Originalfassungen in Bremen: 25.04.13 – 01.05.13

Von , 25. April 2013 17:27

Na, geht doch. In dieser Woche können die Freunde des O-Tons wieder auf ein prall gefülltes Paket schauen. Vom US-Superhelden-Blockbuster bis zum belgischen Drama ist alles dabei. Leider habe ich es in diesem Jahr versäumt, auf das Kuba Festival vom 26. bis 28. April in der Schauburg hinzuweisen. Das tut mir leid, und ich drücke die Daumen, dass trotzdem eine Menge Leute vorbeischauen. Allein „Soy Cuba“ lohnt ja schon den Weg.

Iron Man 3 – Cinemaxx, Di. 19:30 und Mi. 20:00 – Das isser wieder. Robert Downey Jr.zieht zum vierten Mal (nach den beiden ersten „Iron Man“ und „The Avengers„) seine Eisenrüstung an und rettet die Welt. Hoffentlich wird auch der dritte Teil der Sause so unterhaltsam, wie die vorangegangenen Filme.

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Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen – Cinemaxx, Do./Sa./Mo. um 19:45 – Steven Soderbergh hat diesen Film als seine letzte Kinoarbeit angekündigt. Da kann man gespannt sein. Die Besetzung ist – wie immer bei Soderbergh – vom Feinsten: Jude Law, Rooney Mara, Catherine Zeta-Jones. Es geht um die verheerenden Nebenwirkungen eines Antidepressiva. Man darf – wie immer bei Soderbergh, dessen Konstante immer war, dass er keine Konstante hatte – gespannt sein.

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Oblivion – Cinemaxx, Fr./So. um 19:45 – Science-Fiction. Quasi Ein-Mann-Show mit Tom Cruise vor beeindruckendem Design. Nach den doch recht guten Kritiken wollte ich den ja doch gerne sehen.

Selam – Cinemaxx, Do.-Di. um 17:20 und Mi. um 23:00 – Türkisches Drama um drei Leute aus Anatolien, die ihre Heimat verlassen und in die Welt ziehen, um neue Erfahrungen zu machen und sich ein neues Leben aufzubauen.

7 Days in Havanna – Schauburg, Fr. 19:30 und So. 12:00 – Französisch-spanischer Episodenfilm, in dem sieben renommierte Regisseure (u.a Benicio Del Toro, Laurent Cantet und Gaspar Noe!) aus unterschiedlichen Ländern ihren persönlichen Blick auf Havanna werfen. Mit Josh Hutcherson, Daniel Brühl und dem Regisseur Emir Kusturica.

Ich bin Cuba – Schauburg, Sa. 15:00 und So. 17:00 – Spannend. Ein kubanisch-sowjetischer Spielfilm von 1964. „Soy Cuba« erzählt in vier Episoden die Geschichte der kubanischen Revolution. Regie führt der Russe Mikhail Kalatozov.

Juan of the Dead – Schauburg, Fr./Sa. 22:00 – Schöner Zombiefilm, mit politischen Anspielungen, von Alejandro Brugués. Dazu habe hier eine Review geschrieben.

The Broken Circle – Schauburg, Mo., 1.5. um 21:30 – Belgisches Drama um eine Tattoo-Shop-Besitzerin und einen Banjomusiker, die zusammen in einer Band spielen, sich verlieben, heiraten und eine Tochter bekommen. Ihr glückliches Leben findet durch einen schrecklichen Schicksalsschlag ein trauriges Ende. In den Reviews, die anlässlich der Aufführung auf der diesjährigen Berlinale veröffentlicht wurden, war zu lesen, dass selbst die hartgesottensten Kritiker unter Tränen das Kino verließen. Daher möchte ich den Film von Felix Van Groeningen („Die Beschissenheit der Dinge„) zwar sehr empfehlen, werde ihn aber lieber auslassen.

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Lipstikka – City 46, Fr./Mo. 20:30 und Sa./Di. 18:00 – Englisch-israelisches Drama um eine Frau aus Palästina, die vor 13 Jahren nach London zog, doch jetzt mit dem Besuch einer Jugendfreundin wieder an ein altes Geheimnis erinnert wird.

Silver Linings – City 46, Sa./So. 20:00 – Ungewöhnliche, romantische Komödie um einen bipolar gestörten Mann, der nach acht Monaten in einer Anstalt zu seinen Eltern zieht und eine depressive Frau, die ihren Ehemann bei einem Unfall verloren hat. Regie führt David O. Russell, der schon mit dem tollen “Three Kings” und “I Heart Huckabees” bewiesen hat, dass er “normale” Stoffe ungewöhnlich und intelligent umsetzen kann.

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 29.04. um 21:45

Das Bloggen der Anderen (22-04-13)

Von , 22. April 2013 16:05

bartonfink_type2– „Das Bloggen der Anderen“ ist natürlich nicht die einzige Rubrik im Netz, die auf interessante Neuigkeiten aus der Welt der Filmblogs hinweist. An dieser Stelle ist es mir eine wirkliche Freude, mal wieder auf DVDuell hinzuweisen. Einem Blog, dem ich schon seit Jahren folge. Nachdem sich Macher Christian Liemek vor Kurzem eine ziemlich lange Auszeit genommen hat, ist er wieder sehr fleißig dabei und informiert über Neuerscheinungen national, wie international, gibt TV-Tipps und präsentiert Fundstücke aus dem Netz. Seine Linksammlung heißt „Verlinkt“ und die gibt es einmal für „Film„, einmal für „DVD/BluRay“ und ist der Regel überschneidungsfrei (da zumeist andere Schwerpunkte) zum „Bloggen der Anderen“. Von daher eine gute und empfehlenswerte Ergänzung.

