20.-23. Juni: Das Favourites Film Festival – erstmals in Bremen

FFF—2013_Poster_gelbIch freue mich ja immer, wenn in Bremen ein ambitioniertes Filmfestival auf die Beine gestellt wird und darum freue ich mich, an dieser Stelle auf das „Favourites Film Festival“ hinzuweisen, welches vom 20. bis 23. Juni 2013 erstmalig in Bremen (im City 46) stattfindet. Gezeigt werden ausschließlich Filme, die bereits auf Festivals im In‐ und Ausland einen Publikumspreis gewonnen haben. Insgesamt werden dabei 19 kurze und lange Spiel, ‐ Dokumentar‐ und Animationsfilme aus allen fünf Kontinenten gezeigt.

Organisiert wird das Ganze von Anna Jurzik und Paula Syniawa, zwei Absolventinnen der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Die Beiden haben 2010 den gemeinnützigen Favourite Films e.V. gegründet, mit dem Ziel, eine Plattform für besondere Festivalfilme zu schaffen. Sie verstehen Filmfestivals als parallele Plattform zum normalen Kinoprogramm. Insbesondere kleinere Festivals sorgen ihrer Meinung nach dafür, dass bestimmte Nischenfilme ein interessiertes Publikum erreichen: Filme aus Ländern jenseits von Deutschland, den USA oder Frankreich, Dokumentarfilme oder auch Kurzfilme. Filme also, die im regulären Kinobetrieb nur selten zu sehen sind.

Das Favourites Film Festival zeigt eine Auswahl solcher Filme, und zwar ausschließlich solche, die nicht von einer fachkundigen Jury, sondern von einem Festivalpublikum selbst ausgezeichnet worden sind. Anna Jurzik und Paula Syniawa glauben fest daran, dass die von ihnen ausgewählten Filme von vielen Menschen gesehen werden sollten.

Da bleibt mir nur noch, den Beiden fest die Daumen zu drücken, dass ihre tolle Idee auch vom Bremer Publikum angenommen wird. Ich persönlich würde vor allem den Film „Play“ empfehlen, von dem ich bereits sehr viel Gutes gehört habe und außerdem mag ich skandinavische filme. Ferner interessieren mich die Kurzfilme, die sich auch sehr interessant anhören – und vielleicht wäre da auch der eine oder andere Kandidat für das Phantastival dabei. Mal sehen, ob ich es schaffe.

Hier die Übersicht der Filme und der Sonderveranstaltungen. Weiterlesen

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Das Bloggen der Anderen (14-06-13)

bartonfink_type2– Letzten November hatten wir die Ehre, beim Phantastival Bremen den Film „Berberian Sound Studio“ in einer Deutschen Kinopremiere auf 35mm zu zeigen. Leider hielt sich das Interesse an dem Film in Grenzen und auch unsere Bewerbung war unabsichtlich irreführend. Aufgrund der Berichterstattung in diversen Medien dachten wir, einen lupenreinen Giallo zu zeigen und führten den Film auch dementsprechend ein. Am Ende gab es lange Gesichter, denn die Erwartung, welche wir und das Publikum in den Film hatten, wurde nicht im Geringsten erfüllt. Als wir nachher im Foyer standen, hörten wir eigentlich nur enttäuschte Kommentare. Darum ist meiner Meinung nach wichtig, dass man von vornherein weiß, dass „Berberian Sound Studio“ eben NICHT der von der Werbung versprochene böse Giallo ist, sondern eher eine traumwandlerische, experimentelle Geschichte, die zwar in Musik und Stimmung den Giallo zitiert, aber keinesfalls einen behandschuhten Mörder hinter schönen Frauen hinterher schickt. Oliver Armknechts Besprechung auf film-rezensionen.de deckt sich recht gut mit meinen Gedanken nach dem Film. Zusätzlich wird der Film auch von Carsten Happe auf filmgazette rezensiert.

– Normalerweise interessieren mich die hart-bizarre japanische Splatterwelle nicht besonders. Aber „Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl“, den wir letzten Jahr in unserer Reihe „Weird Xperience“ gezeigt haben, hat mich doch überraschend gut unterhalten. Der Intergalactic Ape-Man stellt auf Intergalaktische Filmreisen die beiden 2008 entstandenen, für dieses Genre richtungsweisenden Filme vom gleichen Produzenten-Team: „Tokyo Gore Police“ und „Machine Girl“vor.

– Auf Reihe Sieben gibt es eine kurze Vorschau auf Bong Joon-hos neuen Film „Snowpiercer“ (sein englischsprachiges Debüt) in dem u.a. Tilda Swinton und John Hurt mitspielen.

– Zur Abwechslung mal eine Buchrezension. Ulrich Kriest ist auf filmgazette nicht vollends überzeugt vom ersten Band der neuen Reclam-Reihe „Stilepochen des Films“, der sich mit dem Neuen Deutschen Film beschäftigt.

– Auf Hard Sensations ist Michael Schleeh sehr angetan vom – auch von mir heiß erwarteten – neuen Rob-Zombie-Film: „The Lords of Salem“. Die Review macht mein Begehren nur noch größer. Wie gerne wäre ich zwischen dem 9.-12. Mai 2013 bei den B-Film Basterds in Nürnberg gewesen. Ich hatte sogar eine nette Einladung erhalten, aber aufgrund meiner neuen familiären Situation brauchte ich noch nicht einmal darüber nachzudenken. Silvia Szymanski aber war da und gibt auf ihre unnachahmliche Weise einen wunderbar zu lesenden Bericht, bei dem es nicht nur um die Filme geht, sondern auch um… ähhh.. anderes. Es war wohl sehr heiß in Nürnberg. Über die Frage, ob ich es wohl wagen würde, mich im Kino neben Silvia  zu setzen, werde ich jetzt wohl noch einige Nächte sinnieren. Und Joris Julius-Sabinus bespricht die scheinbar sehr sehenswerte Doku „Die Königin von Versailles“, den ich jetzt gerne sehen würde.

– Vorsicht: Ironie. Ein Lob von Thomas Groh auf die deutsche Filmförderung gibt es auf Negativ. Des Weiteren: Ciprian David setzt seine Reihe über die neue rumänische Welle mit dem Film „Tuesday after Christmas“ fort und Michael Brodski schreibt über „The Land of Hope“ von Sion Sono (von dem ich – ich mag es kaum schreiben – bisher noch keinen Film gesehen habe), der sich mit der Situation in Japan nach der Katastrophe von Fukushima beschäftigt.

– Dass der deutsche Film – aller Unkenrufe zum Trotz – lebt, unterstreicht Patrick Holzapfel auf Jugend ohne Film, wo er „Tore tanzt“ von Karin Gebbe bespricht, der auch in Cannes gezeigt wurde. Ferner berichtet er auch über den lang ersehnten neuen Film des großen Alejandro Jodorowski.

– Auf Eskalierende Träume unterhalten sich über Alexander Schmidt und Sano Cestnik über das spannende Kino des Mamoru Oshii, der mehr für seine Animes, als für seine Realfilme bekannt ist. Aber gerade diese stehen im Mittelpunkt des Gesprächs, welches mit „The Red Spectacles“ von 1987 beginnt.

– In dieser Woche findet in Ludwigshafen das Festival des Deutschen Films statt. Harlad Mühlbeyer von screen/shot ist dabei und liefert eine gute Vorberichtserstattung und bespricht die beiden Auftaktfilme „Schwestern“ und den bereits im Kino (fragt sich nur wo?) gelaufenen Gruselfilm „Du hast es versprochen“.

