Category: Internet

Das Bloggen der Anderen (17-05-13)

Von , 17. Mai 2013 21:05

bartonfink_type2- Cannes as Cannes can. Die Filmfestspiele an der Côte d’Azur öffnen wieder ihre Tore, und unzählige Blogger und Filmjournalisten strömen in die Kinosäle. Und ich muss wie jedes Jahr im kalten Bremen sitzen. Na ja, immerhin kann ich mir die Berichte der Auserwählten durchlesen, und mir vorstellen, ich wäre dabei gewesen. Besonders gut eignet sich dafür der Cannes Blog von Rüdiger Suchsland auf Negativ. Folge 1 und Folge 2.

- Auch der Schweizer Michael Sennhauser ist in Cannes und berichtet in seinem Blog Sennhausers Filmblog mit einer ganzen Serie von Artikeln. Über den Eröffnungsfilm von Baz Luhrman, den neuen Ozon, ein hartes mexikanisches Drama und den neuen Film von Sofia Copplola, auf welchen ich mich sehr freue. Und er macht neugierig auf den chinesischen „A Touch of Sin“.

- In meiner „Crawlspace“-Review hatte ich ihn gerade erwähnt: „Puppetmaster“ von David Schmoeller (Regie) und Charles Band (Produktion). Darum passt die Besprechung von Mathias auf Deep Red hier gerade hervorragend rein.

- Respekt zum Ersten: Krypton McKracken, der Kopf hinter Videoraiders.net hat im Alleingang ein Print-Magazin aus dem Boden gestampft, welches nun fertig ist und jetzt auch bald zu beziehen sein soll.

- Respekt zum Zweiten: Buttgereit dreht wieder. Zusammen mit Andreas „Masks“ Marschall und Michal Kosakowski, dessen „Zero Killed“ ich auf dem Filmfestival in Oldenburg sehen wollte, der dann aber der schlechten Programmierung und dem ungünstigen Abspielort zm Opfer gefallen ist. Das Projekt soll ein Epsisodenfilm werden und „German Angst“ heißen. Finanzier wird er teilweise über Crowdfounding. Thomas Groh hat auf seinem filmtagebuch ein Statement der Drei verlinkt.

- Auf Splattertrash schreibt totalschaden über Francos „Frauen für Zellblock 9“. Darüber hatten wir uns schon im Deliria-Italiano-Forum ausgetauscht. Ich finde den Film ja ganz außerordentlich und schrieb: „Den “Frauen für Zellblock 9″ finde ich super. Ich habe selten ein so misanthropisches und zutiefst hoffnungsloses Werk gesehen. Danach scheint die Sonne erst mal für lange Zeit nicht mehr…“. totalschadens Meinung kann man dann hier lesen. Desweiteren: Der King-Kong-Rip-Off „Der Koloss von Konga“ aus Hongkong. Dazu ein persönlicher Aufruf. Als ich neulich nach „Invasion aus dem Innern der Erde“ recherchierte, stiess ich auf eine Box, die neben diesem Film auch „Konga“ und Juan Piquer Simóns „Supersonic Man“ enthielt. Leider gibt es die nicht mehr zu zivilen Preisen. Wenn sie also jemand günstig los werden möchte: Bitte kurze Mitteilung an mich.

- Ein schlechter Lauf bei Hard Sensations? Andreas Poletz hat den ersten argentinischen Horrorfilm (von 1934) gesehen und war trotz des hohen Trashfaktors nicht unbedingt begeistert. Und Silvia Szymanski erklärt, warum ihr der Gay-Porn „Falconhead 2“ nicht gefallen hat.

- Lukas Foerster hat auf Dirty Laundry zwei Einführungen zu Filmen veröffentlicht, die in der Reihe „American Eighties“ im österreichischen Filmmuseum lief: „Thief“ von Michael Mann und einer meiner Lieblingsfilme: „Blow Out“ von Brian de Palma.

- Okay, das mag trocken und staubig klingen und mich als richtigen Langweiler outen. Aber der Beruf des Filmarchivars wäre doch etwas, was mich sehr reizen könnte. Und die Suche nach verschollenen Schätzen ein echter Traumjob. Dennis schreibt auf Filmosophie über das Thema.

- Mit italienischen Komödien habe ich so meine Probleme. Das gilt auch und insbesondere für die „Superbullen“-Filme von Bruno Corbucci mit Tomas Milian als Nico Giraldi. Die Besprechung von „Der Superbulle jagt den Ripper“ auf L’Amore in città könnte mich aber zumindest neugierig machen.

- Neugierig macht auch die Besprechung des mir unbekannten französischen Rape&Revenge-Thrillers „Ein wildes Wochenende“ von Serge Leroy mit Mimsy Farmer auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte.

- Eine weitere Bildungslücke: Wenzel Storch. Seine Filme noch nicht gesehen, seine Werke noch nicht gelesen. Muss ich mal ändern. Die Besprechung seines neuen Buches „Das ist die Liebe der Prälaten“ auf Screenshot erhöht den Leidensdruck.

- Der lief auch sehr lange hier in Bremen. Sogar im O-Ton. „No“ von Pablo Larraín. Patrick Holzapfel bespricht ihn auf Jugend ohne Film.

 

Das Bloggen der Anderen (11-05-13)

Von , 11. Mai 2013 20:58

bartonfink_type2- Letzten Dienstag verstarb Ray Harryhausen. Meinen Nachruf hatte ich ja schon am Mittwoch zusammen mit einigen Links online gestellt. Hier kommen noch zwei Nachzügler. David Kugler bespricht aus diesem Anlass auf Mann beißt Film den Dino-Western „Gwangis Rache“ und der Intergalactic Ape Man hat auf Intergalaktische Filmreisen einen sehr umfassenden und persönlichen Nachruf auf Harryhausen verfasst.

- Ebenfalls auf Intergalaktische Filmreisen: Ein kurzes Essay zum „Sein und Nichtsein des deutschen Films“, welches u.a. aufgrund des Artikels „Warum der deutsche Film ist wie er ist“ von Thilo Röscheisen entstanden ist, den ich ja das letzte Mal an dieser Stelle vorgestellt habe. In den Kommentaren habe ich übrigens auch einigen Senf dazu gegeben.

- Die Zeit, in der die sogenannten Oberhausener das deutsche Kino revolutionieren wollten, sind lange vorbei, aber noch immer bringt das Kurzfilmfestival in Oberhausen interessante neue, experimentelle und avantgardistische Filmemacher in den Fokus einer filminteressierten Öffentlichkeit. Auf critic.de hat Frédéric Jaeger über das diesjährige Filmfestival und seine Erlebnisse dort berichtet. Zudem sprach er mit dem Leiter der Oberhausener Kurzfilmtage, Lars Henrik Gas, über neue Formen des Kinos, welche losgelöst sind vom traditionellen Abspielort.

- Lukas Foerster war auch in Oberhausen und stellt auf Dirty Laundry in Kurzform einige dort gesehene Filme vor.

