Category: TV

Blu-ray-Rezension: „“The Twilight Zone – Die gesamte vierte Staffel”

Von , 30. August 2015 13:56

twilightzone4Das vierte Jahr sollte für die „Twilight Zone“ ein schwieriges werden. Ein letztes Mal wurde das berühmte Intro geändert, welches ab jetzt lautete: „You unlock this door with the key of imagination. Beyond it is another dimension: a dimension of sound, a dimension of sight, a dimension of mind. You’re moving into a land of both shadow and substance, of things and ideas; you’ve just crossed over into the Twilight Zone.“ Der produzierende Sender CBS beschloss, die vierte Staffel als Ersatz für die Comedy-Serie „Fair Exchange“ zu nutzen. Diese lief allerdings eine Stunde (inklusive Werbung), als doppelt so lang wie eine „Twilight Zone“-Folge. Dies hatte zwei Konsequenzen: Es wurden nur 18 statt wie sonst über 30 Folgen produziert. Und auch die „Twilight Zone“ hatte nun eine Stunde zu laufen, um den freiwerdenden Sendeplatz auszufüllen. Eine Entscheidung, die beim Schöpfer, Moderator und Hauptautoren der Sendung gar nicht gut ankam. Schon früh beschwerte er sich darüber, dass die einzelnen Folgen nun mit „Seifenopern-Elementen“ auf Länge gebracht werden müssten, und der Zuschauer in der ersten Viertelstunde gar nicht wüsste, ober nun die „Twilight Zone“ oder eine populäre Drama-Serie sehen würde. Und tatsächlich bekam die längere Laufzeit der Sendung nicht besonders. Dies ist vor allem in den ersten Folgen der vierten Staffel sehr offensichtlich. Während sich die erste Folge noch gut schlägt, leiden insbesondere die beiden folgenden Episoden sehr unter zu viel Laufzeit.

In „In His Image“ (Wie ein Spiegelbild, Folge 103), der ersten Folge der vierten Staffel geht es um ein typisches „Twilight Zone“-Thema. Ein Mann kehrt mit seiner Verlobten in seine Heimatstadt zurück. Dort scheint nicht nur die Zeit plötzlich 20 Jahre nach vorne gesprungen zu sein, es erinnert sich auch niemand mehr an ihn. Im Haus seiner Tante wohnt ein fremder Mann und die Gräber seiner Eltern sind auf dem Friedhof verschwunden. Um die Nettospielzeit von knapp über 50 Minuten zu füllen,wird dies alles sehr ausführlich erzählt. Ein guter Plot-Twist im letzten Drittel bringt aber wieder Tempo in die Geschichte und ermöglicht es dem fantastischen Hauptdarsteller George Grizzard noch einmal sein ganzes Können zu zeigen. Sieht man seine charismatische und fesselnde Darstellung in „Wie ein Spiegelbild., fragt man sich, warum George Grizzard kein Name ist, den man heute noch kennt.

In der zweiten Folge „The Thirty-Fathom Grave“ (Die Tiefe, Folge 104) können die Auswirkungen der längeren Laufzeit nicht mehr verdeckt werden. Die Geschichte um ein Kriegsschiff, welches mitten auf dem Atlantik plötzlich Kopfzeichen aus einem lange versunkenen U-Boot vernimmt, ist nett und perfekt für 25 Minuten. Gestreckt auf eine Stunde fängt die Geschichte, trotz einiger guten Szenen und Einfälle, an zu nerven. Denn die Auflösung liegt spätestens der Hälfte klar auf der Hand und es erstaunt, weshalb niemand von den handelnden Personen schon viel früher darauf kommt. So ist die „Überraschung“ am Ende nur noch die lange herbeigesehnte Bestätigung dessen, was man eh schon weiß. Ähnlich verhält es sich mit „Valley of the Shadow“ (Das Tal der Schatten, Folge 105), die wieder eine altbekannte Geschichte – Mann verirrt sich in ein geheimnisvolles Dorf in dem jeder Bewohner Teil eines großen Geheimnisses zu sein scheint – nur eben in der doppelten Zeit wie zuvor. Trotz wiederum guter Einfälle und Schauspieler, dauert es viel zu lange, bis die Geschichte endlich auf den Punkt kommt und sie enthält auch viel zu viele genaue Erklärungen, was in der merkwürdigen Stadt los ist.

Erst mit der vierten Folge, „He’s Alive„( Er ist zurück, Folge 106), scheint sich die vierte Staffel gefunden zu haben. Die Handlung um einen jungen Mann mit Minderwertigkeitskomplexen, der alles versucht, um sich an die Spitze einer kleinen Nazi-Gruppe in einer amerikanischen Stadt zu setzen, nutzt das mehr an Spielzeit effektiv, um die Geschichte langsam und nachvollziehbar aufzubauen, und den einzelnen Figuren Tiefe zu verleihen. Dabei profitiert „He’s Alive“ von der intensiven Darstellung eines blutjungen Dennis Hopper, der den jungen Nazi spielt. Zudem verzichtet Serling in dieser Episode, die im scheinbar sehr am Herzen lag, weitgehend auf phantastische Elemente. Diese kommen eher allegorisch zum Tragen.

