Das Bloggen der Anderen (30-10-17)

Von , 30. Oktober 2017 17:28

– Das Thema Big Data ist für mich ganz besonders spannend, da ich mich beruflich seit einiger Zeit damit beschäftige. Da bin ich natürlich stark an dem Dokumentarfilm „Pre-Crime“ interessiert, den Tim Glaser auf Daumenkino vorstellt, durchaus kritisch bespricht, letztendlich aber empfehlen kann. Miriam Eck wiederum bespricht „The Net“, den neuen Film von Kim Ki-duk, dessen Werk ich leider vor einigen Jahren etwas aus den Augen verloren habe. Zeit einiges aufzuholen.

– Auf Jugend ohne Film schreibt Rainer Kienböck über den wie ich finde interessant, aber auch sehr unkonventionell klingen „Star“ (oder Stern, eigentlich ist der Titel nur ein Sternensymbol, welches ich aber hier nicht hinbekomme), der ausschließlich aus Filmausschnitten mit Sternenhimmeln besteht. Patrick Holzapfel hat „Barbara“ von Mathieu Amalric gut gefallen. Gesehen haben Beide die Filme auf der Viennale.

– Einen weiteren Viennale-Film, nämlich den Dokumentarfilm „Becoming Cary Grant“ von Mark Kidel, stellt Patrick auf B-Roll vor. Allerdings kann der Film ihn nicht besonders überzeugen. Der Film lief dieses Jahr übrigens auch schon auf Arte. Und unter dem wunderschönen Titel „Männer-Ballett: Einige Gedanken zum Heist-Genre“, beschäftigt sich Patrick mit – ich übersetze es mal – „Einbruchsfilm“. Anna Wollner hat Angela Robinson interviewt, die den Film namens „Professor Marston and the Wonder Women“, über den Erfinder von Wonder Women UND dem Lügendetektor (!). Spannend.

– Das Thema Weinstein bleibt auch diese Woche beherrschend. Rüdiger Suchsland hat auf Out takes einiges dazu geschrieben, worüber man kontrovers diskutieren kann und gegebenfalls auch lautstark widersprechen. Lesenswert finde ich den Artikel trotzdem.

– LZ rechnet auf screen/read mit Robert Rodriguez ab, dessen Verhalten in der Sache Weinstein er (wie ich finde zu recht) schlicht und ergreifend ekelhaft findet.

– Das andere alles überstrahlende Thema der Woche ist natürlich Halloween. Unzählige Blog nehmen sich des Themas dankbar an. Filmlichtung schreibt im vierten Kapitel seiner „Spuktakuläre Filmmonster“ über „Bizarres“. Damit sind solche Monster wie Clowns, Schneemänner und Killerkarnickel gemeint.

– Volker Schönenberger hat auf Die Nacht der lebenden Texte anlässlich des „Horror-Feiertages“ zwei schöne Klassiker herausgesucht. Einmal den wundervollen „Dellamorte Dellamore“, den ich von sichtung zu Sichtung mehr mag und „Die Vampire des Dr. Dracula“, den ersten Film der großartigen Waldemar-Daninsky-Sage von und mit Paul Naschy.

– Morgen Luft von Cinematographic Tides hat sich an ihre Wohnungssuche erinnert und für ihren „Horroctober“ den Film „Dream Home“ aus Hongkong von Ho-Cheung Pang ausgesucht.

– Einen Film, der bei mir auf der Suchliste ganz weit oben steht, hat sich Simon von kitsch kult klassisch vorgenommen. „Dementia“ von 1955 habe ich in Ausschnitten erstmals in einem „Thelema“-Musikvideo gesehen und mich sofort fasziniert. Simon geht es ähnlich.

– Auch funxton ist horrormäßig unterwegs. Von „I, Madman“ kannte ich bisher nur das alte VHS-Cover. Das wird sich nach seiner Besprechung jetzt wohl bald mal ändern. Ebenfalls auf die „Must-see“-Liste gewandert ist „Rage To Kill“ mit dem unfassbar großartigen Oliver Reed. Will ich sehen!

– Oliver Nöding schließt auf Remember It For Later mit „Die Brut des Teufels“ seine Godzilla-Retrospektive ab und nimmt mit „Maria von Schottland“ seine vor einem Jahr unterbrochene John-Ford-Reihe wieder auf.

– Da werden Kindheitserinnerungen wach. Christian auf Schlombies Filmbesprechungen über „Ein Käfer gibt Vollgas“ von Rudolf Zehetgruber. Dudu macht das schon…

– Kinogucker stellt die aktuelle Ausgabe von „1001 Filme, die sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist“ vor.

– Ein Film, den man meiner Meinung nach definitiv sehen sollte, bevor das Leben vorbei ist (gerne auch mehrmals) ist Takeshi Kitanos Meisterwerk „Kikujiros Sommer“. Findet auch Oliver Armknecht von film-rezensionen.de.

Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 3

Von , 28. Oktober 2017 12:15

Erstmals war ich auch an einem Sonntag in Oldenburg. Die Jahre zuvor hatte ich auf diesen Tag immer verzichtet, um mich Zuhause von dem Film-Marathon zu erholen, bevor es Montags wieder ins Büro geht. Diesmal aber hatte ich den Sonntag schon für R.P. Kahls „A Thought of Ecstasy“ reserviert, für den es ja zu meiner großen Enttäuschung aber keine Karten mehr gab. Da jetzt der Sonntag schon einmal fest eingeplant war, disponierte ich eben um. Und als ich sah, dass noch einmal „Junk Head“ lief, den ich zuvor verpasst hatte, war klar, wie mein neuer Plan aussah. Unterwegs war ich wieder mit einem Weird-Xperience-Partner Stefan, der diesmal auch die Chauffeurs-Rolle übernahm. In Oldenburg trennten wir uns dann, den während ich mich für den irischen Gefängnisausbruchs-Film „Maze“ im cineK-Studio entschieden hatte, ging Stefan in den indonesischen Film „Marlina the Murderer in Four Acts“, was im Nachhinein auch die bessere Wahl war, obwohl „Maze“ nun wahrlich nicht schlecht war.

MAZE – „Maze“ beruht auf wahren Ereignissen und zeigt den Massenausbruch von 38 IRA-Kämpfern aus einem britischen Hochsicherheitsgefängnis. Wenn man so will, könnte man „Maze“ als so etwas wie das Sequel zu Steve McQueens preisgekrönten Drama „Hunger“ bezeichnen, denn er schließt direkt an die dort gezeigten Ereignisse an. Die Hauptfigur Larry Marley, welche in der Folge das Mastermind hinter dem Ausbruch werden soll, gehörte nämlich ebenfalls zu den IRA-Kämpfern, die sich in britischer Haft zu Tode gehungert haben. Nur, dass Marley diese Aktion überlebte, weshalb er an großen Schuldgefühlen leidet und Opfer gezielter Beleidigungen sowohl der britischen, als auch der irischen Seite wird. Denn nach seiner Einlieferung in das Hochsicherheitsgefängnis, muss er feststellen, dass britische und irische Häftlinge in einem Block untergebracht sind, was zu massiven Streitigkeiten und Spannungen führt.

Regisseur Stephen Burke nimmt dies aber nicht zum Anlass für spektakuläre und blutige Szenen, sondern inszeniert seine Geschichte ruhig und manchmal etwas unterkühlt. Dabei konzentriert er sich ganz auf die Beziehung zwischen dem brillant von Tom Vaughan-Lawlor verkörperten Larry Marley und dem Gefängniswärter Gordon Close, den Marley skrupellos für seine Zwecke ausnutzt. Wobei Weiter lesen 'Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 3'»

Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

Von , 27. Oktober 2017 06:41

Der zweite Tag auf dem 24. Internationalen Filmfest Oldenburg begann weitaus ruhiger als der chaotische Vortag. Diesmal war ich allein unterwegs, aber so früh in Bremen losgefahren, dass mich selbst die langwierige Parkplatzsuche nicht aus der Ruhe bringen konnte. Schnell wurden noch die letzten Tickets gekauft, dann glitt ich ganz entspannt in den Kinosessel des kleinen cineK Muvi, um mit einem amerikanischen Independent-Film in den Tag zu starten.

A VIOLENT MAN – „A Violent Man“ ein Film, der irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Ein kleiner B-Film, ein Neo-Noir, ein Film, der in den 40er Jahren wohl als Double-Feature gelaufen wäre. Regisseur Matthew Berkowitz nahm sich dann auch seinen Lieblings-Noir „Ein einsamer Ort“, ebenso wie Fitz Langs „Strasse der Versuchung“ (von dem im Film dezent ein Plakat platziert wurde) zum Vorbild, und lässt lange offen, ob nun sein beschädigter Held nun Opfer oder Täter ist. Angesiedelt hat er seinen Film ganz klassisch in der undurchsichtigen Welt des Boxsports, die upgedated als Mix Martial Arts (MMA). Ein MMA-Fighter wird in die schmutzige Welt hinter den Kulissen hineingezogen und in den Mord an einer Journalistin verwickelt, den er eventuell selber begangen hat oder auch nicht. Er kann sich nach einer Nacht voller Alkohol und Sex daran nicht recht erinnern.

Im Grunde ist „A Violent Man“ ist die prototypische Geschichte eines lächerlichen Mannes, der glaubt alles im Griff zu haben und sich doch sein Leben durch allzu selbstsicheres Verhalten und grenzenlose Naivität selber kaputt macht. Ein Coup ist Regisseur Berkowitz mit der Besetzung der Hauptrolle gelungen, MMA-Kämpfer Ty wird von Ex-Football-Star Thomas Q. Jones gespielt, der in dieser Rolle einerseits wie ein netter Teddybär wirkt, andererseits aber auch sehr dunkle Seiten durchscheinen lässt, die den Zuschauer immer wieder zwischen großer Sympathie für den netten Kerl und Abgestossenheit vor der muskelbepackten Kampfmaschine mit ihren plötzlichen Gewaltausbrüchen und ihrer seltsamen Unehrlichkeit schwanken lässt.