- Zum Thema deutsche Filmgeschichte hat der großartige Rainer Knepperges auf new filmkritik eine schöne Kollage aus Zitaten erstellt, die sich zwischen 1965 und 1967 in der Zeitschrift „film“ befanden. Und hier kam gerade die Fortsetzung rein.

- Noch ein später Rückblick auf die Berlinale. Alexander Gajic nimmt sich auf real virtuality die drei Filme vor, die Pornographie zum Thema hatten. Alle drei stammen aus den USA und sind mit bekannten Namen besetzt. „Don Jon’s Addiction“ von und mit Joseph Gordon-Levitt, „Lovelace“ mit Amanda Seyfried und „Interior. Leather Bar“ von James Franco.

- Als ich meine heutige Ehefrau kennen lernte, war das erste Geschenk, welches ich von ihr bekam, eine wunderbare Doppel-DVD mit Filmen der „Schwarzen Serie“ polnischer Dokumentarfilme aus den späten 50er Jahren. Kein Wunder also, dass ich sie später geheiratet habe :) Wer sich näher mit der spannenden Geschichte dieser wegweisenden Filmbewegung beschäftigen möchte, dem möchte ich den entsprechenden Artikel von Louise Burkart auf Negativ empfehlen. Michael Brodski schreibt ebenfalls über die „Schwarze Serie“ mit Schwerpunkt auf Filmsprache und Politik. Beide Artikel sind höchst lesenswert. Bleiben wir in Osteuropa und gehen sehr viel weiter in den Süden. Ciprian David kümmert sich um die neue rumänische Welle und bespricht den Film „Police, adjective“.

- Mit großem Genuss habe ich den Artikel „Ich erinnere mich“ gelesen, den Sebastian auf Magazin des Glücks veröffentlicht hat. Darin erinnert er sich an die Kinos seiner Kindheit. Toll. Und wenn wir schon mal da sind, weise ich auch gerne auf seine Besprechung der vier Eurospy-Filmen von Claude Chabrol hin.

- Ich habe gar nicht mitbekommen, dass Sofia Coppola, die ich sehr schätze, einen neuen Film draußen hat. Felix von Filmosophie von ihn bereits gesehen.

- Etwas Schönes hat Allesglotzer ausgegraben. Poster von Peter Stults, der Plakate berühmter Filme malt, diese aber einige Jahrzehnte vorher ansiedelt. So spielt plötzlich Richard Burton in „28 Days Later“ oder Frank Sinatra in „Scanners“.

- Zufall oder Gedankenübertragung? Nachdem sich letzte Woche Simon Frauendorfer und Sano Cestnik über Ernst Hofbauers „Maria – Nur die Nacht war Zeuge“ unterhalten haben, haben fast zeitgleich Silvia Szymanski und Maria Wildeisen denselben Film in ihre Reihe „Vergewaltigung im Film“ auf Hard Sensations aufgenommen. Ebenfalls auf Hard Sensations schreibt Alex Klotz über den japanischen „pinky violence“-Film „Jeans Blues: No Future“ mit der göttlichen Meiko Kaji.

- Dreimal „Dragon Gate Inn“ (1967/1992 und 2011) stellt Paul auf La vie cinéphile vor.

- Noch ein Film, den ich schon seit langer Zeit sehen will: Der seltsame „Ganja & Hess“, der passenderweise auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte besprochen wird.

- Ekkehard Knörer mag Mario Bavas wundervollen „Lisa und der Teufel“ und schreibt darüber auf cargo.

- Und zum Abschluss noch einmal Italien. L’Amore in città stellt zwei denkbar unterschiedliche Filme vor: „Lockende Unschuld“ von Luciano Salce mit Ugo Tognazzi aus dem Jahre 1962 und „Rocker sterben nicht so leicht“ aus 1971 von Ernesto Gastaldi.

Das Bloggen der Anderen (04-05-13)

Von , 4. Mai 2013 00:12

bartonfink_type2- Ich hatte ja schon selber die Ehre, von Sebastian in seinem Review-Corner zu meinem Blog befragt zu werden. Diesmal wird der Intergalactic Ape Man und sein Blog “Intergalaktische Filmreisen” vorgestellt.

- Und hier kommt der Apeman gleich selbst zu Wort: Er bespricht auf seinem Blog Intergalaktische Filmreisen einen meiner absoluten Lieblingsfilme: „Blut an den Lippen“ (der im Übrigen in Kürze bei Bildstörung in einer großartigen Edition erscheinen wird – dazu wird es dann hier auch einen längeren Text geben). Außerdem nimmt er sich auch einen Klassiker des japanischen pinku eiga vor: „Flower & Snake“. Noch so ein Gebiet, in das ich mich mal tiefer einarbeiten muss.

- Passend zu der baldigen Veröffentlichung von „Blut an den Lippen“ bespricht The Nolte auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte den anderen phantastischen Film von Harry Kümmel: „Malpertius“. Einem Statement muss ich allerdings vehement widersprechen: „Denkt man als Cineast an unser zuweil eh wenig beachtetes Nachbarland Belgien, so fällt einem nicht unbedingt viel dazu ein.“ Das stimmt so überhaupt nicht. Neben den Brüdern Dardenne, haben gerade in den letzten Jahren eine Vielzahl belgischer Filme nicht nur international für Aussehen gesorgt, sondern sogar den Weg auf deutsche Leinwände gefunden. Ich denke da z.B. an „Die Beschissenheit der Dinge“, „Bullhead“ oder gerade aktuell „The Broken Circle“.

- Endlich finde ich mal eine Ausrede den Blog Deep Red vorzustellen. Dort bespricht Mathias den österreichischen Slasher „In 3 Tagen bist Du tot“ von 2006, der gut in die momentane Diskussion passt, dass es ein neues deutsch(sprachiges) Genrekino geben sollte.

- Thilo Röscheisen hat auf Drama-Blog einige sehr kluge und interessante Dinge zum Thema „Warum der deutsche Film so ist, wie er ist“ geschrieben. Zwar stimme ich nicht mit all seinen Thesen überein und finde manches diskussionswürdig (insbesondere den Teil über den Genrefilm), aber ich finde, es lohnt sich auf jeden Fall seinen Text zu lesen und sich auf dieser Grundlage seine eigenen Gedanken zu machen.

- Letztes Jahr haben wir auf unserem Phantastival als deutsche Premiere eine 35mm-Kopie von „Berberian Sound Studio“ gezeigt. Leider vor einer sehr überschaubaren Handvoll von Leuten. Die Reaktionen nach dem Film waren durch die Bank weg eher enttäuscht. Warum das so war, erklärt recht gut die Review von Ronny Dombrowski auf cinetastic.de.

- Wie schon ein paar Mal hier erwähnt, habe ich ja ein Herz für Martin Faltermeiers „Zombies from Outer Space“, der ebenfalls auf dem Phantastival lief und noch immer keinen Verleih für eine Heimkinoauswertung hat, aber seit über einem Jahr SEHR erfolgreich über die Dörfer tingelt. Eine weitere Review findet sich nun bei Mann beisst Film. Die Besprechung ist sehr objektiv und spart trotz einigen Lobes auch nicht mit durchaus berechtigter Kritik.