In der vierten Staffel gab es keine Klassiker, an die man sich besonders erinnert oder die auf den Bestenlisten der Fans auftauchen. Dabei hätte dort durchaus die Folge „On Thursday We Leave for Home“ (Gestrandet, Folge 118) hingehört. Ein großartiger James Whitmore spielt „Captain“ Benteen, den Anführer einer Gruppe von Erd-Aussiedlern, die vor 30 Jahren der Erde den Rücken gekehrt haben, um auf einem anderen Planeten eine neue, bessere Welt zu schaffen. Dummerweise sind sie auf einem extrem unwirtlichen Planeten gelandet. Als nach 30 Jahren tatsächlich das von allen ersehnte Raumschiff kommt, um sie wieder zur Erde holen, merkt Benteen schnell, dass seine über die Jahre aufgebaute Autorität und sein fast gottgleicher Status rasch schwinden. Verzweifelt versucht er, seine Leute davon zu überzeugen, dass alles so bleiben soll, wie es ist. Der „Diktator“ wird hier nicht als Unhold gezeichnet und man kann seine Gefühle nachvollziehen, ohne seine Einstellungen gut zu heißen. Autor Rod Serling hielt „On Thursday We Leave For Home“ für die effektvollste Folge der vierten Staffel, und man kann ihm da recht geben.

Die letzte Folge der vierten Staffel , „The Bard“ (Der Barde, Folge 120) ist dann eine satirische Abrechnung Serlings mit dem TV-Betrieb. Ein hoffnungslos untalentierter Autor versucht hartnäckig, seine immer gleichen Drehbücher an den Mann zu bringen. Eines Tages gelingt es ihm mithilfe schwarzer Magie, Wilhelm Shakespeare ins Leben zurückzuholen und diesen als wortwörtlichen „Ghostwriter“ zu nutzen. Tatsächlich wird sein neues Drehbuch ein Erfolg, auch wenn der Sponsor der Fernsehsendung zahlreiche Änderungen vornehmen lässt. Vor den überzogenen Forderungen der Geldgeber ist nämlich selbst ein Shakespeare nicht gefeit. Serling legt diese letzte Episode der vierten Staffel ganz klar als überdrehten Klamauk an. Immer wieder werden die Taten der handelnden Personen über die slapstickhafte Musik kommentiert. Jack Weston gibt eine gnadenlos überzogene Darstellung des großmäuligen Verlierers Julius Moomer und Burt Reynolds taucht kurz auf, um eine solch bösartige Parodie auf Marlon Brando abzuliefern, dass man das „Original“ beinah wutschnaubend vor dem Fernseher sitzen sehen kann. Allein Hitchcock-Stammschauspieler John Williams behält als wiederauferstandener William Shakespeare seine Würde und würzt seinen Auftritt mit feiner Ironie.

Nach nur 18 Folgen endete die vierte Staffel und man hatte etwas gelernt: In der fünften und letzten Staffel kehrte man zu bekannten Halbstunden-Format zurück.

Die Qualität der Blu-rays beeindruckt wieder nachhaltig. Die schwarz-weiße Bilder wirken teilweise schon plastisch. Die 18 Folgen der vierten Staffel verteilen sich auf 6 Blu-rays. Die Folgen werden, wie in den Staffeln zuvor, wieder fast immer von einem oder gleich mehreren Audiokommentaren begleitet und man kann sich – seltsamerweise bis auf die letzten drei Folgen – die Musikspur isoliert anhören. Die sonstigen Extras befinden sich auf der sechsten Blu-ray und beinhalten Radiohörspiele nach Folgen der vierten Staffel, Interviews, Werbespots mit Rod Serling und einen Sketch aus „Saturday Night Live“ von 1979, in dem Dan Aykroyd eine perfekte Rod Serling-Imitation gibt. Da die vierte Staffel zuvor nie in Deutschland gezeigt wurde, gibt es auch keine Synchronisation. Alle Folgen liegen im Original mit deutschen (manchmal leider etwas fehlerhaften) Untertiteln vor.

Blu-ray-Rezension: „“The Twilight Zone – Die gesamte dritte Staffel”

Von , 15. Januar 2015 20:51

twilightzonestaffel 3You’re traveling through another dimension, a dimension not only of sight and sound but of mind; a journey into a wondrous land whose boundaries are that of imagination. Your next stop…the Twilight Zone.

Mit einer leicht veränderten Anmoderation und einem neuen Vorspann meldete sich die „Twilight Zone“ am 15. September 1961 zu ihrer dritten Staffel zurück. Das nun dritte Jahr als Produzent, Autor und Präsentator der Sendung hatten ihre Spuren bei Rod Serling hinterlassen. Bei seinen Auftritten wirkt Serling im Vergleich zur vorherigen Staffel gealtert und ausgezehrt. Tatsächlich bemerkte er 1961, er sei „noch nie so leer an Ideen“ gewesen („I’ve never felt quite so drained of ideas as I do at this moment“). Im Zuge dessen, schraubte er seinen Ausstoß an Drehbüchern deutlich herunter. War er in den ersten beiden Staffeln noch für 73% aller Drehbücher selbst verantwortlich gewesen, waren es nun in der dritten Staffel nur noch 56%.

Die erste Episode der neuen Staffel, „Two“ (Tag 1 des Jahres 6, Folge 66) war eine nette, wenn auch unspektakuläre Geschichte, in der ein junger Charles Bronson und die hübsche Elizabeth Montgomery die scheinbar einzigen Überlebenden eines großen Krieges spielen. Während des Krieges standen sie auf gegnerischen Seiten, und während der Mann nun des Kämpfens müde geworden ist und ein neues Leben beginnen möchte, ist die Frau noch voller Furcht und Misstrauen. Die gute gespielte Folge plätschert angenehm vor sich hin und gibt die großen Themen wieder, die Rod Serling immer sehr am Herzen lagen: Frieden und Toleranz. Umso erstaunlicher, dass diese Folge nicht von ihm, sondern Montgomery Pittman, der sie auch inszenierte, geschrieben wurde.

