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DVD-Rezension: „Die rote Schlinge“

Von , 13. Juli 2017 06:36

Lieutenant Duke Halliday (Robert Mitchum) wurden von dem Betrüger Jim Fiske (Patric Knowles) 300.000 US-Dollar geraubt, die als Lohn für die Soldaten gedacht waren. Da Halliday von seinem Vorgesetzten Captain Blake (William Bendix) beschuldigt wird, sich das Geld selber unter den Nagel gerissen zu haben, reist Halliday nach Mexiko, um dort Fiske zu stellen und seinen Namen wieder reinzuwaschen. Dabei wird er von Blake verfolgt, der Halliday weiterhin für den Täter hält. In Vera Cruz begegnet er Joan Graham (Janet Greer), die auch noch ein Hühnchen mit Fiske zu rupfen hat…

Warum „The Big Steal“ in Deutschland den an Edgar Wallace gemahnenden Titel „Die rote Schlinge“ aufgedrückt bekam, will sich mir nicht partout erschließen. Eine Schlinge kommt hier jedenfalls nicht vor und eine rote erst recht nicht. Auch symbolisch wusste ich nicht, worauf eine „Rote Schlinge“ anspielen soll. Vielleicht fand der deutsche Titeltexter den Klang einfach toll. Der rasante Film ist auch kein Mystery-Krimi, sondern eine verwegene Mischung aus Action, Screwball-Elementen und Film Noir. Im Grunde erzählt „Die rote Schlinge“ in knackigen 71 Minuten von einer Verfolgungsjagd, die für gut die Hälfte der Laufzeit über in Autos ausgetragen wird. Regisseur Don Siegel nahm hier erst zum vierten Mal auf dem Regiestuhl Platz, aber sein Talent für straffe, punktgenaue Inszenierungen ist hier schon gut zu erkennen. Interessant ist auch sein gutes Gespür für Timing, was die Screwball-Elemente angeht. Die schnippischen und immer messerscharfen Bon Mots, die Janet Greer dem in von sich selbst seht überzeugten Robert Mitchum um die Ohren pfeffert, sitzen wie Boxhiebe, welche Mitchum immer wieder seine Deckung verlieren lassen. Das erinnert dann angenehm an solche Gespanne wie Hepburn/Tracy oder Gable/Colbert.

Mitchum und Greer harmonieren perfekt miteinander. Während Mitchum mit einer traumwandlerischen Coolness durch den Film flaniert, spielt Greer eine selbstsichere Frau, die jederzeit Herr über die Lage ist und weiß, dass sie auf keinen Mann angewiesen ist. Dass ihr Charakter dann am Ende doch romantisch veranlagt ist und sich nichts sehnlicher als ein (spieß)bürgerliches Leben mit ihrem Duke Halliday wünscht, ist ein kleiner, wieder dem Zeitgeist geschuldeter Verrat an der Rolle. Allerdings kann man mit etwas guten Willen das Schlussbild, bei dem eine mexikanische Familie mit unzähligen Kindern an dem frisch verliebten Paar vorbei prozessiert, auch als kleiner Triumph für Joan Graham verstanden werden. Da hat sie sich ihren Duke eingefangen und zwingt den Macho in eine Familienrolle, die dieser in seinem ursprünglichen Lebensentwurf sicherlich nicht für sich vorgesehen hat. Nur zwei Jahre zuvor stand das Dream-Team Greer/Mitchum schon einmal in dem brillanten „Über-Noir“ „Goldenes Gift“ als Paar vor der Kamera. Vergleicht man Greers Darstellung als Femme Fatale damals mit ihrer schlagfertigen „Kumpel“-Rolle in „Die rote Schlinge“, mag man kaum glauben, dass man hier dieselbe Schauspielerin vor sich hat. Und noch mehr wundert es einen, dass Greers trocken-komödiantisches Talent nicht in noch mehr Filmen genutzt wurde. Aber 1949 war die hohe Zeit der Screwball-Comedy ja leider auch schon wieder vorbei.

Bemerkenswerterweise konnte Don Siegel seinen Film tatsächlich vor Ort in Mexiko drehen, was der „Roten Schlinge“ eine sonnige Authentizität verleiht, die den finsteren, oftmals im Studio entstandenen Noir-Kollegen oftmals abgeht. Auch wenn die Szenen mit den Hauptdarstellern am Steuer mithilfe von Rückprojektion im Studio zustande kamen, so konnte Siegel für die wilde Jagd doch echte Wagen mit Hochgeschwindigkeit durch die staubige mexikanische Landschaft rasen lassen, was zu vielen „echten“ und damit aufregenden Szenen führt. Ferner behandelt Siegel die Mexikaner hier mit Respekt und denunziert sie nicht als lustige Dritte-Welt-Menschen. Die einzige Person, die in dem ganzen Durcheinander den Überblick behält und allen anderen Figuren immer einen Schritt voraus ist, ist der mexikanische Inspektor General Ortega, der sich sichtlich über die Gringos amüsiert, die ohne Sprachkenntnisse und mit einer gewissen Beherrscher-Mentalität in sein Land kommen, sich dort aufführen, wie die Axt im Wald und sich letztendlich doch nur immer wieder selber aufs Kreuz legen. Dieser ebenso charmante, wie clevere Ortega erinnert ein wenig an Peter Lorres Rolle in dem ein jahr zuvor entstandenen „Casbah – Verbotene Gassen“. Gespielt wird er von einem guten, alten Bekannten: Ramón Novarro, der einst als Ben-Hur in Fred Niblos spektakulären Erstverfilmung von Lewis Wallaces Roman die Herzen reihenweise brach und in den 20er Jahren ein bedeutender Stummfilm-Star und fantastisch aussehender (Leinwand-)Frauenheld war. Leider verlief seine Karriere nach dem Ende der Stummfilmzeit nicht besonders gut. Wozu nicht nur sein starker mexikanischer Akzent beitrug, sondern auch, dass sein Typ nicht mehr besonders gefragt war. Mit seiner Alkoholsucht ruinierte er sich seinen Ruf und sein gutes Aussehen. 1968 endete sein Leben tragisch, als er von jungen Brüderpaar, die sich unter dem Vorwand Novarro sexuelle Dienste anbieten zu wollen, brutal erschlagen wurde.

Don Siegel verbindet in seinem vierten Spielfilm auf rasante Weise Action mit Screwball-Comedy und Film Noir. Unterstützt wird er dabei von seinen hervorragenden Darstellern, die sichtlich Freude an ihren Rollen haben. Bei knackigen 71 Minuten kommt in der episodenhaften Geschichte keine Langweile auf.

„Die rote Schlinge“ ist die Jubiläumsnummer 25 der Film Noir-Reihe aus dem Hause Koch Media. Warum dieser und nicht der populärere „Die Narbenhand“ dafür gewählt wurde, erschließt sich mir nicht, aber wahrscheinlich wurde darüber auch gar nicht nachgedacht. Leider fällt die Qualität der DVD gegenüber anderen Scheiben leicht ab. Das Bild ist in Ordnung, mehr aber auch nicht. Passend zum Jubiläum ist der Extras-Segment diesmal weitaus üppiger als sonst. So gibt es neben einem Audiokommentar von Filmhistoriker B. Jewell noch eine kolorierte Fassung des Filmes als Bonus. Abgesehen von der allgemeinen Fragwürdigkeit der Kolorierung schwarz-weißer Filme, ist die Bildqualität dann aber auch im ganz unteren Bereich des gerade noch annehmbaren angesiedelt. Allerdings ist diese Fassung merkwürdigerweise fast drei Minuten länger als die Schwarz-Weiß-Version. Empfehlenswert ist jedoch das zwar nur viereinhalb-minütige, nichtsdestotrotz aber sehr interessante „Making of“. Da Koch Media nur nackte Check-DVDs für Rezensionen verschickt, kann ich leider wieder nichts zum Booklet von Frank Arnold schreiben.

DVD-Rezension: „Humanoid – Der letzte Kampf der Menschheit“

Von , 28. Juni 2017 06:41

Im Jahre 2307 wird die Erde von Eis und Schnee bedeckt. Die Reste der Menschheit haben sich in unterirdischen Siedlungen geflüchtet. Für die oberirdisch zu erledigende Arbeiten (und die Bordelle unter dem Eis) wurden sogenannt Humanoids (kurz „Noids“ genannt) geschaffen. Eines Tages kommt es zur Rebellion der Noids, die brutal niedergeschlagen wird. Doch einem der Rebellen, ASH-393 (Branden Coles), gelingt die Flucht. Fünf Jahre später wird Soldat Bishop (Paul Sidhu) von seinem Vorgesetzten General Trajan (Brad Potts) reaktiviert, um eine kleine Truppe an der Erdoberfläche zu begleiten und AHS-393 endlich einzufangen. Bishops Frau war während der Rebellion umgekommen und Trajan berichtet Bishop nun, ASH-393 habe seinerzeit Bishops ungeborenes Kind aus dem Mutterleib gerissen. Die Hoffnung, sein Kind lebendig zu finden, treibt Bishop nun an. Doch AHS-393 in der sogenannten „Todeszone“ dingfest zu machen, stellt sich als fast unmöglich heraus…

Gehen einem die Hauptdarsteller eines Films bereits nach wenigen Minuten tierisch auf die Nerven, dann weiß man, dass ein langer, harter Weg bis zum Ende vor einem liegt. Im besten Fall, kann man abschalten, manchmal muss man aber auch bis zum Schluss durchhalten – zum Beispiel, wenn man den Film besprechen will. Nun gibt es Filme, die sich durchaus lohnen gesehen zu werden, auch wenn einem die handelnden Personen durch die Bank unsympathisch bleiben. „Humanoid – Der letzte Kampf der Menschheit“ gehört aber leider nicht in diese Kategorie. Völlig ironiefrei wird hier mit viel geflüstertem Pathos ein billiges Klischee an das andere gereiht. Was hier alles an vollkommen überzogenen Standardsituationen aus den letzten 30 Jahren Actionkino aus der Mottenkiste geholt wird, das würde sich noch nicht einmal ein minderbegabter Parodist trauen. Klar, dem Mut, einfach mal wirklich jedes Klischee zu erfüllen und dieses dann noch ohne Anflug von Humor ins Lächerliche zu erhöhen, gebührt irgendwo auch Respekt. Leider ist das Resultat so schrecklich blöd und fade, dass man sein Haupt vor lauter Fremdschämen nur noch in beiden Händen wiegen möchte.

