Das Bloggen der Anderen (30-03-20)

Von , 30. März 2020 19:08

Vor knapp einer Woche verstarb Stuart Gordon. Ein Regisseur, der mich sehr lange begleitet hat und mit dessen unbekannteren Werken jenseits der Kultfilme wie „Re-Animator“ oder „From Beyond“ ich mich schon lange beschäftigen wollte. Die entsprechenden Scheiben liegen immer noch im Warenkorb und werden sicherlich bald mal geordert. Der Kinogänger hat einen längeren Nachruf verfasst.

– Auch beim Neon-Zombie gibt es einen kurzen Nachruf auf Stuart Gordon. Sehr interessant ist die wie ich finde sehr gute und detaillierte Zusammenfassung zur momentanen Situation der Filmindustrie, des Heimkinomarktes und Kinos in den Zeiten der Corona-Krise und was uns hier eventuell noch erwartet.

– Katrin Doerksen hat auf kino-zeit.de einmal zusammengefasst, wie die Kinos in der Krise versuchen sich über Wasser zu halten und was man als Einzelner tun kann, um „sein Kino“ zu unterstützen. Dabei wird (wie auch beim Neon Zombie) sehr prominent auf die Aktion #hilfdeinemkino hingewiesen, von der ich ja eher weniger halte, was ich selber hier begründet habe. Aber ich wiederhole auch hier gerne noch einmal: Jeder Tropfen ist natürlich ein guter Tropfen.

– Elisabeth Nagy berichtet auf out-takes von den Aktionen einzelner Verleiher, um die Krise die Kinos zu unterstützen.

– Momentan kann ich die Meinung der Kollegen bei Nischenkino nicht Teilen. Weder würde ich „The Child“ von Aldo Lado einen langweiligen Mittelteil unterstellen, noch Peter Patzaks „Der Joker“ als „weitgehend vergessenswert“ beschreiben (okay, mit der Meinung stehe ich allerdings recht einsam auf weiter Flur – aber ich mag den Film). Immerhin sind wir uns dann bei Argentos „Trauma“ wieder einig, dass der Film weitaus besser als sein Ruf ist und eine Wiederentdeckung lohnt.

– Wo wir gerade bei Argento sind: André Malberg hat sich auf Eskalierende Träume ausführlich dessen TV-Episode „Il tram“ von 1973 gewidmet.

– Interessant, aber unter den Werken Russ Meyers bei mir nicht unbedingt in den vorderen Rängen. „Blacksnake!“ ist ein ungewöhnlicher Film für einen meiner Lieblingsregisseure. Das sieht auch funxton so.

– Seit langem in meinem Herzen und vor zwei Jahren sogar auf 35mm erlebt: Jorge Graus wunderbare nihilistischer „Das Leichenhaus der lebenden Toten“. Bodo Traber hat auf critic.de eine lange Lobesrede auf den Film verfasst.

– Und zu guter Letzt stellt filmsucht.org Henri Clouzots zweiten Spielfilm „Der Rabe“ vor. Noch so eine Bildungslücke bei mir.

Corona-Krise: Wie kann ich meinem Kino helfen?

Von , 29. März 2020 15:02

Es ist eine sehr schlechte Zeit für Kinos. Seit fast zwei Wochen haben alle Kinos in Deutschland die Projektoren abschalten müssen. Und wie lange die Leinwände dunkel bleiben, kann kein Mensch vorhersehen. Sicher ist, dass die Politik erst am 20. April darüber beraten wird, ob die bisherigen Maßnahmen gelockert werden – und damit Kinos eventuell unter Auflagen wieder öffnen können – oder die Ausgehbeschränkungen und Kino-Schließungen noch darüber hinaus Fortbestand haben. Wenn es ganz schlecht läuft, wird die momentane Situation noch bis zum Frühherbst anhalten. Was ohne Hilfen für so manches Kino das Todesurteil bedeuten dürfte. Schon jetzt hört man – nicht nur von Kinos, sondern auch anderen Kulturbetrieben – dass die Reserven vielleicht noch bis Ende April halten. Danach wird es ernst. Sehr ernst. Wenn es richtig übel wird (und machen wir uns nichts vor, danach sieht es derzeit leider aus), sieht die Kulturlandschaft nach der Coronakrise dramatisch trister aus, als noch vor ein paar Wochen.

Wie kann man den Kinos helfen? Die bekannteste Aktion, die derzeit die Runde macht, findet man unter dem Hashtag #hilfdeinemkino. Dahinter steckt Weischer.Cinema. Ein „Familien- und inhabergeführtes Unternehmen aus Hamburg“, welches „(seit 60 Jahren) mit klassischer Werbung auf der Kinoleinwand, Below-the-Line-Maßnahmen und dem relevanten Dialog mit den Zielgruppen im Kino“ sein Geld verdient. Wie funktioniert das? Man sucht sein Kino aus, klickt auf „Play“ und schaut online Werbespots. Damit generiert Weischer.Cinema Einnahmen von seinen Werbekunden, welche er teilweise an die Kinos weitergibt.

