Das Bloggen der Anderen (30-06-14)

Von , 30. Juni 2014 21:41

bartonfink_type2– Leider ist wieder eine der großen Leinwandlegende von uns gegangen. Immerhin erst im stolzen Alter von 98 Jahren verstarb am am letzten Dienstag Eli Wallach, unvergessen als Tuco in „Zwei glorreiche Halunken“, aber auch aus unzähligen anderen Rollen. Zuletzt sah ich ihn in „Der Ghostwriter“ und war höchst erschrocken über sein, schon sehr stark vom Alter gezeichnetes, Aussehen. Einen schönen Nachruf hat Der Kinogänger geschrieben.

– Das Team von Jugend ohne Film hat einen Neuzugang. Andrey Arnold schreibt über einen Film von Jean Eustache und Jean-Michel Barjol: „Le cochon“.

– David von Deep Red Radio war auf der Hitchcock-Tagung, welche vom 19.06.14 – 21.06.14 in Dresden stattfand. Dort wurde auch „Bei Anruf Mord“ tiefer beleuchtet, den David hier bespricht.

Stubenhockerei stellt ein hochspannendes Projekt vor, welches 1989 von der BBC gestartet wurde, aber nie zum Abschluss kam: Eine Verfilmung von Dantes „Göttlicher Komödie“. Peter Greenaway, Tom Phillips und Paul Ruiz verfilmten die ersten 14 Gesänge.  Außerdem: Ein Film der auch schon länger auf meiner Muss-ich-noch-gucken-Liste steht. „A Snake of June“ von Shinya Tsukamoto.

– Auf Eskalierende Träume gehen die Aufrissen zum nahendem Hofbauer-Kongress weiter. Aufriss #10 beschäftigt sich mit einem „stählernen Überraschungsfilm“, #11 mit einem „keuschen Zusatzfilm“ namens „Wang Yu – Stahlharte Hongkong Killer“, #12 mit Joe Sarnos unbekannteren „Das Strandhaus“ und #13 schließlich mit dem französischen „Mädchen des Lasters“.

– Und noch etwas Werbung für den Hofbauer-Kongress gibt es auf Movies & Sport.

– Den Film kannte ich auch noch nicht. Oliver Armknecht berichtet in seiner Reihe mit Animations-Specials auf film-rezensionen.de von dem Episodenfilm „Manie Manie“, zu dem drei Animekünstler auf Werken des japanischen SF-Autoren Taku Mayumura Kurzfilme beigetragen haben. Ferner: Die spanische Schneewittchen-Variante aus dem Stierkämpfer-Milieu „Blancanieves“, den er Freunden ungewöhnlicher Filme empfiehlt.

– “Blancanieves” wird auch von Frank Schmidtke auf cineastic.de besprochen, der den Film“eines der schönsten Kinoerlebnisse des vergangenen Jahres“ nennt. Ronny Dombrowski schreibt über den Film mit dem wunderschönen Titel „Männer zeigen Film & Frauen ihre Brüste“, den er interessant, aber nicht völlig gelungen findet Sehr begeistert zeigt er sich von David Cronenbergs neuem Werk „Maps to the Stars“.

– Das sieht Sir Real auf Komm & Sieh etwas anders. Er findet „Maps to the Stars“ „motivisch um Feuer kreisendes Porträt der von Geistern heimgesuchten Monster (…) elegant, aber unterkühlt. Noch eine Gegenposition. Während alle Welt „Under the skin“ abfeiert und vehement ein deutscher Kinostart gefordert wurde, lässt der Film Max Renn ziemlich kalt. Und Thorsten Krüger wird von dem demnächst bei Pierrot le Fou erscheinenden „To Kill a Man“ auch nicht vom Hocker gerissen.

– Noch mal David Cronenberg: Martin Beck verrät auf Reihe Sieben, wo man noch bis September dessen neuen Kurzfilm kostenlos online ansehen kann.

Abspannsitzenbleiber berichtet in einem Filmtagebuch von Filmfest München.

– Und welche skandinavischen Filme dort laufen, weiß Zeilenkino.

– In der großartigen Reihe „Reden über Schreiben über Filme“ auf Hard Sensations wird diesmal Jochen Werner interviewt. Wieder eine absolute Leseempfehlung. Zudem kehrt Silvia Szymanski nach einer kurzen Sendepause wieder zurück und hat einen Klassiker aus dem Golden Age of Porn im Gepäck: „Pretty Peaches“.

– Als direkte Antwort und Ergänzung zum Jochen-Werner-Interview ist der Artikel „Liebe macht blind“ von Tim Slagman auf Bad im Bilderstrom zu verstehen.

Splattertrash hat das Buch „Brad Harris – Ein amerikanischer Bayer“ gelesen und ist ob der stilistischen Mängel ein wenig zwiegespalten.

Final Frontier Film ist bei seiner umfangreichen John-Ford-Werkschau bei Tonfilm #18 angekommen: „Mit Volldampf voraus“ über ein Mississippi-Raddampfers-Rennen.

– Christian Gertz bespricht auf Mehrfilm den neuen Film von Götz Spielmann, „Oktober November“, und ist voll des Lobes.

– Michael Sennhauser mag Benjamin Heisenbergs Komödie „Über-Ich und Du“, den er ausführlich auf Sennhausers Filmblog vorstellt.

– Sophie Charlotte Rieger ist verärgert, wenn „Sex & the City“ „als hohles Mädchenklischee abgetan werden“. Warum, erläutert sie auf B-Roll. Dort gibt es auch ein Interview mit Marcus H. Rosenmüller, anlässlich seines neuen Films „Beste Chance“.

– Ich mochte den italienischen Low-Budget-Horror „Across the River“ sehr gerne und fand ihn kreuzunheimlich. Josef Lommer hat nun eine interessante Review zum Film auf critic.de veröffentlicht, wo er dem Film handwerkliche Schwächen vorhält, aber trotzdem fasziniert ist.

– Kira Wulfers analysiert auf Daumenkino den polnischen Film „Im Namen des…“ um einen homosexuellen Priester. Und Laura Sophie Culik verreißt wortreich „Transcendence“.

– YP und PD diskutieren auf Film im Dialog zwei weitere Fußballfilme: „Bend It Like Beckham“ und „Dhan Dhana Dhan Goal“. Keiner der beiden findet bei ihnen viel Gnade.

– Kein Stummfilm, obwohl der Blog Hauptsache Stummfilm heißt, aber immerhin Hauptsache. „Das Mädchen aus der Unterwelt“ von Nicholas Ray, der hier als großes Meisterwerk angepriesen wird.

– Noch nie von gehört, aber ich bin jetzt auf ängstliche Weise neugierig. Yzordderrexxiii schreibt von einer frühen Traumatisierung durch den Film „The Mongolian Whore House“ von Jan Haukau. Brrrr….

– Sebastian Schubert hat sich auf Magazin des Glücks zwei späte Noir-Filme von Irving Lerner vorgenommen.

– Die Filme mit Eddie Constantine habe ich als Kind häufig gesehen. Auf einem Mini-Schwarz-Weiß-Fernseher im Wochenendhaus meiner Eltern. Viele Erinnerungen habe ich aber nicht mehr dran, vielleicht wäre da mal eine Auffrischung fällig. Und warum nicht mit „Eddie schafft Alle“ beginnen, den Sascha Nolte auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte einen „zeitlos schöner Trivialfilm für die Ewigkeit“ nennt.

– Lukas Foerster ist auf dem Cinema Ritrovato und berichtet auf Dirty Laundry (auf englisch) über den großen indischen National-Klassiker „Mother India“.

– Nochmal englische Sprache: Ein Interview auf Screen/read mit Joseph Russo, der in „The Jersey Boys“ von Clint Eastwood den jungen Joe Pesci (ja, DEN Joe Pesci) spielt.

– Ich halte ja „Stand By Me“ für einen der schönsten Hollywood-Filme der 80er. Rainer Kienböck von Jugend ohne Film mag ihn auch, findet aber, der Film hätte mehr sein können. Womit er vielleicht – in Hinblick auch auf die Novelle – nicht ganz unrecht hat.

– cutrins erste bewusste Begegnung mit Dominik Graf ist ausgerechnet sein eher untypischer Film „Geliebte Schwestern“. Doch der war dann schon ein voller Erfolg. So schreibt sie auf Filmosophie: „Ich kann mich gar nicht satt sehen an diesem lebhaften, unterhaltsamen, modernen und intelligenten deutschen Kino, das alle meine Vorbehalte über den Haufen wirft.

– Robin Schröder von Mise en cinéma wurde von „The Raid“ ordentlich durchgeschüttelt, was man seiner Besprechung deutlich anmerkt.

– Und zum Schluss: Alex Matzkeit hatte in der epd film über Lasse Jacobs „Love Steaks“ und dem Weg, diesen Film zeitgleich mit dem Kinostart als Video-on-demand anzubieten geschrieben. Dazu gab es auch eine Studie, ob sich dieses Model lohnt. Nun liegen die Zahlen aus der Studie vor und Alex hat auf real virtuality dazu (und zu einem kritischen Bericht auf programmkino.de) ein Update online gestellt.

DVD-Rezension: „Am Abend des folgenden Tages“

Von , 30. Juni 2014 13:40

am-abend-des-folgenden-tagesNachdem sie mit dem Flugzeug in Paris angekommen ist, wird Tochter des reichen Dupont (Pamela Franklin) wird von einer vierköpfigen Gangster-Bande entführt. Diese besteht aus Bud (Marlon Brando), Wally (Jess Hahn), dessen Schwester – und scheinbar Buds Geliebter – Vi (Rita Moreno) und dem älteren Leer (Richard Boone). Gewissenhaft wird die Übergabe des Lösegelds und die anschließende Flucht vorbereitet, aber Spannungen innerhalb der Bande drohen das Unternehmen scheitern zu lassen…

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Als „Die Nacht des folgenden Tages“ 1968 in Kinos kam, wurde er von der Kritik in der Luft zerrissen. Man störte sich an der scheinbar platten Handlung und vor allem an Marlon Brando, der zu dieser Zeit einige veritable Flops hingelegt hatte und nun in einem Film auftrat, der seiner scheinbar unwürdig war. In einigen Gegenden der USA wurde der Film dann gleich im Doppelprogramm mit dem großartigen Lino Ventura/Alain Delon-Vehikel „Die Abenteuer“ gezeigt. Es half auch nicht viel, dass Brando selber den Film nicht mochte und torpedierte, wo er nur konnte. So soll er mit dem Ende nicht einverstanden gewesen sein und beim Dreh ständig Grimassen geschnitten haben. Regisseur Hubert Cornfield berichtet, Brando habe versucht dessen Frau zu verführen und Cornfield über sein Vorhaben stetig unterrichtet. Am Ende sorgte Brando dann dafür, dass Cornfield rausgeworfen wurde und Co-Star Richard Boone die fehlenden Szenen abdrehte. Alles in allem, stand der Film also unter keinem guten Stern.