Schon der Auftakt lässt Schlimmes erahnen. Eine Gruppe rauer Gesellen wird losgeschickt, um den Anführer rebellierender Klone, die sich in der zugefrorenen „Todeszone“ zurückgezogen haben, zu fangen und zu töten. Diese Gruppe ist dann auch typengerecht mit einem großmäuligen Farbigen, einer blonden Nazi-Braut und einem coolen Asiaten besetzt. Ja, ein unscheinbarer Hipster gehört auch dazu, ist aber (natürlich) der Bruder des Hauptdarstellers. Diese tolle Truppe hat dann auch etwas zu oft „Aliens – Die Rückkehr“ gesehen und übertrifft den Nervfaktor der „Space Marines“ noch bei weitem. Kein Dialog, währenddessen die harten Jungs und das extra-taffe Mädel mit Hitler-Schwäche nicht lauthals lachend den Kopf in den Nacken werfen, sich High-Fives zuwerfen und sich gegenseitig mit blöden Anmach-Sprüchen voll labern. Ja, denen wünscht man dann in der Tat einen noch schnelleren Tod als dem Teenie-Kanonenfutter in einem unterdurchschnittlichen Slasher-Film.

Hauptfigur „Bishop“ (ist das jetzt eine „Aliens“ oder eine X-Men-Referenz? Eine eigenständige Idee der Macher schließe ich hier aus, und die dekorative Narbe auf Bishops Gesicht lässt letzteres vermuten) wird mit einer wilden Perücke und angeklebten Rauschebart als Säufer (bzw. Drogenabhängiger) eingeführt, der nach dem Tod seiner Frau den Halt unter den Füssen verloren hat. Klar, keine zwei Minuten später ist der Bart dann gestutzt und der Gute wieder clean, aber so ein Held braucht halt ein Trauma. Hauptdarsteller Paul Sidhu ist auch für die Story verantwortlich, auf der das Drehbuch beruht. Und es ist ja auch nett, dass das Babyface mit den Kayalstrichen unter den Augen sich die Rolle eines schweigsamen, harten Actionhelden auf den nicht gerade massigen Leib geschrieben hat. Man hätte sich nur gewünscht, er hätte etwas mehr Fantasie gehabt und nicht so einen tristen Quatsch fabriziert, dessen größte Überraschung darin besteht, dass nun aber auch wirklich jede – JEDE! – Standardsituation vorkommt, die man sich denken kann. Keine Originalität, keine Überraschung – nirgendwo. Da fällt dann Sidhus Mangel an schauspielerischen Talent und die komplette Abwesenheit von irgendwelcher Charisma umso deutlicher ins Gewicht. Das größte Wunder dieses Films ist es dann auch, dass irgendjemanden scheinbar das Drehbuch so gut gefiel, dass er dafür etwas Geld locker gemacht hat, statt Sidhu & Co. damit vom Hof zu jagen. Vielleicht lag es ja an Regisseur Joey Curtis dessen Erstling „Streets of Legend“ immerhin mal auf dem Sundance einen Preis gewann. Dies war zwar „nur“ der Cinematography Award für Kameramann Derek Cianfrance (der später selber als Regisseur tätig wurde und mit „Blue Valentine“ – bei dem Joey Curtis am Drehbuch mitschrieb! – und „The Place Beyond the Pines“ für Furore sorgte), aber scheinbar reichte das irgendeinem Produzenten aus, der nicht gesehen hat, dass „Streets of Legend“ in der IMDb eine Wertung von gerade einmal 2,8/10 hat. Eine Zahl, die ich auch auf seinen „Humanoid“ übertragen würde.

Bei „Humanoid“ hat Curtis keinen Derek Cianfrance zur Hand. Die Kamera wird hier von Ian Coad geführt, der damit keine Wunder vollbringt. Während der Actionszenen wird sie halt viel geschüttelt, ansonsten bewegt man sich auf durchschnittlichem TV-Niveau. Leider kann auch nie kaschiert werden, dass die Sets sehr billig aussehen und zu gefühlt 80% aus dem Computer stammen. Eine wirkliche Fusion von realen und Computerbildern findet auch nie statt. Ständig sieht es so aus, als wenn man irgendwo im Hinterhof gefilmt und da einfach ein paar Computereffekte drübergelegt hätte. Das beißt sich dann natürlich mit der (zugegeben nicht so schlechten) Power-Musik und Paul Sidhus mit rauer Stimme hin geflüsterten Monologen, die von Einsamkeit, dem Schmerz in seinem Leben und die Feindlichkeit der Welt handeln. Dabei wäre die Geschichte um die Humanoids – mutierte Klons, die menschenähnlicher wurden, als es ihren Erschaffern lieb war – durchaus Potenzial für einen guten Unterhaltungsfilm. Auch wenn man sie seit „Blade Runner“ nun schon tausendfach gesehen hat. Doch dann kommt auch schon wieder der Holzhammer raus und völlig subtil darf Nazi-Bitch Kix aus „Mein Kampf“ zitieren und was von überlegenden Rassen faseln. Ja, ja.. verstanden. Die Botschaft kam an. Die Humanoids sind dann auch der einzige positive Aspekt des Films. Die Szene, in der ein zotteliger Humanoid wie ein Berserker um sich schnappt, ist eines der rar gesäten Highlights des Filmes. Auch Branden Coles in der Rolle des gesuchten ASH-393 macht seine Sache besser als der Rest der Darsteller. Schade, dass hier nicht der Fokus lag. Am Ende bleibt dann doch nur die Erkenntnis: Die weiblichen Lust-Modelle der Humanoids haben große Brüste in denen sie Milch herstellen, welche hervorragend zu Keksen schmeckt. Mehr bleibt jetzt auch nicht zu sagen. Prost!

Hier wird völlig ironiefrei ein vollkommen ausgelutschtes Klischee an das Andere geklebt. Der fade Hauptdarsteller stolpert zusammen mit einigen hochgradig unsympathischen Stereotypen talentfrei durch die öde und vorhersehbare Story. Einzig die titelgebenden Humanoids zeigen etwas Potential.

Die Ascot Elite DVD bietet den Film im guten Durchschnitt. Das Bild ist okay, neigt manchmal allerdings dazu, ein wenig Schäfte vermissen zu lassen und insgesamt „milchig“ zu wirken. Dies könnte aber auch ein gewollter digitaler Effekt sein, um Eiseskälte zu simulieren. Der Ton ist sehr Basslastig. Die O-Tonspur weißt in manchen Dialogszenen leichte Tonschwankungen auf, die aber hörbar bei den Aufnahmen entstanden sein müssen. Die deutsche Synchro ist nicht besonders toll, aber auch nicht wirklich schlecht. Als Extras gibt es zwei entfallen Szenen, die ich mir aber nicht mehr angeschaut habe – und natürlich Trailer.

DVD-Rezension: „Die Narbenhand“

Von , 22. Juni 2017 18:06

Der einzelgängerische Philip Raven (Alan Ladd) ist ein Auftragskiller, der allein mit einer kleinen Katze in einem schäbigen, kleinen Apartment in San Franscisco lebt. Nach dem Mord an einem Erpresserpärchen wird er von seinem Auftraggeber Willard Gates (Laird Cregar), Rechte Hand eines Industriellen und nebenbei Betreiber eines Nachtclubs, mit „schmutzigen“ Geldscheinen bezahlt, die bald schon die Polizei auf Ravens Spur bringen. Die Untersuchung leitet Detective Michael Crane (Robert Preston). Wie es der Zufall so will, wird dessen Verlobte, die singende Magierin Ellen Graham (Veronica Lake) von einem Senator aus Washington angeheuert, um undercover in Gates Nachtclub in Los Angeles anzuheuern und herauszufinden, wer geheime Informationen an die Japaner weitergibt. Auch Raven macht sich auf nach Los Angeles, um Gates zu stellen, und bald schon kreuzen sich ihre Wege…

Die Narbenhand“ ist in zweierlei Hinsicht ein bemerkenswertes Debüt. Zum einen ist erstmals Alan Ladd in einer größeren Rolle zu sehen, der durch diesen Film zu einem der großen Hollywood-Stars der 40er und 50er Jahre aufstieg – zum anderen dürfte „Die Narbenhand“ einer der ersten Filme sein, die die Figur des Profi-Killers in den Mittelpunkt stellen. Der „Gun For Hire“, was auch der Originaltitel dieses Klassikers ist. Laut Wikipedia war „Die Narbenhand“ auch das Vorbild für Melvilles „Der eiskalte Engel“. Ladd erweist sich als Idealbesetzung für den Killer Raven. Man traut ihm eben so zu, jemanden kaltblütig über den Haufen zu knallen, wie einer armen, kleinen Katze Milch zu geben. Auch in seinem Gesicht, welches noch nicht „schön“ in Szenen gesetzt wird, wie in seinen späteren Filmen, spiegelt sich die Zerrissenheit zwischen innerer Abgestorbenheit und der Sehnsucht nach etwas menschlicher Wärme. Ladd ist gleichzeitig heiß und kalt – und damit tatsächlich der Prototyp des „Eiskalten Engels“.

