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Das Bloggen der Anderen (24-08-15)

Von , 24. August 2015 21:37

bartonfink_type2– Das war jetzt überraschend. Mauritia Meyer hat auf Schattenlichter einige Impressionen von apulischen Filmdrehorten gepostet. Und siehe da, verschüttete Erinnerungen stiegen in mir auf. Dort war ich doch in den späten 70er Jahren als kleiner Knirps und verbrachte in Apulien wunderschöne Urlaube mit meinen Eltern. Die Trullis, das Castel del Monte. Fast vergessen und nun wieder da vor meinem geistigen Auge. Dann muss ich mir mal die dazugehörigen Filme besorgen. D.h. „“Die Killer der Apokalypse“ liegt hier auch schon irgendwo…

– Ein Déjà-vu der anderen Art ist Udo Rotenbergs Besprechung des Filmes „Verführung am Meer“ von Jovan Zivanovic. Eben jener wurde nämlich vor wenigen Wochen auch auf Whoknows presents besprochen. Nichtsdestotrotz ist natürlich auch Udos Rezension auf Grün ist die Heide nicht nur als Ergänzung sehr lesenswert.

– Ebenso wie seine Vorstellung des Filmes „Totò in der Hölle“ auf L’amore in cittá. Der in Italien extrem populäre und in den 40 bis 60er Jahren auch sehr umtriebige Totò ist hierzulande ja fast völlig unbekannt, wenn er nicht von beispielsweise Pasolini eingesetzt wurde. Zweit also, sich diesem Thema einmal zu widmen.

– Heute ebenfalls fast vergessen ist Adrian Lynchs stilbildenden 80er-Jahre-Erotikfilm „9 ½ Wochen“, der dafür verantwortlich war, dass Kim Basinger so manchem den Schlaf raubte und Joe Cockers „You Can Leave Your Head On“ zum abgenüdelten Striptease-Standard wurde. Das Soundtrack-Album hatte ich damals sogar. Oliver Nöding hat ihn auf Remember It For Later wiedergesehen. Außerdem: Steve McQueen und Dustin Hoffman in „Papillion“.

– Sascha hat Wim Wenders 4-Stunden-Epos „Bis ans Ende der Welt“ gesehen und verrät auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte, warum es ihn nicht gepackt hat.

– Volker hat bei mir im Blog einen Gastbeitrag zum Film „Dick und Doof in der Fremdenlegion“ verfasst. Auf seinem eigenen Blog, Die Nacht der lebenden Texte, schreibt er über Laurel und Hardys Meisterwerk „The Music Box“.

Going to the movies bespricht zwei Filme, die letztes Jahr auf dem Internationalen Filmfest in Oldenburg liefen, die ich dort aber aus unterschiedlichen Gründen verpasst habe: „Miss Meadows“ war damals der einzige Film, bei dem ich es erlebt habe, dass es keine Pressekarten mehr gab, weil alle beiden Vorstellungen bis auf den letzten Platz ausverkauft waren. Und „White Bird in a Blizzard“ verlor gegen einen Film, der mich mehr interessierte. Wie ich aber sehe, habe ich auch weder in dem einen, noch dem anderen Falle etwas versäumt.

– Selbiges gilt scheinbar auch für „Vorsicht vor Leuten“ von den „Stromberg“-Machern. Ein Film den Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de bespricht. Dafür scheint „Frank“ mit einem maskierten Michael Fassbender aber sehr vielversprechend zu sein.

– Sebastian hat auf Nischenkino einmal die Besprechungen der dort erschienenen Don-Siegel-Retro zusammengefasst.

– Mit zwei Retrospektiven geht es auch beim Cereality weiter. In der Cronenberg-Retro wird „Eastern Promises“ hoch gelobt. Den mag scheinbar jeder. Muss ich wohl noch einmal gucken. Im Kino stießen mir damals die tumben Klischees doch sehr auf. Und auch die Hans W. Geißendörfer-Retro geht weiter. Diesmal wird der mir unbekannte „Perahim – Die zweite Chance“ von 1972 besprochen, für den Uli Edel und Bernd Eichinger (!) das Drehbuch schrieben.

– Auf Duoscope findet man ein informatives und sehr umfangreiches Portrait über den Ausnahme-Schauspieler Sean Penn.

– Sascha Schmidt hat auf Okaeri die japanische Schauspielerin Sakura Ando (u.a. „Love Exposure“) interviewt.

– Michael Fleig schreibt auf critic.de über die für ihn sehr enttäuschenden Kurzfilme auf dem Fantasy Filmfest.

– Patrick Wellinski reflektiert auf B-Roll über Licht und Schatten im Film, während Lucas Barwenczik Tarsem Singh und seine Filme vorstellt. Derweil Patrick Holzapfel einem der – meiner Meinung nach – besten deutschen Regisseure zum 50. Geburtstag gratuliert: Hans-Christian Schmid.

– Apropos Patrick Holzapfel. Auf seinem eigenen Blog Jugend ohne Film schreibt er, warum ihn Kamerafahrten im Film so begeistern und stellt einen wenig bekannten „Kurzfilm“ (eigentlich einen Verkehrserziehungs-Film) des großen Dänen Carl Theodor Dreyer vor.

– Hoffman auf Drei Cineasten über „Drei verschiedene Erscheinungsformen des Film Noir“. Außerdem stellt er den tollen Neuzeit-Western „Einsam sind die Tapferen“ mit Kirk Douglas vor und zieht Parallelen zum 20 Jahre später entstanden ersten „Rambo“.

Indyfilmblog schreibt darüber, wie er durch den Film „Flash Point“ Donny Yen für sich entdeckt hat und schwärmt von dem Finale dieses Filmes, das er mit den großen Klassikern des Martial-Arts-Kinos gleichsetzt.

– Michael Schleeh ist auf Hard Sensations sehr angenehm von dem australischen Amateur-Splatterfilm „ Wyrmwood: Road of the Dead“ überrascht.

– Auf seinem eigenen Blog Schneeland findet er „Attack on Titan“ von Shinji Higuchi sehr viel besser als seinen Ruf und zeigt sich von Dante Lams Radsportfilm „To the Fore“ enttäuscht.  Dafür hat er dafür gesorgt, dass ich unbedingt den Bollywood-Revenge-Thriller „Nastik“ mit Amitabh Bachcha sehen muss. Zitat: „In NASTIK scheint alles möglich, und am besten überzeugt man sich selbst von der Güte dieses abwechslungsreichen Films. Genre-Grenzen kennt dieser Film jedenfalls nicht.“

Hauptsache (Stumm)Film widmet sich Sacha Guitrys 1951 entstanden Film „Das Scheusal“ mit Michel Simon.

– Die Cannon-Ninjafilme waren ein Renner bei uns in der Schule. Seltsamerweise habe ich die aber bis heute nicht gesehen. Totalschadens Besprechung von „Die Rückkehr der Ninjas“ auf Splattertrash weckt jetzt auch nicht so sehr meine Neugier. Vielleicht später einmal…

Yzordderrexxiii hat seit seiner Kindheit eine „guilty pleasure“. Auf seinem Blog erzählt er, warum er den italienischen Endzeitfilm „She“ von Avi Nesher so mag.

– Ich habe auch einen Film, den ich seit meiner Kindheit sehr, sehr liebe: „Meuterei am Schlangenfluss“ von Anthony Mann mit James Stewart. Schlombie von Schlombies Filmbesprechungen hat ihn sich auch angeguckt und findet ihn leider „insgesamt zu lahm“, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Hach, ich könnte den gleich wieder gucken. Da freue ich mich doch mehr über die Erwähnung zweier meiner Rezensionen in seinen „Besprechungen der Anderen“.

– Zu Letzt: Neues aus Hollywood vom Kinogänger.

Das Bloggen der Anderen (17-08-15)

Von , 17. August 2015 22:13

bartonfink_type2– Natürlich wieder Locarno. Auch wenn das mittlerweile vorüber ist. Gewonnen hat der Südkoreaner Hong Sang-soo mit „Right now, Wrong Then“, den Michael Sennhauser auf Sennhausers Filmblog bespricht. Ebenso wie den Bollywood-Gangster-Film „Bombay Velvet“. Und eine Liste mit allen Preisträgern gibt es dort auch.

