Das Bloggen der Anderen (28-08-17)

– Gestern ging es durch alle Medien (wenn auch die dpa einen ziemlichen Quatsch zusammengeschreibselt hat): Tobe Hooper ist tot. Der Mann, der immer wieder damit zu kämpfen hatte, dass sein Erstlingswerk gleich ein absoluter Meilenstein war und dem in den 80ern von den Produzenten selten gut mitgespielt wurde, verstarb am gestrigen Sonntag. Bemerkenswert, dass es zu seinem Tod ebensoviele Nachrufe gab, als es bei George A. Romero der Fall war. Das zeigt doch, dass Hooper wichtiger war, als es viele, die ihn nur auf „Texas Chainsaw Massacre“ reduzieren, wahr haben wollen. Hier die Nachrufe in den deutschsprachigen Filmblogs: Christian Witte auf seinem leider schon länger nicht mehr aktiven Blog Witte’s wöchentliche Tipps. Robert Zion auf seinem gleichnamigen Blog. Oliver Nöding auf critic.de

– Joachim Kurz zeichnet auf B-Roll ein düsteres Bild des Filmfestivalbetriebs: “Die deutsche wie internationale Festivallandschaft ist überwiegend eine reine Monokultur, die beherrscht wird von älteren Männern mit ausgeprägtem Machtbewusstsein und manchmal recht ähnlichem Filmgeschmack. Was unter anderem dafür sorgt, dass die großen Festivals und ihr Gerangel um Weltpremieren und Stargäste als Kamerafutter für den roten Teppich mitunter anmuten wie eine Versammlung von Alphatieren, die um den dicksten Anteil der gerade erlegten Beute rangeln“. Auch die amerikanische Alt-Right-Bewegung interessiert sich für das Kino und hat eine eigene, gefährliche Filmkritik entwickelt, die Filme für sich umdeutet und versucht ein „Alt-Right“-Kino zu etablieren, wie Lucas Barwenczik zu berichten weiß.

Filmlichtung weißt auf einen merkwürdigen Fall hin, indem der Roman einer Schauspielerin künstlich auf Platz 1 der Bestseller-Listen in den USA getrieben wurde und mutmaßt, welches Kalkül dahintersteckt und wie Hollywood darin verwickelt ist.

– Der großartige Bodo Traber, dessen Hörspiele ich sehr schätze, hat sich auf critic.de in einem längeren Text mit der „Invisible-Man“-Reihe der 40er Jahre auseinandergesetzt.

– Der Animationsfilmer Jean-François Laguionie sagte mir bisher nichts. Jetzt hat aber Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de nicht nur Laguionies Kurzfilm „Une bombe par hasard…“, sondern auch eine Dokumentation über Laguionies Leben vorgestellt.

Filmtourismus.de hat dem Kloster Eberbach einen Besuch abgestattet in welchem die Innenaufnahmen des Films „Der Name der Rose“ entstanden.

Der Kinogänger bringt den ersten Teil einer Vorschau auf den Kinoherbst 2017.

Kinogucker hat Uwe Bolls Autobiographie „Ihr könnt mich mal!“ gelesen und empfiehlt sie gerne weiter.

– Michael Schleeh ist von Jessica Hausers „Lourdes“ sehr angetan und erklärt auf Nachtsichtgeräte auch wieso.

– Lukas Foerster ist von John Fords „Men without Women“ beeindruckt, den er auf Dirty Laundry vorstellt.

– Totalschaden hat auf Splattertrash endlich mal wieder eine etwas längere Besprechung veröffentlicht und dies gleich zu einem meiner liebsten Gialli: „Der Mörder von Wien“.

– Mauritia Mayer hat trotz aller Schwächen ein Herz für „Nachts, wenn die Leichen schreien“ (bei mir noch eine hoffentlich verzeihliche Bildungslücke), wie sie auf Schattenlichter verrät.

– Schade, dass das Revival der Firma Hammer nicht so durchgeschlagen hat, wie gehofft. Laut kitsch-kult-klassisch fing es ja mit „Die Frau in schwarz“ ganz vielversprechend an.

– „Es gibt also eine ordentliche Menge Holz in diesem durchweg liebenswerten, weil nicht zuletzt gepflegt ironischem Aggroheimer von anno 70, der, so wahr ich dies hier tippe, ein legitimes Bindeglied zwischen den beiden Midnight Specials „Night Of The Living Dead“ und „The Last House On The Left“ bildet“. Das schreibt funxton über „I Drink Your Blood“.

– Ganz hat „The Lobster“ von Yorgos Lanthimos Schlombies Filmbesprechungen nicht überzeugt. Was aber scheinbar an dem übermächtigen Vorgänger „Dogtooth“ liegt.

Veröffentlicht unter Allgemein, Internet | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Blu-ray-Rezension: „Der Berserker“

Der kleine Gangster Giulio Sacchi (Tomas Milian) ist ein Soziopath wie er im Buche steht.Als er bei einem Bankraub vor Nervosität einen Polizisten erschiesst, wird er von seinen Komplizen zusammengeschlagen und vom Hof gejagt. Kurze Zeit später muss wieder ein Staatsdiener daran glauben, als er Sacchi dabei erwischt, wie er einen Zigarettenautomaten knacken will. Auf sich allein gestellt, versucht Sacchi einen großen Coup zu landen. Er überredet die Kleinkriminellen Vittorio (Gino Santercole) und Carmine (Ray Lovelock) mit ihm zusammen Marilù Porrino (Laura Belli), die Tochter eines Industriellen (Guido Alberti) zu entführen. Doch damit soll der blutige Weg des immer gewissenloser agierenden Gulio Sacchi erst seinen Anfang nehmen…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Mit „Der Berserker“ haben Umberto Lenzi und sein kongenialer Hauptdarsteller Tomas Milian ein richtiges Brett abgeliefert, welches – wie sein Protagonist – keine Gnade kennt und einem permanent die verschwitzte Faust in den Magen rammt. „Der Berserker“ sah ich erstmals Mitte der 90er Jahre auf einer ranzigen VHS-Kopie des alten Verleihtapes. Eigentlich die perfekte Präsentationsform für diesen – neben vielleicht Deodatos „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ – unangenehmsten Poliziotteschi. Natürlich hat man gut 20 Jahre später vieles gesehen, was der Niedertracht dieses Filmes gleich kommt, und so war ich gespannt, ob „Der Berserker“ heute noch jene schmerzhafte Sprengkraft entwickeln kann wie damals. Um es kurz zu machen: Ja, er kann. Und wie. Zu verdanken ist dies in erster Linie einem brillanten Tomas Milian, der bei seiner Darstellung des Soziopathen Gulio Sacchi die richtige Balance zwischen vollkommen überzogenen Schauspiel und einer unglaublichen Lebendigkeit findet. Sacchi ist laut, vulgär, in seiner extremen Körperlichkeit (wie bei Milians „Strickmützen“-Cop Nico Giraldi und dem seelenverwandten Kleingauner Monnezza aus „Das Schlitzohr und der Bulle“ (ebenfalls von Lenzi und mit Silva als Milians Gegenspieler) verrenkt sich bei Milian jeder Teil des Körpers, wenn er jemanden von etwas überzeugen will­. Er schwitzt, schreit, grimassiert, zuckt – seine körperlichen Reaktionen sind ebenso unberechenbar wie er selber. Sacchi ist eine tickende Zeitbombe, bei der man nie weiß, wann sie das nächste Mal explodiert und wie groß der Schaden sein wird, den sie anrichtet. Man sollte aber darauf gefasst sein, dass er sehr groß sein wird. Da der Film aus Sacchis Perspektive erzählt wird und er derjenige ist, dem der Zuschauer durch die Handlung folgt, ihm also eine gewisse Identifikation aufgezwungen wird, macht dies den Film umso unangenehmer.