- Comic-Verfilmungen sind ja seit einigen Jahres DAS große Ding. Dass die Idee der Comic-Verfilmung aber schon fast so alt ist wie das Kino selber, beweist jetzt Sir Donnerbold in einem langen, interessanten und höchst informativen Aufsatz auf seinem Blog Sir Donnerbolds Bagetellen.

- Am 27. April fand im Mannheimer Cinema Quadrat eine Grindhouse-Nacht statt. Dort wurde der Jess-Franco-Klassiker „Frauengefängnis“ und Mino Loys Superheldenfilm „Flashman“ gezeigt. Screenshot war dabei und bespricht beide Filme. Ausserdem wird der Tod des großen Meisters zum Anlass genommen, noch einmal über dessen „Eugenie“-Verfilmung zu sprechen.

- Auf filmosophie schreibt dennis ein schönes Essay, in dem er am Beispiel der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie aufzeigt, dass wir immer etwas Handfestes benötigen, um uns unsere eigene Existenz beweisen zu können.

- Thomas Groh war, wie auch ich, beim vierten „Monster machen mobil“-Event in Hamburg. Schade, dass man sich nicht gesehen hat. Aber gut, ich wüsste jetzt auch nicht, nach wem ich Ausschau halten sollte. Schade, aber vielleicht ergibt sich ja beim fünften „Monster machen mobil“ mal die Gelegenheit. Bis dahin gibt es auf filmtagebuch seine Eindrücke von drei tollen Tagen.

- Das Magazin des Glücks nimmt sich acht Lang- und einen Kurzfilm von Tim Burton vor. Darunter auch mein Lieblings-Burton: „Big Fish“.

- Ich mag es ja sehr gerne, wenn ein Text in Form eines Dialoges geschrieben ist. Auf Eskalierende Träume diskutieren Simon Frauendorfer und Sano Cestnik über Ernst Hofbauer und seinen Film „Marie – Nur die Nacht war Zeuge“. Mir hat dieses Zwiegespräch eine Menge Freude bereitet.

- Couchmonster kritisiert einen Artikel, der im aktuellen Spiegel (Ausgabe 18/2013) stand. Darin ging es um den Trailer als Marketinginstrument. Interessantes Thema, über das man sicherlich noch einiges schreiben kann.

- Allesglotzer macht auf den wunderbaren britischen Podcast “El Diabolik’s World of Psychotronic Soundtracks” aufmerksam, der regelmäßig sehr, sehr coole Soundtracks vorstellt.

- Patrick Holzapfel hat auf Jugend ohne Film einen Liebesbrief an Michelle Williams geschrieben. Ferner beschäftigt er sich mit Essen und Ekel im Film.

- L’Amore in città hat mal wieder einen unbekannten, aber nichtsdestotrotz sehr interessanten Film ausgegraben: Den Gefängnisfilm „Vergewaltigt in Ketten“ von 1961. Mit den sehr jungen Nino Manfredi, Gian Maria Volonté und Mario Adorf. Der reißerische deutsche Titel hat übrigens nur wenig mit dem Film zu tun.

- In der Filmgazette ist ein längerer Text von Alexander Lohninger über den gerade frisch mit dem Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk ausgezeichneten Werner Herzog erschienen.

- Auf Hard Sensations schreibt Joris Julius-Sabinus über „Judex“ vom großen George Franju. Noch so ein Film, der schon sehr lange auf meiner Einkaufsliste steht. Silvia Szymanski knüpft sich „Tree of Life“ vor, den sie als „persönlichen Unwohlfühlfilm“ bezeichnet.

- Regisseur Christoph Hochhäusler schreibt in seinem Blog Parallel Film darüber, wie er in seiner Kindheit mit Film und Kino in Kontakt kam. Auf real virtuality antwortet Alexander Gajic darauf, indem er den Faden aufnimmt und über seine Kindheitserinnerungen berichtet. Eine schöne Idee, die hoffentlich noch einige Nachahmer findet.

- Auf Whoknowspresents erzählt Manfred Polak von einem Film, der 1945 NICHT gedreht wurde. Wie es dazu kam ist eine hochinteressante Geschichte über die letzten Tage des Krieges und der ersten Zeit danach.

- Ciprian David hat auf Negativ einen Artikel mit dem Titel „Schmier 101“ verfasst. Darin geht es um das goEast-Festival, Sleaze, Exploitation, die jugoslawische schwarze Welle und so einiges mehr. Unbedingt lesenswert.

- Über die Geschichte und – auch politische und wirtschaftliche – Bedeutung von Filmfestivals, ihre Strukturen und Mechanismen, hat Filmwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Elsaesser beim Regensburger Filmfest Heimspiel referiert. Seinen Vortrag kann man auf critic.de nachlesen.

Das Bloggen der Anderen (22-04-13)

Von , 22. April 2013 16:05

bartonfink_type2- “Das Bloggen der Anderen” ist natürlich nicht die einzige Rubrik im Netz, die auf interessante Neuigkeiten aus der Welt der Filmblogs hinweist. An dieser Stelle ist es mir eine wirkliche Freude, mal wieder auf DVDuell hinzuweisen. Einem Blog, dem ich schon seit Jahren folge. Nachdem sich Macher Christian Liemek vor Kurzem eine ziemlich lange Auszeit genommen hat, ist er wieder sehr fleißig dabei und informiert über Neuerscheinungen national, wie international, gibt TV-Tipps und präsentiert Fundstücke aus dem Netz. Seine Linksammlung heißt “Verlinkt” und die gibt es einmal für “Film“, einmal für “DVD/BluRay” und ist der Regel überschneidungsfrei (da zumeist andere Schwerpunkte) zum “Bloggen der Anderen”. Von daher eine gute und empfehlenswerte Ergänzung.

- Über kaum einen anderen Film (“Spring Breakers” mal ausgenommen) habe ich in den Blogs soviel gelesen, wie über Jürgen Enz’ “Herbstromanze”, der sich in einigen Kreisen zum absoluten “Must-see” entwickelt hat. Der Film muss in der Tat ziemlich unglaublich sein und (unfreiwillig) bewusstseinserweiternd wirken. Jetzt hat noch einmal Andreas Poletz auf Hard Sensations darüber geschrieben. Muss ich den jetzt etwa auch mal gucken? Ich glaube die Antwort lautet: Ja. Auch wenn mir das große Angst macht.

- Auf Negativ gibt es einen interessanten Vergleich zwischen dem schönen tschechischen “Tausendschönchen” (meine Review steht übrigens hier) und Harmony Korines jüngstem Streich “Spring Breakers”. Und dort gibt es auch gleich noch einmal etwas zu “Spring Breakers” (das ist jetzt auch das letzte Mal, dass ich auf einen Artikel über diesen Film verlinke, scheint ja aktuell gar kein anderes Thema mehr zu geben). Ciprian David berichtet über eine ungewöhnliche Zensurmaßnahme, die der deutsche Verleih dieses Films vornahm. Ferner schreibt er noch im selben Artikel über den rumänischen Film “Domestic”.

