12. Bremer Filmpreis geht an Ulrich Seidl

seidlIch freue mich. Ich freue mich wirklich. Der 12. Bremer Filmpreis geht an einen meiner Lieblings-Regisseure, den Österreicher Ulrich Seidl.

Wem der Name jetzt spontan nichts sagt, es wurde ziemlich viel über ihn geschrieben, als sein letzter Film „Import/Export“ 2007 für die Goldene Palme in Cannes nominiert war. Die hat er zwar nicht bekommen, dafür aber reichlich andere Preise abgeräumt. Nachdem Seidl zunächst vor allem im Dokumentarfilm aktiv war (wo er bereits „Wirklichkeit inszenierte“, wie z.B. bei seinem großartigen Film „Models„), wurde er der breiten Öffentlichkeit durch seinen vielfach ausgezeichneten Film „Hundstage“ bekannt. Auch hier mischt er Dokumentarisches mit Fiktion, so dass die klare Unterscheidung zwischen Schein und Wirklichkeit kaum noch möglich ist. „Import/Export“ war dann sein erster „reiner“ fiktionaler Spielfilm.

Wie es sich für einen Österreicher gehört, sind seine Filme tiefschwarz und von einem makaberen, bitterbösen Humor durchzogen. Nach der Sichtung von „Hundstage“ z.B. möchte man am Liebsten einmal Duschen, um den Schweiß und moralischen Dreck einer Einfamilienhaussiedlung nahe Wien abzuwaschen. Angenehm sind seine Filme nie, aber sie graben sich ins Gedächtnis ein und wühlen einen auf. In der Ankündigung zu seiner Dokumentation „Tierische Liebe„, die im Rahmen einer Seidl-Retrospektive am 29. und 31.Januar im Kino 46 läuft, steht: „Seidl zeigt mehr, als die Zuschauer sehen wollen“. Das bringt es auf den Punkt.

Die Ehrung und Übereichung des 12. Bremer Filmpreises findet am Donnerstag, den 21.1. um 18:00 Uhr in der Oberen Rathaushalle statt.

Gleichzeitig hat das Kino 46, wie oben schon erwähnt, Ulrich Seidl eine Retrospektive gewidmet. Neben seinen bekannteren, und auch auf DVD erschienenen, Filmen „Hundstage“ und „Models“, werden auch seine früheren Dokumentationen gezeigt. Da diese – zumindest meines Wissens nach – noch nirgendwo auf DVD erhältlich sind (ich will da eine Box! Jetzt!), sollte man sich die Gelegenheit, die Filme einmal zu sehen, auf keinen Fall entgehen lassen.

Gezeigt werden: „Hundstage“, „Models“ (beide 30.1.), „Mit Verlust ist zu rechnen“ (26.1), „Der Busenfreund„, „Spaß ohne Grenzen“ und „Tierische Liebe“ (alle am 39.1., sowie 31.1.).

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