Filmforum Bremen unterwegs: Beim 4. Offiziellen Deliria-Italiano-Forentreffen in Magdeburg

Von , 25. Oktober 2013 20:27

Bild 034Das Internet ist schon ein merkwürdiger Ort. Hinter dem Schutz von mehr oder weniger originell gewählten Kampfnamen, sitzen irgendwelche Leute hinter ihren PCs und schießen ihre Meinung zu den unterschiedlichsten Themen in die Welt. Manchmal fundiert, häufig jedoch gnadenlos zynisch, provozierend und auf Krawall gebürstet. Da wird im Schutze der Anonymität gleich unter die Gürtellinie gegangen, und überhaupt gibt es nur eine Meinung, die maßgeblich ist: Die Eigene. Die Anderen sind alles hirnlose Idioten und das sollen sie auch ruhig wissen. Wenn man mal ein Bild davon bekommen möchte, welche Auswüchse so etwas annehmen kann, muss man sich nur die Leserkommentare unter den „Spiegel Online“-Artikeln durchlesen. Danach droht man häufig den Glauben an die Menschheit zu verlieren. Aber muss das so sein? Nein, es gibt auch Oasen der Friedfertigkeit, wo das gemeinsame Interesse im Vordergrund steht, der Spaß und weniger das eigene Ego.

Eine dieser Oasen ist das Internet-Forum „Deliria-Italiano.de“. Warum gerade dieses solche eine Ausnahme bildet – wo es doch in thematischen verwandten Foren manchmal zugeht, wie in der Steinzeit -, darüber spekulieren die Mitglieder selber gerne und oft. Einerseits sind da natürlich die Administratoren und Moderatoren, die recht schnell durchgreifen, wenn jemand über die Stränge schlägt oder das Forum für seinen persönlichen Ego-Trip missbrauchen will. Andererseits ist da etwas, was – zumindest meines Wissens nach – recht einzigartig in der deutschen Internetszene ist.

Einmal im Jahr treffen sich die Forenmitglieder irgendwo in Deutschland, um gemeinsam Weiter lesen 'Filmforum Bremen unterwegs: Beim 4. Offiziellen Deliria-Italiano-Forentreffen in Magdeburg'»

Das große Halloween-Gewinnspiel: Kino für die Ohren

Von , 23. Oktober 2013 12:51

Willkommen zum dem ersten Gewinnspiel, das hier im „Filmforum Bremen“ veranstaltet wird.  In einer Woche ist Halloween und da passt es natürlich ganz hervorragend, dass mich der Intergalactic Ape-Man vom Blog „Intergalaktische Filmreisen“ ansprach, ob ich nicht Interesse hätte, einen Ableger zu seinem großen „Halloween Gewinnspiel“  auf meinem Blog zu platzieren. Meine Antwort: Ja, warum nicht?

Was gibt es zu gewinnen? Keine Filme, dafür „Kino für die Ohren“. Und zwar Hörspiel-CDs der Reihe „Gruselkabinett“  aus dem Hause  Titania Medien.  Die preisgekrönte Serie wartet mit bekannten Synchronsprechern (Oliver Feld = Ben Affleck, Claudia Urbschat-Mingues = Angelina Jolie, Torsten Michaelis = Wesley Snipes, Patrick Winczewski = Tom Cruise u.v.a.m.) und einer stimmungsvollen Umsetzung auf.

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Verlost werden:

2x das große Paket mit den Folgen „Das Amulett der Mumie“, „Das Phantom der Oper“, „Die Totenbraut“, „Der Untergang des Hauses Usher“ und „Draculas Gast“.

3x das kleine Paket mit den Folgen „Das Amulett der Mumie“, „Das Phantom der Oper“ und „Der Untergang des Hauses Usher“.

Was müsst Ihr dafür tun, um an der Verlosung teilzunehmen? Beantwortet in den Kommentaren bitte diese drei Fragen:

  1. Welcher Film sollte bei einer Halloween-Party gezeigt werden?
  2. Welcher Song gehört definitiv zu einer Halloween-Party?
  3. Was gefällt Euch am „Filmforum Bremen“ am besten bzw. wovon würdet ihr gerne mehr lesen? Oder was gefällt euch weniger.

Einsendeschluss ist Halloween, 31.10.2013, um 23:59 Uhr.

Danach werden die fünf Gewinner ausgelost und in den folgenden Tagen über ihren Gewinn informiert.

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Erfolg!

 

Es handelt sich um eine unkommerzielle Spaßaktion. Filmforum Bremen  wickelt die Preisverlosung und -verteilung treuhänderisch ab. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ausgeschlossen sind außerdem Mitarbeiter der Firma Titania Medien und deren Angehörige. Es besteht kein Anspruch auf Teilnahme (Teilnehmer können z.B. aufgrund von Recht oder Sitte ausgeschlossen werden.), Gewinne oder deren Funktion. Der Teilnehmer kann auf dem oben beschriebenen Weg an der Verlosung teilnehmen. Hat er einmal erfolgreich gewonnen, scheidet er aus der restlichen Verlosung aus. Die Auslosung erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Die angeführten Gewinne werden von Titania Medien zur Verfügung gestellt. Es wurde hierbei glaubhaft versichert, dass es sich um offiziell lizensierte und in Deutschland verkehrsfähige, bei Notwendigkeit legitim mit einer Altersfreigabe versehene Produkte handelt. Abbildungen und Beschreibungen ähnlich. Eine Gewährleistung ist ausgeschlossen. Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Mögliche Fehler entheben andere Punkte nicht von ihrer Gültigkeit. Mit der Teilnahme erklärt der Teilnehmer sein Einverständnis mit diesen Bedingungen. Irrtümer vorbehalten. Es gilt wie immer: Bei Unstimmigkeiten zuerst Kontakt aufnehmen. info ( ät ) filmforum-bremen ( dott ) de.

DVD-Rezension: “Vanishing Waves”

Von , 21. Oktober 2013 13:55

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Lukas (Marius Jampolskis) ist ein junger Wissenschaftler der an einem Experiment teilnimmt, bei dem er in den Geist einer Koma-Patientin eindringen kann. Dort soll er nur Beobachten, doch gleich beim ersten Kontakt mit der wunderschönen Aurora (Jurga Jutaite), wirft er seinen wissenschaftlichen Auftrag über den Haufen und beginnt eine leidenschaftliche, sexuelle Affäre mit dem Testobjekt. Immer wieder kehrt er zu Aurora zurück, um mit ihr seine Fantasien auszuleben. Seinen Kollegen erzählt er allerdings nichts von seinen Erlebnissen, weil er weiß, dass er sonst sofort von dem Projekt abgezogen würde. Doch Lukas’ Freundin Lina (Martina Jablonskyte) merkt bald, dass mit ihm etwas nicht stimmt…

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Nur sehr selten finden Filme aus Osteuropa ihren Weg nach Deutschland. Ab und zu einmal ein tschechischer Film, ein russischer oder ganz selten auch ein polnischer. Dabei ist gerade diese Filmlandschaft reich an Entdeckungen und Schmuckstücken. Mit „Vanishing Waves“ hat es – meines Wissens nach das erste Mal – ein Film aus Litauen zu einer deutschen Heimkinoveröffentlichung gebracht. Dabei half sicherlich, dass der Film der jungen Regisseurin Kristina Buozyte mit Frankreich und Belgien co-finanziert wurde und auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest lief. Mir war der Film bereits Anfang des Jahres aufgefallen, als er auf dem International Fantastic Film Festival in Brüssel lief, und er war lange Zeit mein Favorit für eine Aufführung bei unserm Phantastival Bremen. Jetzt ist uns aber Donau Film mit einer vorbildlichen DVD-Veröffentlichung zuvorgekommen.

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„Vanishing Waves“ hat trotz seiner thematischen Nähe zu „Inception“ nichts mit großer Action am Hut, sondern nähert sich dem Thema des Eindringens in eine fremde Psyche auf philosophische Weise. Lukas wird am Anfang eingebläut, dass er sich nur als Beobachter im Hintergrund halten soll, um keinen Einfluss auf die Gedanken des Versuchsobjektes zu nehmen. Und tatsächlich scheinen Lukas‘ ersten Interaktionen mit Aurora ganz allein von ihm gesteuert. Wenn sie sich ohne großes Kennenlernen gleich zu Beginn in einem leeren Raum ihren Leidenschaften hingeben, dann scheint dies ganz aus seinem eigenen Unterbewusstsein entsprungen. Die ultimative sexuelle Fantasie. Ein schönes Mädchen, das sich einem sofort und bedingungslos hingibt. Schon zuvor hat Regisseurin Buozyte Hinweise eingestreut, dass Lukas unter einer Art Sexsucht leidet, wenn seine Freundin ihn vor dem Computer allein lässt und Lukas nach einer 360 Grad Kamerafahrt scheinbar vor dem PC zu Pornobildern masturbiert. Auch später gibt es noch eine drastische Szene, in der Lukas wie ein Junkie die Dienste einer Prostituierten sucht.

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Kommuniziert Lukas wirklich mit der Psyche der komatösen Aura oder beeinflusst und manipuliert er diese unbewusst. Oder werden seine schutzlosen Gedanken im Geiste von Aurora deformiert, und haben seine Ausflüge in die fremde Psyche Einfluss auf seine eigene Wirklichkeit. Das legt die Szene nah, in der er beinahe seine Freundin vergewaltigt. Potenzieren sich dadurch, dass Lukas in Auroas Geist eine Welt nach seinem Willen erschafft, seine Begierden, so dass er diese in seiner Realität nicht mehr kontrollieren kann? Und ist das, was Lukas über Auroras Vergangenheit herausfindet wirklich die Wahrheit? Oder interpretiert er nur die wenigen Informationen, die er im Lauf der Zeit zusammensammelt, und erfindet eine ganz eigene Geschichte, die ihm gut gefallen würde. Die von der armen Frau und ihrem tyrannischen Ehemann, der sie sexuell ausnützt und vor dem sie beschützt werden muss? Ist Auroras finale Flucht vor Lukas nicht ihr Flehen, er möge ihre Erinnerungen, ihre Vergangenheit, nicht weiter manipulieren?

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Das effektive und mit einfachen Mitteln der Verfremdung arbeitende Produktionsdesign, ist einer der großen Pluspunkte von „Vanishing Waves“. Hier das Holzhaus mit den merkwürdigen Proportionen und das unwirkliche, goldene Licht in der Traumwelt, dort die harte Realität des sterilen Labors und die kalten Farben von Lukas Welt. Gerade in der letzten Hälfte des Filmes, wenn die Traumwelt in eine Albtraumwelt kippt und die – tatsächlichen oder von Lukas erfundenen – dunklen Geheimnisse aus Auroras Vergangenheit an die Oberfläche spülen. Unterstützt wird dies auch durch einen sphärisch-hymnischen Soundtrack, der manchmal vielleicht etwas zu viel des Guten ist, aber sich insgesamt gut in den Film einfügt. Gerade in der bemerkenswertesten Szene zum Ende des Filmes, wenn zwei nackte Körper sich minutenlang durch das Dunkel jagen, erzeugt die Musik eine beinahe unerträgliche Intensität.

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Wo man durchaus Abstriche machen muss, ist bei der Charakterzeichnung. Lukas bleibt einem den Film hinweg fremd. Man kann seine Gefühle und Gedanken nicht durchschauen und auch die Informationen, die Kristina Buozyte ausbreitet, sind eher widersprüchlicher Natur und lassen ihn häufig unsympathisch und leicht manisch erscheinen. Aurora hingegen hat gar keine eigenständige Persönlichkeit, sie sie ganz Projektionsfläche für Lukas Fantasien und Begierden. Nur manchmal bricht ihre eigene Persönlichkeit durch, wenn sie z.B. bemerkt, dass sie nichts fühlen, nichts schmecken kann. Doch wer diese Frau eigentlich ist/war, wird nie so richtig klar, was durchaus auch Konzept des Drehbuchs ist. Aber ein quasi Zwei-Personenstück in dem einen beiden Charaktere fremd bleiben, ist immer etwas problematisch.

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Aus Litauen kommt eine ruhige, erotische Science-Fiction-Meditation zu uns, die weniger auf große Effekte, sondern auch psychologische Entwicklungen und philosophische Fragen wert legt. Was aber nicht heißen soll, dass in den Aufbau der „Traumwelt“ kein Aufwand geflossen sei. Gerade durch das Produktionsdesign und die Kameraarbeit, aber auch den sphärische-hymnischen Soundtrack (der allerdings Geschmackssache ist) weiß „Vanishing Waves“ zu bestechen.

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Die von Donau Film herausgegeben 2-Disc Collector’s Edition ist ein Traum. Hier hat man sich wirklich große Mühe gegeben, den Film mit unfassbar vielen, interessanten Extras anzubieten. So enthält die Bonus-DVD nicht nur ein 18-minütiges „Making Of“, zwei Interviews mit Kristina Buozyte (7 und 39 Minuten) und der Präsentation der Filmes beim BIFF (10 Minuten), sondern auch den kompletten Soundtrack zuzüglich diverser Remixe (55 Minuten, läuft über Standbildern aus dem Film) und als Highlight Kristina Buzytes ersten Spielfilm „The Collectress“ (84 Min., auf Litauisch mit nicht ausblendbaren englischen Untertiteln). Trailer und Teaser für „Vanishing Waves“, sowie der Trailer zu „The Collectress“ runden das ausgezeichnete Bild ab.

Originalfassungen in Bremen: 17.10.13 – 23.10.13

Von , 17. Oktober 2013 19:33

Nachdem in der letzten Woche das Queerfilm-Festival für eine lange Liste mit Originalfassungen sorgte, ist es diese Woche wieder normal. Sollte der Trailer die Wahrheit sagen, gibt es mit „Drecksau“ sogar ein kleines „Must-see“,

Runner Runner – Cinemaxx, Do. und Di. um jeweils 19:50 – Thriller um einen jungen Mann, der beim Online-Poker sein ganzes Geld verliert und daraufhin versucht den Betreiber der Seite in Costa Rica aufzuspüren. Starbesetzt mit Justin Timberlake, Ben Affleck und Gemma Arterton. Die Kritiken fallen allerdings zum größten Teil vernichtend aus.

Insidious: Chapter 2 – Cinemaxx, So., 20.10. um 19:50 – Zweiter Teil des Horrorfilms von „Saw“-Erfinder James Wan. Der erste Teil erhielt Kritiken von Hui bis Pfui. Beim zweiten sind sie bisher verhalten. Immerhin scheint Wan seit den letzten vier Filmen mit dem Geisterfilm-Genre seine Heimat gefunden zu haben.

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Gravity (3D) – Cinemaxx, Fr. und Sa. jeweils 19:50 – Letzten Dienstag gesehen (wenna uch leider nur auf Deutsch) und für gut befunden. Alfonso Cuarón SF-Film handelt von einer Weltraum-Mission, die fürchterlich schief geht und George Clooney und Sandra Bullock allein im All treiben lässt. Endlich mal ein Film, der 3D wirklich zu nutzen weiß und unvergessliche Bilder erzeugt.

Metallica – Through the Never (3D) – CineStar, Do.-Sa. immer 22:50 – Mischung aus Dokumentation, Konzertfilm und Spielszenen mit… na wem wohl?

Drecksau – Schauburg, Mi., 23.10. um 20:00 – Nachdem ich bereits auf diversen Ascot-DVDs so viele Trailer für diesen Film gesehen habe, dachte ich eigentlich, der käme jetzt im Heimkino raus. Aber nein, die Irvine-Welsh-Verfilmung kommt auf die große Leinwand. James McAvoy spielt ein korruptes, egozentrisches, drogensüchtiges Arschloch. blöderweise ist dieses Polizist. Der Trailer auf alle Fälle sieht großartig aus.

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Der Butler – Schauburg, So., 20.10. um 21:00 – Bio-Pic, welches sich an der Geschichte des ersten farbigen Butlers im Weißen Haus orientiert, der 34 Jahre US-Geschichte und Rassendiskriminierung aus dem Hintergrund beobachtet. Regie: Lee Daniels (“Precious”).

Die schönen Tage – Gondel, Mo., 21.10. um 12:00 – Fanny Ardant als 60-jährige Caroline, die durch ihre Affaire mit einem deutlich jüngeren Mann plötzlich aufblüht.

Welcome to Pine Hill – City 46, Do./Fr./Mo./Mi. um 18:00 und So./Di. um 20:30 – Ein ehemaliger Drogendealer, will sich ein Leben ohne Drogen aufbauen, fernab von New York City. Doch dann erfährt er, dass er nur noch sechs Monate zu Leben hat. Nach dem ersten Schock findet er sich mit seiner Situation ab und lernt nach und nach, sich zu akzeptieren.

Biester – City 46, Do./Mo./Di. immer 20:00 – Im Rahmen einer kleinen Isabelle-Huppert-Reihe. Nicht Chabrols bester Film, aber trotzdem sehr spannend und mit Sandrine Bonnaire in der zweiten Hauptrolle glänzend besetzt. Tatsächlich stiehlt Frl. Bonnaire La Huppert sogar die Show.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 21.10. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 21.10. um 21:45

Das Bloggen der Anderen (14-10-13)

Von , 14. Oktober 2013 22:08

bartonfink_type2The Wayward Cloud schreibt über das alte, dreckige – und heute verschwundene – New York Ende der 70er/Anfang der 80er und die Filme, die drin spielen. Wie „Crusing“, „Maniac“, „The Warriors“ und der mir bisher unbekannten „Night of thr Jugglar“.

– Bert Rebhandl vergleicht auf cargo Jonathan Glazers Film „Under the skin“ mit dem zugrundeliegenden Buch von Michael Faber.

– „Angkor – Das Tor zur Hölle“ ist eine italienisch-thailändische Co-Produktion von 1982, von der ich noch nie etwas gehört habe – allerdings bin ich auf dem Kriegs- und Söldnerfilmgebiet eh nicht so gut zu Fuß, wie ich erst wieder bei der Trailer-Show des Deliria-Treffens in Magdeburg feststellen musste. Totalschaden hat ihn für Splattertrash besprochen und der Film scheint eine verunglückte, aber nicht gänzlich uninteressante, Mischung aus Drama und B-Action zu sein.

– Jamal Tuschick bespricht auf Hard Sensations die Verfilmung des Romans „Spieltrieb“ von Julie Zeh. Ich bin mir am Ende nicht so ganz sicher, ob ich jetzt eine Empfehlung oder einen Verriss gelesen habe, neugierig bin ich auf alle Fälle geworden.

– Weiter mit aktuellem, deutschem Film. Udo Rotenberg hat für seinen nunmehr dritten (!) Blog Filmakrobatische Höhen ein Interview mit Frauke Finsterwalder, der Regisseurin von „Finsterworld“, geführt.

– Auf seinem anderen Blog Grün ist die Heide geht Udo dann dahin, wo es noch richtig viel zu entdecken gibt. Zum erotischen Film in Deutschland 1961-1969. Dabei teilt er die Geschichte des erotischen Films in zwei Abschnitte ein und neben eine Einführung findet man hier auch eine (soweit ich das überblicken kann) komplette Filmographie.

– Und auf seinem ursprünglichen Blog L’Amore in città nimmt er sich die Milian/Lenzi-Kooperation „Der Vernichter“ alias „Flash Solo“ vor, dessen explosiven Trailer wir anlässlich des Deliria-Treffens in Magdeburg gemeinsam anschauen konnten.

– Noch ein Nachklapp zum Filmfest Hamburg auf Negativ von Lars-Christian Daniels. Über den niederländischen Film „Borgman“ hatte ich schon in der Cannes-Berichterstattung viel Gutes gelesen. Nach dieser enthusiastischen Review, muss ich diesen Terror-Thriller auch unbedingt sehen. Leider gibt es noch keinen deutschen Starttermin.

– Nicht gleich um die Ecke, aber immerhin noch relativ mühelos erreichbar, liegt Münster. Und auch dort gibt es ein Filmfestival, über das Filmlandschaft schreibt.

– Die Eule hat auf Filmtagebuch der Eule einige schöne Filmrezensionen geschrieben. Die, wie ich finde, Schönste zu „Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies“, aber auch zu einem meiner Lieblinge, „Der Glanz des Hauses Amberson“ und „Die Farben der Nacht“, der durch das Traumgespann Edwige Fenech/Sergio Martino eh über jeden Verdacht erhaben ist.

– Oliver Nöding befasst sich auf Remember it for later mit zwei eher unbekannteren Werken des italienischen Regisseurs Massimo Dallamano, der für seine beiden Gialli „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ und „Der Tod trägt schwarzes Leder“ berühmt ist: Den Bessessenheits-Thriller im „Exorzisten“-Fahrwasser: „Il medaglione insanguinato (Perche?!)“ (alias „The Night Child“) und den ungewöhnlichen Gangsterfilm „Si può essere più bastardi dell’ispettore Cliff?“(alias „Super Bitch“).

– Michael Schleeh hat auf Schneeland den „“first taiwanese zombie movie ever“, gesehen und sich bereits davon wieder erholt, um zu berichten.

– Begeisterte Reviews oder totale Ablehnung erfährt in der Regel der deutsche Film „Tore tanzt“, der Debütfilm von Katrin Gebbe. Auf Filmosophie gibt es diesmal wieder ersteres.

– Ronny Dombrowski beschäftigt sich auf cinetastic mit dem isländischen Drama „The Deep“, der hierzulande etwas unter falscher Flagge beworben wird Hier geht es weniger um einen harten Überlebenskampf, als vielmehr das Leben auf Island. Klingt sehr interessant.

– Annika Stelter entdeckt auf Die Filme, die ich rief, weiterhin die Filmwelt und ist schwer von „Maniac“ begeistert, den sie zwar nur in einer gekürzten Fassung sah, der sie aber nachhaltig beeindruckte. Als Kontrastprogramm gibt es den wunderschönen, unendlich traurigen „Umberto D“ von Vittorio de Sica.

– Lukas Foerster berichtet auf Dirty Laundry noch einmal vom Hofbauer-Kongress und preist einige Filme, die er dort gesehen hat.

– Was macht eigentlich Paul Verhoeven? Arne Fischer weiß auf Daumenkino davon zu berichten, dass der Meister in den Niederlanden Fernsehen gemacht hat und zwar eine eher experimentelle Reihe namens „Tricked“. Ganz begeistert ist er aber nicht.

Blu-ray-Rezension: „From Beyond“

Von , 12. Oktober 2013 20:44

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Dr. Edward Pretorius (Ted Sorel) und sein Mitarbeiter Crawford Tillinghast (Jeffrey Combs) haben eine Maschine, den Resonator, entwickelt, mit dessen Hilfe die Zirbeldrüse im Gehirn anregt werden soll, in der sie verborgene geistige Kräfte vermuten. Allerdings hat der Resonator noch eine Nebenwirkung: Er macht nicht nur eine Paralleldimension sichtbar, sondern lässt auch die fremden Wesen aus dieser in unsere Realität eindringen. Dr. Pretorius verliert bei der Begegnung seinen Kopf, Tillinghast wird unter Mordverdacht in die Psychiatrie eingewiesen. Die junge und erfolgreiche Ärztin Dr. Katherine McMichaels (Barbara Crampton) interessiert sich für seinen Fall und kehrt mit Tillinghast, sowie dem Polizisten Buford „Bubba“ Brownlee (Ken Foree) in Dr. Pretorius‘ Haus zurück.

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der DVD, nicht der Blu-ray.

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Howard Philip Lovecraft (1890-1937) gehört zu den bedeutendsten amerikanischen Autoren der phantastischen Literatur. Seine Einflüsse erstrecken sich nicht nur auf moderne Autoren wie Stephen King oder Clive Barker, sondern auch auf Filmemacher wie John Carpenter und Guillermo del Toro. In Deutschland war Lovecraft allerdings lange Zeit ein großer Unbekannter. Dies liegt möglicherweise einerseits daran, dass sein Werk erst relativ spät, nämlich erst Ende der 60er/Anfang der 70er hierzulande veröffentlicht wurde. Zunächst in der „Bibliothek des Hauses Usher“ im Insel-Verlag, später dann als Taschenbuchausgabe im renommierten Suhrkamp-Verlag. Andererseits gab es auch relativ wenige Lovecraft-Verfilmungen. Erst 1963 wurde erstmals eine Lovecraft-Geschichte verfilmt, wenn auch unter falscher Flagge, denn dem „Der seltsame Fall des Charles Dexter Ward“ wurde kurzerhand ein Gedicht des ungleich populäreren Edgar Allan Poe vorangestellt und unter dem Titel „The Haunted Place“ (dt. „Die Folterkammer des Hexenjägers“) als Bestandteil von Roger Cormans legendärer Serie mit Poe-Verfilmungen vermarktet. Die erste Adaption, die sich tatsächlich auf Lovecraft beruft, war dann zwei Jahre später „Das Grauen auf Schloss Witley“, der „The Colour from Outer Space“ zugrunde lag. Es folgten noch einige wenig Verfilmungen seiner Werke und einige Filme, die zumindest „Lovecraft-beeinflußt“ sind, wie Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ oder Fulcis „Das Haus an der Friedhofsmauer“.

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Dies alles sollte sich 1985 mit „Re-Animator“, basierend auf Lovecrafts früher Story „Herbert West: Re-Animator“, dramatisch ändern. Der von Stuart Gordon in Szene gesetzte und von Brian Yuzna mit Jeffery Combs und Barbara Crampton in den Hauptrollen produzierte Film, war ein überraschender Erfolg, der alle Beteiligten bei den Horrorfans augenblicklich in den Fokus des Interesses rückte. Der extrem blutige und schwarzhumorige Film zog noch ein sehr erfolgreiches Sequel, „Bride of Re-Animator“ und einen billigeren Nachklapp “Beyond Re-Animator“ nach sich. Auch Gordon sollte zunächst einmal den Ruf des Lovecraft-Experten nicht loswerden und kehrte immer wieder zu diesem Autor zurück. Da über „Re-Animator“ groß „H.P. Lovecraft’s“ prangte, ließen auch die Nachahmer nicht auf sich warten, und mit „The Resurrected“ und „The Unnamable“ folgten schnell weiter Lovecraft-Adaptionen, so dass der Name Lovecraft nun auch in weltweit an Berühmtheit gewann.

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Ein Jahr nach „Re-Animator“ versuchte das Erfolgsteam mit „From Beyond“  ihren Hit zu wiederholen. Wieder wurde Stuart Gordon mit der Regie beauftragt, Brian Yuzna produzierte und Richard Band lieferte den eingängigen Soundtrack. Aus „Re-Animator“ konnten ferner die Hauptdarsteller Jeffery Combs der mittlerweile zum Genre-Star aufgestiegen war) und die neue „Scream-Queen“ Barbara Crampton (die kurz zuvor durch ein „Playboy“-Shooting von sich reden gemacht hatte) übernommen werden. Des Weiteren wurde mit Ken Foree, dem Helden aus George A. Romeros „Zombie“, ein weiterer, in Fankreisen beliebter, Name verpflichtet. Statt fässerweise Blut und Eingeweiden, setzten die Macher bei „From Beyond“ ganz auf Schleim und ein kreatives Creature Design. Trotzdem konnte der Film den riesigen Erfolg des Vorgängers nicht wiederholen. War er den Horrorfans zu wenig „splatterig“ oder das Tempo zu langsam? Wie dem auch sei, es bildete sich trotzdem recht schnell eine kleine Gruppe von Horror- und Science-Fiction-Liebhabern, die den Film in ihr Herz schlossen. Nicht nur wegen der berühmtesten Szene, in der Barbara Crampton einen Leder-Fetisch entwickelt.

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Die nur wenige Seiten umfassende Vorlage handelt Stuart Gordon gleich im Prolog ab, danach hat er dann frei Hand, um die Geschichte ganz nach seinem Willen zu gestalten. Auffällig ist dabei, wie sexualisiert „From Beyond“ ist. Die vergrößerte Zirbeldrüse hat Ähnlichkeit mit einem Fortpflanzungsorgan und auch das Obermonster in „From Beyond“ sieht aus, wie ein Penis auf einem laufenden Hodensack. Was gut dazu passt, dass die Schwingungen des Resonators nicht nur die Tür zu einer anderen Dimension öffnet, sondern gleichzeitig den Sexualtrieb erhöht. Was Gordon dann auch freundlicherweise ausnutzt, um aus der zunächst sehr zugeknöpften Barbara Crampton einen Straps- und Leder-Vamp zu machen. Wer von den männlichen Zuschauern damals die Szene gesehen hat, in der die Crampton sich in Dr. Pretorius S&M-Zimmer die Leder-Dessous und Nylonstrümpfe anzog, um sich dann über den komatösen Jeffery Combs (der zu diesem Zeitpunkt bereits selber Ähnlichkeit mit einem Penis hat) herzumachen, der dürfte einige schlaflose Nächte durchlitten haben und heute bei dem Gedanken, „From Beyond“ in gestochen scharfen HD-Bildern zu besitzen, blind zugreifen.

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Diese Fokussierung auf Sex und die starke Erotisierung verwundert zunächst, wenn man weiß, dass Lovecraft ein sehr asexueller Mensch war und Sex oder selbst Frauen in seinen Geschichten überhaupt keine Rolle spielten. Andererseits hat dieses Verneinen von allem Sexuellen bei Lovecraft nicht auch etwas von Verdrängung? Und beschreibt er seine Monstern nicht häufig als schleimig und feucht? Spricht aus seinen Erzählungen nicht irgendwo auch eine unterdrückte Angst vor der Sexualität und ist es dann nicht konsequent, in „From Beyond“, ausgelöst durch den Resonator, diese verdrängten Ängste wieder an die Oberfläche zu holen? Immerhin bleibt Stuart Gordon den Gedanken Lovecrafts treu, wenn am Ende jemand aufgrund des Erlebten, der Konfrontation mit den inneren Ängsten, den Verstand verliert.

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Vielleicht hat auch die Bundesprüfstelle diesen Zusammenhang gesehen und fand ihn zu gefährlich für das „normale“ Publikum, denn obwohl der Film relativ harmlos ist (die alte deutsche Videofassung beruhte auf dem R-Rated-Cut), landetet er 1989 auf dem Index, wo er sich auch heute noch befindet. Umso dankbarer muss man OFDb filmworks sein, dass sie ihn trotzdem veröffentlichen. Immerhin versperren sie sich so den Weg in die großen Elektrokaufhäuser und verlieren hierdurch sicherlich potentielle Kunden. Zu diesem Thema möchte an dieser Stelle auf das Interview hinweise, welches ich vor einigen Wochen mit OFDb-Chef Sascha Imme geführt habe und wo dies auch thematisiert wurde. Dort gibt es auch noch einmal ein erhellendes Statement zur Doppelstrategie, diese Veröffentlichung nur als Blu-ray/DVD-Kombi anzubieten und der Preisgestaltung.

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Vielleicht verhinderte „From Beyond“s Kammerspiel-Charakter, dass er sich wie sein Vorgänger „Re-Animator“ in die Reihe der Klassiker des modernen Horrorfilms stellte. Der Film spielt kostengünstig an nur zwei Orten (dem Haus des Dr. Pretorius und der Klinik) und den größten Teil des Filmes bestreiten Combs, Crampton und Foree allein. An sonstigen Sprechrollen sind lediglich noch Ted Sorel in der Rolle des Schurken Dr. Pretorius und Stuart Gordons Ehefrau Carolyn Purdy-Gordon in der für sie typischen Rolle als bösartige Schlange erwähnenswert. Alle anderen auftretenden Personen kommen über den Status von Statisten nicht unbedingt hinaus. Die Special Effects wirken immer dann, wenn mit Kameratricks gearbeitet wird, ziemlich veraltet und billig (das war schon zur Zeit seiner ersten Veröffentlichung so), dafür aber irgendwo charmant. Der ganze Stolz des Filmes sind seine beiden, wunderbar von Hand gestalteten Monster, sowie die hübschen Make-Up-Effekte, wie die sich aus der Stirn züngelnde Zirbeldrüse. Auch müssen Splatterfans im vorliegenden Director’s Cut nicht auf ihre geliebten, derben Effekte verzichten, auch wenn diese hier zwei Nummern kleiner ausfallen, als im für seine Exzesse berüchtigten „Re-Animator“.

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„From Beyond“ ist ein kleiner, charmanter B-Film, der sich in Fankreisen einiger Beliebtheit erfreut, auch wenn er nicht an den überraschenden Erfolg des unmittelbaren Vorgängers „Re-Animator“ anknüpfen konnte. Hauptaugenmerk liegt hier auf den hübsch anzusehenden Monster-Designs. Aber auch als Lovecraft-Verfilmung funktioniert der kammerspielartige Film sehr gut, da er den Geist der nur wenige Seiten umfassenden Vorlage trotz einer zum allergrößten Teil neu erfundenen Handlung beibehält. Dabei fällt die starke Sexualisierung der Geschichte auf, die auf dem ersten Blick im Widerspruch zu Lovecrafts Werken steht.

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Das neue Label ofdb filmworks hat sich „From Beyond“ als erste Veröffentlichung ausgesucht und damit nicht gekleckert, sondern ordentlich geklotzt, um die bisher umfangreichsten Veröffentlichung dieses Filmes vorzulegen. Neben allen Extras der bisher im Ausland veröffentlichten Editionen, wurde noch ein eigener Audiokommentar produziert. Somit enthält die Blu-ray nun insgesamt drei Audiokommentare. Einmal von Regisseur Stuart Gordon und den Darstellern, dann von Drehbuchautor Denis Paoli und letztendlich der exklusiv produzierte von Marcus Stiglegger und Kai Naumann. Ferner sind in den Extras enthalten: Zwei Interviews mit Stuart Gordon (21 und 9 Min.), Interviews mit Drehbuchautor Denis Paoli (16 Min.), Darsteller Jeffrey Combs (18 Min.), Produzent Charles Band (5 Min.), Komponist Richard Band (4 Min.) und nochmal zwei Interviews mit Barbara Crampton (beide 14 Min.). Zwei Dokus: „Multiple Dimensions“ (23 Min.) und „Monsters & Slime“ (21 Min.). Geschnittene Szenen (5 Min.) und vier Storyboard- /Film-Vergleiche (insgesamt ca. 12 Min.). Und einen englischen Trailer gibt es auch noch. Hinzu kommt ein 12-seitiges Booklet von Kai Naumann. Ich behaupte mal, wenn man alle Extras durchgearbeitet hat, sollte man keinerlei Fragen mehr zu dem Film haben.

Das Bild der Blu-ray ist erwartungsgemäß sehr gut für eine preisgünstige Produktion von 1986. Der Ton liegt in HD-DTS vor. In der englischen Fassung in 4.0 und der deutschen in 2.0. Kauft man die Blu-ray, so erhält man die DVD-Version gleich mit dazu. Zu dieser nicht unumstrittenen Praxis habe ich weiter oben schon auf mein Interview mit Sascha Imme verwiesen. Bei der DVD-Version wurden Film + Audiokommentare und die restlichen Extras auf zwei DVDs gesplittet, wobei die Extras-DVD noch eine zusätzliche Fotogalerie hat. Das Ganze ist auf 3.000 Stück limitiert.

Update 30.01.14: Der Film „From Beyond“ wurde Anfang des Jahres nach 25 Jahren vom Index gestrichen und kann somit nun frei beworben und verkauft werden. Ferner hatte OFDb filmworks den Titel nach der Listenstreichung noch zur Neuprüfung bei der FSK eingereicht und der ungeschnittene Director’s Cut wurde nun ab 16 Jahren freigegeben! Dementsprechend wird es demnächst eine Zweitauflage geben, die allerdings gegenüber der oben besprochen Collector’s Edition abgespeckt wird.

Originalfassungen in Bremen: 10.10.13 – 16.10.13

Von , 10. Oktober 2013 19:31

War die Liste mit O-Fassungen in der Vorwoche noch extrem kurz, so füllt sie diesmal doch ziemlich viele Zeilen (Toll, Gerade jetzt wo mein Kopf vor Schmerzen dröhnt und die Buchstaben vor den geröteten Augen verschwimmen und jeder in die Tastatur gehämmerter Buchstabe eine Qual ist – verdammte Erkältung). Was auch an dem Queerfilm Festival im City 46 liegt, welches ich bisher vergessen hatte zu erwähnen. Dies sei nun nachgeholt und die dort gezeigten Filme im O-Ton findet ihr unten. Bemerkenswert: Das Cinespace zeigt noch einmal „Elysium“ und war im O-Ton. Eine neue Taktik? Eventuell geht man ja dazu über, Filme die eigentlich schon aus dem Kinoprogramm raus sind, noch einmal im O-Ton zu zeigen. Würde ich nicht schlecht finden. Ansonsten wäre mein Highlight der Woche der US-Thriller „Prisoners“, der durch die Bank weg gute bis vorzügliche Kritiken gesammelt hat.

Prisoners – Cinemaxx, So., 13.10. um 19:50 – US-Thriller mit Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal und dem großartigen Paul Dano, Zwei Väter, deren Töchter spurlos verschwunden sind, nehmen – nachdem der Hauptverdächtige mangels Beweisen freigelassen wurde – das Recht selbst in die Hand. Der Film des Kanadiers Denis Villeneuve hat bisher überall super Kritiken eingefahren. Ich bin gespannt.

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Gravity (3D) – Cinemaxx, Fr., 11.10. um 19:50 – Alfonso Cuarón SF-Film handelt von einer Weltraum-Mission, die fürchterlich schief geht und George Clooney und Sandra Bullock allein im All treiben lässt. Die Reviews, die ich bisher gelesen habe, sind durch die Bank weg begeistert. Anscheinend endlich wieder ein Film, der 3D wirklich zu nutzen weiß und unvergessliche Bilder schafft. Ich bin SEHR gespannt.

Der Butler – Cinemaxx, Do./Sa./Die. immer 19:50 & Schauburg, So. 13.10. um 21:15 & Gondel, Di. 15.10. um 12:00 – Bio-Pic, welches sich an der Geschichte des ersten farbigen Butlers im Weißen Haus orientiert, der 34 Jahre US-Geschichte und Rassendiskriminierung aus dem Hintergrund beobachtet. Regie: Lee Daniels („Precious“).

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Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll – Schauburg, Mi., 16.10. um 21:15 – Steven Soderberghs (nach seinen Aussagen) letzter Film wurde ursprünglich für das amerikanische Fernsehen gedreht, weil die Studios kein Geld für eine Liberace-Biographie ausgeben wollten. Michael Douglas und Matt Damon sollen wohl ziemlich brillieren.

Die schönen Tage – Gondel, Mo. 14.10. um 12:00 – Fanny Ardant als 60-jährige Caroline, die durch ihre Affaire mit einem deutlich jüngeren Mann plötzlich aufblüht.

Elysium– Cinespace, Do.-Mi. immer 21:00 – Lief Ende August bereits schon einmal im Kino. Der neue SF-Film von Neill Blomkamp (District 9). Matt Damon spielt darin den Arbeiter Max, der im Jahre 2154 gegen die luxuriöse Raumstation Elysium rebelliert, in der sich die Reichen auf Kosten der Arbeiter ein schönes Leben machen. Seine Gegenspielerin spielt Jodie Foster.

Metallica – Through the Never (3D) – CineStar, Do.-Sa. und Die. immer 23:00 – Mischung aus Dokumentation, Konzertfilm und Spielszenen mit… na wem wohl?

Biester – City 46, Do./Mo./Di. um 20:00 – Im Rahmen einer kleinen Isabelle-Huppert-Reihe. Nicht Chabrols bester Film, aber trotzdem sehr spannend und mit Sandrine Bonnaire in der zweiten Hauptrolle glänzend besetzt. Tatsächlich stiehlt Frl. Bonnaire La Huppert sogar die Show.

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Long Distance Revolutionary: A Journey with Mumia Abu-Jamal – City 46, Fr.-Mo. und Mi. immer 20:00 – Doku über den US-Journalist und ehemaliger Vorsitzender der afroamerikanischen Journalistenvereinigung in Pennsylvania Mumia Abu-Jamal, der seit 1981 wegen Polizistenmordes im Gefängnis, seitdem seine Unschuld beteuert und gegen seine Hinrichtung kämpft.

Yumechiyos Tagebuch – City 46, Die. 15.10. um 20:30 – Japanischer Spielfilm von 1985, um eine todkranke Geisha, die in ihren letzten Tagen versucht, die Unschuld eines des Mordes angeklagten jungen Mannes zu beweisen. Eintritt frei!

Von deinem Fenster aus zu meinem – City 46, Mi., 16.10. um 20:00 – Spanischer Spielfilm in dem das Leben aus drei verschiedenen Sichtweisen und Altersabschnitten dargestellt wird. Präsentiert vom Instituto Cervantes.

Les Invisibles – Die Unsichtbaren – City 46, Do., 10.10., 18:00 – Queerfilm-Festival. Französische Doku von 2012 über alte Menschen, die von ihrem schwulen/lesbischen Leben berichten.

Im Namen des… – City 46, Do., 10.10., 20:30 – Queerfilm-Festival. Aktueller polnischer Spielfilm von Malgoska Szumowska um einen Priester, der krampfhaft versucht seine Homosexualität zu unterdrücken.

Will You Still Love Me Tomorrow – City 46, Fr., 11.10., 20:30 – Queerfilm-Festival. Taiwanesischer Spielfilm um einen Familienvater, der plötzlich mit seiner schwulen Vergangenheit konfrontiert wird.

And You Belong – City 46, Fr., 11.10., 22:30 – Queerfilm-Festival. Doku von Julia Ostertag über »Scream Club«, einem HipHop Electro Duo, welches sie vier Jahre lang begleitet hat.

Born This Way – City 46, Sa., 12.10., 18:00 – Queerfilm-Festival. Doku über Homosexuelle in Kamerun.

Margarita – Sa., 12.10., 20:30 – Queerfilm-Festival. Als eine amerikanische Familie aus finanziellen Gründen ihre lesbische, mexikanische Nanny entlassen muss und diese nach Mexiko zurückkehrt, geraten die Dinge aus den Fugen.

Exposed – Sa., 12.10., 22:30 – Queerfilm-Festival. Amerikanische Doku über schwul-lesbisch-transgender Burlesque-Shows.

20 Lügen, 4 Eltern und ein kleines Ei – So., 13.10., 18:00 – Queerfilm-Festival. Niederländischer Spielfilm um ein lesbisches Elternpaar, das seinen 15-jährigen Sohn zu seinem biologischen Vater abschieben will, der aber mit einem anderen Mann in einer Beziehung lebt.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 14.10. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 14.10. um 21:45

Das Bloggen der Anderen (09-10-13)

Von , 9. Oktober 2013 22:10

bartonfink_type2Durch das delirierenden Forentreffen in Magdeburg und eine anschließende, bösartige Erkältung, bin ich mit „Dem Bloggen der Anderen“ wieder ins Hintertreffen geraten. Doch nun habe ich mich schwitzend und im halben Fieberwahn vor dem PC geschleppt. Eventuelle Merkwürdigkeiten und Rechtschreibschwächen, daher bitte meinem momentanen Zustand zuschreiben. Danke.

– Vor kurzem veröffentlichte Anolis die „Kommissar X“-Reihe erstmals in Deutschland auf DVD. Dabei fehlte leider aus lizenztechnischen Gründen der 1971 entstandene letzte Teil „Kommissar X jagt die roten Tiger“. Diesen hat totalschaden nun gesehen und auf Splattertrash besprochen.

– Einen eher unbekannten Klassiker des SF-Films bespricht Heiko Hartmann auf Allesglotzer. Die einzige Regiearbeit des genialen Titel-Designers (und – so spricht man – Choreograph des berühmten Dusch-Mordes in „Psycho“) Saul Bass: Der Ameisen-Horror „Phase IV“.

– Auf Grün ist die Heide hat Udo Rotenberg einen langen Text über einen DER Klassiker des deutschen 50er-Jahre Kinos geschrieben:“Das Mädchen Rosemarie“ mit der schönen Nadja Tiller und der ganzen Phalanx der damaligen deutschen Schauspiel-Creme-de-la-Creme. Rolf Thieles Film ist bis heute prägend, wie wir die 50er Jahre sehen.

– Gerold Marks ist auf Digitale Leinwand recht angetan von dem Metallica-Spektakel „Through the Never“, das überraschenderweise vom Ungarn Nimród Antal in Szene gesetzt wurde, dessen „Kontrol“ ich sehr gerne mag. Dann ging er nach Hollywood und drehte u.a. „Predators“.

Das Magazin des Glücks widmet sich vier zwischen 1972 und 1979 entstandenen Filmen von Niklaus Schilling, dessen bekanntester „Der Willi-Busch-Report“ sein dürfte.

– Im Filmtagebuch der Eule findet man eine Besprechung zu einem der schönsten Film Noirs, der unverständlicherweise in Deutschland noch immer nicht auf DVD erschienen ist: „Die Narbenhand“ mit dem Traumpaar Ladd/Lake.

– Ich freue mich immer sehr, wenn jemand Filme, die ich unheimlich gerne mag, das erste Mal sieht und dann auch in spontane Begeisterung ausbricht. Darum lese ich gerne Die Filme die ich rief von Annika Stelter, die sich „Der Tod trägt schwarzes Leder“ und „Valerie und ihre Woche voller Wunder“ angesehen hat.

– Sascha Nolte nimmt sich auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte einen Chabrol vor, den ich selber noch nicht gesehen habe, der aber schon lange auf meiner Wunschliste seht: „Alice oder Die letzte Flucht“ mit der göttlichen Sylvia Kristel. Wobei, der gute Herr Nolte winkt etwas sehr mit dem Zaunpfahl, wie die Geschichte ausgeht. Ich habe den Film zwar noch nicht gesehen, aber die beiden Anspielungen leider gleich verstanden.

– Noch einmal Chabrol, wenn auch nur als Darsteller. Auf Whoknows presents stellt Manfred Polak den französischen Detektiv-Film „Polar“ von Jacques Bral aus dem Jahre 1985 vor. Klingt sehr vielversprechend, leider gibt es noch keine deutsche Veröffentlichung. Doch dieses Manko kann man scheinbar umgehen.

– Seit Wochen geistert ein Gespenst durch das Netz. In diversen Blogs und Facebook-Einträgen ist immer wieder von dem Film „Der Perser und die Schwedin“ die Rede. Ein vergessenes Juwel aus dem Jahre 1961? Stubenhockerei hat ihn gesehen und macht sich sein eigenes Bild.  Und wo wir schon mal dabei sind: Peter Fleischmanns grotesk-surrealer Öko-Schocker aus dem Jahre 1979, „Die Hamburger Krankheit“, wurde auch besprochen

Einen schönen Artikel über das imposante Kölner Kino „Residenz“ findet man auf screen/read.

– Es war Filmfest in Hamburg! Und gleich eine ganze Reihe Blogs widmet sich diesem Ereignis. Auf Negativ berichtet Lars-Christian Daniels über Filme mit starken Frauen und seine beiden Favoriten.  Auf critic.de gibt es ein zweiteiliges Sehtagebuch vonTill Kadritzke in dem viele Filme kurz besprochen werden.  Auch Ronny Dombrowski von cinetastic.de hat einige Filme dort gesehen, wie den von mir schon mit großer Spannung und Vorfreude erwarteten „Venus im Pelz“ und Kim Ki-duks extremen und kontroversen „Moebius“.

– Noch mehr Hamburg: Welche wunderschönen Filmschätze einem bei der ausgesprochen empfehlenswerten Reihe „Bizzare Cinema“ im Metropolis erwarten, erfährt man auf The Wayward Cloud.

– Und noch mehr Bizarres. Wie aus Ernst R. von Theumers Anti-Heimatfilm „Das Mädchen vom Hof“ erst „Die Totenschmecker“ und dann „Der Irre vom Zombiehof“ wurde, erfährt man von Oliver Nöding auf Remember it for later.

– Wo wir schon bei tollem, deutschsprachigem Kino der 70er sind. Da passt hervorragend auch Deep Red Kinos Besprechung des Schweizer „Mosquito – Der Schänder“ mit dem formidablen Werner Pochath rein.

– Und zu Deep Red passt vorzüglich Dario Argento. Über den ist ja vor Kurzem bei Bertz+Fischer, das – wie ich finde – tolle Buch „Dario Argento – Anatomie der Angst“ erschienen, welches ich hier besprochen habe. Obwohl ich das Buch insgesamt sehr empfehlenswert fand, habe ich gewagt, auch einige kritische Anmerkungen zu machen, was mir auf der Facebook-Seite des Buch-Projekts von zwei Autoren prompt Prügel – zum Teil unter der Gürtellinie – einbrachte. Was mir die große Freude am Buch etwas verdarb. Nun hat jogiwan für project-equinoX besprochen und geht, trotz des durch aus positiven Grundtenors, mit einigen diskutablen Aspekten des Buches noch etwas härter ins Gericht. Nach meinen Erfahrungen mit den Verantwortlichen würde ich ihm jetzt raten, besser schnellstmöglich ans Ende der Welt zu flüchten, falls er da nicht eh schon wohnt 😉

– Einen überaus poetischen Text hat Silvia Szymanski (wer sonst?) auf Hard Sensations zum Film „Brownian Movement“ geschrieben. Wunderbar.

– Zum plötzlichen Tod Giuliano Gemmas hat Udo Rotenberg auf seinem famosen Blog L’Amore in cita über „L’avvertimento“ (Die tödliche Warnung) vom ebenfalls in diesem Jahr verstorbenen Meisterregisseur Damiano Damiani, aus dem Jahre 1980 geschrieben. Danke.

– Auf Dirty Laundry findet man nicht nur Lukas Foersters Bericht vom Hofbauer-Kongress und der Sichtung der beiden Filme „Baron Pornos nächtliche Freuden“ von Frits Fronz, 1969, und „Das liebestolle Internat“ vom HK-Schutzheiligen Jürgen Enz, 1982, sondern auch seinen Vortrag (auf Englisch) über das US-Kino der 80er und den Film „Tender Mercies“, den er in der Cinemateque Luxembourg hielt.

Jugend ohne Film widmet sich gleich mehreren sehr interessanten Themen, die er in drei lesenswerten Essays zusammengefasst hat. Einmal geht es um Regisseure als Figuren im Film und was dies über die Filmemacher sagt. Dann fragt er sich anhand einiger in diesem Jahr herausgekommenen Filmen, ob das Bild an Bewegung verliert und letztendlich zeigt er sich sehr begeistert vom neusten Film eines seiner Lieblingsfilmemacher: „Jeune & jolie“ von François Ozon.

– Dennis hat für Filmosophie den Dokumentarfilm Naked Opera von Regisseurin Angela Christlieb gesehen, der auf der Berlinale 2013 mit dem Heiner-Carow-Preis ausgezeichnet wurde. Seine Beschreibung macht sehr neugierig.

– Hätte ich gewusst, dass Ryûhei Kitamura bei dem US-Slasher „No One Lives“ Regie geführt hat, hätte ich mir den wohl auch besorgt. Aber nach Oliver Armknechts Review auf film-rezensionen.de, bin ich jetzt auch nicht traurig, dass ich es nicht getan habe.

– Der Intergalactic Ape-Man beschäftigt sich auf Intergalaktische Filmreisen zur Zeit mit Monsterfilmen der 50er Jahre. „Das Ungeheuer von Loch Ness“ und „The Black Scorpion“ klingen schon mal sehr interessant.

– filmArt bringt zurzeit einige schöne, halb-vergessene Perlen des obskuren italienischen Genre-Kinos heraus. Trotzdem bin ich zur Zeit auf die Firma nicht besonders gut zu sprechen, da ich schon mehrmals versucht habe, sie zu kontaktieren, aber man dort scheinbar keinen Wert darauf legt, einem kleinen Blogger zu antworten. Mit einer kurzen Notiz wäre ich ja schon vollauf zufrieden gewesen, aber sich tot stellen, finde ich irgendwie unhöflich. Nischenkino hat scheinbar mehr Glück gehabt (oder Beziehungen). Und so können Sie die wunderbaren filmArt-Veröffentlichungen „Der Mann mit dem Karateschlag“ und vor allen Dingen Umberto Lenzis „Die Kröte“ besprechen.

11. Oktober: „Kurzfilme zu Architektur“ im Café noon

Von , 9. Oktober 2013 15:53

Vor Kurzem erreichte mich die folgende Mitteilung von der Kunstinitiative Copartikel, mit der Bitte, diese zu teilen.

Das tue ich doch gerne und wünsche allen Beteiligten viel Spaß und Erfolg.

Der „projektraum delmenhorst“, der sich seit dem 14. September im Bremer Lloydhof befindet, lädt zu einem Kurzfilmabend ein. In Kooperation mit dem Filmbüro Bremen e.V. und dem Café noon zeigt die Kunstinitiative Copartikel Kurzfilme junger Nachwuchstalente, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Themen Stadt, Architektur und dem Verhältnis von Mensch und Stadt beschäftigen. Premiere feiert der Film „Kapitaal sprekt“ von Ruben van den Belt, in dem sich Aufnahmen einer längst vergessenen Industrieanlage im Belgischen Lüttich mit dem einstmals visionären Traum seiner Eröffnung überlagern. Der Filmemacher wird anwesend sein. Weiter zu sehen sind u.a. auch der „Der große Gammel“ von Susann Maria Hempel oder der ausgezeichnete Kurzfilm von Jan Zabeil „Was weiß der Tropfen davon“.

Mit dem Kurzfilmabend nimmt die Kunstinitiative Copartikel Bezug auf die Themen der Künstlerin Ina Weber, die mit ihren Werken aktuell im „projektraum delmenhorst“ und parallel in der Städtischen Galerie Delmenhorst zu sehen ist.

Der Eintritt ist frei!

Freitag, 11. Oktober, 20 Uhr

Ort: Café noon, Wegesende 22 (Lloydhof), 28195 Bremen

 

DVD-Rezension: “The Iceman“

Von , 4. Oktober 2013 14:53

Iceman

In den 60er Jahren: Gerade als sich der schweigsame Richard Kuklinski (Michael Shannon) in die nette Deborah (Winona Ryder) verliebt und sie heiraten möchte, gerät er mit dem Mafiaboss Roy Demeo (Ray Liotta) aneinander. Dieser ist beeindruckt von Kuklinski Kaltblütigkeit und heuert ihn als seinen persönlichen Killer an. Während Kuklinki Zuhause mit Deborah und seinen beiden Töchter den liebenden Ehemann und Vater gibt, löst er für Demeo auf blutige Weise Probleme. Als Kuklinski eines Tages eine junge Zeugin mit dem Leben davon kommen lässt, kommt es zum Streit mit Demeo, der ihn daraufhin erst einmal kalt stellt. Um seiner Familie weiterhin das gewohnte Leben bieten zu können, muss Kuklinki neue Einnahmequellen finden. Er tut sich mit dem Auftragskiller Mr. Freezy (Chris Evans) zusammen und arbeitet nun auch für andere Mafia-Gangster, was bald zu massiven Problemen mit Demeo führt…

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„The Iceman“ beruht auf der wahren Geschichte des Mafia-Killers Richard Kuklinski, der nach eigenen Angaben zwischen 1958 und 1986 über 200 Menschen getötet hat. Was diesen Charakter so interessant macht, ist die Tatsache, dass er es die ganze Zeit über schaffte, seine mörderische Tätigkeit gegenüber seiner Familie geheim zu halten. Ein extremer, schizophrener Charakter. Wie geschaffen für den Ausnahme-Schauspieler Michael Shannon, der in sich in letzter Zeit als ein Meister in der Darstellung psychisch gestörter Figuren entwickelt hat, wie etwa in Werner Herzogs „My Son, My Son, What Have Ye Done“, Sam Mendes „Zeiten des Aufruhrs“ oder Jeff Nicholas „Take Shelter“. Und allein für Shannons vorzügliche Darstellung, lohnt es sich bereits, den Film anzusehen.

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Michael Shannon erweist sich mal wieder als extrem wandlungsfähig. Er wirkt sowohl als kaltblütiger Killer, als auch als treusorgender Ehemann, überzeugend. Szenen, in denen er in ein einem Schlachthaus seine Opfer entsorgt, stehen solchen gegenüber, in denen er daran verzweifelt, dass er durch seine Arbeit seine Familie in Gefahr bringt. Trotz dieser extremen Gegensätze bringt Shannon das Kunststück fertig, die Figur Kuklinski jederzeit glaubwürdig und aus einem Guss zu spielen. Ein Lob muss hier auch dem Maskenbildner ausgesprochen werden, der Shannon glaubwürdig altern und durch die Jahrzehnte wandern lässt.

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In Deutschland erscheint der Film nur direkt auf DVD und Blu-ray. Was verwundert, geben sich hier doch viele bekannte Namen die Klinke in die Hand. Dabei ergibt sich eine reizvolle Mischung aus ehemaligen Stars (Winona Ryder, Ray Liotta, Robert Davi, David Schwimmer, Stephen Dorff) und aufstrebender Jung-Stars (James Franco, Chris Evans). Allerdings muss man öfters genauer hinschauen, um die Schauspieler zu erkennen. David Schwimmer zum Beispiel, erinnert mit seiner Pferdeschwanz-Schnauzbart-Kombination und seinem in hässliche Trainingsanzüge gequetschten, seltsam aufgeschwemmten Körper ganz und gar nicht an den sympathischen Ross aus „Friends“. Und Chris Evans, der so saubere amerikanische Helden wie die Human Torch in „Fantastic Four“ und vor allem „Captain America“ in den Marvel-Verfilmungen gespielt hat, erweist sich hier als Meister der Verwandlung, der den tödlichen Mr. Freezy authentisch und unheimlich rüber bringt. Alle liefern sehenswerte schauspielerische Leistungen ab, verblassen jedoch trotzdem gegen Shannon, der den Film von der ersten Minute an zu seiner Geschichte macht und die Blicke des Publikums wie ein Magnet anzieht.

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Die Regie ist recht konventionell ausgefallen. Es fehlt das gewisse, eigenständige Markenzeichen. Jedoch muss man es Regisseur Ariel Vromen hoch anrechnen, dass er Kuklinskis Geschichte nicht mit spekulativen Schocksequenzen anreichert und ihn so auf das Niveau eines ordinären Exploitationfilms bringt. Vromen zeigt so viel, wie er muss und nicht mehr. Wenn Kuklinski und Mr. Freezy ihre Leichen im Kühlhaus lagern oder fachgerecht zerteilen, weiß man genau, was sie da tun, ohne dass die Kamera voll drauf hält. Hätte Vromen sich ganz auf die blutigen Einzelheiten der „Iceman“-Morde verlegt, wäre am Ende wohl nur ein x-beliebiger Serienkiller-Film dabei herausgekommen. Hier bezieht der Film seine Spannung gerade daraus, dass der erbarmungslose Killer Kuklinski in seinem anderen Leben ein ganz gewöhnlicher Mensch ist. Ein liebender Vater und beliebter Freund, der bei einem selber um die Ecke leben könnte. Der einen morgens freundlich grüßt und dann zur Arbeit fährt, um Leute umzubringen. Wie lange kann ein Mann das durchhalten, ohne, dass sich seine beiden Leben vermischen? Wann vernichtet das eine Leben das andere?

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Was den Hintergrund von Kuklinskis zwiespältiger Persönlichkeit angeht, so belässt es Ariel Vromen bei Andeutungen. Einmal besucht Kuklinski seinen wegen Vergewaltigung und Mord an einer Minderjährigen im Gefängnis sitzenden Bruder, was Anlass zu einem kurzen Rückblick auf die, von häuslicher Gewalt geprägte, Kindheit Kuklinskis bietet. Eine starke Szene in der Shannon und Stephen Dorff die Funken sprühen lassen. Wahrscheinlich ist hier der Grund für Kuklinskis starken Beschützerinstinkt gegenüber seiner Familie zu finden, ausformuliert wird dies aber nicht. Und in der beeindrucktesten Szene des Films, gewährt Kuklinski seinem von James Franco gespielten Opfer noch etwas Aufschub, als dieser spontan zu Beten beginnt. Er gäbe ihm noch etwas Zeit, damit Gott seine Bitten erhöht und ihn daran hindert, zu erschießen, lässt Kuklinski sein Opfer wissen. Dann sieht er Franco mit einer Mischung aus Abscheu und Belustigung, dabei zu, wie er um sein Leben betet. Diese großartig gespielte Szene drückt viel über das Selbstverständnis Kuklinskis aus. Da draußen gibt es kein Gott, der Dir hilft. Du bist ganz auf Dich alleine angewiesen. WEr dies nicht erkennt ist ein Narr.

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„The Iceman“ zeigt recht akkurat den Lebensweg des Mafia-Killers Richard Kuklinski, der neben seinem blutigen Handwerk auch ein liebender Ehemann und Vater war. Der mit vielen bekannten Namen besetzte Film ist vor allem eine erneute Sternstunde für Michael Shannons außergewöhnliche Schauspielkunst. Statt auf derbe Szenen und Action zu setzten, zieht Regisseur Ariel Vromen die Spannung ganz aus dem Konflikt Kuklinskis, durch sein Doppelleben seine geliebte Familie in Gefahr zu bringen.

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Das Bild der Splendid-DVD ist nicht ganz so gut, wie normalerweise von diesem Label gewohnt. Das Schwarz ist eher ein tiefes Grau und die Schärfe nicht immer optimal. Trotzdem ist es aber immer noch vergleichsweise sehr gut. Als Extras sind dreiminütige, unkommentierte Impressionen von den Dreharbeiten und ein acht Minuten langes “Behind the Scenes” mit an Bord. Letzteres enthält kurze Interviews mit den Darstellern, die vor allem Shannon loben.

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