– Hannes Brühwiler stellt auf critic.de die für ihn schönsten Filme vom diesjährigen Locarno-Filmfests vor, die allesamt auch mal Experimente wagen. Und Frédéric Jaeger führt sein Locarno Seh-Tagebuch weiter, welches ihn zu Peckinpah und Alex von Warmerdam führt.

– Rüdiger Suchsland hat sich für Negativ die Peckinpah-Retro in Locarno angesehen und war von Antoine Fuquas Film „Southpaw“, der jetzt auch in den deutschen Kinos anläuft, sehr begeistert.

– Auch Joachim Kurz von B-Roll ist in Locarno und hat dort den Schweizer Film „Heimatland“ gesehen und wünscht sich, „dass genau ein solches Werk voller Wucht und Wut auch einmal in Deutschland entstehen würde, ja überhaupt nur könnte.“ Seine Kollegin Beatrice Behn hat das diesjährige Festival in Locarno  vor allem als „das Jahr der Männergeschichten“ erlebt. Kirsten Kieninger hat einen sehr schönen und nachdenkenswerten Artikel über CGI im Kino verfasst, der die künstlichen Bilder einmal nicht per se verdammt.  Und Lucas Barwenczik macht sich Gedanken darüber, wieso aus „Agenten wieder Superhelden werden“.

– Sano Cestnik und Gary Vanisian berichten auf Eskalierende Träume über einen Film, den sie auf der Nippon Connection 2015 sahen und der sie tief beeindruckte: Einen japanischen Stummfilm aus den 30er Jahren, der von einem japanischen Kinosprecher (Benshi) begleitet wurde.

– Michael Schleeh von Schneeland ist auf dem Hong Kong International Summer Film Festival 2015, wo er den Bollywood-Film „Piku“ mit dem großen Amitabh Bachchan gesehen hat.

– Joris Julius-Sabinus bedauert auf Hard Sensations, dass Vincent Grashaw Film „Coldwater“, über Boot Camps in den USA, seine Chancen nicht nutzt. Er „hätte hier wirklich in ein gewaltiges Wespennest stechen können. Bedauerlicherweise war ihm ein glatter Protagonist und eine profane Narrativ-Fuzziness deutlich wichtiger. So bleibt „Coldwater“ ein Torture Porn, der spurlos an einem vorbeigeht“. Derweil trägt Alex Klotz weiterhin die Lobpreisungen des 88-jährigen Aachener Amateur-Animations-Filmers Bruno Sukrow in die Welt.

– Auf Grün ist die Heide reflektiert Udo Rotenberg über Wolfgang Petersens frühen Thriller „Einer von uns Beiden“ mit dem damals noch unbekannten Jürgen Prochnow und Klaus Schwarzkopf in einer ungewohnt negativen Rolle.

– Auf Schattenlichter begibt sich Mauritia Mayer allein wegen Marisa Mell in das von ihr nicht besonders geliebte Reich der Komödien. Doch „Casanova 70“ konnte auch sie überzeugen.

– Oliver Nöding hat es auf Remember It For Later in dieser Woche mit Reis-Bäuerinnen in knappen Outfit und tragischer Geschichte. Neben dem Vater dieses „Sub-Genres“, „Bitterer Reis“, hat er sich noch die neorealistischen Dramen „Das Reismädchen“ mit Elsa Martinelli und „Die Frau vom Fluss“ mit Sophia Loren angesehen.

– Dinge, die ich noch nicht wusste #1: Batman-Erfinder Bob Kane hat eine Figur namens Cool McCool erfunden, der in einer TV-Trickfilmserie der 60er die Geheimagenten-Welle parodierte. Mehr dazu von Oliver Armknecht auf film-rezenionen.de.

– Dinge, die ich noch nicht wusste #2: James-Bond- Drehbuchautor Richard Maibaum hat mal das Drehbuch für eine Deutsch(!)-Amerikanische Co-Produktion mit Fabio Testi geschrieben, in der eine weibliche Bond-Variante auf Verbrecherjagd geht. Das Ergebnis heißt „S.H.E. – Super Harter Engel“. Cooler Titel. Ob der Film auch so cool ist, liest man bei totalschaden auf Splattertrash. Außerdem für mich sehr interessant: Ein polnischer Actionfilm im Bond-Fahrwasser, der in seinem Heimatland unter die schlechtesten polnischen Filme ever gewählt wurde. Natürlich will ich unbedingt „Der Fluch des Schlangentals“ sehen, aber in Polen scheint der – nach flüchtiger Recherche – nicht auf DVD erschienen zu sein.

– Im Nischenkino gibt es gerade eine Don Siegel-Retro. Dort wird zunächst der eher wenig bekannte Kriegsfilm “Hell is for Heroes“ mit Steve McQueen und dann der etwas bekanntere, aber immer noch viel zu selten erwähnte „Betrogen“ mit Clint Eastwood besprochen.

– Da wir gerade bei Retros sind. Auf Cereality geht es mit David Cronenbergs „Spider“ (noch immer eine Bildungslücke bei mir) weiter.

– Ich glaube Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film hat gerade die selbe Erich von Strohheim-Biografie wie ich gelesen. Zumindest finde ich in seinem Vergleich zwischen EvS und dem rumänischen Filmemacher Cristi Puiu einiges davon wieder.

– „The Terminator“ war für mich Mitte der 80er ein ganz, ganz wichtiger Film. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft wir den geschaut haben. Christian Genzel ist aufgefallen, wie der Cameron es „mit nur neun Einstellungen (…)  die perfekte Stimmung für den Rest des Films setzt und (es) schafft (…), sogar diesen kleinen Prolog (der nur knapp eine Minute dauert!) an einem geschickten erzählerischen Faden aufzuziehen.“ Wie, das erzählt er anhand von Screenshots auf Wilsons Dachboden.

– Nochmal 80er. „Sie leben“ ist nicht perfekt, aber trotzdem einer meiner liebsten Carpenter. Yzordderrexxiii mag ihn auch.

– PD und YP unterhalten sich auf Filme im Dialog über einen Western. Und zwar den gerade angelaufenen „Slow West“ mit Michael Fassbender.

– Der große Film Noir-Regisseur Robert Siodmak lieferte nach seiner Rückkehr in die Heimat seine Version eines „Sissy“-Films ab. Hoffman von Die drei Cineasten hat „Katja, die ungekrönte Kaiserin“ gesehen, ist aber nicht gerade begeistert.

– Zeilenkino über „Himmelsverbot“. Für seinen Dokumentarfilm „Jailbirds – Geschlossene Gesellschaft“ besuchte Schwartz vor zehn Jahren das rumänische Hochsicherheitsgefängnis Rahova und begegnete während der Dreharbeiten Gabriel, einem zu lebenslanger Haft verurteiltem Mörder. In „Himmelverbot“ begleitet er diesen nun in die Freiheit. Kling sehr interessant.

– Blick nach Osten. Vitellone ist auf Die drei Muscheln nach einiger Anlaufzeit dann doch ziemlich überwältigt vom legendären „Russian Arc“, dem One-Take-Wonder des russischen Regisseurs  Alexander Sokurov.

– Und zu guter Letzt: Noch mehr „Gespräche der Anderen“. Die interessantesten Podcasts der Woche bei Wiederaufführung. Den Link zum Bahnhofskino, wo zwei großartige, polnische besprochen werden, habe ich mir schon abgespeichert.

Das Bloggen der Anderen (10-08-15)

Von , 10. August 2015 20:08

bartonfink_type2– Mit Lorcano steht das nächste große Filmfestival vor der Tür und ist das große Thema in den deutschsprachigen Blogs. So berichtet Michael Sennhauser für Sennhausers Filmblog über Otar Iosselianis „Chant D’Hiver“ und schreibt: „Der knapp unter der Realismusgrenze angesiedelte Alters-Stil erinnert ein wenig an Jacques Tati und sehr stark an Iosseliani.“. Ferner hat er noch zwei Filme gesehen, denen ich ebenfalls entgegenfiebere: Alex van Warmerdams „Borgman“-Nachfolger „Schneider Vs. Bax“ und die Rückkehr des großen Andrzej Zulawski mit „Cosmos“.

– Für critic.de ist Frédéric Jaeger in Lorcano unterwegs und hat dort u.a. den deutschen Film „Der Nachtmahr“ und auch Zulawskis „Cosmos“ sowie den Iosseliani gesehen.