– Über kaum einen anderen Film („Spring Breakers“ mal ausgenommen) habe ich in den Blogs soviel gelesen, wie über Jürgen Enz‘ „Herbstromanze“, der sich in einigen Kreisen zum absoluten „Must-see“ entwickelt hat. Der Film muss in der Tat ziemlich unglaublich sein und (unfreiwillig) bewusstseinserweiternd wirken. Jetzt hat noch einmal Andreas Poletz auf Hard Sensations darüber geschrieben. Muss ich den jetzt etwa auch mal gucken? Ich glaube die Antwort lautet: Ja. Auch wenn mir das große Angst macht.

– Auf Negativ gibt es einen interessanten Vergleich zwischen dem schönen tschechischen „Tausendschönchen“ (meine Review steht übrigens hier) und Harmony Korines jüngstem Streich „Spring Breakers“. Und dort gibt es auch gleich noch einmal etwas zu „Spring Breakers“ (das ist jetzt auch das letzte Mal, dass ich auf einen Artikel über diesen Film verlinke, scheint ja aktuell gar kein anderes Thema mehr zu geben). Ciprian David berichtet über eine ungewöhnliche Zensurmaßnahme, die der deutsche Verleih dieses Films vornahm. Ferner schreibt er noch im selben Artikel über den rumänischen Film „Domestic“.

– Patrick Holzapfel hat auf seinem Blog Jugend ohne Film seit Kurzem eine Rubrik namens „Grauzonen“. Hier bespricht er Filme, die ihm auf Anhieb nicht so gut gefallen haben und stellt dem eine Besprechung des selben Filmes von Luca Fuchs gegenüber, der eine gegenteilige Meinung vertritt. Diesmal nehmen sich die Beiden „Moonrise Kingdom“ vor, den ich im Übrigen herrlich fand.

– Ich möchte auf vier höchst lesenswerte Kritiken hinweisen, die der ehrenwerte Jochen „jogiwan“ Kulmer für project: equinoX geschrieben hat. Dort nahm er sich „Mondomanila“ (den Stefan und ich höchst erfolgreich als Auftaktfilm unserer diesjährigen „Weird Xperience“-Reihe gezeigt haben), die beiden letzten Filme von Kim Ki-duk („Airang“ und „Pieta„), sowie den lang erwarteten.. ja soll ich sagen „befürchteten“, neuen Film von Dario Argento vor. Letzterer gibt sich als „werkgetreue“ Adaption von Bram Stokers „Dracula“ aus. Tatsächlich ist der Film aber wohl – wie man nicht nur dort liest – ziemlich Grütze und ein weiterer großer, rostiger Sargnagel in die Karriere eines Mannes, der uns früher mit seinen Filmen verzauberte und mit seinem Meisterwerk „Suspiria“ den Horrorfilm auf eine neue Ebene gehoben hat. Traurig. Sehr traurig.

– Noch ein alter Meister: Ich bin ja ein Brian-de-Palma-Jünger reinsten Wassers. Obwohl mich „Black Dahlia“ ziemlich stark verärgert hat, halte ich dem Altmeister die Treue und freue mich schon sehr auf sein neustes Werk „Passion“. Patrick von filmosophie hat ihn schon in einer Sneak-Preview gesehen und kommt zu einem recht vernichtenden Urteil. Ich guck den aber trotzdem.

– Altmeister zum Dritten. Diesmal handelt es sich um John Carpenter, dessen erster neuer Spielfilm nach neun Jahren bei mir ziemlich untergegangen ist. Nachdem er 2011 auf dem Internationalen Filmfestival in Oldenburg lief, habe ich nichts mehr von ihm gehört. Obwohl er wohl Anfang letzten Jahres tatsächlich auf DVD erschien. Textures in light ist aber auf jeden Fall sehr begeistert von diesem Werk und spendiert diesem nicht nur eine positive Review, sondern auch eine schöne Bildstrecke.

– Sergio Martino ist vor allem für seinen brillanten Giallo-Zyklus Anfang der 70er bekannt. Seine Poliziescetti sind hierzulande nicht ganz so populär. „Milano trema: La polizia vuole giustizia“ (aka „Violent Professionals“), erschien hier gar nicht erst, erhält jetzt aber die Ehre, auf L’Amore in città besprochen zu werden.

Das Magazin des Glücks nimmt sich einige Filme von Paul Schrader vor.

– Ich muss leider zugeben, dass ich von einem der spannendsten japanischen Regisseure bisher noch keinen Film gesehen habe. Aber viel drüber gelesen und ich MUSS diese Bildungslücke demnächst einfach mal schließen. Bis dahin kann ich dann bei Schneeland noch einmal etwas über Kôji Wakamatsus „Violated Angels“ lesen.

– Letzten Mittwoch hat der in Bremen lebende Filmemacher André Erkau in der Schauburg seinen neuen Film „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ vorgestellt. Auf Ansichtssache – Zum aktuellen deutschen Film gibt es zu diesem Filme eine ausführliche Besprechung, die auf Stärken und Schwächen des Filmes eingeht, ihn aber insgesamt dem Leser sehr ans Herz legt.

– In den letzten Monaten habe ich Kritiken zu allen sechs, in Deutschland bei Anolis auf DVD veröffentlichten, „Kommissar X“-Filmen geschrieben. Tony Kendall, Brad Harris und Regisseur „Frank Kramer“ (Gianfranco Parolini) haben aber noch mehr zusammen gemacht. Z.B. den unglaublichen „Drei Supermänner räumen auf„, den totalschaden auf Splattertrash bespricht. Wem das noch nicht genug absurder Trash ist, der kann dann gleich bei der Review zu „Teuflische Brüste“ von Doris Wishman, mit der beeindruckenden (wer sie gesehen hat, weiß was ich meine) Chesty Morgan, weitermachen.

