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Blu-ray Rezension: „Der schwarze Leib der Tarantel“

Von , 21. Dezember 2016 16:15

der-schwarze-leib-der-tarantelNach einem Streit mit ihrem Ehemann (Silvano Tranquilli) wird die schöne Maria Zani (Barbara Bouchet) von einem geheimnisvollen Unbekannten ermordet. Der Killer benutzt dabei ein lähmendes Gift, bevor er seine Opfer mit dem Messer abschlachtet. Der mit den Ermittlungen beauftragte Inspector Tellini (Giancarlo Giannini) verdächtigt zunächst Ehemann Zani, der jedoch auf eigene Faust nach dem Mörder sucht. Als Zani bei einer Verfolgungsjagd ums Leben kommt und weitere attraktive Damen dem Killer zum Opfer fallen, führt Tellini eine Spur ihn in einen Schönheitssalon, dessen Besitzerin (Claudine Auger) mit den Opfern in Verbindung stand…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der DVD, nicht der Blu-ray.

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Der schwarze Leib der Tarantel“ war für mich lange Jahre so etwas wie der heiliger Gral des Giallo-Kinos. Als ich Mitte der 90er Jahre mit zahlreichen Tauschpartner im In- und Ausland in Kontakt stand, und wir uns munter VHS-Kassetten mit griechischen Vollbildfassungen, die mittlerweile fast ihre gesamte Farbigkeit eingebüßt hatten, hin und her schickten, war „Der schwarze Leib der Tarantel“ der einzige „Must-Have“-Giallo, der nirgendwo aufzutreiben war. Weder eine englische, noch eine finnische oder schwedische Kopie. Von einer deutschen Fassung ganz zu schweigen, denn hier lief der Film zwar im Kino, doch seltsamerweise kam es nie zu einer Videoveröffentlichung. Dank des sympathischen Berliner Labels CMV Laservision wurde nun, nach 20 Jahren, dieser Gral nun doch auf meinen heimischen Bildschirm gezaubert. Hat sich das lange Warten gelohnt? Ist „Der schwarze Leib der Tarantel“ eben jenes verschollene Meisterwerk, zu welchem er in meiner Vorstellung mangels Verfügbarkeit reifte? Ein klein wenig Furcht hatte ich schon vor den Antworten auf diese Fragen, als ich die Blu-ray in den Player schob.

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Die Furcht erwies sich allerdings als unbegründet. Es hätte auch schon viel passieren müssen, um einen Giallo, der neben solchen Schönheiten wie Barbara Bouchet (in einer wichtigen, wenn auch leider viel zu kurzen Rolle), Claudine Auger und Barbara Bach, der Musik von Ennio Morricone (und der Hilfe von Bruno Nicolai) und gern gesehen Veteranen wie Silvano Tranquilli und Giancarlo Prete vollends in die Grütze zu fahren. Und Regisseur Paolo Cavara ist auch kein Stümper, sondern hat mit „Das wilde Auge“ einen höchst spannenden und mit viel Experimentierfreude gedrehten Magenschwinger gedreht, der als Schlüsselfilm auf das Genre gelten kann, in dem Cavara große geworden ist: Dem Mondo-Film. Hier hatte Cavara 1962 zusammen mit dem legendären Duo Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi die Filme „Mondo Cane“ und „Alle Frauen dieser Welt“ gedreht, bis er sich im Streit von ihnen trennte, da er mit den Methoden Jacopettis nicht mehr einverstanden war. „Das wilde Auge“ war dann seine Abrechnung mit Jacopetti dem Philippe Leroy als skrupelloser Regisseur das eiskalte Antlitz leiht. Nachdem Kriegsfilm „Ein Atemzug Liebe“ drehte Cavara 1971 diesen Giallo hier, der sich einerseits am Einmaleins des Giallo (so wie er außerhalb Italiens verstanden wird, in Italien selber bedeutet „Giallo“ einfach nur „Krimi“) abarbeite, andererseits viele Elemente einbringt, welche ungewöhnlich sind und dem Film seine ganz eigene Note geben.

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Zu den typischen Giallo-Elementen gehört natürlich der Mörder im schwarzen Regenmantel und Lederhandschuhen, der sich eine möglichst makabere und sadistische Mordmethode ausgedacht hat, um seine Opfer ins Jenseits zu befördern. Welche dann auch sehr explizit gezeigt wird. Ferner ein Score mit einer einprägsamen Melodie, ein recht abstruses Motiv des Killers, viele Verdächtige und wunderschöne Frauen, die gerne auch mal blank ziehen. Andererseits konzentriert sich Paolo Cavara aber auch untypischerweise auf die Polizeiarbeit und stellt mit Giancarlo Giannini einen Schauspieler in den Vordergrund, der sich mit seinem samtenen, immer etwas traurig-scheu guckenden Augen und der schmächtigen Gestalt so gar nicht in die Reihe harter und selbstbewusster italienischer Kommissare stellen lässt, die sonst die Leinwand bevölkern. Auch von den typischen Giallo-Helden der frühen 70er wie George Hilton oder Anthony Steffens ist Giannini weit entfernt. Bei seinem Anblick denkt man viel mehr an die blumigen Titel der Lina-Wertmüller-Filme, die ihn bekannt machten. Wie „Mimi – in seiner Ehre gekränkt“.

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Zudem rückt Paolo Cavara die ebenso modern, wie fremdartig wirkende Architektur der Randgebiete Roms in den Vordergrund. Eine Verfolgungsjagd endet auf dem Dach eines futuristisch anmutenden Büro-Industrie-Komplexes, der allein aufgrund seines kühl-futuristischen Designs der Szene einen beinahe schon irrealen Anstrich gibt. Auch, dass das Privatleben des ermittelnden Kommissars, sein Hadern mit dem Beruf und der Welt so weit in den Vordergrund gerückt wird, sieht man nicht alle Tage in einem klassischen Giallo. Es macht den Inspector Tellini sehr menschlich und sympathisch. Und das Zusammenspiel mit der sehr lebendigen Stefania Sandrelli als Frau Tellini injiziert dem ansonsten eher düsteren und harten Film eine leichte, amüsante Note, welche die beiden Figuren gleichzeitig auch eine liebenswerte Natürlichkeit verleiht. Umso härter trifft den Zuschauer die finale Konfrontation mit dem Killer, in der Frau Tellini in Todesgefahr gerät. Wie man überhaupt sagen muss, dass Cavara hier wert auf eine genaue Figurenzeichnungen legt. Auch Silvano Tranquilli als betrogener und mordverdächtiger Ehemann oder die großartige Rossella Falk als Erpressungsopfer wird weitaus mehr Tiefe und Vielschichtigkeit als üblich zugestanden.

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„Der schwarze Leib der Tarantel“ ist ein spannender und sehr gut gemachter Giallo, der sich zwar vornehmlich an den Konventionen des Genres abarbeitet, gleichzeitig aber auch überraschende und untypische Elemente einbringt.

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Das Bild der Blu-ray mag nicht den allerhöchsten Ansprüchen einiger Technik-Fetischisten genügen, ist aber für meine Augen vollkommen akzeptabel. Für diese Veröffentlichung hat CMV die alte Kinotonspur aufgetrieben, die sehr sauber und klar klingt. Wer mag kann auch auf die englische Synchronisierung wechseln, die der deutschen Sprachfassunallerdings qualitativ unterlegen ist. Für die Extras wurde das 15-minütig Interview mit Lorenzo Danon, dem Sohn des Produzenten Marcello Danon, aus der amerikanischen und italienischen Veröffentlichung übernommen. Ganz neu ist ein 5-minütiges Interview mit Pietro Cavara, dem Sohn des Regisseurs. Über den Audiokommetnar von Thorsten Hanisch und Andrea Sczuka wurde in diversen Foren schon viel Böses geschreiben. Inhaltlich verweise hier einmal dezent auf eben diese Diskussionen (kann man googeln) und erwähne hier nur, dass die technische Umsetzung recht mies geworden ist. Scheinbar wurde eine schlechte Skype-Verbindung genutzt.

Blu-ray Rezension: „Die Zärtlichkeit der Wölfe“

Von , 11. Dezember 2015 18:02

zaertlickeitKurz nach dem zweiten Weltkrieg kommt es in Gelsenkirchen immer wieder zu geheimnisvollen Morden an jungen Männern. Täter ist der Kleinkriminelle Fritz Haarmann (Kurt Raab), der junge Stricher in seine Wohnung holt, diese dort ermordet und ihre sterblichen Überreste als Fleisch an die umliegenden Wirtschaften verkauft. Die Polizei kommt dem Mörder allerdings nicht auf die Spur, sondern heuert Haarmann im Gegenteil sogar als Polizeispitzel an. Dies bringt diesen auf die Idee, sich als Polizist auszugeben und am Bahnhof weitere junge Männer in seine Wohnung zu locken. Gleichzeitig leidet er darunter, dass sein Geliebter Hans (Jeff Roden) seit Neustem mit dem Zuhälter Wittowski (Rainer Werner Fassbinder) um die Häuser zieht…

1973 erhielt Ulli Lommel nach „Haytabo„, den er zusammen mit Peter Moland inszenierte,  erstmals die Gelegenheit bei einem Film allein Regie zu führen. Der Schauspieler, der zuvor in neun Fassbinder-Filmen zu Weltruhm gelangt war, sollte diese Erfahrung so gut gefallen, dass er die Schauspielerei kurz danach aufgab und sich ganz auf die Regie konzentrierte. Der Erfolg seines Erstlings „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ in den Arthaus-Kinos der USA, brachte ihn mit Andy Warhol zusammen, der daraufhin in Lommels Filmen „Blank Generation“ und „Cocaine Cowboys“ auftrat. Der finanzielle Erfolg des kleinen Horrorfilms „The Boogeyman“ ließ Lommel dann endgültig in die USA übersiedeln. Seitdem ist sein filmisches Werk kontinuierlich von schlechten Kritiken begleitet, und die meisten seiner Direct-to-video Werke, die sich vornehmlich wie „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ um Serienkiller drehen, haben es dann auch gar nicht mehr in sein Heimatland geschafft. Zweifelhaften Ruhm erlangte er 2004 noch einmal mit dem legendären „Daniel – der Zauberer“, der zeitweilig die IMDb von unten anführte.

Obwohl Lommel zurecht stolz auf „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ ist und von seinem „Meisterwerk“ spricht, so gehört der Film doch vornehmlich seinem Hauptdarsteller Kurt Raab. Dieser hat nicht nur auch das Drehbuch beigesteuert hat, sondern war auch für das Set Design verantwortlich. So prägt Raabs Arbeit in mehr als einer Hinsicht den Film. Raab ist phantastisch als Haarmann. Ein zutiefst trauriger Mensch, der seinen Platz in der Welt nicht finden kann. Der seine Leidenschaften nicht unter Kontrolle hat und einsam bleibt, auch wenn er sich unter seinen Mitmenschen bewegt. Der von seinem geliebten Hans schamlos ausgenutzt und betrogen wird, obwohl er doch die dominante Rolle in der Beziehung spielen möchte. Der glatzköpfige, kleine Mann, der die melancholischen Augen eines Peter Lorre besitzt und doch gleichzeitig in den erschreckendsten Momenten des Filmes an Max Schreck in seiner Rolle des Nosferatu erinnert. Raab lässt seinen Haarmann zwischen der Opfer- und der Täterrolle pendeln. Gleichzeitig entwickelt der Zuschauer ein Gefühl des Mitleids für ihn, welches aber aufgrund seiner abscheulichen Taten nicht zu rechtfertigen ist. Am Ende bleiben zwei Gesichter Raabs im Gedächtnis. Jenes des freundlichen Herren mit den sehnsüchtigen Augen und der aufgerissene, blutverschmierte Mund des Mörders. Raab dominiert den Film so sehr, dass dabei die Auftritte von Rainer Werner Fassbinder oder Brigitte Mira in Vergessenheit geraten.