– Rüdiger Suchsland macht sich anlässlich des in Lorcano so gut wie nicht vorkommenden deutschen Films auf The Outtakes seine Gedanken zu dessen Status.

– Joachim Kurz & Beatrice Behn schreiben für B-Roll aus Lorcano und sind ebenfalls von Zulawskis Rückkehr begeistert. Ferner berichtet Joachim Kurz Erschütterndes aus den Deutschen Filmarchiven: „(..) das Filmarchiv des Bundesarchivs (hat) in Berlin-Hoppegarten seit der Wiedervereinigung seine Bestände an filmischen Dokumenten von 140.000 Rollen auf 70.000 Rollen „abgebaut“ (…). Der eigentliche Skandal dieser Nachricht liegt in dem Euphemismus, der die Tatsache kaschiert, dass der Abbau nichts anderes bedeutet als die bewusste Vernichtung von Kulturgütern, die unwiederbringlich verloren gehen.“

– Apropos deutsche Filmgeschichte: „Die letzte bekannte Kopie ist vor Scham errötet, was auf dem Rechner in Verbindung mit der Muffigkeit des Settings durchaus Charme entfaltet, für eine eventuelle DVD- oder gar Blu-Ray-Veröffentlichung aber nur wenig reizvoll ist.“ Worum es geht? Rolf Olsens tollen „Das Stundenhotel von St. Pauli“, den wir einmal in unserer Bremer Kinoreihe „Weird Xperience“ gezeigt habe, weshalb ich den oben beschrieben Zustand der Kopie leider bestätigen muss. Was sich da so langsam auflöst, kann man bei Oliver Nöding auf Remember It for Later nachlesen. Denkt man an St.Pauli im Film fällt einem spontan Jürgen Roland ein, dessen Meisterwerk „Polizeirevier Davidswache“ und der nicht ganz so meisterliche, aber unterhaltsame „St.- Pauli-Report“ hier auch abgehandelt werden.

– Damals wollte ihn von uns keiner gucken, weil er aus Deutschland war, heute wahrscheinlich keiner, weil er von Roland „Hollywood“ Emmerich ist. So ändern sich die Zeiten. Dabei findet Bluntwolf auf Nischenkino: „“Joey“ ist ein wunderbares und ziemlich düsteres modernes Märchen, das eine unheimliche Geschichte von Tod und Magie präsentiert.“

– Weiter mit Deutschland. Von Johannes Schaaf kenne ich bisher leider noch keinen Film, auch den mir bereits des Öfteren empfohlenen „Traumstadt“ nicht. Udo Rotenberg hat sich auf Grün ist die Heide nun eines frühen Films des Regisseurs angenommen: „Tätowierungen“ mit dem RAF-Mitglied Christof Wackernagel in der Hauptrolle.

– Auf seinem zweiten Blog L’amore in cittá schreibt er über „Die Terrasse“, einen der letzten Vertreter der Commedia all’italiana: „Aus heutiger Sicht lässt sich nur statuieren, dass Scolas Blick auf die Kollegen und ihr politisch-kulturelles Engagement, trotz aller Anzeichen einer negativen Entwicklung, liebenswert blieb – das gemeinsame Singen am Ende des Films erhält angesichts der schon wenige Jahre später eintretenden Realität einen melancholisch-sentimentalen Charakter.“

Was für ihn einen guten Film ausmacht, verrät Filmemacher Christoph Hochhäusler in seinem Blog Parallel Films.

– Patrick Holzapfel hat Angst vor Picknicks. Und das Kino ist schuld daran. Warum? Das erklärt er auf Jugend ohne Film.

– Der Kultursemiotiker Kilian Hauptmann schreibt in einem Gastbeitrag auf real virtuality „Wie Cloud Atlas das “Ende der Erzählungen” beendet“.

– Volker Schönenberger rezensiert auf Die Nacht der lebenden Texte das Reclam-Büchlein „Kriegsfilme“, welches in der Reihe „Filmgenres“ erschienen ist. Zudem wird das „Dawn oft he Dead“-Remake von zwei Seiten beleuchtet. Während Volker es für ein Musterbeispiel der gelungen Neuverfilmung hält, lässt Simon Kyprianou kein gutes Haar an dem Film.

– Es tut mir weh, aber symparanekronemoi äußert sich zunächst sehr kritisch über eines meiner Lieblingsbücher (High Fidelity) und dann noch die – wie ich finde recht gelungene – Filmadaption. Okay, in der fehlt meine Lieblingsstelle (der Besuch bei der Dame, die die Plattensammlung ihres Ex-Mannes verhökern will – findet man aber in den Deleted Scenes), aber trotzdem…

Eine schöne Neubetrachtung des Kalte-Kriegs-Klassikers „Die Rote Flut“ hat Robert Wagner auf the gaffer geschrieben.

– Auf Mise en cinéma wird eindrücklich Akira Kurosawas spätes Meisterwerk „Kagemusha“ empfohlen.

Noch ein japanischer Klassiker: Der Anime „Neon Genesis Evangelion“ wird von Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de besprochen.

– Hans W. Geißendörfer verbindet man zu allererst mit seiner Schöpfung „Lindenstrasse“. In den späten 60ern gehörte er aber zur Speerspitze des Neuen Deutschen Films und drehte u.a. den Vampirfilm „Jonathan“, den Christian Witte auf cereality vorstellt. Außerdem gibt es wieder Cronenberg: „Scanners“.

– Den ersten Teil der Kinovorschau für den Herbst gibt es bei Der Kinogänger.

Das Bloggen der Anderen (03-08-15)

Von , 3. August 2015 19:56

bartonfink_type2– David schreibt auf Whoknows presents ausführlich über den zur Zeit seiner Erstehung scheinbar völlig missverstandenen, beinahe experimentellen Film „Verführung am Meer“, den der jugoslawische Regisseur Jovan Živanović in einer Deutsch-Jugoslawischen Co-Produktion 1963 mit Peter van Eyck und Elke Sommer in Szene gesetzt hat.

– Patrick Holzapfel hat auf Jugend ohne Film sich einige interessante Gedanken zum Thema „Widerwillen im Film“ gemacht. Ferner zeigt er sich überwältigt von Nicholas Rays „Johnny Guitar“, dem er einen leidenschaftlichen Text widmet.

– Leidenschaftlich schreibt auch Oliver Nöding auf Remember It For Later über Jim McBrides heute zu Unrecht fast vergessenes Meisterwerk „Breathless“ mit Richard Gere. Übrigens auch einer der wichtigsten Filme in meinem Leben. Passend dazu auch seine Betrachtungen zu dem ebenfalls großartigen „Ein Mann für gewisse Stunden“, der heute ebenfalls nicht den großen Ruf hat, der ihm eigentlich zustünde. Ebenso, wie Hauptdarsteller Richard Gere nach „Pretty Woman“ ja leider ziemlich „verbrannt“ ist. Wie überwältigend Gere sein kann, sieht man ganz klar in diesen beiden Filmen. Überwältigend war für mich auch immer die Musik von Jerry Lee Lewis, dem „Killer“. Deshalb sah ich einst auch das Bio-Pic „Great Balls of Fire“ auf der großen Leinwand. Oliver zeigt bei seiner schönen Besprechungen die Parallelen zu „Breathless“ auf, mit dem sich der Film den Regisseur teilt.

– Sascha hat mich auf seinem Blog Die seltsamen Filme des Herrn Nolte ziemlich überrascht. Tatsächlich ist mir ein wenig die Kinnlade verrutscht. Da vergleicht er die Art des Filmemachens von Jess Franco mit der Struktur des Jazz. Dabei verweist er auf einen englischsprachigen Blog, den ich bisher noch gar nicht kannte: 1000 Misspent Hours and Countin. Warum ich so überrascht bin? Weil ich diesen Vergleich bei meiner Einführung zu „Lolita am Scheideweg“ ebenfalls gezogen habe – und meinte, dies wäre eine ganz neue Interpretation. Ach ja, bei Sascha geht es um den Film „Vampyros Lesbos“.

– Johannes Schaaf ist mir lediglich als Regisseur von „Traumstadt“ bekannt. Ein Film, der bei mir leider noch immer aussteht. Das Magazin des Glücks stellt neben diesem, auch noch zwei andere Werke Schaafs vor.

– Lukas Foerster schreibt auf seinem Blog Dirty Laundry über die frühe deutsche Tonfilm-Komödie „Wer nimmt die Liebe ernst…“ von Erich Engel.