Der nominelle Held des Filmes ist allerdings Robert Preston, der in den Titeln auch groß an zweiter Stelle nach Veronica Lake aufgeführt wird. Alan Ladd muss sich – trotz einiger kleiner Nebenrollen, die er zuvor gespielt hatte – mit einem kleinen „introducing“ am Ende begnügen. Der etwas ungelenk und langweilig wirkende Preston hat auch weitaus weniger Szenen als Ladd. Tatsächlich spielt er eigentlich nur eine größere Nebenrolle. Das ist auch gut so, denn Prestons Det. Lt. Michael Crane wirkt einfach fade. Ein guter Polizist mit konservativer Weltsicht, der freudestrahlend seiner Verlobten ein Leben in der Küche, wo sie auf den tollen Göttergatten wartet, als reinstes Paradies in Aussicht stellt. Eine Rolle, in der man sich die großartige Veronica Lake nicht unbedingt vorstellen kann. Zumal sie hier einen draufgängerischen und unabhängigen Typ spielt. Die Szene in denen sie Preston anhimmelt und davon spricht, dass sie sich nichts schöneres vorstellen kann als ihm abends die Pantoffeln zu bringen, wirken dementsprechend deplatziert und peinlich. An der Seite des sehr viel interessanteren und gefährlichen Ladd fühlt sich die Lake dann auch sichtlich wohler, und ihre unbestreitbar knisternde Chemie führt dazu, dass beide noch in sechs weiteren Filmen ein Paar geben sollten. Insbesondere in „Der gläserne Schlüssel“ funkt es so sehr zwischen den beiden, dass die Leinwand förmlich elektrisiert wird.

„Die Narbenhand“ strotzt nur so vor wundervollen Szenen, die sich einem tief ins Gedächtnis brennen. Wenn Raven am Anfang brutal ein Zimmermädchen schlägt, weil diese eine kleine Katze aus seinem Zimmer jagen wollte. Oder wenn er am Ende in höchster Not eine miauende Katze erstickt, damit diese ihn nicht verraten kann und sein Gesicht widerspiegelt, dass er damit gerade einen Teil von sich selbst getötet hat. Unvergessen auch Veronica Lakes ebenso erschrockenes, abgestoßenes, aber auch mitleidiges Gesicht, wenn sie realisiert, was Raven da gerade getan hat. Besonders intensiv ist der Augenblick in dem Raven kurz überlegt, ob er ein gehbehindertes kleines Mädchen, welches ihn als Zeugin belastet könnte, umbringen soll oder nicht – und wie er sich dann zögernd für Letzteres entscheidet. Hier ist die Summe der Teile mehr als das Ganze, denn zusammengehalten wird dies alles von einem Drehbuch, welches durch ein erhöhtes Maß unwahrscheinlicher Zufälle, konservativen Zeitgeist, langen Musiknummern und patriotischen Aufrufen zusammengehalten wird. Dass Veronica Lakes Charakter gleichzeitig Sängerin, hochtalentierte Show-Magierin, Freundin des ermittelnden Polizisten und Undercover-Agentin sein soll, ist schon sehr hartes Brot. Dass sich dann im Zug ausgerechnet Ladd neben sie setzt, ist ebenfalls im höchsten Grade vom Drehbuch erzwungen. Man mag kaum glauben, dass diese hochgradig konstruierte Geschichte so auch in dem zugrundeliegende Roman des legendären Autoren Graham Greene vorkommt. Doch angesichts der hervorragenden Einzelszenen, nimmt man das mal so dahin.

Während „die Guten“ hier also eine ebenso untergeordnete wie langweilige Rolle spielen, zeichnet sich „Die Narbenhand“ durch seine wundervollen Bösewichte aus. Allen voran der dicke Laird Cregar als Willard Gates, der zwar ohne zu zögern Morde in Auftrag gibt, aber immer wieder betont, wie sehr ihm Gewalt zusetzt und der sich geschickt aus der schmutzigen Seite des Geschäfts heraushält. Und natürlich Marc Lawrence als sein Chauffeur und rechte Hand, Tommy. Ein finsteres Spiegelbild Ravens, der sein tödliches Geschäft nicht eiskalt und effektiv aufführt, sondern heiß und voller Freude. Ein Sadist wie er im Buche steht, der im Mordgeschäft seine Erfüllung gefunden hat. Tommy blitzen die Augen, sobald er daran denkt, jemanden vom Leben in den Tod zu bringen. In einer Szene erzählt er Willard Gates voller Begeisterung und sehr detailliert, was er mit einem potentiellen Opfer vor hat, während sich dieser in Anbetracht der bunt ausformulierten Grausamkeiten in größter Pein windet. Lawrence sollte in seiner langen Karriere noch viele Gangster und Bösewichte spielen und als solcher zweimal gegen James Bond antreten, in „Diamantenfieber“ und „Der Mann mit dem golden Colt“. In den 90er spielte er auch zweimal kleine Rolle unter der Regie von Robert Rodriguez. In „From Dusk Till Dawn“ und „Four Rooms“.

„Die Narbenhand“ ist zurecht ein Klassiker des Film Noir. Der Film glänzt in vielen Momenten, die sich lange ins Gedächtnis brennen und die definierend für das Genre des „Killer-Films“ sind. Als Ganzes ist er dann allerdings doch mit seinen zu lang geratenen Musiknummern und dem zu sehr auf unglaubliche Zufälle bauenden Drehbuch zu zerfasert, um zu den ganz Großen seiner Gattung zählen zu können. Trotzdem sei allen Filmfreunden dieses erste Zusammentreffen der Noir-Ikonen Alan Ladd und Veronica Lake sehr ans Herz gelegt.

Die 24. Ausgabe der Film Noir-Reihe des Hauses Koch Media fällt wieder durch ein gutes, wenn auch diesmal nicht ganz optimales Bild auf. Bei näherem Hinsehen, könnte es an einigen Stellen etwas schärfer sein, was aber den Sehgenuss in keinster Weise schmälert. Der Originalton ist klar und deutlich. Die deutsche Tonspur dementsprechend auch okay, klingt allerdings etwas künstlich, da alle Geräusche ebenfalls neu vertont wurden. Die Synchronisation ist sehr solide und wartet mit bekannten Sprechern auf. Als Extras gibt es den original Kinotrailer und eine Bildergalerie mit Werbematerial.

Blu-ray-Rezension: „Angriff der Riesenkralle“

Von , 3. Mai 2017 20:22

Während er mit seinem Flugzeug einen Radartest durchführt, glaubt der der Elektronikingenieur Mitch MacAfee (Jeff Morrow) ein riesiges UFO zu sehen. Wieder am Boden, glaubt ihm niemand die Geschichte. Weder die augenblicklich gestarteten Militärflugzeuge, noch die Radarstationen haben etwas ungewöhnliches feststellen können. Doch kurze Zeit später häufen sich die Sichtungen eines gigantischen, vogelähnlichen Gebildes – ohne dass dieses von den Radars erfasst wird. Da die Maschinen der Piloten, die mit dem unheimlichen Phänomen in Berührung gekommen sind, abstürzen und von den Piloten keine Spur zu finden ist, bleibt MacAfee der einzige Augenzeuge. Zusammen mit der Mathematikerin Sally Caldwell (Mara Corday) wird er nach New York beordert. Auf dem Weg dorthin wird ihr Flugzeug allerdings von einem gewaltigen Vogel attackiert…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Ich muss es zugeben. Mir hat „Angriff der Riesenkralle“ sehr gut gefallen. Trotz oder wegen des Marionetten-Truthahns? Sowohl als auch. „Angriff der Riesenkralle“ ist ein ganz wunderbares Beispiel für einen B-Film, dessen Drehbuch viel größere Ambitionen hat, als es das lausige Budget hergibt. Ein riesiger Greifvogel, der Düsenjets angreift und Fallschirmspringer als kleine Häppchen zwischendurch verspeist. Der dazu noch eine Welttournee hinlegt und neben Washington, noch London und Paris in Schutt und Asche legt. Massenpanik! Maximale Zerstörung! Heute ein klarer Fall für Emmerich und Co.! 1957 ein Stoff für den Produzenten Sam Katzman und seinen zuverlässigen Routinier Fred F. Sears hinter der Kamera. Der Name Sam Katzman ist mir noch aus Zeiten ein Begriff, als ich mich intensiv mit dem Filmschaffen des Kings, Elvis Presley, beschäftigt habe. Dort wurde hinter dem Namen Katzman immer der Titel „King of the Quickies“ gehängt. Und das war nicht schmeichelhaft gemeint. Schließlich war er als Produzent für den angeblich schlechtesten Elvis-Film „Verschollen im Harem“ verantwortlich. Wie „Angriff der Riesenkralle“ auch so ein Fall, in dem die Ansprüche des Drehbuch (Elvis sah sich nach dessen Durchsicht in einer Rolle, die eines Rudolfo Valentino würdig gewesen wäre) und die gering budgetierte Wirklichkeit zwar weit auseinanderklafften, der Dreh aber ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen wurde.