In einer geschlossenen Facebook-Gruppe für Kinomacher tauchten Zahlen auf. Wenn ein Werbespot 1000x geklickt wurde, zahlt der Werbende 25 Euro an Weischer, die dann 12,50 an das ausgesuchte Kino weitergeben. D.h. es ist nicht damit getan, dass ihr einen Spot einmal guckt, sondern es muss schon 1000x geguckt werden. Das kriegt man hin, wenn man die Spots den ganzen tag nebenbei laufen lässt, aber der Effekt ist doch eher winzig und man sollte sich nicht der Illusion hingeben, man könnte im Alleingang sein Kino retten. Das ist nur ein winziger Tropfen auf den heißen Stein und es fragt sich, ob hier Aufwand und Nutzen in einem guten Verhältnis stehen. Grundsätzlich ist ja jede Aktion, die hilft, willkommen und daher möchte ich die Aktion hier gar nicht verteufeln. Muss jeder selber wissen, ob er da mitmacht oder nicht. Wenn man über #hilfdeinemkino geht, sollte man meiner Meinung nach aber besser den ebenfalls vorhandenen „Spenden“-Button drücken. Das dann per PayPal gespendete Geld wird (abzüglich der von PayPal erhobenen Gebühr von 2,45% und 35 Cent pro Transaktion) laut Weischer direkt an das ausgewählte Kino weitergeleitet.

Die meisten Kinos selber präferieren es allerdings, wenn man jetzt in der Zeit der Krise online Gutscheine kauft. So kommen auch in der vorstellungslosen Zeit Einnahmen ganz direkt beim Kino an, mit denen die Fixkosten vielleicht teilweise bezahlt werden können.

Das Cinema Ostertor schreibt:

„Wie generell alle kulturellen Einrichtungen, sind auch wir sehr stark von der aktuellen Situation betroffen. Mit dem Kauf eines Online-Gutscheins kannst Du uns direkt unterstützen. Dieser lässt sich natürlich ganz regulär bei uns einlösen, sobald wir wieder öffnen dürfen.

Für jede Form der Unterstützung (auch für die vielen, lieben Nachrichten, die uns erreicht haben) möchten wir uns ganz herzlich bedanken!“

Kinogutscheine gibt es hier: https://cinema-ostertor.de/online-kinogutscheine

Die Bremer Filmkunsttheater zu denen die Schauburg, die Gondel und das Atlantis gehören teilen auf ihrer Homepage mit:

„Wer uns unterstützen möchte, kann das mit Gutscheinkäufen tun. Der online-Kauf ist über unsere webseite jederzeit möglich. In der BarTabacist der Gutscheinkauf sogar noch vor Ort möglich. Unsere BarTabac hat weiterhin geöffnet. Hier gibt es neben Kinogutscheinen auch Tageszeitungen, Zeitschriften, Coffee-to-go, Getränke in Flaschen zum Mitnehmen, Postwertzeichen (Citypost), Tabakwaren und -utensilien sowie die Möglichkeit an Lotto und Toto teilzunehmen.

Als unabhängigem Kulturunternehmen trifft uns die vorübergehende Schließung unserer Kinos sowohl emotional als auch wirtschaftlich hart. Wir hoffen, dass diese Krise schnell überstanden ist und wir bald wieder öffnen können. Im Kino hat man mehr vom Film. Kinos sind Orte, die unseren Alltag verschönern und den Blick auf die Welt verändern. Sie bringen uns zum Lachen, zum Staunen oder rühren uns zu Tränen.“

Kinogutscheine gibt es hier: http://www.bremerfilmkunsttheater.de/site/kinogutschein.html

Beim City46 gibt es leider nicht die Möglichkeit online Gutscheine zu erwerben.

Anmerkung: Mir ist natürlich klar, dass nicht nur Kinos, sondern generell alle Kulturbetriebe, Künstler, Buchläden, Kneipen, kleine Veranstalter und Selbständige von der Krise betroffen sind. Da das hier ein Filmblog aus Bremen ist, habe ich mich aber erst einmal auf die unabhängige Bremer Kinos konzentriert. Wenn ihr Ideen habt, wie man den anderen Gruppen effektiv helfen kann, schreibt es gerne in die Kommentare.

Anmerkung 2: Ferner möchte ich darauf hinweisen, dass natürlich nicht nur Bremer Kinos sich über den Kauf von Online-Gutscheinen freuen. Beispielhaft sei hier das befreundete Capitol aus Herford erwähnt, die ebenfalls unter dem Motto „Alles wird Gutschein“ um Unterstützer werben.

Das Bloggen der Anderen (23-03-20)

Von , 23. März 2020 18:06

Ich habe nicht unbedingt erwartet, dass die deutschsprachigen Filmblogs mit Einträgen überquellen. Momentan hat sicherlich jeder andere Probleme. Daher ist diese Ausgabe auch erwartbar schmal. Ich habe selber überlegt, jetzt mal auszusetzen, aber mich dann doch dagegen entscheiden. Ihr sollt ja weiterhin etwas zu lesen haben, wenn Euch Zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Wobei ich tatsächlich überlege, „Das Bloggen der Anderen“ in den nächsten Wochen (Monaten?) etwas anders aussehen zu lassen. Mal schauen.