– „La donna invisibile“ kenne ich bisher nur über die Ohren. Nämlich von Ennio Morricones wunderbaren Soundtrack her. Der dazugehörige Film von Paolo Spinola war mir bisher unbekannt. Ein Umstand, den ich nach Udo Rotenbergs Besprechung auf L’amore in cittá gerne ändern würde.

– Wenn Mauritia Mayer auf Schattenlichter schreibt: „“Killer Cop“ ist einer der dunkelsten, trostlosesten Filme, der innerhalb des Genres des italienischen Polizeifilms je hervorgebracht wurde“, dann will ich den natürlich auch gleich hinterher gucken.

– Schon gesehen habe ich den herrlichen „Sklaven ihrer Triebe“ alias „Top Sensation“. Von daher kann ich sagen, dass ich das unterschreibe, was totalschaden auf Splattertrash über Ottavio Alessis Werk denkt.

– Mise en cinéma über den wunderschönen „Zazie“ von einem meiner persönlichen Helden: Louis Malle.

– Christian Witte mit einem weiteren Teil der Cronenberg-Retro auf Cereality: Diesmal „Rabid – der brüllende Tod“ (bin ich eigentlich der Einzige, der bei dem Titel ständig als Erstes an mutierte Killer-Hasen denken muss?). Außerdem macht sich Benjamin Wimmer ziemlich viele Gedanken zum Spätwerk Dario Argentos (wobei er die „Masters of Horror“-Episoden ausklammert). Raus kommt leider erst einmal altbekanntes.

– Roland Klick gehört zu den großen Hoffnungen des deutschen Films, denen leider zu früh das Genick gebrochen wurde. Klicks finaler Todesstoß war sein „White Star“ von 1983, den Hoffman auf Drei Cineasten bespricht.

– JackoXL von Die drei Muscheln nimmt  sich ein Frühwerk von Oliver Stone vor. Den Horrorfilm „Die Hand“ mit Michael Caine. Er kommt dabei zu dem Schluss: „Tolles Ding, dass Oliver Stone auch ein „Händchen“ für derartige Genrefilme hat(te), verblüffend. Generell scheinen sich bei ihm in den letzten Jahren die Spätfolgen seines exzessiven Leben zu zeigen. Entweder sollte er weniger Drogen nehmen oder wieder damit anfangen, den „World Trade Center“- oder „Savages“-Stone braucht doch kein Mensch.“

–  Ein Scherenschnittfilm von 2011? Nicht ganz, aber Michel Ocelots Animationsfilm „Tales of the Night“ hält sich trotz Computereinsatzes eng an die Kunst Lotte Reinigers, wie Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de feststellt.

Der Kinogänger berichtet wieder über „Neues aus Hollywood“.

– Wenn Regisseure dünne Haut zeigen, sich über schlechte Kritiken beschweren und den Kritikern zu verstehen geben, was sie nicht verstanden haben, dann wirkt dies oftmals wenig souverän. Dietrich Brüggemann hat dies getan und Rajko Burchardt kommentiert den Vorfall auf B-Roll. Ferner schreibt Lucas Barwenczik darüber, was Filme und Videospiele unterscheidet.

– Und zu guter Letzt Alex Matzkeit auf real virtuality über Sinn und vor allem Unsinn von sogenannten „press junkets“. Das sind diese Maximal-10-Minuten-Interviews am Fließband, um ein Film zu promoten. Wusste ich vorher auch nicht.

Das Bloggen der Anderen (27-07-15)

Von , 27. Juli 2015 21:50

bartonfink_type2– Der meiner Meinung nach schönste Beitrag der Woche kommt von Rochus Wolff, der in seiner Kolumne „Sitzplatzerhöhung“ auf B-Roll sich darüber nachdenkt, was eigentlich einen guten Kinderfilm ausmacht. Lucas Barwenczik stellt derweilen den iranischen Filmemacher Jafar Panahi vor.

– Sehr gefallen hat mir auch Dominiks Beitrag auf Filmherum, wo er sich Gedanken über das Pro und Contra des Kinobesuchs macht. Für jemanden wie mich, der den Kinobesuch über alle anderen Arten des Filmeerlebens stellt, auch mal interessant, nachvollziehbare Argumente gegen den Kinobesuch zu lesen und im Gegenzug als Mit-Veranstalter eine Kinoreihe darüber nachzudenken, wie man es besser machen kann.

– Nach dem Heimatfilm hat sich Udo Rotenberg auf Grün ist die Heide nun dem deutschen Schlagerfilm zugewandt. Der erste Film, den er hier untersucht heißt dann auch gleich passenderweise „Schlagerparade“ und ist vom späteren „Kommissar“ Erik Ode inszeniert. Außerdem empfiehlt er Will Trempers Film „Flucht nach Berlin“, der auch auf meiner Must-have-Liste ganz weit oben steht.

– Gabelinger stellt auf Hauptsache (Stumm)Film ein sehr frühes Hollywood-Musical vor: Den Meilenstein „Love Me Tonight“ von Rouben Mamoulian mit Maurice Chevalier.

– Letzte Woche jährte sich mal wieder das Stauffenberg-Attentat. Vor genau 60 Jahren kamen gleich zwei Filme in die deutschen Kinos, sie sich damit beschäftigten. „Es geschah am 20. Juli“ von G.W. Pabst, den Lukas Foerster auf Dirty Laundry vorstellt und „20. Juli“ von Falk Harnack, den Hoffman auf Drei Cineasten bespricht.

– Ich weiß gar nicht, warum mir Joseph Losey immer wieder durch die Finger geschlüpft ist,. Dabei handelt es sich bei ihm um einen der interessantesten Filmemacher der späten 60er und frühen 70er Jahre. Auch wenn Patrick Holzapfel auf Jugend ohne Film einen von Loseys bekanntesten Filmen, „The Go-Between“, eher muffig findet.  Viel mehr hält er da von der Schauspielerin Yekaterina Golubeva, der er einen Liebesbrief schreibt.

– Stu widmet sich auf Die drei Muscheln der „Death Wish“-Reihe. Aber eigentlich nur den ersten drei Filmen, die er auch nicht wirklich gut findet.

– Michael Schleeh berichtet auf Schneeland vom Bucheon International Fantasy Film Festival im Süden von Seoul, wo er den von ihm sehr empfohlenen, südkoreanischen „The Stone“ gesehen hat, sowie den allerneusten Sion Sono „Love & Peace“, der ihn ordentlich durchgeblasen hat mit seiner „hanebüchenen Durchgeknalltheit“.

– Auch Indyfilmblog ist diesmal ganz dem südkoreansichen Kino zugetan. Es gibt eine Lee Chang-dong –Retro mit einer fetten Empfehlung für das südkoreanische Drama „Poetry“ von (das kürzlich im TV lief), aber auch Lees „Secret Sunshine“ und „Oasis“ werden hochgelobt.

– Irgendwie sind mir die vorbildlichen Veröffentlichungen des Labels REM vom Radar gekommen. Gut, dass man bei filmosophie noch einmal darauf hingewiesen wird. Das indische Independent-Drama „Sunrise“ von Regisseur Partho Sen-Gupta sollte man wohl gesehen haben. Auch der Dokumentarfilm „Von Caligari zu Hitler“ des Filmkritikers Rüdiger Suchsland klingt interessant, auch wenn filmosophie anmerkt: „Insgesamt erschlägt Von Hitler zu Caligari sowohl mit seiner Informationsflut als auch mit seiner beträchtlichen Länge. Eine filmgeschichtliche Epoche von 15 Jahren in einem einzigen Dokumentarfilm abzubilden, ist wohl auch ein steiles Unterfangen, das zwangsläufig zu einer intellektuellen Herausforderung für die Zuschauer_innen werden muss. Für jemanden wie mich, die sich insbesondere für die kulturwissenschaftliche Verknüpfung von Kunst und Historie begeistern kann, stellt dies weniger ein Problem dar, doch dürfte der_die „durchschnittliche“ Zuschauer_in wohl spätestens nach einer dreiviertel Stunde gedanklich aussteigen.“

– Da steht das Fantasy Filmfest 2015 vor der Tür, da erinnert film-rezensionen.de noch mal an das Festival des vergangenen Jahres. Ferner schreibt Oliver Armknecht über einen Film, den ich als Kind einmal im Fernsehen erwischte, der mich als damals heiß entflammten Agatha-Christie-Fan begeisterte – und den ich dann nie wieder sah: „Die Morde des Herrn ABC“ mit Tony Randall (!) als Hercule Poirot.

