Interessante Diskussion um Klaus Lemkes „Hamburger Manifest“

Erst schickte er quasi als Teaser einen von ihm inszinierten YouTube-Clip vorweg,

YouTube Preview Image

dann brachte der „Regie-Outlaw“ Klaus Lemke anlässlich der Eröffnung des Hamburger Filmfestes am 30. September, ein von ihm selber in Großbuchstaben verfasstes „Hamburger Manifest“ in Umlauf, indem er einmal mehr die Abschaffung der staatlichen Filmförderung fordert und generell zu einem Rundumschlag gegen das aktuelle Deutsche Kino ausholt.

(…)

ABER UNSERE FILME SIND WIE GRABSTEINE.

BRAV. BANAL. BEGÜTIGEND. GOETHEINSTITUT.

ABER FILM IST KEINE AUSSTERBENDE TIERART. FILM IST AUCH KEIN INTELLIGENZBESCHLEUNIGER. FILM MUSS NOCH NICHT MAL GUT SEIN.

FILM MUSS NUR WIRKEN.

DAS TUT DER DEUTSCHE FILM SCHON LANGE NICHT MEHR.

(…)

GELD VOM STAAT IST IMMER EIN TRITT GEGEN DIE EIGENE KREATIVITÄT.

(…)

WÜRDE MAN JEDE FILMFÖRDERUNG AUS STEUERMITTELN ÜBER NACHT EINSTELLEN – WIR WÄREN IN ZWEI JAHREN DAS KREATIVSTE FILMLAND IN EUROPA UND EINE ECHTE KONKURRENZ ZU HOLLYWOOD. WEITER SO WIE JETZT BLEIBEN WIR DIE TOPLANGWEILER WELTWEIT. DER DEUTSCHE FILM GEHÖRT ENDLICH BEFREIT AUS DEN GEFÄNGNISSEN DER FFA.

(…)

Der vollständige Text kann u.a. auf http://www.malte-welding.com/ nachgelesen werden.

Provokante Thesen, die natürlich auch den Widerspruch herausfordern. So antwortete der Filmemacher Christoph Hochhäusler am 17. Oktober in seinem sehr lesenswerten Blog „Parallel Film„:

(…) Trotz der Tatsache, dass er (Lemke) sehr billig produziert (und nur minimale Gagen zahlt), hängt er letztlich – wie wir alle – am Geldhahn der Öffentlich-Rechtlichen. Der Unterschied ist, dass er sich dafür schämt.

Ich schäme mich nicht, finde im Gegenteil, dass sich die kulturelle Förderung, die wir uns leisten, (immer wieder) lohnt, im Theater, in der bildenden Kunst und natürlich auch im Film, mehr noch, dass wir sie brauchen, um – als demokratisch verfasste Gesellschaft – ein Bild zu haben von uns, unseren Leben und Widersprüchen, Material haben, mit dem wir uns beschreiben und in den Konflikt gehen können. (…)

Nun hat sich noch ein weiterer alter Recke zu Wort gemeldet. Lemkes Kumpel aus den wilden 70ern und Bruder im Geiste, der sympathische Wolfgang Büld, hat zu dem „Hamburger Manifest“ ein paar sehr kluge Worte gefunden und diese in einer amüsant-unterhaltsam geschrieben Replik zusammengefasst, die er mehr der sehr richtigen Bemerkung

Meiner Ansicht nach verhält es sich mit Lemkes Manifest wie mit dem Buch von Sarrazin: Es ist in seinen Schlussfolgerungen abenteuerlich, faktisch manchmal schlichtweg falsch (z.B. hat nicht Deutschland, sondern Südamerika die schönsten Frauen), aber es regt zu einer lange überfälligen Diskussion an. (…)

beginnt und auf http://ueberbau.blogspot.com/ gefunden werden kann.

Unbedingt lesenswert!

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