– Olga Galicka befasst sich auf kino-zeit.de mit dem Bild, welches die deutsche Film- und Medienlandschaft von „dem Migranten“ zeichnet.

– Seit Jahren habe ich nun schon den Vorsatz, meine alten Maigret-Romane aus der Kiste zu holen und mich näher mit Simenon zu beschäftigen. Rainer Kienböck schreibt auf Jugend ohne Film über Maigret, Simenon, Verfilmungen und Regen.

– André Malberg hat sich auf Eskalierende Träume einen frühen Ingmar-Bergmann-Film vorgenommen. „Skepp till Indialand“ von 1947.

– Ich selber habe zwei Anläufe und die große Leinwand gebraucht, um Nicolas Pesces „The Eyes of My Mother“ wirklich zu schätzen. Bei funxton ging das schneller. Und „The Ipcress File„wollte ich auch schon lange mal wieder schauen, zusammen mit den anderen Harry-Palmer-Filmen, die ich zu meiner Schande noch gar nicht kenne.

– Bluntwolf kann auf Nischenkino der 1970er Verfilmung von „Jospehine Mutzenbacher“ nichts abgewinnen. Da kenne ich nur die Hans-Billian-Version von 1976 und glaube, dabei belasse ich es dann auch. Dann lieber noch einmal den großartigen Giallo (?) „Malastrana“ gucken, der Bluntwolf ebenfalls sehr begeistert hat.

– Hmmm… „Summer of `84“ konnte Oliver Nöding auf Remember It For Later nicht so recht begeistern. Ich fand den ja nach der Sichtung im Kino überraschend gut. Wobei sich immer die Frage stellt, in wie weit die Tatsache, dass man einen Film für die eigene Kinoreihe (mit)kuratiert hat, einen da beeinflusst.

– Tolle Aktion von Robert Zion. Er stellt unter dem Eindruck der momentanen Krise sein Buch über Roger Corman in einer Softcover-Sonder-Edition zum Selbstkosten-Preis zur Verfügung.

YouTube-Tipp: Der Filmgelehrte spricht…

Von , 20. März 2020 16:57

Seine Fans wissen es eh schon, alle anderen seien an dieser Stelle kurz darauf hingewiesen. Der sympathische Bremer Filmgelehrte Christian Keßler, dessen Bücher ich hier schon desöfteren von ganzem Herzen empfohlen habe, hat YouTube für sich entdeckt. In bisher fünf Episoden plaudert er frei von der Leber weg, manchmal recht chaotisch, aber immer charmant über Filme und Themen, die ihm am Herzen liegen. Das macht Spaß zuzuhören, verkürzt die Zeit bis zu seiner nächsten Buchtour und entschädigt auch dafür, dass man seine Intros zu der Filmreihe „Präsentiert von Christian Keßler“ auf Sky Cinema Nostalgie ohne Abo nicht sehen kann.
Besonders gelungen fand ich die zweite Folge, in der es um Ed Wood und den unsäglichen Begriff „Trash-Film“ geht – und in der mir Christian einfach nur aus dem Herzen gesprochen hat. Diese hänge ich hier gleich mal mit rein. Die restlichen Episoden findet ihr hier.

YouTube Preview Image

Das Bloggen der Anderen (16-03-20)

Von , 16. März 2020 18:20

Seltsame Zeiten. Aber ich will versuchen, zumindest das wöchentlich „Bloggen der Anderen“ aufrecht zu erhalten. Obwohl ich bemerke, dass (zu Recht) die Aufmerksamkeit der Meisten auf anderen, wichtigeren Dingen ruht. Daher ist diese Ausgabe auch relativ kurz.

– Ein Großer ist von uns gegangen. Nach dem ersten kurzen Nachruf letzte Woche, nun ein ausführlicher vom Kinogänger: RIP Max von Sydow.

– Bei der Überschrift hatte ich schon schlimmste Ausnutzung der Situation für Clickbait befürchtet. Aber natürlich nicht bei critic.de. Lukas Foerster unternimmt einen Streifzug durch die Seuchenfilmgeschichte.

– 2x mein geliebter Lucio Fulci auf Nischenkino. Bluntwolf schreibt seine beiden ungewöhnlichen Gialli „Nackt über Leichen“ und „Don’t Torture a Duckling“.

– Volker Schönenberger stellt auf Die Nacht der lebenden Texte den Schnee-Western „Der Tag der Gesetzlosen“ vor, von dem ich auch anderweitig schon viel Gutes gehört habe.

– Oha, es gibt eine Regiearbeit von Sean Connery? Und dann noch ein Dokumentarfilm über schottische Werftarbeiter? Jetzt bin ich aber neugierig. Und Andrè Malberg kann diese Neugier auf Eskalierende Träume etwas stillen.

– Tom von Filmsucht.org hat sich drei griechische Filme (gute Idee, das griechische Kino ist immer für Überraschungen gut!) aus drei Jahrzehnten angesehen. „Angst“ von Kostas Manoussakis angesehen, der ihm gut gefallen hat. Einer meiner absoluten Lieblinge, nämlich der „weirde“ „Singapore Sling“ von Nikos Nikolaidis konnte ihn leider nicht überzeugen. Dafür empfiehlt er den mir bisher unbekannten „Mittwoch 04:45‘“ von Alexis Alexiou.

