Category: Veranstaltungen

News: 5. Favourites Film Festival vom 24.-28. Mai im Cinema Ostertor

Von , 16. März 2017 06:30

Das ist ja eine Überraschung. Nachdem das Favourites Film Festival nun schon vier Mal sehr erfolgreich im Kommunalkino City 46 lief, ziehen die beiden Festivalleiterinnen Anna Jurzik und Paula Syniawa für die fünften Ausgabe des beliebten Festivals um. Und zwar in das nicht minder sympathische Cinema Ostertor.

Die Beiden begründen ihre Entscheidung so: „Wir wollen nicht nur bewegende, internationale Festivalfilme nach Bremen bringen, es war von Anfang an eines unserer wichtigsten Ziele, einen einladenden Ort des Austauschs und der Kommunikation für Besucher mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen zu schaffen, die sich sonst vielleicht gar nicht treffen würden. Der Umzug ins Cinema im Ostertor entspricht unserem Wunsch, ein lebendiges Festivalzentrum zu schaffen“.

Dass das City 46 ihrer Meinung nach kein „einladender Ort des Austauschs und der Kommunikation“ ist, stimmt mich recht traurig. Ich habe dies zu meiner aktiven Zeit dort immer anders empfunden, war aber leider auch seit einem Jahr nicht mehr dort, da sich Kinobesuch und Familie nicht immer gut unter einen Hut bringen lassen. Zudem bin ich Ende letzten Jahres schweren Herzens und aus rein finanziellen Gründen (vorläufig) aus dem Förderverein ausgetreten und daher nicht mehr „nah dran“. Der Kommentar der beiden Festivalleiterinnen erfüllt mich aber gerade mit großer Sorge.

Aber genug davon, wenden wir uns wieder dem Favourites Film Festival zu, welches dann vom 24. bis zum 28. Mai 2017 im Cinema Ostertor stattfindet.

07.03. Josef Harder mit seinem Film „Wilde Maus“ in der Schauburg

Von , 3. März 2017 06:34

Der österreichische Kabarettist und Kult-Schauspieler Josef Hader hat seinen ersten eigenen Spielfilm inszeniert. Die Tragikomödie „Wilde Maus“ lief im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale und tritt nun ihre Reise durch die deutsche Kinolandschaft an. Am Dienstag, den 07. März läuft der Film in der Schauburg, wo Josef Harder persönlich zugegen sein wird, um den Film vorzustellen, und Rede und Antwort zu stehen.  Los geht es um 20:15 Uhr.

Georg (Josef Hader), etablierter Musikkritiker im Feuilleton einer Wiener Zeitung, verlangt eine Sonderbehandlung. Schließlich ist er ein Ass auf seinem Gebiet! Doch auch Asse sind nicht unantastbar: Das lernt Georg, als ihm von seinem Chef (Jörg Hartmann) wegen Sparmaßnahmen gekündigt wird. Seiner Frau Johanna (Pia Hierzegger) erzählt der gefeuerte Redakteur nichts vom Rauswurf, aber sie ist ohnehin nur damit beschäftigt, den nächsten Eisprung abzuwarten und ihren Kinderwunsch in die Tat umzusetzen. Georg sinnt indes auf Rache an seinem Ex-Chef und findet im ehemaligen Mitschüler Erich (Georg Friedrich) einen Komplizen. Die nächtlichen Rachefeldzüge fangen mit kleinen Sachbeschädigungen an, steigern sich schnell zum ausgewachsenen Terror und gefährden bald Georgs sorgsam aufgebaute bürgerliche Existenz…

03.März: August Diehl stellt in der Schauburg den Film „Der junge Karl Marx“ vor

Von , 28. Februar 2017 18:01

Der großartige August Diehl (den ich seit seinem Debüt in Hans-Christian Schmids tollem „23“ aufrichtig bewundere) ist am Freitag, den 03. März in Bremen zu Gast und stellt in der Schauburg seinen neusten Film vor. In der französisch-deutsch-belgischen Co-Produktion „Der junge Karl Marx“ von Raoul Peck spielt er die Titelrolle. Los geht’s um 20:30 Uhr.

1844, kurz vor der industriellen Revolution, lebt der erst 26-jährige Karl Marx (August Diehl) mit seiner Frau Jenny (Vicky Krieps) im französischen Exil in Paris. Eines Tages wird ihm der junge Friedrich Engels (Stefan Konarske) vorgestellt, doch für den feinen Bourgeois und Sohn eines Fabrikbesitzers hat der andauernd bankrotte Familienvater Marx zunächst nur Verachtung übrig. Bald aber zeigt sich, dass die beiden mehr als nur denselben Humor gemeinsam haben. Engels hat kürzlich über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben und er liebt Mary Burns (Hannah Steele), eine Rebellin der englischen Arbeiterbewegung. Gemeinsam verfolgen er und Marx ein Ziel. Als Kampfgefährten respektieren und inspirieren sie sich gegenseitig und zusammen mit Jenny verfassen sie Texte, die eine Revolution entfachen sollen…

Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

Von , 26. Oktober 2016 20:13

ol16_bAm zweiten Tag in Oldenburg stieß mein Weird-Xperience-Kollege Stefan zu mir und unser ähnlicher Filmgeschmack sorgte dafür, dass wir größtenteils dieselben Vorstellungen besuchten. Den Anfang machte ein walisischer Film im „Studio“. Ein Kino, welches ich bisher nicht kannte, und das seit diesem Jahr in der Kulturetage, gleich neben dem cineK, zu finden ist. Dafür wurde der Raum, in dem sich vor zwei Jahren noch die VIP-Lounge des Filmfestes befand, umgebaut. Man merkt deutlich, dass der sehr geräumige Raum ursprünglich nicht als Kino gedacht war, denn das Kino macht einen ähnlich „improvisierten“ Eindruck wie die Spielstätte im Theaterhof oder in der Exzerzierhalle. Aber die gerade im Gegensatz zur Exzerzierhalle sehr intelligent angebrachten Sitzreihen erlauben nicht nur einen hervorragenden Blick auf die große Leinwand, sondern sind auch sehr bequem. Etwas, was man durchaus zu schätzen weiß, wenn man im „Studio“ drei Filme hintereinander anschaut.

Regisseur Euros Lyn hat mit The Library Suicides seinen ersten Kinofilm realisiert. Vorher hatte er eine „Sherlock„- und diverse „Dr. Who“- und „Daredevil„-Episoden inszeniert. Das merkt man dann auch, da dem Film eine eigene Handschrift fehlt, und er tatsächlich auch stark an eine Folge einer ambitionierten TV-Serie erinnert. Das ist alles sehr professionell gemacht und schön fotografiert, aber sticht dabei nicht wesentlich aus ähnlich gelagerten, kompetent gefilmten Thrillern hervor. Punkten kann „The Library Suicides“ aber mit seinen wirklich lebendigen und liebenswerten Charakteren. Insbesondere Catrin Stewart spielt die optischen identischen, aber charakterlich sehr unterschiedlichen Zwillinge einfach sensationell gut. Aber auch Dyfan Dwyfor als sympathischer, etwas chaotischer Nachtwächter ist absolut liebenswert und lädt den Zuschauer ein, mit ihm mitzufiebern.

Der Film handelt von Weiter lesen 'Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2'»

Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1

Von , 25. Oktober 2016 20:37

ol16_aWie jedes Jahr, zog es mich auch in diesem September wieder in das schöne Oldenburg. Das mittlerweile 23. Internationale Filmfest rief, und ich folgte dem Ruf nur allzu gerne. Und der Ruf war in diesem Jahr ungewöhnlich laut. Festivalleiter Torsten Neumann war ein schier sensationeller Coup gelungen. Ließen die bisherigen Stargäste des Festivals vor allem cineastisch interessierte Besuchern das Wasser im Munde zusammenlaufen, hatte er diesmal einen absoluten Megastar an die Ems locken können: Nicolas Cage. Böse Zungen werden nun behaupten, dass Herr Cage seine glanzvolle Zeit schon lange hinter sich hätte und nun mit billigen, direkt für das Heimkino produzierten Filmchen seine Brötchen verdienen muss. Diejenigen vergessen allerdings, dass Nicolas Cage mit dem richtigen Regisseur und einem guten Drehbuch noch immer ein grandioser Schauspieler ist. Und die Filme, in denen er dem Affen ordentlich Zucker gibt, sind gerade auch wegen ihm immer noch unterhaltsam. Dieser sehr schöne Text von Thorsten Bruns bringt es gut auf den Punkt. Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Auf jeden Fall sorgte Cage sowohl für positive, wie auch zumindest diskutierbare Begleiterscheinungen. Positiv sind auf jeden Fall die Schlagzeilen, die das Filmfestival Oldenburg damit auch überregional machte und der daraus resultierende, gewaltige Enthusiasmus in der Stadt. Überall hörte man die Menschen über Cage sprechen, und natürlich machten auch die Filmemacher in den Frage-und-Antwort-Runden immer wieder Bemerkungen über den Superstar. Und vor allem: Die Leute strömten ins Kino! Die Filme mit Nicolas-Cage-Beteiligung waren im Nu ausverkauft. Und das färbte auch auf das restliche Programm ab. Erstmals passierte es mir, dass mein sorgsam zusammengestellter „Guck-Plan“ in sich zusammenbrach, weil die Karten im Vorverkauf alle weg waren. Das war für mich persönlich zwar in diesem Fall negativ, aber für das Filmfest natürlich klasse. Und da ich hier einmal an der Abendkasse noch erfolgreich war und dort auf interessante Alternativen ausweichen konnte, war es am Ende auch gar nicht so schlimm.

Diskutierbar ist die übermächtige Strahlkraft eines Nicolas Cage, die beispielspielweise die nicht minder großartige Amanda Plummer (die eigentlich nirgendwo in der Berichterstattung mehr auftauchte) vollkommen in den Schatten stellte. Und auch der junge französische Filmemacher Christophe Honoré, dem die Retrospektive gewidmet war, bekam dadurch nicht die Plattform, die er verdient hätte. Das ist schade, aber am Ende dürfte die Freude über die gelungene Werbung und die Zuschauerzahlen überwiegen. Wie immer, war ich nur zwei volle Tage anwesend. Freitag und Samstag. Ersteren musste ich noch ganz allein bestreiten, da mein Weird-Xperience-Kompagnon erst am Samstag dazustoßen sollte, und ich am Freitag leider auch sonst kein bekanntes Gesicht erblicken konnte. Also stürzte ich mich zunächst allein ins Getümmel und machte mich auf Richtung Casablanca.