Die Verbindung zu Fassbinder ist ganz offensichtlich, auch wenn er selber – so Ulli Lommel – nur drei Tage am Set war und sich ansonsten um nichts weiter gekümmert hat. Lommel hat seinem Mentor genug abgeschaut, um den Film in dem für Fassbinder typischen, traumwandlerischen Groove zu halten. Unterstützt wird er dabei von Raab, der ebenfalls ein Fassbinder-Veteran ist und dessen Drehbuch die selbe leicht gestelzte Theater-Sprache der Fassbinder-Film nutzt. Zudem ist Fassbinders Stammcrew mit von der Partie: Neben Raab und der Mira sind dies Fassbinders Geliebter El Hedi ben Salem (der mit der Mira ein Jahr später die Hauptrolle in dem famosen „Angst essen Seele auf“ spielte), Irm Herrman, Margit Carstensen, Ingrid Caven, Rosel Zech und einige mehr. Neu ist der großartige Kameramann Jürgen Jürges, der hier erstmals im Fassbinder-Umfeld die Kamera führte, zuvor aber schon mit dem außergewöhnlichen „Fussball wie noch nie“ für Furore gesorgt hatte. Fassbinder war von Jürges beeindruckender Arbeit bei „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ so begeistert, dass Jürgens anschließend dessen Filme „Angst essen Seele auf“ und „Fontane Effi Briest“ fotografieren durfte.

Die Kameraarbeit ist auch eines der herausragenden Merkmale von „Die Zärtlichkeit der Wölfe“. Sie hält den Film in einem Dämmerzustand, der an die expressionistische Künstlichkeit eines Film noir erinnert. Sie lässt den Film zudem in einem zeitlosen Raum spielen. Zwar hat Lommel die Handlung von den 20er Jahren – in denen der reale Haarmann sein Unwesen trieb – in die direkte Nachkriegszeit verlegt, doch der Film könnte zu jeder Zeit spielen. Allein der amerikanische Polizeichef und der französische Soldat verorten den Film eindeutig am Ende der 40er Jahre. „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ profitiert auch ungemein von der Umgebung, in der der Film spielt. Die heruntergekommenen, verfallenden Häuser eine Gelsenkirchener Vororts und die karge Industrielandschaft spiegeln die Trostlosigkeit der Seelen wieder, die hier umhergehen. Und das von Raab persönlich ausgestattete, enge und staubig Dachkämmerlein in dem Haarmann haust, hinterlässt einen unangenehmen Eindruck, der einen noch lange verfolgt.

„Zärtlichkeit der Wölfe“ ist ganz Kurt Raabs Film. Er prägt dieses melancholische Portrait eines zwanghaften Serienmörders nicht nur durch seine Darstellung der Hauptfigur und das von ihm verfasste Drehbuch, sondern auch in der kongenialen Gestaltung der Drehorte. Mit seiner Hilfe und der großartigen Kameraarbeit des damals noch fast unbekannten Jürgen Jürges hat Ulli Lommel hier tatsächlich ein Regiedebüt geschaffen, welches er zu Recht als sein Meisterwerk bezeichnet.

Die bei CMV erschienene Blu-ray des Filmes kann nur mit den Worten „vorbildlich“ beschrieben werden. Das Bild erstrahlt in einem Glanze, welcher deutlich zeigt, was bei einer guten Restaurierung noch aus altem Filmmaterial herausgeholt werden kann. Auch der Ton ist recht gut und deutlich. Vorbildlich auch die zahlreichen Extras. Hier wurde scheinbar eng mit Ulli Lommel zusammengearbeitet. Dieser führt in einem fast 4-minütigen Intro in den Film ein, steuert den von Uwe Huber moderierten Audiokommentar bei und steht im Zentrum eines 22-minütigen Interviews, in dem er noch mal die wichtigsten Punkte des Audiokommentars in kürzerer Form wiedergibt. Ferner wird Rainer Will in einem 15-minütigen Interview über seine Rolle als eines der sehr jungen Opfer Haarmanns befragt. Damit sind die Extras fast identisch mit der englischen Blu-ray von Arrow. Allerdings fehlt hier das 25-minütige Interview mit Kameramann Jürgen Jürges und vor allem ein 41-minütiger Vortrag von Stephen Thrower über den Film. Schade. Dafür ist auf der CMV-Scheibe noch eine 16-minütigge Doku über den echten Fritz Haarmann, die allerdings den Charme eine YouTube-Tutorials besitzt.

Blu-ray Rezension: „Curtains – Wahn ohne Ende“

Von , 28. Juli 2015 21:40

curtainsNachdem sich der alternde Theater-Star Samantha Sherwood (Samantha Eggar) in einem Anfall von extremen method acting unter einem Vorwand in ein Irrenhaus einweisen ließ, nutzt der berühmte Regisseur Jonathan Stryker (John Vernon) dies aus, um die bereits Samantha zugesagte Rolle der „Audra“ in seinem neuen Stück umzubesetzen. Zu diesem Zwecke lädt er vier Schauspielerinnen (u.a. Linda Thorson) auf sein Landgut ein, um diese hier ein Wochenende lang zu testen. Überraschend gesellt sich auch Samantha dazu, die in der Zwischenzeit aus der Anstalt fliehen konnte und nicht gewillt ist, die Rolle jemand anderen zu überlassen. So denkt scheinbar noch jemand, denn bald stapeln sich die Leichen…

Man sieht „Curtains“ seine nicht gerade einfache Produktionsgeschichte durchaus an. Gedreht ursprünglich 1980, wurde der Film nach vielen Nachdrehs erst im Jahre 1983 fertiggestellt und in die Kinos gebracht. In der Zwischenzeit wusste scheinbar niemand, wo die Reise genau hingen soll. So zeugen am Ende zwei Einblendungen von den vielen Katastrophen und Verzögerungen hinter den Kulissen. Regisseur Richard Ciupka zeichnete den Film nicht mit seinem eigenen Namen, sondern mit dem seiner Hauptfigur Jonathan Stryker, jenem diktatorischen und seine Schauspielerinnen skrupellos manipulierenden Theater-Regisseur. Ferner ist der Abspann in „Akt I“ und „Akt II“ unterteilt, jeweils mit unterschiedlichen technischen Mitarbeitern. Seine Zerrissenheit und das Stückwerk, welches erst später zu einem Ganzen zusammengefügt wurde, überfällt den Zuschauer förmlich. Der Film bewegt sich mal in diese, dann wieder in eine andere Richtung. Manche Szenen scheinen gar zu einem ganz anderen Werk zu gehören.

Der Beginn dampft die Geschichte von Sam Fullers meisterlichen „Shock Corridor“ auf 15 Minuten herunter. Dabei fährt Richard Ciupka die ganze Klaviatur des Irrenhaus-Horrors auf. Merkwürdige alte Frauen in Kindchenmodus, plötzlich aus dem Nichts kommende Furien, Fratzen, die dem Zuschauer ins Gesicht schreien. Schatten, Farbspiele und verkantete Winkel. Dazu die von Samantha Eggar gespielte Samantha Sherwood, die immer apathischer wird, um dann ebenfalls langsam dem Wahnsinn zu verfallen. Ciupka hetzt förmlich durch sein Albtraum-Szenario und verschießt so schon eine Menge Pulver, welches den Mittelteil dann gehörig durchhängen lässt, bevor er sich dann wieder aufrappelt, um die hängen gelassenen Zügel wieder anzuziehen. Da die ganze Irrenhaus-Szenerie nicht viel mit dem eigentlichen Film zu tun hat, sondern wie ein überlanger Prolog daher kommt, führt sie am Ende auch zu nichts. Es ist nur allzu deutlich zu merken, dass etwas fehlt und der Anschluss später krampfhaft durch ein Hilfskonstrukt dazwischen geflickt wurde. Man sieht plötzlich die sich in einem Schlafzimmer befindliche Samantha, die einer unbekannten Person davon erzählt, dass sie aus dem Irrenhaus geflüchtet wäre. Kurze Zeit später taucht sie dann bei Jonathan Strykers Casting auf, als sei nichts geschehen. Und es findet auch niemand seltsam, sie dort anzutreffen, obwohl doch die Flucht einer berühmten und angesehenen Schauspielerin aus einer geschlossenen Anstalt sicherlich Aufsehen erregt hätte.

Aber man sollte bei diesem Film sowieso nicht allzu sehr in der Logik-Kiste kramen. Eine andere Szene zeigt den Mord an einer jungen Schauspielerin. Diese kann durchaus als zweiter Prolog aufgefasst werden, den von der Stimmung her, passt diese Passage mit Kurzfilmcharakter ebenfalls nicht recht zum Hauptfilm. Es wird beispielsweise eine gruselige Puppe eingeführt, die es auch auf das Filmplakat geschafft hat. Diese steht in einer unheimlichen Szenen im Mittelpunkt, welche sich dann aber nur als Albtraum herausstellt. Später taucht sie nicht mehr auf, und auch der auf diese Szene folgende, recht effektiv in Szene gesetzt Mord spielt keine Rolle mehr. Erst jetzt setzt die eigentliche Handlung ein, die den Pfaden eines klassischen Whodunits folgt. Mehrere Personen sind in einem vornehmen Herrenhaus versammelt, weitab der Zivilisation. Jeder könnte ein Motiv haben, die anderen zu beseitigen, und dann fällt einer nach dem anderen einem maskierten Unhold zum Opfer. Das mondäne Anwesen und die Upper-Class-Attitüde lassen hierbei an eine Agatha-Christie-Verfilmung denken. Hierzu passen auch die recht dezenten Morde, die teilweise im Off stattfinden.

Drei Szenen katapultieren den in diesem Teil eher gemütlichen Film dann aber doch wieder in Slasher-Regionen. Das Auffinden eines abgeschlagenen Kopfes in einer Toilette, eine mit vielen Licht- und Schattenspielen inszenierte Verfolgungsjagd durch eine farbenfrohe Requisitenhalle und vor allem der Mord aus dem Eis. Diese höchst effektive Szene ist es dann auch, die man noch lange nach dem Abspann im Kopf behält. Wenn sich eine mit der unheimlichen Maske einer alten Frau ausgestattete Figur rasant auf ihr Opfer zu bewegt, erreicht der Film kurzzeitig eine wahrhaft mörderische Intensität.

Die lange Produktionszeit merkt man auch den Schauspielern an, die offensichtlich irgendwann auch keine große Lust mehr hatten, immer wieder zu Nachdrehs zu erscheinen. Was man insbesondere John Vernon ansieht, der eine ziemlich lustlose Vorstellung gibt, obwohl gerade seine Rolle Potential für mehr gehabt hätte. Die restliche Besetzung zieht ihr Ding professionell durch, wobei Samantha Egger insbesondere im ersten Teil Gelegenheit hat, etwas aus sich heraus zu gehen. Ein nettes Wiedersehen gibt es auch mit Linda Thorson, die einst als Emma-Peel-Nachfolgerin Tara King einige – meines Erachtens ungerechtfertigte – Prügel von den „Mit Schirm, Charme und Melone“-Fans einstecken musste. Hier darf sie einmal die egozentrische Diva geben, was ihr gut steht.

„Curtains“ ist nicht unbedingt ein Highlight, auch wenn der Film mit einigen durchaus sehenswerten Einzelaktionen aufwarten kann. Doch die über drei Jahre zusammengebastelten Einzelstücke wollen nicht wirklich ein überzeugendes Ganzes ergeben. Interessant anzusehen ist er trotzdem, und man kann sich auch weitaus schlechter unterhalten.