– Sehr viel später begeisterte mich dann „Hellraiser“ von Clive Barker – und die verstümmelte deutsche Fassung des zweiten Teils „Hellbound“ lies mir keine Ruhe. So dass ich 1992 bei meinem bisher einzigen London-Besuch die ganze Zeit nur durch die Elektromärkte irrte, um endlich eine ungeschnittene Fassung zu erstehen (die auch nicht ganz vollständig war, aber das wusste ich damals ja nicht). Oliver Nöding bespricht beide Filme auf Remember It For Later.

Yzordderrexxiii bricht eine Lanze für den nicht wirklich geliebten „Starman” von John Carpenter.

Schöne Empfehlung von Mauritia Meyer auf Schattenlichter für die verheiratenden Italo-Nerds: „Ein sehenswerter äußerst unterhaltsamer und kurzweiliger Poliziottesco aus der „zweiten Reihe“, für den sich womöglich auch eure Frauen begeistern könn(t)en.“ –über „Der Gorilla“ mit Fabio Testi.

– Ich freue mich ja wie Bolle darauf, endlich den (nicht mehr ganz) neuen Film von Quentin Dupieux, „Wrong Cops“ zu sehen. Der Kinogänger mochte ihn.

– Dafür mochte Caroline Lin von Komm&Sieh den neuen Terrence Malick, „Knight of Cups“ gar nicht.

– Irgendwo habe ich schon mal eine Besprechung des dänischen Marionetten-Films „Strings“ verlinkt. Ich weiß nur nicht mehr wo und wann. Egal, kann man auch zweimal machen. Diesmal wird der Film von Robin Schröder von Mise en cinéma empfohlen.

– Auf Cereality geht die Cronenberg-Retro mit dem – von mir noch immer nicht gesehenen – „eXistenz“ weiter. Außerdem zwei Meinungen zu Werner Herzogs „Königin der Wüste“. Christian Witte Pro und Nathanael Brohammer Contra.

– Noch ein paar Übersichten: Die interessantesten Podcasts beim “Die Gespräche der Anderen” auf Wiederaufführung und Filmbesprechungen auf Schlombies Filmbesprechungen als „Die Besprechungen der Anderen”.

Das Bloggen der Anderen (13-07-15)

Von , 13. Juli 2015 18:58

bartonfink_type2– Und wieder ist eine der großen Leinwandikonen von uns gegangen. Letzte Woche verstarb Omar Sharif. Einen Nachruf gibt es beim Kinogänger und auf B-Roll.

– Ebenfalls auf B-Roll kann man einen Rückblick auf das 11. Festival des Deutschen Films lesen, den Lisa Hedler verfasst hat. Ferner feiert der deutsche Regisseur, Autor und Produzent Rudi Gaul Sebastian Schippers „Victoria“.

– Da habe ich doch gleich den Stift gespitzt und mir ein paar Tipps für die folgenden Monate notiert: Michael Sennhauser berichtet auf Sennhausers Filmblog weiterhin vom Neuchâtel International Fantastic Film Festival. Da gibt es Katzenmenschen im amerikanischen „Spring“, virtuelle Welten im schweizerischen „Der Polder“ und aus Deutschland kommt „True Love Ways“, ein „lyrischer schwarz-weiß Giallo“. Kling alles sehr spannend.

– In Berlin läuft demnächst eine Don-Siegel-Retrospektive. Anlass für Lukas Foerster, den Regisseur auf critic.de noch einmal vorzustellen. Außerdem berichtet Michael Kienzl noch einmal über das scheinbar wirklich wundervolle Il Cinema Ritrovato in Bolonga.

– Rainer Kienböck von Jugend ohne Film war auch in Bolonga und hat dort die heute eher unbekannte Komödie „Ruggles of Red Gap“ von Laurel&Hardy-Stammregisseur Leo McCarey mit Charles Laughton in der Hauptrolle.

– Sano Cestnik hat auf Eskalierende Träume den Versuch unternommen seine 100 Lieblingsfilme chronologisch zu ordnen. Sehr interessant und teilweise sehr überraschend.

– Oliver Nöding hat auf Remember It For Later wieder einige meiner Lieblinge besprochen, so dass ich seine anderen Besprechungen mal unter den Tisch fallen lassen und lediglich den für mich früher sehr wichtigen „Cincinnati Kid“, den großartigen „Moby Dick“ und den wundervollen „Nacht der reitenden Leichen“ konzentriere.

– Das Magazin des Glücks hat sich der vier Filme angenommen, die einst den Ruhm des New-Hollywood-Regisseurs (und riesigen Filmfan) Peter Bogdanovich begründeten.

– Udo Rotenberger bleibt auf Grün ist die Heide dem deutschen Heimatfilm trau und schreibt über Hans Deppes frühe Ganghofer-Verfilmung „Schloss Hubertus“.

– Hoffman setzt auf Drei Cineasten seine Jacques Demy-Retrospektive mit“ Trois places pour le 26“ von 1988 fort.

– Auch auf Cereality geht die Retro weiter: Yannic Sames über David Cronenbergs „Parasitenmörder“.

– JackXL ist auf Die drei Muscheln begeistert von Antonio Bidos Spät-Giallo „Blutige Schatten“, den ich ja eher mittelmäßig fand.

– Mehr Giallo: Mauritia Meyer auf Schattenlichter über Umberto Lenzis „Spasmo“, der sie aber trotz sehr guter Ansätze nicht voll überzeugen konnte.

– Mit den Filmen von „The Aylum“ habe ich es ja nicht so. Wenn ich wissen möchte, was die gerade wieder so fabrizieren kann ich aber ja mal bei Schlombies Filmbesprechungen nachlesen und siehe da: Da wurde die alte „Godzilla vs. Mecha-Godzilla“ –Idee auf Superhaie gezogen. Klingt zumindest witzig. Ferner schreibt Schlombie über „Zombi 3“, das unter einem schlechten Stern entstandenen Spätwerk von Lucio Fulci – oder Bruno Mattei oder wer sonst noch daran rum gefilmt hat.

– Der Intergalactic Ape-Man hat eine schöne Besprechung des schlecht beleumundeten „Oase der Zombies“ – dessen Produktionsgeschichte eben so kompliziert ist, wie die von „Zombi 3“ – auf Intergalaktische Filmreisen veröffentlicht.

– Jürgen Kiontke mag Dietrich Brüggemanns Neonazi-Komödie „Heil“ überhaupt nicht und begründet seine starke Ablehnung auf filmgazette. Nicolai Bühnemann seinerseits lobt den Horrorfilm „It Follows“ über den grünen Klee und vergibt 8 von 10 Punkten.

– Auch andere Blogger zeigen sich von „It Follows“ begeistert. Alex Klotz schreibt auf Hard Sensations: „Na bitte, es geht doch! Zwischen Remakes, der immergleichen Zombiepampe und der x-ten Found Footage-Variation kommt mit IT FOLLOWS auch mal wieder ein origineller Horrorfilm zum Vorschein“ und LZ auf screenread: „„It Follows“ ist ein Ausnahmefall und im Horrorkino der Gegenwart vielleicht nur vergleichbar mit „Der Babadook“, mit dem er einiges gemein hat.“

– Letzte Woche hatte ich schon einmal auf eine Review zu Gia Coppolas (Nichte von Sofia und Enkelin von Francis Ford) Regiedebüt „Palo Alto“ hingewiesen. Auch Going to the Movies schreibt über diesen Film, der auf einer Kurzgeschichte des Allround-Künstlers James Franco beruht.

Das Bloggen der Anderen (06-07-15)

Von , 6. Juli 2015 20:03

bartonfink_type2– In der Schweiz ist die 15. Ausgabe des Neuchâtel International Fantastic Film Festivals eröffnet worden. Und wie in den letzten Jahren berichtet Michael Sennhauser auf seinem Sennhausers Filmblog über dieses scheinbar sehr liebenswerte Festival, dem ich einerseits viele gute Filmtipps verdanke und welches ich auch gerne mal in der Zukunft besuchen möchte. Diesmal liefen hier das Schwarzenegger-Zombie-Kammerspiel „Maggie“, auf das ich sehr neugierig bin, sowie – ebenfalls mit Spannung erwartet – der neue Film von Adrián García Bogliano, „Scherzo Diabolico“.

