Nachruf: Andrzej Żuławski (1940-2016)

Von , 17. Februar 2016 21:44

andrzej-zulawskiHeute morgen begann mein Tag damit, dass ich – wie fast jeden Morgen – beim eiligen Frühstück auf Facebook herum surfte. Dort zitierte Tim Lucas ein Posting, in dem Andrzej Żuławskis Sohn Xawery geschrieben hatte, dass sein Vater im Krankenhaus sei und an unheilbaren Krebs leide. Das traf mich ziemlich unvorbereitet in die Magengrube. Doch wie das Leben so ist. Die Hektik und tiefe Müdigkeit am Morgen vertrieben die Gedanken an Żuławski, der zu meinen großen Helden gehört. Da der ganze Tag dann auch unter die Rubrik: „Wäre ich doch im Bett geblieben“ fiel, und mir der Arbeitsstress die Synapsen klingeln ließ, vergaß ich, was ich da am Morgen gelesen hatte. Überstunden taten dann noch ihr übriges dazu. Wider Erwarten schaffte ich es doch noch irgendwie, meine Jobs zu erledigen, und sass dann, von der den ganzen Tag über anhaltenden Hektik leicht zitternd, in der U-Bahn Richtung Hauptbahnhof. Zur Ablenkung klappte ich mein Smartphone auf (was ich im Grunde hasse) und begab mich heute zum zweiten Mal auf Facebook. Dort sprang mir gleich ein neues Posting ins Auge. Diesmal von Thomas Groh, der mitteilte, dass Żuławski heute morgen gestorben sei. Da kam alles zurück, was ich den ganzen Tag über verdrängt habe. Und in meinem Kopf schwirrt augenblicklich ein Lied herum, welches noch immer, während ich dies schreibe, in meinem Kopf widerhallt: „Blackstar“ von David Bowie.

Dessen Tod am 11. Januar hatte mich ebenfalls ziemlich aus der Kurve getragen. Und wie bei Żuławski frage ich mich, warum der Tod dieses Menschen so einen großen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ja, ich habe Bowie immer bewundert, seine Musik geliebt und ihn als Person – sofern man dies anhand von Dokumentationen und Artikeln beurteilen kann – respektiert und gemocht. Bowie war jemand, der mich lange Zeit mit seiner Musik begleitet hat, der immer irgendwie da war und von dem man glaubte, er würde ewig leben. Aber ich kannte ihn (natürlich) nicht persönlich. Trotzdem war es, als ob ein Verwandter gestorben wäre Vielleicht hatte es auch damit zu tun, dass sein Tod aus dem Nichts kam. Nichts hatte einen darauf vorbereitet. Im Gegenteil. Nach langen Jahren der Stille, war er erst kürzlich mit einem neuen Album zurückgekehrt, welches grandios ausgefallen war. Und dann hört man hier und dort Stückchen von dem, was sein nächstes Album werden sollte. Ungewöhnliche, interessante Musik. Ich habe selten einer Album-Veröffentlichung so entgegen gefiebert, wie der von „Blackstar“. Und vor allem war ich sehr aufgeregt, wenn ich daran dachte, was da noch alles kommen würde. Bowie schien sich mal wieder neu erfunden zu haben, und es war aufregend darüber zu spekulieren, in welche Richtung sich das alles noch entwickeln würde. Und dann die Nachricht: Bowie ist tot. Einfach so. Scheiß Krebs. Das hat mir etwas den Boden unter den Füssen weggezogen, und nachdem ich danach zwei Wochen lang nur noch seine Musik gehört und über ihn und seine letzten Jahre gelesen hatte, war die Trauer umso größer. Beim Video zu „Lazarus“ habe ich geweint.

andrzej-zulawski2Auch Andrzej Żuławski habe ich nicht persönlich gekannt. Ich hätte ihn vielleicht noch kennenlernen können, wenn er etwas länger gelebt hätte – aber das ist ist eine andere Geschichte und gehört hier nicht her. Ja, ich habe Żuławski immer bewundert, seine Filme geliebt und ihm als Person respektiert und gemocht. Es gibt in einem einstündigen Interview, welches sich auf der polnischen DVD von „Der silberne Planet“ befindet, eine wunderbare Szene, die mich über alle Maße entzückt hat. Da kommt während des Interviews seine damalige Lebensgefährtin Sophie Marceau, herein und fragt ihn, wie lange das denn noch dauern würde. Sie wollten doch mit den Kindern los. Das fand ich irgendwie großartig. Żuławski hat mich nicht so lange Zeit mit seinen Filmen begleitet hat, wie Bowie mit seiner Musik. Aber sie haben einen gewaltigen Eindruck bei mir hinterlassen, den ich kaum beschreiben kann. Seine Filme hatten eine unglaubliche Wucht. Einen Żuławski-Film erkennt man sofort. Die unglaublich energetische Kamera, das leidenschaftlich, beinah expressionistische Agieren seiner Figuren. Die Musik (Andrzej Korzyński!), die sich in den Gehörgang bohrt und sich zusammen mit den Bildern im Hirn verankert. Und was für Bilder fand Żuławski! Ich gebe zu, Filme wie „Der Teufel“ oder „Der silberne Planet“ nicht bis hinter die letzte Nachkommastelle verstanden zu haben. Aber muss man das? Nein, weil man seine Filme im besten Sinne des Wortes ERLEBT. Sie reißen einen mit, wirbeln einen herum und verändern einen. So wie Isabelle Adjani sich in seinem bekanntesten Film „Possession“ verändert. Wie bei Bowie herrschte auch bei Żuławski eine lange Zeit des Schweigens. Nach seinem letzten großen Film mit Sophie Marceau, „Die Treue der Frauen“ im Jahre 2000 kam nichts mehr. Bis zum letzten Jahr, als die Neuigkeit die Runde machte, dass Żuławski nach 15 Jahren wieder an einem neuem Film arbeitet. „Cosmos“ wurde nun in Berlin in der „Woche der Kritik“ (und unverschämterweise nicht auf der Berlinale) gezeigt. Ich habe mich bemüht, so wenig Kritiken wie möglich zu lesen, um mir die Freude des ersten Sehens zu bewahren. Doch was man so hörte klang danach, dass Żuławski wieder zurück gefunden hätte. Nein, dass der Film Żuławski zurückbekommen hätte. Ich malte mir schon aus, was man von Żuławski in der Zukunft noch erwarten könnte. In welche Richtung der neue Abschnitt in seinem filmischen Leben gehen würde. Und dann die Nachricht: Żuławski ist tot. Einfach so. Scheiß Krebs.

