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Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 3

Von , 4. Oktober 2018 21:00

Seit dem letzten Jahr nehme ich ja auch immer noch den Sonntag beim Internationalen Filmfest in Oldenburg mit. Und wie im Vorjahr erwies sich dieser letzte Tag mal wieder als ausgesprochen entspannt. Die Gäste sind schon fast alle abgereist, das Publikum bereitet sich scheinbar auf den nächsten Arbeitstag vor und das Personal ist so wenige Stunden vor dem Ende des Festivals in einer erschöpften, aber glücklichen Stimmung. So wie bei einer tollen Party, wenn die Letzten morgens noch in der Küche rumhängen und sabbeln. Überall herrscht eine wunderbar lockere Atmosphäre. Und wie 2017 hielt dieser letzte Tag für mich sogar noch mein persönliches Highlight des Festivals bereit.

Blue My Mind – Den Film hatte ich erst gar nicht auf dem Schirm, bis ich gesehen habe, dass er auch auf dem Randfilm in Kassel läuft. Was ja durchaus eine gute Empfehlung ist. „Blue My Mind“ ist ein ganz klassischer Coming-Of-Age-Film, der langsam ins Übernatürliche driftet, um die körperliche und geistige Veränderung der pubertierenden Protagonistin, noch einmal deutlich zu unterstreichen. Ihr Gefühl des „Anderseins“ und nicht dorthin zu gehören, wo sie ist. Das ist jetzt auch nichts wirklich Neues und kennt man bereits gut aus diversen z.B. Werwolf-Filmen. Hier wird die junge Protagonistin aber nicht zum Wolf, sondern entwickelt einen seltsamen Heißhunger auf die Fische in Papis Aquarium, ihre Zehe wachsen zusammen und auf den Beinen erscheinen eklige Flecken. Wie gesagt, das kennt man irgendwie alles schon, trotzdem entfaltete der Film bei mir einen ganz gehörigen Sog.

Meine Mitzuschauer mochten den Film zwar auch, empfanden einige Stellen aber zu lang und repetitiv. Das Gefühl stellt sich bei mir gar nicht ein, denn ich war emotional immer ganz nahe dran an der Hauptfigur. Diese wird von der fantastischen Luna Wedler gegeben, die ihre Mia weniger spielte als vielmehr im besten Sinne des Wortes verkörpert. Völlig zu recht hat sie für ihre Performance den Schweizer Filmpreis als beste Schauspielerin gewonnen (daneben gewann „Blue My Mind“ noch in den Kategorien bester Film und bestes Drehbuch).

Ein Preis hätte aber auch Zoë Pastelle Holthuizen als Gianna mehr als verdient. Erst ist sie die Feindin, dann später die beste Freundin von Mia. Sie spielt dabei die leicht asoziale, dominante Bitch, die ihre Freundinnen aus der Outsider-Girls-Clique fest im Griff hat, ebenso perfekt, wie sie das leichte Aufbrechen des Zicken-Panzers zeigt, hinter der Vernetzbarkeit und die Sehnsucht nach Liebe durchschimmern. Der Weg von Aso-Zicke bis zur sich aufopfernden Freundin ist nicht als plötzlicher Bruch, sondern langsame, glaubhafte Entwicklung angelegt. Dass Gianni unterschwellig auch ein homoerotisches Interesse an Mia hegt, wird nicht dick aufgetragen, sondern schwingt ganz natürlich im Hintergrund mit, ohne sich allzu sehr in der Vordergrund zu drängen.

Die ganze Atmosphäre und der Wechsel von realistisch rauen Bildern und sinnlichen Komposition, von der drogengeschwängerten Partywelt der Mädchen-Clique und ihren coolen Mackern hin zu dem phantastischen Inhalt, erinnern stark an „Der Nachtmahr„, was ja eine gute Referenz ist. Mir hat der Film ausgesprochen gut gefallen, ich war immer bei Mia und von ihrem Schicksal tief bewegt. Und die wunderschönen, märchenhaften Schlussbilder waren dann noch das letzte Tüpfelchen auf dem „i“.

Vultures – Island ist ein kalter Ort. Und in Filmen wie „Vultures“ sinkt die Temperatur gleich noch einmal um ein paar Grad. Eine klassische Gangstergeschichte die, wie ich nach dem Film von einem Bekannten lernte, auch schon mal im „Tatort“ abgehandelt wurde. Eine junge, polnische Frau wird als „Maultier“ genutzt und muss Dutzende mit Rauschgift gefüllt Kondome schlucken, um diese von Schweden nach Reykjavik zu schmuggeln. Dummerweise wird ihr auf dem Flug schlecht, und von da an geht alles den Bach runter.

Initiiert wird der Deal von zwei Brüdern. Einer ein respektabler, aber eiskalter Anwalt mit Geldproblemen. Der andere gerade aus dem Knast entlassen und kriminell, aber durchaus mit Herz. Letzterer soll die junge Frau als unsichtbarer Schatten begleiten. Natürlich macht er Fehler, natürlich geht nichts nach Plan. Am Ende muss er sich mit ihr in einem Hotel verstecken, wo sie die Ware auskotzen soll. Aber es kommt nichts raus. Ihr geht es immer schlechter, die Kotz-Prozedur wird immer schmerzhafter, immer quälender. Derweil zieht sich das Netz um Beide zusammen. Weil sie einfach zu viel Fehler gemacht haben, aber auch weil der Zufall es so will. Zum Schluss gibt es nur noch Opfer und ein wahnsinnig zynisches Ende.

„Vultures“ ist hart und ist seinen Figuren gegenüber absolut mitleidlos. Wer einen Fehler macht, wird dafür doppelt und dreifach bestraft. Reykjavik erscheint wie der schrecklichste und trostloseste Platz auf Erden. Hier gibt es keine Hoffnung auf Besserung. Jedes kleine Licht im Dunkeln, wie die Liebe der von Anna Próchniak mehr oder weniger stumm gespielten jungen Polin Sofia zu ihrem Kind, oder das langsam immer stärker werden Verantwortungsgefühl Atils (Baltasar Breki Samper), wird auf brutale Art und Weise ausgeblasen. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass es zumindest eine der Figuren hier irgendwie heraus schafft – aber wie soll das gehen? Wenn selbst die Polizei keine Mittel hat, um Gerechtigkeit walten zu lassen.

Fazit: Der diesjährige Jahrgang des Internationalen Filmfests Oldenburg war sehr stark. Richtige Ausfälle gab es keine und der einzige Film, durch den ich mich kämpfen musste hat auf andere – deren Meinung ich schätze – durchaus Eindruck gemacht. Auffällig war für mich zunächst, dass immerhin ein Drittel der von mir gesehenen, starken Filme von Frauen stammte. Kurz nachgerechnet sind das aber immer noch nur drei. Was aber wohl über dem Durchschnitt im Filmgeschäft liegt. Noch ein Grund mehr, den Machern in Oldenburg für ihren ausgezeichneten Geschmack zu danken. Ich freue mich auf jeden Fall schon wieder auf das nächste Jahr.

Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

Von , 3. Oktober 2018 18:18

Auch der zweite Tag in Oldenburg gestaltete sich sehr angenehm. War ich am Vortag fast ausschließlich im Theaterhof gewesen, dessen Bestuhlung für einen längeren Aufenthalt nicht gerade ideal ist, war ich diesmal zunächst im sehr viel bequemeren cineK/Studio.

The Boat – Eine sehr, sehr langsam erzählte, von Petrus Cariry inszenierte Metapher aus Brasilien, über den Einbruch der Zivilisation in ein eigentlich glückliches, sorgenfreies Leben und der damit einhergehenden Verlockung der Moderne und Sehnsucht nach der Ferne. Das ist toll fotografiert mit einem wunderbar suggestiven Soundtrack. Die Bilder des an den Strand klatschenden Meeres, der Männer die ein Fischernetz durch die Gischt ziehen – überhaupt die Landschaft, das Meer – sind überwältigend schön und kraftvoll. Allerdings trägt diese ganze Metapher im Grunde nur einen Kurzfilm von maximal 20 Minuten, danach läuft sich der Film auf der inhaltlichen Ebene tot. Dadurch ziehen sich die 72 Minuten Spielzeit an vielen Stellen gewaltig.

Darauf muss man bereit sein, sich einzulassen und die inhaltliche Ebene weitgehend außer Acht lassen. Denn die ständigen Weiter lesen 'Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2'»

Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1

Von , 2. Oktober 2018 12:27

Zum nunmehr bereits 25. Mal lud das Internationale Filmfest in Oldenburg ein.  Seit 2009 bin ich jetzt regelmäßig hier zu Gast, und noch nie bin ich enttäuscht nach Hause gekommen. Und so sollte es auch dieses Jahr wieder sein, welches zum entspanntesten Festivals der letzten Jahre wurde. Kein Stress, keine ausverkauften Filme, kein Gehetzte zwischen zwei Spielstätten und interessante, sympathische Gäste. Alles ganz easy und schnell geriet man in einen sehr angenehmen Flow. Unterstützt wurde dies in diesem Jahr auch wieder davon, dass ich mit vielen netten Menschen unterwegs war. Dass die Filme auch durch die Bank gut bis sehr gut waren (nur ein Film gefiel mir weniger, aber da war ich in der Minderheit) war dann natürlich das Sahnehäubchen. Ein in meinen Augen starker Jahrgang.

Los ging es im Casablanca. Mein Lieblingskino in Oldenburg und das mit Abstand bequemste. Leider bin ich hier in der Regel eher selten. Überhaupt verschlug es mich diesmal nur ein einziges Mal in diese Ecke von Oldenburg, den Rest des Festivals verbrachte ich in der Bahnhofstrasse, bequem zwischen Theaterhof und der Kulturetage pendelnd.

Is That You? – Vater, Mutter und Tochter wohnen in einem ärmlichen Haus irgendwo in der kubanischen Wildnis zusammen. Der Mutter ist es verboten das Haus zu verlassen. Ihre Füsse sind mit einem dünnen Band gefesselt, was es ihr unmöglich macht, sich anders als mit Tippelschritten zu bewegen. Der dominante und autoritäre Vater hat grunzenden Sex mit ihr und bestraft jedes kleine Aufbegehren. Die Tochter nimmt dies so hin, fragt den Vater ab und zu, ob die Mutter nicht wieder am Familienleben teilnehmen könne. Sie selber wird vom Vater geliebt und besucht mit ihm Baseballspiele und die Stadt. Als die Mutter einen Fluchtversuch versucht, spitzt sich die Lage zu.

Das kubanisches Familiendrama (eigentlich ein Kammerspiel mit vier Personen) entpuppt sich bald als psychologischer Horrorfilm, der einen immer mehr in den Bann zieht. Er Weiter lesen 'Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1'»

25. Internationales Filmfest Oldenburg: Bruce-Robinson–Retrospektive

Von , 22. August 2018 17:53

Ich finde es ja immer wieder spannend, wem das Internationale Filmfestival Oldenburg seine jährlich Retrospektive widmet. Vorherzusagen ist dies nie, oftmals habe ich die Künstler vorher nie so recht auf dem Schirm gehabt (Philippe Mora kannte ich z.B. in erster Linie als Regisseur vom Heuler *hihihihi* „The Howling 2“), aber ich habe hier immer wieder wunderschöne Entdeckungen gehabt. Neben erwähnten Mora waren das beispielsweise Ted Kotcheff oder George Armitage.

Auch 2018 gibt es wieder eine interessante Retrospektive und auch hier wäre ich nie darauf gekommen, wem sie gewidmet wird. Es ist der britische Autor und Regisseur Bruce Robinson‚ das „vernachlässigtes Genie des britischen Films“, wie in der Pressemitteilung zu lesen ist.

Robinson begann seine Karriere 1968 als Schauspieler in der Rolle des Benvenio in Zeffirelli’s „Romeo und Julia„. Darauf folgten Rollen in Ken Russells „The Music Lovers“, Truffauts „The Story of Adele H.“ und Carlo Lizzanis „Kleinhoff Hotel“.

In den 70ern begann er selber zu schreiben. Für seine Drehbuch zu „The Killing Fields“ erhielt er eine Oscarnominierung. Diese ermöglichte es Robinson bei der düsteren, quasi-autobiographischen Komödie „Whitnail and I“ Regie zu führen.

Robinsons zweiter Film, die Farce „How to Get Ahead in Advertising“ aus dem Jahre 1989, war durch das tiefe Misstrauen gegen das Establishment – allem voran Margaret Thatcher – geprägt.

Danach ging Robinson nach Hollywood und drehte den Thriller „Jennifer 8“ (1992) mit Uma Thurman und Andy Garcia . Hier war er auch wieder als Autor tätig. Hochzufrieden mit dem Ergebnis musste er dann mit ansehen, wie Paramount begann den Film nach mehreren Testscreenings zu verstümmeln. Robinson zog sich aus dem Filmgeschäft zurück und begann Romane zu schreiben.

Sechs Jahre später kehrte er als Drehbuchautor von Neil Jordans „In Dreams“ zurück und wurde erneut von den radikalen Änderungen desillusioniert, die vom Regisseur und den Produzenten vorgenommen wurden. Nur sein Freund Johnny Depp, konnte ihn 2011 aus seinem Film-Ruhestand holen, um Hunter S. Thompsons „The Rum Diaries“ zu adaptieren und noch einmal auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Hier hatte Robinson endlich wieder volle Kontrolle und Sicherheit-

Bruce Robinson wird während des gesamten Festivals in Oldenburg zu Gast sein und acht seiner Filme im Rahmen der ihm gewidmeten Retrospektive vorstellen. Die Retrospektive wird folgende Filme beinhalten: „Romeo and Juliet“ (1968), „The Story of Adele H“ (1975), „Kleinhoff Hotel“ (1977), „The Killing Fields“ (1984), „Withnail and I“ (1987), „How To Get Ahead in Advertising“ (1989), „Jennifer 8“ (1992) und „The Rum Diary“ (2011).

