Category: Veranstaltungen

Vorschau: 3. Filmfest Bremen – 22.-24. September in der Schauburg

Von , 26. April 2017 17:55

Vom 22. bis 24. September wird nun schon zum dritten Male das Filmfest Bremen ausgerichtet.

Nachdem in den Vorjahren das Cinemaxx Veranstaltungsort war, wird diesmal in die Schauburg gewechselt.

Und nach einem, bzw. im letzten Jahr schon zwei Festivaltagen, läuft das Filmfest Bremen in diesem Jahr ganz drei Tage lang.

Gezeigt werden wieder Filme von oder mit Bremer Filmschaffenden, Filme mit Bremen als
Drehort oder inhaltlichem Bremenbezug. Darunter sind Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen,
Experimentelles und neue filmische Formate.

Über das reine Filmprogramm hinaus versteht sich das Filmfest auch als Plattform zum aktiven Austausch
zwischen Filmschaffenden und Publikum. Neu ist dabei das SYMPOSIUM BREMER FILM.

Wie auch in den letzten beiden Jahren wird wieder der Kurzfilmwettbewerb KLAPPE!
ausgeschrieben. Eine Woche vor Festivalbeginn, am 15. September 2017, wird das diesjährige
Motto bekanntgegeben. Ab diesem Zeitpunkt haben Interessierte 48 Stunden Zeit, ihren
Filmbeitrag einzureichen und die Chance, die gut dotierten Publikums- oder Jurypreise zu
gewinnen. Alle eingereichten Filme werden im Rahmen des Filmfestes zu sehen sein und auch die
Gewinner bei einer Preisverleihung vor Ort bekanntgegeben.

Der Festivalpass für drei Tage kostet 20 Euro und gilt für alle Filmvorführungen, Panels und
Veranstaltungen im Rahmen des 3. Filmfest Bremen. Tageskarten bzw. Einzelveranstaltungen
kosten 8 Euro. Der Kartenvorverkauf startet im Juni 2017 über Nordwest Ticket und die Bremer
Filmkunsttheater.

Schauburg: Regisseur André Erkau stellt seinen Film „Happy Burnout“ vor

Von , 20. April 2017 16:54

Der in Bremen lebende Regisseur André Erkau stellt am 28. April um 20:00 Uhr in der Schauburg seinen fünften und neusten Kinofilm vor.

Die Komödie „Happy Burnout“ ist mit den Hauptdarstellern Wotan Wilke Möhring (mit dem Erkau nach dem Drama „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ das zweite Mal zusammenarbeitet) und Anke Engelke sehr prominent besetzt.

Fussel (Wotan Wilke Möhring) mag seine besten Jahre schon hinter sich haben, aber noch immer ist er vom ganzen Herzen Punk, Frauenheld, Lebenskünstler und Systemverweigerer. Arbeit kommt jedenfalls für ihn nicht in Frage und stattdessen bringt er viel lieber mit seinem jungenhaften Charme diverse Frauen um den Verstand – darunter auch die Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt Frau Linde (Victoria Trautmannsdorf). Die duldet zwar seine Faulheit, aber als eine interne Prüfung sie zum Handeln zwingt, sieht sie für Fussel nur eine Lösung: ein Attest zur Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines Burnouts. Schnell ist auch eine Therapie in einer Klinik durchgewunken und so findet sich Fussel inmitten echter Ausgebrannter wieder. Mit seiner ganz eigenen Art mischt er den Laden gehörig auf, was besonders Krankenschwester Alexandra (Anke Engelke) auf die Palme bringt. Den anderen Patienten tut er allerdings ziemlich gut, doch je länger er dort verweilt, desto unklarer wird, wer hier eigentlich wen therapiert…

Quelle: Schauburg

Kulturfestival „So macht man Frühling“ zeigt vier tschechische Filme im City 46 (mit Gästen)

Von , 12. April 2017 06:36

Wenn man mich nach meinen liebsten Filmländern fragt, steht weit oben auf der Liste mit Sicherheit immer Tschechien. Nicht nur, weil die tschechischen Kinderserien meine frühe Jugend so aufregend gemacht haben und eine meiner frühsten TV-Erinnerungen „für Erwachsene“ das „Krankenhaus am Rande der Stadt“ ist. Auf Filmfestivals steuere ich immer noch die tschechischen Filme mit als erste an und bin damit eigentlich noch nie reingefallen.