– Ebenfalls ein Sehnsuchtsort ist das jährliche „Il Cinema Ritrovato“ in Bolonga, welches Rainer Kienböck und Andrey Arnold von Jugend ohne Film besucht haben. Rainer stellt das Festival vor und danach haben sich die beiden eingehend in einem Festivaldialog über die diesjährige Veranstaltung unterhalten.

– Ob die Beiden dort auch Lukas Foerster getroffen haben, weiß ich nicht. Der war jedenfalls auch da, wie man seinem Bericht auf Dirty Laundry entnehmen kann.

– Gut zum „Il Cinema Ritrovato“ hätte sicherlich auch der Film „Golden Dawn“ gepasst, der an der Zeitenwende zwischen Stumm- und Tonfilm gedreht wurde. Gabelingeber stellt ihn auf Hauptsache (Stumm)Film ausführlich vor.

– Aus dem Jahre 1959 stammt Robert Wises Streifen „Odds Against Tomorrow“, den Manfred Polak auf Whoknows presents unter besonderer Berücksichtigung der Produktionsgeschichte und des Drehbuchautors Abraham Polonsky bespricht.

– Sascha schreibt auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte über John Houghs vergessenes Langfilmdebüt „Eyewitness“, welches eine Wiederentdeckung verdient hätte.

– Wieder hat der grimmige Schnitter zugeschlagen und die wunderbare Laura Antonelli zu sich geholt. Aus diesem Anlass schreibt Udo Rotenberg auf L’amore in città nicht nur über Luchino Viscontis Schwanengesang „Die Unschuld“, in dem die schöne Laura eine Rolle hatte, sondern auch über das bewegte und traurige Leben dieser Frau.

– In Italien befindet sich filmtechnisch zur Zeit auch Oliver Nöding von Remember It for Later und legt seinen Lesern solche eher unbekannten Schätze wie „Auf verlorenem Posten“,„San Babila, 20 Uhr: Ein sinnloses Verbrechen“ und „Come cani arrabbiati“.

– Sven Safarow auf Eskalierende Träume über „Mädchen mit Gewalt“, der auf meiner Geburtstagswunschliste steht. Mal gucken, ob sich wer sich traut, einen Film mit diesem Titel zu kaufen.

– Nachdem Dr. Wily letzte Woche auf Wilsons Dachboden „Ich weiß noch immer, was Du letzten Sommer getan hast“ glühend verteidigte, nimmt sich nun Christian Genzel des Sequels an.

symparanekronemoi lässt Michael Manns „Manhunter“ gegen Brett Ratners „Red Dragon“ antreten und es gibt einen klaren K.O.-Sieger.

– Annika empfiehlt auf Die Filme, die ich rief die Dokumentation „Hearts of Darkness: A Filmmakers Apocalypse“, über den nervenaufreibenden „Apocalypse Now“-Dreh.

– Stu widmet sich auf Die drei Muscheln dem Abschluss von Sono Sions Hass-Trilogie: „Guilty of Romance“.

– Schlombie präsentiert auf Schlombies Filmbesprechungen eine weitere Folge von „Die Besprechungen der Anderen“.

– Was David McAllan auf Komm&Sieh über den hierzulande noch nicht verfügbaren „Reversal“ aka „Bound to Vengeance“ schreibt, klingt recht interessant.

– Die Coppolas breiten sich immer wieder aus. Jetzt hat auch Francis Fords Enkelin Gia an einem Film versucht. Und laut Christopher Diekhaus von screen/read ist „Palo Alto“ auch gar nicht schlecht geworden.

– Hui, eine deutsche Kafka-Verfilmung mit Axel Prahl und Josef Harder? Klingt interessant, auch wenn sie Oliver Armknecht von film-rezensionen.de nicht gänzlich überzeugen konnte. Gut klingt auch „It Follows“, der ja generell überall gute Kritiken einsammelt. Dietrich Brüggemann ist einer der interessantesten jungen deutschen Filmemacher. Seine Neonazi-Komödie „Heil“ überzeugt laut Oliver „mehr in Einzelszenen, weniger als komplette Geschichte. Die sind dafür oft unterhaltsam, streckenweise sogar grandios.“

– Yannic Sames von cereality sieht das etwas nüchterner, schreibt aber: „Mit der Komödie „Heil“ hat er sich nun zwar verrannt, vielleicht sogar übernommen. Aber dennoch darf sich auf neue Projekte des jungen Regisseurs gefreut werden“. Timo Kießling setzt seine Cronenberg-Retro mit der Stephen-King-Verfilmung „Dead Zone“ fort.

Das Bloggen der Anderen (29-06-15)

Von , 29. Juni 2015 20:04

bartonfink_type2–  Leider gibt es kaum noch eine Woche ohne bedauerliche Todesmeldungen. In der letzten Woche verstarb der Komponist James Horner bei einem tragischen Flugzeugunglück. screen/read hat ihm einen ausführlichen Nachruf gewidmet.

– Wer noch einmal Horners Klängen lauschen möchte, für den hat Mostly Movies einen Zusammenschnitt seiner besten Scores im Netz gefunden.

–  Dem vor drei Wochen verstorbenen Christopher Lee zu Ehren bespricht JackoXL auf Die drei Muscheln den ungewöhnlichen Hammer-Film „Dracula jagt Mini-Mädchen“ (ich bin sicherlich nicht Einzige, der früher bei dem Titel zunächst an däumlingsgroße Girls gedacht hat).

–  Udo Rotenberg beendet auf Grün ist die Heide seine tiefschürfende und für den des Genres Unkundigen sicherlich sehr überraschende Analyse des deutschen Heimatfilms. Wie ich finde hochspannend und bereits jetzt eines der Highlights dieses Jahres. Diesmal geht es um den Zenit in den Jahren 1955-1957 und den schleichenden Niedergang und der Hinwendung zur Sexklamotte in den Jahren 1958-1969.  Nicht zu vergessen: Die nachgeschobene und hoch informative Einleitung.

– Oliver Nöding war in der vergangenen Woche auf Remember It For Later ausgesprochen produktiv. Und was für mich persönlich von ganz besonderer Bedeutung ist: Er widmet sich drei Filmen, die auch in meinem Leben eine ganze besondere Rolle gespielt haben und mich zu dem Filmliebhaber gemacht haben, der ich heute bin. Da ist einmal „Lawrence von Arabien“. Ich erinnere mich noch sehr genau an die erste TV-Ausstrahlung, die ich sah. Diese war dreigeteilt und mit langen Pausen. Ich begann den Film im Wochenendhaus meiner Eltern zu schauen, dann besuchten wir Bekannte, wo der Film nebenher flimmerte und mich in seinen Bann zog. Doch auch dort bleiben wir nicht lange und so schaute ich dann Zuhause weiter, fasziniert davon, dass der Film (damals soweit ich mich erinnere in zwei Teilen mit einer langen Pause für die Nachrichten ausgestrahlt) noch immer lief und kein Ende zu nehmen schien. Gerade für mich war er „endlos“, denn vor dem Schluss musste ich ins Bett. Die Bilder, die Lean entwarf sollten mich dort noch lange verfolgen. Noch länger verfolgte mich „Gesprengte Ketten“, der mich völlig umwarf und lange, lange Zeit für mich DER Film blieb. Daran zu erkennen, dass ich noch Monate nach dem Film mit einem Tennisball in der Hand „Bunkerkönig“ spielte. Und „Nightmare on Elm Street“ war dann der erste echte „Splatter“, den ich sah und der Grundstein für eine sehr, sehr lange Faszination und Liebe für das Genre. So stark, dass ich Drumherum viel verpasste, was ich in den letzten20 Jahren Stück für Stück dann aber nachgeholt habe.

–  Verpasst hatte ich damals auch „Missing in Action – Teil 2“, was aber scheinbar kein großer Verlust war, wenn ich totalschaden von Splattertrash trauen kann. Nachprüfen werde ich es sicherlich bald, denn dieser Chuck-Norris-Streifen wartet noch in dem großen Stapel ungesehener DVDs auf mich.

