Nachrichten getagged: Kurzfilm

Bericht: A WALL IS A SCREEN in Bremen

Von , 4. Oktober 2020 01:44

A Wall is a Screen ist ein in Hamburg bereits 2003 gegründetes Projekt, welches bereits in unzähligen Städten national wie international (laut Wikipedia war A Wall is a Screen in 23 Ländern unterwegs, darunter Austin, Texas und Hyderabad in Indien) zu Gast war. Nur in Bremen waren sie bisher noch nie. Ein Umstand, der am Tag der Deutschen Einheit geändert wurde. Organisiert wurde das alles vom Kommunalkino City 46, die natürlich der ideale Partner für solch eine Veranstaltung sind und die Plätze (durch die Corona-Krise waren diese begrenzt) waren schnell weg. Daher war es gut, dass wir mit einer Gruppe von vier Leuten schnell waren und dabei sein konnten, als A Wall is a Screen das erste Mal in unserer Stadt gastierte. Ich habe im Vorfeld nicht viel über A Wall is a Screen gelesen. Das Prinzip war mir bekannt, denn ich wusste, dass es in Hamburg öfter Stadtspaziergänge mit Kurzfilmen gab. Zudem hatte ich im Rahmen des Stadtteilfestes Walle vor zwei Jahren an einer ganz ähnlichen Tour mit dem Fahrrad teilgenommen, wo an besonderen Orten im Stadtteil Filme projiziert wurden (da aber zumeist Dokumentationen mit Walle-Bezug). Und was ich erwartete, wurde mir bei A Wall is a Screen auch geboten. Ich habe mich bemüht, die Titel der Filme herauszufinden. Bei vier der Filme ist mir das allerdings nicht gelungen. Wenn jemand da mehr weiß, bitte in die Kommentare schreiben.

Man traf sich an einem kurz zuvor bekannt gegeben Treffpunkt, wo der erste Kurzfilm gezeigt wurde. Dann ging es los durch die Bremer Innenstadt, wo an sieben weiteren Stellen Kurzfilme an Häuserwände projiziert wurden. Das Ganze dauerte kurzweilige 90 Minuten und hat großen Spaß gemacht. Beim Treffpunkt am Hillmannplatz hatten sich trotz Regenwetters so ca. 30 Leute eingefunden. Und pünktlich um 20:15 ging es mit dem ersten Kurzfilm los. Den Titel des ersten Films, der aus den Niederlanden stammte, habe ich mir merken können: Er hieß „Voor Film“ und war eine schöne, interessante und manchmal witzige Reflektion über das Kino und Film. Dabei wurden Themen aufgegriffen, wie was Blinde oder Taube im Kino erleben und ob man beim Abspann sitzen bleibt oder nicht. Eine gelungener Auftakt.

Danach ging es weiter über den Philopsophenweg zur Großen Weide, wo an die Häuserwand neben einem, sagen wir mal „Nachtclub“, ein sehr hübsches Filmchen über einen Mann der am Frühstückstisch zu einer Opern-Arie lip-synched und um den herum erst ein in Latexgehüllter Kontrabass-Spieler und eine Oma mit Ball im Mund erscheinen und danach geht es dann richtig ab mit noch mehr Latexmenschen, Discokugeln, Transvestiten und einiges mehr. Super. Leider kenne ich hier den Titel nicht. An der Contrescape hinter dem Konsul-Hackfeld-Haus gab es einen sehr witzigen und schönen norwegischen Film über einen missglückten Heiratsantrag und etwas weiter Richtung Bürgermeister-Smidt-Str. einen Film, indem ein Mann gleichzeitig drei Rollen spielt und sich diese drei in sich steigerndem Tempo Sätze an den Kopf werfen, die durch Wortwahl und Worttöne immer rhythmischer (und absurder) werden. Das erinnerte stark an die drei Kastagnetten aus der Bully-Parade. Und kam beim Publikum sehr gut an. Am Wall-Info-Center gab es einen schnell geschnittenen Film, dessen Thema mit nicht ganz klar wurde, aber das Zusammenspiel von Bild und Ton hat mir gut gefallen.