– Ein Tipp auch von Die seltsamen Filme des Herrn Nolte: Der niederländische „Quiz“ von Dick Maas, den er für „eine der sträflichst unterbewertetsten Personen des europäischen Genrefilms“ hält.

– Ich bin bei der Serie ja nie über Teil 1 hinausgekommen, wobei 2-6 hier immerhin irgendwo rumliegen. Schlombies Filmbesprechungen hat sich „Saw“ Teil 6,7 und 8 angenommen.

– Oliver Nöding schreibt auf Remember It For Later über zwei Filme mit Douglas Trumbull-Beteiligung. „Candy“ von Christian Marquand (1967 „ohne Zweifel gut gemeint, aber auch hoffnungslos hin- und hergerissen zwischen falsch oder nur halb verstandenden Ideen der damals an Boden gewinnenden Gegenkultur sowie der männlich geprägten Macht- und Machokultur, die Hollywood immer noch dominierte“) und „Brainstorm“, bei dem Trumbull selber Regie führte und der scheinbar gar nicht mal so gut geraten ist.

Blu-ray-Rezension: „Suicide Kings“

Von , 14. März 2020 17:10

Die drei Freunde Avery (Henry Thomas), Max (Sean Patrick Flanery) und Brett (Jay Mohr) entführen den ehemaligen Paten Charlie Barret alias Carlo Bartolucci (Christopher Walken), der sich angeblich vor einiger Zeit aus dem kriminellen Geschäft zurückgezogen haben soll. Ihr Plan: Barret soll mit seinen alten Kontakten und seinem Geld dafür sorgen, dass Averys Schwester Elise (Laura Harris), die von zwei Gangstern (Frank Medrano, Brad Garrett) entführt wurde, wieder freigelassen wird. Als Zeichen, dass sie es ernst meinen, haben die Entführer Elises kleinen Finger abgeschnitten. Um Barret unter Druck zu setzen, hat der angehende Arzt T.K, (Jeremy Sisto) ein weiterer Freund Averys, dieselbe Operation an Barret durchgeführt, was diese naturgemäß weniger lustig findet. Trotzdem willigt er ein, den Freunden zu helfen. Mit ein paar Telefonaten bringt er die Sache ins Rollen, findet dabei aber heraus, dass einer der Freunde tiefer in der Sache steckt, als er zugeben will. Während Barrets Anwalt Marty (Cliff DeYoung) die Geldübergabe organisiert und sein Chauffeur/Bodyguard/Killer Lono (Denis Leary) auf der Such nach seinem Boss eine blutige Spur durch die Stadt zieht, beginnt Barret die freunde langsam gegeneinander auszuspielen…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Die 90er Jahre waren die große Zeit der Gangster-Komödie im Fahrwasser von „Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“. Überall schossen sie aus dem Boden, die Filme mit den philosophischen Killern in skurrilen Situationen. Brutalität gewürzt mit schwarzem Humor. Und ob Regisseur Peter O’Fallon es jetzt im auf dieser Blu-ray enthaltenen Interview vehement bestreitet oder nicht – auch „Suicide Kings“ reiht sich in diese Welle ein. Nun ist „Suicide Kings“ zwar kein platter Tarantino-Epigone, doch der Vergleich mit den Filmen des Meisters drängt sich immer wieder auf. Was möglicherweise an dem brillanten Christopher Walken liegt, der in einigen Filmen diese Welle bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Zum Beispiel in „Pulp Fiction“ selber, in „Das Leben nach dem Tod in Denver“ oder in dem grandiosen „True Romance“ mit einem Tarantino-Drehbuch. Hier bringt er das Kunststück fertig, den gesamten Film zu beherrschen, ohne sich dafür bewegen zu müssen. Denn 90% der Spielzeit ist er an einen Stuhl gefesselt und auf Stimme und Mimik reduziert. Dass dies für Walken kein Hindernis darstellt, eine ebenso faszinierende, wie furchterregende Darstellung abzuliefern, dürfte niemanden überraschen, der schon einmal einen Film mit diesem Ausnahme-Schauspieler gesehen hat. Walken kann selbst den größten Schrott veredeln.

Von „großem Schrott“ ist „Suicide Kings“ weit, weit entfernt. Der Film ist ein mehr als solider Vertreter seines Genres. Auch wenn er etwas hinter den Erwartungen bleibt. So präsent und beeindruckend Walken hier auch aufspielt, es geht zu Lasten seiner direkten Mitspieler, die demgegenüber blass und uninteressant wirken. Was verwundert, da es sich hier nicht um irgendwelche Leichtgewichte handelt. Sean Patrick Flanery war durch seine Hauptrolle in „Die Abenteuer des jungen Indiana Jones“ kein Unbekannter und scheinbar auf dem Weg, auch als Erwachsener ein Star zu werden. Henry Thomas kennt man natürlich als E.T.s jungen Freund. In den 90ern strampelte er sich aber vom Kinderstar-Image frei. Jay Mohr gehörte zu Besetzung von „Saturday Night Live“ (wo er u.a. Christopher Walken imitierte) und hatte gerade in „Jerry Maguire“ mitgespielt. Jeremy Sisto konnte man auch in einigen damals populären Filmen gesehen und Johnny Galecki war zwar noch nicht der TV-Superstar aus „The Big Bang Theory“, aber durch die immens erfolgreiche Serie „Roseanne“ ein bekanntes Gesicht. Walken wurde also gleich eine ganze Truppe aufstrebender, junger Stars entgegen gesetzt. Warum funktioniert es dann nicht? Die Antwort ist recht simpel: Weil ihre Rollen so schrecklich unsympathisch gezeichnet sind, und sich zwischen den Figuren niemals eine besondere Chemie einstellt. Man hat das Gefühl jeder spielt für sich allein und nicht miteinander. Am Besten schlägt sich noch Galecki, der allerdings auch den dankbarsten Part hat. Ein pedantisches, zur Hysterie neigendes Papasöhnchen, welches ständig versucht, sich bei Walken einzuschleimen.