Der Film befand sich aus mir unerfindlichen Gründen 25 Jahre auf dem Index und war daher bisher nicht für eine digitale Heimkino-Auswertung in Frage gekommen. Nun veröffentlicht CMV in Verbund mit New Vision Video diesen Slasher erstmals in Deutschland auf Blu-ray und DVD. Das Bild der Blu-ray ist zwar nicht ganz taufrisch, bietet aber sonst keinen Grund zum Meckern. Diesen hat man vielmehr bei der ausgesprochen schwachen deutschen Synchronisation. Aber da auch der Originalton mit an Bord ist, ist dies ebenfalls zu verschmerzen. Schwerer wiegt der vollständige Verzicht von Bonusmaterial, welches beispielsweise bei der us-amerikanischen Veröffentlichung von Synapse reichlich zu finden sind. Gerade bei der spannenden Produktionsgeschichte wäre dies eigentlich ein Muss gewesen.

Blu-ray Rezension: „Alien Shock“

Von , 25. Juli 2015 20:58

alienshockIrgendwo in der Wildnis der USA fallen ein Jäger (Cameron Mitchell) und sein Sohn (Darby Hinton) merkwürdigen Objekten zu Opfer, die an Frisbee-Scheiben mit Zähnen erinnern. Kurze Zeit später machen sich vier Jugendliche auf, um an einem Waldsee in dieser Gegend zu campen. Doch zwei von ihnen werden auch schnell Opfer der Kreaturen. Beiden Überlebenden (Tarah Nutter und Christopher S. Nelson) versuchen in einer nahegelegenen Kneipe Hilfe zu holen, doch niemand glaubt ihnen ihre wilde Geschichte. Bis auf einen halbirren Vietnam-Veteranen (Martin Landau) und einem passionierten Jäger (Jack Palance)…

Der Originaltitel dieses Filmes, „Without Warning“, lügt. Denn die Protagonisten dieses Low-Budget-SF-Horror-Streifens werden mehr als einmal gewarnt, nicht zu dem See in der Wildnis zu fahren. Dummerweise sind es nicht gerade vertrauenswürdige Figuren, die sie davon abhalten wollen, denn diese beiden – der versoffen durchgeknallte Fred „Sarge“ Dobbs und der knorrige Jäger Joe Taylor – werden von Martin Landau und Jack Palance gespielt. Zwar haben beide einmal einen Oscar für die beste Nebenrolle gewonnen, doch nicht für diesen Film, sondern sehr viel später in ihrer Karriere. Als „Alien Shock“ gedreht wurde, befanden sich beide an einem toten Punkt in ihrer Karriere. Jack Palance war ein gern gesehener Bösewicht-Darsteller im klassischen Noir- und Westernkino der 50er Jahre gewesen, bevor er sich Ende der 60er nach Europa aufmachte, wo er zahlreiche italienische Produktionen mit seiner unnachahmlichen Präsenz bereicherte. In den USA allerdings war er nur sporadisch zu sehen, und als Ende der 70er seine italienische Karriere beendet war, dauerte es erst einmal ein paar Jahre, bis er sich wieder in die A-Liga hoch gekämpft hatte.Martin Landau genoss in den 60ern enorme Popularität durch seine Rolle in „Kobra, übernehmen Sie“. Allerdings verlor er diese durch – wie die Produzenten meinten – überzogene Gehaltsforderungen. Auch die heute Kult-Status genießende britische TV-Serie „Mondbasis Alpha 1“ konnte seine Karriere nicht richtig ankurbeln, da diese nach der zweiten Staffel aus Kostengründen eingestellt wurde. So musste auch er 1980 sehen, wo er blieb. Die Oscar-Nominierungen für Francis Ford Coppolas „Tucker“ und Woody Allens „Verbrechen und andere Kleinigkeiten“, sowie die finale Belohnung für seine wunderbare Darstellung des Bela Lugosi in „Ed Wood“, waren ja noch in weiter Ferne.

Ohne eine strenge Führung und in dem Bewusstsein eh nur in irgendwelchem Quatsch mitzuspielen, drehen die beiden, damals gerade verblassenden, Stars mächtig auf und verlegen sich auf wilde Grimassen. Insbesondere Martin Landau spielt, als ob es um sein Leben ginge. Oder zumindest die Weltmeisterschaft in Schaum vor dem Mund und Augenrollen. Jack Palance hingegen bewahrt sich seine stählerne Würde und erweckt zunächst den Anschein, seine Figur könnte auf der falschen Seite stehen. Doch dann entpuppt er sich schließlich doch noch als Held und einzig vernünftige Stimme in dieser Geschichte. „Alien Schock“ kombiniert Motive des Backwood-Films, mit einem typischer Slasher und natürlich einer Priese Horror und Science Fiction. Das in Deutschland titelgebende Alien, könnte ebenso gut ein axtschwingender Irrer sein. Was den Film nicht großartig ändern, dem Publikum allerdings einige Höhepunkte vorenthalten würde. Da sind einmal die „fliegenden Teufel“ (ein deutscher Alternativtitel des Filmes lautet auch „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“), die mörderischen Waffen des Aliens. Diese sind quasi Frisbee-Scheiben mit den Eigenschaften der Facehugger aus den Alien-Filmen. Auch wenn man man bei der guten Bildqualität einer Blu-ray sehr deutlich die Drähte erkennen kann, an denen sie hängen, sind diese kleinen Biester sehr gelungen. Wenn sie minutenlang versuchen, sich durch die Frontscheibe eines Autos zu bohren, hat man auch ausführlich Gelegenheit, das handgemacht Design zu bewundern. Der eigentliche Butzemann hinter den unheimlichen Vorgängen wird allerdings erst sehr spät enthüllt. Es handelt sich um ein hochgewachsenes Alien mit blauem Kugelkopf, welches an die Science-Fiction-Klassiker der 50er Jahre erinnert und damit irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Gespielt wird es von Kevin Peter Hall, der sieben Jahre später auch in das Kostüm des „Predator“s schlüpfen sollte. Ein schöner Zufall, denn „Alien Shock“ nimmt das Handlungsgerüst jenes Actionklassikers vorweg, nur dass hier keine schwerbewaffnete Söldnertruppe, sondern die aus Slashern wie „Freitag, der 13.“ bekannte Teenie-Brut eingesammelt wird.

Diese bleiben dann auch in etwa so blass, wie ihre Kollegen aus dem zeitgleich entstandenen Film. Auch wenn sich unter ihnen der zukünftige TV-Star David Caruso in viel zu engen Shorts befindet. Aber gegen Palance und Landau anzuspielen, ist auch nicht ganz einfach. Hinter der Kamera befindet sich Dean Cundey, der zur selben Zeit die Kamera bei John Carpenters großen Klassikern führte und später mit Steven Spielberg u.a. bei „Jurassic Park“ zusammenarbeitete. Seine Kameraarbeit bei „Alien Schock“ ist solide und erinnert nur in seltenen Momenten an die großartige Arbeit, die er im selben Jahr z.B. bei „The Fog – Nebel des Grauens“ leistete. So bleibt die schönste und stimmungsvollste Szene dann auch die, in der das Alien auf einer bodennebelumwabberten Waldlichtung steht. Das Drehbuch gönnt sich einige Verschnaufpausen und eine ziemlich deplatzierte Szene mit einem trotteligen Pfadfinder-Leiter, weiß aber insgesamt in seiner naiven Geradlinigkeit gut zu unterhalten. Insbesondere, wenn Landau, Palance und ihre Dorfmitbewohner auftauchen. Unter diesen befinden sich dann auch gern gesehene Veteranen wie Neville Brand und Ralph Meeker. Und gleich am Anfang hat auch der unverwüstliche und Genre-Film gestählte Cameron Mitchell einen Auftritt als Jäger, der seinem verweichlichten Sohn das Töten von Tieren nahebringen will. Das passt alles gut zusammen und sorgt für ein echtes B-Movie-Drive-In-Feeling.

Das Bild der bei CMV/New Vision Films erschienenen erstmaligen Blu-ray-Auswertung ist für einen 35 Jahre alten Low-Budget-Streifen vollkommen in Ordnung. Der Ton liegt in drei Variationen vor: Dem englischen Originalton und zwei deutschen Synchronisationen. Einmal die alte VHS-Synchro und dann eine, die vom ZDF vorgenommen wurde, etwas enger an der englischen Vorlage ist, dafür mit weniger markanten Stimmen aufwartet. Welche deutsche Fassung man bevorzugt, ist da persönlicher Geschmack. Mir gefiel die VHS-Fassung etwas besser. Besser aber natürlich, man schaut den Film gleich im Original. Als Extras gibt es noch einen Audiokommentar des Regisseurs Greydon Clark, sowie die übliche Bildgalerie und einen Trailer.

Blu-ray Rezension: „Hollywood Chainsaw Hookers“ und „Blood Diner“

Von , 10. Juli 2015 19:30

hollywood-chainsaw-hookersHollywood Chainsaw Hookers (1988)

Der heruntergekommene Privatdetektiv Jack Chandler (Jay Richardson) erhält den Auftrag, die von vermisste Samantha (Linnea Quigley) aufzuspüren. Bald schon findet Jack heraus, dass Samantha möglicherweise mit einer bizarre Mordserie in Verbindung steht, bei der Prostituierte mit einer Kettensäge ihre Kunden zerkleinert und über die ganze Stadt verstreut werden. Die Spur führt dabei zu einer gewissen Mercedes (Michelle Bauer), die ihn mit einem präparierte Whiskey außer Gefecht setzt. Am nächsten Morgen wacht Jack an ihr Bett gefesselt wieder auf und soll als nächstes Opfer einer merkwürdigen Sekte dienen, die Kettensägen anbetet und ihrer Göttin Menschenopfer darbringt…

Mit einem Titel wie „Hollywood Chainsaw Hookers“ und dem Bild der leicht bekleideten Michelle Bauer, die eine riesige Kettensäge in den Händen hält, auf dem Cover, ist die Neugierde des Zielpublikums schon einmal geweckt. Und tatsächlich macht der Film den sicherlich nicht ganz falschen Eindruck, als hätte es zunächst nur diesen Titel und das ikonische Bild gegeben, und erst dann hätte sich jemand hingesetzt, um irgendwie eine Geschichte Drumherum zu stricken. Anders lässt sich die ebenso hirnverbrannte, wie geniale Idee eines ägyptischen Kettensägen-Kults, der sich mörderischer Prostituierter bedient, um männliche Opfer für die Wiedererweckung ihrer Göttin zu suchen, nicht erklären.

Wie man merkt, „Hollywood Chainsaw Hookers“ nimmt sich nicht ernst und das ist auch ganz gut so. Vielmehr nutzt Regisseur und Drehbuchautor Fred Olen Ray seine krude Story, um seinen Film mit netten , wenn auch schon damals recht abgenutzten Anspielungen an den klassischen Film Noir und unzähligen sexuellen Doppeldeutigkeiten – zumindest in der Originalfassung – anzureichern, bei denen das Wort „dick“ eine ganz besonders zentrale Rolle spielt. Was „Hollywood Chainsaw Hookers“ von ähnlich gelagerten Billig-Schnellschüssen unterscheidet ist es, dass er ganz offensichtlich mit Herz gemacht wurde, und sich die Waagschale niemals zum totalen, niveaulosen Klamauk hin neigt. Die Darsteller sind alle mit Herzblut bei der Sache und insbesondere Hauptdarsteller Jay Richardson bemüht sich wacker, eine professionelle Darbietung abzuliefern. Was ihm mal mehr, mal weniger erfolgreich gelingt. Immerhin sieht man ihm zu jeder Sekunde an, welchen Spaß er dabei hat, den großmäuligen hard-boiled detective zu mimen. Ein Spaß, der sich durchaus auch auf den Zuschauer überträgt.

