hätte als der andere. Natürlich ist, der wie immer großartig arrogant aufspielende, Downey Jr. der Star. Ja, Thor taucht erst nach der Hälfte des Filmes auf. Einverstanden, Captain America wirkt wie ein Milchbubi inmitten echter Kerle (was diese ihn auch immer wieder spüren lassen) und der Hulk darf erst am Ende auf den Putz hauen (und stiehlt dabei prompt den anderen die Show). Aber letztendlich könnte wirklich jeder der vier Helden die Besetzungsliste anführen.

Auch die Nebendarsteller werden so liebevoll gezeichnet, dass sie nach dem Film noch lange weiter im Gedächtnis bleiben. Dies gilt vor allem für Clark Gregg als Agent Phil Coulson und natürlich, den hier leider etwas vernachlässigten, Jeremy Renner als Hawkeye. Von ihm hätte man gerne mehr gesehen, aber das Drehbuch lässt ihn leider lange Zeit nur als Handlanger des Schurken Loki agieren. Trotzdem schafft es Renner mit seiner limitierten Spielzeit ein großes Ausrufezeichen zu setzen und sich mal wieder als Action-Held kommender Filme zu empfehlen. Im Finale darf er dann gleichberechtigt mit Iron Man & Co. zeigen, was in ihm steckt. Vor diesem Hintergrund ist es spannend, ob der im September bei uns anlaufende vierte Teil der Bourne-Serie (Das Bourne Vermächtnis) ihm endgültig den großen Durchbruch bringen wird, den er spätestens seit „The Hurt Locker“ verdient hätte. Von einem Durchbruch kann man auch bei dem weitgehend unbekannten Tom Hiddleston als Schurke Loki sprechen. Wirkt dieser aufgrund seiner eher schmächtigen Gestalt und dem schmalen Gesicht zunächst eher blass, so weiß er sich doch durch bösen Charme, ätzender Ironie und einem wahnsinnigen Grinsen zu einem würdigen Gegner der „Avengers“ hoch zu spielen.

Über die übrigen Protagonisten muss man nicht viele Worte verlieren. Ihnen allen sieht man an, dass sie mit viel Spaß bei der Sache sind. Das hat dann schon etwas von einem Kindergeburtstag mit verkleiden. Und während Chris Hemsworth als Thor dem weiblichen Publikum glänzende Augen verleiht, erfüllt Scarlett Johansson die gleiche Aufgabe effektiv für das männliche Publikum effektiv. Das enge Lederkostüm, das ihre Kurven vorne und hinten betont, lenkt dann auch ganz hervorragend von ihren limitierten Schauspielkünsten ab.

Regisseur Joss Wheadon war genau der Richtige für diesen Job. Mit seinen Serien „Firefly“, „Buffy“ oder „Angel“ hat er schon einmal mit viel Elan angestaubten Genres aufgefrischt und auch später dabei geholfen seine Serien für Comics zu adaptieren. Zudem schreibt er nebenbei auch für einige Comic-Serien, u.a. die ebenfalls aus dem Hause Marvel stammenden X-Men. Und diese Freude und Verständnis für Comics merkt man den „Avengers“ dann auch zu jeder Sekunde an, was sich auf das Publikum überträgt. Bei der „Avengers“-Vorstellung im Cinemaxx kam fast so etwas wie Festival-Stimmung auf. Spätestens beim Abspann gab es vom dankbaren Publikum laute Bravo-Rufe und Standing Ovations. Es wäre interessant, ob der Film auch im Heimkino die gleiche Kraft entwickeln wird. Denn gerade bei den Avengers lohnt es sich, den Film im IMAX und in der 3D-Fassung (die zwar nachträglich erstellt wurde, was aber nicht unangenehm auffällt) zu erleben. Zusammen mit dem bombastischen Sound und einem johlenden Publikum ist das dann nämlich die Party des Jahres.

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Originalfassungen in Bremen: 03.05.12 – 09.05.12

Viel gibt es in dieser Woche nicht, aber ein paar nette Sachen sind schon dabei. Leider halten sich außer Cinemaxx und City 46 mal wieder alle anderen Kinos zurück.

American Pie: Das Klassentreffen – Cinemaxx, Do., Sa. und So. immer um 20:40 – Ich traue mich ja kaum es zugeben, aber die ersten drei „American Pie“-Filme gehören zu meinen größten „Guilty Pleasures“. Also Filmen, wo man eigentlich nicht sagen mag, dass man sie mag. Ich kann auch gar nicht sagen warum, aber irgendwie sind die mir sympathisch. Darum bin ich gespannt, wie der vierte Aufguss wohl geraten ist. Immerhin sind alle wieder mit an Bord.