Vielleicht ist die Präsenz der „Bösen“ in diesem Film auch einfach zu stark und erschlägt alles andere. Denn der wie immer großartige Dennis Leary ist Walken durchaus ebenbürtig. Mit der Rolle des persönlichen Chauffeurs (und Mädchen für alle – insbesondere die dreckigen Aufgaben) Lono geht Leary einfach durch die Decke. Er gleitet durch seine Szenen mit einer fröstelnd machenden Coolness, sieht unverschämt gut aus (nicht auf die glatte Posterboy-weise wie Flanery, sondern auf die wirklich interessante Art), improvisiert in Hochgeschwindigkeit Sätze, auf die der große Quentin neidisch sein kann und wirkt dabei gleichzeitig ebenso amüsant, wie gefährlich. Eine Schlange in Mantarochen-Stiefeln. Da ist es fast klar, dass der Film jedes Mal, wenn Walken und Leary nicht im Bild sind, in ein Loch fällt, welches die anderen Darsteller nicht füllen können. Allenfalls noch Brad Garrett und Frank Medrano als tumbes und unberechenbares Entführerpaar können da mithalten. Der Rest bleibt seltsam blass und kann für seine schablonenhaften, inhaltsleeren und verzogenen Figuren kein wirkliche Sympathie hervorrufen. So bleibt einem das Schicksal seiner „Helden“ herzlich egal, was sich nicht gut auf den Gesamtfilm auswirkt. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Plan der fünf Freunde absolut hirnrissig ist und von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Wer glaubt den ernsthaft, man können einen supergefährlichen Gangsterboss mit legendärem Ruf als kaltblütiger Killer einen Daumen abschneiden und am Ende trotzdem davonkommen? Selbst wenn man in Betracht zieht, dass es vielleicht noch einen Twist gibt, so funktioniert das einfach nicht.

„Suicide Kings“ ist eine grandiose Show für Walken und Leary, die den Film zu jeder Sekunde dominieren. Den Beiden zuzuschauen macht einen riesigen Spaß und sie genießen spürbar ihre toll geschrieben Rollen. Demgegenüber stehen die blassen und unsympathischen Protagonisten und die Bürde eines allzu offensichtlich dämlichen Plans, den Zuschauer den IQ unserer akademischen Freunde im einstelligen Bereich vermuten lässt. Schluckt man dies, wird man an „Suicide Kings“ durchaus seine Freude haben.

Das Mediabook von Turbine ist mal wieder sehr gelungen. Stabil und von guter Haptik ist das Cover, informativ das im Innenteil eingeklebte Booklet von Stefan Jung. Das Bild ist sehr gut, der Ton liegt in Deutsch 5.1 und Original Stereo 2.0 Surround vor, gleiches gilt für die englische Tonspur, die ein wenig klarer sein. Eine fünfte Tonspur enthält den Audiokommentar von Regisseur Peter O`Fallon und Drehbuchautor Wayne Allan Rice. Die Extras können sich wahrlich sehen lassen. Es gibt ein interessantes und launiges Interview mit Peter O`Fallon (19:03 Min.), eines mit Kameramann Christopher Baffa (30:24 Min.) und noch ein langes Gespräch zwischen Wayne Allan Rice und Peter O`Fallon, bei dem sich allerdings auch vieles aus dem O’Fallon Solo-Interview wiederholt (47:40 Min.). Auch Editor Chris Peppe kommt zu Wort (12:48 Min.). Interessant auch die alternativen Enden mit Regie-Kommentar (17:04 Min.), bei denen genau erklärt wird, warum dieses Ende angedacht und dann letztendlich doch verworfen wurde. Des weiteren gibt es noch ein kurzes „Hinter den Kulissen“ (01:32 Min.), einen Storyboard-Film-Vergleich (01:10 Min.) und ein Sound-Design-Feature (02:27 Min.). Trailer und TV-Spots runden die Bonus-Sektion ab. Insgesamt also eine absolut vorbildliche Veröffentlichung.

Das Bloggen der Anderen (09-03-20)

Von , 9. März 2020 22:18

– Gestern verstarb der große Mime Max von Sydow. Neon Zombie hat ihm heute einen kurzen Nachruf gewidmet.