– Eine schöne Besprechung für einen großartigen Film liefert Robin Schröder auf Mise en cinema: Takeshi Kitanos Meisterwerk „Sonatine“.

– Einen interessanten Artikel hat Sascha auf PewPewPew geschrieben. Darin geht es um einige Geschichten, die mit Steven Spielberg zu tun haben. Richtig spannend wird es dann im letzten Drittel, wo einige Kommentare von Spielberg und seinem Spezi George Lucas wiedergegeben werden, wo sich die beiden an der University of Southern California vor den Studenten Gedanken über die Zukunft des Kinos gemacht haben.

– Den Film „Running On Empty“, den Sidney Lumet 1988 gedreht hat, kannte ich bisher nicht und hatte auch noch nichts drüber gelesen. Darum war ich jetzt überrascht, gleich an zwei Stellen einen Text über ihn zu finden. Einmal von Ekkehart Knörer auf cargo und dann von Nikolaus Perneczky auf Kinolaus.

– Ebenfalls auf Kinolaus: Walter Hills unterschätzter „Johnny Handsome“ mit Mickey Rourke.

– Merkwürdig, merkwürdig. Larry Cohens „God Told Me To“ habe ich gesehen. Ich besitze sogar die US-DVD. Aber ich kann mich beim besten Willen nicht an ihn erinnern. Gut, dass The Nolte auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte ihn noch einmal bespricht. Da kommen dann zumindest einzelne Bilder wieder hoch und der Vorsatz, den Film beizeiten ein zweites Mal zu sichten.

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Originalfassungen in Bremen: 13.06.13 – 19.06.13

Viele neue Filme und potentielle Blockbuster sind diese Woche auch in der Originalfassung unterwegs. Dabei sicherlich von vielen am Heißesten erwartet: Der neue „Superman“ von Zack Snyder. Aber auch für das Arthouse-Publikum gibt es wieder interessante Filme.

Man of Steel – Cinemaxx, 19.6. um 20:15 – Nachdem Zack Snyder mit „300“ und „Watchmen“ schon zwei kommerziell erfolgreiche Comic-Verfilmungen abgeliefert hat, darf er jetzt DEN Superhelden schlechthin inszenieren: Superman. Produziert vom ebenfalls einschlägig bekannten Christopher Nolan, versucht Warner nun mit seinen DC-Comic-Verfilmungen zu den weitaus erfolgreicheren Jungs von Marvel aufzuschließen. Nachdem der letzte Neustart des „Stählernen“ an der Kinokasse ziemlich gefloppt ist, darf man auf das Resultat gespannt sein.

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Olympus Has Fallen – Cinemaxx, Fr./Sa. immer 19:50 – Interessant. Worüber sich alle Rezensenten einig sind ist, dass es sich bei „Olympus Has Fallen“ um einen harten Brocken amerikanischen Hurra-Patriotismus mit schwer verdaulicher Propaganda handelt. Allerdings spaltet sich danach die Meinung. Die einen sehen ein gut gemachtes, actionreiches B-Movie, andere sprechen dem Film noch nicht einmal diesen Status zu. Die Handlung: „Stirb langsam“ im Weißen Haus. Gerald Butler allein gegen nordkoreanische Terroristen, die den Präsidenten der USA gefangen halten.

The Place Beyond the Pines – Cinemaxx, So. und Di. jeweils 19:50 & Schauburg, So., 16.6. um 21:00 – Grundsätzlich viel Gutes hört man über das neuste Werk von Derek Cianfrance. In einem tragischen, dreigeteilten Krimi-Drama spielt Shooting-Star Ryan Gosling eine der Hauptrollen. Unterstützt wird er von der schönen Eva Mendes und Bradley Cooper. Wer aufgrund des Trailers allerdings einen Action-Thriller erwartet, ist hier falsch. Es handelt sich in der Tat mehr um ein Vater-Sohn-Drama.

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Before Midnight – Schauburg, Mi., 19.6. um 19:15 – Zum dritten Mal nach “Before Sunrise” und “Before Sunset” hat Richard Linklater seine beiden Stars Ethan Hawke und Julie Delpy vor die Kamera geholt, um die Geschichte von Celine und Jesse weiter zu spinnen.

Tango Libre – Gondel, So., 16.6. um 21:00 – Das Filmland Belgien verfolgt mich zur Zeit. Aber das ist ja nichts Schlechtes. In der Gondel läuft diese belgische Tragikomödie um einen schüchternen Gefängniswärter, der sich in die Freundin zweier Häftlinge verliebt.

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Rendevous in Belgrad – City 46, Do., Sa.-Mo. und Mi. immer 20:00 –  Serbischer Film über vier Paare, die in der serbischen Hauptstadt Belgrad ihre ganz eigene Liebesgeschichte erleben. Mit Lars-von-Trier-Stammschauspieler Jean-Marc Barr. Sonntag mit Einführung: Andreas Bösche (Forschungsstelle Osteuropa).

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Valley of Saints – Ein Tal in Kaschmir – City 46, Do.-Sa., Mo./Di. Immer 20:30 – Indisch-amerikanischer Spielfilm. Der junge Gulzar lebt am Ufer des Dal-Sees in der indischen Provinz Kaschmir und arbeitet dort als Bootsmann. Als eine fünftägige Ausgangssperre über Kaschmir verhängt wird, lernt er die Wissenschaftlerin Asifa kennen und verliebt sich in sie. Dies öffnet ihm die Augen für die Probleme, vor denen er eigentlich am Liebsten davonlaufen würde.

Where Condors Fly – City 46, So., 16.6. um 20:30 – Dokumentarfilm über die Freundschaft und gemeinsamen Erlebnisse des russischen Dokumentarfilmers Viktor Kossakovsky und dem chilenischen Regisseur Carlos Klein, der von Kossakovsky für Dreharbeiten in Patagonien als Berater engagiert wurde. Vorgestellt von Beatrix Schwehm, Filmemacherin und Dozentin.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 17.6. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 17.06. um 21:45

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DVD-Rezension: “Phoenix Wright – Ace Attorney”

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In der Zukunft werden in Japan Gerichtsverfahren in nur drei Tagen durchgeführt. In dieser Zeit müssen sich Staatsanwalt und Verteidiger im Gerichtsstand duellieren, danach fällt der Richter sein Urteil. Als die Rechtsanwältin Mia Fey (Rei Dan) ermordet wird, übernimmt ihr Junior-Partner Phoenix Wright (Hiroki Narimiya) die Verteidigung ihrer jüngeren Schwester Maya Fey (Mirei Kiritani), die der Tat verdächtigt wird. Dabei kommt es zum Duell mit seinem einstigen Schulkameraden und jetzigen Staatsanwalt Miles Edgeworth (Takumi Saito), der bisher noch nie einen Fall verloren hat. Entgegen aller Erwartungen gelingt es Phoenix, den jungen Staatsanwalt zu besiegen, doch bereits sein nächster Fall entpuppt sich als dicke Überraschung.