Jones gelingt es perfekt die Ambivalenz dieses typischen Noir-Charakters zu verkörpern. Jederzeit trauen wir ihm den Mord zu, fiebern aber trotzdem mit Weiter lesen 'Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2'»

Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1

Von , 26. Oktober 2017 17:45

Und wieder Oldenburg! Das ganze Jahr schon habe ich mich auf die tollen Tagen auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg gefreut, die ich dieses Jahr erstmals auf ganze drei (Freitag, Samstag und Sonntag) ausgedehnt hatte. Freitag ging es frühzeitig mit meinem Weird-Xperience-Kollegen Stefan los. Bloß nicht wieder so in Stress kommen, wie in den Vorjahren. Wie immer hatte ich mir im Vorfeld einen ausgeklügelten Plan erstellt, welche Filme ich wann schauen wollte, damit man ein Maximum an interessanten Filmen ohne irgendwelchen Leerlauf mitnehmen konnte. Ein besonderes Augenmerk legte ich dieses Jahr dabei auf die Spielstätten, um einen nächtlichen Dauerlauf vom Casablanca ins cineK möglichst zu vermeiden. Wie oben geschrieben: Es sollte diesmal alles ruhig und entspannt vonstatten gehen.

Aber wie das immer so ist: Am Ende kommt es dann doch wieder alles ganz anders. So war der Start ins 24. Internationale Filmfest Oldenburg nicht nur ausgesprochen holprig, sondern auch extrem frustrierend, was am unglücklichen Zusammenspiel mehrerer Faktoren lag. Als ich im Möbelhaus Rosenbohm welches nun schon zum dritten mal als Pressezentrum des Filmfests diente, die Karten für die vor mir liegenden Tage holen wollte, musste ich erfahren, dass es für den Film „Never Here“, auf den ich mich sehr gefreut hatte, online zwar keine Karten mehr gäbe, ich aber noch Karten in der Filmfestzentrale im Café Käthe bekommen könnte. Also flugs auf den Weg gemacht. Da ich auf dem Weg zum Café Käthe eh an der Kulturetage (wo das cineK mit zwei Sälen beheimatet ist) vorbei kam, versuchte ich zunächst dort mein Glück. Allerdings teilte man mir dort mit, dass die Kasse noch nicht geöffnet sei und eh noch niemand vom Filmfest-Team da sei. Ich könne aber warten. Na, da also eben zum Café Käthe, wo mich gleich zwei große Ernüchterungen erwarteten: Zum einen gab es auch dort keine Karten für „Never Here“ (die gäbe es nur in der Kulturetage und man wunderte sich, weshalb mir beim Pressecenter gesagt wurde, ich solle mir die Karten hier holen) und zum anderen musste ich erfahren, dass der Film „A Thought of Ecstasy“ von R.P. Kahl, den wir auf seine Eignung für Weird Xperience abklopfen wollten, in der unzensierten Fassung bereits ausverkauft war. Das brachte dann meinen ausgeklügelten Plan mal eben zum Einsturz. Nun im Galopp zurück zur Kulturetage.

Dort angekommen ging erst mal gar nichts, weil der Laptop für den Kartenverkauf nicht funktionierte. Naja, da noch gut eine ¾ Stunde Zeit war, war das ja nicht so schlimm. Doch bald begann die Uhr dann doch langsam runter zu ticken. Die zunächst sehr freundliche, wenn auch in dieser Situation recht hilflose junge Dame vom Filmfest, rief sogar auf meine Bitte irgendwo an, um festzustellen, ob es überhaupt noch Karten gäbe. Ja, es gäbe noch ein Kontingent von sechs Karten, aber da käme sie noch nicht ran – weil ja der Laptop kaputt wäre. Also beschloss ich weiter zu warten und nicht kurzfristig umzudisponieren, was da noch möglich gewesen wäre. Als ein neuer Laptop gebracht und angeschlossen wurde, hieß es dann, diese sechs Karten wären noch nicht freigeben. Dann hieß es plötzlich, die Karten wären für Schauspieler und die Macher des Filmes reserviert, falls die kommen würden. Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass plötzlich sechs Leute, die an „Never Here“ beteiligt waren, auftauchen, geschweige denn so viele überhaupt in Oldenburg wären, war ich noch guter Dinge. Fünf Minuten vor der Vorstellung waren immer noch keine Karten freigeben. Fünf Minuten NACH Vorstellungsbeginn, kam dann ein junger Mann und meinte, das kleine cineK Muvi sei jetzt voll, und es würde keiner mehr reingelassen. Für meinen Wutausbruch möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen, aber das musste da einfach raus, nachdem ich fast eine Stunde geduldig gewartet hatte. Die Leute in der Schlange hinter mir waren über diese Entwicklung der Dinge ebenfalls nicht sonderlich erfreut und recht missmutig. Immer noch stark verärgert nahm ich ein Ticket für den einzigen Film, der nun noch machbar war zu gucken: Der mir gänzlich unbekannte „Morgen“, den ich bei meinen Planungen scheinbar sehr frühzeitig ausgeschlossen hatte und der jetzt im größeren cineK Studio lief.

MORGEN – Nach dieser für mich doch sehr frustrierenden und auch nervenaufreibenden Vorgeschichte, hatte „Morgen“ natürlich erst einmal schlechte Karten. Zumal ich durch den ganzen Ärger auch noch den Filmbeginn verpasst hatte. „Morgen“ wurde von einem fünfköpfigen Regiekollektiv (Amina Krami, Angela Queins, Felix Giese, Jan Gilles und Nola Anwar) gedreht und hat ein ziemlich interessantes Thema. Ein Dorf soll dem Erdboden gleichgemacht werden, da das Gebiet zum Braunkohleabbau gebraucht wird. Das kommt im Ruhrpott wohl tatsächlich häufiger mal vor. Die Bewohner werden dann auf Staatskosten umgesiedelt. Der Film begleitet nun einige Bewohner dieses Dorfes. Das alles ist natürlich auch eine große, kraftvolle Metapher auf das Thema Abschied als solches. Abschied von geliebten Menschen, von Erinnerungen, von der Kindheit, von der Familie.