Dabei war Katzman in den 50er für so schöne wie legendäre B-Filme wie „Fliegende Untertassen greifen an“ und „Das Grauen aus der Tiefe“ verantwortlich. Beide wurden mit Hilfe des Stop-Motion-Gurus Ray Harryhausen realisiert. Harryhausen sollte auch die Effekte für „Der Angriff der Riesenkralle“ anfertigen, was dann aber aus Kostengründen scheiterte. Wäre Harryhausen mit an Bord gewesen, würde „Der Angriff der Riesenkralle“ heute sicherlich in einer Liga mit den vorgenannten Filmen spielen und einen anders gelagerten Kultstatus genießen, als es nun der Fall ist. Denn statt Geld in die Riesenkreatur, die hier einen Ein-Vogel-Krieg gegen die Menschheit führt, zu stecken, wurde nach kostengünstigeren Möglichkeiten gesucht und diese in Mexiko gefunden. Was dort aber fabriziert wurde, hat der wunderbare Filmgelehrte Christian Keßler in seinem empfehlenswerten Buch „Wurmparade auf dem Zombiehof“ Schorsch Schnabel genannt. Eine hässliche Marionette, die aussieht wie eine verunglückte Mischung aus Lämmergier und Truthahn, wobei sie von beiden nicht das Beste mitbekommen hat. An deutlich sichtbaren Fäden wird sie mal von links, dann von rechts durch das Bild gezogen und erinnert in den Momenten, in denen sie auf ihrem Nest oder dem Empire State Building (für ein Riesenmonster natürlich Standesgerecht) in der Tat verdächtig an Urmel aus dem Eis. Aber, trotz des putzigen, ja in der Tat hochgradig Lächerlichen (was hat man sich bloß bei diesem Federschmuck auf dem Kopf gedacht, der aussieht wie ein Staubwedel in der Mauser?) Aussehens hat dieses Vogelmonster Charme und Charakter. Und dies hundertfach mehr, als die seelenlosen CGI-Hai, die „Trash“-Schmieden im Dutzend jeden Monat auf den Markt werfen. Wenn es am Ende sein unvermeidliches Schicksal trifft, dann hat man wirklich Mitleid mit ihm.

Ob das Aussehen der Marionette nun ein Unfall oder Kalkül war, lässt sich wohl nicht mehr herausfinden. Aber es passt perfekt zum großen Wurf des Drehbuchs, welcher vom Budget in keinster Weise umgesetzt werden kann. Trotzdem haben die Macher nicht etwa die kostspieligen Szenen zusammengestrichen, sondern Mittel und Wege gefunden, diese epischen Bilder für den Preis eines Butterbrotes nachzustellen. Das erinnert dann an eine Bande aufgeweckter Kinder, die am Weserstrand „Laurence von Arabien“ nachdrehen. Für die große Massenzerstörung wird auf ganz offensichtliches Stock-Footage und Ausschnitten aus anderen Filmen (vor allem Katzmans eigenen „Fliegende Untertassen greifen an“ zurückgegriffen. In Schauspieler deklamieren Dialoge, wie aus einem Shakespeare-Stück und agieren so ernsthaft, als gelte es einen Oscar zu gewinnen. Auch wenn man Jeff Morrows immer reichlich skeptisch dreinblickenden Gesicht ansieht, dass er zumindest ahnt, was am Ende rauskommt. Auch wenn niemand, aber auch wirklich niemand der Darsteller sicherlich eine Vorstellung davon hatte, wie das Riesenmonster, das die alle bedroht, am Ende aussehen wird. Der Legende nach sah Morrow es erstmals bei der Premiere in seiner Heimatstadt und als das Publikum in schallendes Gelächter ausbrach, flüchtete er schnell aus dem dunklen Kinosaal, um nicht erkannt zu werden.

Aber auch jenseits des wirklich unglaublichen Monsters funktioniert der Film als kuscheliger Unterhaltungsfilm. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt. Zwar nimmt man dem älteren und nicht durch übermäßige Attraktivität glänzenden Jeff Morrow und der überaus sympathischen Mara Corday das Liebespaar nicht ab, aber sie agieren hier wie gute Freunde, die sich einfach mögen und auch gerne mal necken. Irgendwie fühlt man sich hier an die frühen Scully & Mulder erinnert. Auch wenn die 50er-Hollywood-Konventionen natürlich vorsehen, dass sich die kühle Wissenschaftlerin in den draufgängerischen Typen verliebt. Generell hat man das Gefühl, dass sich die Darsteller gut verstanden haben und auf dem Set eine angenehme Atmosphäre herrscht. Oft wird freundschaftlich auf den Arm oder den Rücken geklopft. Auch die beiden Generäle spielende Morris Ankrum und Robert Shayne machen den Eindruck alte Kumpels zu sein. Ein weiteres Plus ist das von Paul Gangelin und Samuel Newman verfasste Drehbuch, das in die Vollen geht und sich für nichts zu schade ist. Völlig ungezügelt wird der Riesenvogel dann noch zum außerirdischen Supermonster mit Antimaterieschild gemacht. Da fehlt komplett die Schere im Kopf, was geht und was nicht. Da wird einfach gemacht. Zusammengehalten wird das Ganze von Fred F. Sears routinierter Regie. Der Mann der als vielbeschäftigter Schauspieler in Klein.- und Kleinstrollen in Hollywood begann, drehte in nur fünf Jahren führte er in 29 Spielfilmen Regie. Meistens Western, aber auch Musikfilme wie der Billy-Haley-Film „Außer Rand und Band“ oder den bereits erwähnten „Fliegende Untertassen greifen an“. Leider verstarb er schon 1957 mit nur 44 Jahren an Gehirnblutung. „Angriff der Riesenkralle“ war einer seiner letzten Filme.

„Angriff der Riesenkralle“ ist ein durchweg sympathischer Film, der weitaus mehr vom Kuchen abbeißt, als er kauen kann. Und das sehenden Auges. Legendär ist er durch die unglaubliche Marionette geworden, die so was wie einen außerirdischen Riesen-Truthahn darstellen soll. Aber der Film hat ganz anderere Qualitäten. Figuren, denen man gerne beim manchmal doch absurden Treiben zuschaut, ein hohes Tempo, eine sehr solide Regie und vor allem ein Drehbuch, welches von vornherein Vollgas gibt und einen großen Science-Fiction-Monster-Katastrophenfilm konzipiert, auch wenn der Produktion gar nicht die Mittel zur Verfügung stehen, um das alles adäquat umzusetzen. Aber irgendwie hat man es dann doch versucht – und ein schwer unterhaltsames Stückchen klassischen B-Film geschaffen. Mit einem wahrlich unvergesslichen Filmmonster.

Auch mit der neusten Veröffentlichung seiner „Rückkehr der Galerie des Grauens“ versorgt Anolis Monster- und Horrorfans mit einer kleinen Rarität. Zumindest in Deutschland dürfte „The Giant Claw“ noch relativ unbekannt sein. Erst 1996 – also 39 Jahre nach seiner Herstellung – erlebte der Film unter dem Titel „Angriff der Riesenkralle“ auf RTL seine Deutschland-Premiere. RTL ließ auch die deutsche Synchronfassung herstellen, die wie leider sehr viele TV-Synchronisationen zwar routiniert, aber auch recht leblos und klinisch klingt. Neben dieser deutschen Fassung hat die mal wieder vorbildliche „Anolis“-Scheibe aber auch einen sehr sauberen Originalton mit dabei, der hier vorzuziehen ist. Auch die Bildqualität ist vom Feinsten und eigentlich schon zu gut für diesen Film. Dr. Rolf Giesen spricht in seiner Einführung dann auch von „falscher HD-Aufbereitung“ – womit er allerdings meint, dass durch das kristallklare Bild die Fäden deutlich zu erkennen sind, an der die vogel-Marionette durch das Bild gezogen wird. In den alten 35mm-Versionen wäre das in dieser Deutlichkeit nie zu erkennen gewesen. Anolis stellt diese missverständliche Aussage bezüglich „falscher Aufbereitung“ dann auch noch einmal auf einer Texttafel klar. Wie schon gewohnt, gibt es auch wieder zwei Audiokommentare. Auf dem ersten sind Ingo Strecker (der auch das informative 16-seitige Booklet schrieb) und Thomas Kerpen zu hören. Auf dem zweiten das bewährte Trio Dr. Rolf Giesen, Uwe Sommerlad und Label-Chef Ivo Scheloske. die mexikanische und spanische Titelsequenz, sowie der US-Trailer runden diese wie gewohnt schicke Edition ab.