– Roger Ebert ist tot. Einen schönen Nachruf, der gar keiner werden sollte, hat KlapTrap auf Christians Foyer geschrieben.

 

DVD-Rezension: “Point Blank – Bedrohung im Schatten”

Von , 19. April 2013 20:42

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Die Jagd nach serbischen Waffenschiebern führt Kommissar Lucas Scali (Roschdy Zem) und sein Team von Marseille nach Paris. Dort arbeitet seine Tochter Maya (Leïla Bekhti), die er seit vielen Jahren nicht gesehen hat und deren Mutter er früh verließ, bei einer Anti-Drogen-Einheit. Lucas nimmt Kontakt zu ihr auf, in der Hoffnung über sie Informationen über die serbische Mafia zu erhalten. Das Treffen verläuft sehr unterkühlt. Maya ist enttäuscht von dem Fremden, der ihr Vater ist, und versucht auf eigene Faust Ermittlungen durchzuführen.

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Fangen wir mal mit dem Etikettenschwindel an. Der Film heißt im Original „Mains armées“ (Bewaffnete Hände), hat also so rein gar nicht mit dem deutschen Titel „Point Blank – Bedrohung im Schatten“ zu tun. Das „Point Blank“ am Anfang soll den Zuschauer wohl glauben machen, hierbei würde es sich um die Fortsetzung des Action-Reißers „Point Blank – Aus kurzer Distanz“ (Besprechung hier) handeln. Doch bis auf den Hauptdarsteller Roschdy Zem, der auch in dem deutlich actionlastigeren „Vorgänger“ dabei war, haben beide Filme nichts miteinander gemein. Schade, dass sich der deutsche Verleih für diesen kleinen Marketing-Trick entschieden hat, denn das tut dem Film, aufgrund der falsch geweckten Erwartung, nicht gut. „Point Blank – Bedrohung im Schatten“ ist ein sehr ruhiger, langsamer Film, der allzu große Aufgeregtheit vermeidet. Zwar gibt es hier und dort kurze Actionszenen, doch diese werden ohne große Effektheischerei umgesetzt. Einmal wird sogar kurzerhand auf eine klassische Verfolgungsjagd verzichtet, da die Polizisten unschuldige Passanten nicht gefährden wollen.

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Überhaupt legt der Film einen seiner Schwerpunkte auf die oftmals zähe und frustrierende Polizeiarbeit. Der andere kreist um die Einsamkeit des Helden, dem von Roschdy Zem gespielten Veteranen und Chef einer Sondereinheit, und dessen gestörtem Verhältnis zu seiner Tochter. Immer wieder wird die selbst gewählte Einsamkeit Lucas‘ thematisiert und in symbolischen Bildern festgehalten. Seine Unfähigkeit über den Beruf hinaus mit anderen zu kommunizieren, ist eines der Leitthemen des Filmes. Unter dieser gestörten Kommunikation leidet vor allem seine Tochter, die von Leïla Bekhti zwar lebendig, aber leider auch etwas zu stereotyp dargestellt wird. Dass die Chemie zwischen den Darstellern Roschdy Zem und Leïla Bekhti nicht stimmt, passt zwar gut zur Handlung, doch die Geschichte der um die Anerkennung des fremden Vaters buhlenden und sich dabei selbst zerstörenden Tochter ist so plakativ ausgefallen, dass man recht schnell das Interesse an der Figur der Maya verliert. Leider kann Leïla Bekhtis Darstellung, trotz bestem Bemühen, den Zuschauer auch nicht bei der Stange halten.

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Die Inszenierung ist durchaus sehr solide und unauffällig. Regisseur Pierre Jolivet verzichtet auf drastische Szenen (bis auf einen wirklich schockierenden und realistisch dargebotenen Tod eines Mitgliedes aus Lucas‘ Truppe) und bewegt sich filmisch auf dem Niveau einer gehobenen „Tatort“-Episode. Ob dies nun als Kompliment oder Kritikpunkt aufzufassen ist, bleibt dem Leser überlassen. Auch die schauspielerische Leistung bewegt sich in diesem Rahmen. Wobei Roschdy Zem als stoischer, wortkarger und ganz auf den Beruf reduzierter Lucas Scali auch keine großen Anstrengungen unternimmt, als allein durch seine ausdrucksstarkes Gesicht und seine Präsenz einen guten Eindruck zu macht. Alle Anderen werden eher schablonenhaft gezeichnet. So verwundert es auch nicht, wenn sich der Chef von Mayas Gruppe schnell als korruptes Dreckschwein herausstellt, der mit Maya eine Affäre hatte. Dies erkennt man schon, wenn er das erste Mal das Bild betritt. Marc Lavoine spielt diesen Typen zwar herrlich unsympathisch, aber auch völlig überraschungsfrei.

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Ein großer Pluspunkt ist die Musik. Diese dröhnt langsam und trance-ähnlich vor sich her und verpasst dem Film von Anfang an eine depressiv-bedrohliche Stimmung. Selbst die wenigen Actionszenen werden mit dieser, nur auf den erste Blick unpassenden, Musik unterlegt. Dies hat den reizvollen Effekt, dass man sofort mit den handelnden Figuren mitfiebert, da sich musikalisch stets ein tragisches Ende ankündigt. Hier und dort werden dann noch Songs des Musikers Sacha Di Manolo eingestreut. Ob dies marketingtechnische Gründe hat oder einer besonderen Vorliebe des Regisseurs entspringt, mag dahingestellt sein. Immerhin fügen sich die Songs gut in das Gesamtwerk ein und die aggressive Bewerbung stört so auch nicht.

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„Point Blank – Bedrohung“ ist ein ruhiger und unspektakulärer Polizeifilm. Quasi der Gegenpol zu dem actiongeladenen „Point Blank – Auf kurze Distanz“, auf den im deutschen Titel angespielt wird. Die Inszenierung ist solide auf bestem TV-Niveau. Die Geschichte ist nicht uninteressant, doch einige zu plakativ erscheinende Stereotypen stören die Begeisterung etwas.