Der Clou des Filmes ist dabei natürlich die Besetzung des Anführers des Kettensägen-Kults mit ausgerechnet Gunnar Hansen, dem Original-“Leatherface“ aus Tobe Hoopers Klassiker „The Texas Chain Saw Massacre“, welcher selbstverständlich Pate für den Titel dieses Filmes stand. Wobei dieser gelungene Gag sicherlich vor allem für Kenner des Genres gedacht ist. Die Schauwerte – im wahrsten Sinne des Wortes – liefern aber die beiden weiblichen Stars. Linnea Quigley hatte Mitte der  80er bereits einen gewissen Kult-Status als „Scream Queen“ in preisgünstig hergestellten Direct-to-video-B-Filmen erlangt. Ihren bekanntesten Auftritt hatte sich als Punkerin, die in „Return of the Living Dead“ nackt auf den Gräbern der Untoten tanzt. Allein für diese eine Szene wird sie immer im kollektiven Gedächtnis der Horrorfans bleiben. Auch in „Hollywood Chainsaw Hookers“ hat sie eine Szene, in der sie halbnackt den „Jungrauen-Tanz der zwei Motorsägen“ aufführt. Dieser bleibt, was Grazie und Erotik angeht, zwar weit hinter ihrer unvergesslichen Darbietung in „Return of the living Dead“ zurück. Doch wie sie da mit zwei sichtlich viel zu schweren Hand-Kettensägen versucht, einen aufreizenden Tanz aufzuführen, das ist genauso wie der ganze Film: Recht ungelenk und amateurhaft, dafür aber auch irgendwie ziemlich niedlich und in seiner Hilflosigkeit absolut sympathisch.

Der eigentliche Star des Filmes ist aber die ehemalige Pornodarstellerin Michelle Bauer, die sich hier mit sehr viel Elan und Augenrollen in die Rolle der bösen Mercedes wirft. Nachdem sie bereits auf dem Filmposter prominent zu sehen war, reißt sie in ihrer freizügigen Nebenrolle jede Szene, in der sie auftritt, an sich. Natürlich overacted sie dabei ganz fürchterlich, aber – wie auch im Falle von Linnea Quigleys Motorsägen-Tanz – man kann ihr einfach nicht böse sein. Wie man auch generell gerne über die sehr offenkundige Tatsache hinwegsieht, dass viele Szenen im gleichen Zimmer gedreht wurden, welches nur jeweils unterschiedlich dekoriert ist, und dass Fred Olen Ray seinen eh schon angenehm kurzen Film mit zahlreichen Autofahrten durch das nächtliche Los Angeles aufplustert. „Hollywood Chainsaw Hookers“ ist einfach das was es ist: Ein kleines, formal nicht besonders gelungenes, dafür umso liebenswerteres Stück Film, welches über seine vollen 75 Minuten gut unterhält und mehr eben auch nicht will.

Die auf 500 Stück limitierte CMV Blu-ray ist sehr schön aufgemacht. Das Bild ist für solche eine preisgünstige Produktion sehr gut, der Ton liegt auf Detusch und Englsich, jeweils in Stereo 2.0. vor. Besonders hervorzuheben ist das Bonusmaterial: Neben einem Audiokommentar von Fred Olen Ray und David Decoteau gibt es ein zweitgenössisches, informatives Making Of von 23 Minuten und noch einmal ein  ein 21-minütiges Featurette mit dem Titel „Remembering Chainsaw Hookers – 27 Years Later“, welches zwar einige Anekdoten aus dem alten „Making Of“ wiederholt, aber nichts destotrotz unterhaltsam und interessant ist. Neben Trailern und einer Bildgalerie findet sich dann noch ein spassiger, 5-minütiger Ausschnitt aus „Fred Olen Ray’s Nite Owl Theatre“. Offenbar ein Format, in dem Fred Olen Ray seine eigenen Filme im Rahmen einer kleinen, freizügigen Rahmenhandlung anmoderiert.

blooddinerBlood Diner (1987)

Als Michael (Rick Burks) und George (Carl Crew) noch Kinder waren, wurde ihnen von ihrem serienmordenden Onkel das Amulett der Göttin Sheetar anvertraut. 20 Jahre später sind beide stolze Besitzer eines Diners für vegetarische Spezialitäten. Sie graben die Leiche ihres Onkels aus und stecken sein noch lebendes Gehirn in ein Glas mit Nährflüssigkeit. Von dort aus fängt es an, ihnen Befehle zu geben. Michael und George sollen Frauen töten, um aus deren Einzelteilen einen Körper für die Göttin zu erschaffen. Was übrig bleibt wird an die Kunden des Diners verfüttert. Währenddessen versuchen die Polizei-Detektive Mark (Roger Dauer) und Sheila (LaNette La France) verzweifelt den Fall der sich häufenden Leichen zu lösen…

Der ein Jahr vorher entstandene „Blood Diner“ weist viele Gemeinsamkeiten mit „Hollywood Chainsaw Hookers“ auf. Hier wie dort wird versucht Splatter und Komödie zu mixen, es stand ganz augenscheinlich nicht viel Geld zur Verfügung, und es geht um einen bizarren alt-ägyptischen Kult. Doch im Gegensatz zu „Hollywood Chainsaw Hookers“ will „Blood Diner“ nicht so recht funktionieren. Dies liegt sicherlich teilweise daran, dass keiner der Beteiligten diesen Film irgendwie ernst genommen hat. „Hollywood Chainsaw Hookers“ versuchte sich immerhin noch als Film-Noir-Parodie, die das von ihr persiflierte Genre auch irgendwo respektierte. Auch spürte man bei „Hollywood Chainsaw Hookers“ eine Liebe zum Film und das Bemühen, bei aller Albernheit noch eine richtige Geschichte in einem richtigen Film zu erzählen. Bei „Blood Diner“ hat man hingegen das Gefühl, an einem hysterischen Kindergeburtstag teilzuhaben, der langsam aber sicher vollkommen aus dem Ruder läuft.

Sicherlich hatten die Beteiligten auch hier ihren Spaß, aber es scheint so sehr der eigene Spaß im Vordergrund zu stehen, dass dieser nicht so recht überzuspringen vermag. „Blood Diner“ wurde zwar für das kurzlebige B-Film-Label PMS Filmworks produziert, doch man fühlt sich zu jeder Sekunde an die Sachen erinnert, die Troma in den 80ern auf den Markt warf. Die Darsteller überbieten sich im chargieren. Einer ist schlimmer als der andere, alle scheinen unter einem Bewegungs- Tourette zu leiden. Die Gags pendeln zwischen pubertär und geschmacklos, ohne dabei eine anarchistische Note zu haben. Alles ist nur vollkommen überdreht und krampfhaft auf Provokation getrimmt. Man fühlt sich so etwas an einen Teenager erinnert, der seiner Umwelt beweisen muss, wie cool er ist, indem er sich penetrant daneben benimmt – und dabei alles andere als cool wirkt, sondern viel mehr wie ein verzogenes Gör.

„Blood Diner“ ist vor allem dafür bekannt, dass er einer der wenigen Splatterfilme ist, die von einer Frau – Jackie Kong – inszeniert wurden. Womit der Film beweist, dass hysterisch pubertärer Humor kein alleiniges Vorrecht der Männer ist. Gedacht war „Blood Diner“ ursprünglich als Sequel zu Herschell Gordon Lewis‘ Splatter-Urvater „Blood Feast“, und obwohl dies schon bald zugunsten einer eigenständigen Splatterkomödie verworfen wurde, sind noch rudimentäre Elemente aus „Blood Feast“ enthalten. Somit würde sich „Blood Diner“ als gutes Double-Feature mit „Blood Feast“ anbieten. Auch um einmal zu sehen, was der Unterschied zwischen originärem „Trash“ und gewolltem Trash wie „Blood Diner“ ist. Der eine hat Seele, der andere lässt einen dicken Mann unmotiviert im Strahl kotzen und findet das lustig.

Es muss aber auch festgehalten werden, dass „Blood Diner“ auch seine Fans hat. Sogar das Lexikon des Internationalen Films, welches ansonsten nicht viel mit solcher Art Film anfangen kann ist voll des Lobes und schreibt: „Mit beißendem, treffsicherem Witz amerikanische Lebensart und -philosophie verhöhnende Horrorfilm-Parodie, die mit Geschick Motive des Trivialkinos rekonstruiert. Eine wüste Satire für ein einschlägig interessiertes Publikum“. Und der von mir sehr geschätzte Jochen „jogiwan“ Kulmer schreibt auf project-equinox: “Blood Diner” bzw. die Geschichte von Drehbuchautor Michael Sonye funktioniert (…) ganz gut, wenn man auf etwas abgeschmackte Horrorfilme mit viel debilen Humor abfährt.“ Das trifft es wohl. Mir jedenfalls hat sich die Begeisterung für den Film trotz deftiger Splatter-Einlagen und viel nackter Haut nicht erschlossen.

Als ich „Blood Diner“ vor vielen Jahren erstmals auf VHS sah, war das Tape noch ab 18 und um über 6 Minuten gekürzt. 2009 wurde der Film von der FSK neu bewertet und ab 16 Jahren freigegeben, woraufhin Anfang 2010 die DVD-Premiere folgte. Nun liegt er ertmals auch als Blu-ray vor. Das Bild ist so gut, wie man es von einer Low-Budget-Produktion des Jahres 1987 erwartet. D.h. die Farben wirken etwas entsättigt, das Bild leicht bläulich und der Kontrast nicht besonders stark ausgeprägt. Besser wird das immer noch gute Bild aber nicht zu haben sein, und die Blu-ray stellt auch eine deutliche Verbesserung dar. Der Ton ist gut, die detusche Synchro leider sehr schwach. Besser den O-Ton gucken, der ebenfalls in 2.0. vorliegt. Extras gibt es leider keine.

Blu-ray Rezension: „Puppetmaster“

Von , 7. Juli 2015 21:35

puppet_master_bdDie vier übersinnlich begabten Medien Alex (Paul Le Mat), Frank (Matt Roe), Dana (Irene Miracle) und Carissa (Kathryn O´Reilly) sind dem Ruf ihres ehemaligen Kollegen Neil (Jimmie F. Skaggs) gefolgt und haben sich in einem Hotel. Dort hatte vor fünfzig Jahre der Puppenspielers André Toulon, der einst seine Puppen mittels altägyptischer Magie zum Leben erweckte, Selbstmord begangen, bevor ihm sei Geheimnis von Nazi-Schergen entrissen werden konnte. Neal hatte dieses Geheimnis nun scheinbar enträtselt, ist aber kurz vor der Ankunft seiner ehemaligen Mitstreiter spontan verstorben. Während sich diese Vier noch wundern, was sie in jenem Hotel sollen, fällt die einzige Hausangestellte einem Mord zum Opfer…

Als Regisseur David Schmoeller im Auftrag von charles Band für dessen Low-Budget-Produktionsfirma Full Moon die Puppen tanzen ließ, konnte sicherlich noch niemand ahnen, dass hiermit der Startschuss zu einer der langlebigsten Horror-Serien überhaupt gelegt wurde. Ursprünglich gedreht, um sich noch schnell an den Erfolg von Stuart Gordons „Dolls“ und vor allem dem Hit „Chucky, die Mörderpuppe“ zu hängen, bringt es das Puppentheater mittlerweile schon auf sage und schreibe 10 Teile plus einem Crossover mit der ebenfalls von Full Moon produzierten „Demonic Toys“-Reihe. Schaut man sich heute noch einmal den ersten Teil der Saga an, kann man kaum glauben, dass daraus ein solch populärer Franchise wurde. Besonders spektakulär oder gar gruselig ist der Film weiß Gott nicht geraten. Eher gemütlich und mit dem Herz am rechten Fleck.