[youtube width=“640″ height=“380″]http://www.youtube.com/watch?v=1akixU65dDY[/youtube]

The Avengers – Cinemaxx, Fr. und So. um 19:30 – Großes Popcorn-Kino für Jungs, die im Herzen noch Kind geblieben sind. Und das meine ich absolut positiv. Krawumm und Rock’N’Roll. Mochte ich.

Die verborgene Welt – City 46, Do./Sa. um 18:00 und Fr./So. um 20:30 – Queerfilm über zwei Frauen, eine Weiße und eine Inderin, die sich im Südafrika zur Zeit der Apartheid ineinander verlieben.

The First Rasta – City 46, Fr./Sa. um 22:30, Mo. um 20:30 und Di. um 18:00 – Dokumentation über Leonard Percival Howell – The Gong – dem Begründer der Rastafari-Bewegung.

The Sound after the Storm – City 46, Mi. um 20:00 – Dokumentation über die Jazz- und Soulszene in New Orleans, nachdem die Stadt durch den Wirbelsturm Katrina zerstört wurde.

Frío sol de invierno – City 46, Mi., 09.05. um 20:30 – Aus der Reihe „Junger Spanischer Film„. Ein reicher junger Mann kehrt nach einem Aufenthalt in einer Irrenanstalt in sein verlassenes Elternhaus zurück und fängt an sich um seine Nachbarn zu kümmern. In Kooperation mit dem Instituto Cervantes Bremen.

[youtube width=“640″ height=“370″]http://www.youtube.com/watch?v=uqI-ma25XFw[/youtube]

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo. 07.05. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 07.05. um 21:45

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03. Mai: „Faust II Reloaded“-Premiere im City 46 – mit Gast Dominique Horwitz

Nachdem der Film „Faust II Reloaded“ seine Weltpremiere schon am 29. Mai 2010 im Bremer CineStar hatte und er im Juni 2010 auf dem Filmfest Emden, sowie als Eröffnungsfilm im August 2010 auf dem Kurzfilmfestival „Filmsalat 9“ in Verden lief, hat er jetzt – ganze zwei Jahre später – auch einen ganz regulären, bundesweiten Kinostart bekommen.

In Bremen läuft der Film ab morgen im City 46. Zur morgigen Premiere am 03. Mai um 20:30 Uhr werden Regisseur Eike Besuden, Albert Schmitt (Kammerphilharmonie), Mitglieder des Schulorchsters der GSO, Tenever Brass und der großartige Schauspieler Dominique Horwitz zu Gast sein.

Am Samstag um 20:00 Uhr sind als Gäste nochmals Eike Besuden, sowie Karsten Gundermann (Komponist der Oper Faust II) geladen.

Weitere Termine: So. 6.5. + Mo. 7.5. um 20:00 Uhr;  Di. 8.5. um 20:30 Uhr und Fr. 4.5. + Mi. 9.5. um 18:00 Uhr.

„Ein unmögliches Projekt“, sagt die Regisseurin Julia Haebler.
„Oh nee, nicht schon wieder dieselbe Szene“, sagen die Schüler.
„Eine total schräge Idee, bei der ich gern dabei bin“, sagt Dominique Horwitz, der Faust spielt.
Nicht Faust I, den viele kennen. Hier geht es um Faust II, den kaum jemand kennt und schon zu Goethes Lebzeiten als unspielbar galt. Das Stück heute auf die Bühne zu bringen, kann nur mit außergewöhnlichem Engagement funktionieren. Eine Schule, ein Weltorchester und ein ganzer Stadtteil in Bremen haben sich zusammengetan, um die Idee des Komponisten Karsten Gundermann open air auf die Bühne zu bringen: Eine gerappte Sprechoper mit 500 Schülern auf und hinter der Bühne, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Dominique Horwitz in der Hauptrolle.
Goethe zwischen Hochhausschluchten und das in einem Stadtteil, in dem fast nur Ausländer wohnen und jede zweite Familie von Hartz IV lebt, das ist couragiert und gewagt, aber erfolgreich? Ein Beispiel für andere? Einfühlsam blättert der Film durch die Hindernisse des Schulalltags mit den Anforderungen eines großen Orchesters, verwoben mit den ungeahnten Möglichkeiten dieses Stadtteils.
„Faust II reloaded“ begleitet die Schüler in den letzten drei Monaten vor der Aufführung, bei den Proben, in Musikstunden, beim Kostüme nähen und allen anderen Vorbereitungen für das große Ereignis. Nerverei, Chaos, Genöle und Null Bock stehen dabei neben der Aufregung, der Leidenschaft und dem Biss, das Unmögliche doch zu schaffen. Neben dem Filmteam von Eike Besuden ist eine Schülergruppe mit mehreren Kameras dabei, das Abenteuer zu dokumentieren und sie haben dafür hinreißende Szenen gefunden.

Quelle: http://www.pinguin-film.de

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