Originalfassungen in Bremen: 09.07.15 – 15.07.15

Man merkt in dieser Woche deutlich, dass das Kommunalkino in der Sommerpause ist. Auch die fehlende O-Fassung in der Gondel macht sich bemerkbar. Trotzdem haben die anderen Kinos ein recht vielseitiges Päckchen geschnürt.

Terminator: Genisys 3D – Cinemaxx, Fr./Die. jeweils 20:00  & Cinestar, So., 12.7. um 20:00– Der mittlerweile fünfte Film der Saga kann wieder mit dem Ur-Terminator Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle punkten und stellt eine Mischung aus Reboot und Fortsetzung dar. Der Original-“Terminator“ war für mich einer der wichtigsten Filme meines Lebens, sah ich ihn doch Mitte bis Ende der 80er Jahre unzählige Male auf Video und kannte jede Szene bis ins kleine Detail auswendig. Vielleicht sollte ich daher den neuen Film meiden, denn wie ich hörte, stellt er all das Liebgewonnene gehörig und auch unnötig auf den Kopf.

[youtube width=“620″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=rGSxss7gWak[/youtube]

Jurrasic World 3D – Cinemaxx, Mi., 15.7. um 20:00 – Höher, schneller, weiter – Mittlerweile vierter Teil des Dino-Franchises. Diesmal führt der Neuling Colin Trevorrow Regie und die Stars sind die Dinos.

Minions 3D – Cinemaxx, Do./Sa./So. immer um 20:00 – Spin-Off des Animationsfilms „Ich – Einfach unverbesserlich“, welches sich ganz um die Helfershelfer des Schurken dreht.

Die Frau in Gold – Schauburg, Mi., 15.7. um 16:30 – Spielfilm nach einer wahren Geschichte. Eine ältere Exilantin (Helen Mirren) fordert von der österreichischen Regierung jene Gemälde zurück, die die Nazis ihrer Familie einst geraubt hatten, darunter Gustav Klimts Gemälde der „Goldenen Adele“.

Escobar – Paradise Lost – Schauburg, So., 12.7. um 20:45 – Thriller-Drama um einen jungen Surfer der an der kolumbianischen Küste eine Surfschule eröffnet und sich in die Nichte des berüchtigten kolumbianischen Drogenbarons Pablo Escobar verliebt. Mit Benicio del Toro.

[youtube width=“620″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=pjEw1OX2aPA&spfreload=10[/youtube]

Senor Kaplan – Schauburg, Mo., 13.7. um 12:00 & Atlantis, So., 12.7. um 20:00 – Ein 76-jähriger Mann, der im 2. Weltkrieg von Europa nach Uruguay floh, will in seinem Leben noch eine Heldentat begehen. Als er zufällig einen untergetauchten Nazi aufspürt, scheint seine Chance gekommen. Uruguays Bewerbung um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film 2015.

Atlantic – Cinema, So., 12.7. um 12:00 – Niederländisch/Marrokanischer Spielfilm über einen jungen marokkanischen Fischer, der entlang der Atlantikküste hunderte Kilometer nach Norden surft.

Sneak Preview –  Cinemaxx, Mo., den 13.7. um 20:15

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 13.7. um 21:45

Veröffentlicht unter Film, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Ein Kommentar

Blu-ray Rezension: „Puppetmaster“

puppet_master_bdDie vier übersinnlich begabten Medien Alex (Paul Le Mat), Frank (Matt Roe), Dana (Irene Miracle) und Carissa (Kathryn O´Reilly) sind dem Ruf ihres ehemaligen Kollegen Neil (Jimmie F. Skaggs) gefolgt und haben sich in einem Hotel. Dort hatte vor fünfzig Jahre der Puppenspielers André Toulon, der einst seine Puppen mittels altägyptischer Magie zum Leben erweckte, Selbstmord begangen, bevor ihm sei Geheimnis von Nazi-Schergen entrissen werden konnte. Neal hatte dieses Geheimnis nun scheinbar enträtselt, ist aber kurz vor der Ankunft seiner ehemaligen Mitstreiter spontan verstorben. Während sich diese Vier noch wundern, was sie in jenem Hotel sollen, fällt die einzige Hausangestellte einem Mord zum Opfer…

Als Regisseur David Schmoeller im Auftrag von charles Band für dessen Low-Budget-Produktionsfirma Full Moon die Puppen tanzen ließ, konnte sicherlich noch niemand ahnen, dass hiermit der Startschuss zu einer der langlebigsten Horror-Serien überhaupt gelegt wurde. Ursprünglich gedreht, um sich noch schnell an den Erfolg von Stuart Gordons „Dolls“ und vor allem dem Hit „Chucky, die Mörderpuppe“ zu hängen, bringt es das Puppentheater mittlerweile schon auf sage und schreibe 10 Teile plus einem Crossover mit der ebenfalls von Full Moon produzierten „Demonic Toys“-Reihe. Schaut man sich heute noch einmal den ersten Teil der Saga an, kann man kaum glauben, dass daraus ein solch populärer Franchise wurde. Besonders spektakulär oder gar gruselig ist der Film weiß Gott nicht geraten. Eher gemütlich und mit dem Herz am rechten Fleck.

Dass Schmoeller – der übrigens auch den von Stephen King hochgelobten „mordende Schaufensterpuppen“-Film „Tourist Trap“ verantwortlich war – nicht viel Geld zur Verfügung stand, merkt man nicht nur an dem doch recht begrenzten Drehort und dem wenigen Personal, sondern auch an den Special Effects. Häufig wirken die Puppen, wie einfach mal kurz in die Kamera gehalten. Wenn sie sich bewegen, hat dies dann auch mehr den Anflug „von durch die Gegend schieben“, als von bösartigem Anschleichen. Aber, dies muss man festhalten und darin auch den Schlüssel zum Erfolg der Reihe sehen, die Puppen haben trotzdem Charakter. Anführer Blade wurde von Klaus Kinski inspiriert – mit dem Schmoeller kurz zuvor den Film „Crawlspace“ (Kritik hier) gedreht hatte – und auch wenn man es ihm nicht unbedingt ansieht, so spürt man es doch irgendwo. Pinhead mit seinem winzigen Kopf und den riesigen Fäusten sieht zwar lustig aus, doch sein ungestümer Tatendrang und seine Nehmerqualitäten machen ihn durchaus sympathisch. Während Tunnler noch blass bleiben, weiß Leech Woman zu überzeugen und als einzige wirklich unangenehme Qualitäten einzubringen. Wie sie die Blutegel aus ihrem kleinen Puppenmund heraus quetscht, hat schon etwas ekliges, das einen dann doch mal zusammenzucken lässt.

Die menschlichen Darsteller bleiben demgegenüber weniger im Gedächtnis, auch wenn die aus Dario Argentos Meisterwerk „Horror Infernal“ bekannt Irene Miracle eine ziemlich gute Show als ordinäres Medium abliefert. Nett auch die Idee, ausgerechnet den etwas tapsig aussehenden Paul Le Mat mit seiner Vokuhila-Turmfrisur zum Helden machen zu wollen. Einen weniger heroischen Protagonisten gab es wohl selten, und dass der Teddy dann auch noch eine Liebesaffaire mit der hübschen Witwe des Schurken haben darf, erfreut wohl alle Zuschauer, welche nicht gerade Gardemaße haben. Auch der Rest der Truppe bemüht sich. Gerade Matt Roe und Kathryn O’Reilly als sexbesessenes Pärchen sorgen für ein paar Lacher und einen Ausflug ins Sleaze-Gefilde. Hier wird zwar einiges durch Plattheiten und Overacting ausgebremst, aber einige wenige Gags heben aber durchaus leicht vom Boden ab. Nur Oberschurke Jimmie F. Skaggs bleibt trotz seines sichtlichen Bemühens diabolisch zu wirken, sehr blass.