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Sieht man heute mit einem Abstand von 46 Jahren zurück, kann man einerseits versehen, was die Kritiker damals dazu veranlasste, dem Film jeglichen Wert abzusprechen, andererseits entdeckt man auch einen sträflich vernachlässigten Film, der nun dank filmArt endlich wieder ins Scheinwerferlicht gezerrt wird. Richard Thompson schreibe 1969 in der New York Times „This is a dull, stilted and pointless little kidnapping melodrama.“¹ Roger Ebert geht in seiner zeitgenössischen Kritik so gut wir gar nicht auf den Film selber, sondern lediglich auf Marlon Brando ein und fragt :“Should Brando really be wasting his time on this sort of movie?“². Tatsächlich könnte der Film für die amerikanischen Zuschauer, die 1968 einen spannenden Kidnapping-Thriller mit dem Superstar Marlon Brando erwartet haben, eine dicke Enttäuschung gewesen sein. Ja, Marlon Brando ist die Hauptfigur in diesem Film, aber er ist bei weitem nicht die interessanteste. Zudem ergeht er sich in Manierismen, die nicht cool, sondern penetrant wirken. Man merkt leider, dass er nicht voll bei der Sache war (abgesehen von der Szene, in der er mit Vi spricht, die gerade in der Badewanne liegt und sich voll Drogen gepumpt hat. Hier soll er beim Dreh sehr voll – nämlich sternhagelvoll – dabei gewesen sein). Diese Chance lässt sich ein alter Fuchs wie Richard Boone natürlich nicht entgehen, der den eher statischen Brando locker an die Wand spielt.

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Richard Boone kam vom Theater und hat, ebenso wie Brando, in den Actor’s Studios sein Handwerk gelernt. In den 50er spielte er erfolgreich eine der Hauptrollen in „Have Gun – Will Travel“ und die Titelrolle als Polizeiarzt in der Serie „Medic“. Im Kino hingegen wurde der lange Schauspieler mit dem Charakterkopf sehr häufig als Schurken eingesetzt. Sein an einen Bassset erinnerndes Gesicht mit der gewaltigen Knollennase hat schon immer etwas leicht versoffenes gehabt, was sich im Alter dann noch verstärkte. Doch seine Augen waren immer klar und wachsam, sein Blick wie Eis. Diese Qualität kommt ihm hier besonders zugute. Selbst wenn seine Figur Leer zunächst freundlich und vernünftig erscheinen möchte, so dringt in seinem Blick schon etwas skrupelloses, gewalttätiges durch. Wenn Leer dann seine Maske fallen lässt und sich als gefährlicher Sadist entpuppt, bleibt er trotzdem freundlich und gelassen, doch sein haifischartiges Lächeln und der stahlharte Blick verraten ihn bereits. Besonders, wenn er sich von einem geschundenen Opfer, welches er offensichtlich misshandelt, missbraucht und in den Rücken geschossen hat (diese Szene, die wenig Zweifel daran zulässt, was sich zugetragen hat, überrascht in ihrer Offenheit) fröhlich mit einem „Danke, für die schöne Zeit“ verabschiedet, läuft es einem kalt den Rücken runter.

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Nicht nur durch seinen Schauplatz an der Nordküste Frankreichs, besitzt der Film einen ausgesprochen europäischen, genauer noch französischen, Stil. Es wird viel Wert auf Dialog und noch mehr auf Blicke und Gesten gelegt. Die raue Küstenregion lässt die amerikanische Gangster-Bande einerseits fehl am Platz erscheinen, andererseits spiegelt sie genau den Seelenzustand der Protagonisten wieder. Über diese erfährt man nichts. Die einzigen Informationen, welche man bekommt, sind die, dass Vi Wallys Schwester und scheinbar Buds Geliebte ist. Alle anderen Dingen kann man sich zusammenreimen, aber sie tun für den Film nichts zur Sache. Für die Figuren scheint keine Vergangenheit und auch keine Zukunft zu geben. Sie existieren nur im Hier und Jetzt, was durch das ambivalente Ende noch einmal unterstrichen wird. Dieses Ende irritierte und verärgerte die Zuschauer damals sicherlich. Auch heute kann man über die finale Wendung – sofern sie denn auch wirklich stattfindet – geteilter Meinung sein, und sie als etwas zu verspieltes Mittel zum Zweck abtun. Tatsächlich ist es mehrdeutig und lässt den Film, je nach Interpretation, in unterschiedlichem Licht erscheinen. Eine sehr profunde Deutung kann man im ausgesprochen lesenswerten Booklet von Dr. Marcus Stigglegger nachlesen. Man muss mit seiner Auslegung nicht übereinstimmen, sie lädt aber zum Nachdenken ein.

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Der Film hat einen sehr eigenen Stil. Oftmals wirkt er fast wie ein Theaterstück. Die Aktionen der Kidnapper sind betont ruhig, fast schon wie in Zeitlupe. Actionsequenzen findet man keine und über allem liegt der Hauch von etwas Künstlichem. Alles ist umhüllt von einer unterkühlten Aura, und da denen Figuren keine Vergangenheit zugestanden wird, gibt es auch kein Innenleben. Man kann aufgrund ihrer Handlungen zwar ihre Gefühle interpretieren, doch können diese auch als Schutz dienen, um das wahre Gefühlsleben zu verschleiern. Liebt Bud seine Vi? Wie ist überhaupt ihr Verhältnis zueinander? Verliebt er sich in das Entführungsopfer? Hat er Angst vor Leech? Oder fühlt er sich ihm überlegen? Oder ist im am Ende sowieso alles egal? Kann uns als Zuschauer das Schicksal der uns völlig fremden Gangster nicht auch egal sein? Cornfield lässt den Film auf einen großartigen Showdown hinauslaufen, der von Kameramann Willy Kurant unvergesslich in der dunklen Nacht an einem weiten Strand fotografiert wurde. Erst hier schlägt man sich emotional auf Brandos Seite. Aber auch nur, weil diesem nun ein klassisches Rachemotiv zugestanden wird und Leech als wirklich böser Mensch entlarvt wurde. Davor tritt die Figur des Bud nur deshalb als Angebot einer Identifikationsfigur in den Vordergrund, weil sie eben von Brando gespielt wird und da sonst keine andere da ist, der sich dafür eignen würde.

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Neben der hervorragenden Kameraarbeit von Willy Kurant, der einen steifen Küstenwind durch die Bilder wehen lässt und bei dessen Bildern von der Küste, man das Salz in der Luft fast schmecken kann, ist vor allem der brillante Score von Stanley Myers hervorzuheben. Dieser besteht aus europäisch klingendem Jazz und erinnert etwas an Komedas Arbeiten. Vielleicht musste ich bei „Der Abend des folgenden Tages“ auch deshalb immer wieder an Polanskis „Wenn Katelbach kommt…“ denken. Ein anderer Film, der in einer raue, unwirkliche Gegend mitten im Wattenmeer spielt. Interessanterweise scheint der Score für Myers nicht ganz typisch zu sein. Sein bekanntestes Stück ist „Cavatina“ von 1970, welches im Film „Die durch die Hölle gehen“ als Hauptthema Verwendung fand. Ansonsten komponierte er auch die Filmmusiken für den britischen Genre-Regisseur Pete Walker, wie z.B. „Frightmare“ und Nicolas Roegs Film „Hexen hexen“. Sein Jazz-Score hier passt perfekt zu dem Film und lässt die Hauptfiguren cool und professionell erscheinen.

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„Am Abend des folgenden Tages“ ist vielleicht nicht der große, vergessene Klassiker, aber eine hochinteressante Ausgrabung, welche mit dem zeitlichen Abstand von fast einem halben Jahrhundert heutzutage sicherlich mehr fasziniert als beim ihrer Premiere. Weitaus mehr im damaligen europäischen Kino beheimatet, als in Hollywood, konzentriert sich der Film auf Dialoge, Blicke und Gesten, statt auf eine spannende, actionreiche Handlung. Marlon Brandos etwas lustloses und übertriebenes Spiel wird durch einen glänzenden Richard Boone ausgeglichen, der eiskalte Gefährlichkeit ausstrahlt.

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„Am Abend des folgenden Tages“ ist der zweite Film in der neuen filmArt-Reihe Cine Selection. Das Bild ist für das Alter entsprechend okay. Es liegt der Originalton und die deutsche Synchronisation vor. Zudem sind deutsche Untertitel vorhanden. Auf der Bonus-Seite gibt es bis auf einen Trailer leider nichts zu vermelden. Dafür liegt ein hervorragendes Booklet von Dr. Marcus Stiglegger bei, welches man unbedingt nach dem Film lesen sollte, da hier auf interessante Weise vor allem die finale „Pointe“ diskutiert wird.