Die Bildqualität ist wieder einmal sehr gut. Gleiches gilt für den Ton. Als Extra enthält die DVD eine mehr als einstündige Dokumentation über die Dreharbeiten.

 

Originalfassungen in Bremen: 18.04.13 – 24.04.13

Von , 18. April 2013 16:05

Na, prächtig ist die Auswahl diesmal nicht. Darum spare ich mir mal den einleitenden Text und lege gleich mit der Handvoll Originalfassungen los.

Das hält kein Jahr – Cinemaxx, Do., Sa.-Mi. immer 20:10 und Fr. 22:50 – Englische Komödie über ein Paar, was bereits nach kurzer Zeit heiratet, was die Freunde für keine gute Idee halten. Tatsächlich scheinen sich im ersten Ehejahr die Prophezeiungen zu erfüllen. Britische Komödie halten ja in der Regel immer einen recht guten Standard. Regisseur Dan Mazer hat zuvor mit Sacha Baron Cohen erst an dessen „Ali G Show“ als Autor und Regisseur mitgearbeitet und dann dessen Kinofilme „Borat“ und „Brüno“ geschrieben.

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Oblivion – Cinemaxx, Do., Sa.-Mi. immer 22:45 und Fr. 20:00 – Nach den doch recht guten Kritiken (siehe das letzte „Bloggen der Anderen„) und dem Kommentar von mnemo hier im Blog, wollte ich den ja doch gerne sehen. Aber die neuen Anfangszeiten sind leider so gar nichts für mich und Freitag kann ich nicht. Na, vielleicht läuft der ja auch nächste Woche noch.

I Want Your Love – City 46, Fr./Di. 20:30 und So./Mi. 18:00 – US-Film um einen Künstler aus der schwulen Künstlerszene San Fransiscos, der sich entschließt zurück in seine Heimatstadt in Ohio zu ziehen. Er verkauft seine Sachen, trifft seinen Exfreund, hat einen One-Night-Stand und lädt schließlich seine Freunde, Mitbewohner und ehemaligen Liebhaber zu einer Abschiedsparty ein, auf der alle sehr viel Spaß haben, er selbst aber nicht erscheint.

Lagos – Notizen einer Stadt – City 46, Sa./Mi. um 20:00 – Dokumentation von Jens Wenkel über die Hauptstadt Nigerias.

Silver Linings – City 46, Fr./Mo./Di. um 18:00 und So. um 20:30 – Ungewöhnlich romantische Komödie um einen bipolar gestörten Mann, der nach acht Monaten in einer Anstalt zu seinen Eltern zieht und einer depressiven Frau, die ihren Ehemann bei einem Unfall verloren hat. Regie führt David O. Russell, der schon mit dem tollen Three Kings und „I Heart Huckabees bewiesen hat, dass er “normale” Stoffe ungewöhnlich und intelligent umsetzen kann.

Sounds and Silence – City 46, Mi. 24.4. um 20:30 – Unterwegs durch eine Welt der Töne, Klänge und Geräusche – mit Manfred Eicher, dem bedeutenden Entdecker und Vermittler zeitgenössischer Musik und Gründer des Musiklabels ECM.

Sneak Preview – Schauburg, Mo., 22.4. um 21:45 Uhr

Französische Sneak Preview – Atlantis und Gondel, beide Mi., 24.04. um 21:00

Heute in der Schauburg: André Erkau stellt seinen Film “Das Leben ist nichts für Feiglinge“ vor

Von , 17. April 2013 10:22

Heute Abend ist wieder ein Regisseur in der Schauburg zu Gast, um der Premiere seines neusten Filmes beizuwohnen und sich den Fragen des Publikums zu stellen. Wie schon bei seinem letzten Film „Arschkalt“, lässt es sich André Erkau nicht nehmen, seinen Film einen Tag vor der Deutschlandpremiere in seiner Heimatstadt vorzustellen. Geboren in Dortmund ist André Erkau in Bremen aufgewachsen und vor einigen Jahren auch wieder hierhin zurückgekehrt. In einem lesenswerten Artikel, der heute im „Weser Kurier“ veröffentlich wurde, sagt er dazu:

„Zum Drehen muss man ohnehin oft seinen Wohnort verlassen. Also kann ich auch in meiner alten Heimat Bremen wohnen. Hier fühle ich mich wohl, ich mag das Tempo der Stadt, die relaxte Bremer Lebensart. Und die Stadt inspiriert mich, weil ich hier nicht unter einer künstlerischen Käseglocke lebe“.

DLIFF_Plakat_RZ_01_Layout 1Sein aktueller Film, der heute um 21:00 Uhr in der Schauburg Premiere hat, ist eine Tragikomödie und heißt „Das Leben ist nichts für Feiglinge„. Er handelt von einer Familie, die nach dem plötzlichen Tod der Mutter auseinanderzubrechen droht. Der Vater versucht den Tod seiner Frau zu verdrängen, während sich eine Tochter immer weiter zurückzieht und auch im Freundeskreis zur Außenseiterin wird. Allein die liebenswerte Großmutter versucht die Familie zusammenzuhalten. Doch bald schon wird bei ihr Krebs diagnostiziert. Sie verheimlicht dies ihrer Familie, doch dann fliegt das Geheimnis auf. Wütend verschwindet die Tochter mit ihrem Freund nach Dänemark. Der zurückbleibende Vater muss nun versuchen, sich seinen Gefühlen zu stellen und seine Tochter zurückzugewinnen.

Die Hauptrolle spielt der wunderbare Wotan Wilke Möhring. Und auch der hochtalentierte Frederick Lau („Picco„, „Oh Boy„) ist dabei. Lau hat ja bereits Bremen-Erfahrung. Schließlich spielte er hier den Frank Lehmann in „Neue Vahr Süd„.

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DVD-Rezension: „Die Koch Media Italowestern-Enzyklopädie No. 1“

Von , 16. April 2013 11:08

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Nach etlichen Verschiebungen ist sie nun endlich da: Die seit langem angekündigte „Koch Media Italowestern Enzyklopädie Vol. 1“. Vor kurzem hat Koch Media ja schon mal einen Schwung Italowestern unter dem Label „Western Unchained“ auf den Markt geworfen. Darunter einige Repacks aus der legendären „Italowestern“-Reihe, aber auch einige interessante DVD-Premieren. In der „Italowestern Enzyklopädie“ werden nun ausschließlich Erstveröffentlichungen präsentiert. Zwar wurden „Amigos“ und „Shamango“ in der Vergangenheit auch von anderen Labels veröffentlicht, allerdings nur in gekürzter Form.

Hier liegen alle Filme im richtigen Bildformat und ungekürzt vor. Wie bei der „Giallo“-Box aus demselben Haus, verwundert es etwas, dass die Bildqualität nicht den hohen Standards entspricht, die Koch Media in der Vergangenheit an den Tag gelegt hat. „Schweinehunde beten nicht“ sieht sehr „gebraucht“ aus und stammt scheinbar von einer sichtbar alten 35mm Rolle. Das Bild von „Drei Halunken und ein Halleluja“ ist sehr grobkörnig und wirkt bei Aussenaufnahmen zum Teil etwas milchig. Dies kann aber durchaus auch am bei der Produktion des Filmes verwendeten Filmmaterial liegen. „Shamango“ wirkt nicht unbedingt gestochen scharf und auch etwas milchig. Am besten schneidet „Amigos“ ab. In Sachen Extras befinden sich die Veröffentlichungen aber auf dem gewohnt guten Niveau, für das Koch Media bekannt ist.

 

Schweinehunde beten nicht  (I vigliacchi non pregano, 1969)

Der Ex-Soldat Brian (Gianni Garko) kehrt nach dem Bürgerkrieg heim zu seiner Frau. Doch das Glück währt nicht lang. Ein Trupp Nordstaatler überfällt sein Haus, vergewaltigt und tötet seine Frau und lässt den halbtot geschlagenen Brian in der brennenden Ruine zurück. Der zufällig vorbeikommende Daniel (Ivan Rassimov alias „Sean Todd“) rettet ihn. Gemeinsam Weiter lesen 'DVD-Rezension: „Die Koch Media Italowestern-Enzyklopädie No. 1“'»

Das Bloggen der Anderen (13-04-13)

Von , 13. April 2013 20:22

bartonfink_type2– Lukas Foerster hat das Sportlerdrama „Love Lifting“ von Hermann Yau gesehen und konstatiert auf Dirty Laundry: „Solange das Hongkongkino noch solche Filme hervorbringt, kann es nicht ganz schlecht um es bestellt sein“.

– Das goEast-Festival widmet dem ungarischen Regisseur Miclós Jancsó eine Hommage. Christian Moises stellt auf Eskalierende Träume den Regisseur und sein Werk ausführlich vor.

– Nochmal goEast: Ciprian David und Elisabeth Maurer schreiben auf Negativ weniger über das Festival, sondern eher über ihre Erlebnisse und Eindrücke drumherum, was ich sehr schön finde.

– Patrick ist neu bei filmosophie und wird dort zukünftig über Sneak-Previews berichten. Sein erster Bericht, der auch das ganze Drumherum mit einschließt, handelt vom US-Indie-Film „Smashed“.

– Silvia Szymanski war mit einigen Gleichgesinnten im Kölner Filmclub 813 und hat dort eine Menge toller Filme gesehen. U.a. „Heimlichkeiten“ von Wolfgang Staudte, den ich schon im letzten „Bloggen der Anderen“ drin hatte. Ihr ausführlicher, große Lust auf die Filme machender, Bericht findet sich, wie immer, auf Hard Sensations. Dort geht es auch weiter mit der „Vergewaltigung im Film“-Reihe. Diesmal über die Doku „Tabloid“ von Errol Morris, die bei mir auch noch rumliegt und nun umso dringender gesehen werden möchte.

– Alex Klotz hat auf hypnosemaschinen wieder einen obskuren Film ausgegraben: Den spanisch-französischen „El secreto de la momia egipcia“, dessen US-Titel – laut IMDb „Love Brides of the Blood Mummy“ lautet.

– Apropos obskur. In den Kommentaren des letzten „Bloggen der Anderen“ habe ich es schon erwähnt und darum MUSS ich darauf hinweisen: Der Intergalatic Ape Man hat auf Intergalaktische Filmreisen den Film „Rocktober Blood – An der Schwelle zum Wahnsinn“ besprochen. Hier also noch einmal ein Nachschlag in Sachen „unbekannter 80er Trash mit Rockmusik“.

– Von Jonas Mekas habe ich einmal „Walden – Diaries Notes and Sketches“ im Kino gesehen und war überrascht, wie schnell hier ein Sog entstand, der drei Stunden Experimentalfilm wie im Fluge vergehen ließ. Das war wieder ein wunderbares Beispiel dafür, dass man solche tollen Erlebnisse nur im Kino haben kann, wo man dem Film „ausgeliefert“ ist und sich nicht durch tausend kleiner Dinge ablenken lassen kann. Zur Zeit ist Jonas Mekas im Filmmuseum Wien zu Gast und hat dort seinen Film „Reminiscences of a Journey to Lithuania“ gezeigt. Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film war dabei.