25. Internationales Filmfest Oldenburg: Die ersten Filme sind angekündigt

Von , 14. August 2018 22:11

Bald ist es wieder soweit! Die Filmfestival-Saison im Norden steht vor der Tür und wie jedes Jahr ist das Internationale Filmfest in Oldenburg für mich fest gebucht. Dabei möchte ich aber auch erwähnen, dass Unabhängige Filmfest Osnabrück, die Nordischen Filmtage in Lübeck, das Internationale Filmfest Norderney/Emden und das Braunschweig International Film Festival (wo ich dieses Jahr möglicherweise das erste Mal zu Gast sein werde) ebenso empfehlenswert und familiär sind – und das ideale cineastische Nest für die, denen Hamburg zu groß und unpersönlich ist. Seit Jahren schlägt mein Herz aber ganz besonders für Oldenburg, wo ich viele schöne Stunden verbracht und immer wieder nette Menschen getroffen habe. Darum freut es mich ungemein, dass heute die ersten Programm-Highlights veröffentlicht wurden.

Die Filmbeschreibungen übernehme ich einmal 1:1 aus der Pressemitteilung und versehe sie mit meinen eigenen Anmerkungen (in kursiv)

Unforgiven, RUS 2018, von Sarik Andreasyan
Russlands Regiesuperstar Sarik Andreasyan erzählt die zutiefst traumatische, wahre Geschichte des Osseten Vitaliy Kaloev, der bei der Flugzeugkatastrophe von Überlingen seine Familie verliert. Der Schmerz darüber und die Ohnmacht angesichts der Abwesenheit von Empathie und Reue der Verantwortlichen führt in eine zweite Katastrophe. Nachdem Andreasyan mit „Guardians“ Russlands Antwort auf die Marvel Superheldenfilme auf die Leinwand gebracht hat, zeigt er sich in „Unforgiven“ als Virtuose des Schauspielerkinos ohne Scheu vor überlebensgroßen Emotionen. EUROPAPREMIERE – Klingt interessant und der russische Film war bisher in Oldenburg ziemlich unterrepräsentiert. Der Regisseur sagt mir jetzt nichts, scheint aber in Russland tatsächlich eine große Nummer zu sein, der einige erfolgreiche Unterhaltungsfilme gedreht hat. Das zugrundeliegende Drama ist mir noch sehr präsent, und ich bin gespannt, in welcher Form der Film dies aufbereitet.

The Boat, BRA 2018, von Petrus Cariry
Es scheint, als ob das Kino für solche Geschichten erfunden wurde. Mit einer visuellen Energie, die seinesgleichen sucht, erzählt der preisgekrönte brasilianische Filmemacher Petrus Cariry eine Story von archaischer Wucht. Ein Strand, ein Fischerdorf, das Meer und die Sehnsucht der jungen nach dem Unbekannten. Als ein Boot strandet und die geheimnisvolle Ana an Land gespült wird, droht
der Mikrokosmos aus Genügsamkeit, Disziplin und uneingeschränktem Zusammenhalt zu implodieren. Ein mitreißender Film voller grandioser Momente, hypnotisch und visuell berauschend. EUROPAPREMIERE – Meer, Strand, Geheimnis. Das sind Zutaten, die bei mir immer gehen. Die IMDb-Bewertung sieht auch gut aus. Der Film ist schon einmal vorgemerkt.

Angst in meinem Kopf, GER 2018, von Thomas Stiller
Die Geschichte einer Justizvollzugsbeamtin, die sich zwischen Familienleben und Job emotional verausgabt. Das Zuhause ist geprägt von Distanz und wirtschaftlichen Zwängen. Ihre Versuche, den Mangel an Empathie im Knast auszugleichen, bringen sie in eine gefährliche Schieflage zwischen falschem Vertrauen und der Sehnsucht nach menschlicher Wärme. Thomas Stiller erzählt eine Story,
die ihre Kraft ganz aus den guten Darstellern, allen voran Charly Hübner und Claudia Michelsen, und der bedrückenden Erkenntnis bezieht, dass Gefangensein keineswegs verschlossener Türen und Gitterstäbe bedarf. WELTPREMIERE – Thomas Stiller ist TV-Regisseur, der einige „Tatorte“ gedreht hat. „Angst in meinem Kopf“ ist auch ein TV-Film. Klingt thematisch interessant, ich habe bei so etwas immer etwas die (vielleicht unbegründete) Befürchtung, es wird zu brav und in TV-Optik inszeniert. Mal gucken.

All Square, USA 2018, von John Hyams
Nach einem One-Night-Stand mit einer Ex findet sich der von Michael Kelly wunderbar lakonisch verkörperte Loser John mit derem 12jährigen Spross allein zu Hause. Mehr aus schlechtem Gewissen über die seltsame Begegnung bietet John dem Jungen an, ihn zum Baseballspiel zu bringen. Die beiden freunden sich an und John kommt die glorreiche Idee, Wetten auf Minor League Spiele anzubieten. Was als Goldgrube beginnt, bringt schnell das ganze Städtchen ins Taumeln. Actionregisseur John Hyams wechselt mit leichter Hand ins Kömodienfach und gewann beim SXSW Festival direkt den Publikumspreis. DEUTSCHLANDPREMIERE – Holla: John Hyams! Sohn des großen Peters! In meiner Filterblase als Erneuerer des intelligenten und archaischen Actionfilms vergöttert. Da ist es sehr spannend, ob er auch Komödie kann. Würde ich einen Blick wagen. Vielleicht erneuert er das Genre Komödie ja genauso radikal, wie den Actionfilm.

Temporary Difficulties, RUS 2018, von Mikhail Raskhodnikov
Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt „Temporary Difficulties“ die Geschichte eines mit Kinderlähmung geborenen Jungen, der sich allen Nachteilen zum Trotz zu weltweiter Anerkennung erhebt. Kraftvoll angetrieben durch den russischen Star Rinal Kovalev und dessen eindringliche Darbietung des Vaters markiert dieser zweite Spielfilm von Autor/Regisseur Mikhail Rashodikov den Anbeginn einer neuen Stimme und Stärke im unabhängigen Kino. Herzzerreißend und inspirierend –dieses authentische Porträt des Überlebens ist eine Liebeserklärung an das Leben. INTERNATIONALE PREMIERE – Oha, noch ein russischer Film. „Herzzerreißend“ warnt mich eigentlich vor a) Kitsch und b) Tränendüse. Andererseits kann es aber auch ein sehr positiver und inspirierender Film sein. Und mich würde auch interessieren, wie solch ein Stoff in Russland umgesetzt wird. Mal im Auge behalten.