1) http://www.rogerebert.com/
2) http://www.nytimes.com/

 

DVD-Rezension: „Witching & Bitching“

Von , 28. Juni 2014 22:18

witchingDer arbeitslose José (Hugo Silva) ist verzweifelt. Um seinen Unterhaltungszahlungen nachkommen zu können, und nicht das Besuchsrecht an seinem geliebten Sohn Sergio (Gabriel Ángel Delgado) zu verlieren, sieht er nur noch einen Ausweg. Mit einer Gruppe ebenfalls vom Leben benachteiligter, überfällt er einen Pfandleiher, der sich auf Gold spezialisiert hat. Da dies auch der Tag ist, an dem er seinen Sohn sehen darf, nimmt er diesen kurzerhand mit. Doch der Überfall geht schief und bald schon ist Jose mit Sergio, dem etwas tumben Tony (Mario Casas), einem kurzerhand gekidnappten Taxifahrer (Jaime Ordóñez) und einer Geisel im Kofferraum (Manuel Tallafé) unterwegs Richtung französischer Grenze. In dem Dorf Zugarramurdi machen sie kurz Halt. Was sie nicht wissen, sie werden hier bereits von einer Gruppe menschenfressender Hexen erwartet…

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Nachdem sich Alex de la Iglesias in seinem Film „Mad Circus“ allegorisch mit der faschistischen Vergangenheit Spaniens beschäftigt hatte, wofür er auf dem Filmfest in Venedig u.a. mit dem silbernen Löwen ausgezeichnet wurde, und mit „As Luck Would Have It“ eine bissige Medien-Satire ablieferte, kehrt er mit „Witching & Bitching“ wieder zur puren Unterhaltung zurück. „Witching & Bitching“ hat keine große Botschaft, und wenn doch, dann liegt sie auf dem Niveau eines Mario-Barth-Witzes. Alle Frauen sind durchtriebene Hexen, welche die Weltherrschaft anstreben und die ihnen lästigen Männer wie Marionetten für ihre sinisteren Zwecke einsetzten. Diese wiederum sind zwar doof, aber ganz nett. Sie leiden unter der Dominanz ihren Partnerinnen und müssen sich ständig selber bestätigen, dass doch eigentlich sie das starke Geschlecht sind. Dieses Handlungsgerüst ist zwar etwas flach, aber von de la Igleasias mit einem solchen Schwung und guter Laune inszeniert, dass man gerne darüber hinwegsieht und sich 109 Minuten einfach nur gut unterhalten lässt.

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Obwohl de la Igleasias wieder einmal in kreischenden Absurditäten schwelgt – man nehme nur einmal den herrlich skurrilen Banküberfall des silbern angemalten, halbnackten José und dem giftgrünen Spielzeugsoldaten Tony, der darin gipfelt, dass ihm von den Geiseln Erziehungsratschläge gegeben werden – driftet er doch nie in den puren Klamauk ab. Dafür sorgt bei „Witching & Bitching“ wieder einmal eines der großen Talente de la Igleasis‘: Sein perfektes Gespür für Timing. Oftmals reicht einfach eine richtig gesetzte Pause oder ein vielsagender Blick, um eine ungemein komische Wirkung zu erzielen. „Witching & Bitching“ ist dann auch kein reiner Schenkelklopfer, sondern erzählt eine relativ straighte Horrorgeschichte, wie man sie so bereits des Öfteren gesehen hat. Und natürlich denkt man bei den Räubern, die auf der Flucht in ein Hexennest geraten, unweigerlich an „From Dusk Till Dawn“. Doch mit diesem hat er vielleicht die Ausgangssituation, nicht jedoch den Ton gemeinsam. Schon eher muss man an subtilere Horrorkomödien, allen voran an Roman Polanskis „Tanz der Vampire“, denken, nur eben mit viel iberischem Feuer in Szene gesetzt.

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Es ist sehr schade, dass de la Iglesias hierzulande fast nur Genrefreunden ein Begriff ist und nicht annähernd den Bekanntheitsgrad seines früheren Mentors Pedro Almodovar erreicht hat. Vielleicht, weil er – anders als Almodovar – für das Arthauskino einfach zu wild ist und durch seine Frühwerke „Aktion Mutante“, „El Dia de la bestia“ und „Perdito Durango“ den Stempel des Genreregisseurs aufgedrückt bekam. Von diesem konnte er sich hierzulande, trotz der großartigen, rabenschwarzen Hitchcock-Variationen „La Communida – Allein unter Nachbarn“ und „Das ferpekte Verbrechen“, nie ganz befreien. So verwundert es dann auch nicht, dass seine reinen Komödien bisher leider nicht den Weg nach Deutschland gefunden haben. Weder sein vierter Spielfilm „Dying of Laughter“ (eine dem berühmten Stück „Die Sunnyboys“ nicht unähnliche Geschichte über zwei konkurrierende Komiker), noch sein zwischen „Mad Circus“ und „Witching & Bitching“ entstandener „As Luck Would Have It“, der sich mit den Auswüchsen des Medienrummels beschäftigt und immerhin Salma Hayek in einer der Hauptrollen aufweisen kann.

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„Witching & Bitching“ mutet fast wie ein Familientreffen an. Fast alle Darsteller, die de la Igleasias auf seinem bisherigen Werk begleitet haben, sind mit dabei. Carmen Maura aus „La Communida“, Santiago Segura, der seit „El Dia de la Bestia“ zum Stammensemble gehört und als Anti-Titelheld der „Torrente“-Reihe sehr erfolgreich ist, Carlos Areces, der Hauptdarsteller aus „Mad Circus“, und natürlich auch wieder die hochattraktive Carolina Bang, die als eine der schönsten Frauen Spaniens zählt und nicht nur die weibliche Hauptrolle in „Mad Circus“, sondern auch im Herzen de la Iglesias inne hat. Da kann man schon mal neidisch werden. Neu dabei ist Hugo Silva, der zur Zeit einer der angesagtesten Schauspieler Spaniens ist und nicht nur in Almodovars „Fliegende Liebende“, sondern auch in dem hochspannenden Thriller „The Body“ (Kritik hier) eine Hauptrolle spielte. Gerade im Vergleich mit „The Body“ überrascht Silva mit einem Talent für Komik und seine Figur José, die inmitten des Chaos verzweifelt versucht, die Fäden in der Hand zu behalten, wird von ihm mit der richtigen Nuance aus Ernst und Lächerlichkeit gespielt. Demgegenüber fällt sein Partner Mario Casas als Tony leider etwas ab, denn er gibt den etwas dümmlichen Muskel-Proll doch ein wenig zu klischeehaft.

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Der Film wurde im tatsächlich existierendem Dorf Zugarramurdi gedreht, in dem sich tatsächlich im 16. Jahrhundert eine bedeutende Rolle in den grausamen, baskischen Hexenprozessen der spanischen Inquisition spielte und in dem heute ein Hexen-Museum beheimatet ist, welches an die schrecklichen Ereignisse von damals erinnert. Das Finale findet dann auch in der Höhle statt, in der jedes Jahr am 23. Juni ein großes Fest zu Ehren der Hexen stattfindet. Vielleicht verleiht gerade dies dem Film die richtige Stimmung. Beim Finale dreht de la Igleasias noch einmal mächtig auf und präsentiert seinem Publikum beeindruckende Massenszenen, ausgesprochen gelungene CGI und ein ziemlich überzeugendes Monster. Untermalt mit der passenden Musik von Joan Valent und Carmen Mauras Gesang, verbreiten diese Szenen einen fiebrigen Sog, der in einem großen Spektakel mündet.Vielleicht sogar einem etwas zu großem, denn man hat fast schon das Gefühl, erschlagen zu werden. Obwohl der Film folgerichtig in einem wahren Inferno endet, fragt man sich doch, ob hier nicht etwas mehr Zurückhaltung angebracht gewesen wäre. Andererseits ist der ganze Film auf Übertreibung, Tempo und schrillen Irrsinn angelegt, und davon bekommt man im grande finale ordentlich etwas geboten.

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Mit „Witching & Bitching“ hat Alex de la Igleasias eine überdrehte, aber gekonnte Fingerübung abgeliefert, die ihn wieder zurück zu seinen Wurzeln führt. Die Gesellschaftskritik seiner letzten Filme weicht dabei purer Unterhaltung, die de la Igleasias temporeich, urkomisch und mit dem ihm eigenen Sinn für das schrill Absurde umsetzt. Die Handlung ist dabei nicht neu und die Prämisse schlau-böse Frauen gegen naiv-lächerliche Männer ist recht platt, dem schrillen Horror-Spaß tut dies allerdings keinen Abbruch.

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Die DVD von Splendid ist in Sachen Bild- und Tonqualität ohne Fehl und Tadel. Ich würde sogar behaupten, dass die Bildqualität so gut ist, dass sie auf einem guten Gerät beinahe schon Blu-ray-Qualität besitzt. Abstriche muss man aber leider wieder bei den Extras machen, die aus drei (alle unter vier Minuten) kurzen Featurettes bestehen, welche sich fast ausschließlich aus Filmausschnitten zusammensetzen. Die deutsche Synchronisation ist anständig, doch um die richtige Atmosphäre zu zaubern, sollte man unbedingt auf den spanischen Ton gehen, der um einiges aufgeregter ist.

DVD-Rezension: “The Machine“

Von , 27. Juni 2014 22:23

The Machine_DVD_inl_GAS_rz.inddDie Zukunft. Der Westen kämpft gegen China. Der Wissenschaftler Vincent (Toby Stephens) forscht im Auftrag des Militärs an Implantaten, die Kriegsveteranen, die schwere Hirntraumata erlitten haben, mit einer künstlichen Intelligenz ausstatten. Mit der jungen und sympathischen Ava (Caity Lotz), die an erfolgreich an einer künstlichen Intelligenz arbeitet, erhält er eine kompetente Hilfe. Doch Ava kommt bei einem Attentat ums Leben. Vincent erschafft daraufhin einen Androiden, der mit der von Ava entwickelten KI und ihrem Aussehen ausgestattet wird. Bald schon entwickelt „die Maschine“ ein eigenes Bewusstsein. Dieses möchte Vincent erforschen, doch damit stößt er bei seinem skrupellosen Vorgesetzten Thomson (Denis Lawson) auf keine Gegenliebe. Jener möchte die neue Ava zu einer effizienten Tötungsmaschine machen…

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Wenn der kleine britische SF-Film immer wieder mit „Blade Runner“ verglichen wird, so hat dies durchaus seine Berechtigung. Ebenso wie Ridley Scotts Klassiker, arbeitet sich „The Machine“ an der Frage ab, was macht uns menschlich? Wo hört das künstlich erschaffene Wesen auf und wo fängt das eigene Ich an. Wie die Replikanten in „Blade Runner“, sieht sich Ava in „The Machine“ nicht als künstliche Intelligenz, sondern als denkendes, fühlendes Wesen. Und auch ihr Schöpfer wird sich mit der Zeit immer mehr darüber klar, dass Ava schon längst nicht mehr nur aus Schaltkreisen und Metall besteht, sondern auch eine Seele besitzt, die sich auf einem Chip eingespeichert hat. Für diesen Prozess wird sich viel Zeit genommen und Regisseur Caradog W. James setzt in seinem Filmdebüt auf keine großen Enthüllungen und spektakulären Erkenntnisse, sondern zeigt eine ruhige Entwicklung, bei der sich Maschine und Schöpfer langsam annähern und ein tieferes Verständnis füreinander entwickeln.