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Takashi Miike bleibt eine Wundertüte. Nachdem er mit dem ruhigen und tragisch-ernsthaften „Hara-Kiri – Tod eines Samurai“ im letzten Jahr die Filmfestspiele in Cannes eröffnen durfte, beweist er nun mit einer bunten Videospiel-Verfilmung, dass er sich partout nicht auf ein bestimmtes Genre oder einen bestimmten Stil festlegen lässt. Die Zeiten, in denen er mit einem lächerlichen Budget gewagte Underground-Filme produzierte oder aufgrund expliziter Gewaltdarstellungen Grenzen überschritt, sind allerdings vorbei, denn er ist mittlerweile im hochbudgetierten Mainstream angekommen. Trotzdem gelingt es ihm auch immer wieder, eine gute Portion Wahnwitz in seine Filme zu schmuggeln. Und langweilig wird es bei ihm auch nur sehr selten.

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So unterhält auch sein neustes Werk, „Phoenix Wright, Ace Attorney“, das vergnügungshungrige Publikum bestens. Anspruch und Ernsthaftigkeit, wie sie einen Großteil von Miikes Werk durchaus auszeichnet, sollte man hier allerdings nicht suchen. Miike tut genau das, was bei ihm in Auftrag gegeben wurde: Er verwandelt ein Computerspiel in einen Film und lässt Pixelfiguren in Fleisch und Blut auferstehen. Oder – wenn man boshaft sein möchte – verwandelt seine Darsteller in Pixel. So sind dann auch Make-Up und Kostüme beinahe die Hauptattraktionen dieses Filmes. Zeitweise glaubt man gar, es hier tatsächlich mit animierten Figuren und nicht mit Schauspielern zu tun zu haben. Auch auf die Ausstattung und Kulisse wurde viel Wert gelegt. „Ace Attorney“ spielt zu keiner Zeit in der realen Welt, sondern ist fest im Kosmos der Spiele verwurzelt.

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Da mir das zugrundeliegende Videospiel nicht bekannt ist, kann ich keine Vergleiche ziehen. Man liest aber allerorten, dass die Umsetzung sehr nahe am Spiel sein soll, welches zwischen 2002 und 2011 erschien, Teil der japanischen Popkultur wurde und auch im Ausland erfolgreich verkauft wurde. Für die internationale Fassung wurden dann auch die Namen der Protagonisten anglisiert. So wurde aus Naruhodō Ryūichi Phoenix Wright, aus Mitsurugi Reiji wurde Miles Edgeworth und Detective Itonokogiri Keisuke heißt dort Dick Gumshoe. Diese Namensgebung behält auch die deutsche Fassung des Filmes bei, was in den Extras zu Verwirrungen führen kann, da hier konsequent nur die japanischen Namen verwendet werden.

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Die spektakulären Duelle vor Gericht, werden von Miike im Stile eines Kung-Fu-Kampfs inszeniert. Da bewerfen sich die Kontrahenten mit überdimensionalen Hologrammen, auf welchen die Indizien zu sehen sind. Und ihre „Einspruch“-Rufe klingen wie Kampfschreie. Und wird einer der Anwälte förmlich von belastenden Beweisen getroffen, geht er in die Knie. Bei einer Länge von 125 Minuten, von denen ein Großteil vor Gericht spielt, tut es dem Tempo des Filmes natürlich gut, dass die Verhandlung zu einem großen „Mortal Combat“ stilisiert wird. Trotz einiger Albernheiten, wie dem hemmungslosen Overacting des Hauptdarstellers oder dem Verhör eines Papageis, hält Miike die Zügel aber recht fest in der Hand und sorgt dafür, dass das absurde Ganze nicht plötzlich in totalen Quatsch kippt.

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Die Schauspieler haben merklich Spaß an der Sache. Und während die meisten ihre Rolle trotz aller Komödien- und wilden Videospielelementen relativ ernsthaft interpretieren, liegt ein Schwachpunkt bei Hauptdarsteller Hiroki Narimiya, der in einigen Schlüsselszenen allzu hemmungslos überzieht und wimmert. Auch Mirei Kiritan wirkt sich in der – in japanischen Unterhaltungs-Filmen leider häufig zu sehenden – „kleines, dummes und leicht hysterisches Mädchen“-Rolle nicht gut auf das Nervenkostüm des Zuschauers aus. Eine echte Zumutung ist allerdings Akiyoshi Nakao als Jugendfreund des Helden. Seine Clownerien und Manierismen stellen für die Nerven des, nicht an japanischer Komödie gestählten, europäischen Zuschauers eine echte Zerreißprobe dar.

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Miike weiß dafür zu sorgen, dass einem der Ausgang nicht völlig egal ist. Trotz aller irrealen und komödiantischen Elemente, vergisst er nicht, dass er im Grunde tatsächlich eine klassische Detektivgeschichte, voller mysteriöser Geschehnisse und unerwarteten Wendungen erzählt. Und so gelingt ihm in den meisten Teilen auch der Spagat zwischen bunt-lustiger Videospielverfilmung und spannendem Gerichts-Thriller. Da ist es beinahe schade, dass auch immer wieder übernatürliche und komödiantische Elemente überbetont werden und die durchaus nicht uninteressante Geschichte in den Hintergrund drücken. Insbesondere die Figur des nervenden Jugendfreundes Larry Butz und die mit ihm verbundenen Nebenstränge, hätte man gut und gerne weglassen können.

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Takashi Miike liefert mit „Ace Attorney“ eine gelungene Videospiel-Verfilmung ab und widersteht der Versuchung, diese mit allzu schrillen Albernheiten zu ersticken. Ausstattung und Kostüme erwecken das zugrundeliegende Spiel eindrucksvoll zum Leben. Doch auch die vertrackte Geschichte weiß recht spannend zu unterhalten, so dass trotz der langen Spielzeit von über zwei Stunden keine große Langeweile aufkommt.

Das Bild der DVD aus dem Hause Koch Media macht an einigen Stellen einen etwas blassen Eindruck. Beim  Ton kann man sich zwischen der japanischen Originaltonspur und der soliden deutschen Synchronisation entscheiden. In den Untertiteln werden die Namen der Charaktere allerdings nicht im japanischen Original belassen, sondern die englische Variante benutzt. Anders ist dies in dem halbstündigen Making-Of, in welchem konsequent die japanischen Namen benutzt werden. Das „Making Of“ selber zeigt Promo-Interviews und einige Szenen vom Dreh. Das ist aber insgesamt alles nicht besonders informativ. Dann gibt es noch ein 22-minütiges Special von diversen Filmausführungen, bei denen die Crew Rede und Antwort stand. Im Großen und Ganzen sind dies aber auch eher Werbeveranstaltungen.

DVD und BluRay kommen am 14. Juni in den Handel.

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Das Bloggen der Anderen (08-06-13)

bartonfink_type2Allesglotzer kümmert sich um den ersten Film der Shaw-Brothers-Welle, die Anfang der 70er in die deutschen Bahnhofskinos schwappte: „Das Schwert des gelben Tigers“. Die Besprechung des Filmes bettet er in den historischen Kontext ein.

– Neulich war in dieser Rubrik vom belgischen Kino die Rede und davon, dass es dort noch einige interessante Filme zu entdecken gibt. Alex Klotz hat einen solchen Film der Vergessenheit entrissen und bespricht auf Hard Sensations den provokanten „Les tueurs fous“ von 1972.

– Die japanischen „Pinky Violence“-Filme sind ein Genre, welches, zumindest in Deutschland, nur Wenigen bekannt ist. Einen dieser wilden Filme bespricht der Intergalactic Ape-Man auf seinem Blog Intergalaktische Filmreisen. Der schöne Titel: „Terrifying Girls’ High School: Lynch Law Classroom“.