Dass Schmoeller – der übrigens auch den von Stephen King hochgelobten „mordende Schaufensterpuppen“-Film „Tourist Trap“ verantwortlich war – nicht viel Geld zur Verfügung stand, merkt man nicht nur an dem doch recht begrenzten Drehort und dem wenigen Personal, sondern auch an den Special Effects. Häufig wirken die Puppen, wie einfach mal kurz in die Kamera gehalten. Wenn sie sich bewegen, hat dies dann auch mehr den Anflug „von durch die Gegend schieben“, als von bösartigem Anschleichen. Aber, dies muss man festhalten und darin auch den Schlüssel zum Erfolg der Reihe sehen, die Puppen haben trotzdem Charakter. Anführer Blade wurde von Klaus Kinski inspiriert – mit dem Schmoeller kurz zuvor den Film „Crawlspace“ (Kritik hier) gedreht hatte – und auch wenn man es ihm nicht unbedingt ansieht, so spürt man es doch irgendwo. Pinhead mit seinem winzigen Kopf und den riesigen Fäusten sieht zwar lustig aus, doch sein ungestümer Tatendrang und seine Nehmerqualitäten machen ihn durchaus sympathisch. Während Tunnler noch blass bleiben, weiß Leech Woman zu überzeugen und als einzige wirklich unangenehme Qualitäten einzubringen. Wie sie die Blutegel aus ihrem kleinen Puppenmund heraus quetscht, hat schon etwas ekliges, das einen dann doch mal zusammenzucken lässt.

Die menschlichen Darsteller bleiben demgegenüber weniger im Gedächtnis, auch wenn die aus Dario Argentos Meisterwerk „Horror Infernal“ bekannt Irene Miracle eine ziemlich gute Show als ordinäres Medium abliefert. Nett auch die Idee, ausgerechnet den etwas tapsig aussehenden Paul Le Mat mit seiner Vokuhila-Turmfrisur zum Helden machen zu wollen. Einen weniger heroischen Protagonisten gab es wohl selten, und dass der Teddy dann auch noch eine Liebesaffaire mit der hübschen Witwe des Schurken haben darf, erfreut wohl alle Zuschauer, welche nicht gerade Gardemaße haben. Auch der Rest der Truppe bemüht sich. Gerade Matt Roe und Kathryn O’Reilly als sexbesessenes Pärchen sorgen für ein paar Lacher und einen Ausflug ins Sleaze-Gefilde. Hier wird zwar einiges durch Plattheiten und Overacting ausgebremst, aber einige wenige Gags heben aber durchaus leicht vom Boden ab. Nur Oberschurke Jimmie F. Skaggs bleibt trotz seines sichtlichen Bemühens diabolisch zu wirken, sehr blass.

Bis auf die bereits erwähnte Blutegel-Attacke bleiben die Morde eher harmlos und nicht besonders blutig. Auch in der Unrated-Version, von der die entsprechenden Ausschnitte im Extras-Bereich dieser Blu-ray zu finden sind, gibt es da nicht sehr viel mehr zu sehen. Richard Band, der Bruder des Produzenten Charles, sorgt bei „Puppetmaster“ mit einer seiner vielen Bernard-Herrman-Hommagen für einen ungewöhnlichen, aber eingängige Soundtrack. Das größte Lob geht aber an die Bildgestaltung durch Lucio-Fulci-Stammkameramann Sergio Salvatti, mit dem Schmoeller vorher auch beim bereits erwähnten „Crawlspace“ zusammengearbeitet hatte. Salvatti lässt sein Arbeitsgerät auch gerne man auf Bodenhöhe durch die Gegen rasen lässt und ist sichtlich bemüht, die atmosphärische Bilder zu finden, die auch seine Zusammenarbeit mit Fulci ausgezeichnet hat. Was ihm allerdings nicht immer gleich gut gelingt.

Der Auftakt der ausgesprochen „folgenreichen“ Puppetmaster-Serie fällt seltsam zahm und unspektakulär aus. Allerdings deuten die mörderischen Puppen hier bereits zartes Potential für weitere Filme an.

CMV hat diesen Film nun zum wiederholten Male auf Blu-ray veröffentlicht. Vor knapp 2 Jahren erschien er in Deutschland erstmals auf Blu-ray in Deutschland, war damals aber noch indiziert und deshalb ungeprüft.Die Indizierung wurde Anfang 2015 aufgehoben, weshalb nun im April unter dem New Visions Film-Label eine FSK-gepürfte Variante für die Käufhäuser erschien. Das Bild ist soweit gut, weist allerdings die für fast alle Direct-to-video-Produktionen um 1990 herum typischen Schwächen auf. Das Bild wirkt weich und die Farben wie durch einen grauen Schleier aufgenommen. Dies ist aber ein Problem der Quelle, nicht der CMV Blu-ray an sich. Eine bessere HD-Umsetzung ist hier wahrscheinlich gar nicht möglich. Der Ton ist in Ordnung, wobei die deutsche Synchro recht wenig engagiert klingt. Besser gleich zur Originaltonspur greifen. Leider liegt der Film nur in der R-Rated-Fassung vor, da von der Unrated kein HD-Master existiert. Die verlängerten Szenen der Unrated liegen aber in etwas schlechterer Bildqualität im Bonus-Bereich vor. Diese werten den Film aber auch nicht auf und zeitweise kann man gar nicht genau sagen, was da nun mehr zu sehen war.

Blu-ray Rezension: „Orion 3000 – Raumfahrt des Grauens“ und „Dämonen aus dem All“

Von , 28. Februar 2015 19:10

Mitte der 60er Jahre war Italiens Filmindustrie fleißig dabei, Filme erfolgreicher Genres in hoher Schlagzahl auf den Markt zu werfen. Neben den immens erfolgreichen Italo-Western waren dies vor allem Eurospy-Filme, die sich an den Erfolg der James-Bond-Reihe hängten. Auch Horrorfilme und Thriller wurden regelmäßig produziert – doch an Science Fiction wagten sich die emsigen Italiener nicht. Wahrscheinlich waren den preisbewussten Südeuropäern hierfür die Kosten zu hoch. Trotzdem gab es zwischen 1965 und 1967 den Versuch, mit ausgesprochen kostengünstig produzierten Weltraum-Filmen einen neuen Markt zu generieren.

Regisseur Antonio Margheriti, der bereits mit einigen Gothic-Horror-Filmen Erfolge aufweisen konnte und in den 70er Jahren zu einem der führenden italienischen Action- und Abenteuerfilm-Spezialisten aufstieg, übernahm die Aufgabe, vier Science-Fiction-Filme zu inszenieren, denen neben dem geringen Budget, vor allem der Schauplatz gemein war: Die Raumstation Gamma 1. Lange Zeit hatten die Fans gehofft, dass Margheritis „Gamma Uno“-Quadrologie gesammelt in einer DVD-Box erscheinen würde. Doch da die Rechte zu den Filmen bei unterschiedlichen Anbietern lagen, ist es dazu leider nicht gekommen. Nachdem der erste Film „Raumschiff Alpha – Der Planet der Verdammten“ bei X-Rated bzw. in einer preisgünstigere Variante später bei VZM erschien, wurde der zweite Film, „Tödliche Nebel“, in einer teuren Edition der Reihe „Kino Trivial“ aus dem Hause Media Target veröffentlicht. Nun sind die beiden letzten Filme der Reihe bei CMV erschienen.

orion3000Der Titel des ersten Filmes „Orion 3000 – Raumfahrt des Grauens“ spielt auf die erfolgreiche deutsche TV-Serie „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ an, die ebenfalls 1966 startete. Doch mit der „Orion“ hat der Film ebenso wenig gemeinsam – sieht man einmal von der improvisierten Ausstattung ab – wie mit einer „Raumfahrt des Grauens“. Hier geht es zunächst um merkwürdige Katastrophen, die die Erde heimsuchen. Die Ursache liegt in geheimnisvollen kosmischen Winde, die von einem Planeten kommen, der aus seiner Umlaufbahn ausgebrochen und auf Kurs zur Erde ist. Commander Rod Jackson von der Raumstation Gamma 1 macht sich mit einigen Männern auf, den Planeten aufzuhalten.

Nachdem in den ersten beiden Filmen noch der Amerikaner Tony Russel als Commander Mike Halstead das Kommando über die Raumstation Gamma 1 hatte, und ihm kein geringerer als Franco Nero in der Rolle des Lt. Jake Jacowitz assistierte, tritt nun der Italiener Giacomo Rossi-Stuart als Commander Rod Jackson diese Stelle an. Sein Sidekick heißt hier Perikson und wird von Italo-Urgestein Goffredo Unger alias Freddy Unger gespielt. Rossi-Stuarts Commander Jackson kann nicht unbedingt als Sympathieträger bezeichnet werden. Unter seiner turmhohen Stahlbeton-Frisur verbirgt sich ein strenger und unsagbar von sich eingenommener Geist, der keine Kritik an seinem autoritären Führungsstil duldet. Nicht unbedingt der Stoff aus dem die Helden sind, zumal er auch noch ein Techtelmechtel mit der Kommunikationsoffizierin Lt. Terry Sanchez (Ombretta Colli) unterhält, während er noch mit der Tochter seines Vorgesetzten Gen. Norton (Enzo Fiermonte) verlobt ist. Diese wird von der Polin Halina Zalewska ebenfalls recht unfreundlich und zickig gespielt. Da versteht man durchaus, warum es den Commander zu der warmherzigen Terry hinzieht.

Ebenfalls mit an Bord ist der Südtiroler Pietro Martellanza alias Peter Martell in einer sträflich vernachlässigten Rolle als Jacksons Untergebener Dubrowski, dem dieser kurzerhand den lang ersehnten Urlaub streicht und Dubrowski somit die Möglichkeit nimmt, noch einmal seine Familie zu sehen. Als Dubrowski dann später die Nachricht ereilt, seine Frau wäre auf der Erde umgekommen, reicht es bei Jackson gerade mal zu einem Nicken und halbherzigen „Tut mir leid“, während Dubrowski in Tränen aufgelöst ist. Überhaupt gibt Martell den dynamischeren und sympathischeren Raumfahrer und bringt weitaus mehr Leben in den Film, als sein steifer Vorgesetzter. Dieser darf ihn bei einem Streit auf die Bretter schicken und später wird Martells Dubrowski dann unspektakulär entsorgt.

Unspektakulär sind auch die „Weltraumwinde“, die auf der Erde für (aus schwarz-weißem Archivmaterial zusammengesuchte) Naturkatastrophen sorgen, und die Besatzung der Gamma 1 in- und außerhalb der Raumstation durch pusten. Verursacher dieser Winde ist ein scheinbar lebender Planet, der dann in der letzten Viertelstunde von den Raumfahrern aufgesucht wird und zugleich das visuell spektakulärste Element dieses Filmes darstellt. Wobei nicht verhehlt werden darf, dass auch der lebende Planet ganz offensichtlich aus Schaumstoff und Gummischläuchen besteht, aber immerhin stimmungsvoll ausgeleuchtet wird. Bis die Helden aber dort ankommen, muss der Zuschauer viel Leerlauf und umständliche Dialoge über sich ergehen, welche vor sich vor allem um irgendwelchen pseudo-wissenschaftlich klingenden Quatsch drehen. Hier lässt sich Margheriti – der in seinen späteren Filmen immer ein flotten Vorwärtsdrang besaß – mit der Inszenierung viel Zeit. So als wolle er sagen, dass das Leben auf einer Raumstation eben zum überwiegenden Teil aus Warten und Knöpfchen drehen besteht – und man dies auch ruhig einmal so zeigen könne.