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Doch „The Machine“ ist mitnichten ein philosophisches SF-Drama, sondern versteht sich als Actionfilm. Und gerade hier liegt seine große Schwäche. Neben der Geschichte von Vincent und Ava, werden noch mehr Handlungsfäden und Nebenschauplätze eingeführt. So gibt es eine mächtige, absolut skrupellos vorgehende Regierungsorganisation, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Kriegsveteranen mit irreparablen Hirnschäden werden als Versuchskaninchen eingesperrt und missbraucht. Und die zu Cyborgs gemachten Opfer dieser Experimente, planen einen Rebellion gegen ihre Schöpfer. Insbesondere dieser Teil wird schmählich vernachlässigt und nur als Vehikel genutzt, um es am Ende ordentlich krachen zu lassen. Dabei wäre gerade dieser Handlungsstrang hochspannend gewesen. Die Opfer verlieren nach einiger Zeit ihrer Sprache und unterhalten sich in einem merkwürdigen Kauderwelsch aus Worten und Gedanken. Auch wird angedeutet, dass sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft der Cyborgs gebildet hat und fleißig Intrigen gesponnen werden. Besonders schade ist dies für Pooneh Hajimohammadi, die den Cyborg Suri spielt. Ihre leider viel zu kurzen Auftritten deuten eindrucksvoll das Potential an, welches ihre Figur gehabt hätte und zeugen vor allem von dem großen Charisma, welches Hajimohammadi ausstrahlt. Von ihr möchte man gerne mehr sehen.

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Der britische Schauspieler Toby Stephens, der bisher nicht groß aufgefallen und vor allem in TV-Serien aktiv ist, spielt den Vincent ausgesprochen routiniert und unaufgeregt. Die dramatischen Szenen spielt er ebenso überzeugend, wie die wenigen Szenen, die ihm auch physisch etwas abverlangen. Er steht aber, ebenso wie sein Charakter, ganz im Schatten seiner Partnerin Caity Lotz als Ava. Lotz, die erst vor Kurzem in „The Pact“ (Kritik hier) eine Hauptrolle inne hatte, spielt in „The Machine“ eine ausgesprochen dankbare Rolle. Während sie zunächst sehr sympathisch das nette, frische Mädchen von nebenan spielt, darf sie bald in die Rolle der titelgebenen Maschine wechseln und eine ganze Bandbreite an Emotionen zeigen. Von dem erstaunt, naiven Mädchen bis zur tödlichen Kampfmaschine voller Wut. Sie nutzt dabei die Gelegenheit zu zeigen, was sie schauspielerisch kann und sich für größere Filme zu empfehlen. Wobei der männliche Zuschauer vermutlich eher an ihrer physischen Präsenz interessiert ist. So spielt sie in einem hautengen Anzug, der ihre Attribute betont und Regisseur James inszeniert zudem einige nett anzuschauende Szenen, in denen sie ohne Kleidung elegant durch den Raum tanzt. Natürlich im Gegenlicht, so dass man nur ihre Silhouette sieht. Überhaupt ist „The Machine“ hier etwas bigott. Denn obwohl immer wieder Avas Körperlichkeit betont wird, wird doch peinlich genau darauf geachtet, bloß kein Fitzelchen nackter Haut zu viel zu zeigen.

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Die Inszenierung und Ausstattung bewegt sich auf TV-Niveau. Die preisgünstigen Kulissen sind oftmals als Computeranimationen zu erkennen, und die meiste Zeit spielt sich die Handlung im Untergeschoss eines geheimen Regierungskomplexes ab. Wie das immer so ist, wenn für Außenaufnahmen kein Budget zur Verfügung steht. Auch kameratechnisch wird auf große Experimente verzichtet, und alles routiniert und professionell abgefilmt. Wobei allerdings die bis zum Erbrechen eingesetzten Lense-Flare-Effekte mit fortschreitender Zeit immer stärker nerven. So könnte man sich „The Machine“ auch gut als Pilotfilm für eine TV-Serie vorstellen, was vielleicht auch Sinn gemacht hätte, da dann die Chance bestanden hätte, die zwar interessanten, aber in 90 Minuten leider recht unterentwickelten Nebenhandlungen und vor allem die Figur der Suri, mehr Platz einzuräumen.

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Die Synthesizermusik orientiert sich sehr angenehm an den frühen 80ern. Natürlich an Vangelis‘ Musik für „Blade Runner,“ aber man wird auch an John Carpenter und den „Terminator“-Score erinnert. Die wenigen Action-Szenen sind solide, wenn auch unspektakulär in Szene gesetzt, wobei Caity Lotz, deren agile Beweglichkeit hier überrascht, recht überzeugend als effektive Killer-Maschine agiert. Leider wird, statt auf gutes, altes Effekt-Handwerk, wieder viel auf CGI-Effekte gesetzt, die mit ihrem schlecht gemachten Pixelblut mehr in ein Computerspiel, als in einen Film gehören.

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Da sich „The Machine“ ganz auf die Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf, sowie der Frage, was einen Menschen ausmacht, konzentriert, werden zahlreiche, potentiell spannende Nebenhandlungen links liegen gelassen. In dem preisgünstigen Film fällt vor allem Caity Lotz positiv auf, die hier quasi ein Bewerbungsvideo für größere Aufgabe spendiert bekommt.

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Dem Bild merkt man an, dass es sich bei „The Machine“ um eine preisgünstige direct-to-video-Produktion handelt. Es wirkt etwas ausgebleicht und erinnert an SF-Serien aus den 90ern, wie „Deep Space Nine“ oder „Babylon 5“, was natürlich auch Intention des Regisseurs gewesen sein kann. Der Ton ist okay und spielt in den Action-Szenen mit räumlichen Effekten. Der Ton liegt auf Detusch und Englisch vor. Letzterer ist nicht nur wegen Toby Stephens angenehmen, britischen Akzent zu empfehlen. Die Synchronisation ist, wie bei Splendid mittlerweile gewohnt, grundsolider Standard. Auf Extras hat man leider wieder verzichtet.

Das Bloggen der Anderen (23-06-14)

Von , 23. Juni 2014 21:20

bartonfink_type2– Auf Negativ macht sich ein leider ungenannter Autor Gedanken über den Status des Kinos in Deutschland, sowie die hierzulande noch immer nicht ausgereiften Video-on-Demand-Möglichkeiten. Und Dennis Vetter antwortet in einem offenen Brief auf einen Artikel von Andreas Dosch vom Stadtmagazin Journal Frankfurt, der das u.a. von Dennis ins Leben gerufene „Manifest für Aktivistische Kritik“ etwas ins Lächerliche zieht.

– Eine gute Idee. Alex Matzkeit hält auf seinem Blog real virtuality fest, was sich in Bezug auf einige Artikel von ihm seit deren Veröffentlichung getan hat.

– Nicht nur das Meisterwerk „The Image“ hat es erwischt, nein, auch Dario Argentos Giallo-Klassiker „Tenebre“ wurde in Deutschland erneut beschlagnahmt. Screen/read berichtet.

– Rehabilitation für einen geschmähten Film. Gregor Torinus‘ Verteidigung von Ridley Scotts „The Counselor“ auf Hard Sensations. Sehr interessante Lektüre, wenn nur das etwas aufdringliche Tarantino-Gebashe nicht wäre. Aber nun gut, das ist sicherlich Geschmackssache.

– Rehabilitation 2: Sir Donnerbold auf Sir Donnerbolds Bagatellen über einen meiner Lieblings-Bonds: Den nicht besonders wohl gelittenen „Lizenz zum Töten“.

– Weiter geht es mit der intensiven Vorbereitung auf den Hofbauer-Kongress, an dem ich jetzt leider definitiv nicht teilnehmen kann, da ich mich zu der Zeit im Urlaub befindet. Schade, aber vielleicht ein anders Mal. Auf Eskalierende Träume gibt es wieder sehr spannende „Aufrisse“. Über „Das Recht zu lieben“, über die Pflichtlektüre „SigiGötz-Entertainment“, hinter der weit mehr als nur die gleichnamige Zeitschrift steht, über „Eis am Stil“ und letztendlich den „tristen Überraschungsfilm“, inklusive Erklärung, was man sich darunter vorzustellen hat.

– Durch den Urlaub werde ich es auch nicht schaffen zum Cinestrange nach Braunschweig zu fahren, was sehr schade ist. Insbesondere, wenn man die Ankündigung auf Deep Red Radio liest. Dort ebenfalls zu finden eine schöne Besprechung von Udo Rotenberg, der sich den spanischen „The Body“ vorgenommen hat (meine Kritik dazu gab es neulich hier).

– Apropos Deep Red. Da gibt es ja noch einen älteren Blog, der sich Deepreds Kino nennt. Dort zu finden ist eine längere Besprechung von Michael Winners „Ein Mann sieht rot“.

Neuigkeiten aus Hollywood? Bei Der Kinogänger.

– Sehr neugierig hat mich Sascha Nolte auf seinem Blog Die seltsamen Filme des Herrn Nolte gemacht. Er schreibt über den russischen SF-Film „Die Hässlichen Schwäne“, den der ehemalige Tarkowsky-Mitarbeiter Konstantin Lopushanskiy in Szene setzte. Den möchte ich jetzt auch gerne sehen.

– Oliver Armbrust führt auf film-rezensionen.de seine Animationsfilm-Reihe mit dem Marionettenfilm „Strings“ weiter, der mich von dem, was Oliver schreibt, stark an den Kurzfilm „Marionetten“ von Boris von Borresholm erinnert, der zu den sogenannten „Oberhausenern“ gehörte. Auch wenn Oliver nicht 100% überzeugt ist, klingt „Strings“ recht spannend. Ebenfalls spannend klingt der schwarz-weiße Dokumentarfilm „Still“, der über zehn Jahre gedreht wurde und das Leben einer Milchbäuerin zeigt.

