Blu-ray-Rezension: „“The Twilight Zone – Die gesamte vierte Staffel”

Von , 30. August 2015 13:56

twilightzone4Das vierte Jahr sollte für die „Twilight Zone“ ein schwieriges werden. Ein letztes Mal wurde das berühmte Intro geändert, welches ab jetzt lautete: „You unlock this door with the key of imagination. Beyond it is another dimension: a dimension of sound, a dimension of sight, a dimension of mind. You’re moving into a land of both shadow and substance, of things and ideas; you’ve just crossed over into the Twilight Zone.“ Der produzierende Sender CBS beschloss, die vierte Staffel als Ersatz für die Comedy-Serie „Fair Exchange“ zu nutzen. Diese lief allerdings eine Stunde (inklusive Werbung), als doppelt so lang wie eine „Twilight Zone“-Folge. Dies hatte zwei Konsequenzen: Es wurden nur 18 statt wie sonst über 30 Folgen produziert. Und auch die „Twilight Zone“ hatte nun eine Stunde zu laufen, um den freiwerdenden Sendeplatz auszufüllen. Eine Entscheidung, die beim Schöpfer, Moderator und Hauptautoren der Sendung gar nicht gut ankam. Schon früh beschwerte er sich darüber, dass die einzelnen Folgen nun mit „Seifenopern-Elementen“ auf Länge gebracht werden müssten, und der Zuschauer in der ersten Viertelstunde gar nicht wüsste, ober nun die „Twilight Zone“ oder eine populäre Drama-Serie sehen würde. Und tatsächlich bekam die längere Laufzeit der Sendung nicht besonders. Dies ist vor allem in den ersten Folgen der vierten Staffel sehr offensichtlich. Während sich die erste Folge noch gut schlägt, leiden insbesondere die beiden folgenden Episoden sehr unter zu viel Laufzeit.

In „In His Image“ (Wie ein Spiegelbild, Folge 103), der ersten Folge der vierten Staffel geht es um ein typisches „Twilight Zone“-Thema. Ein Mann kehrt mit seiner Verlobten in seine Heimatstadt zurück. Dort scheint nicht nur die Zeit plötzlich 20 Jahre nach vorne gesprungen zu sein, es erinnert sich auch niemand mehr an ihn. Im Haus seiner Tante wohnt ein fremder Mann und die Gräber seiner Eltern sind auf dem Friedhof verschwunden. Um die Nettospielzeit von knapp über 50 Minuten zu füllen,wird dies alles sehr ausführlich erzählt. Ein guter Plot-Twist im letzten Drittel bringt aber wieder Tempo in die Geschichte und ermöglicht es dem fantastischen Hauptdarsteller George Grizzard noch einmal sein ganzes Können zu zeigen. Sieht man seine charismatische und fesselnde Darstellung in „Wie ein Spiegelbild., fragt man sich, warum George Grizzard kein Name ist, den man heute noch kennt.

In der zweiten Folge „The Thirty-Fathom Grave“ (Die Tiefe, Folge 104) können die Auswirkungen der längeren Laufzeit nicht mehr verdeckt werden. Die Geschichte um ein Kriegsschiff, welches mitten auf dem Atlantik plötzlich Kopfzeichen aus einem lange versunkenen U-Boot vernimmt, ist nett und perfekt für 25 Minuten. Gestreckt auf eine Stunde fängt die Geschichte, trotz einiger guten Szenen und Einfälle, an zu nerven. Denn die Auflösung liegt spätestens der Hälfte klar auf der Hand und es erstaunt, weshalb niemand von den handelnden Personen schon viel früher darauf kommt. So ist die „Überraschung“ am Ende nur noch die lange herbeigesehnte Bestätigung dessen, was man eh schon weiß. Ähnlich verhält es sich mit „Valley of the Shadow“ (Das Tal der Schatten, Folge 105), die wieder eine altbekannte Geschichte – Mann verirrt sich in ein geheimnisvolles Dorf in dem jeder Bewohner Teil eines großen Geheimnisses zu sein scheint – nur eben in der doppelten Zeit wie zuvor. Trotz wiederum guter Einfälle und Schauspieler, dauert es viel zu lange, bis die Geschichte endlich auf den Punkt kommt und sie enthält auch viel zu viele genaue Erklärungen, was in der merkwürdigen Stadt los ist.

Erst mit der vierten Folge, „He’s Alive„( Er ist zurück, Folge 106), scheint sich die vierte Staffel gefunden zu haben. Die Handlung um einen jungen Mann mit Minderwertigkeitskomplexen, der alles versucht, um sich an die Spitze einer kleinen Nazi-Gruppe in einer amerikanischen Stadt zu setzen, nutzt das mehr an Spielzeit effektiv, um die Geschichte langsam und nachvollziehbar aufzubauen, und den einzelnen Figuren Tiefe zu verleihen. Dabei profitiert „He’s Alive“ von der intensiven Darstellung eines blutjungen Dennis Hopper, der den jungen Nazi spielt. Zudem verzichtet Serling in dieser Episode, die im scheinbar sehr am Herzen lag, weitgehend auf phantastische Elemente. Diese kommen eher allegorisch zum Tragen.

In der vierten Staffel gab es keine Klassiker, an die man sich besonders erinnert oder die auf den Bestenlisten der Fans auftauchen. Dabei hätte dort durchaus die Folge „On Thursday We Leave for Home“ (Gestrandet, Folge 118) hingehört. Ein großartiger James Whitmore spielt „Captain“ Benteen, den Anführer einer Gruppe von Erd-Aussiedlern, die vor 30 Jahren der Erde den Rücken gekehrt haben, um auf einem anderen Planeten eine neue, bessere Welt zu schaffen. Dummerweise sind sie auf einem extrem unwirtlichen Planeten gelandet. Als nach 30 Jahren tatsächlich das von allen ersehnte Raumschiff kommt, um sie wieder zur Erde holen, merkt Benteen schnell, dass seine über die Jahre aufgebaute Autorität und sein fast gottgleicher Status rasch schwinden. Verzweifelt versucht er, seine Leute davon zu überzeugen, dass alles so bleiben soll, wie es ist. Der „Diktator“ wird hier nicht als Unhold gezeichnet und man kann seine Gefühle nachvollziehen, ohne seine Einstellungen gut zu heißen. Autor Rod Serling hielt „On Thursday We Leave For Home“ für die effektvollste Folge der vierten Staffel, und man kann ihm da recht geben.

Die letzte Folge der vierten Staffel , „The Bard“ (Der Barde, Folge 120) ist dann eine satirische Abrechnung Serlings mit dem TV-Betrieb. Ein hoffnungslos untalentierter Autor versucht hartnäckig, seine immer gleichen Drehbücher an den Mann zu bringen. Eines Tages gelingt es ihm mithilfe schwarzer Magie, Wilhelm Shakespeare ins Leben zurückzuholen und diesen als wortwörtlichen „Ghostwriter“ zu nutzen. Tatsächlich wird sein neues Drehbuch ein Erfolg, auch wenn der Sponsor der Fernsehsendung zahlreiche Änderungen vornehmen lässt. Vor den überzogenen Forderungen der Geldgeber ist nämlich selbst ein Shakespeare nicht gefeit. Serling legt diese letzte Episode der vierten Staffel ganz klar als überdrehten Klamauk an. Immer wieder werden die Taten der handelnden Personen über die slapstickhafte Musik kommentiert. Jack Weston gibt eine gnadenlos überzogene Darstellung des großmäuligen Verlierers Julius Moomer und Burt Reynolds taucht kurz auf, um eine solch bösartige Parodie auf Marlon Brando abzuliefern, dass man das „Original“ beinah wutschnaubend vor dem Fernseher sitzen sehen kann. Allein Hitchcock-Stammschauspieler John Williams behält als wiederauferstandener William Shakespeare seine Würde und würzt seinen Auftritt mit feiner Ironie.