Die mir bislang unbekannten Schauspielern machten ihre Sache ausgesprochen gut und spielten sehr authentisch. Teilweise fanden die Filmemacher (von denen jeder für einen Erzählstrang verantwortlich war, erst im Schnitt kamen wieder alle zusammen) starke Bilder, die wirklich Kino und kein verkapptes Fernsehen sind. Vor allem muss man hervorheben, dass der Film sehr unaufgeregt und nicht überambitioniert, sondern souverän inszeniert wurde. Allerdings gibt es in „Morgen“ leider auch ein eklatantes Manko. Die Filmemacher scheinen so tief drin in ihren Geschichten und Figuren gewesen zu sein, dass oftmals vergessen haben zu erklären, wer die Figuren sind, denen man hier folgen soll. Auch ihr Verhältnis zueinander wird, ebenso wie ihre Sorgen Weiter lesen 'Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1'»

Das Bloggen der Anderen (23-10-17)

Von , 23. Oktober 2017 19:21

– Der Grund, weshalb es letzte Woche kein „Bloggen der Anderen“ gab war, dass ich mich erst einmal vom Deliria-Italiano-Forentreffen in München erholen musste. Mauritia Mayer vom Blog Schattenlichter war auch dabei und hat einen kleinen Bericht über die Sause geschrieben. Und ferner geht sie auch noch mal etwas detaillierter auf unseren „Überraschungsfilm“ ein.

– Eines der Hauptthemen der letzten Wochen war das ekelhafte Verhalten von Herrn Weinstein. Jetzt melden sich auch die Weinstein-Nutznießer zu Wort und geben sich natürlich betroffen. LZ von screen/read hat sich Quentin Tarantinos Statement vorgekommen und zeigt sich ziemlich angewidert.

– Auch Sonja Hartl von B-Roll beschäftigt sich mit dem Fall Weinstein. Andreas Köhnemann nimmt das Gerne des Bio-Pics näher unter die Lupe und Lucas Barwenczik analysiert das Phänomen des „Kinos gegen politische Korrektheit“.

– Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film hat die Viennale besucht und war hingerissen von Valeska Grisebachs „Western“, während Rainer Kienböck – bis auf ein, zwei Kritikpunkte – Barbara Alberts „Licht“ sehr mochte.

– Letzte Woche lief auf das Filmfest in Braunschweig, zu dem ich es entgegen anderer Pläne dann doch nicht geschafft habe. In der von meinem 35-Millimeter-Kollegen Clemens toll kurierten Reihe „Witches at Midnight“ liefen zwei Filme, die ich bereits letztes Jahr in Oldenburg sehen konnte. Michaline Saxel vom Blog Daumenkino waren da und hat „The Love Witch“ und „The Noonday Witch“ gesehen und war ähnlich angetan, wie ich damals.

– Frédéric Jaeger und Till Kadritzke haben für critic.de auf dem Filmfest Hamburg ein Interview mit Eliza Hittman über ihren Film „Beach Rats“ gesprochen.

– Bald ist Halloween und daher sind Horrorfilme und Horrorthemen auf den Filmblogs sehr präsent. Filmlichtung hat sich wieder einmal in die Filmgeschichte bekannter Gruselgestalten eingearbeitet. Diesmal „Hexen“ und „Zombies“.

– Auf film-rezensionen.de hat Oliver Armknecht viele gute Worte über „The Autopsy of Jane Doe“, der auch anderswo immer wieder gelobt wird.

Robert Zion stellt auf seinem Blog Gordon Hesslers „Cry of the Banshee“ (deutscher Titel: Der Todesschrei der Hexen) von 1970 mit Vincent Price vor.

– Im Rahmen des Horrorctober 2017 schreibt Allesglotzer über den deutschen Vampirfilm „Wir sind die Nacht“, den ich auch immer mal recht gerne schauen wollte. Allerdings ist er nicht besonders begeistert von dem Film.

– Einen absoluten Klassiker des deutschen Horrorfilmes hat sich Schlombies Filmbesprechungen ausgesucht: Murnaus „Nosferatu“.

– Nach so viel Schrecken etwas Sex: Oliver Nöding schreibt auf Remember It for Later über Claude Mulots „Le sexe qui parlé“. Außerdem führt er seine Reihe mit Besprechungen klassischer Godzilla-Filme fort. Diesmal u.a. mit „Frankenstein und die Monster aus dem All“.

– Sascha Schmidt stellt auf Okaeri einen der – wie ich finde – schönsten japanischen Filme überhaupt vor: Takeshi Kitanos „Kikujiros Sommer“.

Vier Films noirs von Joseph H. Lewis gibt es auf dem Magazin des Glücks.

Short Cuts Totale führt seine Ingmar-Bergmann-Retrospektive fort. Diesmal mit „An die Freude“ und „Einen Sommer lang“ von 1950 bzw. 1951.

– Einen Film, den ich in meiner Kindheit sehr geliebt – wenn auch nur einmal gesehen – habe ist „Little Big Man“. Sebastian von Nischenkino kann diese Begeisterung leider nicht so ganz teilen.