Die zweite Folge wurde wieder von Serling geschrieben, zeigt aber auch deutlich, dass er sich nicht ganz auf der Höhe seiner Schaffenskunst befand. „The Arrival“ (Ankunft aus dem Jenseits, Folge 67) hat eine fantastische Prämisse. Ein unbekanntes Flugzeug landet auf einem Flughafen. Als es geöffnet wird, fehlen von Besatzung, Passagieren und Gepäck jegliche Spur. Ein Spezialist von der Fluggesellschaft soll den Fall untersuchen und stellt fest, dass mit dem Flugzeug noch mehr nicht stimmt. Während die Geschichte in den ersten 3/4 überaus faszinierend und spannend ist, geht ihr dann doch zum Ende hin gewaltig die Luft aus und endet in einer recht banalen Auflösung. Insgesamt also, trotz guter Darsteller, eine eher enttäuschende Episode, die vom „Omega Man„-Regisseur Boris Sagal in Szene gesetzt wurde.

Ein ganz anderes Kaliber hat eine der berühmtesten „Twilight Zone“-Folgen: „It’s A Good Life“ (Die lächelnde Stadt, Folge 73), die später auch in dem Film „Unheimliche Schattenlichter“ Einzug fand, bei dem die Regisseure Steven Spielberg, Joe Dante, John Landis und George Miller jeweils eine klassische „Twilight Zone“-Geschichte für die große Leinwand adaptierten. Die Kleinstadt Peaksville in Ohio ist vollkommen vom Rest der Welt abgeschnitten. Die Bewohner leben unter Bedingungen, wie im 18. Jahrhundert. Schuld daran ist der Sohn Anthony, der nicht nur Gedanken lesen kann, sondern auch die Gabe besitzt, all seine Wünsche unmittelbar Wirklichkeit werden zu lassen. Und wenn Anthony sich nicht geliebt fühlt, dann wünscht er sich schon mal, dass die Bewohner von Peaksville im großen Kornfeld verschwinden oder sich jemand in einen Springteufel verwandelt. Außerdem hat er eine Abneigung gegen das Singen, Elektrizität und vor allem gegen Leute, die ihn nicht mögen. Somit versuchen die verbleibenden Bewohner von Peaksville alles, damit der junge Anthony auch ja bei Laune gehalten wird. Was auch der Nährboden für eine Komödie hätte sein können, wird unter der Regie von James Sheldon – der bereits die schöne Episode „Long Distance Call“ aus der zweiten Staffel, ebenfalls mit Bill Mummy – zu einem düsteren, hoffnungslosen Albtraum, aus dem es auch kein erlösendes Erwachen gibt. Eine sehr starke Episode mit in welcher der jungen Bill Mummy beeindruckend das „Monster“ Anthony spielt. Mummy war ein vielbeschäftigter Kinderdarsteller, der des öfteren in der „Twilight Zone“ auftauchte und auch in Alfred Hitchcocks Fernseharbeit „Bang! You’re Dead“ – im Rahmen der Reihe „Alfred Hitchcock presents“ die Hauptrolle spielte, sowie in späteren Jahre eine wichtige Nebenrolle in „Babylon 5“ hatte.

Eine weitere, sehr populäre Folge der dritten Staffel ist „Five Characters in Search of an Exit“ (Ein Zylinder für fünf, Folge 79). Ein existenzialistisch anmutendes Stück, welches wie aus der Feder Samuel Becketts wirkt, aber auch als Inspiration für „Cube“ dienen könnte. Ein Major der Armee erwacht in einem runden Raum, aus dem es keinen Ausweg gibt. Mit ihm sind in diesem Raum ein Clown, ein Dudelsackspieler, ein Stadtstreicher und Ballerina gefangen. Keine dieser Personen kann sich daran erinnern, wie sie in den Raum gekommen sind, und wie ihr Leben aussah, bevor sie hier erwachten. Sie philosophieren darüber, wer sie eigentlich sind und was diese Raum ist, aus dem es kein Entkommen gibt. Wie sieht die Welt draußen aus und warum sind sie hier? Obwohl hier nicht viel passiert, sich die Kulisse nicht ändert und der Schwerpunkt auf den Dialogen der Figuren liegt, ist die Folge ungemein spannend und regt den Zuschauer gleichzeitig zum mitdenken an. Die Auflösung ist dann ebenso simpel, wie effektiv und folgerichtig.

Die berühmteste Folge der dritten Staffel und auf der Liste der besten „Twilight Zone“-Folgen immer ganz oben zu finden ist „To Serve Men“ (Das Buch der Kanamiter, Folge 89), dessen bösartige Pointe sich schon in der Doppeldeutigkeit des Originaltitels ankündigt. Hier werden aus Sicht eines Kryptologen die Ereignisse geschildert, die nach einer Landung von Außerirdischen folgen. Im Gegensatz zu den Paranoia-Geschichten, die in den SF-Filmen der 50er Jahre en vogue waren, scheinen die Außerirdischen diesmal ausgesprochen freundlich zu sein. Tatsächlich helfen sie aktiv dabei, aus der Welt einen besseren Ort zu machen. Dass sie aber alle aussehen wie Richard Kiel („Der Beißer“ aus den James-Bond-Filmen), hätte die Menschen stutzig werden lassen können. Zwar ahnt man schnell, dass hier etwas faul ist in dem neuen Utopia, aber die gemeine Wendung am Schluss haben vielleicht nur die wenigsten vorhergesehen. „To Serve Men“ gehört damit dann auch neben „Time Enough At Last“ zu einer der meistzitierten „Twilight Zone“-Episoden. Gerade bei den „Simpsons“ erwies sie sich als ausgesprochen beliebt.