– Kurzfilme sind eine Filmkunst, die nur selten im Fokus steht. Zwar gibt es reichlich Kurzfilm-Festivals – wie gerade wieder in Hamburg -, doch seitdem es im Kino keine Vorfilme mehr gibt, bleiben diese Fingerübungen nur einem kleinem, speziell daran interessierten Publikum vorbehalten. Auch in Cannes lief ein Kurzfilmprogramm, Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film hat es sich angesehen und sich dazu so seine Gedanken gemacht.

– Der gerade in unseren Kinos angelaufene Animationsfilm „Epic“ veranlasst Alexander Gajic dazu, sich mit dem aktuellen Status des US-Animationsfilms auseinanderzusetzen. Seinen sehr interessanten Text dazu findet man auf real virtuality.

– Auch spannend. Sir Donnerbolds Bagatellen gehen in einem langen Essay auf die „Disney Princess“-Linie ein, in der die weiblichen Hauptfiguren der berühmter Disney-Filme „mädchenkonform“ umgestaltet und „verbarbiet“ werden. Nachdem nun auch Merida aus „Brave“ dort eingemeindet und einer modischen Generalüberholung unterworfen wurde, liefen die Fans Sturm.

– Oliver Nöding verweist auf seinem Blog Remember it for later, auf ein sehr schönes Zweitprojekt von ihm: „Marquees in movies“ zeigt Screenshots aus Filmen, in denen die klassischen weißen Kino-Anzeigetafeln zu sehen sind. Schöne Idee.

The Hooded Justice hat eine kleine Liebeserklärung an Billy Wilder verfasst, die zwar nicht ganz frei von kleinen Fehlern ist (z.B. sind die beiden Musiker in „Some like it hot“ nicht hauptsächlich auf der Flucht vor der Arbeitslosigkeit, sondern vor der Mafia), aber schön zu lesen.

– Michael Schleeh empfiehlt auf Schneeland jeweils einen aktuellen Film von den Philippinen („Graceland“) und einen aus Thailand („Yaowarat“).

– Auf Revolver findet sich ein langes Interview mit dem großartigen Sounddesigner Walter Murch, der gerade das Werk des italienischen Autors Curzio Malaparte übersetzt hat. Darüber wird in diesem Interview gesprochen, aber natürlich auch Bezug auf Murchs Filmarbeit genommen.

– Auf seinem filmtagebuch hat Thomas Groh drei lange Essays von Philipp Stiasny über die Geschichte des Deutschen Exploitationfilms zur Verfügung gestellt. Diese tollen und interessanten Texte sind für mich das Highlight der Woche und erstmals in der filmhistorischen Zeitschrift Filmblatt (auch eine spannende Entdeckung, die ich jetzt durch den Artikel gemacht habe) erschienen.

– Auf Whoknowspresents bespricht david die Ende der 50er Jahre für das deutsche Fernsehen gedrehte James M. Cain-Verfilmung „Konto ausgeglichen“ von Franz Peter Wirth, welche gerade in der „Pidax Krimi-Klassiker Kollektion #1“-Box erschienen ist. Von dieser rät david zwar leidenschaftlich ab, da er die anderen dort enthaltenen Filme für ganz fürchterlich hält, den „Noir“-Krimi „Konto ausgeglichen“ fand er jedoch recht respektabel.

– Auf Filmgazette begeistert sich Ulrich Kriest für den neuen Film des mittlerweile 91-jährigen Großmeisters Alain Resnais. „Ihr werdet Euch noch wundern“.

– Sebastian stellt auf review-corner das Projekt Filmblogosphäre vor, eine Review-Sammlung, in der jeder Blogger die Möglichkeit bekommt, seine eigenen Rezensionen zu verlinken. Mal abwarten, was daraus wird. Die gleichnamige Facebook-Seite ist zumindest zur Zeit ziemlich tot.

– Weitere Bestätigungen für das Fantasy Filmfest findet man bei Frau Flinkwert sieht alles. Europa Report und Hatchet III, sowie Byzantinum und Cold Blooded.

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Originalfassungen in Bremen: 06.06.13 – 12.06.13

Science Fiction, Action, Arthouse-Drama. Dazu Filme aus Deutschland, Japan, Spanien und Afrika im Kommunalkino. Keine so schlechte Auswahl.

After Earth – Cinemaxx, Do.-So. und Di. immer um 19:45 – SF-Blockbuster mit Will Smith und seinem Sohn Jaden. In den USA höllisch gefloppt und in Deutschland mit einigem Getöse betreffs unterschwelliger Scientologie-Botschaften begleitet. Smiths Fans wird das aber wohl egal sein. Regie führt übrigens der fast schon etwas in Vergessenheit geratene M. Night Shyamalan.

Snitch – Ein riskanter Deal– Cinemaxx, Mo.+Mi. um 20:00 – Vom Wrestler zum Actionstar. Im Gegensatz zu vielen seiner ehemaligen Kollegen, hat Dwayne „The Rock“ Johnson es verstanden, sich durch geschickte Filmauswahl und viel Geduld in die A-Liga zu katapultieren. In seinem neuen Film spielt er einen Vater, der sich im Auftrag der Staatsanwaltschaft mit einem mexikanischen Drogenkartell anlegt, um seinen Sohn vor dem Knast zu bewahren.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=uCUC6zxbJ-c[/youtube]

Hangover 3 – Cinemaxx, Fr./Sa. um 17:30 und So. um 19:50 – Und ein drittes Mal ist das “Wolfpack” unterwegs und wieder geht alles drunter und drüber. Immerhin scheint der dritte Teil nicht noch einmal die Story des ersten durchzukauen. Mal abwarten.

Before Midnight – Schauburg, So.+Mi. um 21:15 – Zum dritten Mal nach „Before Sunrise“ und „Before Sunset“ hat Richard Linklater seine beiden Stars Ethan Hawke und Julie Delpy vor die Kamera geholt, um die Geschichte von Celine und Jesse weiter zu spinnen.

[youtube width=“630″ height=“299″]http://www.youtube.com/watch?v=euOJkb0U8vE[/youtube]

Der große Gatsby – Gondel, So., 9.6. um 20:30 – Baz Lurman schlägt wieder zu. In seinem typisch opulenten Stil nimmt er sich diesmal einen der großen Klassiker der amerikanischen Literatur vor: “The Great Gatsby” von F. Scott Fitzgerald. Starbesetzt mit Leonardo diCaprio, Tobey Maguire und einer Schauspielerin, die mir seit “Shame” und “Drive” sehr ans Herz gewachsen ist: Die großartige Carey Mulligan.

The Stone – Arriya – City 46, Mi., 12.6. um 20:30 – Spanisches Drama um zwei Familien in einem kleinen Dorf im Baskenland, die über eine Wette in Streit geraten. Und um drei junge Leute, die all dem entkommen wollen. Präsentiert vom Instituto Cervantes.

Die goldenen Tage des Films – City 46, Di., 11.6. um 20:30 – Japanischer Spielfilm um eine junge Kinokartenverkäuferin, die im aufblühenden Tonfilmgeschäft an eine winzige Rolle in einem Film kommt. Präsentiert von der japanisch-deutschen Kulturinitiative. Der Eintritt ist frei.

Die Lebenden – City 46, Do., So. und Mo. um 20:30 und Sa. um 18:00 – Brandneuer deutscher Spielfilm von Barbara Albert. Die jungen Sita kommt nach dem Tod des geliebten Großvaters dessen dunklen Seiten und ungelüfteten Familiengeheimnissen auf die Spur.

