Nachruf: Giuliano Gemma (1938-2013)

vlcsnap-00021Heute im Laufe des Morgens verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer die Nachricht vom Tode Giuliano Gemmas. Wohl jeder, der die Nachricht lass, war geschockt darüber. Versprühte Gemma doch zeitlebens eine solch intensive Energie und Lebensfreude, dass man das Gefühl hatte, dieser Mann würde ewig leben. Da erscheint es fast passend, dass ihn ein tragischer Autounfall mit 75 Jahren aus dem Leben riss und nicht das Alter. Als Greis hätte man sich den noch immer vor Kraft strotzenden Mann gar nicht vorstellen können.

gemma3Giuliano Gemma wurde am 2. September 1938 in Rom geboren. Schon früh war er als Sportler aktiv und gelangte dann auch zunächst als Stuntman ins Filmgeschäft. Was man insbesondere seinen Western ansah, denn hier übernahm er die zum Teil beeindruckenden Stunts kurzerhand selber. Es folgten dann zunächst Statisten – und später dann auch Nebenrollen in Historienfilmen. Duccio Tessari, der auch später entscheidenen Einfluss auf Gemmas Karriere haben sollte, gab ihm die seine erste große Rolle in „Kadmos, Tyrann von Theben„. Auch danach sollte der gut gebaute Gemma, neben einem Kurzauftritt in Viscontis „Der Leopard„, in einigen „Sandalenfilmen“ auftreten. Nachdem er in zwei „Angelique„-Filmen als Nicolas zu sehen war, hob seine Filmkarriere im Jahre 1965 so richtig ab. Duccio Tessari besetzte ihn als Ringo in dem Italo-Western-Klassiker „Eine Pistole für Ringo„, der prompt ein Welterfolg wurde. Hier versteckte sich Gemma noch hinter dem „amerikanischen“ Pseudonym Montgomery Wood. Doch schon bald sollte er dieses „Täuschungsmanöver“ nicht mehr nötig haben.

vlcsnap-00002Der Italo-Western wurde Giuliano Gemmas Heimat. Es folgt die Quasi-Fortsetzung seines ersten Erfolges „Ringo kommt zurück“ und er für Tonino Valeriis in „Der Tod ritt dienstags“ neben Lee van Cleef und in „Blutiges Blei„. „Adios Gringo„, „Arizona Colt“ oder „Der lange Tag der Rache“ sind weitere beliebte Western in denen er die Hauptrolle spielte. Mit seiner jugendlichen Lausbuben-Ausstrahlung war er auch prädestiniert für die Anfang der 70er immer populärer werdenden Spaß-Western und war Partner von Mario Adorf in „Amigos – Die (B)Engel lassen grüßen“ und von George Eastman in „Ben und Charlie„. 1973 gab er gar den Terence-Hill-Ersatz neben Bud Spencer in der Gauner-Komödien „Auch die Engel essen Bohnen“ und dessen Fortsetzung „Charleston – Auch die Engel mögen’s heiß“ von Enzo Barboni. Gemma begleitete den Italo-Western bis zu dessem Ende. so spielte er in zwei der letzten großen Italo-Western die Hauptrolle: In Lucio Fulcis „Silbersattel“ und dem wunderbar-melancholischen „Der Mann aus Virginia“ von Michele Lupo, der auch gleichzeitig eine der bestens schauspielerischen Leistungen Gemmas zeigte.

gemma1Neben seinen vielen Western, war Gemma aber auch in anderen Genres Zuhause. Er spielte Erik, den Wikinger und Robin Hood. War Bruder von Klaus Kinski und Sohn von Rita Hayworth in „Der Bastard“ (wieder von Tessari). Er war bei „Als die Frauen noch Schwänze hatten„, ebenso wie in Mafiafilmen wie „Der eiserne Präfekt“ oder Polit-Thrillern wie „Ein Mann auf den Knien“ von Damiano Damiani dabei. Auch Kriegsfilme wie Umberto Lenzis „Die große Offensive“ waren ihm nicht fremd. Vielen dürfte er auch aus Dario Argentos Giallo-Klassiker „Tenebre“ ein Begriff sein. Mitte der 80er wurde es ruhiger um Giuliano Gemma und ab den 90ern war er vor allem in TV-Produktionen zu sehen. Seine letzte Rolle war dann allerdings wieder großes Kino. Er spielte den Hotel Manager in Woody Allens „To Rome with Love„.

Ansonsten widmete sich Gemma mit ganzem Herzen der Bildhauerei und brachte es hierbei zu einigem Ansehen. Oder er wurde für diverses DVD-Bonusmaterial interviewt. Hier beeindruckte er nicht nur durch Charisma und Esprit, sondern auch mit seinem auch im fortgeschrittenen Alter noch immer blendenden Aussehen.

Gestern stieß sein Wagen bei Cerveteri, einem Küstenort nordwestlich von Rom, frontal mit einem anderen Wagen zusammen. Giuliano Gemmas starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder, sowie Millionen Fans.

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Meine Reviews zu Giuliano Gemma Filmen:

Eine Pistole für Ringo
Ringo kommt zurück
Amigos
Der Mann aus Virginia

 

Weitere Nachrufe:

L’Amore in cittá
Der Kinogänger
Spiegel Online

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1 Antwort zu Nachruf: Giuliano Gemma (1938-2013)

  1. Uff. Da merkt man dann wieder, daß Schauspieler auch nur Menschen sind. Das wird ja oft genug vergessen. Schade.

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