– Als früher Teenie habe ich in einer Programmzeitschrift mal ein Bild von Laura Antonelli gesehen und den Titel des dazugehörigen Films „Das nackte Cello“ hatte meine Fantasie mächtig angeheizt. Auf L’Amore in città habe ich jetzt die Kritik zum Film gelesen.

– Man hat bereits allerlei Schlimmes darüber gehört und Martin Beck bestätigt es auch auf Reihe Sieben mit großem Entsetzen. Dario Argentos „Dracula 3D“ ist wohl ganz, ganz großer Mist geworden. Schnief.

– Wie bereits in der O-Fassung-Übersicht geschildert, ist „der neue Tom Cruise“, „Oblivion“ zunächst völlig an mir vorbei gegangen, und ich hatte nicht wirklich eine Ahnung davon, worum es geht und ob sich ein Kinobesuch lohnen würde. In der Blogosphäre wird der Film jetzt auf Filmherum, screen/read und cinetastic.de besprochen. Zu meiner großen Überraschung sind alle drei Reviews recht positiv. Cinetastic.de ist zwar nicht vollends überzeugt, zerreißt den Film aber nicht in der Luft. Screen/read und Filmherum sind aber ziemlich angetan. Positiv hervorgehoben werden aber bei allen die optischen Reize des Filmes, die allein wohl schon einen Kinobesuch lohnen.

– Ronny Dombrowski von cinetastic.de hat auch bereits das von vielen mit großer Ungeduld erwartete „Evil Dead“-Remake gesehen (wo?!?!). Er fand den Film zwar sehr gut, überschlägt sich jetzt aber nicht vor Begeisterung.

– Etwas spät dran ist Filmlandschaft, was seinen Bericht von der Berlinale angeht. Doch Peer Kling & Elisabeth Niggemann haben einen so ausführlichen und persönlichen Artikel über ihren Besuch auf der Berlinale geschrieben, dass man fast das Gefühl hat, selber dabei gewesen zu sein. Und darum gehört er hier auch verlinkt.

– Manfred Polak hat auf Whoknowspresents wieder einen sehr ausführlichen und vor interessantem Hintergrundinformationen und Analysen strotzenden Artikel veröffentlicht. Diesmal hat er sich LA VIE EST À NOUS (DAS LEBEN GEHÖRT UNS), Frankreich 1936, vorgenommen. Bei diesem Film führten Jacques Becker, Jacques-Bernard Brunius, Henri Cartier-Bresson, Jean-Paul Le Chanois, Maurice Lime, Marc Maurette, Jean Renoir, Pierre Unikc und André Zwoboda Regie. Die Gesamtleitung hatte Jean Renoir. Lesen! Auch die Kommentare!

Couchmonster denkt über die aktuellen Comic-Verfilmungen nach und führt deren Stärken und Schwächen auf. Seine Meinung zu den Tim-Burton-“Batmans“ teile ich zwar überhaupt nicht, den Rest kann ich größtenteils so unterschreiben.

Freude am Film beginnt mit einer Stanley-Kubrick-Werkschau und geht kurz auf dessen Frühphase von „Die Rechnung geht nicht auf“ bis „Dr. Seltsam“ ein. Das „Fear and Desire“ nicht dabei ist, kann ich ja noch verstehen. Warum „Der Tiger von New York“ fehlt, finde ich allerdings etwas merkwürdig.

DVD-Rezension: “Chillerama”

Von , 12. April 2013 00:22

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Momentan scheint es ein Trend zu sein, dass sich ein paar junge Regisseure zusammentun, um einen Horror-Episoden-Film zu drehen. Vor kurzem war „V/H/S“ solch ein Vehikel, „V/H/S/2“ steht schon in den Startlöchern und auch „Chillerama“ gehört in diese Kategorie. Im Gegensatz zu den vorher genannten, nimmt sich „Chillerama“ aber zu keiner Sekunde ernst und versteht sich als wilde Persiflage, die sich einmal durch die Dekaden des Horrorfilms arbeitet.

Dabei kann nicht gesagt werden, dass „Chillerama“ nicht liebevoll gemacht wäre. Bei jeder Episode spürt man die Liebe der Macher zum Genre, und die jeweiligen Filmjahrzehnte (von den 30ern bis in die 80er) werden mit großer Sorgfalt rekonstruiert. Leider stellt sich der Film mit seinem pubertären Humor und dem beinahe zwanghaft inszenierten Tabubruch selbst ein Bein. Während die Geschichte vom gigantischen Killerspermium für sich genommen noch recht witzig ist, nervt es doch schon bald, dass alle Episoden auf Teufel komm raus irgendwelche, zumeist sexuellen, Tabus brechen wollen. Wenn sich dann noch recht plump über das tragische Schicksal der jüdischen Familie Frank, und vor allem ihrer Tochter Anne, lustig gemacht wird, da frage ich mich dann doch: Muss das sein?
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Einen Tiefpunkt erreicht der Film dann, wenn relativ unmotiviert noch ein Fäkalfilm namens „Deathication“ (der wohl die 70er repräsentieren soll und mich irgendwie an den berüchtigten „Gesichter des Todes“ erinnert hat) eingeblendet wird. Das wirkt dann wirklich nur noch erzwungen. Wenn die Macher sich John Waters „Pink Flamingos“ (der hier zitiert wird, wenn auch unter anderen Vorzeichen) richtig angesehen hätten, dann hätten sie gesehen, dass Schock und Anarchie anders funktionieren und nicht wie hysterischen Späße einiger Pennäler. Das stimmt etwas traurig, denn solche Dinge hätten nicht sein müssen. Der Film hätte auch gut ohne funktioniert. Ich würde sogar behaupten, besser. Aber das ist in diesem Falle wirklich auch eine Frage des persönlichen Humors.