Die Strategie der Schnecke – City 46, Sa., So. und Di. immer um 20:00 – Preisgekrönter kolumbianischer Spielfilm von 1993. Die Komödie handelt von einer bunten Gruppe von Außenseitern, die in einem Vorort von Bogota zusammen in einem Haus leben. Als der neue Besitzer die Mieter vor die Tür setzen will, denken sie sich einen skurrilen Trick aus, um ihr Haus zu behalten.

Monaco, Italia. Geschichten vom Ankommen in Deutschland – City 46, Fr./Mo. um 20:30 und So. um 18:00 – 55minütige Doku über ehemalige Gastarbeiter aus Italien, die in Deutschland ihre zweite Heimat gefunden haben. Regisseur Alessandro Melazzini ist am Freitag zu Gast!

Moolaadé – Bann der Hoffnung – City 46, Do., 6.6. um 20:00 – eine Pan-Afrikanische Co-Produktion über eine Frau, die versucht vier Mädchen vor der Beschneidung zu schützen.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 10.6. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 10.06. um 21:45

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Kam ein Stöckchen geflogen…

Autsch, da hat mich ein Stöckchen getroffen. Geworfen wurde es vom Intergalatic Ape-Man. Bisher wusste ich nicht, was im Internet ein „Stöckchen“ ist, geschweige denn, dass es so etwas gibt. Jetzt bin ich etwas schlauer. Das ist eine Art Staffelstab, der von Blog zu Blog weitergereicht wird. Und dieser „Stab“ besteht aus einem Fragebogen. In diesem Falle 11 Fragen, die ursprünglich von The Sweet Nonsense stammen und nun ihre Runden ziehen. Ich habe den Stab angenommen und mich an den nun folgenden Fragen abgearbeitet.

1. Was ist dein Lieblingsfilm?

Die Frage beantworte ich in der Regel gar nicht. Warum? Weil es so viele tolle Filme da draußen gibt, dass ich mich gar nicht auf „den einen“ festlegen will. Zudem hat – wie das Wort „Liebling“ schon sagt – das auch viel mit der Gefühls- und Stimmungslage zu tun, und die kann immer mal wieder wechseln. Und für jeden Film, den ich hier nennen würde, fallen mir gleich ein Dutzend andere ein, die dort genauso gut stehen könnten. Da man als Filmfan aber ständig mit dieser einen Frage konfrontiert (ich schreibe jetzt extra nicht „belästigt“) wird, habe ich mir einen Film zurecht gelegt, den ich nennen kann, wenn der Frager gar nicht aufhören will zu bohren: „Spiel mir das Lied vom Tod„.

2. Wieso ist das dein Lieblingsfilm?

Wie gesagt, das ist sozusagen eine Antwort, die aus Notwehr heraus geboren wurde. Es ist nicht wirklich DER Lieblingsfilm. Aber eben einer, den ich sehr gerne mag und der mich schon sehr lange begleitet. Also kann ich damit ganz gut leben. Wieso ich ihn so mag? Abgesehen davon, dass ich eine gewisse Liebe für das Westerngenre von meiner Familie väterlicherseits (Großvater, Vater und Onkel) geerbt habe, gefällt mir an diesem Film, dass man sich, je nach Lebensabschnitt, immer mit jemand anderen identifiziert: Als Teenie war man Bronson, der Rächer, später dann gerne der böse Fonda mit den eiskalten, blauen Augen. In meinem jetzigen Alter halte ich es mit dem abgeklärten Cheyenne. Irgendwann bin ich dann bei Jack Elam und spiele mit Fliegen… Zudem beeindruckt mich bei dem Film auch immer wieder das grandiose Zusammenspiel von Musik und Bild.

3. Was war(en) deine Lieblingsfilm(e) als Kind?

Kommt drauf an, wie man „Kind“ definiert. Vor der Pubertät, auch noch als Teenie? Ich schränke das mal auf die Zeit von ca. 10-14 ein. Da waren es „El Dorado„, „Zwei glorreiche Halunken„, „Der unsichtbare Dritte„, die erste „Krieg der Sterne„-Trilogie, „Jäger des verlorenen Schatzes“ und die Bond-Filme.

4. Wer ist dein(e) Lieblingsregisseur(in)?

Hier sage ich jetzt aber definitiv: Den einen gibt es nicht. Mein Pantheon besteht aus drei Stufen. Oben sitzen drei, die ich ganz besonders verehre: Alfred Hitchcock, Stanley Kubrick und Lars von Trier. Darunter gibt es dann noch die Ebene mit Göttern, die quasi Anwärter auf den Gipfel sind: Tarkowski, Herzog und Lynch. Dann folgen all die anderen großartigen Meister, die ich ebenfalls nicht missen möchte: Zulawski, Kaurismäki, Haneke, Bergman, Wilder, Preminger, Lang, Murnau, Keaton, Leone, Kurosawa, Kitano, Polanski, Welles, Bava, Madden, Allen, auch dePalma (trotz einiger Fehltritte) und die jungen Wilden Winding Refn, Tarantino (ja) und Noe. Und noch so viele mehr. Wer mich kennt, fragt sich wahrscheinlich, wo Leute wie Franco oder Rollin bleiben. Die liebe ich natürlich. Aber auf eine andere Art und Weise, die persönlicher ist, und welche ich schwer beschreiben kann.

5. Wieso ist das dein(e) Lieblingsregisseur(in)?

Weil ihre Filme etwas in mir bewegen. Sowohl vom gefühlsmäßigen, wie auch intellektuellen Standpunkt aus. Ihre Filme sind Schlösser in denen es noch viele verborgene Türen gibt. Bei Hitchcock ist es z.B. so, dass ich die Filme alle schon x-Mal gesehen habe, aber jedes erneute Sehen immer wieder wie ein erstes Mal ist. Bei Kubrick und von Trier ist es ebenso. Ihre Filme bringen meinen Puls dazu, schneller zu schlagen und mich in einem Rausch zu verlieren. Witzigerweise will ich ihre Filme immer kühl analysieren, werde dann aber wieder so tief in den Film hineingezogen, dass ich es während des Anschauens vollkommen vergesse.

6. Hattest du schon vorher eine(n) Lieblingsregisseur(in)?

Hitchcock begleitet mich schon mein ganzes Leben. Als Kind habe ich das Truffaut-Buch „Mr. Hitchcock, wie haben sie das gemacht?“ unzählige Male durchgelesen und das hat mich wahrscheinlich auch dazu gebracht, mich intensiv mit Film zu beschäftigen. Aber ich denke mal, die Frage zielt mehr darauf, ob es einen Regisseur gibt, den man früher verehrte, aber heute nicht mehr. Da fällt mir (leider!) als erstes Dario Argento ein, dessen Frühwerk ich noch immer in Ehren halte. Ach, und als zweites kommt mir jetzt noch John Woo in den Sinn, wobei ich von ihm die letzten Filme gar nicht mehr gesehen habe und damit auch nicht sagen kann, ob er wieder zu alter Form zurückgefunden hat.

7. Warum ist das nicht mehr dein(e) Lieblingsregisseur(in)?

Leider haben es die Jahre mit Dario nicht gut gemeint und heute scheint er alle Fähigkeiten, die ihn einst auszeichneten, verloren zu haben. Das ist traurig und darum kann ich ihn heute nicht mehr zu meinen Lieblingsregisseuren zählen. Es sei denn, man würde Früh- und Spätwerk radikal voneinander trennen, Dann wäre der „frühe“ Argento (bis „Stendhal Syndrome“) immer noch einer meiner Lieblingsregisseure.