- Patrick Holzapfel hat auf seinem Blog Jugend ohne Film seit Kurzem eine Rubrik namens “Grauzonen”. Hier bespricht er Filme, die ihm auf Anhieb nicht so gut gefallen haben und stellt dem eine Besprechung des selben Filmes von Luca Fuchs gegenüber, der eine gegenteilige Meinung vertritt. Diesmal nehmen sich die Beiden “Moonrise Kingdom” vor, den ich im Übrigen herrlich fand.

- Ich möchte auf vier höchst lesenswerte Kritiken hinweisen, die der ehrenwerte Jochen “jogiwan” Kulmer für project: equinoX geschrieben hat. Dort nahm er sich “Mondomanila” (den Stefan und ich höchst erfolgreich als Auftaktfilm unserer diesjährigen “Weird Xperience”-Reihe gezeigt haben), die beiden letzten Filme von Kim Ki-duk (“Airang” und “Pieta“), sowie den lang erwarteten.. ja soll ich sagen “befürchteten”, neuen Film von Dario Argento vor. Letzterer gibt sich als “werkgetreue” Adaption von Bram Stokers “Dracula” aus. Tatsächlich ist der Film aber wohl – wie man nicht nur dort liest – ziemlich Grütze und ein weiterer großer, rostiger Sargnagel in die Karriere eines Mannes, der uns früher mit seinen Filmen verzauberte und mit seinem Meisterwerk “Suspiria” den Horrorfilm auf eine neue Ebene gehoben hat. Traurig. Sehr traurig.

- Noch ein alter Meister: Ich bin ja ein Brian-de-Palma-Jünger reinsten Wassers. Obwohl mich “Black Dahlia” ziemlich stark verärgert hat, halte ich dem Altmeister die Treue und freue mich schon sehr auf sein neustes Werk “Passion”. Patrick von filmosophie hat ihn schon in einer Sneak-Preview gesehen und kommt zu einem recht vernichtenden Urteil. Ich guck den aber trotzdem.

- Altmeister zum Dritten. Diesmal handelt es sich um John Carpenter, dessen erster neuer Spielfilm nach neun Jahren bei mir ziemlich untergegangen ist. Nachdem er 2011 auf dem Internationalen Filmfestival in Oldenburg lief, habe ich nichts mehr von ihm gehört. Obwohl er wohl Anfang letzten Jahres tatsächlich auf DVD erschien. Textures in light ist aber auf jeden Fall sehr begeistert von diesem Werk und spendiert diesem nicht nur eine positive Review, sondern auch eine schöne Bildstrecke.

- Sergio Martino ist vor allem für seinen brillanten Giallo-Zyklus Anfang der 70er bekannt. Seine Poliziescetti sind hierzulande nicht ganz so populär. “Milano trema: La polizia vuole giustizia” (aka “Violent Professionals”), erschien hier gar nicht erst, erhält jetzt aber die Ehre, auf L’Amore in città besprochen zu werden.

- Das Magazin des Glücks nimmt sich einige Filme von Paul Schrader vor.

- Ich muss leider zugeben, dass ich von einem der spannendsten japanischen Regisseure bisher noch keinen Film gesehen habe. Aber viel drüber gelesen und ich MUSS diese Bildungslücke demnächst einfach mal schließen. Bis dahin kann ich dann bei Schneeland noch einmal etwas über Kôji Wakamatsus “Violated Angels” lesen.

- Letzten Mittwoch hat der in Bremen lebende Filmemacher André Erkau in der Schauburg seinen neuen Film “Das Leben ist nichts für Feiglinge” vorgestellt. Auf Ansichtssache – Zum aktuellen deutschen Film gibt es zu diesem Filme eine ausführliche Besprechung, die auf Stärken und Schwächen des Filmes eingeht, ihn aber insgesamt dem Leser sehr ans Herz legt.

- In den letzten Monaten habe ich Kritiken zu allen sechs, in Deutschland bei Anolis auf DVD veröffentlichten, “Kommissar X”-Filmen geschrieben. Tony Kendall, Brad Harris und Regisseur “Frank Kramer” (Gianfranco Parolini) haben aber noch mehr zusammen gemacht. Z.B. den unglaublichen “Drei Supermänner räumen auf“, den totalschaden auf Splattertrash bespricht. Wem das noch nicht genug absurder Trash ist, der kann dann gleich bei der Review zu “Teuflische Brüste” von Doris Wishman, mit der beeindruckenden (wer sie gesehen hat, weiß was ich meine) Chesty Morgan, weitermachen.

- Roger Ebert ist tot. Einen schönen Nachruf, der gar keiner werden sollte, hat KlapTrap auf Christians Foyer geschrieben.

 

Das Bloggen der Anderen (13-04-13)

Von , 13. April 2013 20:22

bartonfink_type2- Lukas Foerster hat das Sportlerdrama „Love Lifting“ von Hermann Yau gesehen und konstatiert auf Dirty Laundry: „Solange das Hongkongkino noch solche Filme hervorbringt, kann es nicht ganz schlecht um es bestellt sein“.

- Das goEast-Festival widmet dem ungarischen Regisseur Miclós Jancsó eine Hommage. Christian Moises stellt auf Eskalierende Träume den Regisseur und sein Werk ausführlich vor.

- Nochmal goEast: Ciprian David und Elisabeth Maurer schreiben auf Negativ weniger über das Festival, sondern eher über ihre Erlebnisse und Eindrücke drumherum, was ich sehr schön finde.

- Patrick ist neu bei filmosophie und wird dort zukünftig über Sneak-Previews berichten. Sein erster Bericht, der auch das ganze Drumherum mit einschließt, handelt vom US-Indie-Film „Smashed“.

- Silvia Szymanski war mit einigen Gleichgesinnten im Kölner Filmclub 813 und hat dort eine Menge toller Filme gesehen. U.a. „Heimlichkeiten“ von Wolfgang Staudte, den ich schon im letzten „Bloggen der Anderen“ drin hatte. Ihr ausführlicher, große Lust auf die Filme machender, Bericht findet sich, wie immer, auf Hard Sensations. Dort geht es auch weiter mit der „Vergewaltigung im Film“-Reihe. Diesmal über die Doku „Tabloid“ von Errol Morris, die bei mir auch noch rumliegt und nun umso dringender gesehen werden möchte.

- Alex Klotz hat auf hypnosemaschinen wieder einen obskuren Film ausgegraben: Den spanisch-französischen „El secreto de la momia egipcia“, dessen US-Titel – laut IMDb „Love Brides of the Blood Mummy“ lautet.

- Apropos obskur. In den Kommentaren des letzten „Bloggen der Anderen“ habe ich es schon erwähnt und darum MUSS ich darauf hinweisen: Der Intergalatic Ape Man hat auf Intergalaktische Filmreisen den Film „Rocktober Blood – An der Schwelle zum Wahnsinn“ besprochen. Hier also noch einmal ein Nachschlag in Sachen „unbekannter 80er Trash mit Rockmusik“.