Blu-ray-Rezension: „Im Sumpf des Grauens“

Von , 28. Januar 2017 10:19

Die Krankenschwester Jane Marvin (Beverly Garland) hat die Erinnerung an ihr altes Leben verloren. Unter Hypnose offenbart sie aber zwei Psychiatern eine schier unglaubliche Geschichte. In Wirklichkeit heißt sie Joyce Webster und war mit Paul Webster (Richard Crane) verheiratet. Dieser verschwand jedoch auf der Hochzeitsreise, nachdem er ein geheimnisvolles Telegramm erhalten hatte. Joyce macht sich daraufhin auf die Suche nach ihm. Diese führte sie in die kleine Stadt Bayou Landing, mitten im Sumpfgebiet von Louisiana. Hier kommt sie bald hinter die unheimliche Tragödie, welche Paul dazu zwang, unterzutauchen…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Mit fast 60 Jahren Verspätung haben es die „Alligator People“ (so der Originaltitel von „Im Sumpf des Grauens“) endlich nach Deutschland geschafft. Im Rahmen der Anolis-Reihe „Die Rache der Galerie des Grauens“ wurde dem Film extra eine deutsche Synchronisation spendiert, die sich durchaus hören lassen kann und weit entfernt ist von diversen Schnellschüssen anderer Labels. Für Qualität spricht hier schon der Name des für die Synchronisation zuständigen Autors. Bodo Traber ist nicht nur durch zahlreiche Texte zum Film (wie beispielsweise in der legendären „Splatting Image“), Booklets und Audiokommentare aufgefallen, sondern auch Autor vieler absolut hörenswerter Hörspiele für den WDR. Wer sich beeilt, kann sich noch immer kostenlos seine Co-Produktion mit Jörg Buttgereit, „Fungus – Pilz des Grauens“ legal aus dem WDR-Hörspielspeicher laden. Soviel Liebe und Mühe seitens des veröffentlichenden Labels kann gar nicht genug gelobt werden. Rechtfertigt es aber auch der Film?

Bei „Im Sumpf des Grauens“ handelt es sich um ein klassisches B-Movie, welches bei der Erstaufführung mit „Die Rückkehr der Fliege“ zusammengekoppelt wurde. Ungewöhnlich ist hierbei das Bildformat. „Im Sumpf des Grauens“ wurde in wundervollem Cinemascope gefilmt und erweckt so einen sehr viel „wertigeren“ (schlimmes Marketing-Wort, welches hier aber durchaus passt) Anschein, als ähnlich gelagerte Produktionen. Von der Handlung her orientiert sich „Im Sumpf des Grauens“ dann auch weniger an den preisgünstigen Horrorschockern, sondern ist mehr im Melodram beheimatet. Wenn auch dieses kräftig mit Science Fiction und dem generell zur Schwermut neigenden Monsterfilm durchmischt wird. So ist der nominelle Bösewicht hier auch mitnichten der zum „Alligator Menschen“ mutierende Paul Webster, sondern vielmehr der halb irre Manon, der an einen Sumpf-Ahab erinnert, einen unbändige Hass auf Alligatoren aller Art hegt, seitdem diese ihn seiner Hand beraubten. Doch nicht nur mit Alligatoren hat Manon so seine Probleme, auch sein überschäumendes Libido lässt ihn schon mal die Kontrolle über die guten Manieren verlieren. Demgegenüber ist der Mad Scientist – in reißerischen Filmen vielleicht ein Irrer mit Gottkomplex – hier ein herzensguter Kerl, der seinen Fehler wieder gut machen möchte.

Auch die anderen Figuren entpuppen sich nach und nach als Menschen, die sich umeinander sorgen und nur das Beste wollen. Frieda Inescorts Auftritt als Mrs. Lavinia Hawthorne wird zwar unheilvoll eingeleitet, aber bald schon stellt man fest, dass hier keine dunkle Seele am Werk ist, sondern ein starkes Mutterherz schlägt. Dementsprechend ist auch das „Monster“ ein lieber, fürsorglicher Ehemann, der seine geliebten Ehefrau den Schrecken der Wahrheit ersparen will. Der „Alligator-Mann“ wird von Richard Crane gespielt. Wirkt er in rein menschlicher Gestalt etwas zu grobschlächtig für seine zarte Mitspielerin Beverly Garland, so ist er doch die ideale Wahl für die Mensch-Alligator-Mutation im mittleren Stadium. Die brillante Maske, für die Dick Smith (der berühmt wurde mit seiner Arbeit für „Der Pate“ und „Taxi Driver“ und später einen Oscar für „Amadeus“ erhielt) verantwortlich zeichnet, passt ausgezeichnet zu seiner kantigen Gesichtsphysiognomie. Es ist nicht ganz klar, ob Richard Crane ein großer Schauspieler war, oder ob ihn seine Maske behindert hat. Aber seine Bewegungen haben etwas unbeholfen-schweres, was seine tragische Verwandlung glaubwürdig wirken lässt. Seine Auftritte sind das Highlight des Filmes, auch weil man sich an dem überzeugenden Aussehen des Alligator-Mannes kaum sattsehen kann. Diese stellen sogar noch Lon Chaney Jr.s euphorische Darstellung des Manon leicht in den Schatten.

In der Rolle der Joyce Webster zeigt Beverly Garland eine solide Darbietung. Sie sticht zwar nicht aus den unzähligen, ähnlich gelagerten Protagonistinnen der 50er-Jahre-B-Film-Heldinnen heraus, aber fällt auch nicht negativ aus. Einzig, dass sie für die Rolle etwas zu viel Hollywood-Charme mitbringt, kann ihr angelastet werden. Regisseur-Veteran Roy Del Ruth begann seine lange Karriere bereits 1920 mit komödiantischen Kurzfilmen mit dem heutzutage vergessenen Jack Cooper. „Im Sumpf des Grauens“ war 39 Jahre später sein vorletzter Kinofilm. Er verstarb zwei Jahre später im Alter von nur 67 Jahren an einem Herzinfarkt. Letzteren muss der Zuschauer bei „Im Sumpf des Grauens“ nicht befürchten. Del Ruth lässt ihn ganz unaufgeregt durch seinen Film gleiten, gibt ihm Zeit die schöne und atmosphärische Kameraarbeit von Karl Struss (auch seit 1920 im Geschäft) zu bewundern, und sich von der traumwandlerischen Stimmung tragen zu lassen. Erst zum Schluss gönnt sich Del Ruth ein dramatisches Feuerwerk und einen echten, fertig mutierten Alligator-Mann, der trotz aller Bizarrerie zu keiner Sekunde glaubhaft wirkt. Dieser sieht dann wirklich aus, wie ein Mann im zu engen Overall, was allerdings auch seinen eigenen, dem Film durchaus angemessenen Charme hat.

„Im Sumpf des Grauens“ ist ein kleines, durchaus charmantes B-Filmchen, welches seinen Fokus weniger auf Horror, als auf Melodram legt. Trotzdem werden auch Monsterfilm-Fans ihre Freude an dem sehr solide erzählten Werk haben, denn neben einem sehr präsenten Lon Chaney Jr., ist es besonders das Make Up des langsam immer mehr mutierenden „Alligator-Mannes“, welches im Gedächtnis bleibt und vollends für das eher lustige Aussehen des fertigen Alligatorenmenschen entschädigt.

Die Nummer 5 der „Rache der Galerie des Grauens“ steht seinen Vorgängern in nichts nach. Wieder merkt man die große Mühe, die sich alle Verantwortlichen gegeben haben. Das fängt mit der eingangs erwähnten, sehr gelungenen Synchronisation an (wobei der ebenfalls sehr klare Originalton etwas weniger steril wirkt), und geht mit dem zweifachen Audiokommentar weiter. Den ersten bestreiten Bodo Traber, Ingo Strecker und Alex Iffländer, die auch noch einmal eingehend auf die Synchronisation eingehen. Der zweite wurde – wie bei der Reihe schon Usus – von den Experten Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad, sowie Anolis-Chef Ivo Scheloske eingesprochen. Ferner gibt es noch ein schönes 16-seitiges Booklet mit einem informativen Text von Ingo Strecker. Ansonsten gibt es an Extras noch den amerikanischen Trailer und eine Bildgalerie. Apropos Bild: Das Bild der Blu-ray ist für einen 60 Jahre alten Film schlichtweg atemberaubend. Sehr scharf, mit sehr guten Schwarzwerten, einem tollen Kontrast und dabei kein bisschen künstlich aussehend.

Blu-ray-Rezension: „Das Grauen aus der Tiefe“

Von , 11. Januar 2017 20:49

das-grauen-aus-der-tiefeIn dem beschaulichen Fischerdorf Noyo an der Westküste der USA passieren merkwürdige Dinge. Ein Boot fliegt scheinbar ohne Grund in die Luft und unschuldige Hunde werden bestialisch abgeschlachtet. Schließlich verschwinden noch einige junge Menschen. Der Mob der Stadt unter Führung des rassistischen Hank Slattery (Vic Morrow) machen Johnny Eagle (Anthony Pena), einen Indianer, für die Vorfälle verantwortlich. Johnny behauptet jedoch, ein fischähnliches Monster gesehen zu haben. Bald schon macht er sich zusammen mit Dr. Susan Drake (Ann Turkel) und seinem Freund Jim Hill (Doug McClure) auf die Suche, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Schnell werden sie fündig und bekommen heraus, dass die Fischmonster genmanipulierte Lachse gegessen haben und zu menschenähnlichen Wesen mutiert sind, die sich fortpflanzen wollen…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

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Die 80er Jahre haben viel hervorgebracht, was in den ach so coolen 90ern verlacht wurde, sich heute aber wieder seinen Platz in den Herzen der Filmfreunde zurückerobert. Insbesondere der B-Film der frühen 80er erfreut sich wieder einer großen Beliebtheit. Und ein hervorragendes Beispiel für eben diese B-Filme ist der unglaubliche „Das Grauen aus der Tiefe“, dessen Originaltitel „Humanoids from the Deep“ wie ein Misfits-Song klingt. Produziert wurde dieser kleine Kultfilm von der Legende Roger Corman für seine damalige Produktionsgesellschaft New World Pictures. Die Regie übernahm überraschenderweise eine Frau – zumindest offiziell, dazu später mehr – und die Darstellerriege wird vom alten Cowboy Doug McClure angeführt, dessen besten Jahre damals auch schon etwas zurücklagen. Und es geht um Fischmonster aus dem Meer, die an Land junge, hübsche Mädchen jagen und vergewaltigen. Also ein Stoff, aus dem Exploitation-Träume sind. Dementsprechend erfolgreich war der Film dann auch. So erfolgreich, dass 1996 sogar ein Remake folgte.