– Kein Kino, aber fast. Zeilenkino schreibt über die Stuttgart-Tatorte von Dietrich Brüggemann und Dominik Graf.

Nachruf: Umberto Lenzi (1931-2017)

Von , 20. Oktober 2017 23:37

Vor einigen Wochen hatte ich eine Idee. Ich lasse mir beim Copy Shop um die Ecke ein T-Shirt mit einem Filmplakat-Motiv machen. Meine Wahl fiel auf „Die Viper“, die ich sogar als VHS-Kassette bei mir herumstehen hatte und deren Cover ich leicht scannen und aufhübschen konnte. Die Idee dazu hatte ich, als wir von Weird Xperience im Juni auf dem Schlachthof Open-Air „Die Gewalt bin ich“ gezeigt haben, und ich mir da schon ähnliches als Gag für unsere Einführung gewünscht hätte. „Die Viper“ und „Die Gewalt bin ich“ haben zwei Gemeinsamkeiten: Die Regie führt Umberto Lenzi und die Rolle des Antagonisten hat der Anfang des Jahres verstorbene Tomas Milian übernommen. Als ich mir das T-Shirt dann das erste Mal überstreifte, wusste ich nicht, dass es recht bald ein Gedenken an zwei meiner Helden werden sollte. Nur sieben Monate nach Milian ist gestern, am 19.10.2017 auch Umberto Lenzi gestorben.

Lenzi, der ewig Unterschätzte. Lenzi, dessen Name vor allem für die Filme bekannt ist, die er selber am meisten verabscheute: Seine beiden Kannibalen-Schocker „Lebendig gefressen“ und „Die Rückkehr der Kannibalen“. Ich freue mich sehr, dass Lenzi in den vielen, teils sehr persönlichen, Nachrufen im sozialen Netz nicht auf diese beiden Filme reduziert wird. Sondern, dass vor allem auf seine actionbetonten, mitreißende Polizeifilme hingewiesen wird. Oder seine eleganten Gialli, die immer etwas mehr Bodenhaftung hatten, als die bahnbrechenden Werke von Bava, Argento oder Martino. Am meisten Stolz war Lenzi selber – wie ich einmal aus sehr gut informierter Quelle hörte – auf seine Kriegsfilme, die er Ende der 60er mit großer, internationalen Starbesetzung inszenierte.

Lenzi war ein großartiger Handwerker, der für den Film brannte, wie man nun immer wieder von Leuten ließt, die ihn persönlich kennenlernen durften. Jemand, der in allen Genres daheim war und historische Abenteuerfilme, ebenso wie Eurospy-Filme und Italowestern drehte. Jemand, der in seinen Filmen auch mal etwas wagte – wie bei der 1970 entstanden „Der Mann, den sie Pferd nannten“-Variante „Mondo Cannibale“, dem bitterbösen und tabu-brechenden „Der Berserker“ oder dem in seiner Überdrehtheit schon ins Parodistische gleitende „Labyrinth des Schreckens“. Und jemand, der ein verdammt gutes Auge für rasante Actionsequenzen, vor allem Autoverfolgungsjagden hatte, wie in seinem Polizeifilmen immer wieder eindrucksvoll bewiesen wird.

Dass Lenzi nie denselben Status wie seine seine Kollegen Fulci oder Martino (die je ebenfalls in unterschiedlichen Genres Zuhause waren) erreichte mag einerseits daran liegen, dass seine bekanntesten (weil berüchtigtsten) Filme eben seine späten Kannibalen-Filme (ein Genre, welches selbst unter Horrorfans umstritten ist) und der seltsame Actionfilm-Zombie-Hybrid „Großangriff der Zombies“ war. Letzterer irritiert durch seine sehr eigenwillige Interpretation des Zombie-Mythos (bzw. der „Infizierten“), die allerdings bereits 1980 einen Film wie „28 Days Later“ vorweg nimmt. Aber auch daran, dass Lenzi in der Regel auf viel Schnickschnack und Zierrat verzichtete und seine Geschichten lieber rau und mit Tempo vorantrieb. Er selbst sah sich dabei in der Tradition eines Sam Fuller oder Raoul Walsh.

In den späten 80ern war er ebenso wie sein Kollegen vom Niedergang der italienischen Filmindustrie betroffen. Da reichte es dann nur noch zu einigen niedrig budgetierten TV- und DTV-Produktionen, in denen nut selten das Feuer loderte, welches Lenzis‘ besten Filme ausmachten. Trotzdem gelangen ihm noch einige solide Werke, die sich durchaus sehen lassen konnten, wie „Return of the Hitcher“ oder „Black Zombies“. 1992 drehte er mit „Mean Tricks“ seinen letzten Film, zog sich aus dem Filmgeschäft zurück und begann Kriminalromane zu schreiben, die im Cinecitta der 30er und 40er Jahre spielen. Leider hat es von diesen Büchern bisher keines nach Deutschland geschafft hat. Ein leidenschaftlicher Filmliebhaber ist er aber dem vernehmen nach bis ins hohe Alter geblieben. So schrieb er eine regelmäßige Kolumne in der italienischen Filmzeitschrift „Notturno“, wie Wikipedia weiß. Nun ist er mit 86 Jahren in Rom verstorben.