Milians Kunst ist es dabei, den „Berserker“ Sacchi, den der englische Titel als „Almost Human“ bezeichnet, trotzdem nicht als unrealistisches Schreckgespenst, sondern als Wesen aus Fleisch und Blut zu zeichnen. So unmöglich es ist, Sacchis Handlungen zu akzeptieren, so bleiben sie aber in Rahmen der Handlung jederzeit nachvollziehbar. Milians Sacchi ist ein Mensch. Kein angenehmer, aber ein Mensch mit all seinen Komplexen. Ein großkotzigen Wichtigtuer, der seine Ängste und die Sehnsucht nach Anerkennung und Respekt mit prolliger Angeberei kaschieren will. Der sich mit Alkohol und Pillen aufputscht und irgendwann alle Grenzen und jegliche Moral vergisst. Letzteres erlebt man auch physisch, wenn Milians Blick immer glasiger und die Haut immer grauer wird. Die Haare von Schweiß verklebt und und die Ringe unter den geröteten Augen immer tiefer. Sacchi tötet wahllos, aber nie mit Freude. Er entledigt sich anderer Menschen, wie man normalerweise Müll entsorgt. Als er dem Entführungsopfer seine Macht über ihr Leben demonstrieren will, fordert er seinen Komplizin auf, die junge Frau zu vergewaltigen. Ihm geht es hier nicht um etwas sexuelles, er will sie nur demütigen. Nur einmal meint man so etwas wie eine moralische Irritierung bei ihm festzustellen. Wenn er realisiert, dass er ein kleines Kind erschossen hat. Doch dies führt bei Sacchi nicht zum Einhalten. Er wischt diese Tat nach einem kurzen stutzen beiseite und brüstet sich später noch damit, was den Zuschauer in einen Gewissenskonflikt stürzt. Denn spätestens nach dieser Tat und seine Reaktion darauf ist Sacchi nicht für ihn nicht mehr tragbar. Doch Lenzi inszeniert ihn weiterhin als Identifikationsfigur, denn Sacchi ist mit weitem Abstand die interessanteste und lebendigste Figur in diesen Film, gegen die alle anderen verblassen müssen. In der Regel ist der Schurke ja auch die faszinierendste Gestalt in einem Film.Jemand, den man aufgrund seiner Skrupellosigkeit und oftmals auch Coolness heimlich bewundert. An Sacchi gibt es aber nichts zu bewundern. Ein Dilemma.

Die einzigen beiden Figuren, die positiv besetzt sein können, sind sein Komplize Carmine und Kommissar Brandi. Der von Ray Lovelock gespielte Carmine ist aber ein weicher, manipulierbarer Schlappschwanz, der sich Sacchi unterordnet. Nicht etwa, weil er für Sacchi irgendwelche Sympathien hegt oder vor ihm Angst hätte. Man hat das Gefühl, Carmine wüsste einfach nicht, was er sonst tun sollte. Willenlos tut er das, was ihm befohlen wird. Zu dumm, zu naiv um einen eigenen Willen zu entwickeln. Auch seine ungelenken Versuche das Entführungsopfer zu schützen wirken halbherzig und schwach. Nein, zur Identifikation lädt Carmine nun wirklich nicht ein. Bleibt die starke Hand des Gesetzes, die von dem ewigen Gangster-Darsteller Henry Silva gegeben wird. Silva ist eine grandioses Steingesicht. Und die perfekte Besetzung für die Killer in Fernando di Leos Meisterwerken „Der Mafiaboss“ und vor allem „Der Teufel führt Regie“. Doch als Kommissar Walter Grandi bleibt er leider ungewöhnlich blass. Was daran liegen kann, dass er mehr reagiert als agiert und in den Actionszenen außen vor bleibt. Bis auf seine Wut auf seine Vorgesetzten bleibt er auch ohne besondere Eigenschaften. Erst ganz am Schluss tritt er in Aktion, um äußerst fragwürdig zur Selbstjustiz zu greifen. Gerade dieses Ende hinterlässt einen bitteren Beigeschmack, zeigt es doch, dass es auf der Welt nichts Gutes mehr gibt, sondern die Grenzen zwischen schießwütigen Gangstern und schießwütigen Polizisten, die sich ebenso nicht an Gesetze gebunden wähnen, verschwimmen.

Die einzige Figur, die tatsächlich so etwas wie Hoffnung gibt, dass die Welt nicht gänzlich verkommen ist, wird von Laura Belli gespielt. Das Entführungsopfer Marilù ist eine starke Frau, die weiß was sie will und sich keine falsche Illusionen macht. Die ihren Entführern jederzeit überlegen ist und gerade deshalb bei Sacchi diesen unbändigen Wunsch hervorruft, sie zu demütigen, erniedrigen und letztendlich zerstören. Und natürlich hat so jemand in der verkommen Welt des „Berserkers“ keine Chance. Sie wird vernichtet wie alles andere, was gut und schön ist.

Umberto Lenzi hat mit „Der Berserker“ einen hammerharten Tritt in die Weichteile inszeniert, der ganz von einem grandios asozialen Tomas Milian getragen wird, dem es gelingt seinen Soziopathen Gulio Sacchi nie zu einer comichaften Karikatur verkommen, sondern ihn bei aller Grausamkeit doch noch als Menschen erscheinen zu lassen. Und gerade das macht Lenzis Film so wahnsinnig unangenehm.

Mit der Nummer 9 ihrer Polizieschi Edition hat filmArt nach dem grandiosen „Milano Kaliber 9“ nun einen zweiten Klassiker nicht nur des italienischen Polizeifilm-Genres, sondern des italienischen Films überhaupt veröffentlicht. Wie erwartet ist auch das technische Niveau dieser Veröffentlichung wieder sehr gut. Die Blu-ray hat ein sehr gutes Bild, welches auch nicht durch diverse Filter „getötet“ wurde, sondern einen authentischen Kinolook besitzt, ohne dabei irgendetwas an Schärfe einzubüßen. Der deutsche Ton wird auf gleich zwei Spuren angeboten, von der sich eine „Videotonhöhe“ nennt. Der Unterschied zwischen beiden Spuren ist – soweit ich meinen Ohren trauen darf – dass die eine etwas mehr Wums hat, dafür aber auch dumpfer klingt, die andere dafür in der Sprache etwas klarer ist, dafür aber etwas dünner klingt. Das Highlight der Edition ist das einstündige Interview „The Journey of Tomas Milian – From Cuba to America“, mit einem sichtlich gealterten, kaum wiederzuerkennenden Tomas Milian, der sehr interessant und spannend aus seinem aufregenden Leben erzählt. Bei der Schilderung seiner Kindheit in einem lieblos-strengen Haushalt können einem fast die Tränen kommen und dies erklärt wohl auch seine arrogante Haltung, die er in Interviews in den 70ern – auf der Höhe seines Ruhmes – an den Tag legte. Milian hat auch einen kurzen Gruß als Intro zum Film eingesprochen. Weitere Extras sind der italienische und englische sowie ein US-Grindhouse Trailer. Es gibt zwei Audiokommentare. Den ersten mit dem Traum-Team Pelle Felsch und Christian Keßler, der andere mit Bennet Togler und Tillmann Beilfuß. Nicht zu vergessen ist auch das sehr lesenswerte Booklet von Oliver Nöding. Also eine rundum gelungene Veröffentlichung.