8. Wer ist dein(e) Lieblingsschauspieler(in)?

Habe ich eigentlich nicht. Klar, gibt es einige, die ich gerne sehe, aber ich würde jetzt nicht wegen eines bestimmten Schauspielers in einen Film gehen. Von den aktuell aktiven muss ich sagen, dass mich der Herr DiCaprio immer wieder beeindruckt. Ich hoffe sehr, er verfällt nicht in den De Niro/Pacino-Modus und fängt an, auf Autopilot eine Parodie seiner selbst zu werden.

9. Wer oder was ist deine liebste Filmfigur?

James Bond. Wie diese Figur, die durchaus prägend für das Kino war, sich über 50 (!) Jahre halten konnte und immer wieder erfolgreich dem Zeitgeist angepasst wurde, sagt eine Menge über die letzten Dekaden aus. Sowohl gesellschaftlich, als natürlich auch, was das Kino und den sich wandelnden Publikumsgeschmack angeht. Und um noch einmal den Bogen zu Frage 2 zu schlagen: Jason Robards als Cheyenne in „Spiel mir das Lied vom Tod“.

10. Auf welche(n) kommende(n) Filme freust du dich am meisten?

Natürlich auf Von Triers „Nymphomaniac„. Und jetzt in nächster Zeit „Fliegende Liebende“ von Almodóvar, „Only God Forgives“ von Winding Refn, sowie „La Vénus à la fourrure“ von Polanski und mein jährlicher Woody Allen, der diesmal „Blue Jasmin“ heißt.

11. Wenn du das Geld und/oder die Möglichkeiten hättest, über was würdest oder wen du einen Film drehen oder was möchtest du generell mal verfilmt sehen?

Das habe ich in der Tat schon gemacht. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann ja mal googeln.

Weitere Blog-Autoren, die auch noch von dem Stöckchen getroffen wurden, sind:

Filmherum

Medienjournal

Moviescape

Xanders Blog

Going to the Movies

Leons Filmreviews

Review-Corner.de

Mehr habe ich auf die Schnelle nicht gefunden. Wer nachgetragen werden möchte, möge sich bitte kurz melden.

Jetzt müsste ich Ihn nur noch weitergeben. Ich schließe also fest die Augen, dreh mich 10x um die eigene Achse und lasse los…. Oh, sieht so aus, als hätte ich das Couchmonster getroffen. Sorry!!!!

Edit: Ich fühle mich gerade wie Robert Fleming aus dem wunderbaren Roman „High Fidelity“. Nach zwei Stunden pausenlosem „Ach, den/das habe ich noch vergessen“, habe ich in den Antworten zu Frage 4 und 10 noch etwas geändert.

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Das Bloggen der Anderen (03-06-13)

bartonfink_type2– Und ein letztes Mal Cannes. Einen Rückblick auf die Festivalwoche von Frédéric Jaeger gibt es auf critic.de

– Der zuvor in Cannes von den Kritikern so arg gescholte „Only God Forgives“ findet mittlerweile einige Fürsprecher, wie z.B. Splatting-Image-Autor Sebastian Selig auf Hard Sensations, Ronny Dombrowski auf cinetastic.de oder Patrick Holzapfel auf Jugend ohne Film.

– Auf Japankino gibt es zunächst ein kleines Fazit des Japanischen Filmfests in Hamburg, auf das ich früher auch immer gerne gegangen bin. Und dann folgen noch einige wertvolle Tipps für das nächste Großereignis in Sachen japanischer Film: Die Nippon Connection in Frankfurt. Welche Filme sollte man sich dort nicht entgehen lassen?

– Wie schon oft erwähnt, mag ich das Konzept des Filmgesprächs sehr gerne und bin daher sehr dankbar, dass es auf Hard Sensations so wunderbar gepflegt wird. Zunächst einmal stellen Silvia Szymanski und Maria Wildeisen in ihrer Reihe “Forced Entry – Vergewaltigung im Film” einen Heuler vor dem Herrn vor, der zu Recht absoluten Kult-Status genießt und aufgeschlossenen Filmfreunden als einer der besten und wahnwitzigsten „schlechten“ Filme ans Herz gewachsen sein dürfte: Jorge Graus „Mad Foxes“, produziert von Erwin C. Dietrich. Ganz besonders charmant finde ich die Idee von Oliver Nöding, sich zusammen mit seiner Ehefrau Leena May Peters den berüchtigten Rape&Revenge-Streifen „Ich spuck auf Dein Grab“ (der ebenfalls hervorragend in die „Forced Entry“-Reihe passen würde) anzuschauen, und danach darüber einen sehr langen Dialog zu führen, der den Film aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Unbedingt lesenswert. 

– Wieder einmal einen schönen Film gibt es auf hypnosemaschinen zu entdecken, wo die unbekannte Henry-James-Verfilmung „La redevance du fantôme“ (basierend auf „The Ghostly Rental“ ) von 1965 ausgebuddelt wurde.

– Da ich wieder in die Organisation des Phantastivals eingebunden bin, sind für mich die Neuigkeiten auf Frau Flinkwert sieht alles, welche Filme für das Fantasy Filmfest bereits bestätigt wurden, natürlich von besonderem Interesse, denn wir wollen diesmal möglichst keine Doubletten haben. Eben dort findet man auch eine Review mit Bremen-Bezug. Frau Flinkwert bespricht den Film „Fünf Jahre Leben“, der auf dem Fall des, von den Boulevardmedien gerne und ungerechtfertigter Weise „Bremer Taliban“ genannten, Murat Kurnaz beruht.

– Vorletzten Sonntag haben Stefan und ich, im Rahmen unserer Weird Xperience-Reihe im City 46, noch „The Human Centipede“ gezeigt. Auf screen/read kann man jetzt Neuigkeiten zum lange angekündigten, und aufgrund von Zwistigkeiten zwischen Laser und Sixx verschobenen, dritten Teil nachlesen.

– Krypton McKracken ärgert sich auf Videoraiders.net über die Auswüchse des Crowdfunding-Phänomens, welches seiner Meinung nach zu oft von den falschen Leuten in Anspruch genommen wird.

The Hooded Justice stellt den mir bisher gänzlich unbekannten, malaysischen Filmemacher Tsai Ming-liang vor. Das klingt alles sehr interessant. Werde ich mal im Auge behalten.

– Passend zu meinem letzten Review, gibt es auf Remember it for later die Besprechung des „Maniac“-Originals und des aktuellen Remakes.

– Über einen frühen Film mit Gérard Depardieu schreibt Manfred Polak auf Whoknowspresents. „Den Mörder trifft man am Buffet“ von Bertrand Blier. Peinlicherweise habe ich bisher immer Bertrand Blier für identisch mit Bernard Blier (spielt auch mit) gehalten.Jetzt weiß ich es besser. Bertrand ist der Sohn von Bernard.

– Einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist Clouzots „Lohn der Angst“. L’Amore in città hat sich jetzt das Remake von William Friedkin vorgenommen: „Sorcerer“, der damals ziemlich Schiffbruch erlitt, weil jeder aufgrund des Titels einen zweiten „Exorzisten“ erwartet hatte. Habe ich bisher auch nicht gesehen, aber aufgrund der Besprechung werde ich das demnächst einmal nachholen.