– Berlinale-Nachwehen. Till Kadritzke versucht auf critic.de seine Gedanken über zehn Tage Berlinale zu ordnen, und die Teilnehmer des Seminars „Schreiben über Film auf der Berlinale“ der Stiftung Universität Hildesheim habe noch einige Texte (einer sogar in Poesie-Form) zu den gesehen Filmen veröffentlicht.

– Andreas Köhnemann hat auf kino-zeit.de einen schönen Text über die Schönheit des Scheiterns geschrieben.

– Christoph Hochhäusler nennt auf Parallel Film seine 21 persönlichen Lieblingsfilmen von Frauen.

– Ist das „1. Hieb- und Stichfest“ ein neues Festival? Wenn ja, ist mir das vollkommen entgangen. Zumindest bespricht Oliver Nöding auf Remember It For Later unter diesem Motto diverse Slasher-Filme. U.a. Joseph Zitos „The Prowler“ und den leider fast vergessenen, aber gar nicht üblen deutschen Neo-Slasher „Flashback – Mörderische Ferien“ von 2000.

– Bleiben wir bei zu Unrecht etwas untergegangene deutsche Genrebeiträge und kommen wir zu Ralf Hüttners „Der Fluch“, den Lars Johansen auf Die Nacht der lebenden Texe zu recht sehr liebevoll rezensiert. Volker Schönenberger weißt auf den leider wieder hochaktuellen, damals furchtbar gefloppten Roger-Corman-Film „Weißer Terror“ hin. Mit William Shatner als populistischer Agitator.

– Bluntwolf schreibt auf Nischenkino über „La donna del lago“ aka „The Possessed“, der ihn nicht so recht überzeugen konnte. Meine dazu konträre Meinung kann man in „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin #26“ lesen. Die Review zu „Das Söldnerkommando“ trifft auch nicht ganz meine Meinung, da ich den Film nicht „unglaublich schlecht“ und glaube auch nicht, dass er Nicht-Fans „schreckliche Kopfschmerzen oder vielleicht sogar einem schlimmen Fall von Durchfall“ bringt. Ich fand ihn eher charmant unbekümmert und auch speziell. Amüsiert haben wir uns aber beide.

Filmsucht.org stellt den Pinku eiga „Violence Without A Cause“ des hierzulande leider noch viel zu unbekannten, sehr spannenden Kôji Wakamatsu vor.

– Endlich mal wieder etwas Neues bei Die seltsamen Filme des Herrn Nolte. Und dann gleich eine tolle Empfehlung: Harry Kümmels „De komst van Joachim Stiller“. Den ich bei einem Aufenthalt in Belgien vor 8 Jahren tatsächlich auch schon mal als DVD in der Hand hielt – und dann mangels Untertitel stehen ließ.

– André Malberg schreibt auf Eskalierende Träume über „Freddy und die Melodie der Nacht“. Und wenn ich die tollen, den Text begleitenden Bilder (zwischen Noir, Neorealismus und muffiger BRD-Tristess) sehe, dann bekomme ich gleich Lust, mir dieses Werk einmal anzuschauen.

Hauptsache (Stumm)Film macht seinem Namen einmal Ehre und präsentiert Fritz Langs „Der Müde Tod“, den ich mal mit Orgelmusik-Begleitung in unserer hiesigen Kulturkirche sehen durfte. Großartiger Film!

– Patrick Holzapfel hat auf Jugend ohne Film einen kürzeren Text über Hou Hsiao-hsiens „Daughter of the Nile“ verfasst.

– Zu guter Letzt: Heiko von Allesglotzer ist überrascht, dass ihm der neue „Child’s Play“ tatsächlich ganz gut gefiel.

Blu-ray-Rezension: „Alien Predators“

Von , 4. März 2020 18:01

Die drei jungen Amerikaner Damon (Dennis Christopher), Michael (Michael Hewitt) und Samantha (Lynn-Holly Johnson) sind mit dem Wohnmobil auf Urlaub in Spanien. Als sie in der kleinen Stadt Duarte Halt machen, werden sie mit seltsamen Vorfällen konfrontiert. Kühe scheinen zu explodieren, die Familie, die neben ihnen campt kommt brutal zu Tode und in der Kleinstadt werden sie von einem unheimlichen Wagen und ein Mann mit Maske verfolgt. Als sie auf den undurchschaubaren Wissenschaftler Dr. Tracer (Luis Prendes) treffen, erfahren sie den Hintergrund der Bedrohung: Vor Jahren stürzte hier das SkyLab ab und brachte Bakterien auf der Erde. Wer immer sich mit diesen infiziert, verwandelt sich in einen mordlustigen Zombie – bis eine außerirdische Lebensform aus ihm herausplatzt. Zusammen mit Dr. Tracer versuchen die Drei, der Infektion Einhalt zu gebieten…