Nach nur 18 Folgen endete die vierte Staffel und man hatte etwas gelernt: In der fünften und letzten Staffel kehrte man zu bekannten Halbstunden-Format zurück.

Die Qualität der Blu-rays beeindruckt wieder nachhaltig. Die schwarz-weiße Bilder wirken teilweise schon plastisch. Die 18 Folgen der vierten Staffel verteilen sich auf 6 Blu-rays. Die Folgen werden, wie in den Staffeln zuvor, wieder fast immer von einem oder gleich mehreren Audiokommentaren begleitet und man kann sich – seltsamerweise bis auf die letzten drei Folgen – die Musikspur isoliert anhören. Die sonstigen Extras befinden sich auf der sechsten Blu-ray und beinhalten Radiohörspiele nach Folgen der vierten Staffel, Interviews, Werbespots mit Rod Serling und einen Sketch aus „Saturday Night Live“ von 1979, in dem Dan Aykroyd eine perfekte Rod Serling-Imitation gibt. Da die vierte Staffel zuvor nie in Deutschland gezeigt wurde, gibt es auch keine Synchronisation. Alle Folgen liegen im Original mit deutschen (manchmal leider etwas fehlerhaften) Untertiteln vor.

„24 Std. Filmfest Bremen“ am 4./5. September im Cinemaxx

Von , 26. August 2015 23:53

105493Am vergangenen Sonntag kam ich zufällig an einem großen Plakat vorbei, auf dem „24 Stunden Filmfest Bremen“ stand. Ich gebe zu, da blieb mein Herz kurz stehen. Sollte sich hier tatsächlich ein Filmfest wie in Hamburg, Oldenburg, Osnabrück, Braunschweig, Lübeck oder Emden (um nur mal ein paar zu nennen, die im Gegensatz zu unserer geliebten Hansestadt ein Filmfest auf die Beine stellen) etablieren wollen? Und warum zur Hölle weiß ich da nichts von?

Zuhause wurde gleich mal die alte Tante Google angeworfen und siehe da, es gibt eine Homepage (www.filmfestbremen.de) auf der ein „Erstes Filmfest Bremen“ angekündigt wird, welches 24 Stunden vom 4. bis zum 5. September im Bremer Cinemaxx stattfindet. Mit den oben genannten Filmfesten hat dies aber eher wenig zu tun. Hier wird „BREMER“ groß geschrieben, weniger „Filmfest“. Dies spiegelt sich schon in der Beschreibung auf der Homepage wieder: „Das 1. Filmfest Bremen: der 24 Stunden-Filmmarathon. In Bremen. Über Bremen. Von Bremern. Für Bremer. Eine ganztägige Tour de Force durch das filmische Schaffen in der Hansestadt. Quer durch alle Genres und verschiedene Jahrzehnte. Gespickt mit bekannten Gästen. Mit Anekdoten über die lokale Filmhistorie. Und einem eigenen Kurzfilmwettbewerb. “. D.h., es werden „Spiel- und Dokumentarfilme, Genre- und Kurzfilme, ebenso wie aktuelle Produktionen für Kino und Fernsehen mit Klassikern der Bremischen Filmgeschichte und Nachwuchsarbeiten“ gezeigt.

Das klingt schon mal sehr spannend. Ein Blick auf den Spielplan relativiert die Aussage „Klassiker der Bremischen Filmgeschichte“ und „Quer durch verschiedene Jahrzehnte“. Große Produktionen wie der 1964 in Bremen gedrehte „Der Boss hat sich was ausgedacht“ mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg und Gert Fröbe fehlt hier genauso wie „Ich bin ein Elefant, Madame“ von Zadek, Fassbinders „Bremer Freiheit“, „Meines Vaters Pferde“ mit Curd Jürgens oder zumindest „Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin.

Das Gros der Filme sind Dokumentarfilme mit Bezug zu Bremen, zumeist aus dem Themenbereich Musik. An Spielfilmen habe ich lediglich „Summertime Blues“ von 2009 entdeckt. In dem Film von Marie Reich geht es um einen Teenager, der nach der Scheidung seiner Eltern mit seiner Mutter nach England zieht. Immerhin eine Co-Produktion mit Bremedia. Ausserdem wird ein 45-minütiger Horrorfilm von Daniel Flügger gezeigt: „Dead Past“ von 2010. Außerdem gibt es noch eine „Lange Nacht der Künste“, die mit Arbeiten der Hochschule für Künste bestritten wird, ein „Talent Corner“ mit Nachwuchsarbeiten, Bremer Kurzfilme und einen Wettbewerb.

Bei diesem Wettbewerb müssen die Teilnehmer innerhalb von 48 Stunden Kurzfilme bis max. 5 Minuten Länge zu einem vorgegebenen Motto erstellen. Der Film muss auf jeden Falle einen Bezug zu Bremen haben. Sei es Drehort, Wohnsitz der Filmemacher oder Inhalt des Films. Alle Genres sind willkommen. Die Bekanntgabe des diesjährigen Mottos erfolgt am Donnerstag, den 03.09.2015 um 15 Uhr auf www.filmfestbremen.com. Die fertigen Filme werden am Samstagnachmittag (05.09.) im Festival-Kino uraufgeführt. Über die Gewinner entscheiden eine Fachjury und das Publikum per Abstimmung, sowohl im Kinosaal als später auch online. Anmelden kann man sich auf der oben genannten Homepage.

Insgesamt als eine gute Sache, wenn auch nicht das, was ich mir jetzt unter einem „Bremer Filmfest“ vorgestellt hätte. Trotzdem ist es sehr schön, dass hier überhaupt mal was passiert, und ich wünsche den Veranstaltern und allen Teilnehmern alles Gute und großen Zulauf.

Blu-ray-Rezension: “Das Todeslied des Shaolin”

Von , 25. August 2015 21:31

todesliedshaolinEnde des 19. Jahrhunderts: China steht unter dem Einfluss Japans. Der Kaiser ist schwach und soll nach Willen der Japaner durch einen ihnen genehmen Nachfolger ersetzt werden. Aus diesem Grund schickt Japan Kizu (Sit Hon) und Sheila (Cheung Ying Shen) nach China, um dort Kontakt mit General Tso aufzunehmen, der von Japan als Thronfolger auserkoren wurde. Doch Kizus und Sheilas Mission wird immer wieder durch den schier unbesiegbar erscheinenden Kämpfer Chin Lung (Jimmy Wang Yu) sabotiert. Also engagieren Kizu und Sheila verschiedene Kämpfer, um Chin Lung auszuschalten. Doch erst der mit modernen Pistolen ausgestattete Sau Pai-lung (Lung Fei) erweist sich als echte Gefahr für Chin Lung…

Jimmy Wang Yu ist ein Phänomen. Mitte der 60er Jahre stieg er kometenhaft zum Superstar des Hongkong-Kinos auf. Nach ersten Erfolgen wie beispielsweise in dem wegweisenden Martial-Arts-Film „ Der Tempel des roten Lotus“ wurde er von dem Shaw Brothers Studio, zum zu ihrem Star aufgebaut. 1968 schlüpfte er dann in die Rolle, die in endgültig an die Spitze katapultieren sollte und ihm gleichzeitig wie auf den Leib geschneidert war: Der einarmige Schwertkämpfer in „Das goldene Schwert des Königstigers“. Hier konnte auf sehr kreative Weise ein Manko beseitigt werden, welches Wang Yu von seinen Mitkonkurrenten unterschied. Während diese die Kampfkunst von der Pike an gelernt hatten, kam Wang Yu von einer anderen Sportdisziplin. Er war vor seiner Filmkarriere Schwimmer gewesen. Dass er nicht ganz die einzigartigen Fähigkeiten eines Ti Lung oder David Chiang (die beide nach ihm auf der Bildfläche erschienen) mitbrachte, konnte nicht nur durch geschickte Kameraarbeit, sondern auch den Umstand, dass er mit nur einem Arm kämpfte, erklärt werden. In den folgenden Jahren sollte Wang Yu sehr häufig zu dieser Rolle oder Rollenvarianten zurückkehren und darin sogar einmal gegen den berühmten blinden Samurai Zatoichi antreten.