– Unheimlicher Zufall. Am 29.Mai verstarb die französische Schauspielerin Françoise Blanchard, die den meisten sicherlich aus Jean Rollins „Living Dead Girl“ bekannt ist. Genau einen Tag vorher besprach totalschaden auf Splattertrash den Eurocine-Trash-Film „Oase der gefangenen Frauen“, in dem sie die Hauptrolle spielte.

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DVD-Rezension: “Alexandre Ajas Maniac”

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Der junge Frank Zito lebt in Los Angeles, wo er eine kleine Reparaturwerkstatt für Schaufensterpuppen unterhält. Als Kind litt Frank unter seiner kürzlich verstorbenen Mutter, die als Prostituierte arbeitete und dabei keine Rücksicht auf das seelische Heil des kleinen Jungen nahm. Aufgrund dieses Traumas hat sich Frank zu einem schizophrenen Serienkiller entwickelt, der nachts Frauen auflauert und sie skalpiert. Als er eines Tages zufällig die hübsche junge Fotografin Anna kennenlernt, scheint er erstmals seinen mörderischen Trieb unter Kontrolle bringen zu können.

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1980 gelang Regisseur William Lustig mit seinem Spielfilm-Debüt „Maniac“ ein Paukenschlag. In Deutschland wurde das düstere Serienkiller-Portrait umgehend beschlagnahmt, was aber seine Reputation nur noch weiter förderte. „Maniac“ wurde zum Kultfilm, zum „must see“. Hauptdarsteller Joe Spinell, der auch das Drehbuch verfasste, wurde als Frank Zito eine Legende. Der zwei Jahre später entstandene Film „Love to Kill“ – wieder mit seiner „Maniac“-Partnerin Caroline Munro – wurde teilweise als Semi-Fortsetzung vermarktet. Ein von Joe Spinell vorangetriebenes Sequel mit dem Namen „Maniac 2: Mr. Robbie“, kam durch den Tod Spinells nie zustande. Viele Regisseure ließen sich von „Maniac“ inspirieren, nicht zuletzt Alexandre Aja, dessen Name beim Remake nun fett über dem Titel prangt. In seinem erfolgreichen Erstling „Haute Tension“ hatte er diverse Einstellungen aus dem großen Vorbild übernommen. Ein Remake dieses Kultfilms hatte bei den Fans, wie so oft, erst einmal schlechte Karten. Insbesondere, da mit Elijah Wood ein Schauspieler für die Hauptrolle gecastet wurde, der auf den ersten Blick so gar nicht in die Rolle des schizophrenen Serienkillers Frank Zito passt, wie man sie von Spinells ikonischer Darstellung her kannte. Wahrscheinlich haben sich die Macher des Filmes deshalb gut abgesichert und berufene Schützenhilfe geholt. Bevor „Alexander Aja’s Maniac“ beginnt, erscheint William Lustig persönlich noch einmal auf dem Bildschirm, um dem Remake seines berühmtesten Filmes seinen Segen zu geben. Zudem wurde der Film von seinem Unternehmen „Blue Underground“, das sich auf die Heimkino-Veröffentlichungen von Horror-Kultfilmen spezialisiert hat – mit produziert.

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Hauptkritikpunkt war im Vorfeld also die Besetzung der Hauptrolle mit Elijah Wood, dem ewigen Frodo. Viele sahen in dem schmächtigen, androgyn wirkenden Wood eben nur den mit großen Augen durch Mittelerde stapfenden Hobbit. Dabei wurde aber vergessen, dass er schon einmal sehr überzeugend einen sadistischen Charakter gespielt hat. In der Robert Rodriguez/Frank Miller-Produktion „Sin City“ gab er – zugegeben, kaum zu erkennen – einen bestialischen Frauenmörder. Und tatsächlich macht Wood seine Sache hier sehr gut. Sein Aussehen war schon in den „Herr der Ringe“-Filmen ziemlich „creepy“, gerade wenn er unter dem Bann des einen Ringes stand. In „Maniac“ wirken seine Blässe und die grossen wässrig-blauen Augen durchaus kränklich und beunruhigend. Mit seiner Besetzung wird aber auch eine kleine Schwäche des Originals begradigt. Im Original „Maniac“ ist Frank Zito ein Frauenheld, dem es gelingt, die wunderschöne Caroline Munro zu verführen. Allerdings wirkt Joe Spinell ausgesprochen schmierig und nicht sonderlich attraktiv, was diesen Handlungspunkt für mich schon immer etwas unglaubwürdig machte. Andererseits hat er sich die Rolle ja selber auf den Leib geschrieben, und an mangelndem Selbstvertrauen hat Herr Spinell sicherlich nicht gelitten. Auf Spinells Inkarnation des Frank Zito wird im Remake sogar einmal Bezug genommen, wenn eines der potentiellen Opfern beim Blind Date mit Woods Zito beiläufig erwähnt, sie hätte Angst gehabt, ihre Verabredung würde sich als „dicker Mann mit langen Haaren und fettiger Haut“ entpuppen. Was einer Beschreibung Spinells ziemlich nahe kommt.

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Um zu verschleiern, dass der kleine und zarte Wood sicherlich Schwierigkeiten hätte, eine ausgewachsene Frau zu überwältigen, wurde zu einem Trick gegriffen, der „Maniac“ zu einer intelligenten Version des Originals macht, und ihm gleichzeitig eine interessante, eigenständige Note verleiht. Wir sehen den Film durch die Augen des Killers. Wir sind mit im auf der Jagd und werden gezwungen, die Realität so wahrzunehmen, wie sie sich ihm darstellt. Wir erleben die Morde fast immer aus seiner Perspektive, die Welt wird durch Visionen und Angstzustände verdreht und manchmal sind Wahn und Wirklichkeit nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Nur einmal verlässt die Kamera ihre subjektive Position, wenn Zito bei einem Mord wortwörtlich „aus der Haut fährt“. Ansonsten erkennen wir den Schauspieler Elijah Wood nur in Spiegelungen oder Erinnerungsfetzen.

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Natürlich soll der Zuschauer durch diesen Kniff gezwungen werden, die Postion des Killers einzunehmen. Sich mit ihm zu identifizieren, dadurch mit seiner dunklen Seite konfrontiert und in eine unangenehme, schwer zu ertragene Lage gebracht werden. Soweit die Theorie. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das bei irgendjemandem klappt. Das Erlebnis des Filmsehens ist doch ein passives, und die veränderte Perspektive wird zunächst einmal als nur das erkannt, was es ist: Eine besonderes Gimmick, um eine Geschichte zu erzählen. Durch die gekonnt eingesetzte Point-of-View-Technik gelingt es Regisseur Franck Khalfoun aber auch, zusammen mit Kameramann Maxime Alexandre, einige starke und intensive Bilder zu finden.

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Statt im dreckigen New York an der Schwelle der 80er Jahre, spielt „ Maniac“ im gegenwärtigen L.A. Maxime Alexandre fängt die Stadt mit seiner Kamera in wunderschön durchkomponierten Bildern ein. Die Straßen sind leer und von einem unwirklich schwefelig-gelben Licht beschienen. Leben scheint es nur in den entfernten Hochhäusern zu geben, die stets nur von unten gefilmt werden. So erscheinen die Straßen wie Schluchten, wie Orte, die vom Bürgertum in seinen sicheren Festungen vergessen wurden. Hier lauern Kranke wie Zito ihren Opfern auf, und ist man aus den sicheren Türmen hier heruntergefallen, gibt es keine Sicherheit mehr. Die Art, wie Khalfoun die Nacht in L.A in Bilder fasst, erinnert einmal natürlich an Michael Manns großen L.A.-Nacht-Film „Collateral“ und noch mehr an Winding Refns Meisterwerk „Drive“. Wie „Drive“, benutzt auch „Maniac“ einen großartigen Score. Das klingt nach frühen 80ern, aber auch eigenartig zeitlos. Wie eine ferne Erinnerung an die kühl-distanzierten, menschenfeindlich-gierigen und in gnadenloses Neonlicht getauchten Achtziger Jahre. Leider gibt es den ausgesprochen gelungenen und mitreißenden Soundtrack des Komponisten Rob bisher nur als Download. Hier würde ich mir sehr gerne die CD ins Regal stellen.