Wer bei einem Titel wie „Alien Predators“ tatsächlich glaubt, er sähe einen Film, der in irgendeiner Art und Weise an die beiden hier genannten Franchise heranreicht, der glaubt wahrscheinlich auch, Bruce Li und Bruce Lee wären tatsächlich ein und dieselbe Person. Selbstverständlich hat „Alien Predators“ nichts mit „Alien“ oder „Predator“ zu tun. Es sei denn, man nimmt den Schummel-Titel wörtlich, was dann eben „Fremdes Raubtier“ heißen würde – und das stimmt dann wieder. Tatsächlich stammt das Übel in diesem Film aus dem Weltraum und verhält sich ausgesprochen räuberisch. Trotzdem prangt einem dann in den Openening Credits der ursprüngliche Titel des Filmes, „The Falling“ ins Auge. Allerdings wurde der „Alien Predators“-Titel schon in den USA verwendet und beruht nicht auf einem kreativen Einfall der deutschen Titelschmiede (die hätte dem Spektakel sicherlich eher einen einfallsreichen englischen Fake-Titel wie „Deadly Alien“ oder „Lethal Predator“ verpasst). Gedreht wurde kostengünstig in Spanien. Mit-Produzent war der Spanier Carlos Aured, den man vorrangig als Regisseur einiger sehr schöner Paul-Naschy-Filme aus den 70ern kennt. Wie z.B. „Blutmesse für den Teufel“ oder „Die Todeskralle des grausamen Wolfes“. Laut IMDb-Trivia soll „Alien Predators“ der Grund gewesen sein, dass er sich vollkommen aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat, denn trotz verzweifelter Versuche, die amerikanischen Filmemacher zu mehr Disziplin anzuhalten, sollen diese gedankenlos das Budget in die Höhe schießen und den Drehplan aus dem Ruder laufen lassen. Das am Set eine entspannte und gute Stimmung geherrscht haben muss, sieht man dem Film allerdings durchaus positiv an.

„Alien Predators“ lebt ein Stück weit von der guten Chemie zwischen den drei Hauptdarstellern, allen vorweg ein bestens aufgelegter Dennis Christopher, der schon einige Zeit im Filmgeschäft war und immerhin sechs Jahre zuvor die Hauptrolle in dem Kultfilm „Die schönen Morde des Eric Binford“ inne hatte. Hier merkt man ihm deutlich an, dass er den Film nicht besonders ernst nimmt und sich mehr auf eine schöne Zeit in Spanien, als auf harte Dreharbeiten eingestellt hat. Merkwürdigerweise funktioniert das im Kontext der Geschichte aber recht gut, weil er damit hervorragend mit seinen beiden Kollegen harmoniert. Dies wären der schöne Martin Hewitt, welcher einst in seinem Filmdebüt der Beau von Brooke Shields in „Endlose Liebe“ war – einen Film, den man heute mehr für sein Titelsong „I Was Made For Loving You“ von KISS kennt. Und als weiblicher Part das Ex-Bond-Girl Lynn-Holly Johnson aus „In tödlicher Mission“. Gerade sie bekommt von Regisseur und Drehbuchautor Deran Sarafian ein paar schöne und witzige Oneliner ins Drehbuch geschrieben. Große schauspielerische Herausforderungen gilt es für die Drei aber nicht zu bewältigen. So gleiten sie entspannt durch die manchmal unnötig komplizierte Geschichte, um einen Alien-Organismus, der sich einerseits wie ein Virus verbreitet, dann die Menschen zu Zombies macht und schließlich aus dem Gesicht hervor platzt. Was dann auch das Hauptgimmick des Filmes ist.

Und die sparsam eingesetzten Special Effects haben es tatsächlich in sich und sind dann auch das einzige Bindeglied zu „Alien“, denn natürlich erinnern sie sowohl an die berühmten Face-Hugger, als auch die Chestbuster – wobei es hier korrekterweise Facebuster heißen müsste. Vermutlich ist das meiste Geld der Produktion auch in diese Effekte geflossen, die von Leuten hergestellt wurden, die beileibe keine Unbekannten sind. James Cummins war u.a. bei „Das Ding aus einer anderen Welt“ dabei, Margaret Prentice hat die Special Make Up Effects für unzählige Blockbuster (z.B. aus dem Marvel-Universum) kreiert und war ebenfalls bei „Das Ding aus einer anderen Welt“ involviert Mark Shostrom war bei fast jedem Horrorklassiker der 80er und 90er Jahre am Start und dürfte am Bekanntesten für seine Arbeit an „Tanz der Teufel 2“ sein. Bill Sturgeon kam gerade von „Aliens – Die Rückkehr“, war später bei „Armee der Finsternis“ engagiert und macht heute Sachen wie „Jurassic World“ und „Men in Black“. Fast schon selbstverständlich, dass da nicht mehr viel Geld für den restlichen Film da war. So begnügte man sich, die Protagonisten durch ein menschenleeres Dorf fahren zu lassen und die dramatischen Szenen, in denen angeblich die Dorfbewohner einen der Helden angreifen, gar nicht erst zu zeigen, sondern lediglich erzählen zu lassen.

„Alien Predators“ ist weder ein Klassiker, noch ein vergessenes Juwel, sondern solide Videothekenkost, die von vorne bis hinten nach 80er Jahre, wenig Geld und dem zigarettenqualmverseuchten Plastik von Leih-Kassetten duftet. Was den Film etwas über den Durchschnitt hebt sind die paar saftige Effekte und die gute Chemie der Hauptdarsteller. Wer sich den Film im Originalton ansieht, bekommt mit Luis Prendes noch einen echten Veteran des spanischen Kinos zu sehen und vor allem zu hören. Denn offensichtlich wurde Senor Prendes nicht nachsynchronisiert und klingt mit seinem starken Akzent nach Bela Lugosi, obwohl er ja ein waschechter amerikanischer Akademiker mit Namen Dr. Tracer darstellt. Wenn man also mit wenigen Erwartungen an die Sache herangeht, kann man sich nett (im positiven Sinne) unterhalten fühlen.