Im Rahmen des Deutsch-Tschechischen Kulturfrühlings 2017 wird in Bremen das Deutsch-Tschechische Kulturfestival „So macht man Frühling“ veranstaltet. Im Rahmen dieses Festivals werden zwischen dem 27. und 30. April im City46 vier Filme gezeigt, die einen Einblick ins Filmland Tschechien geben sollen.

Gezeigt werden folgende Filme:

SCHMITKE (D, CS 2014, OmU) – 27.4. um 19:30 – In einen kleinen Ort an der deutsch-tschechischen Grenze soll der griesgrämiger Ingenieur Schmitke ein Windrad reparieren. Die nebelverhangene Landschaft des Erzgebirges schlägt Schmitke aufs Gemüt und merkwürdige Dinge passieren.

MENANDROS UND THAÏS (CS, A 2016, 129 Min., OmU) – 28.4. um 20:30 – Eine Art theatraler, surrealistischer Sandalenfilm. Menandros irrt durch eine antike Welt auf der Suche nach seiner von Piraten entführten Braut.

MARKETA LAZAROVA (CS 1967, 162 Min., OmU) – 29.4. um 19:30 – Ein experimentelles Mittelalter-Action-Epos, welches von Kritikern als bester tschechischer Film aller Zeiten gehandelt wird. Dank der unermüdlichen Arbeit des Labels BILDSTÖRUNG des Verleihs Drop-Out tourte der Film im letzten Mal erstmals durch die deutsche Kinolandschaft – aber leider nicht durch Bremen. Das wird nun im Rahmen des Kulturfestivals nachgeholt. Weitere Vorstellungen gibt es bis einschließlich 2.5. Toll, toll, toll!

GIRL POWER (CS 2016, OmU) – 30.4. um 20:00 – Dokumentarfilm um die tschechische Grafifiti-Künstlerin Sany. Zusammen mit dem Filmemacher Jan Zajícek hat sie über 7 Jahre hinweg weltweit nach weiteren Frauen in der immer noch stark männerdominierten Sprayerszene gesucht.

Bei dem Film SCHMITKE ist Regisseur Štěpán Altrichter und bei GIRL POWER die Grafifiti-Künstlerin Sany zu Gast!

Regisseur Ondřej Cikán steht bei MENANDROS UND THAÏS zur Verfügung und hält zudem am Samstag, den 29.4. um 11:30 Uhr eine Lesung im Foyer des kleinen Hauses im Theater Bremen. Dort liest er aus seinem Roman „Der Reisende. Band 1: Du bist die Finsternis“.

„Shin Godzilla“ läuft am 03. und 05. Mai in Bremen

Von , 6. April 2017 20:05

Das „Tanz der Teufel“-Event kürzlich hat es scheinbar vorgemacht. Film-Events mit einem begrenzten Start und nur sehr kurzer Laufzeit scheinen von den Filmverleihen als Möglichkeit gesehen zu werden, nicht nur Werbung für ihre Heimkino-Veröffentlichung zu machen, sondern auch für die Kinos zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Nischenpublikum in größerer Zahl in die Kinos zu locken.

Ich vermute mal, dass es sich finanziell nicht lohnen würde, einen Film wie „Shin Godzilla“ über eine Woche zu zeigen, aber an zwei Tagen (oder einen, wie bei „Tanz der Teufel“, könnte schon überdurchschnittlich viel Publikum an diesen Tagen in den Kinosaal bringen. Dazu müssen nur die Verleihe mitspielen und keine übermäßig hohen Leihgebühren und exorbitante Garantiesummen verlangen.

Generell predige ich ja schon seit Jahren das Mantra, dass die Zukunft des Kinos in einer „Eventisierung“ liegt. Bestes Beispiel auch: Das Open-Air-Kino am Schlachthof, wo wir mit Weird Xperience auch mal über 100 Zuschauer hatten, obwohl wir mit einem gleichen Programm im City 46 oder der etage 3 oftmals mit Zuschauerzahlen im einstelligen Bereich kämpfen mussten. Das Thema wäre einen ganz eigenen Blogbeitrag wert, aber hier soll es nun um dem lang erwarteten „Shin Godzilla“ gehen.