Blu-ray-Rezension: „The Eyes of My Mother“

Von , 12. Oktober 2017 17:48

Die kleine Francesca (Olivia Bond, später Kika Magalhães) lebt mit ihrer Mutter (Diana Agostini) und ihrem Vater (Paul Nazak) auf einer Farm irgendwo im Nirgendwo, als eines nachmittags – der Vater ist gerade unterwegs – plötzlich ein Fremder (Will Brill) vor dem Haus steht. Was an diesem Nachmittag passiert ist unfassbar grausam. Aber mit diesem Nachmittag fängt alles erst an…

Mit „The Eyes of My Mother“ hat Regie-Debütant Nicolas Pesce auf dem Sundance Festival einen recht anständigen Erfolg gehabt. Kein Wunder, ist doch „The Eyes of My Mother“ einer amerikanischer Indie-Film par excellence. Sehr künstlerisch gemacht, mit dem Blick für schöne Bilder und dem Willen zur Provokation, wobei diese aber nur zartere Gemüter wirklich auf der Bahn werfen dürfte. Nicolas Pesce hält immer die Balance aus einer gewissen Wildheit und einem Hang, es dem Zuschauer dann doch irgendwie erträglich zu machen. Das ist alles nicht schlecht, aber man hat das Gefühl, dass hier mit Blick auf ein typisches Arthouse-Klientel, welches zwar gerne mal schockiert, aber nicht in seinen Grundfesten verstört werden möchte. Da kann man sich dann des Eindrucks der angezogenen Handbremse nicht gänzlich erwehren. Vielleicht hätte etwas weniger Stilwillen und etwas mehr Mut zu einer völligen Befreiung seiner schönen Bilder gut getan. So bleibt der Film zwar trotz seinen teilweise recht unangenehmen Bilder merkwürdig keusch.

Nicolas Pesce arbeitet bei „The Eyes of My Mother“ viel mehr Leerstellen, die immer wieder Unaussprechliches andeuten, es aber vor dem Blick des Zuschauers verstecken. Manche Schnitte überspringen dann auch größere Zeitraume, was zu einem Gefühl der Desorientierung führt. Trotzdem hat man immer das Gefühl, Pesce hätte – vielleicht unbewusst – beim Dreh die Schere im Kopf gehabt, um ein Sektglas-schwenkendes Arthouse-Publikum nicht zu verprellen. Ähnlich wie Danny Boyle bei seinem „wasch mich, aber mach mich nicht nass“-Melodram „Slumdog Millionaire“. Vielleicht hätte sich Pesce da etwas mehr von dem jungen mexikanischen Bilderstürmer Emiliano Rocha Minter abgucken sollen, der gerade mit „We Are the Flesh“ für Furore sorgt und gerade nicht irgendwelche Kompromisse eingeht. Ein echter Tabu-Brecher ist „The Eyes of My Mother“ jedenfalls nicht geworden. Auch wenn der größte Horror immer im Kopf entsteht, hat man dann doch das Gefühl, dass Pesce seine Auslassungen, Andeutungen immer auch als Schlupfwinkel nutzt, um es „nicht so schrecklich schlimm“ werden zu lassen. Stichworte: Kannibalismus, Nekrophilie und sexuelle Ausbeutung. All dies kann man sich denken – oder eben in einer Art Abwehrmechanismus auch nicht. Ideales Futter für Leute, die sich mal hübsch schockieren lassen möchten – aber bloß nicht zu viel.

Man muss Pesce aber zugestehen, dass er am Ende seines Filmes einige bemerkenswerte Bilder findet, die nicht nur an guten J-Horror (den modernen japanischen Horrorfilm seit „Ring“) erinnert, und seine Geschichte zu einem konsequenten Ende zu führen. Gerade in den Momenten, in denen Pesce nicht halbherzige Geschmacklosigkeiten ausprobiert, sondern sich ganz auf seine umwerfende Hauptdarstellerin Kika Magalhães konzentriert und in ihre Gefühlswelt eintaucht, wird „The Eyes of My Mother“ sehr stark. Und selbstverständlich muss man Pesce und seinem Kameramann Zach Kuperstein attestieren, dass sie einen sehr guten Blick für Bilder und vor allem Ausstattung haben. Das zeitlose Haus in dem Francesca lebt, ist ein förmlich der zweite Hauptdarsteller in diesem Film. Optisch sieht „The Eyes of My Mother“ einfach wunderschön aus, auch wenn vielleicht eine grobschlächtigere, realistischere Bildgestaltung eine noch stärkere Wirkung erzählt hätte. Hier stehen die attraktiven Bilder zwar in einem angenehmen Kontrast zum Inhalt, schwächen diesen aber auch etwas ab, da der Zuschauer auf eine artifizielle Ebene gelockt wird.