IVAN, SVN 2017, von Janez Burger
Aus Slovenien kommt ein ehrliches sowie brutales Portät von Liebe, Mutterschaft und Leben. Die mit dem EFP Shooting Star ausgezeichnete Marusa Majer fesselt das Publikum mit ihrer Darstellung Maras, einer blauäugigen und frischgebackenen Mutter, die wie besessen von Rok, einem verheirateten Geschäftsmann und Vater ihres Neugeborenen Ivan, ist. Gefangen zwischen zwei Fronten, befindet sie sich in einer unerträglichen Situation: Sie muss sich zwischen ihrem Kind und der Liebe ihres Lebens entscheiden. DEUTSCHLANDPREMIERE – Slowenien ist als Filmland prinzipiell sehr interessant. Beim Thema muss ich allerdings mal gucken. Geschichten mit Kinder wo es heißt „sie muss sich zwischen ihrem Kind und der Liebe ihres Lebens entscheiden“ sind nichts für einen Familienmenschen wie mich. Um ehrlich zu sein, beim lesen der Inhaltsangabe nervt mich die Mara schon jetzt.

Mandy, USA 18, von Panos Cosmatos
Pazifischer Nordwesten. 1983. Außenseiter Red Miller, gespielt von Oscar-Gewinner und Oldenburger Star of Excellence-Empfänger Nicolas Cage, führt ein liebevolles und friedliches Leben mit seiner Partnerin Mandy Bloom (Amanda Riseborough). Doch als ihr idyllisches Dasein brutal durch eine Sekte und dessen sadistischer Anführer Jeremiah Sand zerstört wird, bleibt Red nichts anderes übrig als sich auf einen albtraumhaften, blutigen und feurigen Rachefeldzug zu begeben. Schon in Sundance gefeiert, ist dies der gewagteste und spannendste Genre-Film des Jahres. – Eigentlich ein absolutes Muss, vor allem da mit Cosmatos „Beyond the Black Rainbow“ schon öfter sehr ans Herz gelegt wurde, Andererseits läuft der später auch noch zu anderen Gelegenheiten. Daher mal schauen, wie es passt.

Write When You Get Work, USA 2018, von Stacy Cochran
Als sie 10 Jahre nach der gemeinsamen Highschool Romanze wieder Kontakt zueinander aufnehmen, liegen zwischen Ruth Duffy und Jonny Collins, gespielt von den aufstrebenden Stars Finn Wittrock („The Big Short“, „Unbroken“) und Rachel Keller („Fargo“), Welten. Jonny, völlig von Ruth eingenommen, beginnt ihr Leben zu infiltrieren auf der Suche nach Liebe und Profit. Die Geschichte der bereits mit dem Oldenburger Tribute geehrten Stacey Cochran erzählt von Geld, Unheil und Ansprüchen, wurde von Oscar-Gewinner Robert Elswit gefilmt und sollte absolute nicht verpasst werden. INTERNATIONALE PREMIERE – Kann was sein, kann nichts sein. Kann ich aufgrund der Inhaltsangabe nicht so recht beurteilen. Mal vorsichtig vormerken.

Ray Meets Helen, USA 2017, von Alan Rudolph
15 Jahre nach seinem letzten Film kehrt der Regisseur von jungen Klassikern wie „Chose me – sag Ja“ oder „Trouble in Mind“, Alan Rudolph, mit einem neuen Film auf die Leinwand zurück. Mit Sondra Locke und seinem Lieblingsdarsteller, dem Oscarpreisträger Keith Carradine, hochkarätig besetzt, erzählt er die Geschichte des ehemaligen Boxers Ray und der einsamen Helen, die beide ihren verlorenen Träumen hinterher jagen. Die New York Times feierte Rudolphs Rückkehr auf die Leinwand als „wunderbar, magisch menschlich“ und bescheinigte Rudolphs Filme eine „wehmütige Raffinesse, die aus dem heutigen Kino fast völlig verschwunden ist“. EUROPAPREMIERE – Die ganz junge Sondra Locke – Eastwoods Muse in den 70ern und frühen 80ern – habe ich gerade in „Willard“ gesehen. Und noch gedacht: Lange nichts gehört. Könnte schlimmer Kitsch sein oder so ein Film, der sich unverfroren an das Publikum ran schleimt. Danach klingen die Zitate. Und die IMDB-Beweetung. Andererseits Keith Carradine und Sondra Locke würde ich ja schon gerne sehen.

The Private Life of a Modern Woman, USA 2017, von James Toback
Am Anfang steht Hieronymus Boschs „Garten der Lüste“, das als Triptychon die Wand von Vera Lockmans hippen New Yorker Loft schmückt. Und ein Traum, aus dem Vera hofft, gerade erwacht zu sein. Im Laufe des Films wird diese Hoffnung ein ums andere Mal hinterfragt. Hat sie ihren Ex im Handgemenge mit seiner eigenen Pistole erschossen? James Toback variiert Themen seines Schaffens und wieder setzt er sehr sensibel eine Frauenfigur in das Zentrum des Geschehens. Der Film gehört ganz und gar der großartigen Sienna Miller, neben ihr beindrucken Alec Baldwin und Charles Grodin mit intensiven Momenten. DEUTSCHLANDPREMIERE – Ach Du Kacke, James Toback. Schwieriges Thema mit diesem Menschen. Ich hoffe, der taucht nicht in Oldenburg auf. Mehr über den feinen Herren hier: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/sexuelle-belaestigung-mehr-als-200-vorwuerfe-gegen-james-toback-15265772.html und hier: https://www.hollywoodreporter.com/heat-vision/guardians-galaxy-director-james-gunn-says-he-tried-warn-people-james-toback-1051047

Holiday, DEN/ TUR 2018, von Isabella Eklöf
In der Urlaubsvilla ihres Freundes, ein berüchtigter Drogenbaron, taucht Sascha, jung und wunderschön, in den wilden Strudel aus Luxus, Spaß und Losgelöstheit ein. Trotz hedonistischen Taumels offenbart sich der brutale Schmerz und sie muss erschreckend feststellen, dass alles seinen Preis hat. In ihrem bereits in Sundance gefeierten Spielfilmdebüt kreiert Isabella Eklöf sonnendurchflutete Bilder von eisiger Kälte und hinterlässt den Zuschauer mit einem unbehaglichen Staunen. DEUTSCHLANDPREMIERE – Klingt erst einmal interessant, kann aber auch sehr nervig sein, wenn sich die Hauptfigur als nervende Göre (immerhin ist sie wissentlich mit einem Drogenbaron zusammen und findet das scheinbar ganz, ganz toll) entpuppen sollte. Hedonistischer Rausch klingt aber irgendwie auch wie ein Klaus-Lemke-Film. In der IMDb steht noch was von „Triangle“, was auch Noir-mäßig sein könnte. Ich weiß noch nicht…

Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 3

Von , 28. Oktober 2017 12:15

Erstmals war ich auch an einem Sonntag in Oldenburg. Die Jahre zuvor hatte ich auf diesen Tag immer verzichtet, um mich Zuhause von dem Film-Marathon zu erholen, bevor es Montags wieder ins Büro geht. Diesmal aber hatte ich den Sonntag schon für R.P. Kahls „A Thought of Ecstasy“ reserviert, für den es ja zu meiner großen Enttäuschung aber keine Karten mehr gab. Da jetzt der Sonntag schon einmal fest eingeplant war, disponierte ich eben um. Und als ich sah, dass noch einmal „Junk Head“ lief, den ich zuvor verpasst hatte, war klar, wie mein neuer Plan aussah. Unterwegs war ich wieder mit einem Weird-Xperience-Partner Stefan, der diesmal auch die Chauffeurs-Rolle übernahm. In Oldenburg trennten wir uns dann, den während ich mich für den irischen Gefängnisausbruchs-Film „Maze“ im cineK-Studio entschieden hatte, ging Stefan in den indonesischen Film „Marlina the Murderer in Four Acts“, was im Nachhinein auch die bessere Wahl war, obwohl „Maze“ nun wahrlich nicht schlecht war.

MAZE – „Maze“ beruht auf wahren Ereignissen und zeigt den Massenausbruch von 38 IRA-Kämpfern aus einem britischen Hochsicherheitsgefängnis. Wenn man so will, könnte man „Maze“ als so etwas wie das Sequel zu Steve McQueens preisgekrönten Drama „Hunger“ bezeichnen, denn er schließt direkt an die dort gezeigten Ereignisse an. Die Hauptfigur Larry Marley, welche in der Folge das Mastermind hinter dem Ausbruch werden soll, gehörte nämlich ebenfalls zu den IRA-Kämpfern, die sich in britischer Haft zu Tode gehungert haben. Nur, dass Marley diese Aktion überlebte, weshalb er an großen Schuldgefühlen leidet und Opfer gezielter Beleidigungen sowohl der britischen, als auch der irischen Seite wird. Denn nach seiner Einlieferung in das Hochsicherheitsgefängnis, muss er feststellen, dass britische und irische Häftlinge in einem Block untergebracht sind, was zu massiven Streitigkeiten und Spannungen führt.

Regisseur Stephen Burke nimmt dies aber nicht zum Anlass für spektakuläre und blutige Szenen, sondern inszeniert seine Geschichte ruhig und manchmal etwas unterkühlt. Dabei konzentriert er sich ganz auf die Beziehung zwischen dem brillant von Tom Vaughan-Lawlor verkörperten Larry Marley und dem Gefängniswärter Gordon Close, den Marley skrupellos für seine Zwecke ausnutzt. Wobei Weiter lesen 'Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 3'»

Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

Von , 27. Oktober 2017 06:41

Der zweite Tag auf dem 24. Internationalen Filmfest Oldenburg begann weitaus ruhiger als der chaotische Vortag. Diesmal war ich allein unterwegs, aber so früh in Bremen losgefahren, dass mich selbst die langwierige Parkplatzsuche nicht aus der Ruhe bringen konnte. Schnell wurden noch die letzten Tickets gekauft, dann glitt ich ganz entspannt in den Kinosessel des kleinen cineK Muvi, um mit einem amerikanischen Independent-Film in den Tag zu starten.

A VIOLENT MAN – „A Violent Man“ ein Film, der irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Ein kleiner B-Film, ein Neo-Noir, ein Film, der in den 40er Jahren wohl als Double-Feature gelaufen wäre. Regisseur Matthew Berkowitz nahm sich dann auch seinen Lieblings-Noir „Ein einsamer Ort“, ebenso wie Fitz Langs „Strasse der Versuchung“ (von dem im Film dezent ein Plakat platziert wurde) zum Vorbild, und lässt lange offen, ob nun sein beschädigter Held nun Opfer oder Täter ist. Angesiedelt hat er seinen Film ganz klassisch in der undurchsichtigen Welt des Boxsports, die upgedated als Mix Martial Arts (MMA). Ein MMA-Fighter wird in die schmutzige Welt hinter den Kulissen hineingezogen und in den Mord an einer Journalistin verwickelt, den er eventuell selber begangen hat oder auch nicht. Er kann sich nach einer Nacht voller Alkohol und Sex daran nicht recht erinnern.

Im Grunde ist „A Violent Man“ ist die prototypische Geschichte eines lächerlichen Mannes, der glaubt alles im Griff zu haben und sich doch sein Leben durch allzu selbstsicheres Verhalten und grenzenlose Naivität selber kaputt macht. Ein Coup ist Regisseur Berkowitz mit der Besetzung der Hauptrolle gelungen, MMA-Kämpfer Ty wird von Ex-Football-Star Thomas Q. Jones gespielt, der in dieser Rolle einerseits wie ein netter Teddybär wirkt, andererseits aber auch sehr dunkle Seiten durchscheinen lässt, die den Zuschauer immer wieder zwischen großer Sympathie für den netten Kerl und Abgestossenheit vor der muskelbepackten Kampfmaschine mit ihren plötzlichen Gewaltausbrüchen und ihrer seltsamen Unehrlichkeit schwanken lässt.

Jones gelingt es perfekt die Ambivalenz dieses typischen Noir-Charakters zu verkörpern. Jederzeit trauen wir ihm den Mord zu, fiebern aber trotzdem mit Weiter lesen 'Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2'»

Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1

Von , 26. Oktober 2017 17:45

Und wieder Oldenburg! Das ganze Jahr schon habe ich mich auf die tollen Tagen auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg gefreut, die ich dieses Jahr erstmals auf ganze drei (Freitag, Samstag und Sonntag) ausgedehnt hatte. Freitag ging es frühzeitig mit meinem Weird-Xperience-Kollegen Stefan los. Bloß nicht wieder so in Stress kommen, wie in den Vorjahren. Wie immer hatte ich mir im Vorfeld einen ausgeklügelten Plan erstellt, welche Filme ich wann schauen wollte, damit man ein Maximum an interessanten Filmen ohne irgendwelchen Leerlauf mitnehmen konnte. Ein besonderes Augenmerk legte ich dieses Jahr dabei auf die Spielstätten, um einen nächtlichen Dauerlauf vom Casablanca ins cineK möglichst zu vermeiden. Wie oben geschrieben: Es sollte diesmal alles ruhig und entspannt vonstatten gehen.

Aber wie das immer so ist: Am Ende kommt es dann doch wieder alles ganz anders. So war der Start ins 24. Internationale Filmfest Oldenburg nicht nur ausgesprochen holprig, sondern auch extrem frustrierend, was am unglücklichen Zusammenspiel mehrerer Faktoren lag. Als ich im Möbelhaus Rosenbohm welches nun schon zum dritten mal als Pressezentrum des Filmfests diente, die Karten für die vor mir liegenden Tage holen wollte, musste ich erfahren, dass es für den Film „Never Here“, auf den ich mich sehr gefreut hatte, online zwar keine Karten mehr gäbe, ich aber noch Karten in der Filmfestzentrale im Café Käthe bekommen könnte. Also flugs auf den Weg gemacht. Da ich auf dem Weg zum Café Käthe eh an der Kulturetage (wo das cineK mit zwei Sälen beheimatet ist) vorbei kam, versuchte ich zunächst dort mein Glück. Allerdings teilte man mir dort mit, dass die Kasse noch nicht geöffnet sei und eh noch niemand vom Filmfest-Team da sei. Ich könne aber warten. Na, da also eben zum Café Käthe, wo mich gleich zwei große Ernüchterungen erwarteten: Zum einen gab es auch dort keine Karten für „Never Here“ (die gäbe es nur in der Kulturetage und man wunderte sich, weshalb mir beim Pressecenter gesagt wurde, ich solle mir die Karten hier holen) und zum anderen musste ich erfahren, dass der Film „A Thought of Ecstasy“ von R.P. Kahl, den wir auf seine Eignung für Weird Xperience abklopfen wollten, in der unzensierten Fassung bereits ausverkauft war. Das brachte dann meinen ausgeklügelten Plan mal eben zum Einsturz. Nun im Galopp zurück zur Kulturetage.

Dort angekommen ging erst mal gar nichts, weil der Laptop für den Kartenverkauf nicht funktionierte. Naja, da noch gut eine ¾ Stunde Zeit war, war das ja nicht so schlimm. Doch bald begann die Uhr dann doch langsam runter zu ticken. Die zunächst sehr freundliche, wenn auch in dieser Situation recht hilflose junge Dame vom Filmfest, rief sogar auf meine Bitte irgendwo an, um festzustellen, ob es überhaupt noch Karten gäbe. Ja, es gäbe noch ein Kontingent von sechs Karten, aber da käme sie noch nicht ran – weil ja der Laptop kaputt wäre. Also beschloss ich weiter zu warten und nicht kurzfristig umzudisponieren, was da noch möglich gewesen wäre. Als ein neuer Laptop gebracht und angeschlossen wurde, hieß es dann, diese sechs Karten wären noch nicht freigeben. Dann hieß es plötzlich, die Karten wären für Schauspieler und die Macher des Filmes reserviert, falls die kommen würden. Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass plötzlich sechs Leute, die an „Never Here“ beteiligt waren, auftauchen, geschweige denn so viele überhaupt in Oldenburg wären, war ich noch guter Dinge. Fünf Minuten vor der Vorstellung waren immer noch keine Karten freigeben. Fünf Minuten NACH Vorstellungsbeginn, kam dann ein junger Mann und meinte, das kleine cineK Muvi sei jetzt voll, und es würde keiner mehr reingelassen. Für meinen Wutausbruch möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen, aber das musste da einfach raus, nachdem ich fast eine Stunde geduldig gewartet hatte. Die Leute in der Schlange hinter mir waren über diese Entwicklung der Dinge ebenfalls nicht sonderlich erfreut und recht missmutig. Immer noch stark verärgert nahm ich ein Ticket für den einzigen Film, der nun noch machbar war zu gucken: Der mir gänzlich unbekannte „Morgen“, den ich bei meinen Planungen scheinbar sehr frühzeitig ausgeschlossen hatte und der jetzt im größeren cineK Studio lief.

MORGEN – Nach dieser für mich doch sehr frustrierenden und auch nervenaufreibenden Vorgeschichte, hatte „Morgen“ natürlich erst einmal schlechte Karten. Zumal ich durch den ganzen Ärger auch noch den Filmbeginn verpasst hatte. „Morgen“ wurde von einem fünfköpfigen Regiekollektiv (Amina Krami, Angela Queins, Felix Giese, Jan Gilles und Nola Anwar) gedreht und hat ein ziemlich interessantes Thema. Ein Dorf soll dem Erdboden gleichgemacht werden, da das Gebiet zum Braunkohleabbau gebraucht wird. Das kommt im Ruhrpott wohl tatsächlich häufiger mal vor. Die Bewohner werden dann auf Staatskosten umgesiedelt. Der Film begleitet nun einige Bewohner dieses Dorfes. Das alles ist natürlich auch eine große, kraftvolle Metapher auf das Thema Abschied als solches. Abschied von geliebten Menschen, von Erinnerungen, von der Kindheit, von der Familie.

Die mir bislang unbekannten Schauspielern machten ihre Sache ausgesprochen gut und spielten sehr authentisch. Teilweise fanden die Filmemacher (von denen jeder für einen Erzählstrang verantwortlich war, erst im Schnitt kamen wieder alle zusammen) starke Bilder, die wirklich Kino und kein verkapptes Fernsehen sind. Vor allem muss man hervorheben, dass der Film sehr unaufgeregt und nicht überambitioniert, sondern souverän inszeniert wurde. Allerdings gibt es in „Morgen“ leider auch ein eklatantes Manko. Die Filmemacher scheinen so tief drin in ihren Geschichten und Figuren gewesen zu sein, dass oftmals vergessen haben zu erklären, wer die Figuren sind, denen man hier folgen soll. Auch ihr Verhältnis zueinander wird, ebenso wie ihre Sorgen Weiter lesen 'Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1'»

24. Internationales Filmfest Oldenburg: Noch mehr Filme und Lou Diamond Philipps kommt!

Von , 2. September 2017 19:38

Noch knapp zwei Wochen bis es losgeht in Oldenburg. Noch steht der Programmplan nicht, aber es wurden bereit weitere Filme angekündigt, die sich ebenfalls sehr vielversprechend anhören. Highlight ist dabei natürlich der neue Kitano. „Midnighters“ und „Never Here“ klingen aber auch nicht schlecht.

Lou Diamond Phillips

Zudem wurde wieder ein Hollywood-Star angekündigt. Zumindest ein ehemaliger. Lou Diamond Philipps wird nach Oldenburg kommen, um gemeinsam mit Regisseur Santiago Rizzo seinen neuesten Film „Quest“ als Weltpremiere zu präsentieren. Der Junge war Ende der 80er/Anfang der 90er eine echt Hausnummer. Eigentlich schade, dass man im neuen Jahrtausend kaum noch was von ihm gehört hat. Berühmt geworden ist er mit der Hauptrolle im Ritchie-Valens-Biopic „La Bamba“(der auch in Oldenburg gezeigt wird). Danach gehörte er um die junge Gang aufstrebender Schauspieler wie Kiefer Sutherland und Emilio Estevez. Irgendwie habe ich das Gefühl, in den frühen 90ern konnte man nicht in eine Videothek gehen, ohne sein Gesicht auf einer VHS-Hülle zu sehen. 1996 zog er sich dann mehr auf die Theaterbühne zurück. In den folgenden Jahren spielte er in einigen TV-Serien und gewann 2009 die US-amerikanische Version von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“.

Hier nun noch – Text frech aus der Pressemitteilung kopiert – die weiteren Filme.

Alte Jungs, LUX 2016, von Andy Bausch
DEUTSCHLANDPREMIERE

Der offizielle Abschlussfilm des Festivals ist die luxemburgische Komödie »Alte Jungs«. Die vier Rentner Fons, Lull, Nuckes und Jängi haben den Kanal voll von der ständigen Bevormundung im Altenheim. Also raufen sich die vier wilden Hunde aus der Seniorenresidenz zusammen und schmieden Pläne, die den alten 68er Geist zum Leben erwecken. Regisseur Andy Bausch (»Troublemakers«) ist der erfolgreichste Filmemacher Luxemburgs und besticht in seinem neusten Streifen mit charmantem Witz und einer erfrischend anderen Sichtweise auf das Älterwerden. Der größte luxemburgische Kassenschlager des Jahres ist zugleich der erste, der auch bundesweit in den deutschen Kinos startet – ab dem 14. Dezember 2017 bringt Camino Film »Alte Jungs« auf die deutschen Kinoleinwände.

Winter Brothers, DK, ISL 2017, von Hlynur Palmason
DEUTSCHLANDPREMIERE

Winter Brothers erzählt die Odyssee zweier ungleicher Brüder und Arbeiter in einer Kalksteinmine in der dänischen Einöde im tiefsten Winter. Der Jüngere, Emil, ist alles, was sein Bruder der gutaussehende Charmebolzen Johan nicht ist. Ein Außenseiter, der nur durch den Fusel, den er aus geklauten Chemikalien brennt ein wenig Anerkennung der Kumpels erhaschen kann. Als Johan mit Ana, Emils Objekt der Begierde eine Affäre beginnt, entlädt sich das ohnehin schon gespannte Verhältnis zwischen den Brüdern wie eine Lawine. Das Drama des preisgekrönten isländischen Regisseurs Hlynur Pàlmason gewann bei der Premiere in Locarno vier Preise, unter anderen den Best Acting Award für Elliott Crosset Hove in der Rolle des nach Liebe und Anerkennung lechzenden Emil.

Midnighters , USA 2017, von Julius Ramsay
INTERNATIONALE PREMIERE

Lindsay und Jeff sind leicht alkoholisiert auf dem Heimweg von einer Silvesterparty und überfahren einen Mann. In Angst ob der Konsequenzen, beschließen die beiden, die vermeintliche Leiche verschwinden zu lassen. Doch es stellt sich heraus, dass der Mann gar nicht tot ist und ihr Aufeinandertreffen kein Zufall. Julius Ramsay, der als Regisseur einiger Episoden der Kultserie The Walking Dead bereits viel Aufmerksamkeit erregte, und Bruder Alston Ramsay haben drei Jahre lang an der Realisierung ihres Spielfilmdebüt gearbeitet.

Outrage Coda, J 2017, von Takeshi Kitano
DEUTSCHLANDPREMIERE

Der Staub des Krieges zwischen den Yakuzafamilien der Sanno und der Hanabishi hat sich gelegt. Die Überlebenden vegetieren in ihrem, längst dem Alltag angepassten, Leben dahin und selbst der ehemalige Yakuzaboss Omoto arbeitet jetzt als Handlanger. Doch der Schein trügt und bereits ein kleiner Funke reicht aus, damit sich Omoto wieder erhebt, um den Machtkampf erbitterter Rivalen zu entfachen und die Fehde zwischen den beiden Familien ein für alle Male zu beenden.Outrage Coda feierte seine Weltpremiere als Abschlussfilm in Venedig. Mit dem letzten Kapitel seiner Outrage Triologie entführt der preisgekrönte Regisseur Takeshi Kitano das Internationale Filmfest Oldenburg nun zum dritten Mal in die verdrehte, chaotische Welt der berüchtigten japanischen Mafia.

Never Here, USA 2017, von Camille Thoman
INTERNATIONALE PREMIERE

Künstlerin Miranda dokumentiert das Leben fremder Menschen für ihre Kunst. Eines Nachts ist es aber ihr heimlicher Liebhaber, der aus ihrem Apartment heraus ein Verbrechen beobachten kann. Um seine Identität zu schützen, geht Miranda an seiner Stelle zur Polizei und mimt die Hauptzeugin. Sie beschreibt ein Verbrechen, das sie selbst nicht gesehen hat. Für die Künstlerin beginnt ein spannendes Spiel um vertauschte Identitäten, geradezu die Essenz ihres Werkes und ihrer Sehnsüchte. Sie beginnt sich auf die Fährte des Mannes zu setzen, den ihr Liebhaber für den Täter hält. Neben Mireille Enos fasziniert ein letztes Mal der wunderbare Sam Shepard.

24. Internationales Filmfest Oldenburg: Die ersten Filme und Retrospektive

Von , 16. August 2017 16:49

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus! Es ist ja kein Geheimnis, dass ich ein großer Freund des Internationalen Filmfests in Oldenburg bin, wohin es mich jedes Jahr aufs Neue zieht. Zwar würde ich gerne auch mal die Festivals Norderney/Emden, Braunschweig, Osnabrück oder sehr gerne auch mal wieder Lübeck besuchen, aber als berufstätiger Familienvater muss man sich da leider (noch immer) einschränken, und aufgrund meiner vielen anderen zeitraubenden Aktivitäten ist dann eben derzeit nur ein Filmfest im Jahr drin. Umso größer meine Freude, dass das Oldenburger Filmfest – welches immer einen familiären Charakter hat, bei dem ich mich wohl fühle – jedes Jahr wieder ein sehr vielversprechendes und überraschendes Programm aus dem Hut zaubert. Da braucht es dann auch keinen Superstar wie Nicolas Cage, um mich glücklich zu machen.

Edward R. Pressman

Wie immer war ich gespannt, wem die diesjährige Retrospektive gewidmet sein wird. In der Vergangenheit hat gerade die Retro bei mir zu wunderbaren Entdeckungen geführt (George Armitage! Philippe Mora!!). Dieses Jahr wird erstmals ein Filmproduzent mit einer Retrospektive geehrt. Der Name Edward R. Pressman sagte mir jetzt erstmals nicht, aber ein Blick auf die von ihm produzierten Filme lässt die Augen größer werden und das Herz schneller schlagen: „Badlands“ (1973), „Phantom of the Paradise“ (1974), Wall Street (1987), „Bad Lieutenant“ (1992), „The Crow“ (1994), „American Psycho“ (2000), „Thank you for Smoking“ (2006). Laut der Pressemitteilung blickt „der gebürtige New Yorker auf eine inzwischen 50jährige Karriere zurück, in der er seit 1967 über 80 Kinofilme produzierte und zahlreiche Ehrungen erhielt. Als einer der ganz wenigen Produzenten in den USA, der seine Projekte mit Leidenschaft und Herz begleitet, hat Pressman Filme ermöglicht, die im kommerziellen System Hollywoods ohne ihn kaum entstanden wären. Künstlerisch ebenso ambitionierte wie eigensinnige Filmemacher wie Terence Malick, James Toback Abel Ferrara oder auch Brian de Palma konnten erste Filme umsetzen, die dann künstlerisch nachhaltig das amerikanische Kino berührt haben und ohne Pressman kaum denkbar wären. Ed Pressman wird während des gesamten Festivals in Oldenburg zu Gast sein und 8 seiner Filme im Rahmen der ihm gewidmeten Retrospektive vorstellen“.

Auch die ersten Programmhighlights wurden bekanntgegeben. Und die klingen alle sehr vielversprechend. Insbesondere die beiden Filme des mir bisher unbekannten Simon Rumley habe ich schon mal auf meine persönliche „Guck-ich“-Liste gesetzt. Aber auch „Junk Head“, „Touched“ und „A Violent Man“ haben bereits mein Interesse geweckt.

A Violent Man, USA 2017, von Matthew Berkowitz

Als der noch unbekannte MMA-Fighter Ty Matthews als Sparringspartner den bis dato unbesiegten Champion zu Boden bringt, bringt ein heimlich gefilmtes Video sein Leben auf einen Schlag durcheinander. Das Video geht viral und es dauert nicht lange, bis Ty zum heimlichen Star der Branche wird und ihm ein Meisterschaftskampf winkt. Als die Reporterin, die seine Geschichte
groß rausbringen will, tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, gerät er unter Verdacht. Ihm bleibt nichts über als zu kämpfen – um die Liebe seines Lebens, seine Unschuld, seine Freiheit. Regisseur
Matthew Berkowitz hat eine mutige und ungewöhnliche Besetzung vor die Kamera geholt. Ex-Football-Spieler Thomas Q. Jones (bekannt aus „Straight Outta Compton“), UFC Hall of Fame-Legende Chuck Liddell sind ebenso wie Denise Richards neben Charakterdarstellern wie Bruce Davison und Isaac de Bankolé zu sehen. WELTPREMIERE

Bernard & Huey, USA 2017, von Dan Mirvish

Zwei alte Freunde, wieder vereint. Die Comicfiguren vom Pulitzerpreisträger Jules Feiffer erwachen in der Komödie vom preisgekrönten Regisseur und Slamdance Mitbegründer Dan Mirvish zum Leben. Oscargewinner Jim Rash verkörpert Bernhard, der als erfolgreicher New Yorker Junggeselle den Frauen die Köpfe verdreht bis sein alter Freund Huey, Saturday Night Live Komiker David Koechner, wieder in sein Leben tritt. Die beiden Männer fallen zurück in alte Muster, Frauen aus dem Leben des jeweils anderen aufzureißen. Eine Komödie über zwei Männer, die sich selbst finden, während sie sich gegenseitig um den Verstand bringen. WELTPREMIERE

Crowhurst, UK 2017, von Simon Rumley

Inspiriert von einer wahren Geschichte erzählt Regisseur Simon Rumley die Geschichte von Donald Crowhurt, einem 35-Jährigen vierfachen Vater, der in See sticht um eine der letzten großen Abenteuer des 20. Jahrhunderts anzutreten – das Sunday Times Golden Race um die Welt. Der Geldpreis verspricht die Lösung aller Probleme des einfaches Elekronikers, und so schlägt der unerfahrene Segler alle Bedenken in den Wind und setzt die Segel. Eine wahre Geschichte, die Simon Rumley mit dem ihm eigenen Sinn für die dunkle und bizarren Abgründe im menschlichen Wesen umsetzt. Eine Reise in absolute Einsamkeit die sich immer weiter vom Kurs der Ratio entfernt. Simon Rumleys Kultstatus der Genre- und Underground Fans wird hier mit einer neuen Facette seiner Erzählkunst bereichert. WELTPREMIERE

Fashionista, USA 2017, von Simon Rumley

Das Leben der Secondhandladen-Besitzerin April zerbricht, als sie herausfindet, dass ihr Ehemann eine Affäre mit ihrer Mitarbeiter hat. Um Vergeltung zu üben, beginnt April ihrerseits daraufhin ein Verhältnis mit einem reichen Playboy, einem narzisstischen Kontroll-Freak mit extremen sexuellen Vorlieben. Sie flieht sich in ihre fast fetischartige Sucht nach „Fashion“ – und das nicht nur auf Kosten ihres Verstandes. Simon Rumley trägt ein grassierendes Phänomen unserer Zeit in das Genrekino und erzählt die Geschichte eines Fashion-Victims als tragische Fetisch Lovestory. Seine Hauptdarstellerin Amanda Fuller ist spätestens seit Rumleys hochgelobtem „Red White & Blue“ ein Darling der Indie-Underground Szene und liefert hier als April eine beängstigend gute Performance ab. DEUTSCHLANDPREMIERE

Junk Head, Japan 2017, von Takahide Hori

“Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt” – Im Fall des japanischen Künstler Takahide Hori begann diese Reise mit einer ersten Einstellung, einem ersten Bild. Nach unzähligen weiteren Einzelbildern, Momenten und selbstgebauten Settings, nach insgesamt 7 Jahren Arbeit, entführt Hori seine Zuschauer mit einem einzigartigen Stop-Motion-Epos in eine
weit entfernte Zukunft und eine zutiefst berührende, menschliche Geschichte. 1200 Jahre nach der Rebellion der Klone schicken die Menschen einen Expeditionstrupp tief hinunter zum Unterreich ihrer Nemesis, um wichtige Informationen zur Rettung der menschlichen Spezies zu sammeln. Der Begriff „Unabhängigkeit“ erfährt mit diesem Film eine neue Definition. Regie, Buch, Schnitt,
Kamera, Bauten und sogar einige der Stimmer der Figuren gehen auf das Konto des obsessiven Filmemachers. EUROPAPREMIERE

Quest, USA 2017, von Santiago Rizzo

Auf der Grundlage seines eigenen Lebens erzählt Santiago Rizzo die inspirierende Geschichte eines verlorenen Teenagers, die von seinem Mentor und Lehrer geschrieben wurde, der sein Leben rettete – Tim Moellering. Im Jahr 1995 geriet der 13-jährige Mills auf die Straße, als er der häuslichen
Gewalt seines Stiefvaters zu entkommen versucht. Er wird von der Polizei aufgegriffen, landet in Jugendstrafe und findet Freunde unter einer Sprayer Gang. Graffiti wird sein Ruf nach Freiheit und Hilfe. Während das System versagt, stellt ein Mann an seine Seite und weigert sich, den Jungen aufzugeben. Dash Mihok spielt diese Rolle des Tim Moellering mit Zurückhaltung und Eindringlichkeit und Hollywood Legende Lou Diamond Phillips glänzt als brutaler, seelisch vernarbter Stiefvater. Santiago Rizzi umschifft alle Gefahren zu großer Nähe zur Story und berührt nachhaltig mit diesem bemerkenswerten Debüt. WELTPREMIERE

Touched, Kanada 2017, von Karl R. Hearne

Nach seinen preisgekrönten Kurzfilmen, die bei so prestigeträchtigen Festivals wie Toronto und SXSW in Austin uraufgeführt wurden, legt Karl R. Hearne mit „Touched“ nun sein Spielfilmdebut vor. Teils Mystery Story, teils Geistergeschichte, verwebt Hearne so elegant wie gekonnt Genres zwischen Drama und Horror in dieser psychologisch ausgefeilten und emotional tiefgehenden Geschichte um zwei einsame Wesen, die ohne Liebe aufgewachsen sind. Hearne zeigt die zerbrechliche Kraft der menschlichen Güte und erzählt dennoch eine Geschichte, die sich dem Genre des Thrillers bedrohlich annähert. Ein außergewöhnliches Debüt. WELTPREMIERE

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