Doku über „L’Enfer“ von Henri-Georges Clouzot

Henri-Georges Clouzot hat mit „Die Teuflischen“ einen der einflussreichsten Thriller und mit „Lohn der Angst“ einen der spannendsten und großartigsten Filme aller Zeiten geschaffen.

1964 wollte er mit Romy Schneider in der Hauptrolle „L’Enfer“ drehen. Ein Herzinfarkt brachte ihn zwar nicht um, stoppte aber das Projekt. Obwohl das Drehbuch genau 30 Jahre später von Claude Chabrol verfilmt wurde, bleibt der Ur-„L’Enfer“ einer der legendärsten unvollendeten Filme, vergleichbar mit Marilyn Monroes letztem Film „Something’s Got to Give„, Orson Welles‘ „The Other Side of the Wind“ oder Terry Gilliams „The Man Who Killed Don Quixote„.

Bisher existierten nur einige Fotos, doch die Dokumentarfilmer Serge Bromberg und Ruxandra Medrea ist es jetzt gelungen unbekanntes Filmmaterial zu bergen. Dieses haben Sie zur Grundlage einer Dokumentation über diesen legendären Film gemacht: „L’enfer de Henri-Georges Clouzot„.

Die Doku hatte nun auf dem Münchener Filmfest Premiere und es bleibt zu hoffen, dass Sie auch regulär in den Bremer Programmkinos (oder alternativ auf Arte) zu sehen sein wird.

„(…) „L’enfer“ ist eines jener sagenumwobenen Projekte, aus denen nie ein Film wurde, von denen aber Gerüchte und Bilder kursierten, welche die Imagination befeuerten – eines zeigte die junge Romy Schneider in einem strahlend weißen Brautkleid vor nachtblauem Hintergrund mit einer Zellophanfolie um den Kopf. Der Film wurde nie fertiggestellt, weil sein Regisseur Henri-Georges Clouzot während der Dreharbeiten 1964 einen Herzinfarkt erlitt, den er zwar überlebte, dem aber sein Projekt zum Opfer fiel. Nachdem Bromberg gehört hatte, dass die Aufnahmen noch existieren, besuchte er die Witwe des 1977 gestorbenen Regisseurs, die er bekniete, den Schatz bergen zu dürfen. Sie aber wies ihn ab – bis sie ihn mit dem Fahrstuhl nach unten bringen wollte und die beiden zwischen dem zweiten und dem dritten Stock steckenblieben . . . Der seidene Faden, an dem solche Projekte hängen, bestand in diesem Fall aus einem Stahlseil.

 Quelle: FAZ

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