Veröffentlicht unter DVD, Film, Filmtagebuch | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Das Bloggen der Anderen (21-08-17)

– In dieser Woche habe ich die große Freude einen neuen Blog vorzustellen. Die Freude ist daher so groß, weil dort ein guter Freund von mir seine ersten Blogger-Schritte macht und seine Texte, wie ich finde, wirklich toll geworden sind. Unter dem Namen Retrospective Magazine berichtet er vom Stummfilmfestival in Bonn und anlässlich des 40. Todestages des „King“ Elvis Presley (dessen 40. Todestage seltsamer- und traurigerweise kaum ein Echo irgendwo fand) startet er eine Serie, in der er ALLE Elvis-Filme besprechen wird. Den Anfang macht natürlich „Love Me Tender“. Wie gesagt, ich find die Texte toll und kann nur jedem ans Herz legen, dass Retrospective Magazin in seine Bookmarks mit aufzunehmen.

– Gestern erschütterte die Nachricht vom Tode Jerry Lewis (der immerhin das stolze Alter von 91 Jahren erreichte) meine Facebook-Timeline. Ein erster Nachruf kommt von Der Kinogänger.

– Noch einmal Locarno, Teil 1: gabelingeber war mit Hauptsache (Stumm)Film in Locarno zu Besuch und stellt drei Filme vor, die ihn dort besonders beeindruckt haben.

– Noch einmal Locarno, Teil 2: In einem englischsprachigen Text geht Patrick Holzapfel auf Jugend ohne Film ausführlich auf Jacques Tourneur dem in Locarno eine Retrospektive gewidmet war.

– Lukas Stern schreibt auf critic.de über einige video-installative Arbeiten auf der documenta.

– Nostalgie bei Kinogucker. Er wirft einen Blick zurück auf die Filmbücher, welche die Cinema in den 80er Jahren veröffentlichte.

– Sano Cestnik zieht auf Eskalierende Träume in einem spannenden Text Parallelen zwischen dem deutschen Film „Melodie des Herzens“ von 1929 und Bo Arne Vibenius Kultfilm „Thriller – En grym film“.

Robert Zion verwöhnt seine Leser mit weiteren Auszügen aus seinen bereits vergriffenen Büchern über Vincent Price und William Castle.

Funxton hat sich John Woos amerikanischen Kriegsfilm „Windtalkers“ noch einmal angeschaut und schreibt in seinem durchaus kritischen Text u.a. „Was hier in die Luft gesprengt und an Munition verballert wird, das sucht verzweifelt seinesgleichen und findet es nicht“. Das empfand ich im Kino damals auch so, und da hatte der Film bei mir tatsächlich seine Wirkung nicht verfehlt. Erstmals wurde mir das ständige Geballer und Explodieren zu viel und ich hätte am liebsten geschrien: „Aufhören! Ich halte das nicht mehr aus!“. Für einen Kriegsfilm vielleicht sogar eine intendierte Absicht, den erstmals konnte ich den Horror des Krieges wenigstens im Ansatz nachvollziehen.

– Hurra, King Hus „Die Herberge zum Drachentor“ kehrt auf die Leinwand zurück! Warum Oliver Armknecht von film-rezensionen.de trotz der positiven Besprechung nur auf 6/10 Punkte kommt ist mir noch etwas schleierhaft, eine Empfehlung ist seine Review auf jeden Fall.

– „Bevor ich mir den Mund fransig rede: Ich halte El Bar nicht nur für einen der besten Filme des Regisseurs, sondern auch einen der besten Filme die ich dieses Jahr zu sehen bekommen habe, und zudem für einen der Paradebeispiele für frisches, großartiges Kino“ schreibt Sebastian von Nischenkino über Alex de la Iglesias neusten Streich und legt damit die Latte namens Erwartungshaltung ziemlich hoch. Ich bin sehr gespannt!

Veröffentlicht unter Allgemein, Internet | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

24. Internationales Filmfest Oldenburg: Die ersten Filme und Retrospektive

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus! Es ist ja kein Geheimnis, dass ich ein großer Freund des Internationalen Filmfests in Oldenburg bin, wohin es mich jedes Jahr aufs Neue zieht. Zwar würde ich gerne auch mal die Festivals Norderney/Emden, Braunschweig, Osnabrück oder sehr gerne auch mal wieder Lübeck besuchen, aber als berufstätiger Familienvater muss man sich da leider (noch immer) einschränken, und aufgrund meiner vielen anderen zeitraubenden Aktivitäten ist dann eben derzeit nur ein Filmfest im Jahr drin. Umso größer meine Freude, dass das Oldenburger Filmfest – welches immer einen familiären Charakter hat, bei dem ich mich wohl fühle – jedes Jahr wieder ein sehr vielversprechendes und überraschendes Programm aus dem Hut zaubert. Da braucht es dann auch keinen Superstar wie Nicolas Cage, um mich glücklich zu machen.

Wie immer war ich gespannt, wem die diesjährige Retrospektive gewidmet sein wird. In der Vergangenheit hat gerade die Retro bei mir zu wunderbaren Entdeckungen geführt (George Armitage! Philippe Mora!!). Dieses Jahr wird erstmals ein Filmproduzent mit einer Retrospektive geehrt. Der Name Edward R. Pressman sagte mir jetzt erstmals nicht, aber ein Blick auf die von ihm produzierten Filme lässt die Augen größer werden und das Herz schneller schlagen: „Badlands“ (1973), „Phantom of the Paradise“ (1974), Wall Street (1987), „Bad Lieutenant“ (1992), „The Crow“ (1994), „American Psycho“ (2000), „Thank you for Smoking“ (2006). Laut der Pressemitteilung blickt „der gebürtige New Yorker auf eine inzwischen 50jährige Karriere zurück, in der er seit 1967 über 80 Kinofilme produzierte und zahlreiche Ehrungen erhielt. Als einer der ganz wenigen Produzenten in den USA, der seine Projekte mit Leidenschaft und Herz begleitet, hat Pressman Filme ermöglicht, die im kommerziellen System Hollywoods ohne ihn kaum entstanden wären. Künstlerisch ebenso ambitionierte wie eigensinnige Filmemacher wie Terence Malick, James Toback Abel Ferrara oder auch Brian de Palma konnten erste Filme umsetzen, die dann künstlerisch nachhaltig das amerikanische Kino berührt haben und ohne Pressman kaum denkbar wären. Ed Pressman wird während des gesamten Festivals in Oldenburg zu Gast sein und 8 seiner Filme im Rahmen der ihm gewidmeten Retrospektive vorstellen“.