The Noonday Witch von Jiri Sádek ist eine tschechische Psychodrama-Horrorfilm-Melange. Eine alleinstehende Mutter zieht mit ihrer kleinen Tochter in jenes Dorf, aus der ihr Ehemann stammt. Wo sich dieser aufhält, erfährt man zunächst nicht. Die Mutter behauptet ihrer kleinen Tochter gegenüber, er würde zu Ostern zurück kommen. Doch man kann rasch erahnen, dass dies nicht stimmt. Tatsächlich Weiter lesen 'Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1'»

Reise-Tipp: “Deliria Italiano” – 7. öffentliches Forentreffen in Düsseldorf

Von , 8. Oktober 2016 12:21

dift_2016Jedes Jahr ist es für mich immer wieder ein großer Höhepunkte, meine Freunde und Bekannte von Deliria-Italiano.de wiederzutreffen. Und wie jedes Jahr möchte ich hier einzige Zeilen darüber verlieren. Dazu nutze ich mal einen Text, den ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe.

Bereits im siebten Jahr in Folge treffen sich die Mitglieder des Internetforums Deliria-Italiano.de, um gemeinsam ihrer große Leidenschaft zu frönen: Dem italienischen Genrekino. Nachdem die von den Foren-Administratoren stets mit viel Liebe und großem Engagement organisierten Treffen bereits in Hamburg, Bremen, Frankfurt, Magdeburg, Nürnberg und sogar Wien stattfanden, zieht es Deliria-Italiano.de nun erstmals in den Westen der Republik. Das diesjährige Forentreffen findet am nächsten Wochenende, dem 14. und 15. Oktober in der BLACK BOX (dem Kino des Düsseldorfer Filmmuseums) statt. In Kooperation mit „Mondo Bizarre“, einer in Düsseldorf beheimaten Filmreihe, die dort einmal im Monat bizarre Filmkost aus aller Herren Länder serviert.

di7_ddorfWie immer ist das Treffen keine geschlossene Veranstaltung, sondern jeder ist herzlich eingeladen, dabei zu sein. Wer in den vergangenen Jahren die Forentreffen besucht hat weiß, dass „Neulinge“ stets mit offenen Armen willkommen geheißen werden. Daher ist es auch kein Wunder, wenn von Treffen zu Treffen die Schar derer wächst, die auch beim nächsten Mal dabei sind. Im letzten Jahr verzeichnete das Forentreffen dann auch einen neuen Besucherrekord – und dies, obwohl der überwiegende Teil der Besucher dafür bis nach Wien reisen musste. Auch in Düsseldorf, wird wieder mit einem vollen Haus zu rechnen sein.

Neben dem geselligem Beisammensein und der fröhlichen Fachsimpelei, stehen natürlich Filme im Mittelpunkt der Veranstaltung. Diese werden von den Organisatoren mit großer Sorgfalt ausgesucht und – das ist ein ehernes Gesetz – von alten 35-Millimeter-Rollen gezeigt. In diesem Jahr wurden einige ganz besondere Leckerbissen für italophile Filmfreunde ausgegraben.

di7_ddorf2Den Auftakt macht der großartige Film „Flavia – Leidensweg einer Nonne“, der unter dem weitaus spekulativeren Alternativ-Titel „Nonnen bis auf’s Blut gequält“ größere Berühmtheit erlangte. Regie führt Gianfranco Mingozzi, die Hauptrolle spielt die wundervolle Florinda Bolkan. Weiter geht es mit einem Werk des mittlerweile zum Forentreffen-Maskottchen beförderten Bruno Mattei, der Miles O’Keeffe als „Der Kampfgigant“ ins Rennen schickt. Am nächsten Tag heißt es: „Mein Name ist Nobody“. Terence Hill trifft auf Henry Fonda, und beide lassen in einem großen Klassiker des Italo-Western die Luft vibrieren. Zu diesem Film werde ich auch wieder zusammen mit meinem Weird-Xperience-Kollegen Stefan eine Einführung machen.

gorilla2Den Abschluss macht eine echte Sensation. Die Jungs von Deliria-Italiano.de haben tatsächlich eine deutsche 35-Millimeter-Kopie von Tonino Valeriis Actionfilm „Der Gorilla“ mit Fabio Testi entdeckt. Von diesem Film ist bisher nicht bekannt gewesen, dass er einmal für eine deutsche Kinoauswertung vorgesehen war. Es gibt weder deutsche Plakate, noch Aushangfotos. Umso größer war die Überraschung und Freude, als die 35-Millimeter-Kopie einem Testlauf unterzogen wurde. Eine Kopie zum Träumen. Wahrscheinlich noch nie abgespielt und tatsächlich in deutscher Sprache. Recherchen haben ergeben, dass es wohl noch eine weitere Kopie zu diesem Film gab, diese aber aller Wahrscheinlichkeit nach im Müll gelandet ist. Warum es der Film nie in die deutschen Kinos geschafft hat, kann nicht rekonstruiert werden. Aber nach exakt 40 Jahren ist es jetzt soweit und „Der Gorilla“ erblickt in Düsseldorf erstmals das Licht einer deutschen Kinoleinwand!