Żuławski hat mein Verständnis vom Film tief geprägt. Ich hätte ihn doch gerne kennengelernt.

Das Bloggen der Anderen (15-02-16)

Von , 15. Februar 2016 22:06

bartonfink_type2– Es ist wieder Berlinale. D.h. viele Filmbloggern tummeln sich in der Hauptstadt und füllen ihre Blogs mit hautnahen Berichten vom größten deutschen Filmfestival. Ich ziehe mir mal mehr oder weniger wahllos einige Reviews heraus. So hat Michael Sennhauser für Sennhausers Filmblog u.a. „Midnight Special“ von Jeff Nichols und „Europe She Loves“ von Jan Gassmann angesehen, die sich beide recht interessant anhört. Michael Kienzl berichtet auf critic.de über den japanischen 8mm-Film der 1970er und 80er Jahre, eine Szene in der auch Sogo Ishii, Shinya Tsukamoto und Sion Sono beheimatet waren und dem im Forum eine Reihe gewidmet ist. Michael Schleeh schaut sich für Schneeland selbstverständlich auch einen japanischen Film an. „Hee“ von Kaori Momoikann ihn aber nicht recht überzeugen. Die Daumenkino-Redaktion befindet sich komplett auf der 66. Berlinale und schreibt fleißig über die von ihnen gesehenen Filme. Für Jugend ohne Film ist Rainer Kienböck in Berlin am Start. Werner Sudendorf ärgert sich auf new filmkritik über eine angebliche „Weltpremiere“. Katrin Eissing schreibt auf Revolver über die begleitende/Gegen- Veranstaltung „Die Woche der Kritik“.

– David ist auch nach drei Jahren noch immer begeistert von dem serbischen Film „Rendezvous in Belgrad“ und erklärt auf Whoknows presents ganz genau warum.

– Unter dem Titel „Deadpool ist erst der Anfang des pubertären Superheldenkinos“ hat Alex Matzkeit einige sehr kluge und interessante Gedanken zum aktuellen Superheldenkino und den beiden aktuellen Filmen „Deadpool“ und „Suicide Squad“ und deren Folgen aufgeschrieben. Lesenswert! Außerdem gibt es wieder seine Real Virtualinks.

– Patrick Holzapfel zeigt sich auf Jugend ohne Film von dem Buch „Film-Konzepte 41: Pedro Costa“ alles andere als begeistert.

– Noch ein Filmbuch: Bluntwolf rezensiert auf Nischenkino sehr wohlwollend „Quentin Tarantino: Die blutige Wahrheit“. Allerdings macht mich sein Text da eher skeptisch.  Gar nicht skeptisch macht mich sein Text zu „Lady Snowblood“, der eh einer der tollsten japanischen Filme aller Zeiten ist.

– Oliver Nöding verteidigt auf Remember It For Later den vielgescholtenen, ehemaligen Fan-Liebling M. Night Shyamalan. Ferner hat er bei John und Bo Dereks „Tarzan“ ziemlich gestaunt und kommentiert meinen Lieblings-Franco: „Sie tötete in Ekstase“, den ich schon mal in Bremen als 35mm-Kopie zeigen konnte (vor 5 Zuschauern, eine zweite Vorstellung fiel aus, weil keiner kam).

– Udo Rotenberg empfiehlt auf seinem Blog Grün ist die Heide den recht unbekannten Widerstands-Film „Geheimaktion Schwarze Kapelle“, den Ralph Habib 1959 mit Peter van Eyck und Dawn Addams inszenierte.