– Eine ziemliche Aufgabe hat sich Der Außenseiter auf seinem Blog Final Frontier Film gestellt. Er bespricht in chronologischer Reihenfolge alle Tonfilme John Fords, beginnend mit dem 1929 entstandenen „The Black Watch“. Bisher ist er bis zu Nr. 15, „Judge Priest“, gekommen. Alle Artikel sind sehr zu empfehlen und lassen einen ganz neue Seiten an John „Ich mache Western“ Ford entdecken.

– Den neuen Film von Dante Lam, „That Demon Within“, nennt Thorsten Krüger auf Komm & Sieh trotz einiger Schwächen „ (einen) handwerklich und ästhetisch prächtigen Alptraum.“. Geradezu ins Schwärmen kommt er bei dem dänischen „When Animals Dream“, den er sogar mit den Frauenportraits des großen Carl Theodor Dreyer vergleicht. Wow.

– Und auch Frank Schmidke auf cineastic.de kann „When Animals Dream“ weiterempfehlen. Peter Gutting hat Dominik Grafs Schiller-Film „Geliebte Schwestern“ gesehen und ist recht angetan.

Die drei Muscheln fragt: Was ist eigentlich aus Steve Guttenberg geworden, der ja Anfang/Mitte der 80er einen recht erfolgreichen Lauf mit diversen Komödien hatte? Das habe ich mich auch schon mal gefragt und jetzt bin ich schlauer.

– Donpozuelo hat einen Lieblingsfilm: „Vanilla Sky“. Auf seinem Blog Going to the movies beschäftigt er sich daher nun mit Filmen, die in „Vanilla Sky“ zitiert werden. Den Anfang macht „Jules und Jim“. Er schreibt „Doch nachdem ich jetzt endlich den Film selbst gesehen habe, steckt ja soviel mehr von „Jules und Jim“ in „Vanilla Sky“ als ich jemals gedacht hätte. Aber ich will hier nicht mit Vergleichen langweilen“, was ich ausgesprochen bedauerlich finde, da gerade dies mich – und sicherlich auch andere – ziemlich interessiert hätte, und ich das spannender finden würde, als eine weitere Besprechung von Truffauts Klassiker. Nichtsdestotrotz ist diese aber sehr gelungen.

B-Roll ist auf dem 10. Festival des Deutschen Films zu Gast. Von dort aus wird der Schauspieler Christoph Bach vorgestellt und von der Verleihung des Preises für Schauspielkunst (an das Schauspieler-Ehepaar Anna Loos und Jan Josef Liefers) berichtet.

– Auf critic.de gibt es anlässlich ihres neuen Films „Night Moves“ ein langes Interview mit Kelly Reichardt, bei dem auch auf ihre vorherigen Arbeiten, wie „Meek’s Cutoff“ und „Old Joy“ eingegangen wird.

– Lukas Foerster schreibt auf Dirty Laundry über „The Desert Fox“, einen Film von Henry Hathaway, der 1951 den deutschen Feldmarschall Rommel zum Protagonisten machte.

– Anlässlich der WM in Brasilien unterhalten sich YP und PD auf Film im Dialog über zwei Fußball-Filme. Einmal „Maradonna by Kusturica“, der seine gnadenlose Subjektivität ja schon im Titel trägt, und „Zidane – A 21st Century Portrait“. Wobei mich wundert, dass sie zu „Zidane“ schreiben: „Wobei es Douglas Gordon und Philippe Parreno, die Macher von “Zidane” viel leichter haben. Erstens machen sie etwas noch nie Dagewesenes mit ihrem experimentellen Film. Vor allem den Sportfilm betreffend. Dann aber auch lassen sie einfach die Bilder für sich sprechen.“ Ich vermute mal, Hellmuth Costards „Fußball wie noch nie“ von 1971 – der ja exakt den gleichen Ansatz wie „Zidane“ hat, nur 35 vorher und mit George Best – war ihnen nicht bekannt.

– Sehr schöne Idee. Cutrin hat auf filmosophie eine Rubrik namens „Tonspur“ ins Leben gerufen, in der sie ihre liebsten Songs aus Filmen vorstellt.

– Sebastian Schubert hat die nächste ausführliche Beschreibung eines Filmstandbilds auf Magazin des Glücks online gestellt. Okay, ohne die netten Hinweise in den Kommentaren wäre ich nicht auf den Ursprung gekommen.

– Einen amtlichen Verriss hat Michael Schleeh auf Nachtsichtgeräte geschrieben. Die französische Komödie „Maman und ich“ hat ihn geärgert.

– Der Intergalactic Ape-Man hat auf Intergalaktische Filmreisen den frühen Giallo „Tödliches Erbe“ (der in der ersten Koch-Media-Giallo-Box zu finde ist – Kritik hier) besprochen und ist etwas enttäuscht.

Hauptsache Stummfilm hat diesmal wieder einen Tonfilm am Start. Und zwar „Der alte Mann und das Kind“, den Claude Berri 1967 drehte. Neben der Besprechung gibt es auch wieder viele Details zu Darsteller und Regisseur, sowie generelle Hintergrundinfos zum Film.

– david hat auf Whoknows presents einen frühen Film des legendären Ernst Hofbauer ausgegraben, der nichts mit seinen späteren „Schulmädchen-Reports“ zu tun hat und zeigt, dass Hofbauer – trotz seines durch die Sexfilme eher schlechten Ruf – ein talentierter und ganz eigener Regisseur war. „Tim Frazier jagt den geheimnisvollen Mister X“ tut so, als wäre er eine Durbridge-Adaption, welches er aber nicht ist.

– Ich habe mich schon gewundert warum ich von dem Blog Jugend ohne Film nichts mehr lese. Jetzt habe ich die Erklärung: Die URL hat sich geändert und dadurch hat ihn mein Feed-Reader verloren. Jetzt habe ich mal gezielt gesucht und bin fündig geworden. Dadurch wäre mir fast der interessante Artikel über den Einsatz der Tiefenschärfe in „Snowpiercer“, bzw. der nicht genutzten Möglichkeiten diesen Effekt poetischer/filmsicher einzusetzen, entgangen.

Rezension: “Here comes the Devil”

Von , 22. Juni 2014 14:52

devilBei einem Familienausflug verschwinden die Kinder von Sol (Laura Caro) und Felix (Francisco Barreiro) in den Bergen. Nach einer verzweifelten Nacht des Wartens, werden die beiden Geschwister am nächsten Tag von der Polizei gefunden und wieder zurück zu ihren Eltern gebracht. Doch Sara (Michele Garcia) und Lucio (David Arturo Cabezud) scheinen verändert zu sein. Irgendetwas muss da oben in den Bergen passiert sein, was die Kinder traumatisiert hat. Als eine ärztliche Untersuchung ergibt, dass Sara keine Jungfrau mehr ist, scheint für Felix und Sol klar zu sein, dass sie einem Vergewaltiger zum Opfer fielen. Sie haben auch schon einen Verdacht, wer für das Unglück der Kinder verantwortlich sein könnte. Doch die Wahrheit ist noch viel grauenhafter…

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Nicht häufig hat man die Gelegenheit, einen Horrorfilm aus Mexiko zu sehen. Dabei hat das Genre hier eine große Tradition, vor allem in den 50er und 60er Jahren. Hier kämpften nicht nur maskierte Ringer, wie der legendäre „Santos“, gegen Vampire, sondern es wurden auch zahlreiche, sehr stimmungsvolle schwarz-weiß Gruseler gedreht. Von diesen fanden aber leider nur sehr wenige, wie z.B. „Vampiro“ (der gerade bei Subkultur erschienen ist), ihren Weg nach Deutschland. Seit dem Ende der goldenen 70ern (in denen vor allem René Cardona Jr. die Fahne hoch hielt) kam nur noch sporadisch eine Genrefilm aus Mexiko über den großen Teich zu uns, auch wenn es gerade in den letzten Jahren doch immer mal wieder ein Film, wie kürzlich beispielsweise „Wir sind was wir sind“, dann doch schaffte. Schön also, dass sich das Label Pierrot le Fou, das sich nun verstärkt um künstlerisch anspruchsvollere oder kontroverse Horrorfilme kümmern will, Adrián García Boglianos Film „Here comes the Devil“ angenommen hat.

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Der 1980 in Madrid geborene Regisseur hat in der Vergangenheit vor allem in Argentinien, aber auch Costa Rica, einige deftige Splatterfilme gedreht, die allerdings sowohl bei Kritik, als auch Horrorfans, keinen besonders guten Ruf genießen. Umso erstaunlicher, dass er mit „Here comes the Devil“ einen eher ruhigen, sich ganz auf eine irritierend-unangenehme Stimmung verlassenden Film gedreht hat. Offensichtliches Vorbild ist „Picknick am Valentinstag“. Ebenso wie in Peter Weirs verstörendem Klassiker, verschwinden hier Heranwachsende auf einem scheinbar verwunschenen Berg. Wie Irma in Weirs Film kehren beide zwar zurück, doch man erfährt zunächst nicht, was sich dort in den Hügeln zugetragen hat. Diese Unsicherheit und die schleichende Erkenntnis, dass vielleicht etwas Übernatürliches seine Finger im Spiel gehabt haben könnte (oder auch nicht), verbindet „Here comes the Devil“ und „Picknick am Valentinstag“. Bogliano gelingt es sogar, eine ähnlich traumhafte Atmosphäre wie Weir aufzubauen, wobei Bogliano diese schnell zu einer doch konkret albtraumhaften umschlagen lässt. Und im Gegensatz zu Weir, erlaubt Bogliano dem Zuschauer dann schließlich doch keine Zweifel daran, was sich da oben in den Hügel zugetragen hat. Dabei bedient er sich ganz offen bei Elementen anderer Genrefilmen, wie „Rosemary’s Baby“ oder „Gefahr aus dem Weltall“. Leider erinnert sich Bogliano irgendwann wieder an seine vorherige Karriere als Splatterfilm-Regisseur und baut in der Mitte des Filmes einen sehr heftigen Gore-Effekt ein. Dieser wäre nicht unbedingt nötig gewesen und wirft nicht nur das eher subtile Konzept des Filmes über den Haufen, sondern mag auch gar nicht recht zu den Figuren passen. Der Zuschauer wird hier im wahrsten Sinne des Wortes brutal aus dem Film heraus gerissen. Die fragliche Szene wirkt, ebenso wie der sehr exploitive Beginn, der uns gleich mit einer recht intensiven Sexszenen und einem brutalen Überfall konfrontiert, wie aus einem ganz anderen Film hier hinein kopiert. Da wäre weniger wieder einmal mehr gewesen.