FilmArt legt hier den Film erstmals im deutschsprachigen Raum ungekürzt und auf HD vor. Wobei laut Schnittberichte.com in der 16er VHS-Fassung lediglich bei der Szene mit dem Tankwächter 2 Sekunden fehlten. Allerdings soll die alte VHS noch eine Menge Bildsprünge aufweisen, sodass zusätzlich noch einmal ca. 10 Sekunden gefehlt haben sollen. Das Bild ist ganz okay und erinnert mit seinen leicht ausgewaschenen Farben an typisches Videothekenfutter der 80er und 90er. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch (jeweils Dolby Digital 1.0) vor, wobei man beim englischen Ton noch zwischen gefiltert und ungefiltert wählen kann. Mir gefiel die Option „ungefiltert“ besser, die gefilterte war mit etwas zu leise und dumpf. Bonus gibt es außer dem englischen Trailer und Werbung für das filmArt-Programm leider nicht.

Das Bloggen der Anderen (02-03-20)

Von , 2. März 2020 18:08

– Die Berlinale ist zu Ende. Doch die Blog-Einträge der Kollegen bestimmen noch immer das Bild der letzten Tage. Michael Sennhauser bespricht auf Sennhausers Filmblog die Wettbewerbs-Beiträge: „Siberia“ von Abel Ferrara, „Berlin Alexanderplatz“ von Burhan Qurbani und den Gewinner des Goldenen Bären „There Is No Evil“ von Mohammad Rasoulof, welche bei ihm allerdings nicht ungeteilte Begeisterung auslöst. Interessant seine prophetischen Worte am Ende der Besprechung, denn genau das ging mir auch durch den Kopf, als – noch vor der Verkündung der Gewinner – im Radio über den Film gesprochen wurde.    Sophie Charlotte Rieger ist auf Filmlöwin enttäuscht von Agnieszka Hollands „Charlatan“ und auch Anne Fontaines Drama „Bis an die Grenze“ bleibt für sie unter seinen Möglichkeiten. Die Doku „Wagenknecht“ klingt dann allerdings wieder ganz spannend, wenn auch hier keine Höchstnote vergeben wird, möchte ich die sehr gerne mal sehen.  Peer Kling & Elisabeth Niggemann geben für Filmlandschaft ihre knappen Eindrücke von der Berlinale wider. Rochus Wolff berichtet für seinen Kinderfilmblog von der Kinder- und Jugendfilmsektion Generation Kplus. Diesmal stellt er den Film „Mignonnes“ vor. Tilman Schumacher hat sich für critic.de mal zwei Filme in den Reihen „Encounters“ und „Forum“ angesehen.  Ebenfalls auf critic.de: „Schreiben über Film“. In bisher zwei Folgen wurden verschiedene Texte zu jeweils denselben Filmen veröffentlicht, die im Rahmen des Seminars „Schreiben über Film auf der Berlinale“ der Stiftung Universität Hildesheim entstanden.

– Vom einem dicken B zum anderen. Bluntwolf schreibt auf Nischenkino über Blaxploitation. Nach einer kurzen, oberflächlichen Einführung, stellt er noch den „Disco Godfather“ mit Rudy Ray Moore vor.

– Gerade selber mit offenem Mund und offenen Ohren gesehen/gehört: „Kill Squad“ aka „Das Söldnerkommando“. Oliver Nöding will uns da auf Remember It For Later keinen gebrauchten Lutscher ans Hemd kleben.

– Zwei Filme die funxton nicht vorbehaltslos begeistern konnten: „Bliss“ von Joe Begos, der bei ihm zwiespältige Gefühle hervorrief und „Das Haus im Nebel“, den er latent langweilig fand.

Schattenlichter empfiehlt den französischen Horrorfilm „Die Nacht des Todes“ von 1980, der lange unter dem Radar flog und jetzt seit seiner Veröffentlichung bei Camera Obscura überall begeisterte Reaktionen hervorruft.

– Bei Schlombies Filmbesprechungen ist diesmal William Castles „Der unheimliche Mr. Sardonicus“ dran. Außerdem: Ein „Empfehlenswert“ jeweils für „Dredd“ und „The Crow“. Letzteren könnte ich auch mal wieder gucken. Die letzte Sichtung ist mittlerweile echt lange her. Vielleicht bin ich ja noch immer so begeistert wie Schlombie.

Splattertrash wird einen sehr kurzen, aber prägnanten Blick auf Bong Joon-hos „the Host“.

– Und zu guter Letzt ein Neuzugang: Filmsucht.org über „Aguirre, der Zorn Gottes“. Einen meiner Lieblingsfilme, dem ich ein-zwei Pünktlichen mehr gegönnt hätte, als Tom hier vergibt.

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