- Von Jonas Mekas habe ich einmal „Walden – Diaries Notes and Sketches“ im Kino gesehen und war überrascht, wie schnell hier ein Sog entstand, der drei Stunden Experimentalfilm wie im Fluge vergehen ließ. Das war wieder ein wunderbares Beispiel dafür, dass man solche tollen Erlebnisse nur im Kino haben kann, wo man dem Film „ausgeliefert“ ist und sich nicht durch tausend kleiner Dinge ablenken lassen kann. Zur Zeit ist Jonas Mekas im Filmmuseum Wien zu Gast und hat dort seinen Film „Reminiscences of a Journey to Lithuania“ gezeigt. Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film war dabei.

- Als früher Teenie habe ich in einer Programmzeitschrift mal ein Bild von Laura Antonelli gesehen und den Titel des dazugehörigen Films „Das nackte Cello“ hatte meine Fantasie mächtig angeheizt. Auf L’Amore in città habe ich jetzt die Kritik zum Film gelesen.

- Man hat bereits allerlei Schlimmes darüber gehört und Martin Beck bestätigt es auch auf Reihe Sieben mit großem Entsetzen. Dario Argentos “Dracula 3D” ist wohl ganz, ganz großer Mist geworden. Schnief.

- Wie bereits in der O-Fassung-Übersicht geschildert, ist „der neue Tom Cruise“, „Oblivion“ zunächst völlig an mir vorbei gegangen, und ich hatte nicht wirklich eine Ahnung davon, worum es geht und ob sich ein Kinobesuch lohnen würde. In der Blogosphäre wird der Film jetzt auf Filmherum, screen/read und cinetastic.de besprochen. Zu meiner großen Überraschung sind alle drei Reviews recht positiv. Cinetastic.de ist zwar nicht vollends überzeugt, zerreißt den Film aber nicht in der Luft. Screen/read und Filmherum sind aber ziemlich angetan. Positiv hervorgehoben werden aber bei allen die optischen Reize des Filmes, die allein wohl schon einen Kinobesuch lohnen.

- Ronny Dombrowski von cinetastic.de hat auch bereits das von vielen mit großer Ungeduld erwartete „Evil Dead“-Remake gesehen (wo?!?!). Er fand den Film zwar sehr gut, überschlägt sich jetzt aber nicht vor Begeisterung.

- Etwas spät dran ist Filmlandschaft, was seinen Bericht von der Berlinale angeht. Doch Peer Kling & Elisabeth Niggemann haben einen so ausführlichen und persönlichen Artikel über ihren Besuch auf der Berlinale geschrieben, dass man fast das Gefühl hat, selber dabei gewesen zu sein. Und darum gehört er hier auch verlinkt.

- Manfred Polak hat auf Whoknowspresents wieder einen sehr ausführlichen und vor interessantem Hintergrundinformationen und Analysen strotzenden Artikel veröffentlicht. Diesmal hat er sich LA VIE EST À NOUS (DAS LEBEN GEHÖRT UNS), Frankreich 1936, vorgenommen. Bei diesem Film führten Jacques Becker, Jacques-Bernard Brunius, Henri Cartier-Bresson, Jean-Paul Le Chanois, Maurice Lime, Marc Maurette, Jean Renoir, Pierre Unikc und André Zwoboda Regie. Die Gesamtleitung hatte Jean Renoir. Lesen! Auch die Kommentare!

- Couchmonster denkt über die aktuellen Comic-Verfilmungen nach und führt deren Stärken und Schwächen auf. Seine Meinung zu den Tim-Burton-“Batmans“ teile ich zwar überhaupt nicht, den Rest kann ich größtenteils so unterschreiben.

- Freude am Film beginnt mit einer Stanley-Kubrick-Werkschau und geht kurz auf dessen Frühphase von „Die Rechnung geht nicht auf“ bis „Dr. Seltsam“ ein. Das „Fear and Desire“ nicht dabei ist, kann ich ja noch verstehen. Warum „Der Tiger von New York“ fehlt, finde ich allerdings etwas merkwürdig.

Das Bloggen der Anderen (07-04-13)

Von , 7. April 2013 22:27

bartonfink_type2- Der Tod Jess Francos war in der Blogosphäre natürlich auch ein großes Thema in der letzten Woche. Zusätzlich zu den in meinem Nachruf erwähnten Links, hier noch zwei weitere Beileidsbekundungen. Oliver Nöding von Remember it for later hat ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht, was Jess Franco und seinen Ruf in der deutschsprachigen Filmliteratur der 80er und 90er anging. Auch Allesglotzer widmet ihm einen Eintrag.

- Für mich der Höhepunkt unter den Blogeinträgen dieser Woche: “Bakelitperücke und hölzerner Umhängebart (Teil 3 – Finale) – Über Masken, Helme und Verbände“ vom Filmemacher und SigiGötzEntertainment-Autor Rainer Knepperges auf new filmkritik. Anhand von Szenenfotos lässt er seine Assoziationen fliegen. Zurücklehnen, lesen, genießen. Großartig!

- Sven Safarow beschäftigt sich auf Eskalierende Träume mit grausigen DVD-Menüs.

- cutrin hat auf Filmosophie den französisch-belgischen Film „Der Tag wird kommen“ gesehen und erinnert sich dabei an ihre eigene kleine „Punkzeit“.

- Zwei Filmrezensionen gibt es auf Hard Sensations. Joris Julius-Sabinus nimmt sich Istvan Szabos „Hanussen“ von 1988 vor und ist etwas zwiegespalten. Jacques Audiards „Der Geschmack von Rost und Knochen“ wird von Jamal Tuschick bespochen, der den Film offensichtlich mochte.

- An die semiprofessionellen Neo-Gialli aus Frankreich „Black Aria“ und „Last Caress“ aka „Glam Gore“ habe ich mich noch nicht ran getraut. Zu groß ist meine Skepsis. Alex Klotz hat jetzt „Glam Gore“ gesehen und auf hypnosemaschinen besprochen. Wirklich begeistert ist er auch nicht, aber so schrecklich, wie ich befürchtete, ist das Werk wohl auch nicht.

- Der Intergalactic Ape-Man hat auf Intergalaktische Filmreisen wieder Video-Trash aus den 80ern ausgegraben. Diesmal „Witch Bitch – Tod aus dem Jenseits“.

- Jugend ohne Film hält einen sehr interessanten Rückblick auf das 1. Quartal des aktuellen Kinojahres. Lesenswert!

- Ein deutsch-italienische Produktion aus dem Jahre 1961 stellt L’Amore in città vor. Nämlich den mir bis dato völlig unbekannten „Die Rote“ (La rossa) vom großen Helmut Käutner. Gleichzeitig verweist Autor Udo Rotenberg auf seinen zweiten Blog „Grün ist die Heide“, der sich mit dem deutschen Film 1930-1970 beschäftigt. Ebenfalls eine interessante Lektüre und ein guter Ort zum Stöbern.