 

Weiter geht’s jetzt über den Spitzenkiel, wo an eine unten mit Graffiti-verschmierten Wand ein wundervoll bizarrer Animationsfilm über Pandas gezeigt wurde, die sich im Laufe der Evolution den Gegebenheiten anpassen von von brutalen Fleischfressern zu lethargischen Bambuskauern werden, die von den Menschen als Knuddelwesen angehimmelt werden. Um dann irgendwann zu rattenähnlichen, müllfressenden Krankheitsüberträgern zu werden. Das war sicherlich nicht jedermanns Sache, mir hat der absurd-bluttriefende Film sehr gut gefallen. Der hätte auch gut in die Netflix-Reihe „Sex, Death + Robots“ gepasst. Der Film hieß „Pandy“, kommt aus Tschechien und der Slowakei und wurde von Matus Vizar hergestellt. Einige Preise hat er auch gewonnen.

Nächste Station war ein Hinterhof in der kleinen Hundestrasse, wo sehr passend ein kurzer Film, der eigentlich mehr eine Installation war, die mich an die Filme von Roy Anderson erinnerte, in dem die Fassade eines Kaufhaus hoch und runter gefilmt wurde und man dabei in den verschiedenen Etage, die unfassbarsten Dinge sieht. Vom Stier im Erdgeschoss, über Ein Orchester, Männer in Cowboykostümen die auf Spielzeugpferden reiten usw. Dazu coole Musik. Den Film habe ich in der IMDb tatsächlich auch gefunden. Er heißt „The Destroyed Room“ von Jonas Meier uns Mike Raths und stammt aus der Schweiz.

Die letzte Station war dann der Loriotplatz und der abschließende Kurzfilm hätte nicht besser gewählt werden können. In „Herbst“ von Meinhard Rauchensteiner, liest ein Mann einem dieser Spielzeuge, die immer die letzten Wörter in einer hohen Quietschstimme wiederholen das Gedicht „Herbst“ von Rainer Maria Rilke vor und reagiert immer frustriertet und verärgerter, wenn das Spielzeug nicht alles korrekt wiederholt. Sehr schön. Wie überhaupt die ganze Tour. Schade, dass das Wetter nicht ganz optimal mitgespielt hat. Aber nach den Regenschauern am Anfang, war es dann die überwiegende Zeit trocken.

Mir hat die Veranstaltung einen Riesenspaß gemacht. Sowohl die Route, die eingeschlagen wurde, als auch die Kurzfilme waren optimal ausgesucht. Keine einfachen „Crowdpleaser“, sondern teilweise eigenwillige, ganz unterschiedliche Filme, die hervorragend zur Umgebung passten. Sehr schön auch das Gemeinschaftsgefühl mit einer größeren Gruppe umherzuziehen, die alle Spaß an der Sache hatten und gleichzeitig auch ein paar Ecken zu sehen, die man selten oder in einem Falle noch gar nicht gesehen hat. Der Stadtraum verändert sich ja auch ein wenig, wenn er als Leinwand und nicht als bloßer Durchgang genutzt wird. Eine tolle Sache von der ich sehr hoffe, dass sie nicht die letzte ihrer Art in Bremen war. Aber ich glaube bei dem spürbar begeisterten Publikum, kommt A Wall is a Screen hoffentlich gerne nach Bremen zurück.

Vorschau und Gedanken zum 4. Filmfest Bremen

Von , 22. Februar 2018 15:06

Vor zwei Wochen schon kam die Nachricht rein, dass sich das Bremer Filmfest (20. – 23. September) in diesem Jahr noch einmal vergrößert. Nachdem das erste Filmfest noch genau 24 Stunden lief, werden es nun in 2018 vier volle Tage sein und die Spielstätten nicht nur auf die Schauburg beschränkt sein, sondern auch auf das Atlantis und das Theater am Goetheplatz mit einbeziehen. Vom ursprünglichen Konzept, nur Filme zu zeigen, die aus Bremen stammen, in Bremen oder von Bremern/mit Bremer Beteiligung gedreht wurden, wird im Kern nicht abgerückt – aber es wird ein wenig erweitert. In diesem Jahr gibt es nämlich auch eine international ausgeschriebene Wettbewerbssparte zum Thema Humor und Satire. Nordbuzz zitiert dazu einen der Veranstaltern: „Gezeigt wird hier alles, was filmisch gekonnt erzählt ist und sich durch einen Sinn für Humor auszeichnet, egal ob leise oder laut, ob ironisch, lakonisch, tragisch, absurd oder provokativ. Dabei sind alle Formate und Längen herzlich willkommen.“