Tricktechnisch bewegt sich „Orion 3000“ schon beinahe schmerzlich am ganz unteren Rand. Dass Schwerlosigkeit mithilfe kräftigen Ruderns der Arme dargestellt wird, nimmt noch so hin. Dass die Modell nun überhaupt keine Ähnlichkeit mit einer realen Kulisse haben und wie grob aus Holz geschnitzt aussehen – Schwamm drüber. Aber dass man sich so überhaupt gar keine Mühe gab, die zahlreichen Seile zu verbergen, die Modelle und Astronauten munter durch das Studio ziehen, hat zunächst noch einen gewissen Charme, der dann aber mit fortschreitender Laufzeit immer mehr verpufft und am Ende nur noch auf die Nerven fällt. Dass die Schauspieler an ihren dicken Drähten dann noch wie nasse Säcke hängen, setzt dem Ganzen dann die Krone auf.

daemonenausdemallEin Jahr später kam dann die Fortsetzung „Dämonen aus dem All“ in die Kinos, der die Fallstricke der Tricktechnik im Augsburger Puppenkisten-Stil zunächt umging, indem er die Handlung kurzerhand auf die Erde verlegte. Dort wird in einer Eröffnungssequenz zunächst eine Station im Himalaja zerstört, woraufhin dann über die Gebirgsmassive, untermalt von einem wunderbar beatigen Score von Francesco Lavagnino die Titel laufen. Dann wird erst einmal Commander Jackson gesucht. Der Held aus „Orion 3000“, der sich gerade mit seinem Kumpel Captain Frank Pulasky (wieder gespielt Goffredo Unger, dessen Figur in „Orion 3000“ noch auf den Namen Perkinson hörte) im Urlaub befindet. Die Erde, auf der er seine freien Tage verbringt, hat so gar nichts futuristisches an sich und bis auf die lustigen Uniformen und Telekommunikatoren sieht alles so aus, wie man es von 1966 erwartet.

Dafür hat sich aber auf Gamma 1 etwas getan, denn die aus „Orion 3000“ bekannte Lt. Terry Sanchez wird nun plötzlich von Halina Zalewska gespielt, die im Vorgänger noch Jacksons Verlobte Janet Norton war, während die ursprüngliche Terry Sanchez, Ombretta Colli, nun Lisa Nielson heißt und die Verlobte des während der Eröffnungsequenz in tödliche Gefahr geratenen und nun verschwundenen Lt. Jim Harris (Renato Baldini) ist. Was etwas verwirrt, wenn man beide Film hintereinander sieht. Ombretta Colli hat eine interessante Karriere gemacht. Die ehemalige Vize-Miss-Italien, war von 1967 bis Mitte der 80er als Schlagersängerin erfolgreich. Danach wand sie sich in die Politik und saß für die rechtspopulistische Berlusconi-Partei Forza Italia von 1994 bis 1999 im Europaparlament. 1999 wurde sie Präsidentin der Provinz Mailand, bis gegen sie 2004 Anklage wegen Korruption erhoben wurde. Nichtsdestotrotz war sie von April 2006 bis Mai 2012 wieder Mitglied des Senats.

Statt ins All, fliegen Jackson und Pulasky erst einmal in die Berge, wo der Film viel Zeit mit der Vorbereitung ihres Aufstiegs zur zerstörten Bergstation und dem Stapfen durch den Schnee verbringt. Ihr Führer Sharu wird augenrollend von dem Afroamerikaner Wilbert Bradley gegeben, der neben eines ekstatischen Ausdruckstanz noch den Standardspruch aller farbigen Safari-Führer zum Besten geben darf: „Die Träger sind geflohen!“. Dass tagelang niemand bemerkt hat, dass sich in die kleine Gruppe noch Lisa Nielson auf der Suche nach ihrem Lt. Harris eingeschlichen hat, nimmt man mal so hin. Als die Viererbande Jackson, Pulasky, Nielson und Sharu eine Höhle entdecken und kurz darauf von grünen Zottelmonstern entdeckt und gefangengenommen werden, wird der Film interessanter. Vor allem, weil Margheriti es versteht etwas aus dem Höhle zu machen, und das Make-Up der Yeti-ähnlichen Außerirdischen (als solche entpuppen sie sich recht schnell) auf charmante Weise gelungen ist. Dass eine hochentwickelte Rasse, die Raumfahrten beherrscht und die Erde unterjochen will, sich dann aber so tapsig und ungeschickt anstellt, stört dann nicht weiter, da es eh egal ist und zum Unterhaltungswert des Filmes beiträgt.

Nachdem das Himalaja-Abenteuer mit Hilfe einiger sehr unwahrscheinlicher Zufälle überstanden ist, verschwindet Ombretta Colli einfach so aus der Handlung. Dann geht es doch noch einmal in den Weltraum, wo eine Basis der „Dämonen aus dem All“ zerstört werden muss. Dies gibt Margheriti die Gelegenheit, einiges an älterem Material zu recyceln, und wieder Menschen und Raumschiffe an deutlich sichtbaren Drähten durch das abgedunkelte Studio ziehen zu lassen. Dieses Finale ist dann auch nicht übermäßig spektakulär oder spannend inszeniert, sondern wirkt eher wie die Erfüllung einer lästigen Pflichtaufgabe.

Im direkten Vergleich zu „Orion 3000 – Raumfahrt des Grauens“ hat „Dämonen aus dem All“ leicht die Nase vorne, da es die Helden hier mit richtigen Gegnern zu tun bekommen, die obendrein hübsch gestaltet sind. Trotzdem offenbart er die selben Schwächen wie der direkte Vorgänger, da er zu viel Leerlauf, unwichtige Dialoge und hanebüchene Zufälle produziert. Die billigen, und selbst für Kleinkinder zu durchschauenden, Trickeffekte kann man entweder unter nervige Schlamperei oder nostalgischen Charme verbuchen. Wirkliche Kracher sind leider beide Filme nicht, und man muss schon ein großes Herz für das italienische Trivialkino besitzen, um an ihnen seine Freude zu haben.

CMV hat beide Filme auf Blu-ray herausgebracht. Die Bildqualität ist bei beiden Filmen in Ordnung, wenn auch nicht berauschend, was am Ursprungsmaterial liegt, welches vermutlich auch bei seiner Premiere nicht viel besser ausgesehen hat. Der Ton liegt nur auf Deutsch vor. Die Kino-Synchronisation von „Orion 3000“ ist sehr gelungen. Bei „Dämonen aus dem All“ hört sich das Ganze, trotz bekannter Stimmen, weitaus preisgünstiger und dünner an. Insbesondere Enzo Fiermontes Synchronsprecher fällt hier durch sehr viele unnatürliche Pausen auf. Scheinbar wurde diese für eine Pay-TV-Premiere 2005 erstellt. Extras sind nicht wirklich vorhanden. Beide Blu-rays beinhalten eine Bildergalerie und einen Trailer. „Orion 3000“ den deutschen und „Dämonen aus dem All“ den italienischen.

Blu-ray-Rezension: “Der Fan”

Von , 9. Dezember 2014 21:31

der fanDie 16-jährige Schülerin Simone (Désirée Nosbusch) hat sich hoffnungslos in den Popstar „R“ (Bodo Steiger) verliebt. Sie gibt sich romantischen Tagträumen hin, schreibt ihm leidenschaftliche Briefe und vernachlässigt die Schule, um im Postamt auf „R“s Antwort zu warten. Nach einem Streit mit ihren Eltern, reißt sie aus und schlägt sich per Anhalter nach München durch, wo sie vor einem Fernsehstudio auf ihr Idol wartet. Tatsächlich wird „R“ auf sie aufmerksam, woraufhin sie in Ohnmacht fällt. „R“ nimmt sie mit ins Studio und kümmert sich um sie. Anschließend fahren sie gemeinsam zu ihm nach Hause. Nachdem sie Sex hatten, will „R“ sie allein zurücklassen, was bei Simone zu einer fatalen Kurzschlussreaktion führt…

Ich kann mich noch sehr gut an den „Skandal“ erinnern, als Eckhart Schmidts „Der Fan“ 1982 in die Kinos kam. Zwar zählte ich nie zu den Käufern der „Bravo“, aber die lag natürlich bei meinen Klassenkameraden herum. Und da war „Der Fan“ DAS Thema. Die beliebte und nette Désirée Nosbusch, damals zarte 16, die auf dem ZDF die Musiksendung „Musicbox“ moderierte, trat in diesem Film nackt (!) auf und tat schlimme Dinge. Natürlich wurde dies in dem Jugendmagazin ausgeschlachtet, und der Film prominent zusammen mit eindeutigen Fotos präsentiert (wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, gleich neben Charles Bands Horror-Film „Parasite“ mit der jungen Demi Moore). Dass die Nosbusch dann auch noch gerichtlich gegen den Film vorging, verstärkte nur noch seine „Verruchtheit“ und verlieh ihm legendäre Züge. Natürlich durfte ich mit süßen 12 Jahren gar nicht erst darüber nachdenken, ob ich dieses Werk im Kino zu sehen bekomme. Und in den folgenden Jahren verselbständigte sich die Fantasie, was in diesem oftmals als „Horrorfilm“ deklarierten Streifen, passiert. Umso überraschender, dass es ganze 32 Jahre dauern sollte, bis ich ihn dann endlich zu Gesicht bekam.

In der Rückschau wirkt der Film – trotz der noch immer bestehenden FSK-18-Freigabe – weitaus harmloser als damals. Zumal heutzutage die Erinnerungen an die junge, unschuldig reine Désirée Nosbusch von damals verblasst ist, und ihre Besetzung keine Sensation mehr darstellt. Auch der Tötungsakt und die darauf folgenden Taten am toten Leib des Popstars „R“, sind für heutige Verhältnisse sehr zurückzuhalten gefilmt und weit von eventuellen Splatter-Exzessen entfernt, auch wenn die Story dafür Potential geboten hätte. Eckhart Schmidt geht es auch gar  nicht so sehr darum, das Publikum zu schocken. Auch wenn dies sicherlich der Publicity damals sehr zuträglich war.

Vielmehr zeichnet er das Bild einer krankhaften Obsession nach. Die blinde Besessenheit nach einer Leitfigur, in die der Fan seine Bedürfnisse, Sehnsüchte und Träume projizieren kann. Dadurch die reale Figur „R“ zu einer leeren Hülle macht, die ganz und gar mit den romantischen Ideen des Fans gefüllt wird, der ihn damit  vollkommen für sich vereinnahmt. Dies verquickt Schmidt in zahlreichen Sequenzen auch immer wieder mit Symbolen des dritten Reiches. „R“ tritt in an die SA gemahnende Uniformen auf, seine Logo erinnert an die SS-Runen. Fan-Geschrei wird mit „Heil“-Rufen gemischt und wenn „R“ schließlich mit seinem Fan schläft, geschieht dies vor dem Hintergrund rot-weiß-schwarzer Fahnen.

Die Figur „R“, in der Simone nur Gutes und Edles sieht, hat mit dem Menschen „R“ natürlich nichts mehr zu tun, auch wenn er mit den Erwartungen seiner Fans spielt. Fast hört man da im Hintergrund ein „Wenn das der Führer wüsste“ flüstern. Gegenüber Simone bemüht sich „R“, dem Idealbild zu entsprechen, um am Ende seine Interessen – Sex mit dem attraktiven Teenie – durchsetzen zu können. Doch Schmidt zeigt auch, dass dies „R“ eben nur ein Mensch ist, und bei weitem nicht das gottgleiche, gütige und liebevolle Wesen, welches Simone ihn ihm sieht. Seinen Mitarbeitern und Kollegen gegenüber verhält sich „R“ nämlich so, wie man es von einem jungen Menschen, der viel zu früh und viel zu schnell zum Star aufgestiegen ist, erwarten kann: Egoistisch und rücksichtslos. Als Simones Wahrnehmung von „R“ und dessen wahres Wesen nicht mehr übereinstimmen, kommt es zur Katastrophe. Nur indem Simone die Person „R“ auslöscht, kann ihr Bild von „R“ weiterleben.