- Martin Beck stellt auf Reihe Sieben einen neuen japanischen Superhelden vor: „HENTAI KAMEN, ein nackter Superheld mit Strapsen, BORAT-Bikini und Schlübbi aufm Kopp!“ Äh, ja…

- Auf Revolver sinniert Christoph über die Disziplin Filme nach Punkten zu bewerten, und wie dies zu interessanten Ergebnissen führen kann.

- Auf screen/read findet sich eine lange Besprechung des Filmes „American Mary“, den ich als uninteressantes Filmchen abgetan hätte, aber nach der Einschätzung „„American Mary“ ist ein radikales, irrwitziges, dunkles und zugleich traumhaft schönes Stück Kino, das bei wiederholtem Ansehen zunehmend an Tiefe gewinnt“ bin ich jetzt doch neugierig geworden.

- totalschaden bespricht auf Splattertrash (ja, die Namen lassen Schlimmes vermuten, doch die Seite ist wirklich hübsch und lesenswert) „Zombies from Outer Space“ des sympathischen Bayern Martin Faltermeier. Ganz überzeugt ist er nicht von dem Film, kann aber auch eine gewisse Sympathie nicht leugnen.

- Einen sehr langen, gut recherchierten und geschriebenen Text zum russischen Film „Die Kommissarin“ von 1967 hat david auf Whoknowspresents online gestellt. Der Film wurde umgehend verboten und zerstörte die Karriere seines Regisseurs Aleksandr Askol‘dovs, der aus der Partei ausgeschlossen und mit einem lebenslangen Berufsverbot belegt wurde. Erst 1988 konnte der Film bei der Berlinale seine Welturaufführung erleben.

- Christian Liemke hat für DVDuell einen amüsanten Clip gefunden. Die Vernichtung des Todessterns als Verschwörungstheorie.

- 2005 wurde ein Film namens „Curandero“ auf dem Screamfest-Festival gezeigt und war danach verschwunden. Seltsam, denn das Drehbuch stammt von Robert Rodriguez. Jetzt ist er wieder aufgetaucht. Mehr darüber auf Frag das Kino….

Das “Filmforum Bremen” im Interview bei Review-Corner.de

Von , 31. März 2013 18:12

Vor ein paar Tagen schrieb mich Sebastian vom Blog “Review Corner” an. Er stellt auf seinem Blog seit einigen Wochen regelmäßig deutsche Filmblogs vor. Da er dort auch gerne das “Filmforum Bremen” präsentieren wollte, fragte er mich, ob ich ihm für ein Interview zur Verfügung stehen würde. Natürlich habe ich ihm sehr gerne Rede und Antwort gestanden.

Das Interview kann man hier nachlesen: http://www.review-corner.de/die-aktuelle-blogvorstellung-filmforum-bremen/

Das Bloggen der Anderen (30-03-13)

Von , 30. März 2013 18:05

bartonfink_type2Wie zwei Artikel vorher bereits geschrieben, war ich eineinhalb Wochen offline und von der Welt abgeschnitten. Da sich die meinige in dieser Zeit drastisch geändert hat, bleibt mir momentan nicht viel Zeit, um mich um meinen Blog zu kümmern. Aber immerhin habe ich es zwischen all dem Windeln wechseln geschafft, meine Rubrik “Das Bloggen der Anderen” zu füllen. Und das rechtzeitig zum Osterfest. So wünsche ich Euch dann jetzt viel Spaß beim Stöbern und ein frohes Osterfest!

- Anlässlich der deutschen Veröffentlichung auf BluRay, befasst sich Sebastian auf Nischenkino.de intensiv mit Just Jaeckins Soft-Sex-Klassiker „Emmanuelle“ mit der kürzlich leider verstorbenen Sylvia Kristel. Dabei geht er nicht nur auf die BluRay ein, sondern beschäftigt sich auch mit dem Phänomen „Emmanuelle“ an sich.

- Einen sehr obskuren Film hat The Nolte auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte ausgegraben. Er bespricht den mir gänzlich unbekannten Slasher „Skullduggery“ von 1983, den er als „bunten Fiebertraum eines betrunkenen John Waters, der gerade vor dem Fernseher eingeschlafen ist, auf dem immer noch David Lynchs Mulholland Drive läuft“ beschreibt. Klingt super.

- Auch Alex Klotz hat auf hypnosemaschinen wieder einmal eine interessante Merkwürdigkeit entdeckt: „L’Araignée d’Eau“ von Jean-Daniel Verhaege aus dem Jahre 1971.

- Glaz veröffentlicht eine sehr interessante, wissenschaftliche Analyse von Dr. Kerstin Stutterheim darüber, wie raffiniert Alfred Hitchcock in seinem Film „Spellbound“ von der dramatischen Struktur ablenkt.

- Absolut lesenswert: Auf critic.de wird über die Diagonale 2013 in Graz berichtet. Dort wurden nicht nur österreichische Pulp-Filme, wie Eddy Sallers „Schamlos“ gezeigt, sondern auch über den Status und die Zukunft des Genrefilms in Österreich diskutiert. Eine ähnliche Diskussion ist ja auch gerade von „Neuen Deutschen Genrefilm“ angestoßen worden.

- Auf Thomas Grohs filmtagebuch findet man einige Schätzchen. Da wäre eine zweiteilige Gesprächsrunde zum Thema „Das Goldene Zeitalter der Videotheken“. Hier Teil 1 und dort Teil 2. Dazu passend gibt es noch einen kleinen Artikel über die manchmal naiv-schrecklichen Kleinst-Videolabel-Jingles im VHS-Zeitalter. Ferner ein Hinweis auf ein Gespräch zwischen Dominik Graf und dem Duo Möller/Huber, welches die Graf-Retrospektive auf dem Filmfest Rotterdam zusammengestellt haben. Und zu guter Letzt: Ein Link zu einem Videoessay über einen der fantastischsten Filme aller Zeiten: Dreyers „Vampyr“.

- An zwei Filme aus dem „Goldenen Zeitalter der Videotheken“ erinnere ich mich noch ganz gut. Die beiden „Horror-Rock-Zombie“-Filme „Rock’n'Roll Nightmare“ und „Zombie Nightmare“. Typischer 80er Video-Trash, den der Intergalactic Ape Man auf Intergalaktische Filmreisen aufs Neue geschaut hat.

- Ciprian David vermischt in seinem Artikel auf Negativ auf angenehme Weise eine Kritik zu Hanekes „Liebe“ (den er nicht besonders mochte) mit dem lebhaften Bericht über einen nicht gerade optimal gelaufenen Kinobesuch und die Tücken der modernen Vorführtechnik. Und Michael Brodski ist auf dem Lichter Filmfestival von den beiden Filmen “Silvi” und “Tower” tief berührt worden.

- Patrick Holzapfel stellt in seinem Blog Jugend ohne Film das Kino des türkischen Regisseurs Nuri Bilge Ceylan vor. Dann verquickt er seine Besprechungen der beiden Filme „Paradies: Hoffnung“ von Ulrich Seidl und „Spring Breakers“ von Harmony Korine zu einem Essay darüber, wie Teenagerinnen in diesen beiden sehr unterschiedlichen Filmen dargestellt werden und nennt es folgerichtig „Paradies: Spring Breakers“.