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Zunächst einmal klaut sich „Das Grauen aus der Tiefe“ durch die Filmgeschichte. Gleich der Anfang erinnert mit seinen Kameraeinstellungen und der Musik frappierend an „Der weiße Hai“, die frauenverrückten Fischwesen sind natürlich Verwandte des „Schreckens vom Amazonas“, die Umweltproblematik hat man schon in „Piranhas“ und „Die Prophezeiung“ gehabt, die Hinterwäldler kennt man aus Filmen von „Wer Gewalt säht“ bis „Beim Sterben ist jeder der Erste“ und am Ende guckt noch das „Alien“ vorbei. Aber das stört alles nicht, sondern macht ganz im Gegenteil den Charme dieses kleinen, schmutzigen B-Films aus, der vor allem auf ein setzt: Blut und Titten. Letzteres dürfte aber nicht auf dem Mist seiner Regisseurin Barbara Peeters gewachsen sein. Wenn man den Ausführungen der Beteiligten in den Making-Ofs Glauben schenkt, ist „Das Grauen aus der Tiefe“ ein Fall von Zwei-Filmen-in-Einem. Während Peeters einen sehr straighten und düsteren Monsterfilm mit dem Titel „Beneath the Darkness“ drehte, schickte Corman ein zweites Team unter der Führung von Jimmy T. Murakami los, welchen einen komplett anderen Film dreht, der sehr viel mehr mit hemmungsloser Exploitation zu tun hatte. Als Barbara Peeters das Ergebnis sah, welches Cutter Mark Goldblatt (später Regisseur des Lundgren’schen „Punisher“) aus den beiden Elementen zusammengefrickelt hatte, war sie entsetzt. Neben den extrem blutiger Monster-Angriffen im Schutze der Nacht, gab es jetzt auch plötzlich noch Szenen, in denen die Fischmonster am helllichten Tag ihren knackigen, jungen, weiblichen Opfern den Bikini vom Leib rissen und sich um die Fortpflanzung kümmerten. So wild das Ergebnis dies Mash-Ups auch war, Corman landet damit einen Hit.

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Für einen jungen James Horner, der sich später zu einem der größten Filmkomponisten Hollywoods mauserte und für „Titanic“ den Oscar gewann, war „Das Grauen aus der Tiefe“ die erste größere Arbeit. Seine Musik verlieht dem Geschehen eine epische Ernsthaftigkeit, die fast gar nicht zu dem Geschehen auf der Leinwand passen will, dieser aber auch nach weit mehr aussehen lässt. Geschickt verwendet Horner auch Motive aus den Vorbildern bei denen sich „Das Grauen aus der Tiefe“ bedient. Geschäftsmann der er ist, verwendete Corman Teile des edlen Scores dann auch in späteren Produktionen. Was auch für einige Action- und Monsterszenen gilt, die dann teilweise in „Der Vampir aus dem All“ auftauchen. Mit seinen gerade Mal 80 Minuten lässt „Das Grauen aus der Tiefe“ auch keine Langweile aufkommen. Ständig ist was los. Es gibt Schlägereien, fiese Brandanschläge, es wird sich beim Slasherfilm bedient und wenn schließlich die Monster beim großen „Lachsfest“ zuschlagen, sorgt Daniel Lacambres gute Kamera und Mark Goldblatts Talent als Cutter dafür, dass die drei Männer in Gummikostümen aussehen wie eine Armee Fischmenschen.

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„Das Grauen aus der Tiefe“ ist ein 80er-Jahre-B-Film at it’s best. Eine abstruse Handlung, die ordentlich aus anderen Filmen zusammen klaut, viel Sex, deftige, handgemachte Effekte und das alles sauber mit einigen Veteranen in den Hauptrollen inszeniert. Das macht Spaß und weckt nostalgische Gefühle.

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Die Luxus-Ausstattung, die OFDb Filmworks diesem Film angedeihen ließ, ist fast schon zu edel für dieses kleine, aber feine B-Filmchen. Auf drei Scheiben finden sich neben dem Film auf Blu-ray und DVD zahlreiche Extras. Der Film selber hat gleich zwei Audiokommentare spendiert bekommen. Einen vom Cutter Mark Goldblatt und einen vom bewährte Team Kai Naumann & Marcus Stiglegger. Ein sehr informatives „Making Of“ strotzt nur so vor Anekdoten und bringt in seinen nur 23 Minuten ein Maximum an Wissenswertem unter. Ferner gibt es noch zwei Featurettes mit Sound Designer David Lewis Yewdall (15 Min.) und Creature Effects Artist Steve Johnson (22 Min.), die beide auf sehr unterhaltsame Weise nicht nur ihre Spezialbereiche näher beleuchten, sondern auch etwas über ihren Werdegang und die ihre Arbeit an sich erzählen. Wie schon bei „Thief“ hat sich OFDb Filmworks auch hier eine einstündige Episode der Reihe „The Directors“ gesichert. Diesmal handelt sie von Roger Corman. Neben einem sehr kurzem Interview von Leonard Maltin mit Roger Corman (knapp vier Minuten), gibt es noch Trailer, TV-Spots und sonstiges Werbematerial. Des weiteren liegt noch ein 16seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch bei, der sich allerdings weniger um den Film als vielmehr um die „Beach Party“-Serie aus den 60ern dreht. Auch wenn „Horror of Beach Party“ an einigen Stellen immer wieder als Vorbild für „Das Grauen aus der Tiefe“ genannt wird, halte ich diese Verbindung und vor allem die Beschäftigung mit der Serie für etwas weit hergeholt. Kann man aber machen. Bild und Ton lassen keine Wünsche übrig. Das Bild hat einen sehr hübschen 80er-Look, wie man es von den preisgünstigen Produktionen bis zum Mitte des Jahrzehnts kennt. D.h. das Bild ist etwas dunkel und körnig, hat aber satte, wenn auch etwas dunklere Farben. Der Ton liegt in Deutsch und Englisch vor, ist gut zu verstehen und in orignialen 2.0 Stereo belassen. D.h. er kommt nur von vorne.

DVD-Rezension: „Ausgeburt der Hölle“

Von , 10. November 2016 20:38

ausgeburtEine außerirdische Intelligenz will im Alleingang die Erde erobern. Dazu will es zunächst die Gedanken der Tiere und der nicht ganz so klugen Menschen kontrollieren. Sein Raumschiff geht in der Ödnis der kalifornischen Wüste nieder. Dort hält sich die Familie Kelley gerade so mit ihrer Dattelplantage über Wasser. Besonders die Frau des Hauses, Carol (Lorna Thayer) leidet unter der schlechten Lage und der Einsamkeit so weit draußen. Ihr Frust entlädt dabei sich immer wieder an der Tochter Sandra (Dona Cole). Und dann gibt es noch „Er“, ein stummer Farmarbeiter (Leonard Tarver) der in einem Schuppen lebt. Bald schon kommt es zu unerklärlichen Vorfällen: Die Tieren greifen die Menschen an! Als der Nachbar der Kelleys seiner Kuh zum Opfer fällt, versucht Familienvater Allan Kelley (Paul Birch) Hilfe zu holen…

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Ausgeburt der Hölle“ ist eine jener 50er-Jahre-Billig(st)-Produktionen, die Roger Cormans Ruf als einfallsreicher und effizienter Produzent festigten. Der Film macht große Versprechungen – laut Originaltitel soll er von einer „Bestie mit einer Million Augen“ handeln – die natürlich nie eingehalten werden. Die titelgebende „Ausgeburt der Hölle“ stellt sich als niedliche Puppe heraus, die keine 50cm groß ist. Die „Millionen Augen“ als telepathische Fähigkeiten, die sich aber nur auf Tiere und geistesschwache Menschen anwenden lässt. So fällt „Ausgeburt der Hölle“ dann prinzipiell mehr in die Rubrik Tierhorror, auch wenn hier nur Vögel (fast immer offscreen), eine Kuh, ein Hund und der merkwürdige Typ im Schuppen unter den Einfluss einer teuflischen, außerirdischen Intelligenz fallen. Dabei kann man dann erleben, dass Kühe sich wahrlich nicht besonderes für Grusel und Schrecken eignen. Ebenso wenig wie Hunde, die freudig mit dem Schwanz wedeln, wenn sie angeblich Menschen bedrohen.

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Das fehlende Budget merkt man an allen Ecken und Enden. Dass der sinistere Außerirdische als Ausgangspunkt für seine Invasion keine Großstadt, sondern ein gottvergessenes Fleckchen Erde irgendwo im Niemandsland wählt, ermöglicht es Corman und seinen „Einmal und nie wieder“-Regisseur David Kramarsky – von Haus aus eigentlich Produzent – das Ganze als Kammerspiel mit sehr reduziertem Personal zu drehen. Die Darsteller bemühen sich dann auch redlich, die dünne Geschichte und die teilweise haarsträubenden Dialoge mit einem souveränen Ernst zu füllen. Allerdings lässt sie dabei das von Tom Filer verfasste Drehbuch ein ums andere Mal im Stich. So wird die Mutter zunächst als frustrierte Ehefrau mit eifersüchtigem Hass auf die Tochter eingeführt, nur um diesen potentiell spannenden Konflikt schnell wieder zu vergessen. Der Vater darf das Hohelied auf die amerikanischen Familienwerte anstimmen und dass er seine Frau und Tochter allein mit einem unheimlichen Kerl, der der Tochter heimlich nachstellt und in seinem Schuppen unzählige Pin-Up-Poster anstarrt, zurücklässt, ist auch weniger glaubhaft.

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Doch um Glaubhaftigkeit geht es hier auch gar nicht, sondern um Ökonomie. Und wie hier mit den nicht vorhandenen Mitteln umgegangen wird, nötigt einem doch einigen Respekt ab. Auch wenn das Resultat eher komisch als gruselig geraten ist. Die schönste Innovation ist es da sicherlich, dass das unheimliche Funkeln in den Augen der unter Einfluss stehenden Tiere, durch einfaches Zerkratzen des Filmmaterials entstand. Und dass der Höhepunkt der außerirdischen Bedrohungsszenarien – ein Angriff tausender Vögel auf einen Pick-Up-Truck – einfach nur erzählt, aber nicht gezeigt wird. Das muss man sich auch erst einmal trauen. Trotz seiner kurzen Spielzeit von nur 75 Minuten muss man „Ausgeburt der Hölle“ allerdings auch einige Längen attestieren, die daraus resultieren, dass man die Zeit mit Elementen des Familiendramas strecken wollte, was leider gar nicht funktioniert.

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Mehr ein faszinierendes Stück Filmgeschichte als ein wirklich guter Film. „Ausgeburt des Bösen“ ist ein Paradebeispiel für die Ultra-Low-Budget Filme der 50er, für das Schüren von falschen Erwartungen durch Titel und Werbung, sowie der Kunst ohne Geld doch irgendwie einen Film auf die Beine zu stellen. Für den geneigten Filmfreund daher durchaus interessant.

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Der Film ist als Nummer 4 in der Anolis-Reihe „Die Rache der Galerie des Grauens“ erschienen. Die Bildqualität ist erstaunlich gut. Viel besser, als es der Film eigentlich verdient. Was die Extras angeht, so hat Anolis dem Film gleich zwei Audiokommentare spendiert. Einen mit Wicked-Vision-Chef Daniel Peree und Ingo Strecker. Und der zweite mit Dr. Rolf Giesen. Neben der deutschen Kinofassung ist noch die amerikanische Kinofassung enthalten, die sich beide minimal voneinander unterscheiden. Der „Bonus“ der deutschen Fassung ist es vor allem, dass sich hier die leuchtenden Augen der besessenen Tiere finden, welche durch ein zerkratztes Negativ entstanden. Ferner gehören zu den Extras noch eine animierte Bildergalerie mit seltenem Fotomaterial, sowie der deutsche und der amerikanische Trailer zum Film. Ein 16-seitiges Booklet von Ingo Strecker mit vielen Abbildungen und interessanten Hintergrundinformationen runden die Veröffentlichung ab.

Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

Von , 26. Oktober 2016 20:13

ol16_bAm zweiten Tag in Oldenburg stieß mein Weird-Xperience-Kollege Stefan zu mir und unser ähnlicher Filmgeschmack sorgte dafür, dass wir größtenteils dieselben Vorstellungen besuchten. Den Anfang machte ein walisischer Film im „Studio“. Ein Kino, welches ich bisher nicht kannte, und das seit diesem Jahr in der Kulturetage, gleich neben dem cineK, zu finden ist. Dafür wurde der Raum, in dem sich vor zwei Jahren noch die VIP-Lounge des Filmfestes befand, umgebaut. Man merkt deutlich, dass der sehr geräumige Raum ursprünglich nicht als Kino gedacht war, denn das Kino macht einen ähnlich „improvisierten“ Eindruck wie die Spielstätte im Theaterhof oder in der Exzerzierhalle. Aber die gerade im Gegensatz zur Exzerzierhalle sehr intelligent angebrachten Sitzreihen erlauben nicht nur einen hervorragenden Blick auf die große Leinwand, sondern sind auch sehr bequem. Etwas, was man durchaus zu schätzen weiß, wenn man im „Studio“ drei Filme hintereinander anschaut.

Regisseur Euros Lyn hat mit The Library Suicides seinen ersten Kinofilm realisiert. Vorher hatte er eine „Sherlock„- und diverse „Dr. Who“- und „Daredevil„-Episoden inszeniert. Das merkt man dann auch, da dem Film eine eigene Handschrift fehlt, und er tatsächlich auch stark an eine Folge einer ambitionierten TV-Serie erinnert. Das ist alles sehr professionell gemacht und schön fotografiert, aber sticht dabei nicht wesentlich aus ähnlich gelagerten, kompetent gefilmten Thrillern hervor. Punkten kann „The Library Suicides“ aber mit seinen wirklich lebendigen und liebenswerten Charakteren. Insbesondere Catrin Stewart spielt die optischen identischen, aber charakterlich sehr unterschiedlichen Zwillinge einfach sensationell gut. Aber auch Dyfan Dwyfor als sympathischer, etwas chaotischer Nachtwächter ist absolut liebenswert und lädt den Zuschauer ein, mit ihm mitzufiebern.

Der Film handelt von Weiter lesen 'Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2'»

Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1

Von , 25. Oktober 2016 20:37

ol16_aWie jedes Jahr, zog es mich auch in diesem September wieder in das schöne Oldenburg. Das mittlerweile 23. Internationale Filmfest rief, und ich folgte dem Ruf nur allzu gerne. Und der Ruf war in diesem Jahr ungewöhnlich laut. Festivalleiter Torsten Neumann war ein schier sensationeller Coup gelungen. Ließen die bisherigen Stargäste des Festivals vor allem cineastisch interessierte Besuchern das Wasser im Munde zusammenlaufen, hatte er diesmal einen absoluten Megastar an die Ems locken können: Nicolas Cage. Böse Zungen werden nun behaupten, dass Herr Cage seine glanzvolle Zeit schon lange hinter sich hätte und nun mit billigen, direkt für das Heimkino produzierten Filmchen seine Brötchen verdienen muss. Diejenigen vergessen allerdings, dass Nicolas Cage mit dem richtigen Regisseur und einem guten Drehbuch noch immer ein grandioser Schauspieler ist. Und die Filme, in denen er dem Affen ordentlich Zucker gibt, sind gerade auch wegen ihm immer noch unterhaltsam. Dieser sehr schöne Text von Thorsten Bruns bringt es gut auf den Punkt. Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Auf jeden Fall sorgte Cage sowohl für positive, wie auch zumindest diskutierbare Begleiterscheinungen. Positiv sind auf jeden Fall die Schlagzeilen, die das Filmfestival Oldenburg damit auch überregional machte und der daraus resultierende, gewaltige Enthusiasmus in der Stadt. Überall hörte man die Menschen über Cage sprechen, und natürlich machten auch die Filmemacher in den Frage-und-Antwort-Runden immer wieder Bemerkungen über den Superstar. Und vor allem: Die Leute strömten ins Kino! Die Filme mit Nicolas-Cage-Beteiligung waren im Nu ausverkauft. Und das färbte auch auf das restliche Programm ab. Erstmals passierte es mir, dass mein sorgsam zusammengestellter „Guck-Plan“ in sich zusammenbrach, weil die Karten im Vorverkauf alle weg waren. Das war für mich persönlich zwar in diesem Fall negativ, aber für das Filmfest natürlich klasse. Und da ich hier einmal an der Abendkasse noch erfolgreich war und dort auf interessante Alternativen ausweichen konnte, war es am Ende auch gar nicht so schlimm.

Diskutierbar ist die übermächtige Strahlkraft eines Nicolas Cage, die beispielspielweise die nicht minder großartige Amanda Plummer (die eigentlich nirgendwo in der Berichterstattung mehr auftauchte) vollkommen in den Schatten stellte. Und auch der junge französische Filmemacher Christophe Honoré, dem die Retrospektive gewidmet war, bekam dadurch nicht die Plattform, die er verdient hätte. Das ist schade, aber am Ende dürfte die Freude über die gelungene Werbung und die Zuschauerzahlen überwiegen. Wie immer, war ich nur zwei volle Tage anwesend. Freitag und Samstag. Ersteren musste ich noch ganz allein bestreiten, da mein Weird-Xperience-Kompagnon erst am Samstag dazustoßen sollte, und ich am Freitag leider auch sonst kein bekanntes Gesicht erblicken konnte. Also stürzte ich mich zunächst allein ins Getümmel und machte mich auf Richtung Casablanca.

The Noonday Witch von Jiri Sádek ist eine tschechische Psychodrama-Horrorfilm-Melange. Eine alleinstehende Mutter zieht mit ihrer kleinen Tochter in jenes Dorf, aus der ihr Ehemann stammt. Wo sich dieser aufhält, erfährt man zunächst nicht. Die Mutter behauptet ihrer kleinen Tochter gegenüber, er würde zu Ostern zurück kommen. Doch man kann rasch erahnen, dass dies nicht stimmt. Tatsächlich Weiter lesen 'Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1'»

Blu-ray-Rezension: „Der Pate von Greenwich Village“

Von , 1. Oktober 2016 18:44

pate__greenwichCharlie (Mickey Rourke) und sein Cousin Paulie (Eric Roberts) leben im New Yorker Stadtteil Greenwich Village, wo sie sich recht und schlecht durchschlagen. Der coole und vernünftige Charlie träumt davon, zusammen mit seiner Freundin Diana (Daryl Hannah) im ländlichen Maine ein Restaurant zu eröffnen. Der hitzköpfige und vollkommen nichtsnutzige Paulie träumt von einem erfolgreichen Leben im Luxus und Exzess. Als Charlie wegen Paulie seinen Job als Restaurant-Manager verliert, macht Paulie ihm einen Vorschlag. Er will in ein Rennpferd investieren, welches das „Sieger-Gen“ besitzt. Dafür fehlen ihm allerdings 150.000 Dollar, die er sich mit einem Einbruch in Lagerhaus verdienen will. Dort steht nämlich ein Tresor voller Geld. Charlie und der alte Uhrmacher und Ex-Safeknacker Barney (Kenneth McMillan) lassen sich überreden mitzumachen. Doch der Coup geht schief. Nicht nur kommt dabei ein Polizist ums Leben, sondern der Tresor gehört auch noch dem lokalen Mafiaboss „Bed Bug“ Eddie (Burt Young)…

Es tut fast schon weh, den jungen Mickey Rouke auf der Höhe seines Ruhms zu sehen. Damals schon war er zum „James Dean der 80er“ hoch geschrieben worden. Ein Vergleich, der durchaus Sinn ergibt. Mickey Rouke war ein fantastischer Schauspieler, der leicht und lässig durch seine Rollen spazierte. Der dabei mit einer kleinen Geste der Hand mehr ausdrücken konnte, als viele seiner Kollegen mit aller Kraft ihres mehrjährigen Schauspielstudiums. Und dabei ist er immer so atemberaubend cool und so unverschämt gutaussehend. Den jungen Mickey Rouke zu sehen, lässt das Herz schneller schlagen. Wenn man weiß, was aus seiner so vielversprechenden Karriere wurde, möchte man fast um all die schönen Filme weinen, die er in den 90ern noch hätte drehen können. Und um dieses schöne Gesicht, welches durch seinen Ausflug ins Profi-Boxen und schiefgegangene Schönheitsoperationen zerstört wurde. Klar ist Mickey Rourke mittlerweile wieder da. Und ja, er ist immer noch ein toller Schauspieler. Seine Darstellung des Randy in „The Wrestler“ bricht einem das Herz. Doch vergleicht man Mickey Rourke heute und damals, dann sind das zwei ganz unterschiedliche Figuren. Und man mag nicht glauben, dass dahinter ein und der selbe Mensch stecken.

Der Pate von Greenwich Village“ beginnt mit dem jungen Mickey Rourke, der sich für seinen Job als Restaurant-Manager in seine elegante, geschmackvolle Schale wirft. Dazu singt Sinatra „Summer Wind“. Eine Szene zum Verlieben. Mit kleinen Gesten, mit seinem Gang zwischen Gene Kelly und einer Katze, zeigt er gleich, wer hier der coolste Typ in der Nachbarschaft ist. Selbstsicher, charismatisch. Dass Mickey Rourke in den Credits nur an zweiter hinter Eric Roberts aufgeführt wird, mag daran liegen, dass Roberts damals etwas bekannter war. Oder dass sein Nachname im Alphabet vor Rourke kommt. Der Star des Filmes ist aber eindeutig Rourke. Er füllt jede Szene aus in der er zu sehen ist und würde die Leinwand mit seiner ungeheuren Präsenz zum Bersten bringen, wenn er dafür nicht zu lässig wäre. Im Restaurant trifft der von Rourke gespielte Charlie auf sein Cousin Paulie. Eric Roberts spielt ihn als Antithese zu Rourke. Tritt dieser in feinem, geschmackssicheren Zwirn auf, so sorgt bei Paulie bereits der unglaubliche Lockenkopf für große Augen. Dazu kleidet er sich, wie die Jungs aus dem Ghetto. Mit einer Vorliebe für protzige Ketten und zu engen Jeans. Ständig in Bewegung, hibbelig und mit einer Klappe, die nie still zu stehen scheint, ist Paulie eine weiße Parodie auf die schwarzen Ghetto-Jungs, die man aus Filmen wie „Menace II Society“ kennt. Nur gibt es in dem provinziellen Greewich Village keine Schwarzen. Ja, die Einwohnerschaft scheint nur aus Italienern und Iren zu bestehen. Einmal sieht man zwei Asiaten in einer Bar, die von den anderen Besuchern wie Exoten beäugt werden.

Regisseur Stuart Rosenberg inszeniert „Der Pater von Greenwich Village“ mit leichter und sicherer Hand. Der feine Humor ist nie zum Schenkelklopfen, die dramatischen Szenen nie pathetisch. Das Äquivalent zu Rosenbergs Inszenierung wäre der leichter Sommerwind aus dem Sinatra-Song. Zudem offenbart er einen scharfen Blick für den Lokalkolorit des kleinen Greenwich Village mit seinen Bars, den alteingesessenen Typen und das Kleinstädtische. Der von Burt Young eindrucksvoll, wenn auch manchmal an der Grenze zur Parodie, gespielte Gangsterboss „Bedbug Eddie“ ist hier zwar König, in der Mafiahierarchie aber eben nur ein kleiner Landesfürst. Trotzdem sollte man sich besser nicht mit ihm anlegen, wie Paulie in einer der schmerzhaftesten Szenen des Filmes erfahren muss. Wobei „Der Pate von Greenwich Village“ allzu große Gewalttätigkeiten vermeidet. Seine Stärken liegen im Dialog, den glaubhaften Figuren und der genauen Zeichnung des Milieus. Der einzige Haken an der Sache ist die Beziehung zwischen Charlie und Paulie. Man mag es kaum glauben, dass ein so scharfsinniger Bursche wie Charlie immer wieder seinem Cousin aus der Patsche hilft und ihn auch noch vor allen Anderen verteidigt. Ja, da ist eine große, brüderliche Liebe zwischen den beiden so unterschiedlichen Typen. Doch wenn der schwächliche Paulie das x-te Mal Charlie tief in die Scheiße reitet, möchte man ihn am Liebsten persönlich mit seiner großen Klappe in die Wüste jagen. Aber solch eine „Paulie“-Figur gehört ja zur Standardausstattung eines Gangsterfilms. Siehe auch „Sugar Hill“, der eine ganz ähnliche Struktur aufweist. Nur Michael Corleones Geduld mit seinem ähnlich anlegten Bruder Fredo in „Der Pate – Teil 2“ hatte irgendwann seine Grenzen.

Doch Charlie ist eben auch kein Profi. Kein knallharter Typ wie ein Michael Corleone. Er schlägt sich durchs Leben, versucht auf irgendeine Art und Weise etwas zu werden. Sein Traum ist nicht die Macht über sein Viertel, sondern genug Geld für ein eigenes Restaurant zu haben. Dass er immer wieder auf der falschen Seite landet, ist größtenteils auch seinem unzuverlässigen Cousin Paulie zu verdanken. In der Rolle seiner attraktiven Freundin sieht man eine blutjunge und wunderhübsche Daryl Hannah, die leider nur schmückendes Beiwerk bleibt. Frauen haben in dieser Welt nämlich keinen Platz und spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die einzige Ausnahme bildet die von Geraldine Page gespielte Mutter eines auf tragische Weise ums Leben gekommenen Polizisten. Sie hat nur zwei kurze, aber großartige Auftritte in diesem Film, aber diese reichten aus, um ihr eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin einzubringen. Ansonsten ist es a man’s world.

Die sehr genaue Figuren- und Milleuzeichnung, die überzeugenden Darsteller – allen vorweg ein unglaublich guter und charismatischer Mickey Rourke – und die locker-leichte Inszenierung Stuart Rosenbergs machen „Der Pate von Greenwich Village“ zu einem kleinen Klassiker, dem man auch kleinere Schwächen mit einem Lächeln verzeiht.

FilmArt hat dieses kleine Juwel außerhalb seiner bekannten Reihen veröffentlicht, ob es gut in die CineSelection gepasst hätte. Die Blu-ray ist auf 1000 Stück limitiert und weißt ein gutes, sehr „kinohaftes“ Bild auf, welches Ecken und Kanten haben darf und nicht vollkommen steril gefiltert wurde. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch als DTS-HD Master Audio Mono) vor. Im Bonusbereich sieht es bis auf den Originaltrailer ziemlich mau aus. Dafür wurde ein 8-seitiges Booklet mit spanischen (?) Aushangfotos beigelegt.

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