Zu jedem Film gibt es noch weitere fachkundige Einführungen, u.a. von Oliver Nöding und Michael Cholewa. Und spannende Verlosungen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Also, wer nächstes Wochenende noch nichts vor hat: Auf nach Düsseldorf!

dift_2016b

Interview mit Jörg Mathieu – Initator des Cinefonie-Festivals in Saarbrücken

Von , 7. Oktober 2016 01:23

Auch wenn Bremen und Saarbrücken mal eben schlappe 550km trennen, so gibt es zwischen diesen beiden Städten doch einige Gemeinsamkeiten. Bremen ist das kleinste Bundesland, das Saarland das zweitkleinste und was die öffentlichen Gelder angeht, so sind beide Bundesländer ähnlich klamm. Gut, Saarbrücken hat das renommierte Max-Ophül-Festival, aber Bremen hat ja seit letztem Jahr auch ein eigenes, wenn auch sehr regionales Filmfest. Da ist also ein erster Schritt schon getan. Außerdem gibt es sowohl in Bremen als auch Saarbrücken Menschen, die mit viel Herzblut und Eigeninitiative dafür sorgen, dass kulturell etwas passiert in ihrer Stadt. Einer dieser Menschen ist Jörg Mathieu, der vor einigen Tagen bereits zum zweiten Mal in Eigenregie das Cinefonie-Festival in Saarbrücken auf die Beine gestellt hat. Ich kenne Jörg in seiner Eigenschaft als Herausgeber des „35 Millimeter – Retro-Filmmagazin“, bei dem ich vor einigen Wochen die Ehre hatte, zum stellvertretenden Chefredakteur berufen zu werden. Persönlich begegnet sind wir uns leider bisher noch nicht, aber natürlich habe ich ein genaues Auge darauf, was Jörg da in Saarbrücken veranstaltet. Und das nötigt mir nicht nur einigen Respekt ab, sondern dient auch als Inspiration. Gründe genug, um mit Jörg anlässlich des zweiten Cinefonie-Festivals ein Interview zu führen.

bild-1-joerg-mathieunmFilmforum Bremen: Bereits zum zweiten Mal fand nun in Saarbrücken das Cinefonie-Festival statt. Was kann man sich unter dem Begriff „Cinefonie“ vorstellen?

Jörg Mathieu: Das ist recht einfach zu erklären. Cine kommt von Cinema, und Fonie kommt von Sinfonie. Der Begriff CINEFONIE fasst somit zusammen, was den Besucher auf dem Festival erwartet. Es gibt immer Filme, und es gibt immer Live-Musik. Eine Sinfonie aus Bild und Ton, wenn man so will.

bild-2-markus-stigleggerWie kamst Du auf die Idee für ein solches Festival und wie sah die erste Ausgabe des Cinefonie-Festivals im letzten Jahr aus?

Letzte Jahr war die Veranstaltung ein Experiment um uns selbst einige Fragen zu beantworten. Kommt das Konzept an? Versteht man unsere Idee dahinter? Nimmt es das Publikum an? Wie viel Programm passt in einen Tag usw. usw. Am Ende ging es uns aber auch darum einfach einmal ins kalte Wasser zu springen und loszulegen. Wenn man eine Festivalreihe plant, muss irgendwann ein Einstieg gelingen, und das war für uns der 1. CINEFONIE-TAG. Die Grundidee war es, den Besuchern Kino und mehr zu bieten. Was ist rund um den eigentlichen Film auf der Leinwand noch spannend? So gab es Vorträge, eine kleine Börse, Stummfilme und Live-Musik.

bild-3-vincent-priceDieses Jahr war Schwerpunkt des Festivals eine Vincent-Price-Retrospektive. Wie kam es dazu?

Wenn man solche Veranstaltungen plant schwingt immer auch etwas persönliches des Veranstalters mit. Er wird versuchen, Dinge, die im am Herzen liegen, einer breiteren Öffentlichkeit vorzutragen, um sie für seine Sache zu begeistern. So ging es auch mir. Vincent Price ist mein Spezialgebiet, seit ich ein Teenager war. Es war also ein lang gehegter Wunsch eine passende Retrospektive zu machen.

Wenn man ins Programm schaut, sieht man, dass auf dem Cinefonie-Festival sonst eher wenig gezeigte Vincent-Price-Filme liefen. Wie kam es zu dieser Auswahl?

Das hatte eher pragmatische Gründe. Zum einen sollten es nicht die üblichen Horror-Beiträge sein, für die Vincent Price bekannt ist und wofür wir in alle lieben. Ich hielt es für relativ „ausgelutscht“, in dieser Schublade zu präsentieren. Der andere Grund war, welche Filme können wir ohne Probleme und ohne hohe Vorführ- und Kopiekosten zeigen. Letztendlich kostete uns nur einer der gezeigten Filme Geld, dieser dann aber richtig.

Ein Höhepunkt des diesjährigen Cinefonie-Festivals war der Auftritt von Vincent Prices Tochter Victoria. Wie ist es Dir gelungen, sie nach Saarbrücken zu holen?