Am Ende dieser Besprechung möchte ich noch etwas ergänzen. Diese Review der Blu-ray hatte ich schon vor einigen Wochen geschrieben und lasse sie auch so stehen, da sie meinen ersten Eindruck des Filmes widerspiegelt. Vor einigen Tagen hatte ich allerdings das Vergnügen „The Eyes of My Mother“ ein zweites Mal, diesmal im Kino, zu sehen und muss diesen ersten Eindruck leicht revidieren. Im dunklen Saal und auf der großen Leinwand entwickelt der Film noch einmal eine ganz andere Kraft, die einen – im Zusammenspiel mit einem fantastischen Sounddesign – doch weitaus mehr in den Sitz drückt, als es bei der „Sofa-Session“ der Fall war. Auch kam mir der Film hier sehr viel unangenehmer vor, als bei der ersten Begutachtung vor dem Fernseher. Ob es nun daran liegt, dass man als Zuschauer dem Film im dunklen Kinosaal sehr viel mehr „ausgeliefert“ ist, dass man auf der Leinwand mehr garstige Details entdeckt oder generell die Erwartung aufgrund des Vorwissens eine andere war, kann ich nicht sagen. Tatsache ist aber, dass „The Eyes for My Mother“ ein Film ist, den man unbedingt im Kino gesehen haben sollte. Schade, dass bei uns in Bremen gerade mal eine Handvoll Zuschauer diese Chance wahrnahmen.

„The Eyes of My Mother“ ist ein in prächtig-elegante Bilder gehüllter Film, bei dem man allerdings das Gefühl hat, dass einiges an Potential auf der Strecke bliebt, da er sich eher nach dem typischen Indie-Sundance-Publikum ausrichtet, anstatt ungebremst durchzuziehen. Nichtsdestotrotz hat der Film einige erinnerungswürdige Momenten, die vor allen vor der wundervollen Hauptdarstellerin Kika Magalhães und den eleganten, wenn auch künstlichen Bilderwelten des Kameramanns Zach Kuperstein getragen werden.

Die Bluray aus dem Hause Bildstörung lässt das Bild in all seiner Pracht erstrahlen. Die Qualität der schwarz-weiß Bilder ist makellos. Auch der Ton ist klar und sehr gut verständlich, die Untertitel hervorragend lesbar und gut übersetzt. Auch im Bonusbereich wird der von Bildstörung gesetzte hohe Standard gehalten. Neben einem Audiokommentar mit Regisseur Nicolas Pesce gibt es noch ein einstündiges, hochspannendes Interview mit dem Regisseur. Weitere Extras sind die dreiminütige „Behind the Scenes Galerie“ und das Musikvideo „Out of Touch“ von Iyves, bei dem Pesce bereits 2014 mit Kika Magalhães und Zach Kuperstein zusammenarbeitete. Nicht zu vergessen: Es gibt auch ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch.

Das Bloggen der Anderen (09-10-17)

Von , 9. Oktober 2017 17:25

– Für jemanden wie mich, der eine immer wieder unter Zuschauermangel leidende Filmreihe mitbetreut ist der Artikel über Chancen und Risiken eines „Abo-Systems“ der Kinos, den Lucas Barwenczik auf B-Roll veröffentlicht hat, ausgesprochen interessant. Für andere aber sicherlich auch. Olga Galicka hingegen nimmt sich des neuen russischen Kinos an.

– Patrick Holzapfel setzt sich sehr persönlich und ausführlich auf Jugend ohne Film mit Hong Sang-soos Film „On the Beach at Night Alone“ auseinander, während sich Rainer Kienböck weiterhin mit dem Werk Ruth Beckermanns auseinandersetzt.

– Der Kinogucker erinnert kurz an die 1980 erstmals erschienene „Filme – Neues und Altes vom Kino“, die es nur 13 Ausgaben lang gab.

– Gute und empfehlenswerte Kinderfilme zu finden ist gar nicht einfach. Darum freue ich mich immer, wenn Rochus Wolff auf seinem Blog Kinderfilmblog einen neuen Film vorstellt. Diesmal zeigt er sich begeistert von: „Captain Underpants – Der supertolle erste Film“.

Filmlichtung hat sich sehr viel Mühe gegeben und eine Geschichte des Vampirs im Film zusammengetragen.

– Apropos Horror: Volker Schönenberger bespricht auf Die Nacht der lebenden Texte einen meiner liebsten und merkwürdigsten Horrorfilme der frühen 70er: „Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse“ – garantiert ohne Mabuse, dafür mit Vincent Price, Peter Cushing und Christopher Lee.

– Endlich mal etwas Neues von Sascha. Seine Seltsamen Filme des Herrn Nolte widmen sich diesmal einem recht unbekannten und raren Horrorfilm des französischen Pornofilm-Regisseurs Francis Leroi: „Der Dämon der Insel“, immerhin mit Jean-Claude Brialy. Interessanterweise wurde mir der Film kürzlich auch an anderer Stelle sehr ans Herz gelegt.

– Lukas Forester beschäftigt sich auf Dirty Laundry mit dem Hongkong—Kino jenseits der bekannten Martial-Arts-Filme. „The Lady Hermit“ vom großartigen Ho Meng Hua hat es postendend auf meine „Suchliste“ geschafft. Und „The Boxer’s Omen“ von Kuei Chi Hung, hat ja vor kurzem auch Oliver Nöding empfohlen.

– Oliver selber setzt sich auf Remember It For Later weiterhin mit Hisayasu Satō auseinander und bespricht dessen berüchtigten „Lolita vib-zeme“ aka „Lolita Vibrator Torture“.

– Sebastian schreibt auf Nischenkino über „The Prisoner“, der hier als Jackie-Chan-Film beworben wird, obwohl der Superstar nur eine kleine Rolle hat. Trotzdem gehört „The Prisoner“ seit eher zu meinen liebsten guilty pleasures.