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Zu den einzelnen Stories:

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Regisseur Adam Rifkin, der Anfang der 90er mit „The Chase“ auf sich aufmerksam machte und dessen „Detroit Rock City“ ein kleiner Erfolg war, spielt hier selbst die Hauptrolle. Einen kleinen Angestellten, der nur immer ein Spermium produzieren kann. Ein Mad Doctor (Ray Wise, Laura Palmers Vater aus „Twin Peaks“) will ihm helfen, doch das Serum führt nicht dazu, mehr Spermien zu produzieren, sondern das eine zu stärken und wachsen zu lassen. Schon bald wird die Welt von einem riesigen, gefräßigen Spermium bedroht.

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Die Geschichte ist klar als Parodie auf die Monsterfilme der 50er angelegt. Der Humor wurde allerdings aus „Dumm und dümmer“ importiert. Nichtsdestotrotz macht diese Episode Spaß, denn hier wurde nicht nur das gute, alte Stop-Motion-Verfahren nachempfunden, sondern Rifkin hat die Klassiker genau beobachtet und zollt ihnen seinen Respekt. Garniert wird all dies mit einigen wunderschönen Frauen von denen man gerne mehr sehen würde. Aber wie in den 50ern ist diese Episode zwar thematisch schlüpfrig, aber ansonsten erstaunlich prüde.

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I Was A Teenage Werebear

Der junge Ricky ist verwirrt. Zwar hat er eine tolle und brünstige Freundin, doch immer wieder ziehen knackige junge Kerle sein Interesse auf sich. Besonders die drei coolen Jungs in Leder haben es ihm angetan. Bald schon muss er erkennen, dass die Drei nicht nur cool und gutaussehend sind, sondern in ihnen noch mehr steckt: Sie sind Werbären!

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Tim Sullivan, der bisher mit dem Remake zu „2001 Maniacs“, dessen Fortsetzung und dem Horrorthriller „Driftwood“ in Erscheinung getreten ist, verlegt seine Geschichte namens „I Was A Teenage Werebear“in die 60er Jahre und mischt farbintensive Bilder mit einigen Musicalnummern. Das funktioniert soweit ganz gut. Auch die Idee, hier ganz plakativ das Monster, den Außenseiter, als Metapher für Homosexualität zu entlarven, ist clever. Allerdings trägt Sullivan manchmal etwas zu dick auf und gerade am Ende verheddert er sich etwas. Trotzdem macht auch diese Episode durchaus Spaß, wenn sie auch hier und dort ihre Längen hat und etwas angestrengt wirkt.

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The Diary of Anne Frankenstein

Adam Green hat mit der „Hatchet“-Serie bei Fans von old school Slasher-Fimen für Furore gesorgt Hier nimmt er sich der 40er Jahre an und dreht einen Schwarz-Weiß Film, der stellenweise tatsächlich aus der Zeit gefallen scheint. Auch die Idee, Hitler einen jüdischen Golem-Frankenstein bauen zu lassen, ist charmant. Leider überzieht Green seine Ideen maßlos.

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Das geschmacklose „Anne Frank“-Intro verdirbt einem etwas den Spaß, und dass alle Darsteller Deutsch sprechen und nur Hitler ein merkwürdiges, skandinavisch anmutendes Kauderwelsch ist als Reminiszenz an Chaplins „Großen Diktator“ zunächst augenzwinkernd lustig, nervt aber auf die Dauer. Auch hier muss man sagen, dass hier mehr drin gewesen wäre, hätte man nicht unbedingt so hysterisch-lustig-trashig sein wollen. So schießt der Film etwas über das Ziel hinaus, aber durch sein tolles Design zählt diese Episode zu den Höhepunkten des Filmes.

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Zom-B Movie

Die Rahmenhandlung und abschließende Episode „Zom-B Movie“ hat Joe Lynch inszeniert, der zuvor nur den nicht gerade geliebten „Wrong Turn 2“ inszeniert hatte. Zunächst beginnt seine Episode sehr stimmungsvoll auf einem alten Friedhof und ist vom expressionistischen Universal-Horror der 30er inspiriert. Doch schon schnell wird die Stoßrichtung des Filmes klar gemacht. Ein versuchter Blowjob mit einer Leiche und durch die Gegend fliegende Testikel lassen ahnen, worauf das alles hinauslaufen wird.

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Die Zwischensequenzen und das große Finale sind angelehnt an die Teenie-Zombie-Filme der 80er Jahre, wie z.B. „Return of the Living Dead“ oder „Nacht der Creeps“. Auch hier gibt es einige wunderschön in Szene gesetzte Stellen, wenn z.B. der Autokino-Besitzer Zwiesprache mit einem Orson-Welles-Poster hält und über die gute, alte Zeit philosophiert, in der Kino noch handgemacht und etwas Besonderes, Magisches, war. Aber solchen Momenten stehen dann auch wieder sehr plumpe Gags gegenüber, wenn derselbe Autokinobesitzer bis an die Zähne bewaffnet One-Liner aus 80er Actionfilmen von sich gibt. Auch die Idee aus den Zombies sexsüchtige Untote zu machen, passt zwar in den Kontext des Filmes, wirkt aber aufgesetzt und so sehr auf „Kult“ und „Fun“ getrimmt, dass die Wirkung eher eine gegenteilig ist.

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„Chillerama“ ist eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits bietet er wunderbare und sehr liebevoll gemachte Hommagen an das fantastische Kino von den 30ern bis zu den 80ern, aber intelligente Scherze wechseln sich mit pubertären „Fick und Furz“-Humor ab, der nicht jedermanns Sache sein dürfte und mir etwas zu sehr auf „Kult“- und „Abgefahren“-Potential schielt. Drückt man hier aber ein Auge kräftig zu und konzentriert sich auf die Stärken dieses Episodenfilms, wird man gut unterhalten. Auch wenn er etwas zu lang geraten ist, und man auf die „Deathication“-Sequenz gut hätte verzichten können.