Auch die ersten Programmhighlights wurden bekanntgegeben. Und die klingen alle sehr vielversprechend. Insbesondere die beiden Filme des mir bisher unbekannten Simon Rumley habe ich schon mal auf meine persönliche „Guck-ich“-Liste gesetzt. Aber auch „Junk Head“, „Touched“ und „A Violent Man“ haben bereits mein Interesse geweckt.

A Violent Man, USA 2017, von Matthew Berkowitz

Als der noch unbekannte MMA-Fighter Ty Matthews als Sparringspartner den bis dato unbesiegten Champion zu Boden bringt, bringt ein heimlich gefilmtes Video sein Leben auf einen Schlag durcheinander. Das Video geht viral und es dauert nicht lange, bis Ty zum heimlichen Star der Branche wird und ihm ein Meisterschaftskampf winkt. Als die Reporterin, die seine Geschichte
groß rausbringen will, tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, gerät er unter Verdacht. Ihm bleibt nichts über als zu kämpfen – um die Liebe seines Lebens, seine Unschuld, seine Freiheit. Regisseur
Matthew Berkowitz hat eine mutige und ungewöhnliche Besetzung vor die Kamera geholt. Ex-Football-Spieler Thomas Q. Jones (bekannt aus „Straight Outta Compton“), UFC Hall of Fame-Legende Chuck Liddell sind ebenso wie Denise Richards neben Charakterdarstellern wie Bruce Davison und Isaac de Bankolé zu sehen. WELTPREMIERE

Bernard & Huey, USA 2017, von Dan Mirvish

Zwei alte Freunde, wieder vereint. Die Comicfiguren vom Pulitzerpreisträger Jules Feiffer erwachen in der Komödie vom preisgekrönten Regisseur und Slamdance Mitbegründer Dan Mirvish zum Leben. Oscargewinner Jim Rash verkörpert Bernhard, der als erfolgreicher New Yorker Junggeselle den Frauen die Köpfe verdreht bis sein alter Freund Huey, Saturday Night Live Komiker David Koechner, wieder in sein Leben tritt. Die beiden Männer fallen zurück in alte Muster, Frauen aus dem Leben des jeweils anderen aufzureißen. Eine Komödie über zwei Männer, die sich selbst finden, während sie sich gegenseitig um den Verstand bringen. WELTPREMIERE

Crowhurst, UK 2017, von Simon Rumley

Inspiriert von einer wahren Geschichte erzählt Regisseur Simon Rumley die Geschichte von Donald Crowhurt, einem 35-Jährigen vierfachen Vater, der in See sticht um eine der letzten großen Abenteuer des 20. Jahrhunderts anzutreten – das Sunday Times Golden Race um die Welt. Der Geldpreis verspricht die Lösung aller Probleme des einfaches Elekronikers, und so schlägt der unerfahrene Segler alle Bedenken in den Wind und setzt die Segel. Eine wahre Geschichte, die Simon Rumley mit dem ihm eigenen Sinn für die dunkle und bizarren Abgründe im menschlichen Wesen umsetzt. Eine Reise in absolute Einsamkeit die sich immer weiter vom Kurs der Ratio entfernt. Simon Rumleys Kultstatus der Genre- und Underground Fans wird hier mit einer neuen Facette seiner Erzählkunst bereichert. WELTPREMIERE

Fashionista, USA 2017, von Simon Rumley

Das Leben der Secondhandladen-Besitzerin April zerbricht, als sie herausfindet, dass ihr Ehemann eine Affäre mit ihrer Mitarbeiter hat. Um Vergeltung zu üben, beginnt April ihrerseits daraufhin ein Verhältnis mit einem reichen Playboy, einem narzisstischen Kontroll-Freak mit extremen sexuellen Vorlieben. Sie flieht sich in ihre fast fetischartige Sucht nach „Fashion“ – und das nicht nur auf Kosten ihres Verstandes. Simon Rumley trägt ein grassierendes Phänomen unserer Zeit in das Genrekino und erzählt die Geschichte eines Fashion-Victims als tragische Fetisch Lovestory. Seine Hauptdarstellerin Amanda Fuller ist spätestens seit Rumleys hochgelobtem „Red White & Blue“ ein Darling der Indie-Underground Szene und liefert hier als April eine beängstigend gute Performance ab. DEUTSCHLANDPREMIERE

Junk Head, Japan 2017, von Takahide Hori

“Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt” – Im Fall des japanischen Künstler Takahide Hori begann diese Reise mit einer ersten Einstellung, einem ersten Bild. Nach unzähligen weiteren Einzelbildern, Momenten und selbstgebauten Settings, nach insgesamt 7 Jahren Arbeit, entführt Hori seine Zuschauer mit einem einzigartigen Stop-Motion-Epos in eine
weit entfernte Zukunft und eine zutiefst berührende, menschliche Geschichte. 1200 Jahre nach der Rebellion der Klone schicken die Menschen einen Expeditionstrupp tief hinunter zum Unterreich ihrer Nemesis, um wichtige Informationen zur Rettung der menschlichen Spezies zu sammeln. Der Begriff „Unabhängigkeit“ erfährt mit diesem Film eine neue Definition. Regie, Buch, Schnitt,
Kamera, Bauten und sogar einige der Stimmer der Figuren gehen auf das Konto des obsessiven Filmemachers. EUROPAPREMIERE

Quest, USA 2017, von Santiago Rizzo

Auf der Grundlage seines eigenen Lebens erzählt Santiago Rizzo die inspirierende Geschichte eines verlorenen Teenagers, die von seinem Mentor und Lehrer geschrieben wurde, der sein Leben rettete – Tim Moellering. Im Jahr 1995 geriet der 13-jährige Mills auf die Straße, als er der häuslichen
Gewalt seines Stiefvaters zu entkommen versucht. Er wird von der Polizei aufgegriffen, landet in Jugendstrafe und findet Freunde unter einer Sprayer Gang. Graffiti wird sein Ruf nach Freiheit und Hilfe. Während das System versagt, stellt ein Mann an seine Seite und weigert sich, den Jungen aufzugeben. Dash Mihok spielt diese Rolle des Tim Moellering mit Zurückhaltung und Eindringlichkeit und Hollywood Legende Lou Diamond Phillips glänzt als brutaler, seelisch vernarbter Stiefvater. Santiago Rizzi umschifft alle Gefahren zu großer Nähe zur Story und berührt nachhaltig mit diesem bemerkenswerten Debüt. WELTPREMIERE

Touched, Kanada 2017, von Karl R. Hearne

Nach seinen preisgekrönten Kurzfilmen, die bei so prestigeträchtigen Festivals wie Toronto und SXSW in Austin uraufgeführt wurden, legt Karl R. Hearne mit „Touched“ nun sein Spielfilmdebut vor. Teils Mystery Story, teils Geistergeschichte, verwebt Hearne so elegant wie gekonnt Genres zwischen Drama und Horror in dieser psychologisch ausgefeilten und emotional tiefgehenden Geschichte um zwei einsame Wesen, die ohne Liebe aufgewachsen sind. Hearne zeigt die zerbrechliche Kraft der menschlichen Güte und erzählt dennoch eine Geschichte, die sich dem Genre des Thrillers bedrohlich annähert. Ein außergewöhnliches Debüt. WELTPREMIERE

Veröffentlicht unter Film, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Das Bloggen der Anderen (14-08-17)