- „Spring Breakers“ ist auch zweimal (hier und hier) großes Thema auf Hard Sensations. Silvia Szymanski verwebt die Sichtung des Filmes „Una vita violenta“ von Brunello Rondi und Paolo Heusch, mit eigenen Erinnerungen aus ihrer Kindheit im Ruhrpott und die Gastarbeiter, die dort in den Zechen arbeiteten. Toller Text, der die Bilder des Films nur als Aufhänger nimmt, um die Gedanken in die Vergangenheit fliegen zu lassen. Das mag ich sehr gerne.  Nochmal Silvia Szymanski, diesmal wieder im Duett mit Maria Wildeisen. Im fünften Teil ihrer Gespräche zum Thema „Vergewaltigung im Film“ geht es um Dario Argentos „Stendhal Syndrome“. Dabei werden diesem, bei den Argento-Fans nicht ganz unumstrittenen, Film ganz neue, spannende Seiten abgewonnen. Was macht eigentlich Ex-Cannon-Mogul und 80er-B-Action-Pate Menahem Golan eigentlich heute? Alex Klotz hat es herausgefunden und ist über einen wirklich seltsamen Film gestolpert: “Children of Wax“.

- „Guilty Pleasure“ trifft es schon sehr gut. Screenread beschäftigt sich mit „Freitag, der 13.“. Dem Reboot, dem Original und der Serie. Wer also noch mal an den Crystal Lake zurückkehren möchte und in Jugenderinnerungen schwelgen, dem sei dieser Artikel ans Herz gelegt.

- Martin Beck hat in Reihe Sieben indische Zombies entdeckt.

- Über „The Best Offer“ von „Cinema Paradiso“-Regisseur Giuseppe Tornatore habe ich schon unterschiedliches gehört. Interessant klang der Film aber immer. Auf Themroc wird er nun gar als Edel-Giallo bezeichnet, was meine Neugier noch mehr anstachelt.

- Auf Immagini in attimi wird der Film „Heimlichkeiten“ von Wolfgang Staudte vorgestellt, den dieser 1968 unabhängig drehte. Leider floppte der Film und Staudte sollte danach nur noch Auftragsarbeiten durchführen. Der Autor findet dies höchst bedauerlich.

- Auf Buttkicking Babes gibt es einen kleinen Überblick über die Fantasy Filmfest Nights 2013.

- Schauspieler, die singen. Ganz ohne Voll-Playback. Live auf dem Set. Das soll einem bei „Les Miserables“ als neue Technik verkauft werden. Tatsächlich gab es das schon lange zuvor. Alexander Gajic hat auf seinem Blog real virtuality eine kleine Geschichte des „echten“ Gesangs im Film geschrieben.

 

Das Bloggen der Anderen (16-03-13)

Von , 16. März 2013 19:53

bartonfink_type2- Letzte Woche, am 07.März, verstarb der große Damiano Damiani. Mir sticht im Herzen ein großes Schuldgefühl, weil ich diesem Meister des gesellschaftskritischen Mafiafilms – diesem Regisseur, der seinen Zeigefinger immer mit größtmöglicher Leidenschaft und niemals langweilig in die Wunde eines korrupten Staates gelegt hat, keinen Nachruf geschrieben habe. Aber es fehlte einfach die Zeit. Gut also, dass L’Amore in città diese Aufgabe hervorragend erledigt hat. Gleichzeit gibt es auch noch eine Review zu Damianis „Warum musste Staatsanwalt Traini sterben?“.

- Ich mag ja den Alex de la Iglesias, seit ich damals „El Dia de la Bestia“ sah. Seitdem verfolge ich seine Filme, auch wenn ich nicht alle gesehen habe (die nie in Deutschland erschienen Komödien fehlen mir) und auch nicht alles großartig finde („800 Bullets“ z.B. fand ich recht enttäuschend und mit „Perdita Durango“ werde ich auch nicht warm). Aber der gute Mann ist immer für eine Überraschung gut. Martin Beck hat auf Reihe Sieben den Trailer zu de la Iglesias neustem Film gepostet. Und das sieht wieder nach einer recht wilden Angelegenheit aus. Noch jemanden, den ich eigentlich sehr mag, ist Jackie Chan. Allerdings habe ich dessen Karriere, nach seinen grottenschlechten und ziemlich un-Jackie-mäßigen US-Filmen, irgendwie aus den Augen verloren. Ich glaube, der letzte Film, den ich mit ihm gesehen habe, war „New Police Story“, der ganz okay war. Jetzt ist ein neuer Film von und mit ihm raus gekommen, namens „Chinese Zodiac“. Martin Beck hat ihn gesehen und ist überhaupt nicht begeistert.

- Disney hat seine Helden Micky, Donald & Co. wiederbelebt und 19 neue Cartoons mit ihnen produziert. Das Design ist allerdings… gewöhnungsbedürftig. Auf Sir Donnerbods Bagatellen kann man schon mal einen Blick riskieren.

- Einen wunderbaren, langen Text über das, mir bisher vollkommen unbekannte, frühe Musical „Hallelujah I’m a bum“ hat – Manfred Polak auf Whoknows presents geschrieben. Darin erfährt man nicht nur viel über den Film, sondern auch seinen Regisseur Lewis Milestone, Hauptdarsteller Al „The Jazz Singer“ Jolson und – zu meiner großen Überraschung – Harry Langdon. Langdon war mal nah daran, als gleichwertigen Konkurrent von Chaplin aufgebaut zu werden, was aber nicht gelang. Auch, weil Langdon seine Figur nicht selber konzipiert hatte und auch nicht wirklich verstand. Ich glaubte immer, er hätte den Wechsel zum Tonfilm schauspielerisch nicht überlebt und bin jetzt überrascht, ihn hier wiederzusehen.

- Dominik Höcht ärgert sich auf filmherum über BluRays, die dem Nutzer das Vorspulen verbieten und mit Werbung bombardieren. Dabei lädt er zur Diskussion ein.

- Ich lehne es ja ab, Listen mit Lieblingsfilmen oder gar „besten Filme aller Zeiten“ zu veröffentlichen. Jahresbestenlisten bilden da eine Ausnahme und dienen mir größtenteils dazu, selber mal in Ruhe das Filmjahr Revue passieren zu lassen. Trotzdem finde ich es immer mal wieder spannend, mir die Listen anderer anzusehen. Auch, weil man hier und da immer mal eine Empfehlung findet, was man sich anschauen sollte. Auf Hooded Justice habe ich jetzt wieder eine Liste gefunden. Gut, davon kenne ich in der Tat schon alles, aber vielleicht wird ja der eine oder andere inspiriert. Ich finde die Auswahl jedenfalls für Einsteiger recht nett.

- Es gibt einige Dinge, die einem die Bloggerei ziemlich verleiden können. Was phil von Nerdtalk passiert ist, gehört definitiv dazu und ist eine unbestimmte Furcht, die auch bei mir immer mitschwingt. Unbewusste Urheberrechtsverletzung und der damit verbundene Verlust einer großen Summe Geld. Mir würde das locker das Genick brechen.