In „Das Todeslied der Shaolin“ besitzt Wang Yus Charakter zwar beide Arme, vermeidet aber große Kampfszenen Mann gegen Mann. Vielmehr springt er meterhoch durch die Gegend, fängt Dinge auf und schleudert diese mit tödlicher Präzision auf den Feind zurück. Am Ende bleibt er – egal wer der Gegner ist – der lachende Sieger. Einmal steht er sogar lächelnd auf der Spitze eines gigantischen Speers, den sein Widersacher in der Hand hält. Generell zeichnen sich Wang Yus Filme durch ein wunderbares Sammelsurium grotesker Kämpfer und Waffen aus. Dies war so schon in seiner ersten Regiearbeit „The Chinese Boxer“ (Deutscher Titel: „Wang Yu – Sein Schlag war tödlich“) – als dessen Fortsetzung dieser Film unter dem Titel „The Return of the Chinese Boxer“ in den USA vermarktet wurde – der Fall und erst recht in seinem 1976 entstanden Klassiker „Duell der Giganten“, welcher es insbesondere Quentin Tarantino angetan haben dürfte, da dieser den Film exzessiv in seinen „Kill Bill“-Filmen musikalisch und visuell zitiert. Auch „Das Todeslied des Shaolin“ kann mit einem ganzen Panoptikum skurriler Gestalten aufwarten.

Neben den pistolen-schwingenden Antagonisten, den Ninjas und dem am ganzen Leib mit Wurfmesser ausgestatteten Helfer der bösen Sheila, sind dies vor allem drei Zombie-Kämpfer. Diese wurden mit schwarzer Magie aus dem Reich der Toten zurück in ihre verrottenden Kadaver geholt und treten nun in einer äußerst denkwürdigen Szene gegen den Helden an. Aber auch die Waffen sind überdimensioniert. So gibt es eine Pistole mit scheinbar unendlich vielen, langen Läufen, den bereits erwähnten überdimensionierten Speer und noch zahlreiche andere Waffen, die beinahe wie Parodien wirken. Stahlkrallen, Sicheln mit explosiven Ketten und noch vieles mehr. Man kommt aus dem Staunen kaum noch heraus. Dabei geht diese Lust des Zeigens zulasten einer stringent erzählten Geschichte. Diese ist eh schon sehr dünn und wenig mehr als ein Vorwand, Jimmy Wang Yu und seine Mitstreiter in Aktion zu erleben. Doch Wang Yu kümmert sich auch nicht weiter darum, sondern geht sogar so weit, den Film durch eine völlig unnötige Rückblende zu unterbrechen, welche die Erzählung über einen Kampfwettbewerb bebildert, der für die eigentlichen Handlung des Filmes aber von keinerlei Belang ist.

In dieser merkwürdigen Sequenz geht es um eine Gestalt namens Yin Feng, die als unbesiegbarer Kämpfer angepriesen wird und später gegen Wang Yu antreten wird. Das Unorthodoxe an der ganzen Episode ist es, dass die Japanerin Sheila und den von ihm gewonnen Wettbewerb nur nebenbei erwähnt, worauf hin dieses Turnier dann aber viele Minuten lang in aller Ausführlichkeit gezeigt wird. Als die Episode zu ende ist, wird das gerade gesehene von der Erzählenden dahingehend kommentiert, dass sie plötzlich einen weiteren potentiellen Helfer für den Kampf gegen den von Wang Yu gespielten Chin Lung aus dem Hut zaubert. Die beiden machen sich sogleich auf diese Suche nach diesem noch besseren Kämpfer, ohne dass Yin Feng noch einmal erwähnt wird. Trotzdem taucht Yin Feng später dann noch einmal recht unmotiviert auf, wird aber dem Ruf, den die Geschichte um den Wettbewerb aufgebaut hatte, nicht im mindesten gerecht. Er flieht feige vor Chin Lung und begeht schließlich einen recht dilettantisch wirkenden Selbstmord. Entweder wollte der Regisseur Wang Yu seine eigene Figur Chin Lung damit noch einmal kräftig überhöhen oder auf subtilen Weise andeuten, dass man nicht alles glauben soll, was man über Andere hört. Wang Yus durchaus schwierigen Charakter im Hinterkopf habend, ist letzteres aber eher unwahrscheinlich.

So bleibt es dann Lung Fei als Pistolenmann Sau Pai-lung überlassen, einzig ebenbürtiger Gegner Chin Lungs zu sein. Wobei seine Gleichwertigkeit nur mithilfe seiner Schusswaffen hergestellt wird. Was zu einem wundervollen Finale führt, in dem Sau Pai-lung unseren Helden in einer riesigen Scheune sucht, welche von oben bis unten mit Chin Lung-Puppen voll gestellt ist. Eine hübsch einfallsreiche Variation des Spiegelmotivs aus Orson Welles „Die Lady von Shanghai“ oder natürlich auch dem bahnbrechenden Bruce-Lee-Klassiker „Der Mann mit der Todeskralle“. Besonders effektiv ist hierbei der seltsam-unheimliche Dampf geraten, der den Puppen im Augenblick ihres „Todes“ entweicht. Diesem gelungenen Finale folgt dann noch ein eher unspektakulärer und mittlerweile auch ziemlich egaler Appendix, der noch einmal die Ziellosigkeit des Drehbuchs unterstreicht. Aber auch hier gilt, die Schauwerte – in diesem Fall eine schöne Frau beim Schwerttanz, entschuldigen für diese Holprigkeiten.

Trotz einer dünnen Story und eines katastrophal konstruierten Drehbuchs macht Jimmy Wang Yus Ego-Show „Das Todeslied des Shaolin“ eine ganze Menge Spaß, da der Film mit bizarren Ideen und Bildern vollgestopft wird, die die Augen eines jedem, der Sinn für bunten Wahnsinn hat, zum Leuchten bringen.

Die Blu-ray us dem Hause filmArt präsentiert den Film ungekürzt in glorreichem Widescreen. Die Qualität des Bildes schwankt dabei von sehr gut bis okay. Wobei letzteres auch am Kameramann liegen kann, der scheinbar an einigen Stellen vergaß, wo man den Fokus einstellt. Lediglich die Titelsequenz fällt etwas ab und ist offensichtlich von einer schon sehr verbrauchten deutschen Kinorolle gezogen worden. Der Film liegt in Deutsch und Englisch vor. Die Originaltonspur fehlt somit leider. Die deutsche Synchronisation aus dem Hause Schier ist zwar preisgünstig, aber professionell und mit den typischen 70er-Eigenheiten gespickt. Der englischen Fassung ist sie haushoch überlegen. Extras gibt es bis auf die obligatorischen Trailer leider keine, dafür aber ein informatives – wenn auch manchmal leider etwas ungelenk formuliertes – Booklet von Frank Faltin.

Das Bloggen der Anderen (24-08-15)

Von , 24. August 2015 21:37

bartonfink_type2– Das war jetzt überraschend. Mauritia Meyer hat auf Schattenlichter einige Impressionen von apulischen Filmdrehorten gepostet. Und siehe da, verschüttete Erinnerungen stiegen in mir auf. Dort war ich doch in den späten 70er Jahren als kleiner Knirps und verbrachte in Apulien wunderschöne Urlaube mit meinen Eltern. Die Trullis, das Castel del Monte. Fast vergessen und nun wieder da vor meinem geistigen Auge. Dann muss ich mir mal die dazugehörigen Filme besorgen. D.h. „“Die Killer der Apokalypse“ liegt hier auch schon irgendwo…

– Ein Déjà-vu der anderen Art ist Udo Rotenbergs Besprechung des Filmes „Verführung am Meer“ von Jovan Zivanovic. Eben jener wurde nämlich vor wenigen Wochen auch auf Whoknows presents besprochen. Nichtsdestotrotz ist natürlich auch Udos Rezension auf Grün ist die Heide nicht nur als Ergänzung sehr lesenswert.