Ich bin ja durchaus zwiegespalten, was das Bremer Filmfest angeht. Einerseits begrüße ich es natürlich sehr, dass hier etwas für die Bremer Filmszene getan wird und Bremen auch in den Köpfen der Bürger und Bürgerinnen als „Filmstadt“ verankert werden soll. Das macht dieses Festival einzigartig und unterscheidet es auch sehr deutlich von anderen Filmfestivals in Deutschland. Andererseits habe ich in den vergangenen Jahren aber auch nichts im Programm gefunden, was mich so sehr interessiert hätte, dass ich trotz engem Zeitmanagement (das letzte Festival fiel in eine Zeit, wo ich generell viel unterwegs war) unbedingt vorbeischauen wollte. Der internationale Wettbewerb zum Thema Humor und Satire spricht mich spontan auch nicht besonders an und macht auf mich erst einmal nur den Eindruck, dass hier ein Crowdpleaser gesucht wurde, um das Festival populärer zu machen. Was auch nichts verwerfliches ist und sicherlich der richtige Weg.

So schlagen doch zwei Herzen in meiner Brust. Das eine wünscht sich ein Festival, welches – wenn schon nicht mit Oldenburg oder Emden/Norderney, so doch zumindest mit Braunschweig oder Osnabrück vergleichbar wäre. Mit aktuellen, mutigen, wilden Filmen aus aller Welt. Andererseits finde ich es sehr charmant, die lokalen Filmemacher durch eine solche, groß beworbenen und als Event angekündigte Veranstaltung zu unterstützen. Die Frage ist aber: Müssen es dafür ganze vier Tage sein? Da die „Filmstadt Bremen“ leider nur sehr wenig Geschichte aufweisen kann (und die in Bremen gedrehten, größeren Film fast alle schon in den vergangenen Jahren gezeigt wurden), wird es auch dieses Jahr sicherlich keine große Retrospektive Bremer Kinomenschen geben. Obwohl mir da doch noch ein paar Kandidaten wie z.B der Hans Dreier (dreifacher Oscar-Gewinner und Art Director bei unzähligen Hollywood-Klassikern, dem immerhin auf dem 2. Filmfest Bremen ein Film gewidmet wurde), Karl Walter Lindenlaub (früher Stammkameramann von Roland Emmerich und noch heute erfolgreich in den USA tätig) oder Günter Meisner (großartiger Charakterdarsteller u.a. in „Lawinenexpress“ und „Im Glaskäfig) einfallen würden.

Irgendwie sitzt das Filmfest meines Empfinden nach in diesem Jahr zwischen zwei Stühlen: Dem der kleinen, lokalen „Leistungsschau“ und jenem mit dem Schielen auf etwas Größeres, als es momentan ist. Aber bis zum September sind ja noch einige Monate und bisher steht ja auch noch kein Programm. Ich bin zumindest sehr gespannt, wie sich das alles entwickelt und was uns dieses Jahr so alles erwartet. Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, dass auch das vierte Bremer Filmfest ein Erfolg wird und sich daraus Großes für Bremen entwickelt.

Ein weiterer Programmpunkt steht jedenfalls schon fest: Auch diese mal wird es den beliebten Kurzfilmwettbewerb „Klappe!“ geben und dieser wird das Festival am Donnerstag, 20. September, auch eröffnen und einen ganzen Abend im Mittelpunkt stehen – inklusive Premieren, Preisverleihung und Party.

 

Vorschau: 3. Filmfest Bremen – 22.-24. September in der Schauburg

Von , 26. April 2017 17:55

Vom 22. bis 24. September wird nun schon zum dritten Male das Filmfest Bremen ausgerichtet.

Nachdem in den Vorjahren das Cinemaxx Veranstaltungsort war, wird diesmal in die Schauburg gewechselt.

Und nach einem, bzw. im letzten Jahr schon zwei Festivaltagen, läuft das Filmfest Bremen in diesem Jahr ganz drei Tage lang.

Gezeigt werden wieder Filme von oder mit Bremer Filmschaffenden, Filme mit Bremen als
Drehort oder inhaltlichem Bremenbezug. Darunter sind Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen,
Experimentelles und neue filmische Formate.