„Shin Godzilla“ ist die japanische Antwort auf das Hollywood-Remake und nach „Final Wars“ im Jahre 2004 der erste „echte“ Godzillafilm in 13 Jahren. Und darum geht es:

In der Bucht von Tokio kommt es zu unerklärlichen Ereignissen: Eine Yacht treibt auf dem Wasser, der Besitzer ist spurlos verschwunden. Zur gleichen Zeit scheint unweit davon wie aus dem Nichts ein Vulkan auf dem Meeresgrund auszubrechen. Doch schnell wird klar, dass die Geschehnisse von einem lebenden Organismus ausgegangen sein müssen. Erste Videos der unbekannten Kreatur tauchen auf: Es ist riesig und bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit auf die Stadt zu.

Die Behörden müssen schnell handeln, um die Bevölkerung vor einer Katastrophe zu schützen. Doch in keinem Notfall-Plan der Welt ist geregelt, wie man mit einem unbekannten, gigantischen Monster umgeht. Einem Mitglied der Regierung werden bislang unveröffentlichte Aufsätze eines Forschers zugespielt, die das Geschöpf zu erklären versuchen – und ihm einen Namen geben: Godzilla!

Mit Hilfe der Experten setzt die Regierung alles daran, es zu besiegen, doch der Zerstörungswahn von Godzilla wird immer größer.

Der Trailer und die ersten Bilder zum Film sehen schon mal sehr gut aus. Und „Godzilla“ darf endlich wieder so richtig böse sein. Ich freue mich schon sehr auf den Film, der am 03. und 05. Mai im Kristall-Palast Cinestar auf der großen Leinwand zu sehen wird.

News: 5. Favourites Film Festival vom 24.-28. Mai im Cinema Ostertor

Von , 16. März 2017 06:30

Das ist ja eine Überraschung. Nachdem das Favourites Film Festival nun schon vier Mal sehr erfolgreich im Kommunalkino City 46 lief, ziehen die beiden Festivalleiterinnen Anna Jurzik und Paula Syniawa für die fünften Ausgabe des beliebten Festivals um. Und zwar in das nicht minder sympathische Cinema Ostertor.

Die Beiden begründen ihre Entscheidung so: „Wir wollen nicht nur bewegende, internationale Festivalfilme nach Bremen bringen, es war von Anfang an eines unserer wichtigsten Ziele, einen einladenden Ort des Austauschs und der Kommunikation für Besucher mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen zu schaffen, die sich sonst vielleicht gar nicht treffen würden. Der Umzug ins Cinema im Ostertor entspricht unserem Wunsch, ein lebendiges Festivalzentrum zu schaffen“.

Dass das City 46 ihrer Meinung nach kein „einladender Ort des Austauschs und der Kommunikation“ ist, stimmt mich recht traurig. Ich habe dies zu meiner aktiven Zeit dort immer anders empfunden, war aber leider auch seit einem Jahr nicht mehr dort, da sich Kinobesuch und Familie nicht immer gut unter einen Hut bringen lassen. Zudem bin ich Ende letzten Jahres schweren Herzens und aus rein finanziellen Gründen (vorläufig) aus dem Förderverein ausgetreten und daher nicht mehr „nah dran“. Der Kommentar der beiden Festivalleiterinnen erfüllt mich aber gerade mit großer Sorge.

Aber genug davon, wenden wir uns wieder dem Favourites Film Festival zu, welches dann vom 24. bis zum 28. Mai 2017 im Cinema Ostertor stattfindet.

07.03. Josef Harder mit seinem Film „Wilde Maus“ in der Schauburg

Von , 3. März 2017 06:34

Der österreichische Kabarettist und Kult-Schauspieler Josef Hader hat seinen ersten eigenen Spielfilm inszeniert. Die Tragikomödie „Wilde Maus“ lief im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale und tritt nun ihre Reise durch die deutsche Kinolandschaft an. Am Dienstag, den 07. März läuft der Film in der Schauburg, wo Josef Harder persönlich zugegen sein wird, um den Film vorzustellen, und Rede und Antwort zu stehen.  Los geht es um 20:15 Uhr.

Georg (Josef Hader), etablierter Musikkritiker im Feuilleton einer Wiener Zeitung, verlangt eine Sonderbehandlung. Schließlich ist er ein Ass auf seinem Gebiet! Doch auch Asse sind nicht unantastbar: Das lernt Georg, als ihm von seinem Chef (Jörg Hartmann) wegen Sparmaßnahmen gekündigt wird. Seiner Frau Johanna (Pia Hierzegger) erzählt der gefeuerte Redakteur nichts vom Rauswurf, aber sie ist ohnehin nur damit beschäftigt, den nächsten Eisprung abzuwarten und ihren Kinderwunsch in die Tat umzusetzen. Georg sinnt indes auf Rache an seinem Ex-Chef und findet im ehemaligen Mitschüler Erich (Georg Friedrich) einen Komplizen. Die nächtlichen Rachefeldzüge fangen mit kleinen Sachbeschädigungen an, steigern sich schnell zum ausgewachsenen Terror und gefährden bald Georgs sorgsam aufgebaute bürgerliche Existenz…

03.März: August Diehl stellt in der Schauburg den Film „Der junge Karl Marx“ vor

Von , 28. Februar 2017 18:01

Der großartige August Diehl (den ich seit seinem Debüt in Hans-Christian Schmids tollem „23“ aufrichtig bewundere) ist am Freitag, den 03. März in Bremen zu Gast und stellt in der Schauburg seinen neusten Film vor. In der französisch-deutsch-belgischen Co-Produktion „Der junge Karl Marx“ von Raoul Peck spielt er die Titelrolle. Los geht’s um 20:30 Uhr.

1844, kurz vor der industriellen Revolution, lebt der erst 26-jährige Karl Marx (August Diehl) mit seiner Frau Jenny (Vicky Krieps) im französischen Exil in Paris. Eines Tages wird ihm der junge Friedrich Engels (Stefan Konarske) vorgestellt, doch für den feinen Bourgeois und Sohn eines Fabrikbesitzers hat der andauernd bankrotte Familienvater Marx zunächst nur Verachtung übrig. Bald aber zeigt sich, dass die beiden mehr als nur denselben Humor gemeinsam haben. Engels hat kürzlich über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben und er liebt Mary Burns (Hannah Steele), eine Rebellin der englischen Arbeiterbewegung. Gemeinsam verfolgen er und Marx ein Ziel. Als Kampfgefährten respektieren und inspirieren sie sich gegenseitig und zusammen mit Jenny verfassen sie Texte, die eine Revolution entfachen sollen…

Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

Von , 26. Oktober 2016 20:13

ol16_bAm zweiten Tag in Oldenburg stieß mein Weird-Xperience-Kollege Stefan zu mir und unser ähnlicher Filmgeschmack sorgte dafür, dass wir größtenteils dieselben Vorstellungen besuchten. Den Anfang machte ein walisischer Film im „Studio“. Ein Kino, welches ich bisher nicht kannte, und das seit diesem Jahr in der Kulturetage, gleich neben dem cineK, zu finden ist. Dafür wurde der Raum, in dem sich vor zwei Jahren noch die VIP-Lounge des Filmfestes befand, umgebaut. Man merkt deutlich, dass der sehr geräumige Raum ursprünglich nicht als Kino gedacht war, denn das Kino macht einen ähnlich „improvisierten“ Eindruck wie die Spielstätte im Theaterhof oder in der Exzerzierhalle. Aber die gerade im Gegensatz zur Exzerzierhalle sehr intelligent angebrachten Sitzreihen erlauben nicht nur einen hervorragenden Blick auf die große Leinwand, sondern sind auch sehr bequem. Etwas, was man durchaus zu schätzen weiß, wenn man im „Studio“ drei Filme hintereinander anschaut.

Regisseur Euros Lyn hat mit The Library Suicides seinen ersten Kinofilm realisiert. Vorher hatte er eine „Sherlock„- und diverse „Dr. Who“- und „Daredevil„-Episoden inszeniert. Das merkt man dann auch, da dem Film eine eigene Handschrift fehlt, und er tatsächlich auch stark an eine Folge einer ambitionierten TV-Serie erinnert. Das ist alles sehr professionell gemacht und schön fotografiert, aber sticht dabei nicht wesentlich aus ähnlich gelagerten, kompetent gefilmten Thrillern hervor. Punkten kann „The Library Suicides“ aber mit seinen wirklich lebendigen und liebenswerten Charakteren. Insbesondere Catrin Stewart spielt die optischen identischen, aber charakterlich sehr unterschiedlichen Zwillinge einfach sensationell gut. Aber auch Dyfan Dwyfor als sympathischer, etwas chaotischer Nachtwächter ist absolut liebenswert und lädt den Zuschauer ein, mit ihm mitzufiebern.

Der Film handelt von Weiter lesen 'Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2'»

Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1

Von , 25. Oktober 2016 20:37

ol16_aWie jedes Jahr, zog es mich auch in diesem September wieder in das schöne Oldenburg. Das mittlerweile 23. Internationale Filmfest rief, und ich folgte dem Ruf nur allzu gerne. Und der Ruf war in diesem Jahr ungewöhnlich laut. Festivalleiter Torsten Neumann war ein schier sensationeller Coup gelungen. Ließen die bisherigen Stargäste des Festivals vor allem cineastisch interessierte Besuchern das Wasser im Munde zusammenlaufen, hatte er diesmal einen absoluten Megastar an die Ems locken können: Nicolas Cage. Böse Zungen werden nun behaupten, dass Herr Cage seine glanzvolle Zeit schon lange hinter sich hätte und nun mit billigen, direkt für das Heimkino produzierten Filmchen seine Brötchen verdienen muss. Diejenigen vergessen allerdings, dass Nicolas Cage mit dem richtigen Regisseur und einem guten Drehbuch noch immer ein grandioser Schauspieler ist. Und die Filme, in denen er dem Affen ordentlich Zucker gibt, sind gerade auch wegen ihm immer noch unterhaltsam. Dieser sehr schöne Text von Thorsten Bruns bringt es gut auf den Punkt. Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Auf jeden Fall sorgte Cage sowohl für positive, wie auch zumindest diskutierbare Begleiterscheinungen. Positiv sind auf jeden Fall die Schlagzeilen, die das Filmfestival Oldenburg damit auch überregional machte und der daraus resultierende, gewaltige Enthusiasmus in der Stadt. Überall hörte man die Menschen über Cage sprechen, und natürlich machten auch die Filmemacher in den Frage-und-Antwort-Runden immer wieder Bemerkungen über den Superstar. Und vor allem: Die Leute strömten ins Kino! Die Filme mit Nicolas-Cage-Beteiligung waren im Nu ausverkauft. Und das färbte auch auf das restliche Programm ab. Erstmals passierte es mir, dass mein sorgsam zusammengestellter „Guck-Plan“ in sich zusammenbrach, weil die Karten im Vorverkauf alle weg waren. Das war für mich persönlich zwar in diesem Fall negativ, aber für das Filmfest natürlich klasse. Und da ich hier einmal an der Abendkasse noch erfolgreich war und dort auf interessante Alternativen ausweichen konnte, war es am Ende auch gar nicht so schlimm.

Diskutierbar ist die übermächtige Strahlkraft eines Nicolas Cage, die beispielspielweise die nicht minder großartige Amanda Plummer (die eigentlich nirgendwo in der Berichterstattung mehr auftauchte) vollkommen in den Schatten stellte. Und auch der junge französische Filmemacher Christophe Honoré, dem die Retrospektive gewidmet war, bekam dadurch nicht die Plattform, die er verdient hätte. Das ist schade, aber am Ende dürfte die Freude über die gelungene Werbung und die Zuschauerzahlen überwiegen. Wie immer, war ich nur zwei volle Tage anwesend. Freitag und Samstag. Ersteren musste ich noch ganz allein bestreiten, da mein Weird-Xperience-Kompagnon erst am Samstag dazustoßen sollte, und ich am Freitag leider auch sonst kein bekanntes Gesicht erblicken konnte. Also stürzte ich mich zunächst allein ins Getümmel und machte mich auf Richtung Casablanca.

The Noonday Witch von Jiri Sádek ist eine tschechische Psychodrama-Horrorfilm-Melange. Eine alleinstehende Mutter zieht mit ihrer kleinen Tochter in jenes Dorf, aus der ihr Ehemann stammt. Wo sich dieser aufhält, erfährt man zunächst nicht. Die Mutter behauptet ihrer kleinen Tochter gegenüber, er würde zu Ostern zurück kommen. Doch man kann rasch erahnen, dass dies nicht stimmt. Tatsächlich Weiter lesen 'Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1'»

Reise-Tipp: “Deliria Italiano” – 7. öffentliches Forentreffen in Düsseldorf

Von , 8. Oktober 2016 12:21

dift_2016Jedes Jahr ist es für mich immer wieder ein großer Höhepunkte, meine Freunde und Bekannte von Deliria-Italiano.de wiederzutreffen. Und wie jedes Jahr möchte ich hier einzige Zeilen darüber verlieren. Dazu nutze ich mal einen Text, den ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe.

Bereits im siebten Jahr in Folge treffen sich die Mitglieder des Internetforums Deliria-Italiano.de, um gemeinsam ihrer große Leidenschaft zu frönen: Dem italienischen Genrekino. Nachdem die von den Foren-Administratoren stets mit viel Liebe und großem Engagement organisierten Treffen bereits in Hamburg, Bremen, Frankfurt, Magdeburg, Nürnberg und sogar Wien stattfanden, zieht es Deliria-Italiano.de nun erstmals in den Westen der Republik. Das diesjährige Forentreffen findet am nächsten Wochenende, dem 14. und 15. Oktober in der BLACK BOX (dem Kino des Düsseldorfer Filmmuseums) statt. In Kooperation mit „Mondo Bizarre“, einer in Düsseldorf beheimaten Filmreihe, die dort einmal im Monat bizarre Filmkost aus aller Herren Länder serviert.

di7_ddorfWie immer ist das Treffen keine geschlossene Veranstaltung, sondern jeder ist herzlich eingeladen, dabei zu sein. Wer in den vergangenen Jahren die Forentreffen besucht hat weiß, dass „Neulinge“ stets mit offenen Armen willkommen geheißen werden. Daher ist es auch kein Wunder, wenn von Treffen zu Treffen die Schar derer wächst, die auch beim nächsten Mal dabei sind. Im letzten Jahr verzeichnete das Forentreffen dann auch einen neuen Besucherrekord – und dies, obwohl der überwiegende Teil der Besucher dafür bis nach Wien reisen musste. Auch in Düsseldorf, wird wieder mit einem vollen Haus zu rechnen sein.

Neben dem geselligem Beisammensein und der fröhlichen Fachsimpelei, stehen natürlich Filme im Mittelpunkt der Veranstaltung. Diese werden von den Organisatoren mit großer Sorgfalt ausgesucht und – das ist ein ehernes Gesetz – von alten 35-Millimeter-Rollen gezeigt. In diesem Jahr wurden einige ganz besondere Leckerbissen für italophile Filmfreunde ausgegraben.

di7_ddorf2Den Auftakt macht der großartige Film „Flavia – Leidensweg einer Nonne“, der unter dem weitaus spekulativeren Alternativ-Titel „Nonnen bis auf’s Blut gequält“ größere Berühmtheit erlangte. Regie führt Gianfranco Mingozzi, die Hauptrolle spielt die wundervolle Florinda Bolkan. Weiter geht es mit einem Werk des mittlerweile zum Forentreffen-Maskottchen beförderten Bruno Mattei, der Miles O’Keeffe als „Der Kampfgigant“ ins Rennen schickt. Am nächsten Tag heißt es: „Mein Name ist Nobody“. Terence Hill trifft auf Henry Fonda, und beide lassen in einem großen Klassiker des Italo-Western die Luft vibrieren. Zu diesem Film werde ich auch wieder zusammen mit meinem Weird-Xperience-Kollegen Stefan eine Einführung machen.

gorilla2Den Abschluss macht eine echte Sensation. Die Jungs von Deliria-Italiano.de haben tatsächlich eine deutsche 35-Millimeter-Kopie von Tonino Valeriis Actionfilm „Der Gorilla“ mit Fabio Testi entdeckt. Von diesem Film ist bisher nicht bekannt gewesen, dass er einmal für eine deutsche Kinoauswertung vorgesehen war. Es gibt weder deutsche Plakate, noch Aushangfotos. Umso größer war die Überraschung und Freude, als die 35-Millimeter-Kopie einem Testlauf unterzogen wurde. Eine Kopie zum Träumen. Wahrscheinlich noch nie abgespielt und tatsächlich in deutscher Sprache. Recherchen haben ergeben, dass es wohl noch eine weitere Kopie zu diesem Film gab, diese aber aller Wahrscheinlichkeit nach im Müll gelandet ist. Warum es der Film nie in die deutschen Kinos geschafft hat, kann nicht rekonstruiert werden. Aber nach exakt 40 Jahren ist es jetzt soweit und „Der Gorilla“ erblickt in Düsseldorf erstmals das Licht einer deutschen Kinoleinwand!

Zu jedem Film gibt es noch weitere fachkundige Einführungen, u.a. von Oliver Nöding und Michael Cholewa. Und spannende Verlosungen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Also, wer nächstes Wochenende noch nichts vor hat: Auf nach Düsseldorf!

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