– In dieser Woche gibt es in den deutschsprachigen Filmblogs zwei große Themenkomplexe: Locarno und das 4. Terza-Visione-Festival des italienischen Genrefilms. Da ich letzte Woche schon Locarno im Programm hatte, starte ich diesmal mit Terza Visione. Da dies diesmal zentral in Frankfurt stattfand und nicht wieder im von Bremen aus sehr fernen Bremen hatte ich meinen ersten Besuch fest eingeplant. Aber, ach, wie das immer so ist. Am Ende kann man noch so gut planen, das Leben kommt einem immer dazwischen. So fand auch die vierte Ausgabe ohne mich statt, was ich insbesondere schade finde, da dort die Gelegenheit bestanden hätte, mal einige Leute, die man nur von ihren Blogs oder Facebook kennt, persönlich kennenzulernen. Zum Beispiel david von Whoknows presents, der das ganze Festival über anwesend war und auf seinem Blog einen sehr ausführlichen und kompetenten Bericht geschrieben hat. André Malberg hat auf Eskalierende Träume ausführlich dar gelegt, weshalb das Screening einer 35mm-Fassung des Argento-Filmes „Phenomena“ für ihn ein besonderer Höhepunkt war.  Mauritia Mayer von Schattenlichter war zwar – zumindest meines Wissens nach – diesmal nicht bei Terza Visione, hat aber auf ihrem Blog über den Eröffnungsfilm „Danger: Diabolik“ geschrieben. Und Immagini in attimi erklärt anhand von Bildern, was es mit dem im Umfeld der Terza/Hofbauer-Clique häufig gebrauchten Wort „Trunst“ auf sich hat.

– Das Filmfestival in Locarno ist beendet. Bei Sennhausers Filmblog kann man nicht nur nachlesen, wer alles Preise gewonnen hat, sondern auch über den Hauptgewinner „Mrs. Fang“ von Wang Bing nachlesen, sondern auch über den interessant aussehenden „Doigts“ von F. J. Ossang und erfahren, warum man in Locarno normalerweise italienische Filme meiden sollte. Schwanenmeister verrät auf Negative Space, welche Highlights er aus Locarno mitgenommen hat. B-Roll hat Patrick Holzapfel nach Locarno geschickt, der nicht nur sein Logbuch weiterführt, sondern auch den deutschen Ötzi-Film „Der Mann aus dem Eis“ gesehen hat. Für critic.de ist Frédéric Jaeger dabei.

– Auf critic.de stellt Hannes Brühwiler den großen Jacques Tourneur vor.

„Schluss mit dem Spießertum!“ fordert Andreas Köhnemann auf B-Roll und knöpft sich u.a. Filmreihen wie „Fast&Furious“ vor. Und Patrick Holzapfel macht sich Gedanken über Klassiker-Wiederaufführungen.

– Oliver Armknecht hat für film-rezensionen.de ein Interview mit dem „Lucky Loser“-Regisseur Nico Sommer geführt.

Robert Zion hat auf seinem Blog einige interessante Auszüge aus seinem Buch „William Castle oder Die Macht der Dunkelheit“ online gestellt, in denen man etwas über Castles frühsten Schritte als Regisseur erfährt.

Filmlichtung hat einmal in einem amüsanten Artikel zusammengestellt, welche Autoren mit den Verfilmungen ihrer Bücher gar nicht zufrieden waren und warum nicht.

Hans Helmut Prinzler über Ingo Streckers wunderschönes Buch „Gorillawood“.

– Volker Schönenberger auf Die Nacht der lebenden Texte über Narciso Ibáñez Serradors ebenfalls wundervollen „Das Versteck“.

Kitsch-kult-klassisch ist von dem Anime „Keion!“, dem „unaufgeregten Portrait der fünfköpfigen Schülerband Ho-kago Tea Time“ sehr begeistert. Dazu schreibt Simon: „Yamada erzählt alles dies mit einer Ruhe, die einen fast an den Magier der Alltäglichkeit Hirokazu Koreeda (After the Storm, Unsere kleine Schwester) erinnert.“

– Und über just diesen Hirokazu Koreeda und seinen Film „After the Storm“ hat Flo Lieb auf symparanekronemoi geschrieben.

– Eine Bildungslücke bei mir. Obwohl zu meiner Schulzeit der Film „The Killing Fields“ in aller Munde war, habe ich ihn nie gesehen. Das muss wohl bald mal nachgeholt werden, wenn ich mir funxtons 10 von 10 Bewertung so durchlese.

– Tobias Tißen macht sich auf Flicksploitation Gedanken zu „Die Mumie“ als Auftakt zu Universals Dark Universe.

– Ah, zwei Lieblinge von mir! Christian bespricht auf Schlombies Filmbesprechungen die ersten beiden Filme um die „reitenden Leichen“: „Die Nacht der reitenden Leichen“ und „Die Rückkehr der reitenden Leichen“. Wird Zeit, dass ich mir die mal für das Heimkino zulege.

Veröffentlicht unter Allgemein, Internet | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Das Bloggen der Anderen (07-08-17)

Der Kinogänger gedenkt den Verstorben der letzten Woche: Sam Shepard und Jeanne Moreau. Im Andenken an die große Schauspielerin erinnert Sebastian vom Magazin des Glücks noch einmal an zwei ihrer Filme: „Mademoiselle“ und den unbekannteren „The Sailor from Gibraltar“.

– Weiterhin findet das Fimfest in Locarno statt, worüber sowohl bei Sennhausers Filmblog, als auch B-Roll berichtet wird. Thomas Sennhauser bespricht u.a. den sehr interessant klingenden „Madame Hyde“ mit Isabelle Huppert, „Good Manners“ von Juliana Rojas und Marco Dutra und „Gemini“ von Aaron Katz. Für B-Roll ist Patrick Holzapfel auf dem Festival, hat u.a. „Freiheit“ von Jan Speckenbach, der ihm nicht besonders gefiel, und führt ein Festivaltagebuch.

– Mein Lieblingsartikel in dieser Woche kommt einmal mehr von Whoknows presents, wo Manfred Polak vordergründig über den Ersten Internationale Kongress des Unabhängigen Films, der 1929 in der Schweiz stattfand und unter dessen Teilnehmern Sergej Eisenstein und Hans Richter waren. Tatsächlich aber eröffnet uns Manfred die weite Welt des Avantgarde-Films der 20er Jahre. Großartiger Lesestoff!

– Viktor Sommerfeld ist eine der neuen Stimmen auf Jugend ohne Film. Er beschäftigt sich mit „Le Pornographe“ von Bertrand Bonello.

– Sehr ausführlich setzt sich Filmlichtung mit Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“ auseinander.

– Noch mehr Italien gibt es bei funxton. Er schreibt über den sehr merkwürdigen „Giallo“: „Die Falle“, der international den schönen Titel „Death Laid an Egg“ (die Übersetzung des italienischen Originaltitels) trägt.

– Volker Schönenberger schreibt auf Die Nacht der lebenden Texte im Zusammenhang mit der Blu-ray-veröffentlichung von Francos „Nacht der offenen Särge“: „Nicht-Fans von Franco könne man den Film wohl nur als trashiges Kuriosum empfehlen. Für Fans jedoch sei er eine kleine Offenbarung. Mir hat sich die Verehrung nie erschlossen, die Fans des spanischen Vielfilmers motiviert, Franco und sein Schaffen erbittert zu verteidigen. Aber immerhin war der Gute sympathisch und mit Leidenschaft bei der Sache.“ Letzteres stimmt natürlich. Und Franco ist immer eine Entdeckung wert und darf zu Recht mit Leidenschaft – nicht verteidigt, sondern angepriesen werden.