Die Jubiläumsfolge 100 wurde vom brillanten amerikanischen SF-Autoren Ray Bradbury geschrieben. Doch leider ist diese Folge nicht zu dem erwarteten Highlight geworden. „I Sing the Body Electric“ (Unsere Oma, der Roboter, Folge 100) ist zwar ein toller Titel, aber nach einem recht vielversprechenden Anfang, gleitet die Geschichte um eine elektrische Oma dann doch zu sehr in Kitschgefilde ab. Immerhin kann man hier eine junge Veronica Cartwright erleben, die später mit ihrer Rolle als toughe Lambert in „Alien“ berühmt werden sollte.

Ich habe die dritte Staffel der „Twilight Zone“ erstmals auf Blu-ray gesehen und bin von dem Resultat der HD-Aufbereitung stark beeindruckt. Das schwarz-weiße Bild ist so kristallklar, dass man schon beinahe meint, die Figuren anfassen zu können. Die 38 Folgen der dritten Staffel verteilen sich auf 5 Blu-rays. Eine sechste Scheibe liegt als DVD vor und enthält vor allem Radiohörspiele zu 19 Folgen– also genau der Hälfte. Ferner befinden sich hier noch Interviews und sekundäres Material, wie Auftritte von Rod Serling in Talk- oder Quizshows oder Ausschnitte aus dem Remake der Serie aus den 80er Jahren. Die Folgen selber werden fast immer von einem oder gleich mehreren Audiokommentaren begleitet, zudem kann man sich die Musikspur isoliert anhören. Wie bei den vorherigen Veröffentlichungen der 1. und 2. Staffel, handelt es sich hier also wieder um ein rundum gelungenes und zufriedenstellendes Paket, welches keinen Grund zur Klage bietet. Da freut man sich doch schon auf die vierte Staffel.

DVD-Rezension: “The Twilight Zone – Die gesamte zweite Staffel”

Von , 8. April 2014 20:04

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Mit der zweiten Staffel der „Twilight Zone“ halten nun zwei entscheidende Merkmale der Serie ihren Einzug, die sie unverwechselbar machten und noch bis heute definieren. Zunächst einmal wurde Bernard Herrmanns Titelmusik aus der ersten Staffel gegen das berühmte „Twilight Zone“-Thema von Marius Constant ausgetauscht. Constants Titelthema wird noch immer in der populären Kultur benutzt, wenn irgendwo merkwürdige, übernatürliche Dinge passieren oder angedeutet werden soll, dass etwas Mysteriöses vor sich geht. Eine ähnliche Bedeutung hat seitdem höchstens noch das „Akte X“-Thema erreichen können. Zum anderen tritt der Erfinder der „Twilight Zone“, Rod Serling, deutlicher in den Vordergrund. In der ersten Staffel hatte er lediglich als Erzählerstimme in die Episoden eingeführt. Nun tritt er selber am Anfang der Folge auf, um den Einführungstext zu sprechen.

In der ersten Staffel begann jede Folge mit den Worten: „There is a fifth dimension, beyond that which is known to man. It is a dimension as vast as space and as timeless as infinity. It is the middle ground between light and shadow, between science and superstition, and it lies between the pit of man’s fears and the summit of his knowledge. This is the dimension of imagination. It is an area which we call the Twilight Zone.“ Dies wurde nun in das heute besser bekanntere „You’re traveling through another dimension, a dimension not only of sight and sound but of mind; a journey into a wondrous land whose boundaries are that of imagination. That’s the signpost up ahead—your next stop, the Twilight Zone.“ geändert. Da es sich bei „Twilight Zone“ um eine für damalige Verhältnisse recht teure Produktion handelte, wurde Serling von seinem Produzenten oftmals genötigt, Geld zu sparen, was dazu führte, dass sechs Episoden dieser Staffel auf billigem Videotape statt auf echtem Film aufgenommen wurden.

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Die zweite Staffel besteht aus 29 Folgen, darunter auch zwei der populärsten „Twilight Zone“-Folgen. „Eye of the Beholder“ und „The Invaders“ und einige weitere, die in der Gunst der Fans ganz weit oben stehen.

Eye of the Beholder“ (Fluch der Schönheit, Folge 42) ist eine klassische Rod-Serling-Episode, in der er seine Lieblingsthemen wie Toleranz und Gleichberechtigung behandelt. Die Folge ist sehr stimmungsvoll gefilmt, lebt von seinen Schattenspielen und natürlich der markanten Stimme von Maxine Stuart, welche die unter Bandagen unkenntliche Hauptperson spielt. Sind die Bandagen dann weg, wird diese von Donna Douglas gespielt. Die Szene in der ihr die Bandagen abgenommen werden ist ausgesprochen stimmungsvoll und unheimlich in Szene gesetzt und wurde später häufig parodiert, z.B. in den „Simpsons“ oder „Family Guy“. Insgesamt fällt diese Episode durch einen sehr gradlinigen und effektiven Ablauf auf, der das scheinbar offensichtliche Geschehen langsam immer mehr verfremdet bis es zu der überraschenden Auflösung kommt. Kennt man allerdings die Pointe, sind die Versuche, diese zu verschleiern, recht auffällig und lenken eher von der eigentlichen Geschichte ab.

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Auch „The Invaders“ (Invasion der Zwerge, Folge 51) handelt von einer Perspektivenverschiebung, ist aber in erster Linie eine grandiose One-Woman-Show von Agnes Moorehead, die hier ganz allein und ohne Dialog agiert. Ihr Kampf gegen die merkwürdigen, kleinen Gestalten, die mit einem UFO auf ihrem Dach gelandet sind, ist einfallsreich und spannend inszeniert. Wieder wird auch auf eine sehr atmosphärische Inszenierung gesetzt, die an den expressionistischen Stummfilm erinnert – wie auch der fast völlig Verzicht auf Sprache. Bedenkt man dann noch, dass die ganze Geschichte in einer räumlich stark begrenzten Szenerie spielt, ist es umso bemerkenswerter, wie kurzweilig dieses formidable Ein-Personen-Stück gelungen ist.