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Adrian Garcia Boglianos Vorbilder liegen klar in den 70er Jahren. Nicht nur entdeckt er den mittlerweile „verbotenen“ Zoom wieder, auch die ganz Stimmung und die Darsteller könnten aus einem der paranoiden Horrorthriller der 70er stammen. Bogliano hat keine stromlinienförmigen, geklont wirkende, schöne Menschen besetzt, sondern echte Gesichter mit Charakter. Die Mutter wird von Laura Caro gespielt, einer in Mexiko bekannten R&B Sängerin, die hier ihre erste Filmrolle spielt. Ihr sowieso schon markantes, nicht schönes im klassischen Sinne, und dann doch wieder interessantes Gesicht, wird von Bogliano nicht glattgebügelt, sondern in all seiner Natürlichkeit und mit seiner unreinen Haut gezeigt. Was dem Film dann trotz seines übernatürlichen Themas einen gewissen Realismus gibt. Auch Francisco Barreiro als Vater ist kein klassischer Filmheld und vor allem kein Sympathieträger. Er könnte der Typ sein, der nebenan wohnt und dem man morgens gerne aus dem Weg geht. Obwohl Laura Caro von Bogliano immer mal wieder nackt gezeigt wird, haben diese Szenen keine erotische Wirkung, sondern zeigen sie meistens nur schutzlos und verletzlich. Umso mehr befremdet in diesem Zusammenhang die dampfend inszenierte Softsexszene am Anfang des Filmes, die zwei junge Frauen beim Sex zeigt und – wie bereit erwähnt – sich nicht in den folgenden Film einfügen will. Dieser ist auch eher rau und schroff, oftmals in grauen Farben fotografiert. Aber es gibt auch immer wieder kunstvoll gestaltete Szenen, in denen die Farbe zurückkehrt und förmlich wie ein Hammer zuschlägt. Zum Beispiel in der beängstigenden Rückblende, in der die Babysitterin erzählt, was sie mit den beiden Kindern erlebt hat. Dabei werden die unheimlichsten Augenblicke dem Zuschauer nicht gezeigt, sondern direkt in seinen Kopf gepflanzt. Nicht nur an dieser Stelle werden Erinnerungen an „Rosemary’s Baby“ wach.

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Ansonsten lässt Bogliano seinen Film vor Symbolismus und Allegorien fast platzen. Selbstverständlich ist es kein Zufall, dass die Höhle, in der die Geschwister verschwinden, an eine Vagina denken lässt, aus der die Kinder „neu geboren“ wieder hervor kommen. Und dass Tochter Sara am Tag ihres Verschwindens ihre erste Menstruation hat, ist ein Verweis auf die Veränderung des Körpers in der Pubertät, der Transformation vom Kind zum Erwachsenen. Und so kann man den Film durchaus auch Metapher auf das Erwachsenwerden, das Entfremden der Kinder von den Eltern und die Entdeckung der eigenen Sexualität deuten. Letztere lässt das „Kind“ verschwinden und etwas anderes (den pubertierenden, sich seltsam verhaltenen Teenie) sich an seine Stelle setzten. Es ist die Zeit, in der die Eltern nicht mehr wissen, was ihre Kinder eigentlich treiben, wenn sie nicht dabei sind. Und kann das Ende nicht auch als Emanzipation der Eltern von ihren Kindern, der Einstieg in ein Leben „danach“ – wenn die Kinder aus dem Haus sind – gedeutet werden?

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Mit „Here comes the Devil“ ist Adrian Garcia Bogliano ein unheimlicher und über weite Strecken angenehm subtil inszenierter Film gelungen. Allerdings nehmen ihm ein unpassender, wie aus einem anderen Film stammender, exploitiver Beginn, und vor allem eine deplatzierte, heftige Splatterszene in der Mitte, dann leider doch etwas von seiner Intensität. Dabei funktioniert Boglianos Film nicht nur als ein – an die paranoiden Terrorstreifen der 70er Jahre gemahnender – Horrorfilm, sondern auch eine intensive Allegorie auf das Erwachsenwerden der eigenen Kinder.

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Leider ist es mir wieder nicht möglich, die DVD selber zu rezensieren, da mit von Pierrot Le Fou wiederum nur eine Presse-DVD mit fettem Wasserzeichen (siehe Screenshots) und ohne deutsche Tonspur/Extras zur Verfügung gestellt wurde.  Da macht das Besprechen dann leider wenig Spaß. Laut OFDb soll aber ein fast einstündiges „Making Of“ (welches ich sehr gern gesehen hätte) und der Trailer mit an Bord sein.

Originalfassungen in Bremen: 19.06.14 – 25.06.14

Von , 18. Juni 2014 21:33

Wie auch im regulären Kinoprogramm, herrscht bei den O-Fassungen eine leichte Sommer- und WM-Flaute. Immerhin ist jetzt die Sonntags-Originalfassung im CineStar jetzt fester Programmpunkt. Blöderweise kann man auf der Homepage aber nicht sehen, welcher Film gezeigt wird. Von der Anfganszeit her (und weil ich meine, dass es so im Weser Kurier stand) tippe ich auf „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Da ich aber nicht 100% sicher bin, führe ich ihn unten nicht mit auf.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter – Cinemaxx, Do., Sa-So, Di-Mi. immer 21:10 – US-Bestsellerverfilmung um eine Jugendliche, die an Schilddüsenkrebs leiden und nicht mehr lange zu leben hat. Mit einem guten Freund erfüllt sie sich ihren letzten Wunsch. Sie fliegt gemeinsam nach Amsterdam, um dort ihren Lieblingsautoren zu treffen.

Edge of Tomorrow – Cinemaxx, Fr., 20.6. um 21:10 – Tom Cruise und Emily Blunt in einem Big-Budget-Blockbuster von Doug Liman. Klingt wie “Starship Troopers meet Groundhog Day”. Der Trailer sah überraschenderweise gar nicht so schlecht aus.

Boyhood – Schauburg, So., 22.6. um 20:15 – Richard Linklaters faszinierendes und bei der Berlinale umjubeltes Langzeit-Experiment. Über 12 Jahre filmte er immer mal wieder an diesem Film, der den Weg ins Erwachsenenleben zeigt. Linklater erzählt die Geschichte eines Jungen von seinem sechsten Lebensjahr an bis zu seinem College-Eintritt mit 18 Jahren.

Violette – Atlantis, So., 22.6. um 20:00 – Franzöisches Bio-Pic über die Schriftstellerin Violette Leduc (1907-1972), die sich mit ihrer Literatur den Schmerz von der Seele schrieb. Ihr Roman „Thérèse et Isabelle“ wurde übrigens von Radley Metzger verfilmt.

Mittsommernachtstango – City 46, Do./Fr./Mo./Di. um 20:30 und Sa./So. um 18:00 – Dokumentarfilm über drei argentinische Tänzer auf ihrer Reise durch Finnland, wo ein wahres Tangofieber grassiert und die Finnen die Erfindung des Tanzes für sich reklamieren.

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Stilles Chaos – City 46, Do./Sa.-Mo. und Di. um 20:00 – Italienisches Drama von Antonello Grimaldi mit Nanni Moretti. Ein hoher Manager kann den Tod seiner Frau nicht verarbeiten und kümmert sich um seine 10jährige Tochter.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 23.6. um 21:10

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 23.6. um 21:45

Französische Sneak Preview – Gondel, Mi, den 25.6. um 21:00

Blu-ray-Rezension: “Gorgo”

Von , 17. Juni 2014 21:46

gorgo2Die beiden Schatztaucher Joe Ryan und Sam Slade (Bill Travers und William Sylvester) kommen vor der irischen Küsten durch Zufall einem dinosaurierartigem Wesen auf die Spur, welches sie einfangen und nach England verschiffen. Dort soll es in London gegen sehr gutes Geld in einem großen Zirkus als Attraktion ausgestellt werden. Doch dann stellt sich heraus, dass Gorgo, wie das Wesen getauft wurde, noch ein Baby ist. Und seine Mama ist ziemlich sauer darüber, dass jemand ihr Kind entführt hat…

Wenn der Film beginnt und in gewaltigen Scope-Lettern der Titel auf die Breitwand geworfen wird, wähnt man sich beinahe schon in einem Monumentalfilm. Doch davon ist „Gorgo“ weit entfernt. Seine Produzenten, die King Brothers, hatten zuvor vor allem Filme für die us-amerikanische Billig-Produktionsfirma Monogram produziert. Und obwohl „Gorgo“ demgegenüber sicherlich über ein weit höheres Budget verfügte, ist es doch ein eher kostengünstiges Monster-B-Movie mit einem „Mann im Monsteranzug“. Diese Vorgehensweise war von den beiden erfolgreichen ersten „Godzilla“-Filme aus Japan übernommen worden und löste das aufwändige Stop-Motion-Verfahren ab, welches Regisseur Lourié noch in seinen früheren Filmen verwendete. Doch während Godzilla durchaus bedrohlich aussah, fällt das Design des Gorgo-Monsters doch eher in die Rubrik „niedlich“. Mit seinen lustigen großen Ohren, starren, ab und zu rot leuchtenden Augen und den überproportional großen Klauen, wirkt er eher wie ein Urahn des Augsburger-Puppenkiste-Stars „Urmel aus dem Eis“. Dass es Regisseur Eugène Lourié aber trotzdem gelingt, dies in einigen durchaus stimmungsvollen Szenen vergessen zu machen, und dem eher lustig und doch sehr unecht aussehenden Monster eine Persönlichkeit zu verleihen, ist ihm hoch anzurechnen.

Insbesondere die Szenen in Irland zeichnen sich durch eine beunruhigende Grundstimmung aus, was neben Louriés Blick für eine effektive Filmarchitektur (z.B. das Haus des Hafenmeisters) auch der sauberen Kameraarbeit und dem ewig diesigen Wetter geschuldet ist. Bei „Gorgo“ wird Lourié stark durch einen bombastisch-eingänglichen Soundtrack unterstützt, der von dem Italiener Angelo Francesco Lavagnino komponiert wurde, und den ganzen Film gleich sehr viel teurer und epischer wirken lässt, als er eigentlich ist.