Das war einfacher als gedacht. Ich nahm unmittelbar nach dem 1. Cinefonie-Tag Kontakt zu ihr auf. Ich beobachte ihre Arbeit rund um ihren Vater schon lange (seit ihrer Biografie 1999) und habe gesehen, dass sie 2015 auch in England war. Ich schrieb Victoria an und fragte sie, ob sie zu uns nach Deutschland kommen würde. Sie sagte sofort ja.

bild-5-victoria-pricenm

bild-6-victoria-pricenm

Die Begegnung mit Victoria Price hatte für Dich ja noch weitere Konsequenzen. Magst Du davon erzählen?

bild-7-victoria-pricenmKonsequenzen hört sich etwas negativ an. Ich würde es eher mit positiven Auswirkungen umschreiben. Es passierte an diesem Wochenende so viel mehr als das, was die Besucher mitbekommen haben. Auch wenn sie mich bei den Programmabläufen ins Schwimmen brachte, hat sie die Situation aber auch wieder gerettet. Als Entschädigung für einen ausgefallenen Part mit ihr, ging sie mit ca. 15 Besuchern Abendessen. Eine wirklich großartige Geste. Ich war selbst nicht dabei, aber die Teilnehmer waren davon dermaßen begeistert, dass es für sie der Höhepunkt des Festivals wurde. Näher konnte man Victoria in Saarbrücken nicht kommen. Meinen sehr persönlichen Moment mit ihr hatte ich beim Frühstück am Sonntagmorgen, bei dem wir nur zu viert waren. Ich erzählte Victoria, was mir ihr Vater bedeutend. Unbeabsichtigt rührte sie diese Geschichte zu Tränen. Ihren Vater durfte ich nie kennen lernen. Seine Tochter habe ich jedoch erreicht. Plötzlich war es nicht mehr wichtig, ob das Festival ein Erfolg wird oder nicht. Dieser Moment bild-9-interviewnmwar jede Anstrengung im Vorfeld wert. Victoria und ihr Geschäftspartner und Freund Peter Fuller aus London konnten sich dann für eine weitere Idee von von begeistern und machten mich zum Deutschlandvertreter der VINCENT-PRICE-LEGACY-Familie, welche ein weltweites Netzwerk werden soll. Was für eine Ehre für mich. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Jetzt planen wir gemeinsam für 2018 eine Deutschland-Rundreise die Vincent Prices Reise von 1928 nachreist, mit vielen Stationen, die er damals besucht hat.

Warst Du zufrieden mit dem diesjährigen Cinefonie-Festival? Was ist gut gelaufen, wo siehst Du noch Verbesserungsbedarf?

Wie oben erwähnt könnte ich kaum glücklicher sein über den Verlauf beider Tage, da das Ganze dann auch etwas sehr Nachhaltiges für mich persönlich hatte. Als Kulturschaffender darf man ohnehin nicht gewinnorientiert denken und arbeiten. Man ist also froh, wenn alle entstandenen Kosten auch wieder rein kommen. Das haben wir geradeso geschafft. Es ist ungefähr genau so viel gut gelaufen, wie dann auch schief ging. Noch sehe ich mich selbst auch noch als absoluten Anfänger als Veranstalter solcher Festivals. Ich nutze es zu Zeit also noch als Testphase, um so Erfahrungen zu sammeln. Aus all den Fehlern – z.B. die zu frühe Bekanntgabe der Uhrzeiten und Programmpunkte – werde ich natürlich meine Schlüsse ziehen.

Wie wurde das Festival von den Saarbrückern angenommen? Aus leidvoller eigener Erfahrung weiß ich leider nur zu gut, wie schwer es ist etwas auf die Beine zu stellen, was sich nicht in die enge Arthaus- oder Mainstream-Schublade stecken lässt. Bremen ist das z.B. fast unmöglich.

bild-11-dr-deathnm

Das ist in Saarbrücken genau das gleiche Problem wie im Rest des Landes. „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.“ 80% der Besucher kamen nicht aus Saarbrücken. Das wäre uns aber in jeder anderen Stadt wohl genau so gegangen. Dieses Jahr waren wir thematisch aber auch wirklich sehr eng gefasst und mit Vincent Price auch weit abseits vom einem breiten Interesse der Menschen.

Wird es auch eine dritte Ausgabe des Cinefonie-Festivals geben und wenn ja, gibt es schon konkrete Pläne, wie das Festival im nächsten Jahr aussehen wird? Wird es Änderungen geben?

Ja, die gibt es, auch wenn diese sich auch noch ändern könnten. Es müssen sich Dinge ändern, sonst hätten wir nicht dazu gelernt aus den ersten beiden Jahren. Es wird eine dritte Ausgabe geben, ob wir die schon 2017 veranstalten werden muss noch geklärt werden. Eventuell setzen wir wegen der aktuellen Entwicklung auch ein Jahr aus.

Wie sieht es generell mit den Saarbrückern aus? Sind das alle begeisterte Kinogänger oder eher ein hartes Pflaster?

Saarbrücken hat die größte Kinositzplatzdichte in ganz Deutschland. Wir leisten uns den Luxus von 7! Kinos in der Hauptstadt. Da ist vom Studentenkino über kleine Arthaus-Säle bis hin zum großen Multiplex alles zu finden. Die Saarbrücker sind ausgesprochene Kunst- und Kulturfetischisten und für einen Saarbrücker ist alles spannend, was ihn aus den Sofafalten hebt. Wenn man es schafft, ihre Neugier zu wecken, dann kommen sie auch in Scharen. Es ist mit den richtigen Konzepten also eher einfach, in Saarbrücken die Menschen mitzunehmen. Eine Vincent-Price-Retro gehört dazu allerding nicht. (lacht)

Momentan droht ja dem Saarbrücker Kommunalkino das Aus. Du hast eine Initiative zur Rettung des „Filmhauses“ ins Leben gerufen. Wie kam es dazu, dass das Kommunalkino geschlossen werden soll und wie willst Du das verhindern?

bild-12-filmhaus

Oh!? Hat man das bis nach Bremen vernommen? Kommunale Kinos haben es in ganz Deutschland sehr schwer. Sie schaffen es in der Regel nicht sich selbst über Wasser zu halten und benötigen Zuschüsse vom Land und der Stadt, in Saarbrücken sogar noch aus einem Fördertopf des Bundes. Trotzdem schafft es das Saarbrücker Filmhaus seit 11 Jahren nicht die hohen Kosten, vor allem in der Verwaltung, wieder einzuspielen. Das liegt m.E. vor allem auch an dem gezeigten Programm. Wer zu 90% Filme nur im OMU zeigt, muss sich nicht wundern, wenn nur noch fünf Leute in der Vorstellung sitzen. Das Saarbrücker Filmhaus ist jedoch eine Kinoperle, die den Saarbrückener selbst sehr am Herzen liegt. Man will sie also nicht wegen schlechter Leitung komplett verlieren. Deshalb jetzt unsere Initiative, die auf breite Unterstützung bauen kann. Wir legen der Stadt noch im Oktober ein Konzept vor, wie wir das Filmhaus erhalten wollen. Das kann die Stadt annehmen oder nicht, es ist nur ein Vorschlag. Klar ist aber auch, dass es dieses Kino in seiner jetzigen Form nicht mehr lange geben wird, und es im Frühjahr 2017 vor dem Aus steht. Deshalb ist es wichtig, dass der Druck jetzt von außen kommt um das zu verhindern. Dieses Kino gehört allen Saarbrückern, finanziert durch Steuergelder, das werden sie sich nicht so einfach nehmen lassen.

PAPAYA Nr 1 UmschlagNeben all diesen Aktivitäten gibst Du seit zwei Jahren auch noch das Filmmagazin „35 Millimeter – Das Retrofilmmagazin“ heraus, welches sich mit der Filmgeschichte 1895 – 1965 beschäftigt. In den nächsten Tagen erscheint bereits die 17. Ausgabe mit dem Thema „Britischer Film“. Hättest Du damals gedacht, dass das Magazin auf dem nicht gerade einfachen und vielfach totgesagten Print-Markt so lange überlebt?

Um ehrlich zu sein, nein. Auf der anderen Seite ist es mit kleiner Auflage und der notwendigen Zahl von Abonnenten auch nicht sehr schwer, sich mit einem Print-Produkt zu halten. Man muss eben kleine Brötchen backen – sehr kleine. Aber auch hier sollte man keine großen Gewinne erwarten. Es steckt am Ende doch sehr viel Individualismus in so einem Projekt. Aber du hast recht, 17 Ausgaben + 3 Sonderausgaben ist schon mal ein guter Anfang.

Was sind Deine nächsten Pläne?

bild-14-vs-buchNeben der geplanten Leitung eines Eventhauses samt Kino (das muss nicht das Filmhaus sein) erscheint in den nächsten Wochen auch das erste Buch des 35 Millimeter-Verlags. Auch hier planen wir eine eigene Verlags-Reihe. Ausgabe #1 wird sich rund um den schwedischen Regisseur VICTOR SJÖSTRÖM drehen. 2017 wird es dann ein weiteres Buch in der Reihe geben. Im nächsten Jahr wollen wir dann auch unsere Ideen für Saarbrücken weiter ausbauen und angehen – Stichwort Eventhaus. 2018 kommt dann die erwähnte Vincent-Price-Legacy-Tour und ein weiterer Cinefonie-Tag. Und zwischendurch alle zwei Monate unser kleines aber feines Magazin. Jetzt da ich das schreibe, hört sich das nach einer Menge Arbeit an. (lacht)

Lieber Jörg, ich danke die recht herzlich für das interessante Gespräch.

Die Fotos vom Cinefonie-Festival stammen von Nicole Malter.

2. Filmfest Bremen – 24./25. September im Cinemaxx

Von , 22. September 2016 21:14

ffb2016Filmfestivals gibt es viele. Fast immer sind sie nach der Stadt benannt in der sie stattfinden. Doch beim „Filmfest Bremen“ ist der Name gleich dreifach Programm. Denn hier werden ausschließlich Filme gezeigt, die von oder mit Bremer Filmschaffenden realisiert wurden, Filme über Bremen und Filme mit Bremen als Drehort. Vergangenes Jahr fand das Festival das erste Mal statt und war scheinbar ein voller Erfolg, denn in diesem Jahr gibt es nicht nur eine zweite Auflage, sondern des wurde sogar noch verlängert. Das 2. Filmfest Bremen geht ein ganzes Wochenende lang und zwar vom 24. bis zum 25. September 2016. Dann werden im Bremer Cinemaxx Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen, Experimentelles und neue filmische Formate gezeigt.

Moderiert wird das Filmfest in diesem Jahr von Jessica Bloem (Radio Bremen) und Malte Janssen (Radio Bremen). Alexandra-Katharina Kütemeyer (geschäftsführende Redakteurin des Weser-Kurier) moderiert das Panel »Netzflimmern« beim Symposium Fokus Bremer Film. Entstanden ist die Idee des Filmfests aus der gemeinsamen Arbeit Bremer Filmschaffender. Am Anfang standen Ilona Rieke vom Filmbüro Bremen e. V. und Matthias Greving und Mike Beilfuß (nebenbei ehemaliger Chef-Redakteur des wunderbaren Filmmusik-Magazins „Cinema Musica„, welches ich immer gerne mal mitgenommen hatte, als es noch im Bahnhofsbuchhandel erhältlich war) von der Produktionsfirma Kinescope Film. Alle drei waren sich einig, dass es neben den bereits bestehenden Plattformen zur Vernetzung von Bremer Filmemachern auch eine öffentliche Werkschau geben müsste, um den Bremer Film einem breiteren Publikum vorstellen zu können.

Das Filmfest beginnt am Samstag um 12:00 Uhr mit dem Symposium Fokus Bremer Film: „TALENT CORNER – Die nächste Generation Bremer Filmemacher/Innen stellt sich vor“. Offizieller Beginn ist um 19:00 Uhr mit dem Dokumentarfilm „Die Prüfung“. Es folgen mit „Als Hollywood in der Heide lag“ ein weiterer Dokumentarfilm, das Ergebnis des 48-Stunden-Filmwettbewerbs und ab 24:00 die lange Kurzfilm-Nacht zum Thema „Raumfahrt“.Am nächsten Tag geht es mit dem Klassiker „Ein Platz an der Sonne“ von 1951 weiter. An George Stevens‘ Drama mit Montgomery Clift, Elizabeth Taylor und Shelley Winters war der Bremer Hans Dreier für das Szenenbild verantwortlich. Gezeigt wird eine 35 Millimeter-Kopie. Wow! Ich wusste gar nicht, dass das Cinemaxx noch entsprechende Projektoren hat. Finde ich super! Danach noch eine Spielfilm: „Yarden/The Yard“ und die Musik-Doku „I’ll Play For You“ über die polnische Geigerin Wanda Wilkomirska, die auch anwesend sein wird. Weiter geht es mit Kurzfilmen und dem Missbrauchs-Drama „Die Hände meiner Mutter“ von Florian Eichinger mit Jessica Schwarz, welches auch gerade auf dem Filmfest in Oldenburg lief. Eine letzte Runde Kurzfilme schließt das Festival dann ab.

Weitere Infos gibt es hier.

23. Internationales Filmfest Oldenburg: Das Programm steht

Von , 6. September 2016 22:40

intol3So, die letzten Titel für das Internationale Filmfestival in Oldenburg sind nun veröffentlicht worden. Hier die Kurzbeschreibungen aus der Pressemitteilung. Ich muss sagen, ich bin recht beeindruckt vom diesjährigen Jahrgang. So viele Filme habe ich in den vergangenen Jahren nicht dabei gehabt, bei denen ich auf Anhieb sage: Den würde ich gerne sehen. Was naturgemäß ja auch gar nicht machbar ist. Besonders wenn man sich, wie ich, nur auf zwei Tage beschränkt.

 

From Nowhere, USA 2016, von Matthew Newton
Drei nicht registrierte Teenager aus der Bronx und die Angst von den Behörden oder Mitschülern entdeckt zu werden.
DEUTSCHLANDPREMIERE

I Am Not A Serial Killer, UK / IR 2016, von Billy O’Brien
Ein fesselndes Katz-und Mausspiel und ein grandioses Wiedersehen mit dem Helden unserer Jungend, Doc Brown. Christopher Lloyd überzeugt in einem Thriller der besonderen Art.
DEUTSCHLANDPREMIERE

Jules and Dolores, BRA 2016, von Caito Ortiz
Zwei Jungs aus Rio klauen den Fußball-WM-Pokal und werden vom ganzen Land gejagt. Turbulente Komödie im Sambarhythmus.
EUROPAPRIEMERE

One Week and a Day, ISR 2016, von Asaph Polonsky
Nach dem Tod seines Sohnes muss Eyal erst wieder lernen, das Leben zu lieben. Er freundet sich mit dem Stoner-Sohn des Nachbarn an und lernt dabei nicht nur, wie man Joints dreht. Eine Geschichte, die einen im selben Moment traurig macht und zum Lachen bringt.
DEUTSCHLANDPREMIERE

Problemski Hotel, BE 2015, von Manu Riche
Regisseur Manu Riche führt uns durch die Korridore dieser einzigartigen dramatischen Flüchtlingskomödie. Eine erfundene Geschichte, deren Wurzeln tief in der harschen Wirklichkeit verankert sind.
DEUTSCHLANDPREMIERE

The Apprentice, TUR 2015, von Emre Konuk
Lynch meets Kafka in diesem eng gewebten Netz aus Paranoia und Todesangst um einen Schneiderlehrling in Istanbul. In seinem Regiedebüt zeigt sich Emre Konuk als hochtalentierter Lehrling des Kinos von Lynch, Kubrick oder Welles und schickt sich an, selbst ein Meister zu werden.
DEUTSCHLANDPREMIERE