– Christian hat auf Schlombies Filmbesprechungen jetzt auch den vierten und fünften „Nightmare on Elm Street“ besprochen.

Kitsch-kult-klassik stellt Philippe Moras wichtige Dokumentation „Swastika“ vor. Und muss sich erst einmal von einem Trip zu den „Mystics of Bali“ erholen.

– Ebenfalls in Asien ist auch Oliver Nöding von Remember It For Later unterwegs, wobei ihm Ho Meng-Huas legendärer „Black Magic 2“ nicht wirklich überzeugt hat.

Veröffentlicht unter Allgemein, Internet | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Das Bloggen der Anderen (31-07-17)

– Heute machte die traurige Nachricht die Runde, dass die große Jeanne Moreau im stattlichen Alter von 89 Jahren verstorben ist. Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film hat gleich reagiert und der wunderbaren Actrisse einen Liebesbrief geschrieben. Neu im Jugend-ohne-Film-Team: Simon Wiener. Er schreibt darüber, was das sein könnte – „Film verstehen“.

– Einen sehr treffenden Text über das Verschwinden des Vorfilms und welche Chancen er dem „Ereignis“ Kino bieten kann hat Lucas Barwenczik auf B-Roll geschrieben. Und Alexander Matzkeit fragt sich, ob es im Zeitalter der Performance Capture nicht bald an der Zeit sein sollte, dass Darsteller wie Andy Serkis für einen Oscar als bester Schauspieler nominiert werden.

– Sebastian vom Magazin des Glücks folgt der Farbe Rot durch fünf Filme von Nicolas Roeg.

– Oliver Nöding stürzt sich auf Remember It For Later in die wilde Welt Hongkong-Horrors und von „The Boxer’s Omen“ förmlich weggeblasen. Aber auch „Das Omen des Bösen“ hat es ihn angetan. Allein „Centipede Horror“ konnte ihn nicht so wirklich überzeugen.

– Harald Mühlbeyer von Screenshot war mal wieder bei einem Grindhouse-Triple-Feature, wo er den Überfilm „Blutiger Freitag“, den Giallo „Neun Gäste für den Tod“ von Ferdinando Baldi und den unterirdischen „Samurai Cop“ von einem Mann namens Amir Shervan sah.

– Sebastian von Nischenkino bespricht „Two-Lane Blacktop“, den er zwar mochte, mit dem er aber auch nicht so richtig warm wurde. Bluntwolf wiederum nimmt sich Mario Bavas „Der Dämon und die Jungfrau“ vor, der meiner Meinung nach einer der besten Filme des Maestros ist. Diese Euphorie teilt Bluntwolf zwar nicht – für einen sehr guten Film hält er dieses kleine Meisterwerk aber trotzdem.

– Noch ein kleines, großes Meisterwerk: „The Wicker Man“, den Volker Schönenberger auf Die Nacht der lebenden Texte würdigt.

– Christian von Schlombies Filmbesprechungen macht mit seiner „Nightmare“-Retro weiter. Der dritte Teil sagt ihm dabei überraschenderweise weniger zu als der oftmals gescholtene zweite Teil.

„Shock Waves“ – eigentlich ein langweiliger Krauchfilm, aber auch irgendwo ganz liebenswürdig. So ähnlich meint es auch funxton.

Filmlichter hat sich intensiv mit Lubitsch Meisterwerk „Sein oder nicht sein“ auseinandergesetzt.

– Oliver Armknecht schreibt auf film-rezensionen.de: „Der koreanische Animationsfilm (The Fake) ist inhaltlich wie optisch hässlich, nimmt einem den letzten Glauben an das Gute im Menschen und lässt einen als Zuschauer entsetzt und verzweifelt zurück“. Das klingt doch sehr vielversprechend.

Veröffentlicht unter Allgemein, Internet | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Blu-ray-Rezension: „Die Weibchen“

Nach einer unglücklichen Affäre mit ihrem Chef ist die junge Eve (Uschi Glas) einem Nervenzusammenbruch nahe und reist zu einer sechswöchigen Kur nach Bad Marein. Dort begibt sie sich in das Sanatorium von Dr. Barbara (Gisela Fischer). Seltsamerweise scheint es in Bad Marein außer dem unheimlichen Gärtner des Sanatoriums und einem halb verrückten Kommissar nur Frauen zu geben. Eines Tages hat eine dreiköpfige Männergruppe im Ort eine Reifenpanne. Die drei Männer nutzen die Gunst der Stunde, um mit den Damen im Sanatorium zu flirten. Doch bereits in der ersten Nacht entdeckt Eve einen der Männer mit einem Messer im Rücken in einem Schrank liegend und bricht zusammen. Am nächsten Tag ist von der Leiche nichts mehr zu entdecken. Auch der schmierigen Tommy (Giorgio Ardisson) und sein Kumpel Leo (Klaus Dahlen) machen sich keine Sorgen um ihren Freund. Der wäre wohl nach Hause zu Frau und Kindern. Eve macht sich – unterstützt von dem ebenfalls in Bad Marein gestrandeten, gutaussehenden Johnny (Alain Noury) daran, das Geheimnis des Sanatoriums und des Städtchens aufzudecken…

Zbyněk Brynych als „Geheimtipp“ oder „Vergessenen“ zu bezeichnen, ist in den jetzigen Zeiten nicht mehr ganz richtig. Dank der unermüdlichen Arbeit von Cinephilen wie Rainer Knepperges oder dem Regisseur Dominik Graf, ist Zbyněk Brynych mittlerweile (endlich!) ins kollektive Filmgedächtnis der Kino-Republik vorgedrungen. Dort nimmt er nun den Platz ein, der ihm gebührt. Den eines Meisters seiner Zunft. Eines Mannes, der in den frühen 70ern in Deutschland Kino wie kein anderer machte, der TV-Krimiserien wie „Der Kommissar“, „Derrick“ oder „Der Alte“ auf heute unfassbare Höhen trieb. Der sich über den Umweg der Krimiserie austoben konnte und zeigte, dass auch „Routineprodukte“ Raum für große Kunst bieten – wenn man es nur will und die Freiheit genießt, seine Vision umzusetzen. Etwas, das vor 30-40 Jahren noch möglich war und heute fast unglaublich erscheint. Gerade jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, widmet das Zeughauskino und das Tschechische Zentrum in Berlin Zbyněk Brynych eine umfangreiche Retrospektive. Ich selbst kam 1999 erstmals mit dem Tschechen in Kontakt, als ich in der leider viel, viel zu kurzlebigen Fanzine „Absurd 3000“ über seinen großartigen Film „Engel, die ihre Flügel verbrennen“ lesen konnte. Leider ist dieser Film, den ich persönlich sogar noch knapp dem hier zu besprechenden „Die Weibchen“ überlegen finde, bisher nur auf VHS erschienen. Eine digitale Heimkinoumsetzung (am Besten auf Bluray) steht hier ebenso aus, wie bei dem ersten Film seiner deutschen Kino-Trilogie :“O Happy Day“.