Regisseur Eugène Lourié flüchtete 1921 im Zuge der Bürgerkriegswirren aus seiner Heimat Russland und landete zunächst einmal in Frankreich, wo er Jean Renoir kennenlernte und für diesen als Filmarchitekt arbeitete. Gemeinsam flohen sie später vor den Nazis in die USA und setzten ihre Zusammenarbeit dort fort. Als Renoir nach Frankreich zurückkehrte, blieb Lourié. 1952 debütierte er als Regisseur mit dem Monsterfilm-Klassiker „Panik in New York“, in dem ein von Ray Harryhausen animierter Dinosaurier die amerikanische Metropole heimsucht. Dieser Film trat eine Welle von „Große-Monster-Filme“ los und war auch Inspiration für „Godzilla“, der wiederum später „Gorgo“ möglich machte. Lourié blieb dem Monster-Film treu und realisierte 1957 „Der Koloß von New York“ und ein Jahr später „Das Ungeheuer von Loch Ness“, indem ein riesiges Reptil – hier noch per Stop-Motion zum Leben erweckt – bereits kurz vor „Gorgo“ London heimsucht. Nach Gorgo wand er sich dann wieder ausschließlich der Filmarchitektur zu und arbeite dabei hauptsächlich für das Fernsehen.

Hauptdarsteller des Filmes sind Bill Travers und William Sylvester. Der Engländer Bill Travers ist vor allem mit dem 1965 gedrehten Tierfilm „Frei geboren“ bekannt geworden. Lustigerweise verschrieb er sich nach den Dreharbeiten zu „Frei geboren“ dem Tierschutz, gründete eine eigene Tierschutzorganisation und prangerte die Haltung und zur Schaustellung wilder Tiere in Zoos an. Quasi in genauer Umkehrung zu seiner Rolle in „Gorgo“.Der Amerikaner Sylvester hatte eine kleine, aber markante Rolle in Stanley Kubriks Meisterwerk „2001“, spielte aber sonst nur in preisgünstigen, unbekannteren Produktionen mit.

Interessanterweise wird keiner der beiden Helden besonders positiv gezeichnet. Beide sind vor allem auf Profit aus und verhalten sich anderen gegenüber barsch und drohend. Sympathieträger sind sie beide nicht. Und während der von William Sylvester gespielte Sam Slade zumindest in der zweiten Hälfte der eine oder andere Gewissensbiss quälen darf, bleibt Bill Travers‘ Joe Ryan der große Draufgänger, dem außer dem eigenen Interesse so ziemlich alles egal ist. Die Rolle des Helden im eigentlichen Sinne übernimmt der 12jährige Vincent Winter, als Waisenkind Sean, der sich mit dem Monster befreundet. Obwohl solche Rollen gerade in Horrorfilmen oftmals sehr nerven, hält sich dies bei Vincent Winter noch im Rahmen, da seine Figur auch nicht inflationär eingesetzt wird.

Die große Pointe des Filmes – die verraten werden kann, da der Film sowieso nicht großartig auf Spannung, sondern eher auf Spektakel setzt – ist es, dass der am Anfang gefangene Gorgo trotz seiner beeindruckenden Größe nur ein Baby-Gorgo ist und seine Mutter nicht gerade amüsiert über die Entführung ihres Kindes ist. Wenn dann diese riesige Kreatur auftaucht, rappelt es ordentlich im Karton. Sie bewegt sich auf einem Pfad der Zerstörung (von dem man aus Kostengründen mehr zu hören als zu sehen bekommt) auf London zu. Ist sie in der britischen Hauptstadt angekommen, setzt es eine wunderbare Zerstörungsorgie, die den besten Godzilla-Filmen Konkurrenz macht und das Herz des Monsterfilm-Fans höher schlagen lässt. Wie Gorgo die Metropole auseinandernimmt, ist mit viel Liebe zum Detail und Auge für sensationelle Bilder umgesetzt worden. Der Film mündet in einem wunderschönes Schlussbild, welches, offensichtlich als Hommage an „Gorgo“, in dem 30 Jahre später entstandenen „Godzilla Vs. Mechagodzilla II“ (bei Splendid erscheinen, Review folgt in nächster Zeit) übernommen wurde. Wie überhaupt „Gorgo“ die Godzilla-Reihe stark beeinflusst hat, denn nach dem großen Erfolg des britischen Filmes in Japan, wurde dort von Toho der seit sechs Jahren ruhende Godzilla-Franchise wieder zum Leben erweckt und (die beiden US-Remakes nicht mitgezählt) bis 2006 ganze 26 weiteren Filme mit dem (der?) großen Grünen gedreht.

„Gorgo“ ist ein sehr sympathischer Monsterfilm, der sehr offensichtlich bei „King Kong“ abkupfert und sich auch deutlich vom ersten „Godzilla“ inspirieren ließ. Trotz seines eher lustig-albern aussehenden Monsters, schafft es Regisseur Eugène Lourié diesem einen Charakter zu geben und neben den spektakulären Zerstörungsszenen, auch einige recht unheimliche Szenen atmosphärische Bilder zu zaubern. Ferner wartet Gorgo“ mit einer netten Geschichte und einem bombastischen Soundtrack auf, der den Film sehr viel teurer wirken lässt, als er wirklich ist.

Das Bild der Blu-ray ist in vielen Szenen nicht wirklich überragend und wirkt häufig so, als wären hier 16mm auf 35mm aufgeblasen worden. Es ist zwar klar und frei von Verschmutzungen, wirkt aber auch etwas schwach und sehr körnig. Aber nicht in allen Szenen, sondern vor allem in denen, in welchen sich die Protagonisten anfangs auf dem Meer befinden. Die gute HD-Bearbeitung lässt jedes Mal, wenn jemand vor dem Green-Screen agiert, Spuren der grünen Leinwand um ihn herum erkennen. Besser wird der Film nie mehr aussehen, da die Schwächen beim Ausgangsmaterial und nicht der Aufbereitung zu suchen sind. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch vor, wobei ich die deutsche Tonspur in manchen Dialogen etwas schwer zu verstehen fand. Als Extras gibt es ein recht informatives „Making Of“ von 30 Minuten, welches ursprünglich wohl für die Veröffentlichung des amerikanischen Labels VCI produziert wurde, von der dann auch die restlichen Extras stammen. Ferner kann man als nettes Gimmick eine animierte amerikanisches„Gorgo“-Comicheft und einen französischen Foto-Comic schauen.

Das Bloggen der Anderen (16-06-14) – Doppelausgabe

Von , 16. Juni 2014 22:00

bartonfink_type2Wie vielleicht der eine oder andere bemerkt hat, fiel „Das Bloggen der Anderen“ in der letzten Woche aus. Denn das Pfingstwochenende habe ich anders genutzt, als daheim im Internet zu surfen. Aber keine Angst, es ist nichts verloren gegangen und so gibt es diesmal quasi eine „Doppelausgabe“.

Auf Eskalierende Träume gibt es sehr interessante Vorberichte (hier „Aufrisse“ genannt) zum kommenden Hofbauer-Kongress in Nürnberg. Man erfährt schon vorab so einiges wissenswertes (und appetitanregendes) über Filme wie „Dirty Lilly“, „Holiday in St. Tropez“, „Giulia“ oder frühen Film-Jukeboxen (aus den 40ern!).

Schöne Idee. Sebastian Schubert beschreibt auf Magazin des Glücks ein Filmstandbild. Er verrät zwar nicht, aus welchem Film es stammt, ich gehe aber mal fest von „Die geheimnisvolle Gräfin“ aus.

Der Berlinale-Gewinner „Black Coal, Thin Ice“ kommt nun unter dem Titel „Feuerwerk am helllichten Tage“ in die Kinos. Frank Schmidtke von cineastic.de ist allerdings nicht besonders begeistert. Dafür mochte Ronny Dombrowski den zweiten Film von William Eubank („Love“) sehr gerne und vergibt an „The Signal“ 8 von 10 Punkten.

Genau umgekehrt ist es bei Komm & Sieh, wo Sir Real „The Signal“ ziemlich verreißt, Thorsten Krüger „Feuerwerk am hellichten Tag“ aber als recht gelungen einschätzt.  Besser weg kommt allerdings der ebenfalls chinesische Film „A Touch of Sin“, der ebenfalls von Thorsten Krüger besprochen wird.  Und Jochen Plinganz empfiehlt „The Suspect“, ein weiterer „Nordkoreanischer Spion in Südkorea“-Thriller.

Pieces of Emotion stellt den Blog „Leinwandreporter“ vor.

Stubenhockerei befasst sich mit dem Fassbinder-Film „Wildwechsel“, der auf einem Theaterstück vom Franz-Xaver Kroetz beruht (eigene Anmerkung: Der übrigens gar nicht begeistert war und weitere Vorführungen des Films verhinderte). Passend dazu gibt auch noch was zu Peter Fleischmanns „Jagdszenen aus Niederbayern“.

Herzlichen Glückwunsch, Tonight is gonna be a large one. Bullions Blog ist jetzt seit acht Jahren im Netz.

Herzlichen Glückwunsch auch an Donald Duck, der 80 Jahre wurde. Sie Donnerbold von Sir Donnerbolds Bagatellen gratuliert.

symparanekronemoi stellt noch einmal ausführlich die Jodorowsky-Box von Bildstörung und die darin enthaltenen Filmen vor.

Passend zur WM stellt Joachim Kurz auf B-Roll einige Fußballfilme im näheren und weiteren Sinne vor. Und Rochus Wolff schreibt wieder einmal in seiner Kinderfilm-Kolumne eine sehr kluge Worte über das Tempo im Kinderfilm und warum gute Kinderfilme zeitlos sind.

Der Kinogänger hatte zweimal „Neues aus Hollywood“ am Start. Für die 22. und die 23. Kalenderwoche.

Sascha Nolte empfiehlt „die perfekte, fiese Unterhaltung für heiße Sommernächte – ein flirrender, fieberhafter Alptraum vor schwüler Kulisse.“ Auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte bespricht er den merkwürdige (und aufgrund seiner zahlreichen Alternativtitel reichlich falsche Erwartungen weckende) „Macchie solari“ aka „Autopsie – Hospital der lebenden Leichen“. Des weiteren hat er auch einen sehr frühen Film des Sleaze-Meisters Renato „Delirio Caldo“ Polselli gesehen: „Die Geliebte des Vampirs“ von 1960.