– Mauritia Mayer resümiert auf ihrem Blog Schattenlichter nach der Sichtung des wundervollen „Spuren auf dem Mond“: „“Spuren auf dem Mond“ kommt auf leisen Sohlen, verbreitet Gefühle von Beklemmung und Unbehagen und hinterlässt seine Fußabdrücke auf unserer Seele.“

– Als ich „Basket Case“ vor ca. 25 Jahren das erste Mal sah, mochte ich den gar nicht. Nachdem ich den Film vor gut einem Jahr mal wieder sah, war ich von ihm ähnlich begeistert wie funxton. Wie die Zeit doch die Sicht auf Filme ändern kann.

– Nicht wirklich d’accord bin ich mit der Einschätzung, die YP und PD auf Film im Dialog dem Kathryn-Bigelow-Film „Point Break“ angedeihen lassen. Den fand ich doch um einiges besser. Ist allerdings auch schon lange her, dass ich den das letzte Mal gesehen habe.

– Von „Interrabang“, den Sascha auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte bespricht, habe ich – trotz großer Italo-Affinität – bisher noch nie etwas gehört. Klingt sehr interessant.

Interessant klingt auch die Doku, über die Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de schreibt. Darin geht es um einen Vater, der seine Söhne von der Außenwelt abschottet und sie das Leben nur via zweiter Hand – per Videos – erleben lässt.

– „Eine Perle des österreichischen Nachkriegskinos!“ So nennt totalschaden von Splattertrash Eddy Sallers „Geißel des Fleisches“, und dem schließe ich mich vorbehaltlos an.

Blu-ray Rezension: „Die Todeskarten des Dr. Schreck“

Von , 14. Februar 2016 17:09

todeskartenschreckFünf Männer (Christopher Lee, Donald Sutherland, Roy Castle, Alan Freeman und Neil McCallum) müssen sich bei ihrer Bahnfahrt von London nach Bradley ein Abteil teilen. Kurz vor der Abfahrt des Zuges steigt noch ein sechster Mann(Peter Cushing) hinzu. Dieser nennt sich „Dr. Schreck“ und bietet den fünf Männern an, ihnen mit Hilfe seiner Tarot-Karten die Zukunft vorherzusagen. Leider erweist sich diese für jeden der fünf Männer für wenig erstrebenswert, denn einer nach dem anderen bekommen sie es mit Werwölfen, mörderischen Pflanzen, Voodoo-Zauber, einer abgetrennten Hand mit Eigenleben oder Vampiren zu tun…

1965 war das Jahr, in dem den legendären Hammer-Studios ein Konkurrent in Sachen „House of Horror“ erwuchs. Die ebenfalls britischen Amicus Studios hatten zuvor leichte Musikfilme produziert und probierten nun ein Stück von dem großen Kuchen „Horror“ abzuschneiden, den in England zu dieser Zeit nur Hammer verspeiste. Dazu wurden die beiden größten Stars der Hammer-Studios eingekauft, Peter Cushing und Christopher Lee, sowie die Talente hinter der Kamera, wie hier Freddie Francis, zur Konkurrenz gelockt. Freddie Francis ist von Hause aus Kameramann, durfte sich aber bereits 1963 bei Hammer auf den Regiestuhl setzen und dreht dort nicht nur „Frankensteins Ungeheuer“ drehen, sondern auch eine Reihe dunkler Psycho-Thriller, wie „Haus des Grauens“ oder „Der Satan mit den langen Wimpern“. Bei seinen Regiearbeiten bewies Freddie Francis jedes Mal, dass er vor allem ein Augenmensch mit dem besonderen Blick für das Ungewöhnliche und die perfekte Einstellung ist. In „Die Todeskarten des Dr. Schreck“ vertraut er hinter der Kamera auf das Talent von Alan Hume, dem Stammkameramann der „Carry On..“-Reihe, der zuvor aber auch Hammers „Der Kuss des Vampirs“ fotografiert hatte. Zurecht, denn „Die Todeskarten des Dr. Scheck“ sieht sehr gut aus. Nicht nur die stimmige Fotografie im engen Bahnabteil ist sehr gelungen, auch die düster-bunten Bilder vor allem aus der ersten und zweiten Episode wissen zu gefallen.

Für das Drehbuch zeichnete sich Produzent Milton Subotsky verantwortlich, der bereits in den 40er Jahren vor hatte, einen Anthologie-Film zu drehen. Für seine erste Horrorproduktion griff Subotsky also in die Schublade und fand dort fünf Kurzgeschichten, die mit dem Werwolf, dem Vampir, Voodoo, der tödlichen Pflanze und der gruseligen Hand aus dem Totenreich einige populäre Themen aufgriffen, die das Genre schon länger begleiten. Allerdings, auch dies muss gesagt werden, war Milton Subotsky kein begnadeter Geschichtenerzähler. Gerade hier kränkelt Francis‘ Film ziemlich. Die geheimnisvolle Bahnfahrt ist zwar eine hübsche Idee, doch wenn man darüber zu lange nachdenkt auch wieder sinnlos. Welche Zukunft sagt Dr. Schreck seinen Mitfahrern voraus? Jedenfalls nicht die, welche sie am Ende erwartet. Die Auflösung der ersten Episode ist derart verworren, dass ich auch beim zweiten Mal nicht begriffen habe, wie das alles mit den Werwölfen zusammenhängt. Auch in den weiteren Stories will das Eine nicht immer zum Anderen passen. Insbesondere bei der letzten Episode, die stark an eine „Twilight Zone“-Episode erinnert, macht das Verhalten der Protagonisten keinerlei Sinn und gerade Donald Sutherlands Charakter verhält derartig widersinnig, dass Spannung gar nicht erst aufkommen will. Aber da diese Episode sowieso als schwarze Komödie angelegt ist, möge man Sutherlands Figur ihre naive Dummheit verzeihen. („Ach, sie sagen meine geliebte Ehefrau ist ein Vampir? Na gut, wenn sie meinen. Dann mal her mit dem Holzpflock“.)