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Sowohl „Eye of the Beholder“ als auch „The Invaders“ wurden von Douglas Heyes in Szene gesetzt. Dieser merkwürdigerweise Zeit seines Lebens nur für das Fernsehen gearbeitet, bis auf eine Ausnahme 1966 als er eine eher bedeutungslose „Beau Gest“-Verfilmung inszenierte. Was schade ist, denn gerade seine „Twilight Zone“-Beiträge zeigen ihn als sehr talentierten Regisseur mit einer Vorliebe für das Kreieren stimmungsvoller, mit ihren Licht- und Schattenspielen an die Klassiker des Film Noir oder der frühen Universal-Horrorfilme gemahnenden, Kabinettstücken. Seine Meisterschaft darin, kommt auch bei „The Howling Man“ (Der Mann in der Zelle, Folge 41) deutlich zum Vorschein. Hier flackern die Fackeln, die Kamera zoomt in verschwitzte Gesichter und kippt gerne mal nach links oder rechts, was den verkanteten Bildern eine traumgleiche Atmosphäre gibt. Genrestar John Carradine gibt sich hier als Bruder Jerome die Ehre und erinnert ein wenig an Ian McKellens Gandalf aus „Der Herr der Ringe“. Auch Robin Hughes als mysteriöser, scheinbar unschuldig eingekerkerte „Howling Man“ weiß mit einer ausbalancierten Darstellung zu gefallen, während Hauptdarsteller H.M. Wynant ein wenig zu sehr Gas gibt. Die hübsche Auflösung – statt Gutes zu tun und jemanden zu retten, wird das Böse über die Welt gebracht – nimmt dann schon ein wenig das Ende von Polanskis „Tanz der Vampire“ vorweg.

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„The Howling Man“ war die erste Episode der zweiten Staffel, die nicht von Rod Serling, sondern von Charles Beaumont geschrieben wurde. Der leider viel zu früh gestorbene Kurzgeschichtenautor zeigt sich auch für die meiner Meinung nach schönste Episode der zweiten Staffel, dem wunderbaren „Long Distance Call“ (Das Spielzeugtelefon, Folge 58), verantwortlich. Hierbei handelt es sich um eine nette, kleine Geschichte über einen Jungen, der mit einem Spielzeugtelefon Kontakt mit seiner toten Großmutter aufnimmt, die ihn gerne bei sich hätte. Die Folge ist ausgezeichnet gespielt. Patricia Smith und vor allem Philip Abbott spielen die besorgten Eltern sehr eindringlich, und Abbotts verzweifeltet Monolog am Spielzeugtelefon bleibt noch lange im Gedächtnis. Ihr kleiner Sohn wird von Bill Mumy verkörpert, der dem heutigen Publikum wahrscheinlich als Lennier in „Babylon 5“ in Erinnerung ist, und im selben Jahr wie „Long Distance Call“ in Alfred Hitchcocks „Bang! You’re Dead“ aus der Reihe „Alfred Hitchcock presents“ ebenfalls einen Jungen mit einem gefährlichen Geburtstagsgeschenk gespielt hatte. Tatsächlich bekommt Mumy hier von seinen Eltern zunächst – wie in dem kurzen Hitchcock-Film – einen Spielzeugrevolver, bevor er dann das Spielzeugtelefon von seiner Großmutter erhält.

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„Long Distance Call“ ist eine von sechs Episoden, die aus Kostengründen in der zweiten Staffel auf billigem Videotape, statt auf Film gedreht wurden. Was man heutzutage leider an der bescheidenen Bildqualität merkt. Eine andere Episode war „Twenty-Two“ (Nummer 22, Folge 53) in der es um einen immer wiederkehrenden Albtraum gibt. Dieser wurde hübsch surreal und gespenstisch in Szene gesetzt. Ebenso wie die recht beachtliche Oberweite der Hauptdarstellerin Barbara Nichols. Der Albtraum, in der die Hauptdarstellerin einer geheimnisvollen Person in den Keller einer Klinik folgt, wo sie plötzlich einer unheimlichen Krankenschwester gegenüber steht, scheint fast eine Blaupause für ähnliche Träume in Wes Cravens Horrorklassiker „Nightmare – Mörderische Träume“ zu sein.

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Wie schon die Box der ersten Staffel, ist auch die bei Koch Media erschienene zweite Staffel eine perfekte Veröffentlichung und ein wahres Füllhorn an Infos und Extras. Nicht nur, dass fast alle Folgen von manchmal mehr als einem Audiokommentar begleitet werden und man sich die Musikspuren auch isoliert anhören kann, auf einer sechsten DVD befinden sich Radiohörspiele einiger Episoden, Interviews mit Beteiligten, zeitgenössische Werbung und eine komplette Folge der Game-Show „Liar’s Club“, die 1969 von Rod Serling moderiert wurde, sowie eine Folge der Serie „Suspense“ von 1953, für die Serling das Drehbuch schrieb.

Die Bildqualität der Folgen ist exzellent, nur die sechs auf Video aufgenommen Folgen fallen hier sehr deutlich ab. Was aber nicht dieser Veröffentlichung, sondern dem Ursprungsmaterial geschuldet ist. Vorbildlich!