–  Teil der 80er waren aber auch Yuppie-Filme wie „Wall Street“ oder das Michael J. Fox-Vehikel „Das Geheimnis meines Erfolges“ von 1987. Heute frage ich mich, warum ich damals diese „Lebe-den-amerikanischen-Traum“-Filme so toll fand. Jetzt denke ich mit einem eher unangenehmen Gefühl an sie zurück.  Der Intergalactic Ape-Man von Intergalaktische Filmreisen hat den Film einer erneuten Betrachtung unterzogen.  Und auf der anderen Seite der Filmmedaille hat er auch dem japanischen Katastrophenfilm „Gorath – Ufos zerstören die Erde“ von 1962 einige Zeilen gewidmet. Ein Film, der mir heute sicherlich besser gefallen würde als „Das Geheimnis meines Erfolges“.

– Schon immer sehr gut gefallen hat mir allerdings „Wenn Du krepierst – lebe ich“ und da schließe  ich mich gerne Mauritia Mayers Worten auf Schattenlichter an: „Wenn du krepierst – lebe ich“ ist ein schwer einzuordnender, jedoch in mancherlei Hinsicht herausragender Film“.

–  Schön, wenn Schlombie und ich mal einer Meinung sind. Kommt ja selten genug vor. Dass er auf Schlombies Filmbesprechungen so angetan von dem tollen „Der rote Rausch“ ist, freut mich sogar ganz besonders.

–  Auf Wilsons Dachboden hält Gastautor Dr. Wily ein flammendes Plädoyer für einen Film, den ich auch nicht gerade als Höhepunkt des Neo-Slasher-Films in der „Scream“-Nachfolge der späten 90er angesehen habe: „Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast“.

–  Zweimal deutsche Filmgeschichte auf Das Magazin des Glücks. Einmal wird der von Michael Althen und Hans Helmut Prinzler 2008 hergestellte Film „Auge in Auge – Eine deutsche Filmgeschichte“ besprochen und dieselben Schwächen aufgedeckt, die auch schon mal angekreidet habe, dann Dominik Grafs Althen-Porträt „Was heißt hier Ende?“ gelobt.

–  Auf B-Roll kann Urs Spörri gar nicht genug euphorische Worte über „Victoria“ verlieren und vergleicht diesen mit Klassikern wie „Menschen am Sonntag“. Lucas Barwenczik hat ein sehr schönes Essay zur Rolle des Menschen in den modernen Katastrophen-Blockbustern Hollywoods geschrieben. Und Lisa Hedler zieht ein erstes Resümee vom Festival des deutschen Films in Ludwigshafen.

– Mehr moderner deutscher Film – Teil 1: Christian Gertz zeigt sich auf mehrfilm erfreut über Christoph Hochhäuslers „Die Lügen der Sieger“.

– Mehr moderner deutscher Film – Teil 2: Andrey Arnold interviewt auf Jugend ohne Film den deutschen Dokumentarfilmer Jan Soldat, dessen Filme seit einiger Zeit regelmäßig für viel Furore im Netz sorgen.

–  Älterer deutscher Film: Nicolai Bühnemann ist auf filmgazette restlos begeistert von der Veröffentlichung des Streifens „Mädchen mit Gewalt“ von 1969, den er „einen der wohl kühnsten und verstörendsten Filme des bundesrepublikanischen Kinos“ nennt.

–  Über den Namen Veronika Franz hätte ich schon früher stolpern können. Ulrich Seidls Ehefrau hat einen Horror-Thriller namens „Ich seh, ich seh“ gedreht und der ist durchaus empfehlenswert, wie Oliver Armknecht von film-rezensionen.de findet. Und auch „Frequencies“ verdient einen näheren Blick, wie mir auch schon von anderer Seite bestätigt wurde.

– Ronny Dombrowsi von cinetastic ist von Shion Sonos neustem Werk ziemlich durcheinander gebracht worden und schreibt: „Je nachdem welche rosarote Brille der Zuschauer auf der Nase hat, wird er in „Tokyo Tribe“ entweder mit 116 Minuten Schwachsinn konfrontiert werden oder aber mit einem der genialsten Rap-Musicals der Filmgeschichte, das sich wirklich nur Shion Sono hat ausdenken können.“

– Alles was ich bisher von Quentin Dupieux gesehen habe (okay,“ Wrong Cops“ fehlt mir leider noch) hat mich begeistern können. Umso mehr fiebere ich seinem neusten Streich „Reality“ entgegen, auch wenn er Timo Kießling von cereality nicht gänzlich überzeugen konnte. Mike Albrecht hingegen ist überzeugt und zwar von David Cronenbergs Meisterstück „Die Unzertrennlichen“.

Das Bloggen der Anderen (22-06-15)

Von , 22. Juni 2015 23:10

bartonfink_type2_ Irgendwann in den letzten Wochen hatte ich ja bereits erwähnt, dass ich die Texte von Lucas Barwenczik auf B-Roll sehr gerne lese. Auch sein neues Essay über Armut im Film spricht mir aus der Seele, so dass ich diesen mal an den Anfang dieser Ausgabe von „Das Bloggen der Anderen“ setze. Ebenfalls auf B-Roll gratuliert Andreas Köhnemann der göttlichen Isabella Rossellini zum 63. Geburtstag.

– Bluntwolf zeigt sich auf Nischenkino begeistert von dem deutschen Polizei-Thriller „Wir waren Könige“ über ein SEK-Team.

– Smooli von den Drei Muscheln ist von „Wir waren Könige“ weniger hingerissen, zeigt sich aber beeindruckt von der schauspielerischen Leistung des großartigen Frederick Lau. Außerdem hat er „German Angst“ gesehen und kommt zu einem zwiespältigen Ergebnis, bei dem er vor allem mit der Kosakowski-Episode massive Probleme hat. Stu zeigt sich demgegenüber von dem neuen Anders Thomas Jensen-Film „Men & Chicken“ durchaus angetan, auch wenn er seiner Meinung nach nicht die Klasse von „Adams Äpfel“ erreicht.

– Auch Thorsten Krüger von Komm&Sieh legt seinen Lesern Jensens Film „Men & Chicken“ nahe.

– Oliver Armknecht von film-rezensionen.de macht mich neugierig auf den neuen Film des „Bremer Filmpreis“-Trägers Ulrich Seidl: „Im Keller“.

– „It Follows“ sammelt überall gute Kritiken. Yzordderrexxiii kann der Film zwar nicht komplett begeistern, er hält ihn aber trotzdem für einen der besten Horrorfilme des Jahres. Auch gesehen: Dario Argentos „Trauma“, der ihm besser gefiel als dessen Ruf ist. Einer Meinung, der ich mich anschließen würde.

– Apropos Argento: Darios Tochter und Hauptdarstellerin Asia hat einen latent autobiographischen Film namens „Missverstanden“ gedreht, über den Till Kadritzke auf critic.de schreibt: „Argento scheißt auf alles, aber feiert damit weniger das Kino als ihr eigenes Scheißen.“ Immer wieder gerne drauf hingewiesen: Die tolle Jodorowski-Box von Bildstörung, die der nicht minder tolle Bodo Traber ebenfalls hier bespricht.

– Bleiben wir bei tollen Sachen. Silvia Szymanski hat auf Hard Sensations eine wunderbar eigenwillige Besprechung des neuen Films von Christoph Hochhäusler, „Die Lügen der Sieger“ online gestellt.

– Lukas Foerster hat auf Dirty Laundry in der deutschen Filmgeschichte gegraben und dabei zwei spannende Filme ans Tageslicht geholt: „Mein schönes kurzes Leben“, den Klaus Lemke 1970 inszenierte und „Paul kommt zurück“ von Peter F. Bringmann, der zwar Manfred Krugs erster „West-Film“ war, aber vor allem durch Thilo Prückner glänzt.

– Sano Cestnik empfindet große Liebe für den eher unbekannten Dominik-Graf-Film „Der Felsen“, welchen er zur #55 der 100 deutschen Lieblingsfilme auf Eskalierende Träume macht. Ebenfalls dort diskutiert er den Film noch einmal zusammen mit Alexander Schmidt in der Tiefe.

– Über Grafs neues Werk, den Dokumentarfilm „Was heißt hier Ende“ hat Christian Gertz auf mehrfilm.de eine sehr deferenzierte Kritik geschrieben.