Bis auf die bereits erwähnte Blutegel-Attacke bleiben die Morde eher harmlos und nicht besonders blutig. Auch in der Unrated-Version, von der die entsprechenden Ausschnitte im Extras-Bereich dieser Blu-ray zu finden sind, gibt es da nicht sehr viel mehr zu sehen. Richard Band, der Bruder des Produzenten Charles, sorgt bei „Puppetmaster“ mit einer seiner vielen Bernard-Herrman-Hommagen für einen ungewöhnlichen, aber eingängige Soundtrack. Das größte Lob geht aber an die Bildgestaltung durch Lucio-Fulci-Stammkameramann Sergio Salvatti, mit dem Schmoeller vorher auch beim bereits erwähnten „Crawlspace“ zusammengearbeitet hatte. Salvatti lässt sein Arbeitsgerät auch gerne man auf Bodenhöhe durch die Gegen rasen lässt und ist sichtlich bemüht, die atmosphärische Bilder zu finden, die auch seine Zusammenarbeit mit Fulci ausgezeichnet hat. Was ihm allerdings nicht immer gleich gut gelingt.

Der Auftakt der ausgesprochen „folgenreichen“ Puppetmaster-Serie fällt seltsam zahm und unspektakulär aus. Allerdings deuten die mörderischen Puppen hier bereits zartes Potential für weitere Filme an.

CMV hat diesen Film nun zum wiederholten Male auf Blu-ray veröffentlicht. Vor knapp 2 Jahren erschien er in Deutschland erstmals auf Blu-ray in Deutschland, war damals aber noch indiziert und deshalb ungeprüft.Die Indizierung wurde Anfang 2015 aufgehoben, weshalb nun im April unter dem New Visions Film-Label eine FSK-gepürfte Variante für die Käufhäuser erschien. Das Bild ist soweit gut, weist allerdings die für fast alle Direct-to-video-Produktionen um 1990 herum typischen Schwächen auf. Das Bild wirkt weich und die Farben wie durch einen grauen Schleier aufgenommen. Dies ist aber ein Problem der Quelle, nicht der CMV Blu-ray an sich. Eine bessere HD-Umsetzung ist hier wahrscheinlich gar nicht möglich. Der Ton ist in Ordnung, wobei die deutsche Synchro recht wenig engagiert klingt. Besser gleich zur Originaltonspur greifen. Leider liegt der Film nur in der R-Rated-Fassung vor, da von der Unrated kein HD-Master existiert. Die verlängerten Szenen der Unrated liegen aber in etwas schlechterer Bildqualität im Bonus-Bereich vor. Diese werten den Film aber auch nicht auf und zeitweise kann man gar nicht genau sagen, was da nun mehr zu sehen war.

Veröffentlicht unter DVD, Film, Filmtagebuch | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Das Bloggen der Anderen (06-07-15)

bartonfink_type2– In der Schweiz ist die 15. Ausgabe des Neuchâtel International Fantastic Film Festivals eröffnet worden. Und wie in den letzten Jahren berichtet Michael Sennhauser auf seinem Sennhausers Filmblog über dieses scheinbar sehr liebenswerte Festival, dem ich einerseits viele gute Filmtipps verdanke und welches ich auch gerne mal in der Zukunft besuchen möchte. Diesmal liefen hier das Schwarzenegger-Zombie-Kammerspiel „Maggie“, auf das ich sehr neugierig bin, sowie – ebenfalls mit Spannung erwartet – der neue Film von Adrián García Bogliano, „Scherzo Diabolico“.

– Ebenfalls ein Sehnsuchtsort ist das jährliche „Il Cinema Ritrovato“ in Bolonga, welches Rainer Kienböck und Andrey Arnold von Jugend ohne Film besucht haben. Rainer stellt das Festival vor und danach haben sich die beiden eingehend in einem Festivaldialog über die diesjährige Veranstaltung unterhalten.

– Ob die Beiden dort auch Lukas Foerster getroffen haben, weiß ich nicht. Der war jedenfalls auch da, wie man seinem Bericht auf Dirty Laundry entnehmen kann.

– Gut zum „Il Cinema Ritrovato“ hätte sicherlich auch der Film „Golden Dawn“ gepasst, der an der Zeitenwende zwischen Stumm- und Tonfilm gedreht wurde. Gabelingeber stellt ihn auf Hauptsache (Stumm)Film ausführlich vor.

– Aus dem Jahre 1959 stammt Robert Wises Streifen „Odds Against Tomorrow“, den Manfred Polak auf Whoknows presents unter besonderer Berücksichtigung der Produktionsgeschichte und des Drehbuchautors Abraham Polonsky bespricht.

– Sascha schreibt auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte über John Houghs vergessenes Langfilmdebüt „Eyewitness“, welches eine Wiederentdeckung verdient hätte.

– Wieder hat der grimmige Schnitter zugeschlagen und die wunderbare Laura Antonelli zu sich geholt. Aus diesem Anlass schreibt Udo Rotenberg auf L’amore in città nicht nur über Luchino Viscontis Schwanengesang „Die Unschuld“, in dem die schöne Laura eine Rolle hatte, sondern auch über das bewegte und traurige Leben dieser Frau.

– In Italien befindet sich filmtechnisch zur Zeit auch Oliver Nöding von Remember It for Later und legt seinen Lesern solche eher unbekannten Schätze wie „Auf verlorenem Posten“,„San Babila, 20 Uhr: Ein sinnloses Verbrechen“ und „Come cani arrabbiati“.

– Sven Safarow auf Eskalierende Träume über „Mädchen mit Gewalt“, der auf meiner Geburtstagswunschliste steht. Mal gucken, ob sich wer sich traut, einen Film mit diesem Titel zu kaufen.

– Nachdem Dr. Wily letzte Woche auf Wilsons Dachboden „Ich weiß noch immer, was Du letzten Sommer getan hast“ glühend verteidigte, nimmt sich nun Christian Genzel des Sequels an.

symparanekronemoi lässt Michael Manns „Manhunter“ gegen Brett Ratners „Red Dragon“ antreten und es gibt einen klaren K.O.-Sieger.

– Annika empfiehlt auf Die Filme, die ich rief die Dokumentation „Hearts of Darkness: A Filmmakers Apocalypse“, über den nervenaufreibenden „Apocalypse Now“-Dreh.

– Stu widmet sich auf Die drei Muscheln dem Abschluss von Sono Sions Hass-Trilogie: „Guilty of Romance“.

– Schlombie präsentiert auf Schlombies Filmbesprechungen eine weitere Folge von „Die Besprechungen der Anderen“.

– Was David McAllan auf Komm&Sieh über den hierzulande noch nicht verfügbaren „Reversal“ aka „Bound to Vengeance“ schreibt, klingt recht interessant.

– Die Coppolas breiten sich immer wieder aus. Jetzt hat auch Francis Fords Enkelin Gia an einem Film versucht. Und laut Christopher Diekhaus von screen/read ist „Palo Alto“ auch gar nicht schlecht geworden.