Es treibt einem die Tränen in die Augen, wenn man daran denkt, wie stiefmütterlich dieser großartige Filmzauberer hierzulande noch immer behandelt wird. Von seinen tschechischen Filmen haben es gerade mal zwei auf preisgünstige DVD-Veröffentlichungen geschafft. Dann gibt es nur noch seinen TV-Dreiteiler „Die Nacht von Lissabon“ und seine TV-Krimi-Episoden (neben den oben erwähnten noch gut die Hälfte aller „Polizeiinspektion 1“-Folgen). Umso mehr Anlass zur Freude und großem Applaus liefert die hier vorgestellte, liebevolle Veröffentlichung von „Die Weibchen“ durch das wundervolle Label „Bildstörung“. Dieses hat den Film in perfekter Qualität und mit vielen aufschlussreichen Extras, sowie einer bisher unbekannten Langfassung, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht, die weder die VHS besitzen, noch die Möglichkeit hatten, den Film irgendwo auf in einer 35mm-Vorführung zu sehen. Und im TV findet deutscher Film aus den vergangenen Jahrzehnten ja eh so gut wie nicht mehr statt.

In „Die Weibchen“ feuert Zbyněk Brynych mithilfe seines kongenialen Kameramannes Charly Steinberger (der u.a. auch den ganz wundervollen „Deep End“ von Jerzy Skolimowksi fotografierte) aus vollen Rohren. Schon die grandiose Fischaugenfahrt ganz am Anfang des Filmes zeigt, wohin die Reise führt. In ein merkwürdiges, surreales Land des Wahnsinns. Immer wieder schauen Personen direkt in die Kamera und irritieren dadurch den Zuschauer. Seien es von der Kamera scheinbar zufällig eingefangene Passantinnen, die durch das Städtchen Bad Marein flanieren oder harmlos auf Bänken sitzende Gruppen von Frauen jeden Alters, die wie Geheimpolizisten wirken. Immer wieder verleiht ein ungewöhnlicher, fremder Winkel der Kamera ganz normalen Gesten, wie dem Reichen der Hand, eine unheimlich-bedrohliche Qualität. Brynych entreißt Steinbergers Kamera jeglichen Fesseln. Da gibt es lange Plansequenzen mit der Handkamera, es wird wie irre im Kreis gewirbelt und durch kleine Tricks die Grenze von Realität und Traum verschoben. Nie kann man sich sich bei Brynych sicher sein, ob der Boden auf dem sich seine Figuren bewegen, nicht schwankt und gleich das ganze Szenario mit einem Haps verschluckt. Dazu knallt Peter Thomas unglaublich fetzige Musik aus den Lautsprechern und vernebelt einem noch zusätzlich die Sinne. Wobei es nicht fair wäre, Thomas‘ Beitrag ganz auf die direkt vom Ohr über das Hirn in die Beine schießende Mucke zu reduzieren. Denn wer genau hinhört, der bemerkt auch die leisen-bedrohlichen Zwischentöne.

Zbyněk Brynych füllt seinen Film mit unzähligen, wunderbar absurden Details. Sei es das markante, schreiend gelbe Buch „S.C.U.M – Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“ von Valerie Solanas (nebenbei die Frau, die 1968 auf Andy Warhol schoss), welches überall auftaucht. Oder die Gottesbeterinnen-Analogie. Die hohlen Männergestalten, die vor lauter Potenz-Geprotze es gar nicht merkwürdig finden, dass ihre Kumpels plötzlich ohne jede Nachricht verschwinden. Der verrückte Kommissar, dessen offensichtlich nicht wirklich gesunder Geisteszustand niemanden wundert und den Brynych mit einem schmucken Pastorenkragen ausstaffiert hat. Nein, hier sind wir nicht mehr in dieser Welt, sondern in einer bizarren Parodie des muffigen Deutschlands, eine hysterischen Welt des Überfeminismus und der holzköpfigen Männer. Bei Brynych sind es keine Menschen, die durch diesen fremdartigen Ort stolpern, sondern hohle Figuren, die ganz ihrer Funktion untergeordnet sind. Und deren Unfähigkeit (Eve) oder Unwille (Johnny) aus dieser reinen Funktion auszubrechen, letztendlich dazu führt, dass sie von der Geschichte verschlungen werden. Psychisch (wie Eve), oder physisch (wie die Männer). Man kann darüber streiten, ob „Die Weibchen“ nun ein radikal feministischer Film ist, in dem alle Männer als Trottel dargestellt und deren Vernichtung auf Gottesanbeterinnen Art als einziger Weg dargestellt wird, die perfekte Gesellschaft zu erschaffen. In dem die Frauen weitaus intelligenter und raffinierter sind als die triebgesteuerten, arroganten, sich ständig selbst überschätzenden Kerle. Typen, die das andere Geschlecht weder für voll nehmen, noch ihm einen eigenen Willen zugestehen, Oder ist er „Die Weibchen“ das genaue Gegenteil? Ein Film, der durch seinen auf die Spitze getriebenen Feminismus eben jenen einen albernen (oder schlimmer noch bedrohlichen) Anstrich gibt? Der andeutet, dass zu viel Freiheit die Frauen in blutrünstige Bestien verwandelt? Brynychs Film lässt durchaus beide Deutungen zu.

Mit „Die Weibchen“ setzt Bildstörung seine Reihe hervorragender Veröffentlichungen nahtlos fort. Das Bild ist mal wieder makellos und besitzt eine angenehme Kinoanmutung. Ist klar, scharf – aber nicht zu Tode gefiltert. So sollen Veröffentlichungen von über 40 Jahre alten Filmen aussehen. Dass das Bild so gut geworden ist, kann man durchaus als kleines (oder gerne auch größeres) Wunder bezeichnen. Da kein Negativ mehr vorlag, mussten 35mm-Vorführkopien abgetastet werden. Diese hatten aber über die Jahre ziemlich gelitten, wie ein Vorher-Nachher-Ausschnitt im bonusbereich zeigt. Laufstreifen, Filmrisse, Kratzer und Farbstiche mussten mühevoll entfernt werden. Das Resultat kann sich mehr als sehen lassen und dürfte – solange kein verschollenes Negativ mehr auftaucht – die bestemögliche Fassung bleiben. Auch am Ton gibt es nichts zu mäkeln. Dieser liegt nur im Original (also Deutsch) ohne Untertitel vor. Auch die Extras wissen zu überzeugen. Hier gibt es Interviews mit Charly Steinberger (13 Minuten), der sich allerdings nicht ganz wohl vor der Kamera zu fühlen scheint, sowie Hauptdarstellerin Uschi Glas (15 Minuten), die hier überraschend sympathisch rüber kommt und recht stolz auf den Film ist. Überhaupt redet sie gerne über ihre alten Filme – und hiermit ist nicht nur „Zur Sache, Schätzchen“ gemeint. Also besonders interessant entpuppt sich auch ein Feature, in dem Domik Graf, Olaf Möller und Rainer Knepperges 40 Minuten lang den „wundersam fröhlichen tschechischen Herrn“ Zbyněk Brynych vorstellen. Ein ganz besodnerer Bonus ist eine bisher unbekannte Langfassung des Filmes, die fast 15 Minuten länger läuft. Ferner gibt es ausser den obligatorischen Bildergalerien, dem Kinotrailer und dem italiensichen Vorspann noch einen Audiokommentar mit Gerd Naumann, Bodo Traber, Christopher Klaese und Matthias Künnecke, sowie ein 32-seitiges Booklet mit einem Text von Frank Noack und einem Interview mit Zbynek Brynych. Jetzt kann man nur noch darauf hoffen, dass sich Bildstörung auch irgendwann der beiden anderen Brynych-Film „O Happy Day“ und „Engel, die ihre Flügel verbrennen“ annimmt. Das wäre dann wie Weihnachten und Ostern an einem Tag.