Das Bloggen der Anderen (02-10-17)

Von , 2. Oktober 2017 13:03

– Vor zwei Wochen war ich auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg (Bericht folgt noch). Auf film-rezensionen.de habe ich ja jetzt einige Filme gefunden, die in Oldenburg liefen. Der tolle „Spit ’n‘ Split“ lief auch auf dem /slash-Filmdestival, „Winter Brothers“ auf dem Film Festival Colonge und „The Nile Hilton Affäre“ erhält demnächst einen deutschen Kinostart. Ferner empfiehlt Oliver Armknecht den österreichisch-deutschen Horrorfilm „Hagazussa“, der im 15. Jahrhundert spielt. Der ist schon mal vorgemerkt.

– Derzeit findet auch das Filmfestival San Sebastián statt, wo Andreas Köhnemann für B-Roll einige interessante Filme sehen konnte. U.a. den lang erwarteten „The Disaster Artist“ von und mit James Franco über die Dreharbeiten zum legendären „The Room“. Von dem sehr vielversprechend klingenden „Marrowbone“ von Sergio G. Sánchez, Barbara Albrechts „Licht“ und Robert Schwentkes Deutschland-Comeback „Der Hauptmann“ („ein kinematografisches Biest in Schwarz-Weiß“), ist Andreas Köhnemann ebenfalls sehr begeisterte. Lucas Barwenczik schreibt über Hollwoods ewige Krise, seine teuren Flops und wie sich die junge Talente für teure Blockbuster zu verpflichten, sich wieder umgekehrt hat.

– Sascha Schmidt stellt Okaeri das Ghibli Museum Tokio vor.

Filmlichtung hat einen Artikel über die Geschichte des „Filmen übers Filme“ geschrieben.

– Simon Wiener fragt auf Jugend ohne Film: „Mögen wir Filme nur dann, wenn wir uns selbst darin wiedererkennen? Gibt es überhaupt Filme, in denen wir uns nicht wiedererkennen?“

– Morgen Luft legt auf Cinematographic Tides dar, weshalb Ingmar Bergmans „Persona“ für sie ein ganz besonderer Film ist.

– Mauritia Mayers erste Sichtung von „The Vvitch“ stand unter keinem guten Stern. Beim zweiten Mal war es schon erfolgreicher und da erinnert sie der Film an Brunello Rondis „Il demonio“, wie sie auf Schattenlichter berichtet.

– DeDavid von den Drei Cineasten bespricht den Film „A Ghost Story“, dessen Trailer bereits meine Neugier geweckt hatte.

– Auf critic.de hat sich Michael Kienzl dem Film „Raw“ angenommen, über den ich auch schon anderswo gelesen hatte und der mir ein bisschen Angst macht.

– Achtung! Schmuddelalarm! Totalschaden schreibt auf Splattertrash über den zweiten Teil der „Lass jucken, Kumpel“-Saga und ist begeistert, wie „Das Bullenkloster“ mit „Bravour, Lokalkolorit und Schmuddelei zu einem schwungvollen Ganzen verbindet“.

– Bluntwolf bezeichnet auf Nischenkino den mir bisher unbekannten „König der Shaolin“ als „einen der besten Shaw Brothers-Filme“. „Spaßig, effizient in Punkto Tempo und letztlich höchst beeindruckend“. Meine Neugier ist geweckt.

– Oliver Nöding von Remember It For Later hat einen schönen Text über den ersten „Godzilla“-Film geschrieben. Dann ist er gleich in Japan geblieben und stellt das Kino Hisayasu Satōs vor.

– Eine kurze Geschichte noch. Ich habe ja nichts dagegen, wenn Blogs Werbung auf ihrer Seite platzieren, aber was ich diese Woche gesehen habe, das geht gar nicht. Ohne jetzt einen Namen zu nennen, muss ich mal eben Luft ablassen. Ein Filmblog, den ich regelmäßig beobachte und wohl bestimmt irgendwann mal verlinkt habe, machte mich mit einem Artikel über Videopiraterie und deren Einfluss auf die Filmwirtschaft neugierig. Nach einigem oberflächlichen Blah-blah-blah wurden ohne Übergang im zweiten Absatz plötzlich Online Casinos gelobt – inklusive Link natürlich – bevor es dann weiter mit irgendwelchem völlig belanglosen Krams bezüglich der Umsätze der Filmindustrie weiterging. Ziemlich offensichtlich hatte der Blogger hier von jenen Angeboten Gebrauch gemacht, die auch mir regelmäßig das Postfach verstopfen und dann umgehend gelöscht werden. Solche nämlich, die gegen Geld irgendwelche von einer Agentur geschriebenen Artikel inklusive Links zum Kunden bei einem platzieren wollen. Kann jeder halten wie er will, aber solche von irgendwelchen Agenturen schnell zusammen geschusterten Werbedinger dann als „echten“ Blogger-Artikel zu verkaufen, finde ich schlimm. Ich habe dann auf dem besagten Blog noch weiter geguckt und weitere Artikel gefunden, die nur scheinbar filmrelevant sind, dann aber doch (mehr oder weniger) versteckt für Online-Spielautomaten oder Pizza-Bringdienste warben. Ich habe den Blog jetzt von meiner Liste gestrichen und werde das in ähnlichen Fällen auch in Zukunft so halten. Wie gesagt: Nix gegen Werbung – aber das so etwas für mich in erster Linie grobes Verarschen der Leser.

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