Tim ist auf Bad im Bilderstrom ziemlich angetan vom deutschen Gangsterfilm „Harms“, der sonst ja eher durchwachsene Kritiken bekommt.

Apropos deutscher Genrefilm. Themroc hat sehr viele gute Worte über „Stereo“ zu verlieren und hat schon leichte Hoffnungen auf ein Wiederauferstehen des deutschen Genrefilms (wobei ich ja der Meinung bin, dass der nie wirklich weg, sondern nur gut versteckt war). Dazu passen dann im historischen Rückblick die Besprechungen von fünf Genrefilmen aus den 30ern, die u.a. bereits Wallace- und Karl-May-Stoffe verwendeten.

Alex Klotz stellt auf Hypnosemaschinen wieder zwei unbekannte Film vor, die scheinbar ganz meine Kragenweite sind. Den mexikanischen Film „El escapulario“ und „Rendezvous in Bray“ von André Delvaux, dessen leicht surreales Werk Alex schon des öfteren empfohlen hat.

Die zur Zeit beste Reihe in deutschen Filmblogs findet man auf Hard Sensations, wo Marco Siedelmann unter dem Titel „Reden über Schreiben über Film“ lange und sehr interessante Interviews mit Menschen führt, die im Netz über Film schreiben. Diesmal: Hasko Baumann, ehemaliger Mitgründer der seligen „Schnitt“, Redakteur des Online-Magazins „Das Manifest“ und Macher solch innovativer TV-Sendungen wie dem grandiosen „Durch die Nacht mit…“. Was er zu sagen hat ist auch sehr sympathisch und interessant. Sehr hintergründig und spannend ist auch das Interview mit einem des bekanntesten deutschen Filmkritiker: Ekkehard Knörer.

Lukas Foerster hat eine sehr kritische und ausgewogene Besprechung zu Douglas Limans „Edge of Tomorrow“ auf Dirty Laundry veröffentlicht.

Andreas Köhnemann bespricht auf critic.de die Doku „I Am Divine“, die auch auf meiner Liste ganz oben steht. Frédéric Jaeger schreibt über das Buch „Der Dokumentarfilm ist tot – es lebe der Dokumentarfilm: Über die Zukunft des dokumentarischen Arbeitens“, welches im Mai im Schüren Verlag ein Sammelband anlässlich des Internationalen Dokumentarfilmfestivals München erschienen ist und für das er auch einen Beitrag verfasst hat. Michael Kienzl wiederum stellt die Filme von Kô Nakahira vor, dem auf der diesjährigen Nippon Connection die Retrospektive gewidmet war.  Auch eine tolle Reihe: „Bewegte Bilder“ – Kunstwerke die häufig in Filmen zitiert werden. Diesmal „Orphelia“ von John Everett Millais.

Ulrich Kriest ist auf filmgazette schwer von Götz Spielmanns neuem Film „Oktober November“ begeistert, dem er 9 von 10 Punkten gibt. Dazu passt dann ein ausführliches Interview, das er mit Spielmann geführt hat.

Alex Matzkeit macht sich auf real virtuality so seine Gedanken um die kommende neue Star-Wars-Trilogie und weshalb sie scheitern könnte.

Udo Rotenberg hat sich für seinen Blog L’amore in cittá den Proto-Giallo „Die Mörderklinik“ von Elio Scardamaglia mit William Berger vorgenommen, der kurz nach Bavas „Blutiger Seide“ entstand.

Eine wunderbare Mischung aus Giallo und Polizeifilm bespricht totalschaden auf Splattertrash, nämlich einen meiner persönlichen Lieblinge: „Der Tod trägt schwarzes Leder“.

Wer zu viel Geld übrig hat, kann dieses in einen Film über außerirdische Brustimplantate namens „Killer Rack“ investieren, bei dem auch Lloyd Kaufman mitmischt. Screenread berichtet darüber. Ebenso wie über den mexikanischen Gruseler „Here comes the Devil“, zu dem ich hier die Tage auch ein paar Gedanken schweifen lassen werden.

Den hat auch Deep Red Radio am Wickel. Ebenso wie Ralph Bakshis kontroversen Animationsklassiker „Coonskin“, über den ich hier geschrieben hatte.

„Coonskin“ wird auch von Oliver Armbrust auf film-rezensionen.de besprochen. Das passt auch sehr gut in seine Reihe mit Animationsfilmen, die mit dem Anime „Perfect Blue“ fortgeführt wird.

Ebenfalls einen Anime – wenn auch mit eher jüngeren Zielgruppe – bespricht Robin Schröder auf Mise en cinéma: „Welcome to the Space Show“, dem er etwas ambivalent gegenüber steht.

Und noch ein Anime: Martin Beck gefällt auf Reihe Sieben der letzte Film des großen Hayao Miyazakis: „Wie der Wind sich hebt“.

Und eine Blogparade macht auch wieder die Runde. Going to the movies hat 10 Filme aufgeführt, die er gut fand, aber kein zweites Mal schauen möchte. Da er seine Entscheidung auch kurz begründet hat, weise ich hier mal drauf hin. Hmmmm…. relativ konventionelle Filme. Mich würde mal interessieren, was er zu „120 Tage von Sodom“ oder „Begotten“ sagen würde.

Ich habe ja so meine Probleme mit dem Kino des Eli Roth, welches ich zu gewollt und krampfhaft auf „krass“ getrimmt ist. Darum warte ich auch nicht unbedingt auf seine Kannibalen-Film „The Green Inferno“, den Stefan auf Equilibrium allerdings ausdrücklich lobt.

Auf Daumenkino hat Natalie Wilke eine lesenswerte Kritik zu dem Film „Enemy“ von Denis Villeneuve veröffentlicht.

dennis schreibt auf filmospohie über „Eine kurze Geschichte der (Film)Zeit“. Definitiv kein Text zum mal eben drüber schauen, sondern wert, dass man sich in den Artikel vertieft und etwas Gehirnschmalz in die Theorie investiert.

jogiwan schreibt auf project-equinox eine intelligente Review über „Berberian Sound Studio“, den ich mir wohl einmal ein zweites Mal anschauen sollte. Beim ersten Mal hat es – wohl auch aufgrund der falschen Erwartungshaltung – so überhaupt nicht Klick bei mir gemacht.

Auf Filme im Dialog unterhalten sich PD und YP diesmal über den Regisseur Richard Linklater.

Schlombie hat auf Schlombies Filmbesprechungen einen neue Ausgabe der „Besprechungen der Anderen“ erstellt und ich bedanke mich hier für die nette Erwähnung dort. http://schlombies-filmbesprechungen.blogspot.de/2014/06/die-besprechungen-der-anderen.html

Oliver Nöding nutzt seine Elternzeit um weiterhin regelmäßig interessante Besprechungen auf Remember It For Later zu veröffentlichen. Diesmal u.a. dabei: Harald Reinls Poe-Film „Die Schlangengrube und das Pendel“ und zwei Filme, die ich auch gerade in der Mache hatte: „Loreley’s Grasp“ und „Geheimcode: Wildgänse“.

Nachdem Hauptsache Stummfilm vor Kurzem bereits die Version von 1929 besprochen hat, ist nun eine weitere Fassung der „Three Godfathers“ dran. Richard Boleslawskis „Das Wunder in der Wüste“ von 1938.

Sascha Schmidt berichtet auf Okaeri von der Nippon Connection, wo er die Dokumentation „The Frivolous“ sah. Dieser handelt von den Gouverneurswahl in Osaka handelt, für die sich für rund 30.000 US-Dollar jeder aufstellen lassen kann.

Annika Stelter schaut auf Die Filme, die ich rief Michael Caminos „Die durch die Hölle gehen“, der sie tief einsaugt.

Und zum Schluss gibt es noch einen schönen Text von Rainer Knepperges auf new filmkritik mit der Überschrift „Infrastruktur“.

DVD-Rezension: Drei Söldnerfilme von „Anthony M. Dawson“

Von , 14. Juni 2014 21:16

Mitte der 80er erlebte ein Genre seine Blütezeit, welches heute – bis in den warmen Erinnerungen der Mit-40er – fast vergessen ist: Der Söldnerfilm. Dieses wurde fast im Alleingang von einem Mann auf dem Boden gestampft: Erwin C. Dietrich. Dietrich hatte mit dem Prototyp der in den 80ern folgenden Söldnerfilme – „Die Wildgänse kommen“ – im Jahre 1978 seine erste große, internationale Co-Produktion verwirklicht. Das Ganze funktionierte vor allem als Star-Vehikel, welches mit großen Namen wie Richard Burton, Roger Moore oder Hardy Krüger protzen konnte. Zwar zog der Film einige ähnlich gelagerte Filme, wie „Die Seewölfe kommen“ nach sich, doch Dietrich sollte den Söldnerfilm, so wie man sich heute an ihn erinnert, erst einige Jahre später in einer Handvoll deutsch-italienischer Co-Produktionen definieren. Nachdem Ascot-Elite bereits „Die Rückkehr der Wildgänse“ (Kritik hier) und „Im Wendekreis des Söldners“ (Kritik hier) veröffentlichte, kommen nun auch jene drei großen Söldnerfilme auf den DVD-Markt, die in den späten 80ern die Augen der Videothekenbesucher zum Leuchten brachten. Allen dreien ist der Hauptdarsteller Lewis Collins und der Regisseur Antonio Margheriti (alias Anthony M. Dawson) gemein, sowie die Besetzung der weiteren Rollen mit alternden Hollywoodstars und deutschen Synchronsprechern. Und noch eins fällt auf: In allen drei Werken stiehlt der großartige Manfred Lehmann dem etatmäßigen Helden Lewis Collins gehörig die Schau.

 

Geheimcode: Wildgänse (1984)

geheimcode wildgänse
Captain Robert Wesley (Lewis Collins) wird mit seinem Söldner-Team von dem Geschäftsmann Brenner (Hartmut Neugebauer) angeheuert, um im Auftrag der amerikanischen Drogenfahndung im Goldenen Dreieck ein großes Heroinlager zu vernichten, welches einem korrupten General gehört. Damit soll der Drogennachschub in die USA und Europa unterbunden werden. Unterstützt von Weiter lesen 'DVD-Rezension: Drei Söldnerfilme von „Anthony M. Dawson“'»

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