DVD-Rezension: “The Twilight Zone – Die komplette erste Staffel”

Von , 12. Dezember 2013 19:53

Twilight_Zone_BlackThe Twilight Zone“ ist ein Stück amerikanischer Pop-Kultur. Ihr Einfluss auf Autoren und Filmemacher, die die Serie als Kind oder Jugendliche sahen, war immens. Obwohl sie nur fünf Jahre lief, wird sie noch heute immer wieder zitiert. Sei es durch Anspielungen auf die berühmtesten Folgen (hier erfreut sich insbesondere die achte Folge der ersten Staffel, „Time Enough At Last„, dt. „Alle Zeit der Welt“, großer Beliebtheit) oder dadurch, dass in einer mysteriös-unheimlichen Situation jemand die ikonische Titelmelodie (die allerdings erst ab Staffel 2 Verwendung fand) vor sich hin summt. In Deutschland hatte die „Twilight Zone“ nur einen geringen Bekanntheitsgrad. Dies liegt vor allem daran, dass nur wenige Folgen Ende der 60er im ZDF unter dem sperrigen Titel „Unwahrscheinliche Geschichten“ ausgestrahlt wurden und, nachdem sie Anfang der 70er noch einmal als „Geschichten, die nicht zu erklären sind“ auf Bayern 3 liefen, erst 1991/92 bei Pro7 ins Programm genommen wurden. Danach verschwanden sie hierzulande im Archiv. Der Einfluss der „Twilight Zone“ ist in Deutschland eher indirekt durch Schriftsteller wie Stephen King (der für eine Neuauflage der Serie in den 80ern Drehbücher schrieb) oder Filmemacher wie Steven Spielberg (der mit „Amazing Stories“ seine eigene TV-Anthologie-Serie schuf) spürbar.

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Von der Idee und Ausführung her entspricht „Twilight Zone“ der „Alfred Hitchcock presents„-Reihe. Hier wie dort, führt der Namensgeber/Schöpfer als markante Figur in die Geschichte ein und spricht das Schlusswort. Während in die Hitchcock-Serie allerdings nur sehr selten übernatürliche Elemente eingebracht wurden, sind diese, ebenso wie Science Fiction, für Rod Serlings Geschichten essentiell. Serling benutzt seine Geschichten, die er in der ersten Staffel bis auf eine Ausnahme alle samt selber schrieb, vor allen Dingen dazu, Botschaften zu transportieren und die Zeit in die er lebt, zu kommentieren. So ist z.B. eine der bekanntesten Folgen der ersten Staffel, „The Monsters Are Due On Marple Street“ (dt. Die Monster der Marple Street), ein kaum verschleierter Kommentar zur Kommunisten-Hatz und Paranoia der McCarthy-Ära. Nachdem in einem kleinen Vorort der Strom ausfällt, fantasiert ein Junge eine Geschichte von einer außerirdischen Invasion zusammen. Dies führt dazu, dass die Bewohner der Marple Street anfangen, sich gegenseitig zu verdächtigen, einer 5. Kolonne der Aliens anzugehören. Die ganze Geschichte endet dann auch ganz konsequent in einer zerstörerischen Hysterie und der Erkenntnis, dass es keine außerirdischen Waffen braucht, die Menschheit zu vernichten. Das erledigen Aggression, Misstrauen und Vorurteile schon ganz von allein. Eine typische Aussage von Rod Serling, der mit seinem liberalen Ansichten in Amerika immer wieder aneckte.

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Eine der berühmtesten – und oft zitierte – Episode, ist die bereits oben erwähnte „Time Enough At Last“ in der Burgess Meredith die Hauptrolle spielt. Er verkörpert hier den Bankangestellten Henry Bemis, einen fantastischen Bücherwurm, der eine Atomkatastrophe überlebt, weil er sich zum Lesen in den Tresorraum zurückgezogen hat. Als er zu seinem Arbeitsplatz zurückkehren will, findet er sich als letzter Menschen auf Erden, in einer zerstörten Welt wieder. Sein einziger Trost, und Grund am Leben zu bleiben, ist es, dass er nun endlich genug Zeit hat, um in Ruhe zu lesen. Der bittere und schwarze Schlussgag gehört zu den berühmtesten und meist erinnerten Momente der amerikanischen Fernsehgeschichte. Er findet sich als Hommage in Episoden der „Simpsons“, „Futurama“ und diversen anderen TV-Shows wieder. Die Folge wird auch im „Twilight Zone“-Film von 1983 erwähnt. „Time Enough At Last“ befindet sich auch regelmäßig auf den vorderen Plätzen, wenn nach den besten TV-Episoden aller Zeiten gefragt wird.

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Ebenfalls ausgesprochen beliebt, ist eine von Rod Serlings persönlichen Lieblingsfolgen: Die unspektakuläre, melancholische Sendung „Walking Distance“ (dt. Vielleicht in einer Sommernacht). Gleich zu Beginn wird hier deutlich, wie viel Wert die Regisseure der Reihe auf Details legen. Ganz beiläufig wird gezeigt, wie die Hauptfigur auf einen Spiegel zugeht, um sich dann in der Reflexion wieder in entgegengesetzter Richtung zu entfernen. Dabei ist der Spiegel und seine Umgebung aber so ins Bild gesetzt, dass man das Gefühl hat, der Protagonist würde durch den Spiegel nach vorne gehen, obwohl er tatsächlich zurück geht. Eine wunderbare Visualisierung des Themas der Folge, der Rückkehr in die Vergangenheit und dahin, wo man herkommt. „Walking Distance“ zeigt, dass die „Twilight Zone“-Geschichten auch ganz ohne Monster oder seltsame Bedrohungen funktionieren. Und dass sie keiner Pointe bedurften. Der Trip in die Vergangenheit endet für den Protagonisten so plötzlich und unerklärlich, wie er begann. Es hat sich (bis auf ein Humpeln) auch nichts drastisches für ihn geändert. Nur die traurige Erkenntnis, dass die Vergangenheit vorbei ist und nie wiederkommen wird. Dass es keinen Ort in der Vergangenheit gibt, an den man zurückkehren kann. Die ganze Episode bewegt sich dabei auf Spielfilmniveau. Nicht nur von Ausstattung, Kameraarbeit und schauspielerischer Leistung, sondern auch gerade in Bezug auf den Soundtrack. Dieser stammt von keinem anderen als Hitchcocks damaligen Stammkomponist Bernard Herrmann, der nicht nur die Titelmusik für die gesamte erste Staffel, sondern auch einige Soundtracks für einzelne Folgen komponierte.

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Mit der Veröffentlichung der ersten „Twilight Zone“-Staffel lässt Koch Media die Herzen der Fans dahin schmelzen. Die Box enthält nicht nur alle 36 Folgen der ersten Staffel, sondern zusätzlich noch den „Pitch“, der genutzt wurde, um die Sendung zu verkaufen (dieser besteht aus der ersten Episode „Where Is Everybody?“ (dt. Die leere Stadt) und einer langen Einführung von Rod Serling, in der er das Konzept der Serie erklärt und schon mal den Inhalt einzelner Folgen anreißt), sowie der von Rod Serling inoffiziellen Pilot-Folge – einer Episode aus der Reihe Westinghouse Desilu Playhouse – „The Time Element„, die sozusagen der Ursprung der Serie ist. Doch dies ist noch lange nicht alles. Zu fast jeder Folge gibt es einen Audiokommentar oder eine Tonspur, auf der z.B. ein Vortrag von Rod Serling vor Schülern des Sherwood Oaks Colleges zu hören ist. Es werden alte Werbetafel gezeigt und Promos für die „Twilight Zone“ und anderen TV-Serien aus 1959. Es gibt Video – und Audio-Interviews mit Schauspielern, die Musik der Episoden kann teilweise isoliert gehört werden. Man findet hier auch ganze 18 Radio-Adaptionen verschiedener Folgen und dankenswerterweise wurden auch die lange nicht mehr zu sehenden Abmoderationen von Rod Serling wieder eingefügt. In diesen kündigt er dann die Episode der nächsten Woche an. Ein prall gefülltes Paket also, für welches man Wochen braucht, bis man alles ausgepackt hat. Die Bild- und Tonqualität der Folgen ist sehr gut. Manchmal, gerade bei großen Flächen, kommt es zu einem leichten Rauschen, welches aber nicht großartig auffällt. Dafür ist das Bild scharf und frei von Schäden. Mit der ersten „Twilight Zone“-Box hat Koch Media kräftig vorgelegt. Da fällt einem das Warten auf eine hoffentlich bald erscheinende zweite Box durchaus schwer.

Happy Halloween!

Von , 31. Oktober 2011 21:33

Passend zum Tag der Monster und Geister,
ein kleines Stück vom Meister.
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Und dann nach der Geisterstund‘,
geht es noch bei ARTE rund.
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Michele Soavis Meisterwerk „Dellamore Dellamore“, heute Nacht um 0:10 Uhr auf ARTE.

Blow Up: Online-Kinomagazin auf ARTE

Von , 29. November 2010 11:22

Ich denke, dies ist ein guter Ort, um auf ein neues Online Kinomagazin hinzuweisen, welches man seit Kurzem auf der ARTE-Homepage finden kann. Allerdings so gut versteckt, dass ich selber erst durch einen Blog-Eintrag in Thomas Grohs „filmtagebuch“ darüber gestolpert bin.

Um so mehr Grund, hier ein wenig Werbung für das gelungene Konzept zu machen. „Blow Up“ besteht aus einer Reihe von Video-Essays zu den unterschiedlichsten Themen. Da werden die Karriere von Claude Chabrol und Wim Wenders in 4 Minuten erklärt;  in der Rubrik „Recut“, mal eben Johnny Hallyday zu einem der bedeutendsten Schauspieler Frankreichs und Kim Novak zur Hauptdarstellerin in Godards „Die Verachtung“ gemacht. Sehr schön auch der offene Brief des „Blow Up“-Machers Luc Lagier an Michael Bay.

Ein viel versprechendes Konzept. Ich bin gespannt, was Luc Lagier da in Zukunft noch so im Ärmel hat und ob „Blow Up“ irgendwann auch noch den Sprung vom Netz auf den TV-Bildschirm macht.

„Plastic Planet“ in der Schauburg mit Regisseur Werner Boote

Von , 20. Februar 2010 15:36

Folgende Info kam über forumbremen.de rein:

Werner Boote, der Regisseur des Dokumentarfilms „Plastic Planet“, ist im Rahmen seiner Kinotour am 23. Februar in der Schauburg zu Gast.

Kurzbeschreibung des Films:
Wir sind Kinder des Plastikzeitalters: vom Babyschnuller bis zur Trockenhaube, von der Quietscheente bis hin zum Auto. Plastik ist überall: In den Weltmeeren findet man inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton und selbst in unserem Blut ist Plastik nachweisbar! Die Menge an Kunststoffen, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, reicht aus, um unseren gesamten Erdball sechs Mal in Plastikfolie einzupacken.

Plastic Planet
Kinostart: 25. Februar 2010
In Bremen: Dienstag, 23. Februar um 19 Uhr, Schauburg
Regie und Drehbuch: Werner Boote
Produzenten: Thomas Bogner, Daniel Zuta
Ausführende Produzenten: Tom Gläser, Ilann Girard
Kamera: Thomas Kirschner
Schnitt: Ilana Goldschmidt, Cordula Werner, Tom Pohanka
Musik: The Orb

Der Film ist in der aktuellen Filmdienst sehr positiv besprochen worden und ist Thema im nächsten „Kulturjournal“ bei Radio Bremen TV bzw. NDR Fernsehen (Mo. 22.02., um 22:30 Uhr).

TV-Tipp: Die „Metropolis“-Rekonstruktion live auf ARTE

Von , 1. Februar 2010 13:20

Wer sich für Film und Filmgeschichte interessiert, sollte sich den 12.2. bereits seit langem dick im Kalender markiert haben.

An diesem Tag findet die Welturaufführung des neu rekonstruierten „Metropolis“ statt. Zur Erinnerung, seit der Uraufführung in Berlin 1927 ist der Film immer wieder z.T. dramatisch gekürzt worden und die Urfassung galt jahrzehntelang als verschollen, bis im vorletzten Jahr in Buenos Aires eine Fassung entdeckt wurde, die fast alle verschollenen Elemente enthielt.

Seitdem sitzt die Friedrich-Murnau-Stiftung an der Rekonstruktion des Filmes. Diese ist nun pünktlich zum Start der 60. Berlinale abgeschlossen worden und die „neue“ Fassung feiert am 12.2. Premiere, sowohl auf der Berlinale, als auch zeitgleich in Frankfurt/Main.

Nun ist es für Normalsterbliche ja etwas schwierig an einem der beiden Ereignisse teilzunehmen. Aber Gott sei Dank gibt es ARTE. Also flugs ein paar filmbegeisterte Freunde angerufen, genug Häppchen organisiert und für ausreichend Getränke gesorgt: Am 12.2. ab 20:15 Uhr startet auf ARTE der große „Metropolis“-Abend. Nach einigem Vorgeplänkel beginnt um 20:40 der erste Höhepunkt der Saison: Die Welturaufführung des rekonstruierten „Metropolis“ live aus dem Berliner Friedrichstadtpalast, wo der Film vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Dirigent Frank Strobel begleitet wird. Strobel war es auch, der die Originalpartitur von Gottfried Huppertz für die „neue“ Fassung rekonstruiert und angepasst hat.

Einem großartigen Fernsehabend steht eigentlich nichts mehr im Wege!

Und wer noch Lust hat, kann sich dann im Anschluss an den Film die Dokumentation „Die Reise nach Metropolis“ von Artem Demenok über die Restaurierung des Films ansehen.

TV-TIPP: Jacques Rivettes „Die Herzogin von Langeais“

Von , 14. Oktober 2009 10:32

ARTE zeigt heute Abend zu später Stunde (23:15 Uhr) den Film „Die Herzogin von Langeais“ von Altmeister Jacques Rivettes. Da man Rivettes Filme in Deutschland nicht so häufig zu sehen bekommt und sein Werk auch auf DVD bisher eher unterrepräsentiert ist (bis auf zwei Boxen mit einigen wenigen, ausgewählten Filmen), wollte ich an dieser Stelle ausdrücklich auf dieses TV-Highlight hinweisen.

Als der französische General Armand de Montriveau die verheiratete Antoinette, Herzogin von Langeais, kennenlernt, ist er wie verzaubert von der selbstbewussten Schönheit. Begeisterung, die bald in Besessenheit umschlägt, weil die Adelige sich ihm immer wieder verweigert. Doch dann: ein Skandal, eine Entführung, ein Ultimatum, und plötzlich ist Antoinette spurlos verschwunden. Armand setzt alles daran, seine Geliebte wiederzufinden. Fünf Jahre später wird er fündig: In einem Kloster auf einer spanischen Insel erkennt er in Schwester Theresa die Frau, die ihm so brutal den Verstand raubte. Drama mit dem im letzten Jahr verstorbenen Guillaume Depardieu in der Rolle des liebestrunkenen Generals.

Wer den Film heute verpassen sollte, hat noch am 22.10. um 0:20 Uhr oder am 30.10. um 14:45 Uhr die Gelegenheit ihn in der Wiederholung zu sehen.

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„Fantômas“-TV-Serie von 1980 auf DVD

Von , 23. Juli 2009 14:02

Nicht Film, sondern Fernsehen – trotzdem interessant:
1980 wurde in Frankreich (in Co-Produktion mit dem ZDF) eine kurzlebige Mini-Serie (4 Folgen in Spielfilmlänge) um den Meisterverbrecher Fantômas produziert. Mit den Klamauk-Filmen aus den 60ern, in denen Jean Marais den Fantômas und Louis de Funès den Juve gaben, hatte sie allerdings nichts zu tun, sondern bezog sich direkt auf die Romane von Pierre Souvestre und Marcel Allain bzw. die legendären Filme die Louis Feuillade zwischen 1913 und 1914 schuf.

Ich erinnere mich noch gut daran, die Serie damals im Fernsehen gesehen zu haben und an eine sehr unheimliche und bedrückende Stimmung (irgendwas mit einer mörderischen Riesenschlange ist mir im Gedächtnis geblieben). Wobei ich zu Bedenken geben möchte, dass ich zum Zeitpunkt der Ausstrahlung zarte 10 Jahre alt war.

Nun habe ich die Chance, meine Erinnerungen aufzufrischen und zu überprüfen, ob die Serie wirklich so gruselig war, wie ich sie damals wahrgenommen habe. „Alias Entertainment“ (von diesem Label habe ich noch nie etwas gehört) bringt eine Doppel-DVD mit allen vier Folgen heraus. Leider befürchte ich eine Billig-Veröffentlichung, wofür die Tatsache sprechen würde, dass kein O-Ton, sondern nur die deutsche Tonspur enthalten ist. Warten wir’s mal ab.

Die DVD soll am 2. Oktober erscheinen. Extras gibt’s keine. Den Fantômas spielt der unvergleichliche Helmut Berger, Regie bei jeweils zwei Folgen führen Alt-Meister Claude Chabrol (!) und Juan-Luis Bunuel (genau, der Sohn).

Hier das Intro der TV-Serie:

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