– Ebenso wie seine Vorstellung des Filmes „Totò in der Hölle“ auf L’amore in cittá. Der in Italien extrem populäre und in den 40 bis 60er Jahren auch sehr umtriebige Totò ist hierzulande ja fast völlig unbekannt, wenn er nicht von beispielsweise Pasolini eingesetzt wurde. Zweit also, sich diesem Thema einmal zu widmen.

– Heute ebenfalls fast vergessen ist Adrian Lynchs stilbildenden 80er-Jahre-Erotikfilm „9 ½ Wochen“, der dafür verantwortlich war, dass Kim Basinger so manchem den Schlaf raubte und Joe Cockers „You Can Leave Your Head On“ zum abgenüdelten Striptease-Standard wurde. Das Soundtrack-Album hatte ich damals sogar. Oliver Nöding hat ihn auf Remember It For Later wiedergesehen. Außerdem: Steve McQueen und Dustin Hoffman in „Papillion“.

– Sascha hat Wim Wenders 4-Stunden-Epos „Bis ans Ende der Welt“ gesehen und verrät auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte, warum es ihn nicht gepackt hat.

– Volker hat bei mir im Blog einen Gastbeitrag zum Film „Dick und Doof in der Fremdenlegion“ verfasst. Auf seinem eigenen Blog, Die Nacht der lebenden Texte, schreibt er über Laurel und Hardys Meisterwerk „The Music Box“.

Going to the movies bespricht zwei Filme, die letztes Jahr auf dem Internationalen Filmfest in Oldenburg liefen, die ich dort aber aus unterschiedlichen Gründen verpasst habe: „Miss Meadows“ war damals der einzige Film, bei dem ich es erlebt habe, dass es keine Pressekarten mehr gab, weil alle beiden Vorstellungen bis auf den letzten Platz ausverkauft waren. Und „White Bird in a Blizzard“ verlor gegen einen Film, der mich mehr interessierte. Wie ich aber sehe, habe ich auch weder in dem einen, noch dem anderen Falle etwas versäumt.

– Selbiges gilt scheinbar auch für „Vorsicht vor Leuten“ von den „Stromberg“-Machern. Ein Film den Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de bespricht. Dafür scheint „Frank“ mit einem maskierten Michael Fassbender aber sehr vielversprechend zu sein.

– Sebastian hat auf Nischenkino einmal die Besprechungen der dort erschienenen Don-Siegel-Retro zusammengefasst.

– Mit zwei Retrospektiven geht es auch beim Cereality weiter. In der Cronenberg-Retro wird „Eastern Promises“ hoch gelobt. Den mag scheinbar jeder. Muss ich wohl noch einmal gucken. Im Kino stießen mir damals die tumben Klischees doch sehr auf. Und auch die Hans W. Geißendörfer-Retro geht weiter. Diesmal wird der mir unbekannte „Perahim – Die zweite Chance“ von 1972 besprochen, für den Uli Edel und Bernd Eichinger (!) das Drehbuch schrieben.

– Auf Duoscope findet man ein informatives und sehr umfangreiches Portrait über den Ausnahme-Schauspieler Sean Penn.

– Sascha Schmidt hat auf Okaeri die japanische Schauspielerin Sakura Ando (u.a. „Love Exposure“) interviewt.

– Michael Fleig schreibt auf critic.de über die für ihn sehr enttäuschenden Kurzfilme auf dem Fantasy Filmfest.

– Patrick Wellinski reflektiert auf B-Roll über Licht und Schatten im Film, während Lucas Barwenczik Tarsem Singh und seine Filme vorstellt. Derweil Patrick Holzapfel einem der – meiner Meinung nach – besten deutschen Regisseure zum 50. Geburtstag gratuliert: Hans-Christian Schmid.

– Apropos Patrick Holzapfel. Auf seinem eigenen Blog Jugend ohne Film schreibt er, warum ihn Kamerafahrten im Film so begeistern und stellt einen wenig bekannten „Kurzfilm“ (eigentlich einen Verkehrserziehungs-Film) des großen Dänen Carl Theodor Dreyer vor.

– Hoffman auf Drei Cineasten über „Drei verschiedene Erscheinungsformen des Film Noir“. Außerdem stellt er den tollen Neuzeit-Western „Einsam sind die Tapferen“ mit Kirk Douglas vor und zieht Parallelen zum 20 Jahre später entstanden ersten „Rambo“.

Indyfilmblog schreibt darüber, wie er durch den Film „Flash Point“ Donny Yen für sich entdeckt hat und schwärmt von dem Finale dieses Filmes, das er mit den großen Klassikern des Martial-Arts-Kinos gleichsetzt.

– Michael Schleeh ist auf Hard Sensations sehr angenehm von dem australischen Amateur-Splatterfilm „ Wyrmwood: Road of the Dead“ überrascht.

– Auf seinem eigenen Blog Schneeland findet er „Attack on Titan“ von Shinji Higuchi sehr viel besser als seinen Ruf und zeigt sich von Dante Lams Radsportfilm „To the Fore“ enttäuscht.  Dafür hat er dafür gesorgt, dass ich unbedingt den Bollywood-Revenge-Thriller „Nastik“ mit Amitabh Bachcha sehen muss. Zitat: „In NASTIK scheint alles möglich, und am besten überzeugt man sich selbst von der Güte dieses abwechslungsreichen Films. Genre-Grenzen kennt dieser Film jedenfalls nicht.“

Hauptsache (Stumm)Film widmet sich Sacha Guitrys 1951 entstanden Film „Das Scheusal“ mit Michel Simon.

– Die Cannon-Ninjafilme waren ein Renner bei uns in der Schule. Seltsamerweise habe ich die aber bis heute nicht gesehen. Totalschadens Besprechung von „Die Rückkehr der Ninjas“ auf Splattertrash weckt jetzt auch nicht so sehr meine Neugier. Vielleicht später einmal…

Yzordderrexxiii hat seit seiner Kindheit eine „guilty pleasure“. Auf seinem Blog erzählt er, warum er den italienischen Endzeitfilm „She“ von Avi Nesher so mag.

– Ich habe auch einen Film, den ich seit meiner Kindheit sehr, sehr liebe: „Meuterei am Schlangenfluss“ von Anthony Mann mit James Stewart. Schlombie von Schlombies Filmbesprechungen hat ihn sich auch angeguckt und findet ihn leider „insgesamt zu lahm“, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Hach, ich könnte den gleich wieder gucken. Da freue ich mich doch mehr über die Erwähnung zweier meiner Rezensionen in seinen „Besprechungen der Anderen“.

– Zu Letzt: Neues aus Hollywood vom Kinogänger.

Gastrezension: Laurel & Hardy in „In der Fremdenlegion“

Von , 21. August 2015 21:41

Premiere! Erstmals veröffentliche ich einen Gastbeitrag auf meinem Blog und bin sehr glücklich darüber, gleich solch einen so schönen und interessanten Artikel zugesteckt bekommen zu haben. Und dann noch zu einem Thema, welches seit der Kindheit ganz, ganz tief in meinem Herzen wohnt: Laurel & Hardy! Da will ich auch gar nicht lange plappern, sondern übergebe mit großer Freude an Volker.

 

In der Fremdenlegion – Liebeskummer lohnt sich nicht, mein Ollie!

Gastrezension von Volker Schönenberger von „Die Nacht der lebenden Texte

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Komödie // An die Präsentationen von Theo Lingen inklusive der hineingeschnittenen Stan-und-Ollie-Szenen entsinne ich mich nur noch dunkel. Schön, mal wieder eine gesehen zu haben. Mit einer solchen dreiminütigen Einführung aus „Lachen Sie mit Stan & Ollie“ beginnt „In der Fremdenlegion“ auf meiner DVD. Besagte Reihe ist 1975 und 1976 im ZDF ausgestrahlt worden. Lingens kurze Texte stammen vom Filmjournalisten Joe Hembus.

Paris – zum Sterben schön

Ganz schön derbe! Weil sich Ollie im Urlaub in Paris ebenso unsterblich wie unglücklich verliebt hat, will er sich in der Seine ertränken – und Kumpel Stan soll aus Freundschaft gleich mit in den Tod springen. Zum Glück kommt der Offizier Francois (Reginald Gardiner) vorbei, der die beiden überredet, sich bei der Fremdenlegion zu melden. Ollie werde dort seinen Liebeskummer innerhalb weniger Tage vergessen. Der traurige Tropf ahnt nicht, dass der Soldat der Ehemann der reizenden Georgette (Jean Parker) ist, deretwegen er so untröstlich ist. Francois allerdings erfährt auch erst später, dass seine Gemahlin der Auslöser für Ollies Liebesleid ist.

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Hier vergisst man seinen Liebeskummer zügig

Das harte Leben in der Legion setzt den zwei Freunden schnell zu, sodass sie das Weite suchen wollen. Nur haben die beiden die Rechnung ohne den Wirt gemacht – mit ihrem Gebaren haben sie den Zorn des Kommandanten (Charles Middleton) auf sich gezogen. Das Auftauchen von Georgette bringt zusätzliche Komplikationen.

Tragik und Komik

Bei all dem Slapstick (der Wäscheberg!) ist „In der Fremdenlegion“ doch auch sehr tragisch: Ollies Selbstmordversuch zu Beginn in Verbindung mit der Nötigung Stans, es ihm gleichzutun, ist schon starker Tobak. Später werden die beiden als Deserteure zum Tode verurteilt und gejagt. Ihre Flucht per Flugzeug endet nach etlichen waghalsigen Manövern mit dem Absturz, was Ollie tatsächlich das Leben kostet: Als Engel fliegt er gen Himmel. Immerhin wird ihm sein zuvor geäußerter Wunsch erfüllt, als Pferd zurückzukehren – inklusive Stimme, Schnurrbart und Hut. Die Schuld schiebt er natürlich einmal mehr Stan in die Schuhe: Well, here’s another nice mess you’ve gotten me into.

Der verliebte Ollie winkt jovial mit seiner Krawatte. Der tieftraurige Ollie seufzt: I want to be alone. Der gar nicht Selbstmord-willige Stan zögert den Sprung in die Seine mit immer neuen Fragen hinaus. Die beiden setzen versehentlich die gesamte Schmutzwäsche ihrer Kompanie in Brand und glauben, die Fremdenlegion einfach so verlassen zu können, indem sie sich der Uniformen entledigen und in Zivil vom Standort spazieren. Stan überrascht seinen Kumpel in der Todeszelle mit einem Musikstück, dargeboten auf dem zur Harfe umfunktionierten Bettfedergestell. Schließlich die turbulente Flucht der beiden im einmotorigen Flugzeug und die furchtsamen Gesichter der zwei Piloten wider Willen. Mit ihrer Mimik, den Gesten und all dem Gebaren ist das Humor für die Ewigkeit.

„Lachen Sie mit Stan & Ollie“

Ich hatte Laurel und Hardy seit Jahren nicht mehr gesehen und diverse Filme nun für eine Titelgeschichte über US-Filmkomiker in der Zeitschrift „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ erneut gesichtet – die Ausgabe kann hier bestellt werden. Der Slapstick ist immer noch so wunderbar anzuschauen wie in den 30er-Jahren oder in den 70ern, als ich mit Reihen wie „Lachen Sie mit Stan & Ollie“, „Väter der Klamotte“ und „Männer ohne Nerven“ aufgewachsen bin. Diese beiden tragikomischen Gestalten sind einfach großartig.

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In der Todeszelle

„The Flying Deuces“, so der Originaltitel, entstand 1939 einmal nicht unter der Ägide von Hal Roach, dem Stammproduzenten vieler Laurel-und-Hardy-Filme. Roach hatte für den Film Boris Morros den Vortritt gelassen. Der Film war die erste Produktion des ansonsten vornehmlich als musikalischer Leiter und Komponist von Soundtracks tätigen Russen. Einen kurzen Auftritt als Gefängniswärter hat der als Laurel-und-Hardy-Antagonist beliebte James Finlayson.

In der Bundesrepublik Deutschland feierte die Komödie erst am 30. Januar 1951 unter dem Titel „Dick und Doof in der Fremdenlegion“ Kinopremiere. Sie lief in der Folge jahrelang immer mal wieder erfolgreich in unseren Kinos. Auf DVD rate ich zur Fassung von Studiocanal oder der Vorgänger-Edition von Kinowelt – der Film ist urheberrechtsfrei und von diversen Wald-und-Wiesen-Publishern in lieblosen Versionen auf den Markt geworfen worden.

Eine Frau verdreht allen die Köpfe

Es ist nicht der erste Auftritt von Laurel und Hardy in der Fremdenlegion. Bereits 1931 verschlug Ollies Liebeskummer ihn und seinen Kumpel im 35-minütigen „Dick und Doof in der Wüste“ („Beau Hunks“) dorthin. Auch die kurze Variante ist schreiend komisch, mir gefällt sie sogar deutlich besser als „In der Fremdenlegion“. Allein die Szene, in der die beiden bemerken, dass sich auch die anderen neuen Rekruten und sogar ihr Kommandant aus Liebeskummer zur Legion gemeldet haben – allesamt wegen derselben Frau wie Olli wohlgemerkt – herrlich!

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„In der Wüste“: Reißnägel eignen sich gut als Waffe

Beim Gewaltmarsch in der Wüste fragt Ollie seinen Kumpel: Wo hast du dein Marschgepäck? Stans Antwort: Das hab‘ ich alles bei dir drin. Ollies Blick beim folgenden Ach so kann sich jeder vorstellen, der die beiden schon mal gesehen hat. Man muss auch zugeben: Die Idee mit den Reißnägeln hätte man den beiden nicht zugetraut – beim Angriff der Araber wachsen Stan und Ollie geradezu über sich hinaus. Und ratet mal, welcher Frau der feindliche Stammesführer nachtrauert, wenn er am Ende abgeführt wird?

„Dick und Doof in der Wüste“ ist auf DVD in Kombination mit „Dick und Doof als Ehemänner“ („Twice Two“, 1933) und „Dick und Doof als Mitgiftjäger“ („Me and My Pal“, 1933) erschienen, die DVD ist auch Teil der „Dick & Doof Collection 1“.

In_der_Fremdenlegion-Cover-BoxVeröffentlichung: 20. Mai 2010 als DVD, 16. Oktober 2009 in der 10-DVD-Box „Dick & Doof Collection 2“

Länge: 69 Min.

Altersfreigabe: FSK 6

Sprachfassungen: Deutsch, Englisch

Untertitel: Deutsch

Originaltitel: The Flying Deuces

Deutscher Alternativtitel: Fliegende Teufelsbrüder

USA 1939

Regie: A. Edward Sutherland

Drehbuch: Ralph Spence, Charley Rogers, Fred Schiller, Harry Langdon

Besetzung: Stan Laurel, Oliver Hardy, Jean Parker, Reginald Gardiner, Charles Middleton, Jean Del Val, Crane Whitley (als Clem Wilenchick), James Finlayson

Zusatzmaterial: Die deutschen Synchronfassungen (Texttafeln), Kurzfilm „Oranges and Lemons“ (1923, mit Stan Laurel, 10 Min.), Kurzfilm „45 Minutes from Hollywood“ (1926, mit Oliver Hardy in einer Nebenrolle als Hausdetektiv und Stan Laurel in einem Gastauftritt als hungernder Schauspieler, 18. Min.), Kurzfilm „His Wooden Wedding“ (1925, mt Charley Chase, 20. Min.), Kurzfilm „Is Marriage the Bunk“ (1925, mt Charley Chase, 10. Min.), Starinfo, Fotogalerie

Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

 

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

Fotos & Packshots: © 2009/2010 Studiocanal Home Entertainment

22. Internationales Filmfest Oldenburg: George-Armitage–Retrospektive und weitere Filme

Von , 19. August 2015 21:59

armitageGeorge Armitage, George Armitage? Den Namen kenne ich doch. Ja, tatsächlich. Erst kürzlich besprach ich hier seinen Film „Vigilante Force“ mit einem großartigen Kris Kristoffersen. Nun widmet ihm das Internationale Filmfest Oldenburg eine Retrospektive. Und die Titel dieser sieben ihm zu Ehre aufgeführten Filme, lassen das Herz höher schlagen.

Da ist Armitages Debüt als Autor, die 1972 entstandene Roger-Corman-Produktion „Gas-s-s-s“, in der er auch selbst eine Rolle übernahm. Im gleichen Jahr folgte der von ihm geschriebene und inszenierte Blaxploitation-Film „Hit Man“ mit Bernie Casey in der Hauptrolle. „Hot Rod“ um Straßenrennen in den 50ern folgte 1979. 1990 adaptierte er den Charles-Willeford-Roman „Miami Blues“ mit Alec Baldwin als Anti-Helden. Es folgte 1997 dann einer seiner bekanntesten Filme, der wunderbare Auftragskiller-Film „ Grosse Point Blank“ mit John Cusack als Killer, der zum Klassentreffen in seine Heimatstadt zurückkehrt.

2004 adaptierte er Elmore Leonards Roman „The Big Bounce“ mit einer Starbesetzung. Allerdings wurde der Film vom Studio umgeschnitten und zu einem künstlerischen und finanziellen Desaster. Wenn man in der Presemitteilung des Filmfest Oldenburg zwischen den Zeilen liesst, dann klingt es aber durchaus so, als ob Armitage seine bisher nie gezeigten Director’s Cut Schnittfassung zeigen würde. Ich bin sehr gespannt.
Ach ja, eingangs erwähnter „Vigilante Force“ von 1976 wird auch in Oldenburg gezeigt.

George Armitage als Ehrengast in Oldenburg vom 16. bis zum 20. September seine Filme persönlich vorstellen. Ich freue mich darauf.

Zeitgleich mit der Ankündigung der Retrospektive, wurden noch einige weitere Titel verraten, die auf dem diesjährigen Filmfest laufen werden.

GOD OF HAPPINESS: Der deutsch-georgische Filme von Dito Tsintsadze gewann gerade den Silbernen Leoparden in Locarno. Es geht um die komplizierte Beziehung zwischen einem Vater und seiner seit einem Jahrzehnt entfremdeten Tochter.godofhapiness

DARK: Von Nick Basile, erzählt wie sich eine junge Frau (Whitney Able, war bereits vor ein paar Jahren mit „Monsters“ in Oldenburg) während des großen Black-Out in New York gegen ihre größten Ängste durch die Nacht kämpft. Joe Dante war hier Executive Producer.

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TOO LATE: Regisseur Dennis Hauck erzählt von einem Privatdetektiv, der in Südkaliforniens eine vermisste Frau sucht.

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DIXIELAND: Hank Bedford erzählt seine Bonnie und Clyde-Geschichte im brütend heißen Mississippi.dixieland

ONE WILD MOMENT: Vincent Cassel und François Cluzet spielen die Hauptrollen in Jean- François Richets Remake des Originals von 1977. Zwei beste Freunde machen sie Urlaub mit ihren jugendlichen Töchtern. Doch dann schläft der eine mit der Tochter des anderen.

TANGERINE: Sean Bakers Film ist eine Odyssey durch Los Angeles‘ Transgender-Subkultur, die auf einem kleinen iPhone eingefangen wurde.

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„Dark“ ist bei mir schon mal gesetzt – sofern der Spielplan mir nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

Open-Air-Kino in Bremen 2015 – „Wall-Sommer“

Von , 19. August 2015 21:16

Von Donnerstag, dem 27. August, bis Sonnabend, den 29. August, findet der sogenannte „Wall-Sommer“ im Abschnitt zwischen Herdentor und Bischofsnadel statt.

Was das mit Kino zu tun hat? Eine Menge, den der „Weser Kurier“ (der gerade in einem Akt der totalen Gleichgültigkeit das wöchentliche Kinoprogramm in seiner Mittwochsbeilage gekillt hat) besinnt sich plötzlich wieder auf die siebte Kunst und präsentiert am Wall ein Open-Air-Kino.

Dort wird am Donnerstagabend der Film „Little Miss Sunshine“ gezeigt. Am Freitag folgt Wes Andersons „Grand Budapest Hotel“ und am Sonnabend eine Zusammenstellung von Kurzfilmen. Welche das sein werden, ist mir noch nicht bekannt.

Mehr ist bisher noch nicht herauszufinden. Ich gehe aber mal fest davon aus, dass das Open-Air-Kino am Wall kostenlos sein wird und nach Beginn der Dämmerung startet.

DVD-Rezension: „Blackout – Anatomie einer Leidenschaft“

Von , 18. August 2015 21:51

blackoutEine junge Frau wird mit einer Überdosis Schlaftabletten in ein Wiener Krankenhaus eingeliefert. Während die Ärzte verzweifelt um ihr Leben kämpfen, verhört der Polizeibeamte Netusil (Harvey Keitel) den jungen Mann der die junge Frau gefunden hat. Langsam wird klar, wie es zu der Tragödie gekommen ist. Der amerikanische Psychoanalytiker Alex Linden (Art Garfunkel) lebt und unterrichtet in Wien. Dort lernt er auf einer Party die etwas jüngere Melina (Theresa Russell) kennen, die ihm sofort Avancen macht. Melina ist eine extrovertierte, lebenslustige junge Frau, die etwas zu sehr dem Alkohol zugeneigt ist und ihr freies Leben genießt. Beide beginnen einen leidenschaftliche Affäre. Bald schon kommt Alex durch Zufall dahinter, dass Melina hinter dem eisernen Vorhang mit einem sehr viel älteren tschechoslowakischen Geheimdienstoffizier namens Stefan (Denholm Elliott) verheiratet ist. Alex wird immer eifersüchtiger und versucht Melina mit allen Mitteln an sich zu binden…

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Ich weiß nicht, ob Quentin Tarantino ein Fan dieses Filmes ist. Auf jeden Fall scheint „Blackout – Anatomie einer Leidenschaft“ einen großen Einfluss auf ihn ausgeübt zu haben, als er seinen weltweiten Durchbruch „Pulp Fiction“ konzipierte. So trägt John Travolta in jenem 1995 in die Kino gekommenen Film nicht nur die gleichen Klamotten wie Harvey Keitel in „Blackout“, beide haben auch exakt die gleiche Frisur. So sieht Travoltas Vincent Vega beinah wie der Zwillingsbruder von Keitels Netusil aus. Eine andere Gemeinsamkeit beider Filme ist natürlich das nicht-lineare Erzählen. Heutzutage hat man sich an diese Erzähltechnik ja schon gewöhnt, weshalb es nach einer kurzen Zeit der Orientierungslosigkeit nicht besonders schwerfällt, die einzelnen Puzzleteile, die einem Regisseur Nicolas Roeg präsentiert, in das Gesamtbild einzupassen. Doch 1980 muss „Blackout“ sein Publikum zutiefst verwirrt haben. Figuren beobachten sich über unterschiedliche Zeitebenen hinweg. Anfang und Ende von Dialoge bilden keine zeitliche oder räumliche Einheit. So radikal wie Roeg hatte zuvor niemand diese Techniken in einem Mainstream-Film benutzt.

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Und tatsächlich ist dies hier keine kleine Independent-Produktion, die einfach mal Dinge ausprobiert, sondern ein Film der renommierten Rank Organisation, die ihre Produktion gerade ausbaute. Hauptdarsteller Art Garfunkel war als Musiker ein ähnlicher Superstar, wie David Bowie, der zuvor in Roegs „Der Mann, der vom Himmel fiel“ die Hauptrolle spielte. Harvey Keitel hatte sich einen Namen als Martin Scorseses Lieblingsschauspieler gemacht – bevor Robert deNiro auf der Bildfläche erschien. Gedreht wurde in Wien und an der Grenze zur Tschechoslowakei. Obwohl der Kalte Krieg hier keine aktive Rolle spielt, wird die ganze Stimmung der Zeit genutzt, um die Paranoia Alex Lindens, der in jedem Freund Milenas einen potentiellen Nebenbuhler sieht, noch zu verstärken. Alex hat neben seiner wissenschaftliche Arbeit noch einen Job als psychologischer Profiler gegnerischer Agenten. Ein andermal hält er eine Vorlesung über das heimliche Beobachten. Und auch Milena verfolgt er wie ein Detektiv, um möglichst viel über ihr Leben zu erfahren – immer getrieben einerseits von seiner Faszination für dieses geheimnisvolle Wesen, aber auch latenter Aggression, wenn er glaubt, sie betrüge ihn oder wolle ihn für einen anderen verlassen. Im Grunde spiegelt sich hier aber nur Alex‘ rücksichtslose Egozentrik wider, der einerseits mit seinem exotischen Fang angeben will, andererseits aber auch gerade diese Exotik austreiben will, um sie in sein eigentlich extrem konservatives Lebensbild zu pressen.

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Eine bezeichnende, beinahe schmerzvolle Szene ist die, in welcher die Beiden in Marokko zusammensitzen. Milena erfreut sich an der Gegenwart, der Landschaft, der Stimmung. Sie ist begeistert von genau diesem Tag, dieser Stunde, dieser Minute. Alex hat dafür aber gar kein Auge und auch kein Verständnis für Milenas Begeisterung. Brutal zerstört er ihr diesen wundervollen Moment, indem er ihr eröffnet, dass sie am nächsten Tag abreisen würden, denn in der Heimat könne man doch ein gutes Leben gemeinsam führen und heiraten. Während Milena also den Moment genießen und auch schätzen kann, lebt Alex ständig in einer von ihm erdachten Zukunft, die natürlich um so vieles besser sein muss, als seine Gegenwart. Die große Frage in dieser „Anatomie einer Leidenschaft“ ist es daher, was Milena an diesem Kotzbrocken findet. Alex versucht ihr ständig sein Leben und seine Idealvorstellung von einem Zusammenleben aufzudrängen, und reagiert wie ein beleidigtes Kind, wenn sie seine Pläne nicht honoriert. Demgegenüber ist ihr sehr viel älterer Ehemann ein sehr viel sympathischer Charakter, der seine Frau und ihre Bedürfnisse versteht und ihr schweren Herzens die Freiheit gibt, die sie braucht. Alex hingegen sperrt sie ein.

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Durch Roegs zersplitterte Weise der Erzählung erscheint Alex Linden auch dem Zuschauer zunächst als positiv besetzter Charakter. Er ist ein fein geistiger Intellektueller, der sich für Kunst interessiert und scheinbar so etwas wie ein Beschützer der anfangs ziemlich verrückt erscheinenden Milena Doch mit jedem Puzzleteil, welches Roeg uns präsentiert, ändert sich das Bild. Es wird klarer und am Ende ist es Alex, der als psychisch Kranker dasteht und Milena mit ihren nachvollziehbaren, freiheitsliebenden Wünschen und Leidenschaften entpuppt sich als die „Normale“ in dieser Beziehung. Wenn am Ende dann das letzte Stück ins Puzzle gedrückt wird, ist es unmöglich Alex Linden noch mit den selben unschuldigen Augen zu sehen, wie am Anfang. Dann steht er förmlich nackt vor uns. All seiner schützenden, täuschenden Aura des sensiblen Intellektuellen beraubt. Ein krankhaft ichbezogener Starrkopf, der ganz in seiner eigenen Welt lebt, unfähig Empathie für seine Mitmenschen zu empfinden. Milena wird sich nach ihrer traumatischen Nahtod-Erfahrung von ihm lösen können, doch die Narben bleiben. Physisch und psychisch. Doch sie wird ihren Weg gehen, während er in seinem Egoismus gefangen bleibt.

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Nicolas Roeg erzählt seine „Anatomie einer Leidenschaft“ in einer vertrackten Rückblendenstruktur, bei der jedes neu hinzugefügtes Puzzleteil ein häufig klareres, manchmal aber auch ganz anderes Bild der handelnden Personen ergibt. Roegs Film ist elegant gefilmt und mit einem erlesenen und passenden Soundtrack veredelt. Wenn man am Ende dann das ganze Puzzlebild erkennen kann, dann zeigt dieses eine Egoismus vergiftete Leidenschaft.

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Die Veröffentlichung im Rahmen der der Koch-Media-Reihe „Masterpieces of Cinema“ ist solide. Die Bildqualität ist gut, aber weit davon entfernt vollkommen perfekt zu sein. Für den Hausgebrauch reicht es aber vollkommen. Auch der Ton ist in Ordnung. Da der Film in Wien spielt und die Darsteller je nach Herkunftsland Englisch oder Deutsch sprechen – mit Ausnahme von Keitel, der zwar einen Wiener spielt, aber nur Englisch redet – empfiehlt sich die Originaltonspur. Als Extras gibt es 17 Minuten „Deleted Scenes“, die interessant sind, aber im fertigen Film auch nicht fehlen. Die Extras der amerikanischen Criterion-DVD wurden leider nicht übernommen.

Das Bloggen der Anderen (17-08-15)

Von , 17. August 2015 22:13

bartonfink_type2– Natürlich wieder Locarno. Auch wenn das mittlerweile vorüber ist. Gewonnen hat der Südkoreaner Hong Sang-soo mit „Right now, Wrong Then“, den Michael Sennhauser auf Sennhausers Filmblog bespricht. Ebenso wie den Bollywood-Gangster-Film „Bombay Velvet“. Und eine Liste mit allen Preisträgern gibt es dort auch.

– Hannes Brühwiler stellt auf critic.de die für ihn schönsten Filme vom diesjährigen Locarno-Filmfests vor, die allesamt auch mal Experimente wagen. Und Frédéric Jaeger führt sein Locarno Seh-Tagebuch weiter, welches ihn zu Peckinpah und Alex von Warmerdam führt.

– Rüdiger Suchsland hat sich für Negativ die Peckinpah-Retro in Locarno angesehen und war von Antoine Fuquas Film „Southpaw“, der jetzt auch in den deutschen Kinos anläuft, sehr begeistert.

– Auch Joachim Kurz von B-Roll ist in Locarno und hat dort den Schweizer Film „Heimatland“ gesehen und wünscht sich, „dass genau ein solches Werk voller Wucht und Wut auch einmal in Deutschland entstehen würde, ja überhaupt nur könnte.“ Seine Kollegin Beatrice Behn hat das diesjährige Festival in Locarno  vor allem als „das Jahr der Männergeschichten“ erlebt. Kirsten Kieninger hat einen sehr schönen und nachdenkenswerten Artikel über CGI im Kino verfasst, der die künstlichen Bilder einmal nicht per se verdammt.  Und Lucas Barwenczik macht sich Gedanken darüber, wieso aus „Agenten wieder Superhelden werden“.

– Sano Cestnik und Gary Vanisian berichten auf Eskalierende Träume über einen Film, den sie auf der Nippon Connection 2015 sahen und der sie tief beeindruckte: Einen japanischen Stummfilm aus den 30er Jahren, der von einem japanischen Kinosprecher (Benshi) begleitet wurde.

– Michael Schleeh von Schneeland ist auf dem Hong Kong International Summer Film Festival 2015, wo er den Bollywood-Film „Piku“ mit dem großen Amitabh Bachchan gesehen hat.

– Joris Julius-Sabinus bedauert auf Hard Sensations, dass Vincent Grashaw Film „Coldwater“, über Boot Camps in den USA, seine Chancen nicht nutzt. Er „hätte hier wirklich in ein gewaltiges Wespennest stechen können. Bedauerlicherweise war ihm ein glatter Protagonist und eine profane Narrativ-Fuzziness deutlich wichtiger. So bleibt „Coldwater“ ein Torture Porn, der spurlos an einem vorbeigeht“. Derweil trägt Alex Klotz weiterhin die Lobpreisungen des 88-jährigen Aachener Amateur-Animations-Filmers Bruno Sukrow in die Welt.

– Auf Grün ist die Heide reflektiert Udo Rotenberg über Wolfgang Petersens frühen Thriller „Einer von uns Beiden“ mit dem damals noch unbekannten Jürgen Prochnow und Klaus Schwarzkopf in einer ungewohnt negativen Rolle.

– Auf Schattenlichter begibt sich Mauritia Mayer allein wegen Marisa Mell in das von ihr nicht besonders geliebte Reich der Komödien. Doch „Casanova 70“ konnte auch sie überzeugen.

– Oliver Nöding hat es auf Remember It For Later in dieser Woche mit Reis-Bäuerinnen in knappen Outfit und tragischer Geschichte. Neben dem Vater dieses „Sub-Genres“, „Bitterer Reis“, hat er sich noch die neorealistischen Dramen „Das Reismädchen“ mit Elsa Martinelli und „Die Frau vom Fluss“ mit Sophia Loren angesehen.

– Dinge, die ich noch nicht wusste #1: Batman-Erfinder Bob Kane hat eine Figur namens Cool McCool erfunden, der in einer TV-Trickfilmserie der 60er die Geheimagenten-Welle parodierte. Mehr dazu von Oliver Armknecht auf film-rezenionen.de.

– Dinge, die ich noch nicht wusste #2: James-Bond- Drehbuchautor Richard Maibaum hat mal das Drehbuch für eine Deutsch(!)-Amerikanische Co-Produktion mit Fabio Testi geschrieben, in der eine weibliche Bond-Variante auf Verbrecherjagd geht. Das Ergebnis heißt „S.H.E. – Super Harter Engel“. Cooler Titel. Ob der Film auch so cool ist, liest man bei totalschaden auf Splattertrash. Außerdem für mich sehr interessant: Ein polnischer Actionfilm im Bond-Fahrwasser, der in seinem Heimatland unter die schlechtesten polnischen Filme ever gewählt wurde. Natürlich will ich unbedingt „Der Fluch des Schlangentals“ sehen, aber in Polen scheint der – nach flüchtiger Recherche – nicht auf DVD erschienen zu sein.

– Im Nischenkino gibt es gerade eine Don Siegel-Retro. Dort wird zunächst der eher wenig bekannte Kriegsfilm “Hell is for Heroes“ mit Steve McQueen und dann der etwas bekanntere, aber immer noch viel zu selten erwähnte „Betrogen“ mit Clint Eastwood besprochen.

– Da wir gerade bei Retros sind. Auf Cereality geht es mit David Cronenbergs „Spider“ (noch immer eine Bildungslücke bei mir) weiter.

– Ich glaube Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film hat gerade die selbe Erich von Strohheim-Biografie wie ich gelesen. Zumindest finde ich in seinem Vergleich zwischen EvS und dem rumänischen Filmemacher Cristi Puiu einiges davon wieder.

– „The Terminator“ war für mich Mitte der 80er ein ganz, ganz wichtiger Film. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft wir den geschaut haben. Christian Genzel ist aufgefallen, wie der Cameron es „mit nur neun Einstellungen (…)  die perfekte Stimmung für den Rest des Films setzt und (es) schafft (…), sogar diesen kleinen Prolog (der nur knapp eine Minute dauert!) an einem geschickten erzählerischen Faden aufzuziehen.“ Wie, das erzählt er anhand von Screenshots auf Wilsons Dachboden.

– Nochmal 80er. „Sie leben“ ist nicht perfekt, aber trotzdem einer meiner liebsten Carpenter. Yzordderrexxiii mag ihn auch.

– PD und YP unterhalten sich auf Filme im Dialog über einen Western. Und zwar den gerade angelaufenen „Slow West“ mit Michael Fassbender.

– Der große Film Noir-Regisseur Robert Siodmak lieferte nach seiner Rückkehr in die Heimat seine Version eines „Sissy“-Films ab. Hoffman von Die drei Cineasten hat „Katja, die ungekrönte Kaiserin“ gesehen, ist aber nicht gerade begeistert.

– Zeilenkino über „Himmelsverbot“. Für seinen Dokumentarfilm „Jailbirds – Geschlossene Gesellschaft“ besuchte Schwartz vor zehn Jahren das rumänische Hochsicherheitsgefängnis Rahova und begegnete während der Dreharbeiten Gabriel, einem zu lebenslanger Haft verurteiltem Mörder. In „Himmelverbot“ begleitet er diesen nun in die Freiheit. Kling sehr interessant.

– Blick nach Osten. Vitellone ist auf Die drei Muscheln nach einiger Anlaufzeit dann doch ziemlich überwältigt vom legendären „Russian Arc“, dem One-Take-Wonder des russischen Regisseurs  Alexander Sokurov.

– Und zu guter Letzt: Noch mehr „Gespräche der Anderen“. Die interessantesten Podcasts der Woche bei Wiederaufführung. Den Link zum Bahnhofskino, wo zwei großartige, polnische besprochen werden, habe ich mir schon abgespeichert.

Filmforum Bremen zu Gast bei „Klare Worte – Der Deliria-Italiano-Podcast“

Von , 15. August 2015 12:33

Vor Kurzem hatte ich die große Ehre, als Gast beim Deliria-Italiano-Podcast „Klare Worte“ dabei sein zu dürfen.

Entgegen des Namens „Deliria-Italiano„, welcher auch gut die Hauptthemen dieses sehr schönen und familiären Forums umschreibt, ging es hierbei nicht um irgendwelche Gialli oder Polizieschi, sondern um einen der ganz großen Meister der Filmgeschichte: Stanley Kubrick. Da eine ausführliche Betrachtung aller Filme natürlich den Zeitrahmen eines Podcasts locker gesprengt hätte, wurde sich auf vier große Werke konzentriert: „2001: Odyssee im Weltraum„, „Uhrwerk Orange„, „Shining“ und „Eyes Wide Shut„. Trotz dieser eisernen Beschränkung auf nur vier Titel aus Kubricks Oeuvre, dauert der Podcast etwas über zwei Stunden.

Der Podcast wurde von René alias Seth_LCF ins Leben gerufen. Vor der Kubrick-Episode gab es bereits eine erste Folge, in der sich René mit dem Foren-Mitglied buxtebrawler – einem ausgewiesenen Slasher-Experten – über die komplette „Freitag, der 13.„-Reihe unterhielt. Dieser sehr schöne Premieren-Podcast kann hier runtergeladen werden (Rechtsklick auf den Link und dann „Ziel speichern unter“ drücken).

René und ich kamen am vorletzten Donnerstag zu einem gemeinsamen Gespräch zusammen. Große Vorbereitungen gab es nicht, geschnackt wurde frei von der Leber weg ohne Skript oder eingehende vorherige Recherche. Der Podcast hat auch keine wissenschaftliche oder tiefe analytische Ansprüche. Wir redeten mehr darüber, wie wir die Filme empfanden, was sie in uns auslösten und wie wir sie für uns interpretieren.

Leider sind die ersten 20 Minuten teilweise von schlimmen Störgeräuschen und Tonschwankungen begleitet (was während der Aufnahme leider nicht auffiel). Wen diese zu sehr stören, der springe doch bitte direkt zu Minute 20. Für mich war das Ganze eine Premiere, die mir allerdings sehr gefallen hat. Falls es die Leute interessiert, was René und ich da vor uns hin sabbeln, kann ich mir gut vorstellen, demnächst mal wieder Gast bei „Klare Worte“ zu sein.

Hier noch einmal der Download-Link zu der Kubrick-Epsiode vonKlare Worte – Der Deliria-Italiano-Podcast„.

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