– Es gibt ein Filmgenre, welches man heutzutage als „unterschlagen“ ansehen könnt, da es einen ganz besonders üblen Leumund hat: Der Heimatfilm. Udo Rotenberg hat sich dieses ungeliebten Genres, welches einst die Massen ins Kino zog, angenommen und auf Grün ist die Heide in mehreren Teilen ein höchst informatives Plädoyer für dieses gar nicht uninteressante Gebiet veröffentlicht. In dieser Woche die Jahre 1947-1950 und 1951-1954.

– Mauritia Mayer von Schattenlichter war im weit entfernten Dillingen, wo ein großer Enthusiast ein Mini-35mm-Festival mit ganz wunderbaren Genretiteln auf die Beine gestellt hat. Unbedingt erwähnens- und lobenswert! Schade das Dillingen von Bremen aus am A** der Welt liegt. Ein Besuch wäre es sicherlich wert. In der Zwischenzeit bleibt mir da nur das Heimkino, wo ich vielleicht irgendwann mal meine Bildungslücke in Bezug auf italienische „Sandalenfilme“ schließen kann. Mauritias Vorstellung von „Maciste, der Rächer der Verdammten“ lädt ja dazu ein.

– Dass der Giallo „The Crimes of the Black Cat“ in Kopenhagen spielt, war mir gar nicht mehr bekannt. Wohl aber, dass er mir ähnlich gut gefiel, wie Sascha von Die seltsamen Filme des Herrn Nolte.

– Timo Kießling stellt auf cereality zwei frühe, experimentelle Kurzfilme von David Cronenberg vor. Stefanie Schneider schreibt über den mir unbekannten Animationsfilm „Ernie Biscuit“, der von den Machern des von mir sehr gemochten „Mary & Max“ stammt.

– Der Intergalactic Ape-Man durfte vor einiger Zeit in dem Fanzine „Der Zombie“ über Stuart Gordons „From Beyond“ schreiben. Den „Director’s Cut“ des Artikels hat er nun auf seinem Blog Intergalaktische Filmreisen online gestellt.

– Oliver Nöding hat auf Remember It For Later die komplette „Der weiße Hai“-Reihe besprochen. Bei seiner Einschätzung des meisterhaften ersten Teils spricht er mir aus dem Herzen.

– Alexander Matzkeit hat auf real virtuality einen sehr interessanten und unbedingt lesenswerten Artikel über CGI, Mad Max und den vermeintlichen Unterschied zwischen guter und schlechter CGI geschrieben.

– Philipp Stroh versucht auf wieistderfilm? In kurzen Sätzen die (technische) Geschichte des Films zusammenzufassen.

– Zum Schluss noch ein Zuckerstück für Leute wie mich. Unter dem vielversprechenden Titel „Howard Hawks zu Gast bei Jess Franco“ setzt sich david auf Whoknows presents mit „X312: Flug zur Hölle“ auseinander.

Das Bloggen der Anderen (08-06-15)

Von , 8. Juni 2015 21:36

bartonfink_type2– Am 02. Juni verstarb der italienische Regisseur und Drehbuchautor Alberto De Martino. Im deutschsprachigen Netz, waren keine Nachrufe zu finden. Allerdings hat Udo Rotenberg von L’amore in città anlässlich des Todes von de Martino dessen Film „Mord im schwarzen Cadillac“ von 1969 besprochen und dabei viel Biographisches über den Regisseur einfließen lassen.

– Wie der „Zufall“ so spielt: In „Mord in im schwarzen Cadillac“ spielt der Deutsche Roger Fritz eine Hauptrolle. Und eben jener hat den Film inszeniert, auf den Udo auf seinem zweiten Blog, Grün ist die Heide detailliert eingeht: „Mädchen mit Gewalt“, der auch gerade in der liebevollen „Edition Deutsche Vita“ erschienen ist.

– Gabelinger hat auf Hauptsache (Stumm)Film entdeckt, dass die italienische Kriegs-Komödie „Zwei im gleichen Stiefel“ von Luciano Salce mit einem  jungen Ugo Tognazzi eine deutsche DVD-Veröffentlichung bei einem Billig-Label erhalten hat. Er hat den Film gesehen und ist begeistert.

– Ebenfalls vor kurzem erschienen: Giulio Questi sehr, sehr merkwürdiger „Giallo“ (eigentlich alles andere, aber er wird immer wieder gerne in dieses Genre gesperrt) „Die Falle“. Mauritia Meyer meint dann auch auf Schattenlichter: „Der Film polarisiert und spaltet Genre Fans aus nachvollziehbaren Gründen in zwei Lager. Wer diesen schrägen Streifzug durch die Gefilde der niederen menschlichen Instinkte bis zum Finale gebannt verfolgt hat, weiß, wovon ich schreibe.“

– Für Der Kinogänger ist Ettore Scolas Film „Ein besonderer Tag“ von 1977 auch ein besonderer Film. „Ein intimes und melancholisches, aber zutiefst humanistisches, dabei sehr dialogstarkes und hervorragend gespieltes Porträt zweier grundverschiedener Menschen am Vorabend des Zweiten Weltkrieges“.

– Auf B-Roll wird zunächst dem vielseitigen Paul Giamatti mit einem Portrait zum 48. Geburtstag (mein Gott, ist der wirklich nur drei Jahre älter als ich?) gratuliert. Darauf folgen zwei hochspannende Artikel mit viel Diskussionspotential. Zunächst nimmt Lucas Barwenczik – der sich langsam zu einem meiner Lieblingsblogger entwickelt – ziemlich genau das Film-Crowdfunding und seine Fallstricke unter die Lupe. Und dann nimmt Martin Beck eine hitzige Diskussion auf, die zwei kurze Sätze von Marcus Stiglegger auf Facebook ausgelöst haben. Dieser hatte sich über Filmkritik im Netz aufgeregt, die jegliches Basiswissen vermissen lassen.

– Gwendolen van der Linde berichtet auf critic.de über die Kurzfilme, die dieses Jahr auf dem Filmfestival in Cannes gezeigt wurden.

– Auf einem anderen Filmfestival, nämlich in Berlin, wurde der Film „Taxi Teheran“ des iranischen, unter Berufsverbot stehenden Regisseurs  Jafar Panahi ausgezeichnet. Peter Gutting von cineastic.de hat ihn gesehen und ist begeistert.

– Trotz vieler kritischer Worte in seiner Kritik hat sich Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de zu einer 8/10 für den deutschen Spielfilm „Viktoria“ durchgerungen. Nicht wirklich überzeugen konnte ihn der Animationsfilm „Mutant Aliens“ des großartigen Bill Plympton, der es laut Olivers Meinung nach eigentlich viel besser kann.

Welche Filme man sich im Juni ansehen sollte, verrät Christian Witte auf cereality. Mike Albrecht kann mit Walerian Borowczyks wundervollen Kultfilm „La Bête“ nicht so viel anfangen. Außerdem geht es mit den Chuck-Norris-Krachern „Delta Force“ und „Invasion U.S.A.“ handfest in der Cannon-Retro weiter.

– Patrick Holzapfel schreibt auf Jugend ohne Film über Nicholas Rays seltsames Avantgarde-Stück „We Can’t Go Home Again“.

– Ebenfalls sehr merkwürdig soll „Nothing Lasts Forever“ (Alles ist vergänglich) sein. Der erste und zugleich letzte Film von Tom Schiller. Diese durchaus eindrucksvoll besetzte schwarz-weiße Noir- Komödie von 1984 wurde von Warner Brothers bis zum heutigen Tagt nahezu todgeschwiegen. Die Vergleiche mit Guy Maddin, die Sascha auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte anstellt, machen mich natürlich neugierig.

– Sebastian hat auf Das Magazin des Glücks den Dokumentarfilm „Von Caligari bis Hitler“ des Filmkritikers Rüdiger Suchsland besprochen, dessen Bilder er großartig, aber leider etwas „zugetextet“ findet.

Mise en cinéma erinnert an das Regiedebüt des (meiner Meinung nach) talentierteren Scott: Tonys „Begierde“ mit der Deneuve und David Bowie.

– Und auf der „Pulp“-Seite der Filmgeschichte: Einer der vielen „Hongkong“-Filme der Rapid Film: „Weiße Fracht für Hongkong“. Und wenn ich die Namen Brad Harris und Horst Frank lese, kann ich auch gar nicht anders, als auf totalschadens ausführliche Besprechung dieses Filmes auf Splattertrash hinzuweisen.

– „Etwas zum Staunen“ von Rainer Knepperges auf new filmkritik.

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