The Library Suicides, UK 2016, von Euros Lyn
Identische Zwillinge, ein dunkles Geheimnis und die Katakomben der beeindruckenden Nationalbibliothek von Wales sind die Zutaten in Euros Lyns doppelbödigem Thriller.
INTERNATIONALE PREMIERE

The Love Witch, USA 2016, von Anna Biller
Mit schriller Technicolor Ästhetik verzaubert Anna Biller zwischen männlichen Ängsten und weiblichen Fantasien die Leinwand.
DEUTSCHLANDPREMIERE

Tower, USA 2016, von Keith Maitland
Fiktion und Dokumentation verschmelzen zu einem Film, der einem den Atem stocken lässt. Maitland lässt uns an den schrecklichen Geschehnissen des August 1966 teilhaben, als Amerikas erster Schul-Amoklauf eine Nation in Schockzustand versetzte.
DEUTSCHLANDPREMIERE

Meinen ganz persönlichen „Was-guck-ich-wann“-Plan habe ich mir schon zusammengestellt. Wer es mir gleichtun möchte, findet jetzt etwas versteckt unter http://www.filmfest-oldenburg.de/programm/programmheft/ den Timetable des Festivals und einen Scan des Programmheftes. Hier noch eine kritische Anmerkung: Die Homepage des Festivals muss DRINGEND mal überarbeitet werden. Es ist schon sehr irritierend, wenn auf der Startseite nur „News“ aus dem letzten Jahr aufgeführt sind. Und solche Highlights wie die Ankündigung der Filme, der Retro und vor allem der Gästen Nicolas Cage und Amanda Plummer nur über den Umweg „Pressemitteilungen“ gefunden werden können. Die Homepage, die auch die Visitenkarte ist, muss da wirklich schnellstens auf den aktuellen Stand gebracht werden.

23. Internationales Filmfest Oldenburg: Amanda Plummer und Nicolas Cage kommen!

Von , 1. September 2016 16:47

plummerWow, wow, wow! Das Internationale Filmfest Oldenburg ist doch immer für eine Überraschung gut. Für die diesjährige Ausgabe kommen gleich zwei Gäste über den großen Teich, die einem das Herz schneller schlagen lassen. Ladies first: Die unglaubliche Amanda Plummer wird mit einem Film-Tribute geehrt.

In Oldenburg werden drei ihrer Filme im Rahmen des Tributes gezeigt. „Pulp Fiction“ wird in einer Sonderaufführung in der JVA Oldenburg zu sehen sein. Daneben werden auch „Butterfly Kiss“ von Michael Winterbottom und „The Fisher King“ von Terry Gilliam beim Festival gezeigt.

Amanda Plummer  wird vom 14. bis zum 18. September Gast des Festivals sein. Am 16. September wird sie im Rahmen der Festivalgala im Oldenburgischen Staatstheater mit dem German Independence Honorary Award geehrt.

cageUnd wer ist das ideale Gegenstück zur explosiven Amanda Plummer? Da kommt nur einer in Frage: Der grandios in seinen larger-than-life Darstellungen stets am Rande des Wahnsinns torkelnde Nicolas Cage, bei dem man häufig vergisst, dass der „Acting Maniac“ auch die leisen Töne beherrscht – wenn man ihn denn mal lässt. Und auch er bekommt einen Film-Tribute und wird persönlich anwesend sein.

Mit über 80 Titeln in seiner Filmografie ist er einer der profiliertesten Schauspieler der Neuzeit. „Arizona Junior“ brachte ihm seine erste Nominierung für einen Filmpreis. Ein Oscar, 40 weitere Preise und 60 Nominierungen sollten folgen. Für einen Mann, der immer gern alles auf eine Karte setzte, ist es nur zu passend, dass er seinen ersten Oscar für seine Rolle in „Leaving Las Vegas” gewann – und nun die Möglichkeit hatte, sich quer durch alle Genres zu bewegen. Als Kind hatte er Sean Connery als James Bond verehrt – und spielte nun neben ihm in „The Rock“, was ihm einen Blockbuster Award und eine Karriere als internationaler Actionstar einbrachte. Für den Thriller „Face/Off” fand er Inspiration in den Filmen, die er als Fünfjähriger mit seinem Vater angeschaut hatte, wie „Das Kabinett des Doktor Caligari“, dessen expressionistischen Stil er in seine Rolle einfließen ließ – eine neue Definition des Actionstars als kunstübergreifender auteur.

In Oldenburg werden drei seiner Filme zu sehen sein. John Woos „Face/Off“, David Lynchs „Wild at Heart“, sowie im Rahmen der Festivalgala im Oldenburgischen Staatstheater Mike Figgis „Leaving Las Vegas“, für den er mit dem Oscar als bester Darsteller ausgezeichnet wurde.

Nicolas Cage wird vom 14. bis zum 17. September Gast des Festivals sein. Am 16. September wird er im Rahmen der Festivalgala im Oldenburgischen Staatstheater mit dem German Independence Honorary Award geehrt.

Ich freue mich! Dann muss ich wohl meine „Bad Lieutenant: Port of Calls“ und „Spiel auf Zeit“-DVDs und einen Stift mitnehmen. Ach Quatsch.. am Ende würde ich mich ja eh nicht trauen, den anzusprechen.

YouTube Preview Image YouTube Preview Image

Panorama Theme by Themocracy