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Bild und Ton der DVD ist hervorragend. Die deutschen Untertitel orientieren sich an der deutschen Synchronisation, die wiederum oftmals vom Originaltext abweicht und so manchen Sprachwitz verschwinden lässt. Als Extras gibt es zwei Interviews mit dem Regie-Quartett, die jeweils auf Conventions aufgenommen wurden (das zweite Interview hat eine grausige Tonqualität und ist auch nicht untertitelt, was das Verständnis mehr als schwer macht). Trotz FSK 16 ist der Film ungeschnitten, was durchaus Sinn macht, denn die blutigen Szenen sind klar als Filmtricks zu erkennen.

Hamburg: Vom 19.-21.April heißt es wieder „Monster machen mobil“

Von , 10. April 2013 16:19

Eine Veranstaltung, die mir sehr am Herzen liegt, findet vom 19. bis 21. April in unserer Nachbar-Hansestadt Hamburg statt. Bereits zum vierten Mal heißt es dann im dortigen Kommunalkino, dem Metropolis, „Monster machen mobil

Gezeigt werden einige wunderbare Köstlichkeiten. Und alles natürlich auf wohlmundendem 35mm. Unter dem Spezialitäten befinden solche Delikatessen wie Roger Vadims „… und vor Lust sterben“, der legendäre „Flesh Gordon“ (mit „E“!), Luigi Cozzis „Astaron – Die Brut des Schreckens“, „Frankensteins Kung Fu Monster“, „Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen“ und viele mehr!

Wahre Gourmets sollten sich dieses Menü nicht entgehen lassen!

Hier die Speisekarte: http://www.monstercon.de

monster_machen_mobil2013Ich selber will sehen, dass ich mindestens einen Tag dabei bin. Aufgrund meiner neuen familiären Umstände ist das zwar nicht so einfach, aber irgendwie bekomme ich das hin. Die Frage ist nur Samstag oder Sonntag.

Originalfassungen in Bremen: 11.04.13 – 17.04.13

Von , 10. April 2013 15:55

Mit „Oblivion“ steht ein potentieller Blockbuster in den Startlöchern. Aber ob Tom Cruise noch die Massen anzieht, wird sich zeigen. Des Weiteren klinkt das US-Debüt des Dänen Niels Arden Oplev recht vielversprechend. Vor allem wegen den Damen Rapace und Huppert. Ansonsten ist mal wieder nicht so viel los, was O-Fassungen angeht.

Oblivion – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 20:00 – Tom Crusises neuer Big-Budget SciFi-Film. Die Plakate habe ich schon überall hängen sehen, aber bisher hatte ich keine Ahnung, worum es da eigentlich geht. So richtig schlau bin ich jetzt auch nicht geworden und versuche mal das wiederzugeben, was ich verstanden habe. In der Zukunft ist die Erde völlig zerstört und die letzten Überreste werden von Aliens geplündert. Im Auftrag ehemaliger Erdenbürger, die nun irgendwo in den Wolken leben, kehrt ein Mann auf die Erde zurück, um die Aliens zu stoppen. Regisseur Joseph Kosinski hat davor nur den schwachen „Tron: Legacy“ gedreht.

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Dead Man Down – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 22:50 – Action-Thriller mit Colin Farrell, der wunderbaren Noomi Rapace und der noch wunderbareren Isabelle Huppert. Regie führt der Däne Niels Arden Oplev, der auch die „Millenium-Trilogie“ verfilmt hat. In seinem Hollywood-Debüt geht es um einen unbekannten Killer, er die Gang eines Mafiabosses dezimiert. Farrell spielt einen Helfer des Bosses, der den Killer aufspüren soll.

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Canakkale Yolun Sonu – Canakkale – Der unbesiegbare Widerstand – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 22:45 – Patriotischer, türkischer Kriegsfilm über die Schlacht an der Çanakkale-Front im April 1915.

Ginger & Rosa – Schauburg, So., 14.4., um 19:15 – Drama, das im England der 60er Jahre spielt. Die beiden 16jährigen Freundinnen Ginger und rosa engagieren sich zusammen in der Friedensbewegung. Da beginnt Rosa plötzlich eine Affäre mit Gingers Vater.

Mademoiselle Populaire – Gondel, So. 14.4. um 20:30 – Französische Liebeskomödie. In den 50er Jahren träumt eine davon, Weltmeisterin im Schreibmaschineschreiben zu werden.

Enjoy The Music – Die Pianistin Edith Kraus – City 46, Sa. 20:30, Mo.-Mi. 18:00 – Portrait der Pianistin Edith Kraus, die einst als Wunderkind galt und dann nach Theresienstadt deportiert wurde. Heute lebt sie in Israel.

Lagos – Notizen einer Stadt – City 46, Sa.+Mi. um 20:00 – Dokumentation von Jens Wenkel über die Hauptstadt Nigerias.

Moderne Zeiten – City 46, So., 14.4. um 20:30 – Charlie Chaplins zeitloser Klassiker. Zwar sein zweiter Tonfilm, doch gesprochen wird noch nicht. Aber der Tramp darf zum ersten Mal singen! In einer wunderbaren Kunstsprache und wahrlich ohrwurmverdächtig.

Working Man’s Death – City 46, Do.+Di. um 20:00 und Fr.+So. um 18:00 – Doku des Filmemachers Michael Glawogger, der auch mit seinen Spielfilmen (z.B. „Nacktschnecken“ oder dessen Fortsetzung „Contact High“ ) sehr erfolgreich ist. Hier geht es um den „Tod der Arbeiterklasse“, die Glawogger in mehreren Ländern beobachtet.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 15.04. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 15.04. um 21:45

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