– Hui, eine deutsche Kafka-Verfilmung mit Axel Prahl und Josef Harder? Klingt interessant, auch wenn sie Oliver Armknecht von film-rezensionen.de nicht gänzlich überzeugen konnte. Gut klingt auch „It Follows“, der ja generell überall gute Kritiken einsammelt. Dietrich Brüggemann ist einer der interessantesten jungen deutschen Filmemacher. Seine Neonazi-Komödie „Heil“ überzeugt laut Oliver „mehr in Einzelszenen, weniger als komplette Geschichte. Die sind dafür oft unterhaltsam, streckenweise sogar grandios.“

– Yannic Sames von cereality sieht das etwas nüchterner, schreibt aber: „Mit der Komödie „Heil“ hat er sich nun zwar verrannt, vielleicht sogar übernommen. Aber dennoch darf sich auf neue Projekte des jungen Regisseurs gefreut werden“. Timo Kießling setzt seine Cronenberg-Retro mit der Stephen-King-Verfilmung „Dead Zone“ fort.

Veröffentlicht unter Allgemein, Internet | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

DVD-Rezension: „Night Ripper – Das Monster von Florenz“

nightripper

In der Provinz von Florenz geht ein Serienmörder um, der innerhalb von 17 Jahren acht Pärchen erschossen und anschließend die Frauen verstümmelt hat. Der Schriftsteller Andreas Ackerman (Leonard Mann) schreibt an einem Buch über den Mörder. Seine Recherchen und Theorien über dessen Identität lassen für ihn immer mehr Vorstellung und Wirklichkeit miteinander verschmelzen…

vlcsnap-00120vlcsnap-00122

Obwohl in der schönen Giallo-Edition des Labels filmArt herausgekommen, hat „Night Ripper – Das Monster von Florenz“ nur wenig mit dem klassischen Giallo zu tun, den man hier erwarten würde. Auch der deutsche Titel führt in die Irre. Einen „Ripper“ gibt es hier nicht, die zahlreichen Morde werden zumeist mit der Schusswaffe ausgeführt. Nur in der Eröffnungssequenz greift das „Monster von Florenz“ – so auch der Originaltitel – zum blanken Stahl. Als ihm eines seiner Opfer trotz schwerster Verletzungen entkommt, weiß sich der geheimnisvolle Serienkiller nur mit einem Schnitt durch die Kehle zu helfen. Und natürlich spielt das Messer auch eine Rolle, wenn er seine weiblichen Opfer genital verstümmelt. Immerhin bedient dieser „True Crime“-Film eine der Standard- Giallo-Konvention, denn  das Motiv für die Morde liegt in der Vergangenheit. Oder aber auch nicht. Und genau hier ist das eigentliche Problem des Filmes zu finden.

vlcsnap-00124vlcsnap-00126

„Night Ripper“ beruht auf dem wahren Fall des „Monsters von Florenz“, eines Serienmörders der zwischen 1968 und 1985 außerhalb von Florenz acht Pärchen in ihren Wagen erschoss. Als Debüt-Regisseur Cesare Ferrario – der auch am Drehbuch mitschrieb, ansonsten in der Geschichte des italienischen Films ein Unbekannter blieb – unmittelbar nach dem letzten Mord des „Monsters“ seine filmische Aufbereitung dieses realen Falles inszenierte, war die Identität des Mörders noch nicht bekannt. Statt sich von den realen Geschehnissen zu einer eigenen Geschichte inspirieren zu lassen, die Motive des echten Falls aufgreift, aber in einen fiktiven Kontext setzt, entschloss sich Ferrario zu einem gänzlich anderen Schritt. Er spielt mit dem Dilemma des Filmemachers, der sich mit einer Geschichte konfrontiert sieht, zu der er keine Auflösung kennt, und die er daher ganz allein entwickeln muss.

vlcsnap-00128vlcsnap-00131

Ferrarios Alter Ego ist der Schriftsteller Andreas Ackerman. Dieser arbeitet an einem Buch über das „Monster“, kommt damit aber nicht so recht voran. Er entwickelt immer neue Szenarien, wie der Killer zu seinem ersten Mord getrieben wurde oder was in seiner Kindheit geschah, das ihn zum Mörder werden ließ. Diese unterschiedlichen Ansätze widersprechen sich allerdings untereinander, und hier begeht Ferrario einen dramaturgischen Fehler. Er weist sein Publikum nicht darauf hin, dass es sich bei den Rückblenden, die die Hintergründe der Morde durchleuchten sollen, um reine Mutmaßungen Ackermans handelt. Der Zuschauer ist daran gewöhnt, dass Rückblenden die Wahrheit erzählen und so lässt ihn Ferrarios Kniff verwirrt und ratlos zurück. Dass an dem Problem der „gelogenen Rückblende“ einst auch schon der große Hitchcock in „Die rote Lola“ gescheitert ist, mag hier nur ein schwacher Trost sein. Cesare Ferrario verwirft hier ohne Not die Gelegenheit, seinen durchaus spannenden Ansatz durch den Film zu tragen. So aber erlahmt das Interesse relativ schnell, da das Stückwerk aus realen Morden, als Rückblenden inszenierten Theorien und der zunehmenden Besessenheit Ackermans mit dem Fall nicht recht zueinander passen wollen und sich gegenseitig im Wege stehen.

vlcsnap-00132vlcsnap-00135

Die Figur des Andreas Ackerman ist durchaus spannend, nimmt sie doch den von Jake Gyllenhaal gespielten Robert Graysmith aus David Finchers „Zodiac“ vorweg, welcher sich ebenfalls immer selbstzerstörsicher mit einer unaufgeklärten Mordserie beschäftigt. Auch Ackermans Charakter bekommt im Laufe des Filmes immer manischere Züge, wenn er in seiner unmittelbaren Umgebung die Figuren seiner wilden Fantasien, den Serienmörder betreffend, zu erkennen glaubt. Und am Ende meint er sogar, dem Täter gegenüberzustehen. Doch dadurch, dass sich Cesare Ferrario entweder strikt weigert sein Konzept zu erklären oder dafür keine überzeugendes Mittel gefunden hat, verpufft die Geschichte um Andreas Ackerman vollkommen. Dass dieser von dem ehemaligen Italo-Western-Star Leonard Mann auch eher schlafwandlerisch angelegt wird, hilft auch nicht, diesen Teil des Filmes überzeugend voranzutreiben. Er bleibt eine Randnotiz.

vlcsnap-00145vlcsnap-00143

Sehr viel mehr zu beißen, gibt Ferrario seinen Zuschauern mit den teilweise recht stimmungsvollen  – und bis auf den blutigen Auftakt – eher zurückhaltend inszenierten Mordszenen. Ferner nutzt er seine Freiheit, sich bei den verschiedenen Mutmaßungen über die Identität und den psychologischen Hintergrund des „Monsters“ an keine Vorgaben halten zu müssen, um einige Szenen einzubauen, die den Film gefährlich nah an die Untiefen des Sleaze heranführen. Doch auch hier zieht Ferrario, vergleichbar mit den Mordszenen, nicht wirklich voll durch und zeigt nichts, was die deutsche FSK-Freigabe von 16 Jahren irgendwie in Gefahr bringen würde. Hier hatte man sich etwas mehr Mut gewünscht, um dem Film durch jene Maßlosigkeit im Gedächtnis zu halten, die italienischen Genrefilmen zumeist zu eigen ist. Wenn schon die vielversprechende Grundidee durch Schlamperei in der Erzählung verstolpert wurde.