Über das reine Filmprogramm hinaus versteht sich das Filmfest auch als Plattform zum aktiven Austausch
zwischen Filmschaffenden und Publikum. Neu ist dabei das SYMPOSIUM BREMER FILM.

Wie auch in den letzten beiden Jahren wird wieder der Kurzfilmwettbewerb KLAPPE!
ausgeschrieben. Eine Woche vor Festivalbeginn, am 15. September 2017, wird das diesjährige
Motto bekanntgegeben. Ab diesem Zeitpunkt haben Interessierte 48 Stunden Zeit, ihren
Filmbeitrag einzureichen und die Chance, die gut dotierten Publikums- oder Jurypreise zu
gewinnen. Alle eingereichten Filme werden im Rahmen des Filmfestes zu sehen sein und auch die
Gewinner bei einer Preisverleihung vor Ort bekanntgegeben.

Der Festivalpass für drei Tage kostet 20 Euro und gilt für alle Filmvorführungen, Panels und
Veranstaltungen im Rahmen des 3. Filmfest Bremen. Tageskarten bzw. Einzelveranstaltungen
kosten 8 Euro. Der Kartenvorverkauf startet im Juni 2017 über Nordwest Ticket und die Bremer
Filmkunsttheater.

2. Filmfest Bremen – 24./25. September im Cinemaxx

Von , 22. September 2016 21:14

ffb2016Filmfestivals gibt es viele. Fast immer sind sie nach der Stadt benannt in der sie stattfinden. Doch beim „Filmfest Bremen“ ist der Name gleich dreifach Programm. Denn hier werden ausschließlich Filme gezeigt, die von oder mit Bremer Filmschaffenden realisiert wurden, Filme über Bremen und Filme mit Bremen als Drehort. Vergangenes Jahr fand das Festival das erste Mal statt und war scheinbar ein voller Erfolg, denn in diesem Jahr gibt es nicht nur eine zweite Auflage, sondern des wurde sogar noch verlängert. Das 2. Filmfest Bremen geht ein ganzes Wochenende lang und zwar vom 24. bis zum 25. September 2016. Dann werden im Bremer Cinemaxx Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen, Experimentelles und neue filmische Formate gezeigt.

Moderiert wird das Filmfest in diesem Jahr von Jessica Bloem (Radio Bremen) und Malte Janssen (Radio Bremen). Alexandra-Katharina Kütemeyer (geschäftsführende Redakteurin des Weser-Kurier) moderiert das Panel »Netzflimmern« beim Symposium Fokus Bremer Film. Entstanden ist die Idee des Filmfests aus der gemeinsamen Arbeit Bremer Filmschaffender. Am Anfang standen Ilona Rieke vom Filmbüro Bremen e. V. und Matthias Greving und Mike Beilfuß (nebenbei ehemaliger Chef-Redakteur des wunderbaren Filmmusik-Magazins „Cinema Musica„, welches ich immer gerne mal mitgenommen hatte, als es noch im Bahnhofsbuchhandel erhältlich war) von der Produktionsfirma Kinescope Film. Alle drei waren sich einig, dass es neben den bereits bestehenden Plattformen zur Vernetzung von Bremer Filmemachern auch eine öffentliche Werkschau geben müsste, um den Bremer Film einem breiteren Publikum vorstellen zu können.

Das Filmfest beginnt am Samstag um 12:00 Uhr mit dem Symposium Fokus Bremer Film: „TALENT CORNER – Die nächste Generation Bremer Filmemacher/Innen stellt sich vor“. Offizieller Beginn ist um 19:00 Uhr mit dem Dokumentarfilm „Die Prüfung“. Es folgen mit „Als Hollywood in der Heide lag“ ein weiterer Dokumentarfilm, das Ergebnis des 48-Stunden-Filmwettbewerbs und ab 24:00 die lange Kurzfilm-Nacht zum Thema „Raumfahrt“.Am nächsten Tag geht es mit dem Klassiker „Ein Platz an der Sonne“ von 1951 weiter. An George Stevens‘ Drama mit Montgomery Clift, Elizabeth Taylor und Shelley Winters war der Bremer Hans Dreier für das Szenenbild verantwortlich. Gezeigt wird eine 35 Millimeter-Kopie. Wow! Ich wusste gar nicht, dass das Cinemaxx noch entsprechende Projektoren hat. Finde ich super! Danach noch eine Spielfilm: „Yarden/The Yard“ und die Musik-Doku „I’ll Play For You“ über die polnische Geigerin Wanda Wilkomirska, die auch anwesend sein wird. Weiter geht es mit Kurzfilmen und dem Missbrauchs-Drama „Die Hände meiner Mutter“ von Florian Eichinger mit Jessica Schwarz, welches auch gerade auf dem Filmfest in Oldenburg lief. Eine letzte Runde Kurzfilme schließt das Festival dann ab.

