Am 4.Dezember des letzten Jahres stand ich mal wieder im legendären „Meisenfrei“ Blues Club. Angekündigt war eine mir bis dahin völlig unbekannte Band namens „Hiss„. Der Blues Club war gerammelt voll, überall liefen Leute mit T-Shirt herum, auf denen entweder „Polkakönigin“ (weiblich) oder „Zeugen des Verfalls“ (männlich) stand. Scheinbar hat die Band eine treue Fan-Gemeinschaft in Bremen. Und schon nach den ersten paar Liedern war auch ich restlos begeistert von dieser wilden Mischung aus Polka, Rock und Chanson, die die Band mit viel Humor und einer gespielten Attitüde aus Arroganz und Gelangweiltheit vor trug. „Geil!“ brüllte ich meiner Begleitung ins Ohr, „Ich fühle mich gerade wie in einem Film von Aki Kaurismäki!“.
Acht Monate später.
Als ich gerade im Internet von einer Seite zur anderen surfe, stoße ich zufällig auf einen Artikel auf „Eskalierende Träume“ in dem es eigentlich um Thomas Arslans Film „Im Schatten“ geht. Der Autor Sano erlaubt sich in seinem Artikel aber auch einen kleinen Exkurs zum Stand des deutschen Films und bespricht enthusiastisch einige Kurzfilme, die er beim „Fish X“ Amateurfilm Festival in Rostock gesehen hat. Dabei erregt die Nennung eines Kurzfilmes namens „Betty B. and the The’s“ meine Aufmerksamkeit. Wird dieser doch mit dem Werk des von mir vergötterten Aki Kaurismäki verglichen. Dankenswerterweise führt von diesem Artikel ein Link zu einem kurzen 1-minütigen Filmausschnitt aus eben diesem Werk. Die ersten Bilder verblüffen mich zutiefst. Sehe ich doch etwas, was ich nur allzu gut kenne, da es gleich bei mir gleich um die Ecke zu finden ist: Den Bremer Hafen. Um präzise zu sein, den Blick von der „Feuerwache“ auf den alten Holzhafen. Na, nu? Sollte „Betty B.“ eine waschechte Bremerin sein? Meine Neugierde war also jetzt geweckt. Zumal der kurze Teaser Appetit auf mehr machte.