Die inhaltlichen Schwächen gleicht der Film durch die oben bereits erwähnte erlesene und sehr stimmungsvolle Fotografie wieder aus, die ein Maximum aus dem knappen Budget herausholt. Aber auch mit der Besetzung der „Körperlose Hand“-Geschichte, die das Highlight des Filmes darstellt, kann gepunktet werden. Christopher Lee ist hervorragend als eitler Kunstkritiker, und der wie immer exzellente Michael Gough gibt einen starken Gegenspieler. Zwischen verschmitzt-listig und zutiefst verzweifelt zeigt Gough alle Facetten seiner, leider immer im Schatten der Stars Cushing und Lee stehenden, Schauspielkunst. Eine sehr natürliche, schon mehr ans New Hollywood als traditionellem britischen Kino angelegte, Darstellung gibt auch der blutjunge Kanadier Donald Sutherland kurz vor dem Sprung zur Weltkarriere. Schade, dass gerade seine Rolle enttäuschend flach geschrieben ist. In den weiteren Filmen aus der Amicus-Schmiede, die dem großen Erfolg von „Die Todeskarten des Dr. Schreck“ folgen sollten, gab Milton Subotsky dann auch die schreibende Tätigkeit an den bekannten US-Autoren Robert Bloch (der u.a. die literarische Vorlage zu „Psycho“ lieferte und gut mit H.P. Lovecraft befreundet war) ab.

Neben der „Körperlosen Hand“ ist die „Voodoo“-Episode der stärkste Teil des Filmes. Nicht nur, weil Francis zusammen mit seinem Kameramann Alan Hume für einige starke Szenen sorgen, sondern vor allem wegen des Soundtracks. In der Rolle des Bandleaders Biff Bailey wurde der Trompeter und Sänger Roy Castle angeheuert. Dieser bringt trotz offensichtlich mangelnder Erfahrung vor der Kamera, genau die richtige Mischung aus Unbedarftheit und Arroganz mit, um seine Rolle glaubhaft zu gestalten. Ferner wurde mit Tubby Hayes ein Jazz-Musiker für die zusätzliche Musik dieser Episode verpflichtet, der für einen akustischen Hochgenuss sorgt. Das Jazz-Arrangement, welches Hayes aus der unheimlichen Voodoo-Melodie geschaffen hat, ist mehr als gelungen und man wünschte sich eine Veröffentlichung auf CD. Tatsächlich soll es aber nur auf einer obskuren und heute sehr, sehr raren Vinyl-Scheibe aufgetaucht sein. Sehr schade. Bei allem Enthusiasmus über das „Voodoo“-Stück sollte man aber nicht vergessen, Elisabeth Lutyens zu erwähnen, die für den „normalen“ Score des Filmes verantwortlich war und hier – gerade in der ersten Geschichte – eine überzeugende Arbeit abgeliefert hat.

Obwohl inhaltlich nicht immer überzeugend, punktet „Die Todeskarten des Dr. Schreck“ mit seinem wunderbaren old-school-Charme, der guten Lee/Gough-Episode, weit überdurchschnittlichem Handwerk und zeitweise brillanter Musikuntermalung.

„Die Todeskarten des Dr. Schreck“ ist die erste Veröffentlichung des jungen Labels Wicked Vison Media, welches aus der Wicked-Vision-Homepage und dem Wicked Vicion Magazin hervorging. Und das Debüt kann sich mehr als sehen lassen. Als Grundlage der Blu-ray wurde ein 4K-Scan des Original-Kamera-Negativs verwendet, der alles aus dem Film herausholt, was möglich ist. Das Bild erstrahlt dadurch insbesondere bei den farbintensiven Episoden „Werwolf“ und „Voodoo“ in neuem Glanze. Auch beim Ton gibt es keinen Grund zum Meckern. Zwar merkt man der deutschen Tonspur ein wenig die Jahre an, die sie auf dem Buckel hat – die englische Tonspur erklingt jedoch makellos. In Punkte Extras schöpft Wicked Vision Media aus dem Vollen und lässt die Augen und Ohren leuchten. Nach einem nett gefilmten Intro, in dem Filmwissenschaftler Dr. Rolf Giesen für Experten keine neuen, für Einsteiger aber recht interessanten Kurz-Informationen zum Besten gibt, kann man sich aussuchen, ob man den Film vielleicht auch mit dem Audiokommentar des Regisseurs Freddie Francis oder lieber noch mit dem Audiokommentar des Duos Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad ansehen möchte. Ein Highlight der Veröffentlichung ist eine fast einstündige Doku des britischen Filmemachers Jake West, der zahlreiche Zeitzeugen zu „Die Todeskarten des Dr. Schreck“ befragt. Wer die HD-Version damit vergleichen will, wie der Film bei uns im Kino aussah, für den ist noch eine Abtastung der deutschen 35mm-Fassung mit dabei. Weitere Extras beinhalten die deutsche Titel- und Endsequenz, den deutschen, englischen und italienischen Kinotrailer, die internationale Titel- und Endsequenzen, diverse Bildergalerien, Werberatschläge und Programm- und Pressehefte. Easter Eggs soll es auch geben, habe ich aber nicht nach gesucht. Ferner kann der Fan auf der Tonspur zwischen dem Originalton, der restaurierten deutschen Kinosynchro und der deutschen TV-Synchro wechseln. Toll. Noch toller ist allerdings die Ankündigung, dass Wicked Vision Media in diesem Jahr noch David Cronenbergs „Die Brut“, Mario Bavas „Hatchet for the Honeymoon“ und vor allen Dingen –*tusch* – eine Jean-Rollin-Reihe herausbringt. Wenn das kein Grund zu ekstatischer Freude ist…

Das Bloggen der Anderen (09-02-16)

Von , 9. Februar 2016 22:23

bartonfink_type2– Im Januar hat die Filmwelt sehr viele Künstler verloren. Wer uns alles fehlen wird, hat Michael Sennhauser auf Sennhausers Filmblog zusammengetragen.

– Im Februar ging es leider gleich weiter. Screen/read erinnert an Haro Senft. Ausgesprochen interessant ist der Text über Jerry Lewis‘ „verlorenen“ Film „The Day, the Clown Cried“, zu dem es auch kürzlich eine Dokumentation in der ARD zu sehen gab – der aber leider nicht in der Mediathek zu finden ist.

– Rüdiger Suchskind trägt auf Out-takes einige interessante Gedanken zu Dieter Kosslick, Til Schweiger und dem Status Quo des deutschen Filmes zusammen.

– Ganz wunderbar geraten ist Rainer Knepperges‘ Text auf critic.de über das kommerzielle deutsche Kino des Jahres 1966, welches sich als Ergänzung und Gegenstück zum Thema der diesjährigen Berlinale versteht. Unbedingt lesenswert.

– Andreas Köhnemann beendet mit der 10. Folge seine Berichterstattung vom Sundance Festival auf B-Roll und zieht ein Fazit. „Jacques Rivette ist gestorben. Er wurde 87 Jahre alt. Wer seine Filme und Texte nicht kennt, hat wenig vom Kino verstanden.“ So beginnt Patrick Holzapfels langer und sehr liebevoller Nachruf auf den französischen Großmeister. Beatrice Behn schreibt höchst informativ über die „Vorbehaltsfilme“ und ihre Rolle im modernen Internetzeitalter.

– Noch einmal Patrick Holzapfel. Auf Jugend ohne Film beschreibt er, wie ein einzigartiges Screening des Films Hurlements en faveur de Sade von Guy Debord im Österreichischen Filmmuseum, unter anderen Umständen noch deutlich einzigartiger hätte sein können, wenn man Einzigartigkeit steigern könnte. Und für mich eines der Highlights der letzten Woche: Thomas Rufin über die Verbindung Tarkowski und Bach.

– Ebenfalls sehr gut hat mit Mauritia Mayers Reisebericht und Drehortvergleich auf Schattenlichter gefallen. Sie war auf Sardinien und hat sich dort auf die Spur einiger dort gedrehter Filme begeben. Sehr schön und für mich besonders reizvoll, da es auch schöne Erinnerungen an meine Hochzeitreise weckt.

Der wunderschöne „Spuren auf dem Mond“ wurde zwar nicht auf Sardinien, sondern wahrscheinlich in der Türkei, gedreht, aber trotzdem soll an dieser Stelle auf funxtons Besprechung dieses kleinen Meisterwerkes hingewiesen werden. Ebenso wie auf „Die weiße Mafia“, der demnächst auf DVD erscheint.

– In Erinnerung an den kürzlich verstorben Regisseur und Drehbuchautor Ettore Scola stellt Udo Rotenberg auf L’amore in città den Film „I nuovi mostri“ vor.

– Aus deutschen Landen stammt der großartige „Die Engel von St. Pauli“ von Jürgen Roland, der hier, ebenso wie seine Filmbesprechung auf Nischenkino, uneingeschränkt empfohlen werden soll.

– Sehr spannend klingt auch „Im Spinnwebhaus“, der bei der Berlinale der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ läuft. Ronny Dombrowski von Cinetastic ist jedenfalls sehr angetan.

– Wie gewohnt aus mehreren Blickwinkeln nähert sich das Team von Daumenkino dem vorerst letzten Film aus dem Hause Ghibli: Hiromasa Yonebayashis „Erinnerungen an Marnie“.

– Und auch YP und PD diskutieren wieder fröhlich auf Film im Dialog. Diesmal über den gerade im Kino laufenden Film „Brooklyn“. https://filmimdialog.wordpress.com/2016/02/05/brooklyn/

– Peter Greenaways neuer Film „Eisenstein in Guanajuato“ kommt bei Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de nicht so gut weg, macht mich aber trotzdem – oder gerade deshalb – ausgesprochen neugierig.