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Ursprünglich war der Film als Projekt für Alexandre Aja, einem ausgewiesenen Fan des Originals und mittlerweile so etwas wie der Remake-Spezialist für Horrorfilme – geplant. Aus Zeitgründen überließ Aja das, von im mitverfasste, Drehbuch dann aber seinem alten Spezi Franck Khalfoun und verlegte sich lediglich auf die Produktion. Nichtsdestotrotz wirbt der Film in Deutschland jetzt direkt im Titel mit Ajas gutem – und seit „Haute Tension“ sehr bekannten – Namen. Der Name Aja verspricht eine gewisse Härte und „Maniac“ ist wahrlich nicht für zart besaitete Gemüter geeignet. Die blutigen Effektszenen sind realistisch-brutal und „old school“ angelegt, was erklärt, dass es in Deutschland zwei Varianten des Filmes gibt. Eine gekürzte mit „FSK18“-Siegel und eine ungeschnittene mit „SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung“. Die FSK18 ist wohl für Kaufhäuser und die SPIO/JK für den Online-Handel bestimmt.

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Das Remake des grimmigen Kultfilmes von 1980 ist überraschend gut gelungen und kann dem Original noch einige eigenständige und interessante Facetten hinzufügen. Neben guten Darstellern, wissen vor allem die superbe Fotografie und der wunderbare Soundtrack zu gefallen.

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Das Bild der Ascot-Elite-DVD kann man nur als brillant beschreiben. Auch der Ton erfüllt hohe Ansprüche. Die Extras klingen zunächst vielversprechend, entpuppen sich aber bei näherem Hinsehen als typisches, mit vielen Filmausschnitten aufgepepptes, Promomaterial.

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Originalfassungen in Bremen: 30.05.13 – 05.06.13

Keine besonders spektakuläre, aber eine ganz solide Woche, was O-Fassungen angeht. Viele Wiederholungen aus den letzten Wochen und leider wenig Neues.

Epic – Das verborgene Königreich – Cinemaxx, Fr.+Sa. um 17:30 – Der neue Animationsfilm der „Ice Age„-Macher über eine junges Mädchen, das schrumpft und den kleinen Menschen im Wald in ihrem Kampf gegen das Böse beistehen muss.

[youtube width=“630″ height=“344“]http://www.youtube.com/watch?v=-xu3JLXfuwQ[/youtube]

Evil Dead – Cinemaxx, Fr., 31.5. um 21:00 – “Tanz der Teufel” war Sam Raimis Regiedebüt von 1981. Kurz nach der ersten VHS-Veröffentlichung wurde es gleich wieder als jugendgefährdend eingezogen und ist seitdem ein Paradebeispiel für deutsche Zensurgeschichte. Trotzdem wurde das Tape der ultra-raren ersten Uncut-Fassung solange auf dem Schulhof getauscht, bis der Film darauf nur noch in schwarz-weiß mit gelegentlichen Farbflimmern zu sehen war. Zumindest war dies bei der Version, die mir als Teenie in die Finger kam, der Fall. Heutzutage kann man das Remake – welches um einiges blutiger sein soll als die hübschen Knetgummieffekte des Originals – auf der großen Leinwand bewundern, während der Film von ’81 in seiner ungekürzten Fassung noch immer beschlagnahmt ist. Verrückte Welt. (Zur ganzen Geschichte um die Beschlagnahmung: http://www.schnittberichte.com/artikel.php?ID=54).

Star Trek Into Darkness 3D – Cinemaxx, Di., 4.6. um 19:50 – Früher war ich ein großer Trekkie. Ich hatte alle Filme und Serien, viele Bücher und generell kannte ich das Star-Trek-Universum aus dem Eff-eff. Dann irgendwann in der Mitte der “Voyager“-Serie erstarb mein Interesse plötzlich. Die Serie “Enterprise” habe ich dann schon gar nicht mehr geguckt. Als vor vier Jahren J.J.Abrams das große “Reboot” inszenierte, kam etwas von dem damaligen Kribbeln wieder zurück. Darum bin ich sehr gespannt auf “Into Darkness”. Vor allem, weil Benedict “Sherlock” Cumberbatch den Bösewicht gibt.

Hangover 3 – Do.-Mi. immer 20:00 – Und ein drittes Mal ist das “Wolfpack” unterwegs und wieder geht alles drunter und drüber. Immerhin scheint der dritte Teil nicht noch einmal die Story des ersten durchzukauen. Mal abwarten.

The Big Wedding – Cinemaxx, Mo. 3.6. um 20:30 & Gondel, So. 2.6. um 21:00 – Starbesetzte US-Komödie über ein geschiedenes Ehepaar, das für die Hochzeit des kolumbianischen Adoptivsohns eine unverändert heile Familienwelt vortäuscht. Mit Diane Keaton, Robert De Niro und Susan Sarandon.

Der große Gatsby – Cinemaxx (3D), Fr., 31.5. um 19:45 & Schauburg (2D), So., 2.6. um 20:30 – Baz Lurman schlägt wieder zu. In seinem typisch opulenten Stil nimmt er sich diesmal einen der großen Klassiker der amerikanischen Literatur vor: “The Great Gatsby” von F. Scott Fitzgerald. Starbesetzt mit Leonardo diCaprio, Tobey Maguire und einer Schauspielerin, die mir seit “Shame” und “Drive” sehr ans Herz gewachsen ist: Die großartige Carey Mulligan.

The Human Centipede – City 46, Do., 30.5. um 20:30 – “The Human Centipede” in der ungeschnittenen Fassung. Worum geht’s? Ein irrer Wissenschaftler baut aus seinen Opfern einen menschlichen Tausendfüßer. Klingt verrückt. Ist es auch… denn die einzelnen “Elemente” werden recht.. äh… ungewöhnlich zusammengenäht. Achtung: Nicht für empfindliche Gemüter und Mägen.

Die Strategie der Schnecke – City 46, Sa., Mo.-Mi. immer 20:00 – Preisgekrönter kolumbianischer Spielfilm von 1993. Die Komödie handelt von einer bunten Gruppe von Außenseitern, die in einem Vorort von Bogota zusammen in einem Haus leben. Als der neue Besitzer die Mieter vor die Tür setzen will, denken sie sich einen skurrilen Trick aus, um ihr Haus zu behalten.

[youtube width=“630″ height=“300″]http://www.youtube.com/watch?v=oUNOYp5yYz0[/youtube]

Voices of Transition – City 46, Sa., So. und Di. immer 20:30 – – Dokumentation über die Transition Town-Bewegung, die innerhalb von Großstädten eine ökologische und solidarische Nachbarschaften aufzubauen versucht. Am Sonntag mit Gast: Regisseur Nils Aguilar.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 3.6. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 3.06. um 21:45

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