- Den, meiner Meinung nach, interessantesten Blogeintrag findet man in dieser Woche bei Jugend ohne Film. Darin geht es um einige Statements zum aktuellen Kino (und junge Filmemacher), die Michael Haneke und Alexander Horwarth, anlässlich einer Robert-Bresson-Retrospektive im Filmmuseum Wien, gegeben haben. Zunächst dachte ich, beim Überfliegen des Anfangs, der Text würde zu einer wütenden Attacke auf die beiden Männer werden. Aber da habe ich mich gründlich getäuscht. Der Autor bringt einige hochinteressante Punkte und bezieht eine nachvollziehbare Gegenposition, über die ich lange nachgedacht habe, und der ich dann auch in vielen Punkten zustimmen kann. Sehr gut argumentiert und jedem meiner Leser hier ans Herz gelegt.

- Ebenfalls sehr lesensert: Der desillusionierende Artikel von Lucas Foerster auf critic.de, in dem er von einigen Gelegenheiten berichtet, bei denen eine digitale Projektion aufgrund von technischen Unzulänglichkeiten oder schlichtes Desinteresse der Veranstalter/Hersteller der digitalen Kopie, deutlich zeigt, wie unausgereift und „filmfeindlich“ diese Technik (noch?) ist.

- Nochmal Lukas Foerster. Auf seinem eigenen Blog Dirty Laundry stellt er den Film „The Good Fairy“ von Keisuke Kinoshita vor. Dem japanischen Regisseur, dem auf der Berlinale eine Retrospektive gewidmet war. Und der Text macht Lust, seine eigene kleine Retro zu organisieren.

- Eine sehr schöne Art, sich mit Filmen zu beschäftigen, ist das Gespräch zwischen zwei Menschen. Sei es jetzt im privaten Kreis, oder in Form einer Diskussion im Rahmen einer Filmaufführung, TV-/Radiosendung oder eben in einem Blog. Ich finde dies so sympathisch, informativ (da eine Partei immer einen Punkt aufwerfen kann, an die die andere zunächst nicht gedacht hat und sich gegebenenfalls auch reiben kann) und vor allem persönlich, dass ich mich wundere, dass diese Art des Schreibens, nicht öfter genutzt wird. Auf Hard Sensations wird diese Form der Auseinandersetzung nun schon zum vierten Mal von Silvia Szymanski und Maria Wildeisen, innerhalb ihrer Reihe „Vergewaltigung im Film“, zelebriert. Diesmal reden die Beiden über Abel Ferraras „Die Frau mit der 45er Magnum“.

- Interessanterweise haben gerade in dieser Woche, auch Sano und Christoph von Eskalierende Träume dieses Prinzip übernommen und führen ein langes Gespräch über den Film „I lunghi capelli della morte“ von Antonio Margheriti. Herausgekommen ist ein, wie ich finde, interessanter, emotioneller und informativer Dialog. Dieser entstand allerdings schon vor 2,5 Jahren und wurde erst nach einigen Kontroversen veröffentlicht. Christoph distanziert sich heute davon. Gut, er mag seine Gründe dafür haben, ich finde diese Form des Dialoges (wie oben auch bei Szymanski/Wildeisen) sehr angenehm und würde gerne mehr in diesem Stil lesen. Leider habe ich beim Filmforum Bremen niemanden, mit dem ich in selber einen solchen Dialog führen könnte, sonst würde ich das gerne einmal tun.

- Alex Klotz hat auf Hypnosemaschinen mal wieder einen sehr obskuren, aber nicht desto weniger hochinteressanten, Film ausgegraben: Den britischen TV-Film „The Year of the Sex Olympics“ von 1968. Spannend.

- Super-8 gab es bei uns Zuhause zwar auch, aber bis auf einen Film mit Western-Legende „Fuzzy“, den mein Vater mal von einem Arbeitskollegen geliehen hatte, habe ich nie einen dieser „Kauf-Super-8“-Filme gesehen. Das kam erst später, als die gerne mal als Extras auf DVDs zu finden waren. Schade eigentlich. Thomas Groh macht auf seinem filmtagebuch auf eine Facebook-Seite aufmerksam, die sich dieser Prä-Video-Heimkino-Phase widmet.

- Paul fasst auf La vie cinéphilié sehr gut zusammen, was ich nach “Holy Motors” gedacht habe. Scheinbar war er ebenso fasziniert, aber auch merkwürdig kalt gelassen nach dem Film.

- Ich wusste gar nicht, dass Tobe Hooper ein Buch geschrieben hat. Hat er aber (mit Co-Autor). Das Werk heißt „Midnight Movie“ und MacReady von den Drei Cineasten hat es gelesen. So richtig etwas darunter vorstellen kann ich mir zwar nicht, aber seine Buch-Review macht neugierig, denn dieser literarische Erstling des „Texas Chainsaw Massacre“-Regisseurs scheint ziemlich durchgeknallt zu sein.

Filmforum Bremen beim Media Monday #89

Von , 11. März 2013 21:11

Jede Woche montags um 00:01 Uhr stelle das Medien-Journal einen Lückentext zur Verfügung, den man in den Kommentaren oder auf seinem Blog beantworten kann. Damit es einfach ist, die eigenen Antworten zu erkennen, lässt man die Vorgabe einfach in normal und die eigenen Antworten formatiert ihr in fett oder kursiv.

Hier die Fragen und meine Antworten (in fett) des aktuellen “Media Mondays“.

1. Jude Law gefiel mir am besten in AI – Künstliche Intelligenz, weil er einfach perfekt in die Rolle des Gigolo-Androiden passt. Mein Lieblingsfilm mit ihm wäre allerdings “Gattaca”.

2. Steven Soderbergh hat mit “Out Of Sight” seine beste Regiearbeit abgelegt, weil “Traffic” vielleicht doch der bessere, aber nicht der coolerer Film ist.

3. Cate Blanchett gefiel mir am besten in eigentlich jeder Rolle. Tolle Frau. Vielleicht würde ich gerade darum aber “I’m Not There” nehmen.

4. Wenn euch ein Film/eine Serie ausnehmend gut gefällt, freut ihr euch dann über ergänzendes Merchandise oder interessiert euch das nicht? Merchendise nicht. Informative Bücher oder Dokus schon.

5. Der gelungenste Episodenfilm ist meiner Meinung nach (stellvertretend für viele andere) “Liebe mit zwanzig”.

6.  Dario Argento sollte meiner Meinung nach langsam wirklich mal in Rente gehen, denn dann hat es ein Ende damit, bei jedem neuen Film, qualvoll zwischen Hoffen und Bangen zu schweben, um dann doch wieder maßlos enttäuscht zu werden.

7. Auf vielen Seiten habe ich in der letzten Woche einen tollen Artikel zu ganz unterschiedlichen Themen gelesen, der die ich unter “Das Bloggen der Anderen” gesammelt habe und hier gerne weiterempfehle.

Panorama Theme by Themocracy