Weitere Infos gibt es hier.

„24 Std. Filmfest Bremen“ am 4./5. September im Cinemaxx

Von , 26. August 2015 23:53

105493Am vergangenen Sonntag kam ich zufällig an einem großen Plakat vorbei, auf dem „24 Stunden Filmfest Bremen“ stand. Ich gebe zu, da blieb mein Herz kurz stehen. Sollte sich hier tatsächlich ein Filmfest wie in Hamburg, Oldenburg, Osnabrück, Braunschweig, Lübeck oder Emden (um nur mal ein paar zu nennen, die im Gegensatz zu unserer geliebten Hansestadt ein Filmfest auf die Beine stellen) etablieren wollen? Und warum zur Hölle weiß ich da nichts von?

Zuhause wurde gleich mal die alte Tante Google angeworfen und siehe da, es gibt eine Homepage (www.filmfestbremen.de) auf der ein „Erstes Filmfest Bremen“ angekündigt wird, welches 24 Stunden vom 4. bis zum 5. September im Bremer Cinemaxx stattfindet. Mit den oben genannten Filmfesten hat dies aber eher wenig zu tun. Hier wird „BREMER“ groß geschrieben, weniger „Filmfest“. Dies spiegelt sich schon in der Beschreibung auf der Homepage wieder: „Das 1. Filmfest Bremen: der 24 Stunden-Filmmarathon. In Bremen. Über Bremen. Von Bremern. Für Bremer. Eine ganztägige Tour de Force durch das filmische Schaffen in der Hansestadt. Quer durch alle Genres und verschiedene Jahrzehnte. Gespickt mit bekannten Gästen. Mit Anekdoten über die lokale Filmhistorie. Und einem eigenen Kurzfilmwettbewerb. “. D.h., es werden „Spiel- und Dokumentarfilme, Genre- und Kurzfilme, ebenso wie aktuelle Produktionen für Kino und Fernsehen mit Klassikern der Bremischen Filmgeschichte und Nachwuchsarbeiten“ gezeigt.

Das klingt schon mal sehr spannend. Ein Blick auf den Spielplan relativiert die Aussage „Klassiker der Bremischen Filmgeschichte“ und „Quer durch verschiedene Jahrzehnte“. Große Produktionen wie der 1964 in Bremen gedrehte „Der Boss hat sich was ausgedacht“ mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg und Gert Fröbe fehlt hier genauso wie „Ich bin ein Elefant, Madame“ von Zadek, Fassbinders „Bremer Freiheit“, „Meines Vaters Pferde“ mit Curd Jürgens oder zumindest „Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin.

Das Gros der Filme sind Dokumentarfilme mit Bezug zu Bremen, zumeist aus dem Themenbereich Musik. An Spielfilmen habe ich lediglich „Summertime Blues“ von 2009 entdeckt. In dem Film von Marie Reich geht es um einen Teenager, der nach der Scheidung seiner Eltern mit seiner Mutter nach England zieht. Immerhin eine Co-Produktion mit Bremedia. Ausserdem wird ein 45-minütiger Horrorfilm von Daniel Flügger gezeigt: „Dead Past“ von 2010. Außerdem gibt es noch eine „Lange Nacht der Künste“, die mit Arbeiten der Hochschule für Künste bestritten wird, ein „Talent Corner“ mit Nachwuchsarbeiten, Bremer Kurzfilme und einen Wettbewerb.