Dass der Fan sich dann das Idol wortwörtlich einverleibt, ist eine überdeutliche und drastische Metapher, die dem Film seine Bekanntheit sicherte, aber im Grunde etwas dick aufgetragen wirkt. Der Fan hat den Menschen hinter der Fassade getilgt und sich damit das Bild vollkommen angeeignet, es zu seinem Besitz gemacht. „Der Fan“ ist teilweise eine etwas kopflastig-konstruierte Angelegenheit, die echte Emotionen zugunsten der Allegorie vernachlässigt. Zudem wird offensichtlich, dass Schmidt nicht vom Film, sondern der Malerei, der Dichtung und dem Theater kommt, denn der Film wirkt über weite Strecken intellektuell unterkühlt und statisch. Die Dialoge werden von der Nosbusch und Bodo Steiger, in der Rolle des „R“, eher aufgesagt als gesprochen.

In einem Interview, welches auf der CMV-Blu-ray zu finden ist, erzählt Schmidt davon, dass er – um die FSK milde zu stimmen – einen Schluss gedreht hätte, in der sich alles als Traum der Simone entpuppt. Dieses Ende hätten er uns seine Mitstreiter aber gehasst, so dass er vor der Premiere persönlich in die Kinos gefahren sei, um dieses Ende wieder aus der Kinorolle heraus zu scheiden. Interessanterweise finden sich aber im Film trotz allem zahlreiche Hinweise darauf, dass die zweite Hälfte, in der Simone „R“ trifft, sich tatsächlich nur im Kopf des emotional überlasteten Fans abspielt. So ist die erste Hälfte immer wieder von Szene durchzogen, in denen Simone sich zusammenphantasiert, was mit ihren Briefen an „R“ passiert. Solche Fantasie-Szenen kommen in der zweiten Hälfte dann nicht mehr vor. In ihren Fantasien tritt auch immer eine Frau auf, die sich dann später in der Realität als „R“s Sekretärin entpuppt und bei ihrem Zusammentreffen mit Simone, diese scheinbar wiedererkennt. Auch wirkt die Szene, in der „R“ das erste Mal auf Simone zu geht und diese daraufhin ohnmächtig wird, sehr wie eine Jung-Mädchen-Fantasie und weniger wie etwas, was in der Realität passieren könnte. Und schließlich schläft Simone vor der Begegnung mit „R“ tatsächlich ein. Bevor sie dann plötzlich in der Menge steht, hat sie einen merkwürdigen Traum, auf den nicht weiter eingegangen wird. Dieser könnte durchaus den Bruch zwischen Realität und Traum darstellen.

Weder Désirée Nosbusch, noch Bodo Steiger, verfügten über große Schauspielerfahrung. Beim Schauspiel der Nosbusch, scheint man manchmal die Regie-Anweisungen Schmidts zu hören. Ihre etwas hölzerne Darstellung passt allerdings zu der jugendlichen Unsicherheit und Simones Verlorenheit. Bodo Steiger war zum Zeitpunkt des Filmes Sänger der Gruppe „Rheingold“, die auch den vorzüglichen Soundtrack zu „Der Fan“ ablieferten. „Rheingold“ gehörte zu den Neue-Deutsche-Welle-Gruppe, die eine neue, deutschsprachige „Wave“-Musik generierten, bevor die „Neue Deutsche Welle“ mit Aufkommen von Bands wie Geier Sturzflug oder Frl. Menke hoffnungslos „verschlagert“ und erbarmungslos kommerzialisiert wurden. Vielleicht spielte auch seine Ähnlichkeit mit „Joy Division“-Sänger Ian Curtis, der ja selber ein tödliches Problem mit dem Star-sein hatte, bei der Besetzung eine Rolle. An Joy Division muss man auch bei Rheingolds Musik und Bodo Steigers Gesang denken, die stark von der britischen Band beeinflusst klingt.

„Der Fan“ ist ein interessantes, intellektuelles Gedankenspiel über die Beziehung zwischen Fan und Star. Die unterkühlt-kopflastige Herangehensweise, das etwas hölzerne Spiel der beiden Protagonisten und der deutliche Allegorie-Charakter distanziert den Zuschauer allerdings vom Geschehen. Die möglicherweise von Schmidt beabsichtige Schockwirkung der „Skandalszenen“ wird dadurch unterlaufen.

Die neue Blu-ray von CMV hat eine fantastische Bildqualität und kann auch durch einen klaren Ton beeindrucken. Im Gegensatz zu früheren DVD-Veröffentlichungen ist das Bild nicht mehr im Format 4:3, sondern wurde für das Format 16:9 angepasst. Ob dies das korrekte Format ist, sei dahingestellt. Oftmals scheint zumindest oben und unten ein kleines Stück zu fehlen. Ebenfalls im Vergleich zu den alten DVDs zu Marketing bzw. Starlight, finden sich auf der Blu-ray spannende Extras, wie das oben bereits angesprochene Interview mit Eckhart Schmidt (20 Minuten), einem Auszug aus dem Originaldrehbuch und Bilder aus dem damals zum Film erschienenen Buch. Von daher ist die Blu-ray den alten Veröffentlichungen klar vorzuziehen.

Blu-ray-Rezension: “Gorgo”

Von , 17. Juni 2014 21:46

gorgo2Die beiden Schatztaucher Joe Ryan und Sam Slade (Bill Travers und William Sylvester) kommen vor der irischen Küsten durch Zufall einem dinosaurierartigem Wesen auf die Spur, welches sie einfangen und nach England verschiffen. Dort soll es in London gegen sehr gutes Geld in einem großen Zirkus als Attraktion ausgestellt werden. Doch dann stellt sich heraus, dass Gorgo, wie das Wesen getauft wurde, noch ein Baby ist. Und seine Mama ist ziemlich sauer darüber, dass jemand ihr Kind entführt hat…

Wenn der Film beginnt und in gewaltigen Scope-Lettern der Titel auf die Breitwand geworfen wird, wähnt man sich beinahe schon in einem Monumentalfilm. Doch davon ist „Gorgo“ weit entfernt. Seine Produzenten, die King Brothers, hatten zuvor vor allem Filme für die us-amerikanische Billig-Produktionsfirma Monogram produziert. Und obwohl „Gorgo“ demgegenüber sicherlich über ein weit höheres Budget verfügte, ist es doch ein eher kostengünstiges Monster-B-Movie mit einem „Mann im Monsteranzug“. Diese Vorgehensweise war von den beiden erfolgreichen ersten „Godzilla“-Filme aus Japan übernommen worden und löste das aufwändige Stop-Motion-Verfahren ab, welches Regisseur Lourié noch in seinen früheren Filmen verwendete. Doch während Godzilla durchaus bedrohlich aussah, fällt das Design des Gorgo-Monsters doch eher in die Rubrik „niedlich“. Mit seinen lustigen großen Ohren, starren, ab und zu rot leuchtenden Augen und den überproportional großen Klauen, wirkt er eher wie ein Urahn des Augsburger-Puppenkiste-Stars „Urmel aus dem Eis“. Dass es Regisseur Eugène Lourié aber trotzdem gelingt, dies in einigen durchaus stimmungsvollen Szenen vergessen zu machen, und dem eher lustig und doch sehr unecht aussehenden Monster eine Persönlichkeit zu verleihen, ist ihm hoch anzurechnen.

Insbesondere die Szenen in Irland zeichnen sich durch eine beunruhigende Grundstimmung aus, was neben Louriés Blick für eine effektive Filmarchitektur (z.B. das Haus des Hafenmeisters) auch der sauberen Kameraarbeit und dem ewig diesigen Wetter geschuldet ist. Bei „Gorgo“ wird Lourié stark durch einen bombastisch-eingänglichen Soundtrack unterstützt, der von dem Italiener Angelo Francesco Lavagnino komponiert wurde, und den ganzen Film gleich sehr viel teurer und epischer wirken lässt, als er eigentlich ist.

Regisseur Eugène Lourié flüchtete 1921 im Zuge der Bürgerkriegswirren aus seiner Heimat Russland und landete zunächst einmal in Frankreich, wo er Jean Renoir kennenlernte und für diesen als Filmarchitekt arbeitete. Gemeinsam flohen sie später vor den Nazis in die USA und setzten ihre Zusammenarbeit dort fort. Als Renoir nach Frankreich zurückkehrte, blieb Lourié. 1952 debütierte er als Regisseur mit dem Monsterfilm-Klassiker „Panik in New York“, in dem ein von Ray Harryhausen animierter Dinosaurier die amerikanische Metropole heimsucht. Dieser Film trat eine Welle von „Große-Monster-Filme“ los und war auch Inspiration für „Godzilla“, der wiederum später „Gorgo“ möglich machte. Lourié blieb dem Monster-Film treu und realisierte 1957 „Der Koloß von New York“ und ein Jahr später „Das Ungeheuer von Loch Ness“, indem ein riesiges Reptil – hier noch per Stop-Motion zum Leben erweckt – bereits kurz vor „Gorgo“ London heimsucht. Nach Gorgo wand er sich dann wieder ausschließlich der Filmarchitektur zu und arbeite dabei hauptsächlich für das Fernsehen.

Hauptdarsteller des Filmes sind Bill Travers und William Sylvester. Der Engländer Bill Travers ist vor allem mit dem 1965 gedrehten Tierfilm „Frei geboren“ bekannt geworden. Lustigerweise verschrieb er sich nach den Dreharbeiten zu „Frei geboren“ dem Tierschutz, gründete eine eigene Tierschutzorganisation und prangerte die Haltung und zur Schaustellung wilder Tiere in Zoos an. Quasi in genauer Umkehrung zu seiner Rolle in „Gorgo“.Der Amerikaner Sylvester hatte eine kleine, aber markante Rolle in Stanley Kubriks Meisterwerk „2001“, spielte aber sonst nur in preisgünstigen, unbekannteren Produktionen mit.

Interessanterweise wird keiner der beiden Helden besonders positiv gezeichnet. Beide sind vor allem auf Profit aus und verhalten sich anderen gegenüber barsch und drohend. Sympathieträger sind sie beide nicht. Und während der von William Sylvester gespielte Sam Slade zumindest in der zweiten Hälfte der eine oder andere Gewissensbiss quälen darf, bleibt Bill Travers‘ Joe Ryan der große Draufgänger, dem außer dem eigenen Interesse so ziemlich alles egal ist. Die Rolle des Helden im eigentlichen Sinne übernimmt der 12jährige Vincent Winter, als Waisenkind Sean, der sich mit dem Monster befreundet. Obwohl solche Rollen gerade in Horrorfilmen oftmals sehr nerven, hält sich dies bei Vincent Winter noch im Rahmen, da seine Figur auch nicht inflationär eingesetzt wird.