– Volker Schönenberger empfiehlt auf Die Nacht der lebenden Texte die neuseeländischen Splatter-Komödie „Deathgasm“. „In der Gewalt der Riesenameisen“ kann er zwar nicht mit gutem Gewissen empfehlen, Spaß gemacht hat er ihm trotzdem.

– Spaß hat auch yzordderrexxiii das Wiedersehen mit „A Nightmare on Elm Street 4“ gemacht auch wenn er bei der abschließenden Bewertung unentschlossen ist. Seine Argumente für und wider würde ich so unterschreiben.

– Ich gehe auch mit Schlombie von Schlombies Filmbsprechungen konform, wenn er „Hügel der blutigen Augen“ hui bespricht und dessen Fortsetzung „Im Todestal der Wölfe“ mit pfui bewertet.

– Bei Oliver Nöding auf Remember It For Later tummeln sich Joe D’Amato, Lucio Fulci und der gute Guillermo del Toro. Und ich freue mich, dass del Toros „Crimson Peak“ (den ich leider noch nicht gesehen habe) endlich mal positiv aufgenommen wird.

– Es ist nicht das, was jetzt ihr denkt. Michael Schleeh bespricht auf Schneeland Haider“.

– Alex Matzkeit präsentiert auf real virtuality wieder spannende Real Virtualinks.

DVD-Rezension: “Frankensteins Höllenbrut“

Von , 4. Februar 2016 18:08

hoellenbrutDer Comic-Zeichner Gengo (Hiroshi Ishikawa) kommt einem gewaltigen Komplott auf die Spur. Bei seinen zukünftigen Arbeitgeber vom Weltkinderland ist er zufällig an ein geheimes Tonband gekommen, welches die schöne Machiko (Tomoko Umeda) auf der Flucht vor seinem Chef in spé verloren hat. Mit Hilfe des Tonbandes findet er heraus, dass das Kinderland als Basis für außerirdischen Invasoren dient. Diese wollen die Menschheit mithilfe der beiden Monster King Ghidorah und Gigan vernichten, und sich die Welt für ihrer Rasse von Insekten-Wesen untertan machen. Höchste Zeit für Godzilla und seinen Kumpel Angilas einzuschreiten und die bösen Mächte aufzuhalten.

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Nachdem der 11. Filme der Godzilla-Reihe, „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ an der Kinokasse durchgefallen und Regisseur Yoshimitsu Banno in die Wüste gejagt worden war, wandte man sich wieder einmal an Jun Fukuda der Ende der 60er den Staffelstab von Ishirō Honda übernommen hatte und schon einige preisgünstige, aber erfolgreiche Godzilla-Filme abgeliefert hatte. Eins war klar: Experimente wie bei den „Teufelsmonstern“ würde es nicht wieder geben. Was bedauerlich war, denn der psychedelisch-surreale „Teufelsmonster“ zählt für mich zu den interessantesten und liebsten Filmen der Reihe. Immerhin ließ man es sich nicht nehmen, auch noch einmal das Thema Umweltverschmutzung in seine Werk mit aufzunehmen, was mit zahlreichen Einstellungen aus dem Vorgängerfilm illustriert wurde. Überhaupt hatte man sich bei „Frankensteins Höllenbrut“ dazu entschlossen, kräftig am Budget zu sparen und zahlreiche Szenen aus älteren Filmen zu recyceln. Was aber zugegeben dem Laien nicht unbedingt gleich auffallen würde – nur wenn man genau hinschaut, bemerkt man, dass sich die Helligkeit der Szenen und Godzillas Aussehen hier und dort verändert.

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Da es ja in der Vergangenheit immer gut geklappt hat, wurde für „Frankensteins Höllenbrut“ das gute, alte Alien-Invasoren-Motiv reaktiviert. Wir ihre Vorgänger in „Befehl aus dem Dunkel“ geben sich die bösen Außerirdischen als Wohltäter der Menschheit aus, um dann die Filmmonster gegeneinander antreten zu lassen, die dabei quasi im Vorbeigehen Tokio zerstören. Dieser Plan gelingt ihnen auch recht gut und beschert dem Film einige schöne Monster-Fights (wenn auch aufgrund des oben erwähnten Recyclings mit einigem Wiedererkennungsfaktor) und auch ein neues Monster. Gigan sieht zwar aus wie ein überdimensionales Huhn, konnte aber eine solche Popularität erreichen, dass er im nächsten Film, „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ gleich wieder mit dabei ist. Da gerade in der zweiten Hälfte das immer weiter ausufernde Finale die eigentliche Handlung verdrängt, kommen die Freunde des zünftigen old-school Kaiju-Gekloppes voll auf ihre Kosten.

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Obwohl sich „Frankensteins Höllenbrut“ in erster Linie an ein kindliches Publikum wendet, ist er gleichzeitig der brutalste Godzilla-Film bis dahin. War in „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ schon ein Tabu gebrochen worden und die Opfer der Monsterattacken gezeigt worden, so spritzt hier erstmals bei den Monster-Kämpfen das Blut. Gigan schlägt Godzilla seine scharfen Klauen in den Schädel und der Monster-Igel Anguirus macht Bekanntschaft mit der Kreissäge, die in aus Gigans Bauch wächst. Gleichzeitig aber gefällt sich der Film auch in kindlichen Albereien. So unterhalten sich Godzilla und Anguirus in der Originalversion wortreich. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass große Sprechblasen mit japanischen Schriftzeichen eingeblendet werden, die den Dialog – in dem Godzilla ziemlich autoritär auftritt – wiedergeben. In der deutschen Fassung fehlen die Sprechblasen zwar, aber Godzillas Gesten und Töne sind auch hier recht eindeutig als Kommandos an Anguirus zu verstehen. Ob man diese lustige Vermenschlichung der Monster gut findet oder nicht, ist wohl auch eine Frage des Alters.

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Ferner wird weiter an einem neuen Monster-Mythos gestrickt. Alle Monster leben – wie schon in „Frankenstein und die Monster aus dem All„– gemeinsam friedlich auf der Monsterinsel. Diese verlassen sie nur, wenn Not an Mann bzw. Monster ist und die Menschheit vor bösen Monstern geschützt werden muss. Godzilla & Co. sind also nicht mehr die furchterregenden Feinde, sondern so etwas wie eine Super-Eingreiftruppe, wenn der Menschheit Gefahr droht. Da ist es dann auch ganz selbstverständlich, wenn sich die Monster wie Superhelden agieren und sich mit einem fröhlich-energischen „Komm mit, es gibt etwas zu tun“ in die Fluten stürzen, um nach Tokio zu schwimmen. Sie sind also keine Naturgewalten mehr, die über Japan herfallen, sondern so etwas wie Naturgötter. Wobei dieser Ansatz erst in dem sehr viel später entstandenen „Godzilla, Mothra and King Ghidorah“ voll ausgespielt wurde. Die Menschen scheinen sich dessen bewusst und leben in friedlichen Co-Existenz mit den Monstern, was man daran erkennt, dass die Hauptattraktion eines Kinderfreizeitparks ausgerechnet ein „Godzilla-Turm“ ist.

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Den erwachsenen Zuschauer wird es freuen, dass diesmal auf einen nervigen Kinderdarsteller verzichtet wurde und auch die Hauptdarsteller sich nicht von der üblichen Hysterie anstecken lassen, sondern sympathisch und verhältnismäßig kompetent zu Werke gehen. Wer sich die deutsche Tonspur gönnt wird zudem mit einem Best-Of-Synchronsprecher bedient. Alles was in den 70ern hier Rang und Namen hatte, leiht hier den japanischen Schauspielern seine Stimme. Brückner, Danneberg, Martienzen, Chevalier – alle sind sie dabei. Da stört es dann auch nicht, dass Godzilla eines seiner schlimmsten Kostüme tragen muss, die ihn oftmals wie einen überdimensionierten Frosch aussehen lässt. In den vielen Schnippseln aus älteren Filmen sieht er dann ja auch deutlich besser aus. Ein optisches Highlight ist wieder einmal der goldene, dreiköpfige Drache King Ghidorah – überhaupt eines der bestaussehenden Monster des Toho’er kaijun-Universums. Schön auch die Idee, für die Darstellung der insektenförmigen Invasoren echte Kakerlaken in Großaufnahme zu verwenden. Auch dieses dürfte ein Novum in der langjährigen Kaiju-Geschichte sein.

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„Frankensteins Höllenbrut“ mag nicht zu den absoluten Highlights der Serie gehört und durch kostensparendes Recycling alter Filmschnipsel negativ auffallen. Dennoch kann der munterer Monster-Spaß all jenen ans Herz gelegt werden, die sich eine kindliche Freude an den japanischen „Männer in Monsterkostümen“ und ihren endlosen Keilereien bewahrt haben. Dass dabei auf allzu infantilen Humor und Kinder verzichtet wurde, weiß ebenfalls zu gefallen.

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Die in der Reihe „Kaiju Classics“ herausgekommene DVD reiht sich nahtlos in die wunderbaren Veröffentlichungen ein, mit der Anolis in den letzten Jahren die Monster-Fans erfreut hat. Wieder sind zwei Versionen auf zwei DVDs mit dabei. Die ungekürzte, japanische Fassung und die um viel Handlung und blutige Details im Finalkampf verzichtende deutsche Kinofassung. Und selbstverständlich haben wieder viele Experten mitgeholfen und wieder gleich drei Autokommentare eingesprochen. Das Trio Jörg Buttgereit, Alexander Iffländer und Bodo Traber übernehmen, ebenso wie Florian Bahr, die Kommentierung der japanischen Fassung auf Disc 1. Auf der zweiten Scheibe mit der deutschen Kinofassung kommt Torsten Rosemann zu Wort. Ferner im dem sich über beide Discs erstreckendem Bonusmaterial: Der japanische und der deutsche Trailer, eine Super-8-Fassung, Bildergalerien mit japanischen, internationalen und deutschem Material. Nicht zu vergessen, das informative 20-seitige Booklet von Ingo Strecker. Von der Bildqualität her, weiß die Veröffentlichung erwartungsgemäß auch wieder zu überzeugen. Sowohl die deutsche als auch die japanische Fassung erfreuen mit einem klaren Bild und guten Schwarzwerten, wobei die Japan-Fassung leicht die Nase vorne hat. Auch der Ton ist sauber und deutlich, wobei man der deutschen Synchro ihr Alter etwas anhört, wenn man nur genau genug die Ohren spitzt.