Veröffentlicht unter DVD, Film, Filmtagebuch | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Das Bloggen der Anderen (24-07-17)

– Frédéric Jaeger macht sich auf out takes sehr interessante Gedanken darüber in welche Zukunft der deutsche Film blickt. Und mit dem Satz: „Wenn sich aber Zuschauer von hiesigen Filmen abwenden, dann doch nicht, weil sie zu wenig Klein-Hollywood sind. Sondern, weil sie ihre Eigenheiten zu selten pflegen. Weil sie verwechselbar, wenn nicht sogar austauschbar sind“ spricht er mir aus der tiefsten Seele. Das sollten sich auch mal die Freunde vom „neuen deutschen Genrefilm“ durch den Kopf gehen lassen.

– In der letzten Woche war leider wieder einmal zwei Todesfälle zu beklagen. Zum einen verstarb der große Schauspieler Martin Landau, zum anderen der von vielen hochverehrte Modernisierer des Horrorfilms: George A. Romero. Der Kinogänger hat sowohl für Landau, als auch Romero einen Nachruf verfasst. Einen weiteren Romero-Nachruf gibt es auf dem neuen Filmblog von Robert Zion. Über George A. Romero und seine Bedeutung hat auch Oliver Nöding auf critic.de einen schönen Text verfasst. 

– Auf seinem Blog Remember It For Later bespricht Oliver zwei Filme, die mir sehr am Herzen liegen, da sie mich mit ihrer sehr merkwürdigen, dichten und im wahrsten Sinne des Wortes „traumhafte“ Stimmung immer wieder faszinieren: Lucio Fulcis „Das Haus an der Friedhofsmauer“ und Mario Bavas „Lisa und der Teufel“. Zu meiner Schande muss ich übrigens gestehen, dass mir „Shining“-Referenzen bei „Haus“ bisher gar nicht so aufgefallen sind, obwohl sie so offensichtlich sind. Spannend.

– Weiter geht es mit Italien: Gerade ist hierzulande der Giallo „Haus der tödlichen Sünden“ erschienen, den Mauritia Mayer auf Schattenlichter sehr positiv bespricht.

– Und nochmal: Funxton ist von dem überraschend tolle Giallo „La Ragazza Dal Pigiama Giallo“, der hier unter dem irreführenden Titel „Blutiger Zahltag“ erschien, ebenso begeistert, wie ich es war.

– Rainer Kienböck hat auf Jugend ohne Film einen Vortrag online gestellt, den er anlässlich einer Vorführung hielt, die den Brüdern Auguste und Louis Lumière gewidmet war.

– Eine wahnsinnig interessante Geschichte, hat Manfred Polak auf Whoknows presents zu erzählen. Bei Planierarbeiten für ein neues Freizeitzentrum 1978 kamen in Dawson City, ganz im Nordwesten Kanadas, völlig unerwartet Filmdosen und Filmrollen ans Tageslicht. Die Bauarbeiten wurden vorübergehend unterbrochen, und eine erste Sichtung der Rollen ergab, dass es sich um Stummfilme handelte, die offenbar seit Jahrzehnten dort im Boden lagen, der die meiste Zeit des Jahres gefroren ist. Bill Morrison hat daraus einen Dokumentarfilm gemacht, den Manfred seinen Lesern sehr ans Herz legt. Der Film lief auch schon mal Mitten in der Nacht auf Arte, wo ich ihn leider verpasst habe.

Die drei Cineasten schreiben über die frühen Western “The Lawless Nineties“ und „King of the Pecos“, beide von 1936, beide von Regisseur und Citizen John Kane und mit John Wayne als heldenhaften Hauptdarsteller, die sie für die Entwicklung des Genres für wichtig erachten.

Filmlichter teilt meine Begeisterung für den Klassiker „Der dritte Mann“, daher hat er diesem Film einen längeren Text gewidmet.

Bong Joon-hos „OKJA“, der derzeit exklusiv auf Netflix läuft, ist in aller Munde (kein Wortspiel). Michael Schleeh von Schneeland hat ihn gesehen und recht angetan von dem Film, in dem die Liebe eines Mädchens zu seinem Hausschwein eine kleine Welt rettet.

– Christian schreibt auf Schlombies Filmbesprechungen über die ersten beiden „Nightmare on Elm Street“-Filme. Beide gefallen ihm ausgesprochen gut. Beim zweiten hat er auch eine etwas andere Deutung als bei der Mehrheit der Fall ist.

– Wo wir gerade bei Horror-Klassikern sind: Volker Schönenberger bespricht auf Die Nacht der lebenden Texte Sam Raimis „Tanz der Teufel 2“.

– Und zum Abschluss noch ein kleines Highlight: Marco Mewes hat auf Duoscope einmal die großen, epischen Kriegs- und Schlachtenfilme, in denen Hollywood zwischen 1951 und 1980 den Zweiten Weltkrieg unter enormen Kosten und ebenso enormer Publikumsbeteiligung filmisch aufgearbeitet hat, angesehen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Internet | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Schauburg: „Sie nannten ihn Spencer“ mit Regisseur Karl-Martin Pold

Am nächsten Mittwoch, dem 26. Juli, feiert um 21:00 Uhr die Mischung aus Roadmovie und Dokumentarfilm „Sie nannten ihn Spencerin der Schauburg Vorpremiere. Mit dabei ist Regisseur Karl-Martin Pold.

„Sie nannten ihn Spencer“ handelt von zwei riesigen Bud-Spencer-Fans, die sich ihren Lebenstraum erfüllen wollen: Einmal ihr Idol persönlich kennenlernen. Dazu unternehmen die Beiden eine Reise quer durch Europa, bei der sie zahlreiche Weggefährten von Carlo Pedersoli, wie Spencer mit bürgerlichem Namen heißt, treffen, darunter dessen kongenialen Leinwandpartner Terrence Hill oder Hills deutschen Synchronsprecher Thomas Danneberg.

Der knapp über zweistündige Film erscheint fast genau ein Jahr nach dem Bud Spencers Tod, was sich erst einmal nach einem schnellen cash in anhört. Tatsächlich aber arbeitete Regisseur Karl-Martin Pold insgesamt acht Jahre intensiv an seinem Film, der letztendlich nur durch ein sehr erfolgreiches Crowdfunding und die Unterstützung zahlreicher Bud-Spencer-Fans realisiert werden konnte.

Ich möchte hier nicht verschweigen, dass ich über den Film bisher sehr gemischte Kritiken gelesen habe, die von absoluter Begeisterung bis zu sehr enttäuschten Verrissen reichen. Am nächsten Mittwoch kann sich aber ja jeder Interessierte in der Schauburg selbst ein Bild von dem Film machen und den anwesenden Regisseur mit Fragen bombardieren.

Veröffentlicht unter Film, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar