DVD-Rezension: „Boomer – Überfall auf Hollywood“

Von , 31. August 2013 13:14

Boomer

Gerade hat es sich der Star-Quarterback Boomer Hayes (Ken Wahl) es sich mit seiner neuen Eroberung Laura Sage (Harley Jane Kozak) in seiner Wohnung in Beverly Hills gemütlich gemacht, da kommt es angeblich zu einem Chemieunfall. Dieser macht es scheinbar nötig, ganz Beverly Hills abzuriegeln. Bei der Evakuierung wird Boomer übersehen und bald muss er feststellen, dass hier etwas nicht stimmt. Tatsächlich wurde der Unfall von Ex-Cops inszeniert, damit sie in Ruhe die Wohnungen der Schönen und Reichen ausräumen können. Gemeinsam mit dem reuigen Polizisten Ed Kelvin (Matt Frewer) stellt er sich den Schurken entgegen…

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Als ich „Boomer – Überfall auf Hollywood“ in den Player legte, hatte ich nicht darauf geachtet, wann dieser Film gedreht wurde. Gut die Hälfte der Laufzeit war ich fest davon überzeugt, dass ich einen typischen Mitte-80er-Film vor mir hätte. Nicht nur der ganze Stil erinnerte an die Werke, die damals schon mit Blick auf die Videoauswertung gedreht wurden, auch Ken Wahls unglaublich hässlicher Vokuhila und generell die ganze Besetzung schien aus diesem Jahrzehnt zu stammen. Erst als EMFs „Unbelievable“ im Soundtrack erscholl, horchte ich auf. Ich glaubte kurz, dieser Hit-Song wäre vielleicht sogar ein Cover des „Boomer“-Soundtracks gewesen. Aber als dann auch noch Faith No Mores „Epic“ auf der Tonspur auftauchte, war mir klar, dass der Film in den 90ern entstanden sein musste. Tatsächlich wurde „Boomer“ 1991 gedreht und entwickelte sich damals zu einem gewaltigen Flop, der dann auch gleich Ken Wahls zarte Karriere unter sich begrub.

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Das 80er Feeling beginnt bei „Boomer“ gleich in der Titel-Sequenz, wenn die Kamera zum Sound von Jan Hammer (der mit dem „Miami Vice Theme“ berühmt wurde) einige pastellfarbene Impressionen von Beverly Hills einfängt. Hauptdarsteller Ken Wahl hatte seine erste Rolle in „The Wanderers“ von 1979 gespielt und spielte in den 80ern in Filmen wie „Der Söldner“ oder neben Paul Newman in „The Bronx“ Hauptrollen. Er war damals auf einem sehr guten Wege, ein bekannter Name zu werden. Doch „Boomer“ brach ihm dann das Genick. Ein Spiel- und zwei TV-Filme später, hing er 1996 seine Schauspielkarriere an den Nagel. Sein Co-Star Matt Frewer war, ebenfalls in den 80ern, durch die Kult-Serie „Max Headroom“ berühmt geworden, Schurke Robert Davi veredelte viele 80er Actionfilme und Thriller. 1989 durfte er in „Lizenz zum Töten“ sogar den Gegenspieler von James Bond geben. Des Weiteren wird sein Handlanger von Branscombe Richmond gespielt, der in der TV-Serie „Renegade“ neben Lorenzo Lamas (noch eine 80er Recke) den Sidekick gab.

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Und letztendlich feierte auch Regisseur Sidney J. Furie seine größten Erfolge in diesem Jahrzehnt, z.B. mit der „Stählender Adler“-Reihe. Furie war nie ein besonders feinfühliger Regisseur und so glänzt auch „Boomer“ nicht durch eine intelligente Charakterisierung, sondern durch Explosionen und coole One-Liner. Dabei wird sich kaum Mühe gegeben, zu kaschiert, dass der Großteil des Filmes in den immer gleichen Vorortstrassen spielt, und der tiefschwarze Nachthimmel verstärkt noch das Gefühl, dass die meisten Szenen in einer Kulisse gedreht worden sind. Furie nutzt den Film vor allem, um möglichst viel in die Luft zu jagen. Und da der Film noch vor den Zeiten entstand, in denen Explosionen durch Pixel simuliert werden, befriedigt dies insbesondere den kleinen Pyromanen in uns allen.

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Die Handlung ist natürlich – wie bei unzähligen Actionfilmen dieser Zeit – bei „Stirb langsam“ abgekupfert. Doch hier ist es kein verwundbarer, zynischer und doch zutiefst menschlicher Bruce Willis, der allein gegen Gangsterhorden antreten muss, sondern der schöne und sehr selbstsichere Ken Wahl, was der Geschichte etwas den Charme nimmt. Auch was Gewaltdarstellungen angeht, nimmt sich „Boomer“ gegenüber dem Vorbild stark zurück. Statt auf Waffen, verlässt sich Boomer auf seine beim Football gelernten Fähigkeiten, insbesondere dem Weglaufen und Haken schlagen. Dadurch ist er dann mehr auf der Flucht, statt aktiv gegen die Schurken zu kämpfen.

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Doch immer, wenn die Handlung sich von Boomer und seinem neuen Kumpel Ed entfernt, und stattdessen Robert Davi und Harley Jane Kozak zeigt, droht der dünnen Story die Luft auszugehen. Da werden dann Dinge erklärt, die keiner Erklärung bedürfen, und insbesondere der Subplot, indem Robert Davi liebeskrank der sehr blassen und uncharismatischen Harley Jane Kozak hinterher stellt, wirkt lustlos und Zeit schindend. Insbesondere gilt dies für das seltsam unspektakuläre Finale. Trotzdem unterhält der Film anspruchslos, aber mit Humor. Dafür ist einerseits Matt Frewer zuständig, andererseits gibt es einige wirklich nette Ideen. So wird Boomer von den Schurken vergessen, da sie glauben, jemand der „Boomer“ heißt, müsste ein Hund sein. Ein netter Hinweis auf die TV-Serie „Boomer – der Streuner“ – natürlich aus den 80ern. Oder jemand versucht, sich als Regierungsbeamter auszugeben, indem er auf alle Frage nur wiederholt, statt zu beantworten.

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Ein B-Action-Film mit 80er Feeling, der Freunden von lauten Explosionen und gepflegter Zerstörung Freude bereiten kann. Die Darsteller bleiben leider durch die Bank weg hinter ihren Möglichkeiten zurück, und auch das dünne Drehbuch dient nur dazu, Figuren möglichst spektakulär von Punkt A nach B zu bringen. So geht dem Film auch jedes Mal etwas die Puste aus, wenn er sich auf Handlungselemente konzentriert. Trotzdem ist „Boomer – Überfall auf Hollywood“ sympathische Retro-Videotheken-Ware, die man ebenso schnell konsumiert, wie vergisst.

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Der Film ist in der Reihe „Cinema Treasures“ erschienen, in der Ascot Elite ihre alten Archivschätze auf den Markt wirft. Die Bild- und Tonqualität ist dabei absolut tadellos, das Schwarz wirklich schwarz und die Farben sehr satt und kräftig. Auf Extras muss man bis auf Trailer allerdings verzichten.

Originalfassungen in Bremen: 29.08.13 – 04.09.13

Von , 29. August 2013 22:15

Wirklich doll sieht es in dieser Woche nicht aus, aber das kann auch meine Einzelmeinung sein. Mich würde ja „Copacabana“ im City 46 interessieren, da ich Frau Huppert so gerne im Original höre. Hach, diese Stimme.

Chroniken der Unterwelt – City of Bones – Cinemaxx, Fr./Mo. um 19:45 – Jetzt, da sowohl die „Twilight“- als auch die „Harry Potter“-Serie ihr Ende gefunden hat, suchen die Hollywood-Produzenten natürlich nach neuem Stoff, der die Lücke füllen kann. Nach „Percy Jackson“ und „The Hunger Games“ kommt nun eine neue Verfilmung einer Jugendbuchserie, die die ganz oben angeführten Serien scheinbar miteinander vermischt. Ein junges Mädchen muss in New York erkennen, dass sie einem Geschlecht von Halb-Engeln entstammt, die gegen Dämonen kämpfen.

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Wir sind die Millers – Cinemaxx, Do./Sa./Mi. immer 19:45 – US-Komödie um einen kleinen Dealer, der in Schwierigkeiten gerät und deshalb nun eine Ladung Marihuana über die Grenze schmuggeln muss. Dabei tarnt er sich mit einigen Mitstreitern als Familie. Höhepunkt im Trailer: Jennifer Aniston als Stripperin, die die Mutter mimen muss.

Elysium – Cinemaxx, So., 1.9. um 19:45 – Der neue SF-Film von Neill Blomkamp (District 9). Matt Damon spielt darin den Arbeiter Max, der im Jahre 2154 gegen die luxuriöse Raumstation Elysium rebelliert, in der sich die Reichen auf Kosten der Arbeiter ein schönes Leben machen. Seine Gegenspielerin spielt Jodie Foster.

The Look of Love – Schauburg, Mo./Mi. Jeweils 21:00 – Der neue Film von Michael Winterbottom ist – wie sein Durchbruch „24 Hour Party People“ – das Biopic über eine britische Szenefigur. Hier geht es um Paul Raymond, dem König von Soho, der in den 60ern ein Nachtclub und Porno-Imperium aufbaute. Im „Weser Kurier“ wurde der Film heute morgen abgefeiert, auf Spiegel Online in der Luft zerrissen.

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Mr. Morgan’s Last Love – Gondel, So., 1.9. um 21:00 – Eine Liebesgeschichte, die Sandra Nettelbeck mit dem großen Michael Caine gedreht hat. Er spielt einen Amerikaner in Paris, der seit sich seit dem Tod seiner Frau von der Welt zurückgezogen hat. Die Begegnung mit der jungen Pauline (Clémence Poésy) reißt ihn aus seiner Lethargie.

Portugal Mon Amour – Gondel, Mo. 2.9. um 17:15 – Maria und José sind zwei herzensgute und bei den Nachbarn ausgesprochen beliebte Menschen. Als das Paar ein Haus eines Tages in ihre portugiesische Heimat zurückkehren möchte, setzen Freunde und Bekannten alles daran, ihnen den Abschied so schwer wie möglich zu machen.

Copacabana – City 46, Do.-Mi. Immer 20:00 – Französisch-belgische Komödie mit der großartigen Isabelle Huppert als lebenslustige und sehr unkonventionelle Mutter, die mit ihrer konservativen Tochter aneinandergerät.

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Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 02.09. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 02.09. um 21:45

Interview mit dem „OFDb filmworks“-Chef Sascha Imme

Von , 27. August 2013 17:30

Vor einiger Zeit bin ich mit Ralph Schröder von dem neuen Bremer DVD-Label „OFDb filmworks“ in Kontakt gekommen. Die OFDb dürfte ja als Filmdatenbank und Shop den Allermeisten bekannt sein. Vor knapp vier Jahren gab es auch schon mal unter dem Titel „Eine Bremer Erfolgsgeschichte“ einen großen Artikel im „Weser Kurier“, auf den ich hier damals hingewiesen hatte. Nun steigt die OFDb auch ins Filmgeschäft ein und wird unter dem Namen „OFDb filmworks“ selber Filme auf DVD und Blu-ray herausbringen. Den Anfang macht am 13. September Stuart Gordons Lovecraft-Verfilmung „From Beyond“, ein Klassiker von 1986, dessen Director’s Cut  „OFDb filmworks“ mit Tonnen an Extras veröffentlicht.

FromBeyond__Digipak_AnsichtIch bat Ralph um ein kurzes Interview über die OFDb und das neue Projekt „OFDb filmworks“. Ralph verwies mich daraufhin an den Gründer und Chef der OFDb, Sascha Imme, der dann auch bereitwillig Rede und Antwort stand.

Zwischenzeitlich hatte auch Sebastian vom Review Corner ein Interview mit Sascha geführt, welches hier zu lesen ist. Sebastian hat dort  auch noch einmal die Geschichte der OFDb aufgerollt, und sein Interview konzentriert sich dann auch eher auf die Filmdatenbank und den Hintergrund der OFDb. Ich empfehle seinen Artikel als ideale Ergänzung zu meinem Interview unten, welches besonders im zweiten Teil dann mehr auf „OFDb filmworks“ eingeht. Und auf screen/read gibt es ebenfalls ein kurzes Portrait von „OFDb filmworks“.

Aber genug geschnackt. Hier nun das Interview mit Sascha Imme, Inhaber von „OFDb filmworks“ – einem Unternehmen aus Bremen.

Fimforum Bremen: Die OFDb dürfte jedem Filmfreund in Deutschland ein begriff sein. Aber für diejenigen, die die OFDb doch noch nicht kennen, worum geht es dort?

Sascha Imme: Vom Ursprungsgedanken her ist die OFDb eine Filmdatenbank, deren Wurzeln im Gegensatz zur IMDb nicht in den Filmographien (also den Personen) liegen, sondern in den medienübergreifenden Fassungen bzw. Veröffentlichungen des jeweiligen Films. Auch wenn OFDb und IMDb Filmdatenbanken sind, so ergeben sich hieraus dann doch fundamentale Unterschiede, die beiden Seiten allerdings ihre jeweiligen Stärken verschaffen.

Nach der Filmdatenbank kam der Shop und der Marketplace. Wann und warum habt Ihr Euch zu diesem Schritt entschlossen?

Ich wollte schon immer einen „Rundum-Service“ im Bereich Film anbieten. Damals gab es „nur“ den Bereich Information, d.h. man konnte sich in erster Linie über Filme und deren Fassungen informieren. Alle weiteren neuen Features sind dann logische Fortführungen: Im OFDb-Shop kann man Filme kaufen, in der Filmsammlung kann man sie online verwalten und im Marktplatz wieder verkaufen.

Alle diese Funktionen standen auch bereits sehr früh auf meiner persönlichen „Wunschliste“, konnten dann aber natürlich nur schrittweise eingeführt werden. Der Shop war allerdings mit das Erste, was nach Gründung der Firma im Jahr 2004 in Angriff genommen wurde – immerhin erwirtschaftet der Shop Geld, das für den Fortbestand der OFDb auch notwendig ist.

Wie viele Leute arbeiten heute für das Unternehmen OFDb?

Das Team in Bremen besteht aus sieben Leuten. Allerdings kann man die OFDb nicht allein auf die Mitarbeiter vor Ort beschränken. Neben den Co-Admins, die ehrenamtlich unermüdlich an der OFDb mitarbeiten, tragen ja auch Tausende von Besuchern zur OFDb bei, indem sie die Datenbank mit Inhalten bereichern.

Habt Ihr auch schon mal daran gedacht, auch ein stationäres Geschäft in Bremen zu eröffnen? Früher gab es ja mal „Cinemabillia“ in der Martinstr., heute kann man ausgefallenere Filme bei „Hot Shots“ kaufen. Trotzdem fehlt ein Filmgeschäft in dem man Stöbern und Klönschnack halten kann.

Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich befürchte auch, daß der Bremer Raum nicht der beste Ort für Geschäfte dieser Art ist. Natürlich gibt es auch in und um Bremen genügend Filmfans, aber um ein Ladengeschäft am Leben zu erhalten, ist wohl doch ein größeres Einzugsgebiet erforderlich.

Jetzt steigt ihr auch in die Produktion und den Vertrieb von DVDs und Blu-rays ein. Wie kam es dazu?

Auch hier geht es in gewisser Weise um die Fortführung des „Rundum-Service“, d.h. wir veröffentlichen künftig auch selber Filme, die wir als „gut“ erachten. Dennoch spielt auch ein weiterer Aspekt eine große Rolle: Als Filmfan sehe ich mir gerne Filme an. Warum sollte ich dies also nicht auch „beruflich“ machen?! Das Gefühl, Zeit und Liebe in eine Veröffentlichung zu investieren, die es unserer Ansicht nach verdient hat, empfinde ich als sehr positiv. Geben uns dann letztendlich auch die Verkaufszahlen recht, ist dies natürlich Lob und Belohnung gleichermaßen. Ob es dazu kommt, muß aber natürlich erst einmal die Zukunft zeigen…

Habt Ihr, angesichts des hart umkämpften Marktes auf dem gefühlt fast täglich neue Anbieter auftauchen, keine Angst, dass ihr Euch mit dem eigenen Verleih zu weit aus dem Fenster lehnt und letztendlich das ganze Unternehmen OFDb, so wie es heute ist, aufs Spiel setzt?

Jede unternehmerische Aktivität stellt grundsätzlich ein Risiko dar. Das Label-Geschäft ist zudem sicher etwas weiter von den bisherigen Aktivitäten der OFDb entfernt – dennoch ist man meiner Ansicht nach als Filmfan, der das Verleihgeschäft nicht allein durch die kaufmännische Brille sieht, durchaus ganz gut für diese Aufgabe geeignet. Oder zumindest erhoffe ich mir das…

Wir lehnen uns auch nur so weit aus dem Fenster, wie es die übrigen Geschäftsfelder zulassen. Sollte sich das Label nicht wie erwartet entwickeln, so wäre das zwar mindestens eine persönliche (und auch finanzielle) Enttäuschung. Die Existenz der OFDb würde aber nicht gefährdet werden; dies ist mir persönlich natürlich stets auch ein besonderes Anliegen bei allen Entwicklungen rund um die OFDb.

Wie seit Ihr auf „From Beyond“ als erste OFDb filmworks Veröffentlichung gekommen? Der Film ist ja noch immer indiziert und somit ein noch höheres Risiko als andere. Vor allem, weil ihr dadurch ja im Vertrieb eingeschränkt seit.

„From Beyond“ ist ein Klassiker, der mir selber schon immer sehr gut gefallen hat. Dass dies unser erster Titel werden wird, war im Grunde genommen ein sehr glücklicher Zufall, den ich durchaus auch als gutes Omen für die Zukunft sehe.

Eine Indizierung ist grundsätzlich ein erhebliches (vom Gesetzgeber gewolltes) Verkaufshemmnis. Dennoch liegt uns die Veröffentlichung sehr am Herzen und wir wollten von Anfang an keine Kompromisse eingehen. Ob mit oder ohne Indizierung, das Produkt soll so umfangreich werden wie möglich und dem Fan alles bieten, was die Studios hergeben. Zudem sind wir zuversichtlich, daß der geneigte Fan sich nicht durch eine Indizierung vom Kauf abhalten lassen wird.

Wo werden Eure Veröffentlichungen zu kaufen sein? Nur im eigenen Shop oder dann später bei „harmloseren“ Titeln auch bei den großen Internetversendern und den Elektro-Märkten?

Alle unsere Titel werden ganz normal in den Handel kommen; auch „From Beyond“ kann theoretisch überall bestellt werden, doch wird hier der größte Teil aufgrund der Indizierung und Limitierung wohl über die einschlägigen Online-Shops verkauft werden.

Unsere Neuheiten werden aber großflächig vertrieben und dann beispielsweise auch in den Videotheken zum Ausleihen zu finden sein.

Die zweite Veröffentlichung wird ja Ralph Bakshis eher unbekannterer Film „Coonskin“ sein. Wie seit ihr auf den Titel gekommen?

Auch hier war es mehr ein Zufall. Der Film war nicht geplant und uns ehrlich gesagt auch nicht wirklich bekannt. Nach einer kurzen Recherche sahen wir aber das Potential und konnten dann relativ spontan den Deal machen.

Auf dem Fantasy Filmfest seit ihr auch mit zwei Titeln („I Declare War“ und „Cold Blooded“) vertreten. Kannst Du darüber etwas sagen?

Ehrlich gesagt sind wir inzwischen sogar mit drei Titeln beim Fantasy Filmfest vertreten, von denen sogar zwei beim „Fresh Blood Award“ teilnehmen.

Dass wir als neues, kleines Label so stark beim Fantasy Filmfest vertreten sind, macht uns sehr stolz. Es ist eine schöne Bestätigung, dass auch andere Personen Gefallen an unseren Titeln finden. Das erste Feedback zu den Titeln ist zudem erfreulich positiv, d.h. unsere Titel gefallen offenbar nicht nur uns selber und den Organisatoren, sondern auch vielen Zuschauern.

In diversen Foren wird zur Zeit sehr hart über den Preis der „From Beyond“ Veröffentlichungen diskutiert. Viele denken, die Entscheidung, den Film nur als Blu-ray/DVD-Kombo raus zu bringen wäre pure Geldschneiderei. Was sagst Du den Leuten?

Ich denke, wir brauchen uns mit dem Preis nicht zu verstecken. Der UVP liegt bei 27,99 EUR. Bedenkt man, daß „From Beyond“ als ziemlich üppiges Paket mit sämtlichen erhältlichen Bonusmaterialien daherkommt und dass „nackte“ Österreich-Uncut-Mediabooks inzwischen schon häufig über 30 EUR kosten, dann finde ich den Preis durchaus angemessen.

Durch die Indizierung ist die Auflage natürlich zwangsläufig etwas geringer; eine höhere Auflage hätte vielleicht einen insgesamt niedrigeren Preis ermöglichen können.

Die Aufteilung in DVD und Blu-ray (darüber hatten wir tatsächlich auch nachgedacht) bringt die Schwierigkeit mit sich, die Mengen möglichst passend zu wählen – und das ist in der heutigen Zeit nicht ganz so einfach und hätte andererseits auch wieder die Kosten erhöht (zwei Produkte statt eines). Der jetzt gewählte Weg – ein wirkliches „Premium-Produkt“ zu einem konkurrenzfähigen Preis – schien uns daher der beste Weg zu sein.

Werden die kommenden Veröffentlichungen sich in einer ähnlichen Preisregion bewegen?

Man kann (wenn man dem Kunden gegenüber fair ist) nicht pauschal Preise festlegen. Bei „From Beyond“ haben die ganzen Extras aus verschiedenen Quellen die Kosten deutlich in die Höhe getrieben. Beim nächsten Titel kann dies wieder ganz anders aussehen. Anders gesagt: Wir legen unsere Preise produktbezogen fest und nicht „verpackungsbasiert“. Sorgen dieser Art sind also unnötig.

Gerade bei „From Beyond“ habt ihr ja sehr viel Wert auf die Extras gelegt, wodurch diese Veröffentlichung, die weltweit umfangreichste ist. Wird das bei den künftigen Veröffentlichungen so bleiben?

Wir werden grundsätzlich versuchen, ein möglichst umfangreiches Paket anzubieten. Natürlich legt nicht jeder Käufer auf Extras wert, aber viele Fans eines Films schätzen das Vorhandensein von Hintergrundinformationen. Bei „From Beyond“ hatten wir tatsächlich Glück, dass wir alles bekommen konnten, was der Markt her gab. Ich weiß nicht, ob das jedes mal gelingen wird, aber wir werden es zumindest jedes mal versuchen.

Gibt es schon Pläne für 2014?

Insgesamt haben wir 8 Titel in der Pipeline, die nach und nach erscheinen werden. Wir schauen uns zudem laufend nach Nachschub um, denn langfristig wollen wir mindestens eine Veröffentlichung pro Monat vorweisen.

Das Vorhaben, neben Neuheiten auch immer wieder Klassiker zu veröffentlichen, bleibt auch weiterhin bestehen.

Da drücke ich natürlich auch weiterhin kräftig die Daumen und bedanke mich für das interessante Gespräch.

 

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Das Bloggen der Anderen (26-08-13)

Von , 26. August 2013 20:52

bartonfink_type2– Wenn es nur einen Link gibt, den ihr in dieser Ausgabe anklickt, dann lasst es bitte diesen hier zu Leena May Peters Gedanken über „Drive“ auf Hard Sensations sein. Wobei es darin eigentlich gar nicht mehr um den Film geht, sondern um das Schreiben darüber und der in einer persönlichen Note endet, die mich sehr berührt hat.

– Silvia Szymanski hat ebenfalls etwas auf Hard Sensations geschrieben. Sie berichtet sehr ausführlich über ein Event, welches ich hier und anderswo schon sehr häufig erwähnt habe: Den Hofbauer-Kongress in Nürnberg, bei dem einige geladene Gäste sich vier Tage lang Filme ansehen, die häufig unter die Rubrik „schmierig“ fallen. Eines Tages, ja eines Tages… Ich hoffe weiterhin, einmal daran teilnehmen zu können, wenn sich meine neue familiäre Situation etwas entspannt hat. Ein paar Kontakte habe ich schon geknüpft, mal gucken, wie das weitergeht. Silvias sehr langer Bericht macht einem zumindest den Mund wässerig und deckt bei mir einige „Bildungslücken“ auf. So muss ich jetzt wohl dringend „Der Perser und die Schwedin“ finden, sonst ist es um meinen Seelenfrieden schlecht bestellt.

– Michael Schleeh hat auf nachtsichtgeräte den sehr frühen Fritz-Lang-Film „Harakiri“ von 1919 ausgegraben. Dieser galt als verschollen, ist jetzt aber in Amsterdam wieder aufgetaucht. Weitaus berühmter und sehr empfehlenswert: „Im Westen nichts Neues“, den er ebenfalls bespricht.

– Christian Liemke hat auf DVDuell eine 55-minütige Doku über den genialen Titeldesigner und Filmemacher Saul Bass gefunden.

– Harald Steinwender empfiehlt auf seinem Blog Themroc einige Bücher, an denen er mitgeschrieben hat. U.a. das Argento-Buch, welches ich beim letzten Mal bereits erwähnt und zu dem es hier demnächst auch eine Kritik geben wird.

– Roger Corman hat sehr viele Filme gedreht und die allermeisten sind billige Unterhaltung. Aber einmal wollte er ein Zeichen setzen und drehte einen Film mit einem ernsten Anliegen. Das war dann auch prompt derjenige, der als einziger Verluste einspielte. Das Rassismus-Drama „The Intruder“ mit William „Captain Kirk“ Shatner. Oliver Nöding hat ihn sich für Remember it for later angesehen.

– Nochmal Oliver Nöding und Remember it for later. Einen Reisebericht nach Zürich zu einer Vorstellung von „Andy Warhol’s Frankenstein“ im originären 3D. Aber eigentlich geht es um eine der schönsten Sache der Welt: Wenn man mit Gleichgesinnten unterwegs ist, endlich mal Blogger/Foren-Kollegen kennenlernt, zusammen eine tolle Zeit hat, stundenlang fachsimpeln kann und gemeinsam etwas erlebt. Darum freue ich mich auch schon wie Bolle auf das alljährliche Forentreffen von Deliria Italiano, welches mich in ein paar Wochen nach Magdeburg führen wird. Generell ist Internet ja schön und gut, aber nichts geht über einen persönlichen Kontakt von Angesicht zu Angesicht. Und wie ich bei Oliver lesen kann, ist das nicht nur meine Meinung 🙂

– Was für ein Zufall. Sascha Nolte hat „Andy Warhol’s Frankenstein“ auch gerade gesehen (vermutlich allerdings nicht in 3D in Zürich) und auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte darüber geschrieben.

– Eigentlich bespricht Patrick Holzapfel auf seinem Blog Jugend ohne Film den deutschen Film „Gold“ von Thomas Arslan, welchen er nicht besonders mag. Doch am Beispiel von „Gold“ lässt er auch seiner Enttäuschung über angepasste Filmemacher, die um Fördergelder zu bekommen Kompromisse eingehen – was zu den immer gleichen Standards führt -, freien Lauf. „Und dann sind wir beim weichgespülten deutschen Kino von Regisseuren, die sich den Förderlandschaften anpassen müssen statt gegen sie zu rebellieren. Es gibt immer wieder Ausnahmen natürlich, aber es scheint mir schon ein Problem zu sein, wenn Deutschlands beste Regisseure nicht mehr gegen das System kämpfen, damit sie drehen können und dürfen.“ Wieder einmal lesenswert.

– Den abschließenden Bericht von Lukas Foerster über das Filmfestival in Locarno findet man wie gewohnt auf cargo.

– Seijun Suzuki kennt man von seinen irrsinnigen Yakuza-Filmen aus den 60ern. 1980 drehte er einen schönen Film, der auf den ersten Blick so gar nicht in sein bisheriges Werk passen will: Die Literaturverfilmung „Zigeunerweisen“, welche Klaus Wiesmüller auf seinem Blog Japankino vorstellt.

– Ich freue mich immer, wenn ich mal Gelegenheit habe Schlombies Filmbesprechungen hier mit unter zu bringen. Der Anlass diesmal: Eine weitere Besprechung meines Lieblingsfilmes aus meiner Teenager-Zeit. „The Terminator“.

– Genrekino aus Deutschland wird ja an einigen Ecken des Netzes immer wieder vehement geordert. Nun, es gibt regelmäßig Genreproduktionen, die aber entweder vom Publikum nicht angenommen werden und darum untergehen – oder schlicht und ergreifend nicht wirklich toll sind. „Lost Place“ von Thorsten Klein scheint laut Frank Schmidke auf cinetastic zur letzteren Kategorie zu gehören. Das ist schade. Aber mittlerweile erwarte ich das schon fast von deutschen Produktionen, die sich unbedingt einen hippen, englischsprachigen Titel geben müssen.

– Im Übergang von Kindheit zur Jugend war Cary Grant einer meiner liebsten Schauspieler. So wie er wollte ich auch gerne sein. Schön, wenn ich jetzt auf Magazin des Glücks lese, dass es mir nicht allein so ging.

– Auch wenn man es bei dem Titel glauben mag: Der ungarische Film „Szindbád“ von Zoltán Huszárik hat nichts mit orientalischen Abenteuern und Zyklopen zu tun, sondern ist ein melancholisch-düsteres Drama in wunderschönen Bildern, wie die Eule auf Filmtagebuch der Eule zu berichten weiß. Zudem bespricht die Eule den sowjetischen Film „You and Me“ von 1971, der sich sehr interessant anhört.

– Auf stubenhockerei schreibt Malina über den Film „Der silberne Planet“ von einem meiner großen Helden: Andrzej Zulawski. Ein sehr schöner Text, der ziemlich genau auch meine Meinung zum Film (den ich übrigens auch nicht zur Gänze verstanden habe) widerspiegelt.

– Ich freue mich immer, wenn hier auch mal Blogs auftauchen, die bisher nicht vertreten waren. In diesem Falle Freude am Film, auf dem Michael Gruhl Victor Sjöströms „Fährmann des Todes“ vorstellt.

– Und noch ein neuer Name. Seit langem warte ich darauf endlich mal einen Artikel von DasDingAufDerSchwelle vorzustellen. Wer seinen Namen aus einer Geschichte von H.P.Lovecraft entlehnt, hat das mal verdient. Also, hier sein „Festival-Ticker“ vom Fantasy Filmfest.

– Na, wer war alles vor ein paar Wochen auf dem Favourites Filmfestival in Bremen, über das ich hier schrieb? Cutrin von Filmosophie war zwar nicht in Bremen dabei, aber in Berlin und hat einen langen Erlebnisbericht über das „andere FFF“ geschrieben.

– Schon mal als Vorgeschmack auf meinen eigenen OFDb-Artikel, den ich wohl morgen Abend online stelle, hier noch ein kleines Portrait, welches auf screen/read erschienen ist.

DVD-Rezension: „Battle of the Damned“

Von , 25. August 2013 22:16

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Ex-Soldat Major Max Gatling (Dolph Lundgren) wird mit seiner Söldner-Truppe von einem mächtigen Mann engagiert, um dessen Tochter Jude (Melanie Zanetti) zu finden. Diese befindet sich allerdings in einer malaysischen Stadt in der ein Experiment mit Biotechnologie fehlgeschlagen ist. Seither sind die Bewohner mit einem Virus infiziert, der sie zu rasenden Bestien macht. Daher steht die Stadt steht unter Quarantäne und ist vom Militär komplett abgeschottet. Nachdem seine Truppe durch die Infizierten dezimiert wurde, macht sich Gatling allein auf den Weg das Mädchen zu finden…

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Dolph Lundgren gegen Zombies. Eigentlich reicht dieser Satz schon, um den „Battle of the Damned“ zusammenzufassen. Man bekommt genau das,was man sich darunter vorstellt. Einen preisgünstig hergestellten B-Film, der sich ganz auf seinen Hauptdarsteller verlässt und das Rad nicht neu erfindet. Tatsächlich kennt man die hier gezeigten Situationen zu genüge, vor allem die „Familie“, die sich die „Verdammten“ nennt und seine Leben in einem verbarrikadierten palastartigen Gebäude eingerichtet hat. Komplett mit Liebespaar, Handlangern und dem „Übervater“, der vorgibt nur das Beste für die Gruppe zu wollen, tatsächlich aber nur seine Machtposition verteidigt. Das hatte man zuletzt in „Toy Story 3“ viel besser gesehen. Immerhin wird sein Charakter noch etwas hintergründiger in Szene gesetzt, als der seiner beiden Handlanger oder seiner Geliebten, die von der schönen Oda Maria gespielt wird, was es schade macht, dass man so wenig von ihr zu sehen bekommt.

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Ansonsten konzentriert sich der Film ausschließlich auf Max Gatling und Jude, sowie mit Abstrichen auf Judes Geliebten Reese (eine Hommage an „Terminator„?), der von Matt Doran gespielt wird, welcher dabei an seinen limitierten schauspielerischen Fähigkeiten scheitert. Der Star ist aber Mit-Produzent Dolph Lundgren, der mit seiner beeindruckenden Präsenz den Film dominiert. Aber er ist älter geworden. Was ihm einerseits sehr gut steht, andererseits seine Kampfszenen sehr schwerfällig erscheinen lässt. Wenn er Tritt verteilt, hört man ihn förmlich ächzen und muss ihm die Daumen drücken, dass er noch die Beine hoch bekommt. Auch humpelt er den Film über, was aber aus der Handlung heraus nicht erklärt wird. Aber das ist eigentlich auch zweitrangig, denn Lundgrens wichtigste Aufgabe ist es, grimmig in die Gegend zu schauen, und das kann er ganz hervorragend, Ihm zur Seite steht Melanie Zanetti als rebellische Jude. Zanetti erledigt ihre Aufgabe gut und wirkt durchaus glaubwürdig in einer Rolle, in der sie abwechselnd das verletzliche Mädchen und die zähe Kämpferin geben muss. Da fragt man sich unwillkürlich, wie sie sich in so einen Schlaffi, wie Reese verlieben kann.

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Zu Beginn des Filmes wird der Zuschauer Mitten hinein in die Handlung geworfen. Lundgren und sein – dort noch vorhandenes – Team kämpfen in einer toten Betonstadt gegen Zombies. Oder „Infizierte“, wie man das heute gerne nennt, damit sie schneller rennen können. Das Ganze geht 15 Minuten und mehr als einmal wanderte dabei meine Hand zum „Aus“-Knopf auf der Fernbedienung. Die Szenen sind so schnell geschnitten und die wackelig gefilmt, dass man wirklich kaum was erkennen kann und das hyperreale, zitternde Bild einfach nervt. Der Film ist auch in einer 3D-Fassung erscheinen, und in Anbetracht der Unansehbarkeit der Bilder in der 2D-Fassung, frage ich mich, wie das funktionieren soll. Wenn man dann nach 15 Minuten endlich den Vorspanntitel erreicht hat, werden die Bilder ruhiger und augenfreundlicher.

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Die Stadt in Malasiya, die als Kulisse fungiert, ist perfekt für diesen Film. Sie besitzt einen eigenen, hässlichen und doch auch exotischen Charme, der sich von den immer gleichen osteuropäischen Plattenbausiedlungen abhebt. Ein netter, wenn auch sehr trashiger Touch ist das plötzliche Auftauchen von Killer-Robotern, die Regisseur Christopher Hatton aus seinem vorherigen Film „Robotropolis“ recyclt. Bis auf den Überraschungseffekt, tragen diese zwar nicht viel zum Film bei, sind aber nett anzuschauen und sorgen für einen schönen What-the-Fuck-Moment, wenn einer von ihnen von den Zombies infiziert wird (?). Und der gute alte Dolph darf natürlich so etwas wie eine Freundschaft zu einem der stählernen Krieger aufbauen, was für einen leichten Humor sorgt. Schade, dass der Film nicht mehr solchen herrlich bescheuerten Ideen aufwartet.

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„Battle of the Damned“ ist ein kostengünstiges B-Action-Filmchen von der Stange, welches ganz um seinen stoischen Hauptdarsteller und einzigen Star herum gebaut wurde. Allerdings kann es durch seine Zombie-Thematik und den plötzlich auftauchenden Killer-Robotern für recht ordentliche Unterhaltung auf niedrigem Niveau sorgen.

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Die deutsche Fassung und der englische Originalton klaffen manchmal sehr stark auseinander und geben einigen Szenen eine ganz andere Bedeutung. Z.B. wenn Dolph Lundgren im Original sagt „I’m a fucking son of a bitch“ und im deutschen ein „Was bin ich für ein Teufelskerl“ daraus wird. Die Bild- und Tonqualität sind gut, Extras findet man bis auf einige Trailer keine.

DVD-Rezension: „Gallowwalkers“

Von , 24. August 2013 12:02

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Im wilden Westen. Auf Aman (Wesley Snipes) lastet ein Fluch. Alle Schurken, die er erschießt kommen als Dämonen zurück auf die Erde und müssen noch einmal durch einen gezielten Kopfschuss in die Hölle zurück befördert werden. Und da Aman einst in einem Akt der Rache eine ganze Banditenbande über den Haufen geschossen hat, hat er jetzt eine Menge damit zu tun, seine Opfer wieder unter die Erde zu bringen. Dafür sichert er sich die, nicht ganz freiwillige, Hilfe des jungen Revolverhelden Fabulos (Riley Smith).

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„Blade is back“ schreit es einem vom Cover der „Gallowwalkers“-DVD entgegen. Und tatsächlich hat man vom „Blade“-Darsteller Wesley Snipes schon lange nichts mehr gehört. Was daran liegt, dass ihn die US-Steuerbehörde für drei Jahre hinter Gitter geschickt hat, da er es mit den Abgaben an den Staat nicht so genau nahm. Interessanterweise ist „Gallowwalkers“ aber schon vor seinem Ausflug hinter schwedische Gardinen entstanden. 2006 begannen die Dreharbeiten, zogen sich dann lange hin und wurden durch Snipes Ärger mit der Justiz noch einmal verzögert. Warum der Film dann trotzdem 6 Jahre brauchte, um das Licht der Mattscheiben zu erblicken ist mir unbekannt. Manchem wäre es vielleicht auch lieber gewesen, er wäre in der Versenkung verschwunden. Nun ist er plötzlich zu Wesley Snipes Comeback-Film geworden. Hätte Snipes das geahnt, hätte er sich vielleicht etwas mehr angestrengt.

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Aber beginnen wir mit dem Positiven. „Gallowwalkers“ wurde in Namibia gedreht und macht einen wunderbaren Gebrauch von der Wüste. Kameramann Henner Hofmann fängt die Weite des Landes und seine ursprüngliche Schönheit wunderbar ein. Fast jedes Bild eignet sich für einen beeindruckenden Screenshot. Wie es sich für einen Western gehört, werfen sich Prota- und Antagonisten auch immer wieder in Pose, was vielleicht etwas zu viel des Guten ist, aber sehr häufig auch zu schönen Bildern führt. Auch die Musik kann – teilweise – die gute Stimmung hochhalten. Doch all dies hilft nichts, wenn man ein wirres und vor allem extrem unlogisches Drehbuch schreibt, welches ständig zwischen „Hä?“ und „Oh, Mann“ wechselt.

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Nun erwartet wahrscheinlich niemand, dass ein Film, der sich um Zombie-Banditen im Wilden Westen dreht, großartig Logik. Natürlich ist das absurd, aber Regisseur und Drehbuchautor Andrew Goth (kein Pseudonym) schafft es auch nicht eine innere Logik zu entwickeln. Ständig widerspricht sich der Film. Wenn nur der von Wesley Snipes gespielte Held Getötete zu Zombies machen kann, wo kommen dann plötzlich die zwei Handlanger des Priesters am Anfang her. Ja, wieso rennt der überhaupt in Priester-Kleidung herum und hat Handlanger? Und wenn sich die „Untoten“ ständig häuten müssen, warum sehen einige von ihnen dann noch immer so aus, wie in den zahlreichen Rückblenden, während der Anführer sein Äußeres wechselt? Der Film strotzt nur so von solchen Unerklärlichkeiten, die dem Zuschauer ständig das Gefühl geben, er hätte etwas verpasst.

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In einer recht eindrucksvollen Szene wird in einer merkwürdigen Stadt, deren Bewohner eine seltsame Haartracht tragen (überhaupt besticht der Film durch die mit Abstand hässlichsten Perücken der letzten Jahrzehnte) ein Galgen aufgebaut und ein Sheriff hält große Reden. Aber was dass alles soll und warum der Anführer der Untoten es für eine „herausragende Idee“ hält, bleibt im Dunkeln. Und so reiht sich eine inkohärente Szene an die nächste. Was schade ist, denn aus der generellen Idee hätte man mehr machen können. Ärgerlich auch Andrew Goths etwas zu große Vorliebe für „Spiel mir das Lied vom Tod“ aus dem er einige Szenen klaut, wie z.B. den gesamten Anfang mit den drei Priestern, wo er teilweise sogar Dialoge aus Leones Meisterwerk übernimmt. Daran verhebt er sich dann aber gewaltig.

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Die Schauspieler sind bestenfalls Durchschnitt. Kevin Howarth spielt seinen Oberschurken zwar mit sehr viel Inbrunst, doch hat man das alles schon mal gesehen und so wirkt er dann doch eher wie eine Parodie auf bessere Schurken. Seine Handlanger bekommen nicht viel zu tun und dürfen – wie die großbusige Simona Brhlikova – pittoresk in der Ecke stehen oder mal durch das Bild huschen. Am Ende werden sie eh alle (zu) schnell Kanonenfutter für Snipes. Dieser steht zum größten Teil ebenfalls leblos in der Gegend herum oder guckt angestrengt. Seine tragische Hintergrundgeschichte weiß dabei auch nicht zu überzeugen und kommt als lupenreines Klischee daher. Riley Smith als sein zunächst unfreiwilliger Helfer, muss erst einmal gegen eine grottenhäßliche und schrecklich künstlich aussehende Perücke im Pumukel-Stil anspielen. Nach dem „Haarschnitt“ fällt er dann zumindest nicht mehr negativ auf. Und welche Rolle Tanit Phoenix spielt, außer ein willkommener Anlass zu sein, ein prall gefülltes Dekolletee zu filmen, weiß Regisseur und Drehbuchautor Andrew Goth allein.

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Während Kevin Howarth noch ein gewissen „camp“-Faktor mitbringt, nehmen alle anderen Schauspieler ihre Rollen bitter ernst – und kümmern sich gar nicht erst darum. So taugt der Film auch nicht groß als unterhaltsamer Trash. Dafür macht er nicht genug Spaß und gefällt sich zu sehr in seinen dramatischen Posen. Auch ist das Drehbuch zwar wirr, aber nicht verrückt genug, um einen vom Hocker zu reißen. Dies mag aber vielleicht auch an der nicht gerade unproblematischen Entstehungsgeschichte liegen.Und mit dem „Daywalker“ Blade hat der ähnlich klingende „Gallowwalkers“ natürlich rein gar nichts zu tun. Es tauchen ja nicht einmal Vampire auf. Auch wenn sich die Untoten scheinbar über die Lebenden hermachen.

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„Gallowwalkers“ ist ein wunderschön photographierter, letztendlich aber reichlich inhaltsleerer Flickenteppich aus sich widersprechenden Ideen, durch den sich in der Hauptrolle ein lustlos aufspielender Wesley Snipes schleppt. Die Geschichte hätte weitaus mehr Potential für ein amüsantes Western-Horror-Crossover gehabt, scheitert allerdings am wirren, zum Teil sinnlosen Drehbuch, sowie dem eigenen Pathos.

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Die Ascot Elite DVD hat ein gutes, wenn nicht perfektes Bild. Gerade in den vielen blauen Flächen kommt es immer wieder zu leichtem Rauschen und auch ist das schwarz eher ein sehr tiefes grau. Als Extras bekommt man einige Interviews geliefert, die noch während der Dreharbeiten aufgenommen wurden und die Darsteller dementsprechend gut gelaunt und motiviert zeigen. Ob das 6 Jahre später bei der Veröffentlichung des Filmes immer noch der Fall wäre, darüber kann nur spekuliert werden.

Originalfassungen in Bremen: 22.08.13 – 28.08.13

Von , 21. August 2013 21:20

Die neue Woche ist nicht gerade aufregend, aber immerhin kann man in der Schauburg den neuen Film von Sofia Coppola im Original schauen. Und das ist doch schon mal etwas.

Pain & Gain – Cinemaxx, Do., Sa. und Di. immer um 19:45 – Michael Bays „kleiner“ Film. Nach seinen millionenschweren Mega-Blockbustern wollte es Herr Bay mal etwas ruhiger angehen lassen und lässt Mark Wahlberg und Dwayne „The Rock“ Johnson zwei tollpatschige Bodybuilder spielen, die einen reichen Geschäftsmann entführen. Die Komödie soll auf einer wahren Begebenheit beruhen.

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Elysium – Cinemaxx, Fr.+So. um 19:45 – Der neue SF-Film von Neill Blomkamp (District 9). Matt Damon spielt darin den Arbeiter Max, der im Jahre 2154 gegen die luxuriöse Raumstation Elysium rebelliert, in der sich die Reichen auf Kosten der Arbeiter ein schönes Leben machen. Seine Gegenspielerin spielt Jodie Foster.

The Bling Ring – Schauburg, So., 25.8. um 21:30 – Sofia Coppolas letzter Film „Somewhere“ war mein Favorit des Jahres 2011. Meine Frau fand ihn fürchterlich langweilig. Jetzt bin ich auf Frau Coppolas neustes Werk gespannt, welches scheinbar altbekannte Themen aus „Marie Antoinette“ und „Somewhere“ variiert. Das leere Leben der Reichen und Schönen am Beispiel einer Bande verwöhnter Beverly-Hills-Gören, die zum Spaß Einbrüche und Diebstähle begehen.

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Frances Ha – Schauburg, Mi., 28.8. um 19:30 – Ich zitiere mal Christian von DVDuell aus den Kommetnaren: “Der ist wirklich ganz und gar hinreißend. Greta Gerwig gibt den liebenswürdigsten Trampel des Filmjahres. Des Sommers kann ich nicht sagen, denn ich habe den Film im Winter während der Berlinale gesehen.”

Mr. Morgan’s Last Love – Gondel, So. um 21:00 und Mo. um 14:30 – Eine Liebesgeschichte, die Sandra Nettelbeck mit dem großen Michael Caine gedreht hat. Er spielt einen Amerikaner in Paris, der seit sich seit dem Tod seiner Frau von der Welt zurückgezogen hat. Die Begegnung mit der jungen Pauline (Clémence Poésy) reißt ihn aus seiner Lethargie.

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Der große Diktator – City 46, Do.+So. um 20:30 – Ein letztes Mal spielte Chaplin in diesem Film eine seinem Tramp nahestehende Figur. Einen armen jüdischen Barbier. Und gleichzeitig auch eine geniale Hitler-Parodie namens Hynkel. Der Film läuft nun noch einmal im Rahmen des Chaplin-Festivals, über das ich hier bereits berichtet habe.

Moderne Zeiten – City 46, Mo., Di., und Mi. um 20:30 – O-Fassung kann man hier kaum sagen, da es sich hier um einen SEHR späten Stummfilm handelt. Da der Tonfilm 1936 allerdings schon sieben Jahre alt war, machte Chaplin in einem seiner berühmtesten Filme, Zugeständnisse und lässt einige wenige Charaktere reden. Der Tramp selber allerdings blieb stumm – bis auf ein herrliches Nonsenses-Lied, welches er hier zum Besten gibt.

Französische Sneak Preview – Atlantis und Gondel, beide Mi., 28.08. um 21:00

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 27.08. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 27.08. um 21:45

DVD-Rezension: „The Berlin File“

Von , 20. August 2013 21:49

berlinfile Der unerkannt in Berlin untergetauchte nordkoreanischen Agenten Jong-Seong Pyo (Jung-woo Ha) hat plötzlich eine Menge Probleme. Nicht nur ist ihm der südkoreanische Geheimdienst, in der Gestalt des Agent Jeong Jin-soo (Suk-kyu Han), auf den Fersen, angeblich plant seine schwangere Frau (Gianna Jun) nach Südkorea überzulaufen und ein skrupelloses Mitglied (Seung-beom Ryu) aus dem nordkoreanischen Staatsdienst taucht in der deutschen Hauptstadt auf und scheint es auf ihn abgesehen zu haben. Bald schon kann Jong-Seong niemanden mehr trauen…

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Das Konzept einen Spionage-Thriller über Agenten eines geteilten Heimatlandes in der ehemals geteilten Stadt Berlin spielen zu lassen, ist recht schlüssig. Es ist auch immer wieder interessant zu sehen, wie Deutschland – oder zumindest deutsche Örtlichkeiten – durch die Augen ausländischer Filmemacher wahrgenommen werden. Das Berlin in „The Berlin File“ wirkt recht exotisch. Die pittoresken, von alten Fassaden gesäumten Straßen sind menschenleer. Wenn Luftaufnahmen eingespielt werden, macht Berlin eine beinahe futuristischen Eindruck. Anders in den Innenräumen. Diese wirken, wie aus einem Spionage-Film der 60er Jahre. Eng, dunkel, trostlos. Immer mit einem Hauch von Verfall und Klaustrophobie. Und wie in den 60ern, ist Berlin noch immer ein Tummelplatz der Agenten. Egal ob nord- und südkoreanischer Geheimdienst, CIA oder Mossad. Alle gehen hier ihren dreckigen Jobs nach, intrigieren gegeneinander oder stecken sich klammheimlich Informationen zu. Als sei die Zeit stehengeblieben.

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Regisseur Ryoo Seung-wan macht es einem nicht leicht. Gleich zu Beginn stürzt er den Zuschauer ohne weitere Erklärungen in eine Geheimdienstaktion, an welcher eine Vielzahl von Parteien beteiligt sind. Wer zu wem gehört, wer welche Agenda verfolgt und wer die handelnden Personen eigentlich sind, bleibt unklar. Weshalb man dem Ganzen auch recht leidenschaftslos folgt, und die nachfolgende Actionszene ganz ohne emotionale Bindung auskommen muss. Leider hat sich Ryoo Seung-wan dazu entschlossen, dieses Konzept durch den größten Teil des Filmes zu ziehen. Dies bringt einerseits eine etwas überkomplizierte Erzählweise mit sich, andererseits fehlt auch eine Identifikationsfigur. Der nominelle Held Jong-Seong Pyo hat keine Hintergrundgeschichte, seine Aktionen sind nicht immer nachvollziehbar, und generell haben die handelnden Personen dem Zuschauer gegenüber oftmals einen großen Wissensvorsprung. Somit fällt das Mitfiebern mit einer der Figuren aus.

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Ob Jong-Seong Pyo nun zu den Guten oder den Bösen gehört, bleibt ebenso unklar, wie die Frage, wer überhaupt die Guten und die Bösen sind. Obwohl dieses Herangehensweise sehr interessant ist, arbeitet sie doch gegen die Inszenierung dieses Films, der als lupenreiner Action-Thriller daherkommt. Um ein Konzept der diffusen Motivationen und Zugehörigkeiten zu tragen, müsste der Film komplexer und vor allem der Hauptcharakter mysteriöser gestaltet sein. Mysteriös ist Jong-Seong Pyo aber nicht. Eher hat man das Gefühl, dass diese Figur nicht wirklich ausgefüllt ist. Etwas mehr Zuwendung seitens der Drehbuchautoren bekommt der südkoreanische Agent Jeong Jin-soo, der – immerhin handelt es sich hier um eine südkoreanische Produktion – scheinbar für die Guten stehen soll. Leider ist Jeong Jin-soo derartig unsympathisch und verhält sich so verbohrt und dumm, dass man zwangsläufig seinem Widerpart die Daumen drückt. Aber nicht, weil man eine gewisse Empathie für ihn entwickelt hat, sondern ausschließlich, weil da niemand anderer ist, dem man seine Sympathie entgegen bringen könnte.

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Gianna Jun als Ehefrau ist leider auch tendenziell verschwendet. Zwar macht sie ihre Sache sehr gut und man hat in der Tat Zweifel, auf wessen Seite sie steht. Aber aus diesem interessanten Charakter hätte man letzten Endes doch noch mehr herausholen können. So wirkt sie nicht wie eine eigenständig handelnde Person, sondern eher wie schmückendes Beiwerk und Motor für Jong-Seong Pyos Handlungen. Scheinbar liegt die Sympathie des Regisseurs ganz auf dem wirklich bösartigen Schurken, den er dann auch gleich mit seinem Bruder Seung-beom Ryu besetzt hat. Und dieser nimmt die dankbare, wenn auch recht stereotype, Rolle gleich fest in beide Hände. Mit sichtlichem Vergnügen gibt er den intriganten, mörderischen Bösewicht und verleiht diesem psychopathische Züge. Auch sonst scheut sich Regisseur Ryoo Seung-wan nicht, seine „exotischen“ Figuren mit groben Pinsel zu zeichnen. Sei es der muslimische Gangster, dem der irrsinnige Fanatismus förmlich aus den Augen springt, oder der feiste – und natürlich korrupte – deutsche Politiker.

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Die Actionszenen inszeniert Ryoo Seung-wan allerdings mit sicherer Hand. Zwar stand – wie so oft – die Bourne-Trilogie hier Pate, aber eine ganze Zeit lang schafft Ryoo Seung-wan es, einen dynamischen Realismus zu erzeugen. Bis er dann in der zweiten Hälfte des Filmes dann doch der Versuchung erlegt, immer noch einen drauf setzen zu müssen und der Computer kräftig nachhilft. Was besonders im explosiven Finale unangenehm aufstößt, wenn die Flammen doch stark nach Computerspiel und nicht unbedingt wie echtes Feuer aussehen. Aber wenn Ryoo Seung-wan nüchtern zur Sache geht und nicht gerade das Spektakel sucht, gelingen ihm mitreißende Szenen.

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„The Berlin File“ ist ein interessanter und durchaus spannender Film, dem leider häufig seine überkomplizierte Erzählweise und das Fehlen einer echten Identifikationsfigur im Wege steht. Die Actionszenen und die Kameraarbeit können überzeugen, doch der Spagat zwischen einem ernsthaften, ambivalenten Spionage-Thriller und spektakulärem, unterhaltsamen Actionfilm will nicht immer so recht gelingen.

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Die DVD von Splendid ist in Bild und Ton wieder einmal ohne jeden Makel. Gerade der Ton weißt eine hohe Dynamik und gute Abmischung auf. Auf Extras muss man allerdings verzichten, was Schade ist. Gerade hier hätte man doch gerne ein paar Worte der Macher über die Hintergründe und ihre Motivation gehört.

Das Bloggen der Anderen (19-08-13)

Von , 19. August 2013 20:59

barton_klein– Im Verlag Bertz & Fischer ist das von Michael Flintrop und Marcus Stiglegger herausgegebene Buch “Dario Argento: Anatomie der Angst” erschienen, wofür Mitautor Oliver Nöding auf Remember it for later völlig zu recht etwas Werbung macht.

– Zum Geburtstag des großen Meisters Alfred Hitchcock, hat Martin Beck auf Reihe Sieben einige Dokus und Zusammenschnitte aufgetan.

– Und Rainer Knepperges hat auf new filmkritik in einer sehr hübschen Bildergalerie einige Charaktere aus Hitchcocks Filmen die Frage stellen lassen: „Mr. Hitchcock, was haben sie da gemacht?“.

– Vor einiger Zeit schaute mein liebe Ehefrau auf ihrem Laptop einen Film (völlig legal übrigens, war ein Stream von TVP). Sie war recht angetan und fand ihn nicht nur gut gemacht, sondern auch interessant. Auf meine Nachfrage, welcher das denn gewesen sei, sagte sie „Mondo Cane“. Da fiel mir erst einmal die Kinnlade runter. Aber tatsächlich hat ja der erste Mondo-Film, nicht viel mit den ekligen Exzessen der 70er und 80er Jahre zu tun. In diesem Zusammenhang empfehle ich ausdrücklich den Artikel über „Mondo Cane“, den Udo Rotenberg auf L’amore in città geschrieben hat. Und zudem den extrem zynischen Spielfilm „Das wilde Auge“ in dem Mit-Regisseur Paolo Cavara mit Gualtiero Jacopetti abrechnet.

– Patrick Holzapfel hat auf Jugend ohne Film einen sehr schönen und wütenden Text mit der Überschrift „Kino ist eine Insel“ geschrieben. Darin fragt er: „Wie kann es beispielsweise sein, dass es in vielen deutschen Großstädten keine Möglichkeiten gibt Filme im Originalton zu sehen, wie kann es sein, dass international anerkannte Filmemacher oft gar keinen oder einen unheimlich verspäteten Kinostart bekommen, wie kann es sein, dass sich diese riesige Diskrepanz auftut zwischen Festivalmarkt und Kinomarkt, wie kann es sein, dass Autorenfilm kritisiert wird, wie kann es sein, dass Kinoliteratur im Internet und Zeitschriften den großen Filmen hinterherrennt statt auf die kleinen aufmerksam zu machen, wie kann es sein, dass es weit mehr Fotos von jungen, schönen Regisseuren und stylishen Kameramännern auf Facebook gibt, als Filme, wie kann es sein, dass man nach 120 Jahren Filmgeschichte noch immer Inhalten und Themen hinterherrennt statt Film endlich ernsthafter zu behandeln?“

– In der 12. Filmbesprechung in ihrer Reihe “Forced Entry – Vergewaltigung im Film”, wenden sich Silvia Szymanski und Maria Wildeisen auf Hard Sensations einem Klassiker des „Golden Age of Porn“ zu: „The Defiance of Good“. ebenfalls auf Hard Sensations: Jamal Tuschick schreibt es zwar nicht direkt, aber man wird das Gefühl nicht los, dass ihm der theaterhafte „Gold“ von Thomas Arslan nicht wirklichg efallen hat.

– Was? Ich habe gar nicht mitbekommen, dass der wunderbare Michel Gondry einen neuen Film gedreht hat. cutrin von Filmosophie hat „Der Schaum der Tage“ bereits gesehen und findet ihn fast schon zu perfekt.

– Ich wusste gar nicht, dass Keanu Reeves a) Fan von Martial-Arts-Filmen aus Hongkong und b) seit Neustem auch Regisseur ist. Noch überraschter bin ich allerdings, wie ich auf Schneeland nachlesen konnte, dass er einen Martial-Arts-Film namens „Man of Tai Chi“ drehte. Die Hauptrolle spielt sein Stuntman und Lehrer aus „Matrix“, Tiger Hu Chen, und das Ganze soll laut Michael Schleeh gar nicht mal so schlecht sein.

– Darüber ärgere ich mich auch sehr. Die Action-Sequenzen moderner Actionfilme werden immer standardisierter und austauschbarer. Wackelkamera und Schnitt-Chaos. Das hat allerdings nicht immer ästhetische, sondern oftmals handfest kostensparende Gründe, wie der Drama Blog erklärt.

– Locarno, Locarno, Locarno. Vom großen und wichtigen Festival in der Schweiz berichten Lukas Foerster auf cargo und Michael Sennhauser auf Sennhausers Filmblog. Michael Sennhauser hat u.a. den neuen Film des brillanten Kiyoshi Kurosawa, „Real“, und den „Amer“-Nachfolger „L’étrange couleur des larmes de ton corps“ von Hélène Cattet und Bruno Forzani gesehen. Während beide Bogger ersteren mögen, Lukas Foerster sogar sehr, sind ihre Reaktionen auf letzteren doch eher unterkühlt.

– Einen weiteren, zusammenfassenden Locarno-Bericht hat auch Hannes Brühwiler auf critic.de veröffentlicht.

– Weiter geht es mit der Jacques-Tourneur-Retrospektive auf Textures in light. Diesmal ist „Die Piratenkönigin“ dran. Und auch Annika ist auf Die Filme, die ich rief, bei Tourneur angekommen und berichtet von ihren Erlebnissen mit den „Katzenmenschen„.

– Darauf erst einmal eine ordentliche Ladung mit feinstem Trash. Heiko Hartmann nimmt sich auf Allesglotzer den unglaublich schmuddeligen „Patrick lebt“ von Mario Landi vor, und Xander hat auf Xanders Blog „Space Invaders“ entdeckt. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie wir den damals aus der Videothek geholt haben und auch nicht wussten, dass der Originaltitel „Killer Klowns From outer Space“ ist. Wir hatten uns damals auf jeden Fall köstlich amüsiert und soweit ich mich erinnere (und so schreibt es auch Xander), war der Film relativ ernsthaft gehalten, nur die Prämisse ist natürlich herrlich absurd. Ich glaube, ich guck mir den irgendwann mal wieder an. Ich müsste noch eine „Sicherheitskopie“ auf einem mittlerweile 25 Jahre altem VHS-Tape haben.

– Was für ein blöder Zufall. Da bereite ich gerade ein Interview mit Ralph von OFDb filmworks vor, da sehe ich, dass mir Sebastian vom Review Corner zuvor gekommen ist und sich auf seinem Blog mit dem Gründer der (im übrigen Bremer, siehe auch hier) OFDb, Sascha Imme, unterhält.

Stubenhockerei bespricht gleich mehrere sehr schöne Filme, die allesamt zu meinen Lieblingen gehören. Da wäre einmal der unglaubliche, seiner Zeit weit vorauseilende „Jingu“ von 1960, dessen legendäre Höllensequenzen noch heute ausgesprochen beeindruckend sind (gibt es für wenig Geld als DVD von Rapid Eye Movies). Dann „Drowning By Numbers“ alias „Verschwörung der Frauen“ des von mir sehr verehrten Herrn Greenaway. Und schließlich ein Film, der locker in meine imaginären Top10 aller Zeiten gehören würde, wenn ich eine solche Liste aufstellen würde: „Possession“ von Zulawski.

DVDuell hat die von 17 auf 55 Minuten erweiterte Doku “Staircases to Nowhere: Making Stanley Kubrick’s The Shining” verlinkt.

Für seinen 100. Blogeintrag auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte, hat sich Sascha Nolte etwas ganz besonderes ausgesucht. Ein wirklich „seltsamer“ Film, der dermaßen „drüber“ ist, dass man es kaum in Worte fassen kann. Die Rede ist von „Mad Foxes“, einem Film aus der Erich-C.-Dietrich-Schmiede, der selbst Dietrich zu durchgeknallt und verrückt war. Aber lassen wir mal zu seinem Jubiläum Sascha zu Wort kommen.

20. Internationales Filmfest Oldenburg: Erste Filmtitel bekannt gegeben

Von , 15. August 2013 21:33

Die 20. Ausgabe des Internationalen Filmfests Oldenburg (11.-15.September) wirft seinen Schatten voraus. Gerade eben wurde die ersten Filme bekannt gegeben. Scheinbar herrscht mittlerweile wieder Frieden und Harmonie zwischen den zerstrittenen Parteien, die insbesondere im letzten Jahr für einiges Getöse im Vor- und Nachfeld sorgten. Die Drohung, das Filmfest eventuell nach Bremen zu bringen, ist wohl auch ein für allemal aus der Welt. Zumindest verwundert es (wenn auch positiv), dass nach dem großen Streit, der auch vor Gericht endete, es diesmal sehr, sehr ruhig war. Nirgendwo wurden noch etwaige Streitigkeiten erwähnt oder auf der einen oder anderen Seite Unmut geäußert. Gut so, denn so kann man sich in Ruhe auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: Die Filme, die auf diesem sympathischen Filmfest gezeigt werden.

Die Ersten sind, wie gesagt, gerade verkündet worden. Einen Kracher habe ich leider noch nicht ausmachen können, aber das kann ja auch täuschen.

Ich übernehme mal die Beschreibung der aktuellen Pressemeldung und ergänze diese um eigene Gedanken, die mir spontan Weiter lesen '20. Internationales Filmfest Oldenburg: Erste Filmtitel bekannt gegeben'»

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