Das Bloggen der Anderen (01-02-16)

Von , 1. Februar 2016 19:59

bartonfink_type2– Am 29.11. verstarb der große Jacques Rivette, doch bis auf diese Kurznotiz bei cargo fand dieses traurige Ereignis in den deutschen Filmblogs leider kein Echo.

– Anlässlich seines neuen Kinofilms interviewt Anna Wollner für B-Roll den Filmemacher Quentin Tarantino. Schöner Schlusssatz von QT: „Einen Stummfilm zu drehen, das wäre großartig.“ In der Tat!  Martin Beck hat einen sehr treffenden Text über die (un)Sitte der (über)teuren Media-Books geschrieben. Auch wieder empfehlenswert: Lucas Barwenczik über den Job des Drehbuchautoren in Hollywood. Und Simon Hauck berichtet von der 37. Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis.

– Sascha Brittner spekuliert auf PewPewPew ausgiebig darüber, was wohl hinter “10 Cloverfield Lane“ steckt.

– Remember the 80s? Christian Genzel reist zurück in der Zeit und befasst sich auf Wilsons Dachboden eingehend mit dem Phänomen „Top Gun“, dem elegant-lässige Styling von Kelly McGillis und dem „Top Gun“-Soundtrack.

– Apropos „Remember“. Auf Remember It for Later hat Oliver Nöding „Tausendschönchen“ gesehen und resümiert: „Die tschechische New Wave hat definitiv was, kitzelt sowohl den Verstand als auch südlichere Körperregionen, ist sinnlich, erotisch und intellektuell gleichermaßen. Da gibt es gewiss noch viel zu entdecken.“ Genau!

– Über einen tschechischen Film schreibt auch Manfred Polak auf Whoknows presents. Sein Text und die dazugehörigen Bilder über den 1948 entstandenen „Noir“ „Krakatit“ von Otakar Vávra machen sehr große Lust auf diesen Film und das tschechische Kino generell. Ich muss mal sehen, dass ich endlich mal wieder eine Geschäftsreise nach Prag organisiert bekomme – natürlich mit genug Zeit zum DVD-shoppen.

– Obwohl Oliver Armknecht dem deutschen Mystery-Film „Sybille“ nicht den ganz großen Enthusiasmus entgegenbringt, macht seine Besprechung auf film-rezensionen.de doch Hoffnung. Werde ich mir anschauen. Allein schon wegen Anne Ratte-Polle.

– Zweimal im Kino angesehen habe ich mir vor vielen, vielen Jahren Jean-Claude Van Damme in „Double Impact“. Ja, Nomen est omen. Geschuldet war dies einem Lehrgang in Goslar und dem nicht gerade üppigen Kinoprogramm. Für gute Unterhaltung reicht der Film noch immer, findet auch Volker Schönenberger auf Die Nacht der lebenden Texte.

– Ein wenig was von Erwin C. Dietrichs „Die Mädchenhändler“ habe ich auch schon gesehen. Denn eine sehr lange Sequenz wurde später auch einfach mal so in „Gefangene Frauen“ reingeschnitten. Totalschaden von Splatttertrash urteilt: „Äußerst solide Schmuddel-Unterhaltung!“

– Auch Harald Mühlbeyer hat sich für screenshot mal wieder in Grindhouse-Gefilde begeben. Er berichtet von einem Grindhouse Double-Feature in Mannheim, bei dem es den Slasher „Blood Rage“ und den philippinischen „Die Jäger des Jade-Schatzes zu bestaunen gab. Ferner wird über Psychoanalyse und Filmtheorie im Dialog -14. Mannheimer Filmseminar berichtet, wo Martin Scorsese im Mittelpunkt stand.

– Andrey Arnold führt auf Jugend ohne Film ein Gespräch mit dem ukrainischen Filmemacher Sergei Loznitsa und Patrick Holzapfel hat einen sehr spannenden Artikel über Abel Gances „La fin du monde“ verfasst.

– Mauritia Mayer verlässt auf Schattenlichter ihr angestammtes Refugium und schaut von Italien nach Japan, wo sie „Lady Snowblood“ trifft. Und dass ihr dieser Film sehr gefällt freut mich ebenso so, wie ich es bei ihrem guten Geschmack auch erwartet habe.

– „Auch schlechte Filme brauchen Aufmerksamkeit“ meint Daumenkino und betrachtet die Horror-Komödie „Krampus“ aus verschiedenen Blockwinkeln.

– YP und PD von Film in Dialog sind vom „Rocky“-Spin-Off/Sequel „Creed“ sehr überrascht und angetan.

– Schlombie stellt auf Schlombies Filmbesprechungen einen Stummfilm vor, der es in Deutschland zu seiner Entstehungszeit 1920 nie über die Pressevorstellung hinaus gebracht hat. „Von morgens bis Mitternacht“ klingt spannend und wird von mir vorgemerkt.

Real Virtualinks gibt es wieder von Alex Matzkeit auf real virtuality.

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