Bei diesem Wettbewerb müssen die Teilnehmer innerhalb von 48 Stunden Kurzfilme bis max. 5 Minuten Länge zu einem vorgegebenen Motto erstellen. Der Film muss auf jeden Falle einen Bezug zu Bremen haben. Sei es Drehort, Wohnsitz der Filmemacher oder Inhalt des Films. Alle Genres sind willkommen. Die Bekanntgabe des diesjährigen Mottos erfolgt am Donnerstag, den 03.09.2015 um 15 Uhr auf www.filmfestbremen.com. Die fertigen Filme werden am Samstagnachmittag (05.09.) im Festival-Kino uraufgeführt. Über die Gewinner entscheiden eine Fachjury und das Publikum per Abstimmung, sowohl im Kinosaal als später auch online. Anmelden kann man sich auf der oben genannten Homepage.

Insgesamt als eine gute Sache, wenn auch nicht das, was ich mir jetzt unter einem „Bremer Filmfest“ vorgestellt hätte. Trotzdem ist es sehr schön, dass hier überhaupt mal was passiert, und ich wünsche den Veranstaltern und allen Teilnehmern alles Gute und großen Zulauf.

Zombie-Kurzfilm aus Bremen: „Spread and Infect: The Escape“

Von , 10. Januar 2014 20:37

In Bremen gibt es einige sehr aktive und dabei auch recht erfolgreiche Genre-Filmemacher, wie z.B. Daniel Flügger, dessen „Zombie Warrior“ wir vorletztes Jahr im Rahmen unserer Reihe „Weird Xperience“ als Vorfilm gezeigt haben, und der auch auf dem vorletzten Phantastival mit einem Beitrag präsent war. Doch der großen Allgemeinheit bleiben deren Werke leider oftmals vorenthalten. Morgen hat man im City 46 die Gelegenheit, mal wieder einen Bremer Zombiefilm auf der großen Leinwand zu sehen.

Wie im „Weser Kurier“ zu lesen war, haben Andreas Schmitz und Sven Nienaber in und vor der Capri-Bar im Viertel einen Zombie-Kurzfilm mit dem Titel „„Spread and Infect: The Escape“ gedreht. Dieser war ursprünglich für das Super-8-Festival des Bremer Filmbüros geplant, doch aufgrund eines technischen Defekts war das Super-8-Material unbrauchbar geworden, so dass nun morgen die Videofassung bei der 49. Young Collection im Kommunalkino City 46 seine Premiere feiert (Sonnabend, den 11. Januar, 20.30 Uhr).

Mehr darüber auf der Seite des Weser Kuriers: http://www.weser-kurier.de/

Pssst… wer’s gar nicht erwarten kann, hat auch die Möglichkeit, den knapp 3,5-minütigen, schön gemachten Film auf YouTube zu sehen.

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11. Oktober: „Kurzfilme zu Architektur“ im Café noon

Von , 9. Oktober 2013 15:53

Vor Kurzem erreichte mich die folgende Mitteilung von der Kunstinitiative Copartikel, mit der Bitte, diese zu teilen.

Das tue ich doch gerne und wünsche allen Beteiligten viel Spaß und Erfolg.

Der „projektraum delmenhorst“, der sich seit dem 14. September im Bremer Lloydhof befindet, lädt zu einem Kurzfilmabend ein. In Kooperation mit dem Filmbüro Bremen e.V. und dem Café noon zeigt die Kunstinitiative Copartikel Kurzfilme junger Nachwuchstalente, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Themen Stadt, Architektur und dem Verhältnis von Mensch und Stadt beschäftigen. Premiere feiert der Film „Kapitaal sprekt“ von Ruben van den Belt, in dem sich Aufnahmen einer längst vergessenen Industrieanlage im Belgischen Lüttich mit dem einstmals visionären Traum seiner Eröffnung überlagern. Der Filmemacher wird anwesend sein. Weiter zu sehen sind u.a. auch der „Der große Gammel“ von Susann Maria Hempel oder der ausgezeichnete Kurzfilm von Jan Zabeil „Was weiß der Tropfen davon“.

Mit dem Kurzfilmabend nimmt die Kunstinitiative Copartikel Bezug auf die Themen der Künstlerin Ina Weber, die mit ihren Werken aktuell im „projektraum delmenhorst“ und parallel in der Städtischen Galerie Delmenhorst zu sehen ist.

Der Eintritt ist frei!

Freitag, 11. Oktober, 20 Uhr

Ort: Café noon, Wegesende 22 (Lloydhof), 28195 Bremen

 

Zur Abwechslung etwas Avantgarde: „Gilz“

Von , 29. September 2013 23:05

Vor einigen Tagen erreichte mich eine Nachricht von Joris J, dem Kopf hinter dem Noise-Projekt Genus Inkasso. Er machte mich auf den Avantgarde -Kurzfilm „Gilz“ aufmerksam, den er zusammen mit Gavin Gamboa kreiert hat. Gavin Gamboa ist ein Labelbetreiber, Pianist, Video-Artist und Filmemacher, der sich zurzeit er sich zudem stark im Video-Autoren-Kollektiv Teaching Machine engagiert, wo man noch mehr ähnliche Videos findet.

Ich mochte den 19:30-Minuten langen Film, der bei mir einen beinah hypnotischen Sog entwickelte.

Daher möchte ich ihn hier gerne einmal vorstellen, habe aber gleichzeitig Joris J gebeten, noch etwas zu dem Projekt zu sagen. Hier seine Antwort:

Der Gedanke bzw. rote Faden, der hinter dem Video steckt ist, dass die auf dem Wert beruhende Produktionsweise sich selbst (z)ersetzt. Die Bilder und Sequenzen wurden von Gavin Gamboa erstellt. Er ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass das Video in seiner jetzigen Art und Weise steht. Am Anfang ging es nur darum einfach Projektionen zu der Musik von Genus Inkasso (mein Projekt) und Lobster Zorn zu finden. Schnell merkten wir aber alle, dass das Potential für einen Film vorhanden ist. Assoziative Bilderreigen sind nichts neues, aber diese Überakkumulation von Ideen und diese Verdichtung auf unter 20 Minuten ist mit aller Bescheidenheit wohl selten. 🙂 Thematisch wird angerissen: die zunehmende urbane Stereotypie, Somnambulie, die Liebe zum Medium Film im Allgemeinen.

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Deutschland-Premiere in der Schauburg: Der Kurzfilm “Wake Up!”

Von , 6. August 2013 19:17

Der 1982 in Bremen geborenen Filmemachers und Musikers Daniel Ruczko hat einen neuen Kurzfilm am Start, der am kommenden Sonntag, den 11. August um 21:00 Uhr im großen Haus der Schauburg, seine Deutschlandpremiere feiert.

Der 25-minütige Film „Wake Up!“, der in Albuquerque, New Mexico, gedreht wurde, „handelt von dem 29 jährigen Leon der in seinem Leben etwas eingeschlafen ist. Er arbeitet Tag für Tag in einem monotonen Bürojob und hat dabei komplett vergessen, dass er einmal Träume und Ziele hatte. Das soll sich allerdings ändern, als er eines Tages auf dem Weg nach Hause in einem Zug aufwacht und ihm ein Mann gegenüber sitzt, der Leon mit seinen Entscheidungen konfrontiert und ihn daran erinnert dass sein jetziges Leben genau das ist, was er nie wollte“.

Im Anschluss wird auch noch mal, anlässlich seiner Veröffentlichung auf DVD, „Bipolar – A Narration of Manaic Depression“ zu sehen sein. Der erste Film von Daniel Ruzcko, in dem es um den manisch-depressiven Schriftsteller Andrew Gony geht. Der Film hatte vor gut einem Jahr an selber Stelle seine Deutschlandpremiere erlebt.

 

Deutschland-Premiere in der Schauburg: Kurzfilm „Bipolar – A Narration of Manic Depression“

Von , 10. Juni 2012 18:06

Am nächsten Sonntag, den 17. Juni um 20:30 Uhr, feiert der neue Kurzfilm des 1982 in Bremen geborenen Filmemachers und Musikers Daniel Ruczko in der Schauburg, nach diversen Einsätzen auf internationalen Festivals, Deutschland-Premiere.

Der u.a. in Bremen in englischer Sprache gedrehte, halbstündige Film „Bipolar – A Narration of Manic Depression“ handelt von einem manisch-depressiven Schriftsteller. Dabei wurde für den gesamten Film das Split-Screen-Verfahren angewendet, um die zwei Seiten der Hauptperson wiederzugeben.

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http://www.bipolar-movie.com/

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