Die große Pointe des Filmes – die verraten werden kann, da der Film sowieso nicht großartig auf Spannung, sondern eher auf Spektakel setzt – ist es, dass der am Anfang gefangene Gorgo trotz seiner beeindruckenden Größe nur ein Baby-Gorgo ist und seine Mutter nicht gerade amüsiert über die Entführung ihres Kindes ist. Wenn dann diese riesige Kreatur auftaucht, rappelt es ordentlich im Karton. Sie bewegt sich auf einem Pfad der Zerstörung (von dem man aus Kostengründen mehr zu hören als zu sehen bekommt) auf London zu. Ist sie in der britischen Hauptstadt angekommen, setzt es eine wunderbare Zerstörungsorgie, die den besten Godzilla-Filmen Konkurrenz macht und das Herz des Monsterfilm-Fans höher schlagen lässt. Wie Gorgo die Metropole auseinandernimmt, ist mit viel Liebe zum Detail und Auge für sensationelle Bilder umgesetzt worden. Der Film mündet in einem wunderschönes Schlussbild, welches, offensichtlich als Hommage an „Gorgo“, in dem 30 Jahre später entstandenen „Godzilla Vs. Mechagodzilla II“ (bei Splendid erscheinen, Review folgt in nächster Zeit) übernommen wurde. Wie überhaupt „Gorgo“ die Godzilla-Reihe stark beeinflusst hat, denn nach dem großen Erfolg des britischen Filmes in Japan, wurde dort von Toho der seit sechs Jahren ruhende Godzilla-Franchise wieder zum Leben erweckt und (die beiden US-Remakes nicht mitgezählt) bis 2006 ganze 26 weiteren Filme mit dem (der?) großen Grünen gedreht.

„Gorgo“ ist ein sehr sympathischer Monsterfilm, der sehr offensichtlich bei „King Kong“ abkupfert und sich auch deutlich vom ersten „Godzilla“ inspirieren ließ. Trotz seines eher lustig-albern aussehenden Monsters, schafft es Regisseur Eugène Lourié diesem einen Charakter zu geben und neben den spektakulären Zerstörungsszenen, auch einige recht unheimliche Szenen atmosphärische Bilder zu zaubern. Ferner wartet Gorgo“ mit einer netten Geschichte und einem bombastischen Soundtrack auf, der den Film sehr viel teurer wirken lässt, als er wirklich ist.

Das Bild der Blu-ray ist in vielen Szenen nicht wirklich überragend und wirkt häufig so, als wären hier 16mm auf 35mm aufgeblasen worden. Es ist zwar klar und frei von Verschmutzungen, wirkt aber auch etwas schwach und sehr körnig. Aber nicht in allen Szenen, sondern vor allem in denen, in welchen sich die Protagonisten anfangs auf dem Meer befinden. Die gute HD-Bearbeitung lässt jedes Mal, wenn jemand vor dem Green-Screen agiert, Spuren der grünen Leinwand um ihn herum erkennen. Besser wird der Film nie mehr aussehen, da die Schwächen beim Ausgangsmaterial und nicht der Aufbereitung zu suchen sind. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch vor, wobei ich die deutsche Tonspur in manchen Dialogen etwas schwer zu verstehen fand. Als Extras gibt es ein recht informatives „Making Of“ von 30 Minuten, welches ursprünglich wohl für die Veröffentlichung des amerikanischen Labels VCI produziert wurde, von der dann auch die restlichen Extras stammen. Ferner kann man als nettes Gimmick eine animierte amerikanisches„Gorgo“-Comicheft und einen französischen Foto-Comic schauen.

DVD-Rezension: “Die Rocker von der Boston-Street“

Von , 25. April 2014 21:46

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Eine Rocker-Bande macht Station in einem kleinen Städchen irgendwo in den USA. Dort gibt es rasch Ärger mit den Bewohnern und vor allem der Polizei, die die Rocker aus dem Städtchen wirft und einen aus der Gang festnimmt und. Als dieser am nächsten Tag entlassen wird, kommt er jenseits der Stadtgrenze auf mysteriöse Weise ums Leben. Seine Freunde beerdigen ihn und schwören die Umstände seines Todes aufzudecken…

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Eine „Boston Street“ ist hier nirgendwo zu sehen und das Cover ziert Helmut Berger aus Massimo Dallamanos „Das Bildnis des Dorian Gray„. Im Original hat der Film dann auch den schönen Titel „Angels Die Hard„, später wurde daraus irgendwann auch einmal „Rough Boys“. Hinter diesem Titelwirrwarr steckt der erste Film, der von Rogers Cormans damals neu gegründete Firma New World Pictures produziert wurde. Corman gab hier viele junge Talente ihre erste Chance, wie z.B. Jonathan Demme, Jonathan Kaplan, Joe Dante oder auch Ron Howard und Martin Scorsese. „Die Rocker von der Boston Street“-Regisseur Richard Compton ist kein solch bekannter Name, kann aber auf eine sehr lange und erfolgreiche Karriere als TV-Regisseur zurückblicken, in deren Verlauf er bis zu seinem Tod 2007 zahlreiche Folge nahezu aller bekannten US-Serien inszenierte. „Die Rocker von der Boston Street“ hängt sich natürlich an den Erfolg der zahlreichen „Rocker“- und „Angels“-Filme, die Corman in den Jahren zuvor noch für AIP produziert und teilweise selbst inszeniert hatte. Ferner wird sich auch kräftig bei „Easy Rider“ bedient. So erinnert der gutbürgerlichen Leichenbestatter, der hier von Alan DeWitt als Witzfigur gespielt wird, an den Jack Nicholson-Charakter aus Dennis Hoppers Kultfilm.

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Diese krude Mischung aus dem freiheitsliebenden Hippie-Plädoyer „Easy Rider“ und den bösen Rockerfilmen ala „Die wilden Engel“, macht es dem Film allerdings auch schwer. Denn die „Rocker“ werden hier zwar zunächst als bedrohliche Gefahr und gefährliche Outlaws eingeführt, doch dann wandeln sie sich plötzlich in nette Typen, die doch nur in Ruhe gelassen und ihr freies Leben führen wollen. Nun ist es aber leider nicht etwa so, dass Regisseur Compton den Zuschauer zunächst bewusst durch die stereotype Vorurteile der „braven Bürger“ und bekannte Situationen aus einschlägigen Filmen in die Irren führen will, um ihm dann vielleicht durch einen Kunstgriff den Spiegel der eigenen Voreingenommenheit vor das Gesicht zu halten. Es scheint eher so, als ob er selber nicht genau wusste, wie er mit seiner Rocker-Bande umgehen sollte. Zu Beginn kommt es z.B. zu einer Vergewaltigung. Diese wird dann dadurch etwas abgemildert, dass dabei reichlich mit Spaghetti herumgeworfen wird, was dem ganzen eine seltsam slapstickartige Stimmung gibt. Trotzdem handeln die Rocker hier rücksichtslos und brutal.

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Wenn man später darauf wartet, dass sie den Tod eines ihrer Mitglieder rächen werden und über die Stadt herfallen, so wird man davon überrascht, dass außer viel Gerede nichts dabei herum kommt. Stattdessen wird der Spieß jetzt umgedreht und die Rednecks des Städtchens ganz klar als die Bösen identifiziert. Die Rocker hingegen werden auf einmal harmlose Hippies inszeniert, die mit viel Gras nette Happenings feiern. Als sie dann noch selbstlos und ganz selbstverständlich dabei helfen, einen in einer Mine eingeschlossenen Jungen zu retten, sind sie endgültig zu zwar wilden, aber aufrechten Außenseitern mutiert, die trotz der harten Schale das Herz am rechten Fleck haben. So wundert es dann auch nicht, dass sie im erstaunlich blutig geratenen Finale ihre Gefährlichkeit vollkommen eingebüßt haben.

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Aber nicht nur diese widersprüchliche Charakterisierung der Protagonisten arbeitet gegen den Film. Auch die vielen Szenen, in denen nichts anderes gezeigt wird, als Rocker, die stundenlang auf ihren Motorrädern durch die Gegend fahren (der Beginn, der ausschließlich solche Bilder zeigt, dauert zum Beispiel fast sieben Minuten), bremsen den Film immer wieder aus. Merkwürdige Einfälle, wie die Beerdigung indem dem Verstorbenen durch kollektives auf den Sarg pinkeln gehuldigt wird, sorgen eher für Erheiterung. Ebenso wie das maßlos überzogene Spiel des einzigen großen Namens im Cast: Dem Peckinpah-Veteranen und tragen nicht viel zur Stimmung bei. R.G. Armstrong, der hier mit sehr viel Hingabe und Energie das böse Redneck-Arschloch spielt, befindet sich in seiner Darstellung auch schon weit jenseits der Grenze zur Parodie.

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Ein weiterer bekannter Name taucht in den Credits auf: Dan Haggerty, besser bekannt als Grizzly Adams aus der Serie „Der Mann in den Bergen“. Haggerty hatte zu dieser Zeit in einigen Filmen Mitglieder von Rocker-Banden gegeben. Hier hat er zwar keine große Rolle, ist aber gut zu erkennen, da er mit seinem Vollbart und den langen Haaren schon exakt so aussieht, wie seine berühmte Fernsehfigur Jahre später. Als hübscher Blickfang ist Connie Nelson dabei, die her zwar als kommender Star in den Credits angekündigt wird, tatsächlich danach nur noch in Al Adamsons „Draculas Bluthochzeit mit Frankenstein“ zu sehen war. Der charismatische Wilhelm Smith hingegen ist auch noch heute sehr aktiv und kann auf eine lange und arbeitsreiche Karriere als Darsteller in B-, C- und Z-Filmen zurückblicken, die nun schon über 70 (!) Jahre andauert.

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„Die Rocker von der Boston Street“ ist ein lupenreiner Grindhouse-Trasher von der Art, wie sie heute zwar häufig von jungen Filmemachern als „Hommage“ imitiert werden, an deren eigenartig raue, immer irgendwie amateurhaft wirkende, Mischung aus saftiger Exploitation und dezenter Langeweile, diese aber niemals heran reichen können. Ein Stück Zeitdokument aus der Ära der Drive-Ins und billigem Sensationskino.

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Das Bild der bei CMV in der Reihe „Trash Collection“ erschienen DVD, ist dann auch konsequenterweise im original Grindhouse-Look. D.h. offensichtlich von einer alten, nicht mehr ganz optimalen Filmkopie gezogen, was aber ganz hervorragend zu dieser Art Film passt. Nicht umsonst bemüht man sich heutzutage bei einschlägigen Produktionen ja, genau diesen Look durch allerlei technische Trickserien auf digital gedrehte Produkte zu bringen. Der englische Ton ist dumpf und schwer verstädnlich. Der deutsche Ton demgegenüber sehr viel klarer und mit bekannten stimmen besetzt. Bonus gibt es soweit nicht, aber der DVD liegt ein zweiter Spielfilm bei, der thematisch gut zu „Die Rocker von der Boston Street“ passt.

Waren „Die Rocker“ 70er-Jahre-Bahnhofskino, ist der Bonusfilm „Die Hyänen“ dann 80er-Videofutter pur. Allerdings, das muss man sagen, eher von der langweiligen Sorte. Obwohl mit Lance Henrikson in der Hauptrolle reizvoll und mit George Kennedy, Karen Black, William Forsythe und Richard Lynch durchaus prominent besetzt, merkt man leider allen Beteiligten an, dass sie nicht die geringste Lust auf den Film hatten. George Kennedy spielt seine Rolle im Rollstuhl und man hat das Gefühl, dies tut er nur, weil er zu faul, war aufzustehen. Karen Black wird von der Regie nicht davon abgehalten, völlig außer Rand und Band zu agieren und Lance Henriksen macht sich scheinbar einen Spaß daraus, sich möglichst seltsam zu bewegen. Wobei seine skurrilen Kampfszenen schon sehenswert sind. Obwohl die Story durchaus Potential für unterhaltsame Action-Gülle hat, kurbelt Regisseur Simon Nuchtern sie lustlos und konventionell runter. Schade um den guten Cast und die Story, die durchaus das Potential für mehr hatte. Warum der Film nur als Bonus-Beigabe verwendet wurde, ist recht schnell zu sehen. Die Bildqualität ist auf dem Niveau einer VHS-Kopie. Recht verschwommen und milchig.

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