vlcsnap-00154vlcsnap-00157

Cesare Ferrarios True-Crime-Thriller, der hier als Giallo vermarktet wird, kommt mit einer durchaus interessanten Grundgeschichte daher, die einiges von David Finchers Jahrzehnte später entstanden „Zodiac“ vorweg nimmt. Leider verhindert das frustrierend schlecht konstruierte Drehbuch und die eher lustlose Umsetzung, dass bei „Night Ripper“ seine Versprechen einlösen kann.

vlcsnap-00153vlcsnap-00150

Der Film ist in der Giallo-Edition des Hauses filmArt als Blu-ray/DVD-Kombo erschienen. Das Bild ist dem Quellmaterial entsprechend gut. Wie alle italienischen Genre-Filme aus der Mitte der 80er weist er starke dunkel-blaue Töne auf, die teilweise etwas verwaschen wirken. Davon abgesehen ist das Bild recht scharf und weitaus detailreicher als früherer Inkarnation des Films bei einem Billig-Labeln. Der Film ist erstmals ungeschnitten, fehlenden Handlungsteile wurden im O-Ton mit deutschen Untertiteln eingefügt. Die deutsche Synchronisation stammt leider aus der Discount-Ecke, so dass der etwas dumpfere, italienische O-Ton zu bevorzugen ist. Außer diesem liegt noch eine englische Tonfassung vor. An Extras gibt es bis auf eine Trailer-Show leider nichts zu finden. Dafür enthält das Mediabook ein höchst informatives, 12-seitiges Booklet von Heiko Hartmann bei, in welchem man, neben Details zum Film, auch etwas über das wahre „Monster von Florenz“ lesen kann.

Veröffentlicht unter DVD, Film, Filmtagebuch | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Nachbarschaftshilfe: Bremer OFDb Filmworks bringt „The Resurrected“

Resurrected__aNachdem ich vor Kurzem über die Veröffentlichung des großartigen Italo-Krachers „Wenn Du krepierst – lebe ich“ – ein Pflichtprogramm für jeden Italophilen- berichtet habe (aber bis jetzt irgendwie gar nichts von dessen Veröffentlichung mitbekommen habe), wollte ich nun auf ein Projekt verweisen, welches so lange in der Mache war, wie es die OFDb Filmworks gibt: Dan O’Bannons Lovecraft-Verfilmung „The Resurrected„. An diesen Film habe ich noch lebendige Erinnerungen aus den alten Videotheken-Tagen. Denn dort fiel mir einst ein Tape auf, welches so derartig schamlos vorgaukelte, es würde sich dabei um „Tanz der Teufel“ handeln, dass man vor soviel Dreistigkeit schon den Hut ziehen musste. Beginnend mit dem Titel „Evil Dead – Saat des Bösen“ bis zum vom „Tanz der Teufel 2“-Cover geklauten, grinsenden Totenkopf, schrie alles: TANZ DER TEUFEL. Und es klappte auch irgendwie, denn neugierig wie ich damals war, nahm ich den Film mal mit, um zu gucken, was sich dahinter versteckte. Und was das war, erkannte ich recht schnell: Eine recht vorlagengetreue Umsetzung von H.P. Lovecrafts „Der Fall Charles Dexter Ward“. Mit tanzenden Teufeln hatte das also rein gar nichts zu tun, und mich würde mal interessieren, wie viel Leute die Kassette aufgrund enttäuschter Erwartungen den Videothek an den Kopf geworfen haben. Natürlich zu unrecht, denn O’Bannons Film hat unbestreitbar seine Qualitäten.

Nun wird er nach jahrelanger Vorbereitungszeit weltweit erstmals auf Blu-ray und als erste legale DVD-Veröffentlichung in Deutschland als limitierte Collector’s Edition veröffentlicht. Und das randvoll mit interessanten Extras. Und da ich einige der Leute kenne, die an diesen mitgewerkelt haben, ist es mir eine Freude, die Veröffentlichung hier anzukündigen, auch wenn so etwas auf diesem Blog nicht auf Dauer Einzug halten soll.

Hier der Überblick über besagte Extras:

• Audiokommentar von den Produzenten Mark Borde und Kenneth Raich, Drehbuchautor Brent V. Friedman,
Special Make-Up Effects Creator Todd Masters und Schauspieler Robert Romanus (englisch)
• Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch)
• Audiokommentar von Jörg Kopetz und Daniel Perée vom Wicked-Vision Magazin (deutsch)
• Adapting Lovecraft – Ein Interview mit Drehbuchautor Brent V. Friedman
• The Man Inside – Ein Interview mit Hauptdarsteller Chris Sarandon
• Human Experiments – Ein Interview Special Make-Up Effects Creator Todd Masters
• Grotesque Melodies – Ein Interview mit Komponist Richard Band
• Lovecraftian Landscapes – Ein Interview mit Produktionsdesigner Brent Thomas
• Deleted & Extended Scenes
• Dan O’Bannon’s Dankesrede bei der Verleihung des „Fangoria Chainsaw Awards for Best Independent/Direct-
To-Video Feature“ im Jahre 1992
• Trailer (US Video Promo & japanischer Trailer)
• Bildergalerie
• H. P. Lovecraft – Der Fall Charles Dexter Ward (Teil 1 und 2) – die komplette Hörspielumsetzung der Lovecraft-
Geschichte in der Reihe Gruselkabinett von Titania Medien (auf der Bonus-DVD übers Menü und zusätzlich im
DVD-ROM-Part als MP3)
• 84-seitiges Booklet: „Lovecraft Resurrected – Die kosmische Katakomben-Kunst des Dan O’Bannon“ von Jörg
Kopetz

Und darum geht’s in „The Ressurected“:

Nachdem der wohlhabende Chemiker Charles Dexter Ward eine Kiste mit alten Familienerbstücken erhalten hat, beginnt er sich zusehends merkwürdig zu verhalten. Dies beunruhigt seine Ehefrau Clare soweit, dass sie sich an den Privatdetektiv John March wendet, um die Ursache der Veränderung ihres Mannes zu ergründen. Die Erkenntnisse, die John im Zuge seiner Ermittlungen gewinnt, sind jedoch alles andere als erfreulich: So läßt sich der immer weiter von der Außenwelt abschottende Charles größere Mengen Blut und Leichenteile in das abgeschiedene Haus seines Vorfahren Joseph Curwen liefern, in das er sich zurückgezogen hat. Es scheint beinahe so, als ob er von dem Geist seines Ahnen besessen sei, der als Alchemist mit Leben und Tod experimentiert hatte…

Als alternatives Cover gibt es übrigens auch noch das von mir oben angesprochene Motiv der alten VHS-Kassette.

Ressurected_B

Veröffentlicht unter Allgemein, DVD | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar

Blu-ray-Rezension: „Horsehead“

horseheadAls  Jessicas (Lilly-Fleur Pointeaux) Großmutter stirbt, kehrt sie  das erste Mal seit vielen Jahren wieder in ihr Elternhaus zurück. Dort wird sie von ihrer Mutter (Catriona MacColl) in das Zimmer neben ihrer toten Großmutter einquartiert. Dort wird sie immer wieder von furchteinflößenden Träumen heimgesucht in denen sie eine Schreckensgestalt mit Pferdekopf bedroht. Da die sensible Jessica schon seit ihrer Kindheit von Albträumen geplagt wird, hat sie gelernt, Kontrolle über ihre Traumwelt zu erlangen. Nun versucht sie, im Schlaf hinter die Bedeutung ihrer rätselhaften Träume zu kommen.  Dabei kommt sie einem Familiengeheimnis zu nahe, das sie selber in Lebensgefahr bringt…

Wenn vier Leute nach einem Film zusammenstehen und dabei fünf unterschiedliche Interpretationen des eben gesehen ausgetauscht werden, dann kann dies sowohl positiv als auch negativ bewertet werden. Im Falle von „Horsehead“ ist diese Kategorisierung nicht unbedingt leicht. Jeder sah in der finalen Einstellung des Filmes etwas anderes, was den Film und seine Bewertung dann für ihn in die eine oder andere Richtung kippen ließ. Durchaus interessant und der geneigte Lauscher unserer Konversation erfuhr dabei wahrscheinlich auch mehr über uns, als über den Film. Dieser gibt sich den Anstrich eines surrealen Horrorfilms, was aber nur zum Teil stimmt. Der Horror spielt sich auf zwei Ebenen ab. Einmal in der realen Vergangenheit der Mutter unserer Heldin Jessica und dann in den Träumen, in die Jessica eintaucht, um das Geheimnis um ihrer verstorbenen Großmutter zu lüften.

„Horsehead“ bewegt sich dabei auf den Pfaden, die schon Wes Cravens Klassiker „A Nightmare on Elm Street“ auslotete. Eine Figur begibt sich aktiv in ihre Träume, um sich dort einem Dämon zu stellen. Dieser ist hier nicht so eindeutig das Monster, wie Freddy Krüger in dem Horrorklassiker von 1984. Viel mehr arbeitet Regisseur Romain Basset vermehrt mit Symbolen aus der Traumdeutung. Das vermeintliche Unheil ist hier die titelgebende Figur. Ein riesiger Bischof mit einem Pferdekopf, der allerdings auch als Wegweiser durch das Labyrinth der Vergangenheit stehen kann. Hier hält sich Romain Basset bedeckt und vermeidet allzu eindeutige Aussagen. Auch ob es sich bei „Horsehead“ überhaupt um einen übernatürlichen Film handelt, kann unterschiedlich aufgefasst werden. Schließlich kommen alle Traumbilder aus Jessicas Kopf und könnten somit gänzlich ihrer überhitzten Fantasie geschuldet sein. Und letztendlich könnte diese dann auch zu unbewussten Verletzungen führen. Allerdings geht der Film dieser Möglichkeit nicht wirklich nach und legt seinen Schwerpunkt auf eine Lösung, in der „höhere Mächte“ im Spiel sind, die aus den Träumen heraus in unsere Wirklichkeit greifen können.

Die Bilder, die Romain Basset inspiriert vom „Nachtmahr“ des Malers Johann Heinrich Füssli (1741-1825) für seine Traumwelten findet, sind durchaus beeindruckend und stimmungsvoll inszeniert. Voller kräftiger Farben und einer unheimlichen Beleuchtung, die an das Werk Bavas oder Argentos denken lässt – oder gleich an deren Neo-Nachahmer Hélène Cattet und Bruno Forzani Allerdings verlassen diese Bilder nie die bereits von anderen gefundenen Wege, und ihnen fehlt damit die große Wucht, welche die Vorbilder in ihren besten Werken erreichten. Wirkliches Neues hat Romain Basset nicht zu bieten, dafür fehlt ihm entweder der Mut oder die Radikalität. Allein der kraftvoll-düstere Elektrobeat von Benjamin Shielden treibt einem seine Vision nachhaltig ins Hirn und lässt sie dort kleben.

Das große Pfund, mit dem Basset wuchern kann, sind seine Schauspieler. Catriona MacColl ist immer wieder ein gern gesehenes Gesicht auf der Leinwand und macht ihre Sache mehr als gut. Basset verlangt ihr einiges ab, insbesondere in den Szenen, in denen sie an Stelle ihres jüngeren Selbst tritt. Doch die McColl meistert auch diese Aufgabe mit Eleganz und Würde. Ein guter Schachzug Bassets ist es dann auch, dass er sich mit der jungen und schönen Gala Besson eine Doppelgängerin der McColl für die Rolle als deren Mutter in jungen Jahren gesichert hat. Die Ähnlichkeit zwischen beiden ist frappierend und unterstützt den Film. Ebenfalls eine großartige Besetzung ist Murray Head als Stiefvater der Heldin. Murray Head kennt man als den Sänger, der einst im Jahre 1984 mit dem von den beiden ABBAs Benny Andersson und Björn Ulvaeus komponierten Song „One Night in Bankog“ aus dem Musical Chess die Charts anführte. Dass er auch auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Schauspieler zurückblicken kann, wissen wahrscheinlich nur die wenigsten hierzulande. In England ist er da weitaus populärer. Er spielt den Stiefvater Jim sehr überzeugend. Während man zunächst noch das Gefühl hat, in dem Mann würde eine schwarze Seele versteckt sein, wandelt er sich doch zum sehr bodenständigen, sympathischen Helden, dem man als Einzigen zutraut, dass er den gordischen Knoten aus alter Schuld und verdrängten Erinnerungen durchschlagen kann.

Die große Entdeckung ist aber Hauptdarstellerin Lilly-Fleur Pointeaux, die der Protagonisten Jessica ihr makelloses Antlitz leiht. Lilly-Fleur Pointeaux ist gleichzeitig verletzlich und scheu, wie auch selbstbewusst und voller Tatendrang. Es macht Freude ihr zuzusehen, wobei ihre Schönheit und Bereitschaft, sich auch in freizügigeren Posen filmen zu lassen, gerade in den Traumsequenzen diesen eine in doppelter Hinsicht traumhafte Qualität verleihen. Dabei soll aber nicht vergessen werden, dass die Pointeaux auch in schauspielerischer Hinsicht ihren namenhaften Mitspielern das Wasser reichen kann. Man kann gespannt sein, was in Zukunft noch von ihr zu erwarten ist.

So bleibt „Horsehead“ vor allem ein Versprechen. Kein schlechter Film, nur einer der es nicht schafft, ausgetretene Pfade konsequent zu verlassen, und etwas wirkliche Neues zu bieten. Innerhalb seiner Leitplanken weiß „Horsehead“ aber trotz einer eher dünnen Geschichte zu gefallen und kann neben schönen Bildern vor allem tolle Schauspieler und einen großartigen Soundtrack aufbieten.

Di bei Donau Film erschienene Blu-ray lässt bildtechnisch keinerlei Wünsche übrig. Kräftige, intensive Farben und ein echtes, tiefes Schwarz. Die deutsche Tonspur liegt nur in Stereo vor und leidet unter einen wirklich lieblosen Synchronisation. Da sollte man dann lieber auf den Originalton der franzöische Film wurde komplet auf Englisch gedreht) zurückgreifen, der nicht nur sehr viel lebendiger ist, sondern auch in 5.1. vorliegt. Die Extras sind dünn. Neben dem Trailer gibt es noch ein 15-minütiges Featurette, in dem der Regisseur über die Idee zum Pferdekopfmonster spricht und dessen Modelierung gezeigt wird. Sehr viel mehr bietet hier das teure 3-Disc-Media-Book, welches neben einem fast einstündigen Making Of noch diverse längere Featurettes, den Soundtrack und einen 16-seitiges Booklet mit einem Text von Marcus Stiglegger enthält.

Veröffentlicht unter DVD, Film, Filmtagebuch | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Open-Air-Kino in Bremen 2015 – Schlachthof, die Zweite

schlachthofUnd weiter geht’s im munteren Open-Air-Kino-Reigen. Nachdem die Schlachthof-Kneipe schon den ganzen Juni über die Arena am Schlachthof mit tollen Filmen bespielt hatte, ist nun das Kulturzentrum Schlachthof dran und zeigt an selber Stelle sein alljährliches Open-Kino-Kinoprogramm. Los geht es schon diesen Samstag, den 4. Juli. Alle Filme beginnen um 22:00 Uhr.

Die ersten beiden Filme kann ich sehr empfehlen, auch wenn ich sie bisher (leider!) noch nicht sehen konnte. Doch mein Weird-Xperience-Kollege Stefan hat mir bereits von beiden vorgeschwärmt und da er über einen ausgezeichneten Filmgeschmack verfügt, hege ich keine Zweifel daran, dass sich der Besuch hier überaus lohnt.

Sa., 04.07. Grand Budapest Hotel – Wes Anderson ist zurück und lädt ein zu einer Stippvisite im Grand Budapest Hotel. Weitere Gäste sind Ralph Finnes, Adrien Brody, Bill Murray, Tilda Swinton und Owen Wilson. Die Kritiken nach seiner Premiere auf der Berlinale waren überwiegend gut bis euphorisch.
Sa., 11.07. Tod den Hippies!! Es lebe der Punk! – Oscar Roehlers Autobiographische Groteske über die Berliner Szene der frühen 80er Jahre.
Sa., 25.07. Heute bin ich Samba – Französischer Feelgood-Film 1. Von den „Ziemlich beste Freunde“-Machern. Wieder mit Omar Sy und mit Charlotte Gainsbourg.
Sa., 01.08. Monsieur Claude und seine Töchter – Französischer Feelgood-Film 2. Multikulti-Komödie um ein Paar, dessen vier Töchter alle Männer aus anderen Kulturkreisen heiraten.

Veröffentlicht unter Film, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Originalfassungen in Bremen: 02.07.15 – 08.07.15

Am sehr späten, noch immer heißen Abend doch noch die O-Ton-Übersicht für die kommende Woche fertig gestellt. Nicht unbedingt mit Highlights gesegnet, aber vielleicht findet ihr ja was für Euch.

Jurrasic World – Cinemaxx, Fr. und So. um 20:15 – Höher, schneller, weiter – Mittlerweile vierter Teil des Dino-Franchises. Diesmal führt der Neuling Colin Trevorrow Regie und die Stars sind die Dinos.

[youtube width=“620″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=aJJrkyHas78[/youtube]

Minions – Cinemaxx, Fr., Sa., Mo. um 20:00 und So. um 22:30, sowie Do./Di. Ebenfalls um 20:00 in der 3D-Version – Spin-Off des Animationsfilms „Ich – Einfach unverbesserlich“, welches sich ganz um die Helfershelfer des Schurken dreht.

[youtube width=“620″ height=“299″]https://www.youtube.com/watch?v=dVDk7PXNXB8[/youtube]

Ted 2 – Cinemaxx, Do./Mi. Um 20:15 & CineStar am So., den 5.7. um 20:30 – Fortsetzung des Filmes um den politisch unkorrekten Teddybären, der in diesem Teil Vater werden will.

Atlantic – Schauburg, Fr., So. und Di. immer um 21:30 – Niederländisch/Marrokanischer Spielfilm über einen jungen marokkanischen Fischer, der entlang der Atlantikküste hunderte Kilometer nach Norden surft.

8 Namen für die Liebe – Cinema, So., 5.7. um 14:00 Uhr – Spanische romantische Komödie über einen Vollblutandalusier und eine kratzbürstigen Baskin.

Heute bin ich Samba – City 46, Do.-So. immer 20:30 – Französischer Feelgood-Film von den „Ziemlich beste Freunde“-Machern. Wieder mit Omar Sy und mit Charlotte Gainsbourg.

Tristia – Eine Schwarzmeer-Odyssee – City 46, Do., Sa.-Mo. immer 20:00 – Doku über die Reise des Regisseurs Stanislaw Mucha durch die Ukraine, kurz vor Ausbruch des Ukraine-Konflikts und der Krim-Krise.

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 06.07. um 21:45

Veröffentlicht unter City 46, Film, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 2 Kommentare

DVD-Rezension: „Camp Evil“

campevilEine flämische Pfadfinder-Gruppe macht einen Ausflug in die gewaltigen Wälder des französisch-sprechenden Teil des Landes. Zu der Gruppe gehört auch der 12-jährige Sam (Maurice Luijten), der insbesondere vom Gruppen-Leiter Peter (Stef Aerts) immer wieder schikaniert wird. Als die geplante Campingstelle von zwei streitsüchtigen Proleten besitzt ist, schlägt sich die Gruppe tiefer in den Wald. Am Abend gruseln die beiden Leiter Kris (Titus De Voogdt) und Peter die Jungen mit Geschichten um einen mörderischen Waldjungen namens Kai, der hier hausen soll. Doch der sensible Sam erkennt bald, dass an dieser Mär weit mehr dran ist, als die Erwachsenen glauben…

vlcsnap-00005vlcsnap-00012

Der Belgier Jonas Govaerts hat für seinen Debütfilm „Camp Evil“ einige ungewöhnliche Wege beschritten. So ließ er einen Teil der Produktion seines eleganten Filmes durch Crowd-Funding unterstützen. Hierbei konnten die Zuschauer ihr Scherflein zu den ausgesprochen kreativen Mordmaschinen beitragen, die Govaerts für seinen Slasher entwarf. Möglicherweise stellte er sich dabei aber selbst ein Bein, denn nun mussten die zum Teil gewaltigen Apparate auch in die Geschichte eingebunden werden. Und es steht zu vermuten, dass Govaerts mittlerweile auch gerne eine andere Geschichte erzählt hätte. Oder viele andere Geschichte, denn leider wirkt sein Drehbuch in der finalen Version hoffnungslos überladen und strebt immerzu in unterschiedliche Richtungen, die am Ende kein stimmiges Ganzes mehr ergeben. Dies ist sehr schade, denn zumindest auf der visuellen Ebene zeigt Jonas Govaerts‘ großes Talent. Seine Film erinnert im positiven Sinne an die düsteren Slasher und Horrorthriller, die bis Mitte der 80er das Licht schummriger Kinosäle erblickte. Besonders John Carpenter kommt einen hier und dort in den Sinn, sieht man die Art und Weise, in welcher Govaerts das Breitwandformat und Vorder- und Hintergründe nutzt. Unterstützt wird diese nahezu fehlerlose Präsentation durch einen effektiven Soundtrack, der von einem alten Bekannten stammt. Steve Moore ist ein amerikanischer Musiker aus Pittsburgh, der unter anderem in dem grandiose „Space Rock“-Duo „Zombi“ für Bass und Synthesizer zuständig ist. „Zombi“ haben sich unter anderem vom Soundtrack italienischer Horrorfilmen der 70er und 80er inspiriert fühlt. Moores schrieb auch den sehr stimmigen Soundtrack zu dem tollen „The Guest“, der ebenfalls vor Kurzem veröffentlicht wurde (Kritik hier).

vlcsnap-00079vlcsnap-00077

Doch all dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Govaerts‘ Film auf der inhaltlichen Seite stark schwächelt. Govaerts springt von Thema zu Thema, möchte hier mal dies, dort mal jenes abdecken. Dabei verzettelt er sich allerdings gewaltig und sorgt für Frustration. Mit seinem jungen Protagonisten Sam, der von Maurice Luijten gespielt wird, hat er eine spannende Figur zur Hand, wie man sie ihn ähnlichen Filmen zwar schon oft gesehen hat, der man aber gerne bei ihrem Coming-of-Age-Prozess zusehen würde. Dass Maurice Luijten stark an den sehr jungen River Phoenix erinnert, was einen sofort an „Stand By Me“ erinnert. Dass darüber hinaus werden aber auch Assoziationen an „The Goonies“ geweckt. Doch wer nun auf ein spannendes Jungen-Abenteuer hofft liegt gänzlich falsch. Jonas Govaerts hat mit seiner Figur Sam ganz andere Dinge vor, und legt dabei leider viel zu viel auf dessen schmale Schultern.

vlcsnap-00080vlcsnap-00083
Nach einem hübschen Prolog, der einen zünftigen Slasher verspricht, befindet man sich erst einmal auf Kinder-Abenteuer-Terrain. Wobei den jungen Pfadfindern nicht viel Charakter zugestanden wird. Aus dem Wust der Figuren ragen nur Sam und sein bester Freund Dries hervor. Letzterer hat aber keine größere Aufgabe, als gelegentlicher Stichwortgeber für Sam zu fungieren. Demgegenüber stehen dann noch zwei Klischee-Arschlöcher. Der sportliche Junge, welcher zum Anführer der Truppe bestimmt wurde und dafür allerdings keinerlei Qualifikation mitbringt, außer der Liebling des gleichfalls unsympathischen Camp-Leiters Peter zu sein. Diesem wird noch ein – natürlich verfetteter -Sidekick zur Seite gestellt, dessen IQ entgegengesetzt zu seiner Leibesfülle steht. Darüber hinaus lernt man keinen der Jungen kennen. Schaut man genau hin, erkennt man, dass sich in dieser Jungstruppe auch ein Mädchen verirrt hat. Doch weder wird dies thematisiert, noch erhält diese Figur ein Gesicht. Ebenso stereotyp wie die Kinder, fallen auch die Erwachsenen aus. Während der Chef der Gruppe, Chris, zumindest noch halbwegs kompetent erscheint, so ist sein Partner Peter ein solch sadistischer Idiot, dass man sich ernsthaft fragt, wie dieser menschliche Totalausfall jemals einen Job bekam, in dem er für das Wohl und Wehe von Kindern verantwortlich ist. Die junge Köchin wird zunächst als starker, selbstbewusster Charakter eingeführt, nur um sich bald schon ausgerechnet Peter an den Hals zu werfen, und dessen hirnlose Aktionen ohne großen Widerspruch durchgehen zu lassen.

vlcsnap-00092vlcsnap-00101
Bald schon beginnt Jonas Govaerts Genres und Vorbilder zu vermischen. Aus dem Pfadfinder-Abenteuer wird ein Slasher, der sich aus Elementen speist, die man aus Filmen wie „Freitag, der 13.“, dem „The Hills Have Eyes“-Remake oder immer wieder auch „High Tension“ kennt. Die Verbindung zwischen Sam und dem geheimnisvollen Waldjungen mit der Holzmaske wird dabei recht offensichtlich als zwei Seiten der selben Medaille gespielt. Daraus hätte man aber viel machen können. Doch Govaerts zog es vor, seiner Hauptfigur lieber immer wieder neue Probleme anzudichten. Irgendwann tauchen dann Geschichten von einer geheimnisvollen Familie auf und am Ende wird Sam sogar noch Autismus untergejubelt. Letzteres eröffnet allerdings interessante neue Blickwinkel auf die Geschichte. Ist es möglich, dass die Geschehnisse ausschließlich aus Sams isolierten Blickwinkel gezeigt werden? Dass vieles nur in seinem Kopf passiert und dadurch die Realität – also der Blickwinkel des Zuschauers – nur verzerrt und subjektiv aus einer gestörten Wahrnehmung heraus wiedergeben wird? Vieles scheint darauf hinzudeuten und doch gleichzeitig wird dieser Ansatz auch immer wieder dadurch erstickt, dass Dinge geschehen, die bei dieser Prämisse nicht passieren dürften. Letztendlich scheint Govaerts an so etwas wie einer innere Logik seiner Geschichte, auch nicht wirklich interessiert zu sein. Vielmehr fühlt es sich so an, als ob er mit seiner Hauptfigur irgendwann nicht viel anzufangen wusste, weshalb sich der Film mal hierhin und mal dorthin biegt, und so letztendlich immer wieder selber ein Bein stellt.

vlcsnap-00100vlcsnap-00108
Bleiben das Horrorelement. Man kann Jonas Govaerts bei seinem Regiedebüt sicherlich vieles vorwerfen, aber nicht, dass er nichts vom Erschaffen eindrucksvoller Bilder verstehen würde. Hier findet er immer wieder großartige Einstellungen, welche die Macht des Waldes, aber auch das unangenehme Gefühl der permanenten Bedrohung betonen. Das Versteck des unheimlichen Killers, das merkwürdige Nest hoch im Baum und die ausgestorbene Fabrikstadt (ein wunderbarer Schauplatz, aus dem leider überhaupt nichts gemacht wird) zeugen von viel optisches Gespür und besitzen großes Gänsehaut-Potential. Zusammen mit den eingangs erwähnten, kreativen Mordwerkzeugen – die allerdings immer viel zu kurz auftauchen – und der großartigen Musik, macht Govaerts sehr viel richtig. Umso mehr verärgert es, wenn einem dann nach dem Abspann immer mehr bewusst wird, wie viel Potential für einen wirklich guten Horrorfilm – oder auch gerne Psycho-Thriller – hier liegengelassen wurde, weil der Regisseur keine klare Vorstellung davon hatte, welche Geschichte er eigentlich erzählen wollte. Ist man aber noch mitten im Film, verzeiht man ihm aufgrund der positiven Aspekte sehr viel mehr, als man es noch tut, wenn die Spannung beim Abspann langsam nachlässt.

vlcsnap-00109vlcsnap-00114
Mit „Camp Evil“ ist dem Belgier Jonas Govaerts ein optisch durchaus gelungenes Spielfilm-Debüt gelungen, welches allerdings auf der Drehbuchseite mehr frustriert, da das durchaus vorhandenen Potenzial für eine interessante und aufwühlende Geschichte einfach zugunsten ausgelutscher Genre-Elemente links liegen gelassen wird.

vlcsnap-00119vlcsnap-00118

Die Splendid-DVD glänzt mit einem sehr guten Bild, bei dem man selbst in den zahlreichen Nachtszenen gut erkennen kann, was vor sich geht und bei Tage die Pracht der Wälder zum Vorschein kommen. Die deutsche Synchronisation ist solides Mittelmaß, aber man sollte schon zur Originaltonspur greifen, da hier auch auf den Konflikt zwischen niederländisch sprechenden Flamen und den französischsprachigen Wallonen eingegangen wird. Extras gibt es leider keine.

Veröffentlicht unter DVD, Film, Filmtagebuch | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Das Bloggen der Anderen (29-06-15)

bartonfink_type2–  Leider gibt es kaum noch eine Woche ohne bedauerliche Todesmeldungen. In der letzten Woche verstarb der Komponist James Horner bei einem tragischen Flugzeugunglück. screen/read hat ihm einen ausführlichen Nachruf gewidmet.

– Wer noch einmal Horners Klängen lauschen möchte, für den hat Mostly Movies einen Zusammenschnitt seiner besten Scores im Netz gefunden.

–  Dem vor drei Wochen verstorbenen Christopher Lee zu Ehren bespricht JackoXL auf Die drei Muscheln den ungewöhnlichen Hammer-Film „Dracula jagt Mini-Mädchen“ (ich bin sicherlich nicht Einzige, der früher bei dem Titel zunächst an däumlingsgroße Girls gedacht hat).

–  Udo Rotenberg beendet auf Grün ist die Heide seine tiefschürfende und für den des Genres Unkundigen sicherlich sehr überraschende Analyse des deutschen Heimatfilms. Wie ich finde hochspannend und bereits jetzt eines der Highlights dieses Jahres. Diesmal geht es um den Zenit in den Jahren 1955-1957 und den schleichenden Niedergang und der Hinwendung zur Sexklamotte in den Jahren 1958-1969.  Nicht zu vergessen: Die nachgeschobene und hoch informative Einleitung.

– Oliver Nöding war in der vergangenen Woche auf Remember It For Later ausgesprochen produktiv. Und was für mich persönlich von ganz besonderer Bedeutung ist: Er widmet sich drei Filmen, die auch in meinem Leben eine ganze besondere Rolle gespielt haben und mich zu dem Filmliebhaber gemacht haben, der ich heute bin. Da ist einmal „Lawrence von Arabien“. Ich erinnere mich noch sehr genau an die erste TV-Ausstrahlung, die ich sah. Diese war dreigeteilt und mit langen Pausen. Ich begann den Film im Wochenendhaus meiner Eltern zu schauen, dann besuchten wir Bekannte, wo der Film nebenher flimmerte und mich in seinen Bann zog. Doch auch dort bleiben wir nicht lange und so schaute ich dann Zuhause weiter, fasziniert davon, dass der Film (damals soweit ich mich erinnere in zwei Teilen mit einer langen Pause für die Nachrichten ausgestrahlt) noch immer lief und kein Ende zu nehmen schien. Gerade für mich war er „endlos“, denn vor dem Schluss musste ich ins Bett. Die Bilder, die Lean entwarf sollten mich dort noch lange verfolgen. Noch länger verfolgte mich „Gesprengte Ketten“, der mich völlig umwarf und lange, lange Zeit für mich DER Film blieb. Daran zu erkennen, dass ich noch Monate nach dem Film mit einem Tennisball in der Hand „Bunkerkönig“ spielte. Und „Nightmare on Elm Street“ war dann der erste echte „Splatter“, den ich sah und der Grundstein für eine sehr, sehr lange Faszination und Liebe für das Genre. So stark, dass ich Drumherum viel verpasste, was ich in den letzten20 Jahren Stück für Stück dann aber nachgeholt habe.

–  Verpasst hatte ich damals auch „Missing in Action – Teil 2“, was aber scheinbar kein großer Verlust war, wenn ich totalschaden von Splattertrash trauen kann. Nachprüfen werde ich es sicherlich bald, denn dieser Chuck-Norris-Streifen wartet noch in dem großen Stapel ungesehener DVDs auf mich.

–  Teil der 80er waren aber auch Yuppie-Filme wie „Wall Street“ oder das Michael J. Fox-Vehikel „Das Geheimnis meines Erfolges“ von 1987. Heute frage ich mich, warum ich damals diese „Lebe-den-amerikanischen-Traum“-Filme so toll fand. Jetzt denke ich mit einem eher unangenehmen Gefühl an sie zurück.  Der Intergalactic Ape-Man von Intergalaktische Filmreisen hat den Film einer erneuten Betrachtung unterzogen.  Und auf der anderen Seite der Filmmedaille hat er auch dem japanischen Katastrophenfilm „Gorath – Ufos zerstören die Erde“ von 1962 einige Zeilen gewidmet. Ein Film, der mir heute sicherlich besser gefallen würde als „Das Geheimnis meines Erfolges“.

– Schon immer sehr gut gefallen hat mir allerdings „Wenn Du krepierst – lebe ich“ und da schließe  ich mich gerne Mauritia Mayers Worten auf Schattenlichter an: „Wenn du krepierst – lebe ich“ ist ein schwer einzuordnender, jedoch in mancherlei Hinsicht herausragender Film“.

–  Schön, wenn Schlombie und ich mal einer Meinung sind. Kommt ja selten genug vor. Dass er auf Schlombies Filmbesprechungen so angetan von dem tollen „Der rote Rausch“ ist, freut mich sogar ganz besonders.

–  Auf Wilsons Dachboden hält Gastautor Dr. Wily ein flammendes Plädoyer für einen Film, den ich auch nicht gerade als Höhepunkt des Neo-Slasher-Films in der „Scream“-Nachfolge der späten 90er angesehen habe: „Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast“.

–  Zweimal deutsche Filmgeschichte auf Das Magazin des Glücks. Einmal wird der von Michael Althen und Hans Helmut Prinzler 2008 hergestellte Film „Auge in Auge – Eine deutsche Filmgeschichte“ besprochen und dieselben Schwächen aufgedeckt, die auch schon mal angekreidet habe, dann Dominik Grafs Althen-Porträt „Was heißt hier Ende?“ gelobt.

–  Auf B-Roll kann Urs Spörri gar nicht genug euphorische Worte über „Victoria“ verlieren und vergleicht diesen mit Klassikern wie „Menschen am Sonntag“. Lucas Barwenczik hat ein sehr schönes Essay zur Rolle des Menschen in den modernen Katastrophen-Blockbustern Hollywoods geschrieben. Und Lisa Hedler zieht ein erstes Resümee vom Festival des deutschen Films in Ludwigshafen.

– Mehr moderner deutscher Film – Teil 1: Christian Gertz zeigt sich auf mehrfilm erfreut über Christoph Hochhäuslers „Die Lügen der Sieger“.

– Mehr moderner deutscher Film – Teil 2: Andrey Arnold interviewt auf Jugend ohne Film den deutschen Dokumentarfilmer Jan Soldat, dessen Filme seit einiger Zeit regelmäßig für viel Furore im Netz sorgen.

–  Älterer deutscher Film: Nicolai Bühnemann ist auf filmgazette restlos begeistert von der Veröffentlichung des Streifens „Mädchen mit Gewalt“ von 1969, den er „einen der wohl kühnsten und verstörendsten Filme des bundesrepublikanischen Kinos“ nennt.

–  Über den Namen Veronika Franz hätte ich schon früher stolpern können. Ulrich Seidls Ehefrau hat einen Horror-Thriller namens „Ich seh, ich seh“ gedreht und der ist durchaus empfehlenswert, wie Oliver Armknecht von film-rezensionen.de findet. Und auch „Frequencies“ verdient einen näheren Blick, wie mir auch schon von anderer Seite bestätigt wurde.

– Ronny Dombrowsi von cinetastic ist von Shion Sonos neustem Werk ziemlich durcheinander gebracht worden und schreibt: „Je nachdem welche rosarote Brille der Zuschauer auf der Nase hat, wird er in „Tokyo Tribe“ entweder mit 116 Minuten Schwachsinn konfrontiert werden oder aber mit einem der genialsten Rap-Musicals der Filmgeschichte, das sich wirklich nur Shion Sono hat ausdenken können.“

– Alles was ich bisher von Quentin Dupieux gesehen habe (okay,“ Wrong Cops“ fehlt mir leider noch) hat mich begeistern können. Umso mehr fiebere ich seinem neusten Streich „Reality“ entgegen, auch wenn er Timo Kießling von cereality nicht gänzlich überzeugen konnte. Mike Albrecht hingegen ist überzeugt und zwar von David Cronenbergs Meisterstück „Die Unzertrennlichen“.

Veröffentlicht unter Allgemein, Internet | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare