Category: Veranstaltungen

Bericht vom 32. Braunschweig International Film Festival

Von , 14. November 2018 21:18

Das erste Mal seit acht Jahren waren ich endlich mal wieder auf mehr als nur einem Filmfestival. Nach Oldenburg und Bremen, folgte ich dem Ruf nach Braunschweig. Dort war ich schon im vergangenen Jahr zweimal nett eingeladen worden, aber zeitlich war das damals nicht machbar. Dieses Jahr hatte ich aber einen guten Grund allen Widrigkeiten zu trotzen und mich auf den Weg zu machen. Das 35 Millimeter – Retro-Filmmagazin, für das ich nicht nur regelmäßig schreiben, sondern auch seit Jahren die Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs ausfülle, war erstmals Medienpartner des Festivals, hatte nicht nur eine Sonderausgabe für das Festival produziert und präsentierte in der Reihe „Pagan at Midnight“ einen Film. Zudem hatten einige Mitautoren ihr Kommen angekündigt, und ich freute mich besonders darauf, meinen Redaktionskollegen Christian Genzel, der ganz aus Salzburg angereist war, endlich mal persönlich kennenzulernen.

Freundlicherweise holte mich unser Chefredakteur Clemens Williges als „Privatchauffeur“ vom Hauptbahnhof ab und brachte mich zu meinem Redaktionskollegen und Mit-Delirianer Christoph Seeliger, bei dem ich über Nacht bleiben wollte. Christoph nahm mich auch gleich in Empfang und mir, wie man am Schnellsten von Kino zu Kino kommt. Nach einer Stärkung in dem Kino-Bistro „Abspann“ gingen wir dann erst einmal getrennt Weiter lesen 'Bericht vom 32. Braunschweig International Film Festival'»

Reise-Tipp: “Deliria Italiano” – 9. öffentliches Forentreffen in Köln

Von , 7. Oktober 2018 11:06

Ein kurzer Hinweis in halb eigener Sache. Das Medium „Internet-Forum“ ist ja leider seit Facebook ein Relikt der „guten, alten Internetzeit“. Zudem besitzt es in der Regel ein eher weniger schmeichelhaften Ruf. Als Sammelplatz von Trollen, Provokateuren, Streitsuchern, Narzissten und ähnlichem Volk, dem man im „real life“ nicht unbedingt begegnen möchte. Guckt einfach mal in die Kommentarspalten von „Spiegel Online“, dann wisst ihr, was ich meine.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Seit 2010 bin ich bei Deliria-Italiano.de aktiv und noch heute verwundert darüber, wie friedlich, konstruktiv, ja familiär es dort zugeht. Das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass die sehr engagierten Macher des Forums (nennen wir sie mal „Onkel Joe“, „buxtebrawler“, „Santini“ und „Jogiwan“) seit 2008 jedes Jahr ein Forentreffen organisieren, welches nicht nur jedes Jahr in einer anderen Stadt weilt und wunderbare Filme auf 35mm zeigt – sondern, welches auch als Zusammenkunft Gleichgesinnter funktioniert. Die allesamt weite Wege auf sich nehmen, um dabei zu sein und die Leute aus dem Forum wiederzusehen. Um zu klönen, gemeinsam die jeweilige Stadt zu erkunden und einfach gemeinsam Spaß zu haben. Und wenn man den Gegenüber kennt, mal mit ihm gesprochen und ein Bierchen gezwitschert hat – dann fällt man auch im anonymen Netz nicht so einfach über ihn her, wenn einen mal was stört oder man meint, etwas besser zu wissen. Ich glaube, daher kommt die entspannte Stimmung bei Deliria-Italiano.de. Mal davon abgesehen, dass das alles liebe nette Menschen mit Ecken und Kanten sind, auf die ich mich jedes Jahr aufs Neue freue.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nach Hamburg, Frankfurt, Bremen, Magdeburg, Nürnberg, Düsseldorf, Wien und München, findet das diesjährige öffentliche (ja, dass heißt, es kann JEDER völlig zwanglos vorbeikommen) Forentreffen in KÖLN im Filmclub 813 statt. Und zwar schon am nächsten Freitag und Samstag (12. und 13. Oktober). Los geht es am Freitag um 20:15 mit zwei spanisch-italienischen Co-Produktionen: „Invasion der Zombies“ (Klassiker von Jorge Grau) und „Zeig mir wie man’s macht“ (mit Laura Gemser). Am Samstag geht es um 14:30 weiter mit eine Italo-Western in dem Clint Eastwood, Lee van Cleef und Gian Maria Volonté die Hauptrollen spielen – und der Kinski guckt auch vorbei. Zum Abschluss folgt dann auf Blitz der „Thunder“ – ein Actionfilm mit Mark „The Riffs“ Gregory zu dem ich zusammen mit meinem Weird-Xperience-Kollegen Stefan die Einleitung halten werde. Wie generell alle Filme ein fachkundiges Intro erhalten.

Wer also in der Nähe sein sollte – wir freuen uns auf Dich!

PS: Von Bremen nach Köln gibt es eine direkte Zugverbindung.

Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 3

Von , 4. Oktober 2018 21:00

Seit dem letzten Jahr nehme ich ja auch immer noch den Sonntag beim Internationalen Filmfest in Oldenburg mit. Und wie im Vorjahr erwies sich dieser letzte Tag mal wieder als ausgesprochen entspannt. Die Gäste sind schon fast alle abgereist, das Publikum bereitet sich scheinbar auf den nächsten Arbeitstag vor und das Personal ist so wenige Stunden vor dem Ende des Festivals in einer erschöpften, aber glücklichen Stimmung. So wie bei einer tollen Party, wenn die Letzten morgens noch in der Küche rumhängen und sabbeln. Überall herrscht eine wunderbar lockere Atmosphäre. Und wie 2017 hielt dieser letzte Tag für mich sogar noch mein persönliches Highlight des Festivals bereit.

Blue My Mind – Den Film hatte ich erst gar nicht auf dem Schirm, bis ich gesehen habe, dass er auch auf dem Randfilm in Kassel läuft. Was ja durchaus eine gute Empfehlung ist. „Blue My Mind“ ist ein ganz klassischer Coming-Of-Age-Film, der langsam ins Übernatürliche driftet, um die körperliche und geistige Veränderung der pubertierenden Protagonistin, noch einmal deutlich zu unterstreichen. Ihr Gefühl des „Anderseins“ und nicht dorthin zu gehören, wo sie ist. Das ist jetzt auch nichts wirklich Neues und kennt man bereits gut aus diversen z.B. Werwolf-Filmen. Hier wird die junge Protagonistin aber nicht zum Wolf, sondern entwickelt einen seltsamen Heißhunger auf die Fische in Papis Aquarium, ihre Zehe wachsen zusammen und auf den Beinen erscheinen eklige Flecken. Wie gesagt, das kennt man irgendwie alles schon, trotzdem entfaltete der Film bei mir einen ganz gehörigen Sog.

Meine Mitzuschauer mochten den Film zwar auch, empfanden einige Stellen aber zu lang und repetitiv. Das Gefühl stellt sich bei mir gar nicht ein, denn ich war emotional immer ganz nahe dran an der Hauptfigur. Diese wird von der fantastischen Luna Wedler gegeben, die ihre Mia weniger spielte als vielmehr im besten Sinne des Wortes verkörpert. Völlig zu recht hat sie für ihre Performance den Schweizer Filmpreis als beste Schauspielerin gewonnen (daneben gewann „Blue My Mind“ noch in den Kategorien bester Film und bestes Drehbuch).

Ein Preis hätte aber auch Zoë Pastelle Holthuizen als Gianna mehr als verdient. Erst ist sie die Feindin, dann später die beste Freundin von Mia. Sie spielt dabei die leicht asoziale, dominante Bitch, die ihre Freundinnen aus der Outsider-Girls-Clique fest im Griff hat, ebenso perfekt, wie sie das leichte Aufbrechen des Zicken-Panzers zeigt, hinter der Vernetzbarkeit und die Sehnsucht nach Liebe durchschimmern. Der Weg von Aso-Zicke bis zur sich aufopfernden Freundin ist nicht als plötzlicher Bruch, sondern langsame, glaubhafte Entwicklung angelegt. Dass Gianni unterschwellig auch ein homoerotisches Interesse an Mia hegt, wird nicht dick aufgetragen, sondern schwingt ganz natürlich im Hintergrund mit, ohne sich allzu sehr in der Vordergrund zu drängen.

Die ganze Atmosphäre und der Wechsel von realistisch rauen Bildern und sinnlichen Komposition, von der drogengeschwängerten Partywelt der Mädchen-Clique und ihren coolen Mackern hin zu dem phantastischen Inhalt, erinnern stark an „Der Nachtmahr„, was ja eine gute Referenz ist. Mir hat der Film ausgesprochen gut gefallen, ich war immer bei Mia und von ihrem Schicksal tief bewegt. Und die wunderschönen, märchenhaften Schlussbilder waren dann noch das letzte Tüpfelchen auf dem „i“.

Vultures – Island ist ein kalter Ort. Und in Filmen wie „Vultures“ sinkt die Temperatur gleich noch einmal um ein paar Grad. Eine klassische Gangstergeschichte die, wie ich nach dem Film von einem Bekannten lernte, auch schon mal im „Tatort“ abgehandelt wurde. Eine junge, polnische Frau wird als „Maultier“ genutzt und muss Dutzende mit Rauschgift gefüllt Kondome schlucken, um diese von Schweden nach Reykjavik zu schmuggeln. Dummerweise wird ihr auf dem Flug schlecht, und von da an geht alles den Bach runter.

Initiiert wird der Deal von zwei Brüdern. Einer ein respektabler, aber eiskalter Anwalt mit Geldproblemen. Der andere gerade aus dem Knast entlassen und kriminell, aber durchaus mit Herz. Letzterer soll die junge Frau als unsichtbarer Schatten begleiten. Natürlich macht er Fehler, natürlich geht nichts nach Plan. Am Ende muss er sich mit ihr in einem Hotel verstecken, wo sie die Ware auskotzen soll. Aber es kommt nichts raus. Ihr geht es immer schlechter, die Kotz-Prozedur wird immer schmerzhafter, immer quälender. Derweil zieht sich das Netz um Beide zusammen. Weil sie einfach zu viel Fehler gemacht haben, aber auch weil der Zufall es so will. Zum Schluss gibt es nur noch Opfer und ein wahnsinnig zynisches Ende.

„Vultures“ ist hart und ist seinen Figuren gegenüber absolut mitleidlos. Wer einen Fehler macht, wird dafür doppelt und dreifach bestraft. Reykjavik erscheint wie der schrecklichste und trostloseste Platz auf Erden. Hier gibt es keine Hoffnung auf Besserung. Jedes kleine Licht im Dunkeln, wie die Liebe der von Anna Próchniak mehr oder weniger stumm gespielten jungen Polin Sofia zu ihrem Kind, oder das langsam immer stärker werden Verantwortungsgefühl Atils (Baltasar Breki Samper), wird auf brutale Art und Weise ausgeblasen. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass es zumindest eine der Figuren hier irgendwie heraus schafft – aber wie soll das gehen? Wenn selbst die Polizei keine Mittel hat, um Gerechtigkeit walten zu lassen.

Fazit: Der diesjährige Jahrgang des Internationalen Filmfests Oldenburg war sehr stark. Richtige Ausfälle gab es keine und der einzige Film, durch den ich mich kämpfen musste hat auf andere – deren Meinung ich schätze – durchaus Eindruck gemacht. Auffällig war für mich zunächst, dass immerhin ein Drittel der von mir gesehenen, starken Filme von Frauen stammte. Kurz nachgerechnet sind das aber immer noch nur drei. Was aber wohl über dem Durchschnitt im Filmgeschäft liegt. Noch ein Grund mehr, den Machern in Oldenburg für ihren ausgezeichneten Geschmack zu danken. Ich freue mich auf jeden Fall schon wieder auf das nächste Jahr.

Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

Von , 3. Oktober 2018 18:18

Auch der zweite Tag in Oldenburg gestaltete sich sehr angenehm. War ich am Vortag fast ausschließlich im Theaterhof gewesen, dessen Bestuhlung für einen längeren Aufenthalt nicht gerade ideal ist, war ich diesmal zunächst im sehr viel bequemeren cineK/Studio.

The Boat – Eine sehr, sehr langsam erzählte, von Petrus Cariry inszenierte Metapher aus Brasilien, über den Einbruch der Zivilisation in ein eigentlich glückliches, sorgenfreies Leben und der damit einhergehenden Verlockung der Moderne und Sehnsucht nach der Ferne. Das ist toll fotografiert mit einem wunderbar suggestiven Soundtrack. Die Bilder des an den Strand klatschenden Meeres, der Männer die ein Fischernetz durch die Gischt ziehen – überhaupt die Landschaft, das Meer – sind überwältigend schön und kraftvoll. Allerdings trägt diese ganze Metapher im Grunde nur einen Kurzfilm von maximal 20 Minuten, danach läuft sich der Film auf der inhaltlichen Ebene tot. Dadurch ziehen sich die 72 Minuten Spielzeit an vielen Stellen gewaltig.

Darauf muss man bereit sein, sich einzulassen und die inhaltliche Ebene weitgehend außer Acht lassen. Denn die ständigen Weiter lesen 'Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2'»

Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1

Von , 2. Oktober 2018 12:27

Zum nunmehr bereits 25. Mal lud das Internationale Filmfest in Oldenburg ein.  Seit 2009 bin ich jetzt regelmäßig hier zu Gast, und noch nie bin ich enttäuscht nach Hause gekommen. Und so sollte es auch dieses Jahr wieder sein, welches zum entspanntesten Festivals der letzten Jahre wurde. Kein Stress, keine ausverkauften Filme, kein Gehetzte zwischen zwei Spielstätten und interessante, sympathische Gäste. Alles ganz easy und schnell geriet man in einen sehr angenehmen Flow. Unterstützt wurde dies in diesem Jahr auch wieder davon, dass ich mit vielen netten Menschen unterwegs war. Dass die Filme auch durch die Bank gut bis sehr gut waren (nur ein Film gefiel mir weniger, aber da war ich in der Minderheit) war dann natürlich das Sahnehäubchen. Ein in meinen Augen starker Jahrgang.

Los ging es im Casablanca. Mein Lieblingskino in Oldenburg und das mit Abstand bequemste. Leider bin ich hier in der Regel eher selten. Überhaupt verschlug es mich diesmal nur ein einziges Mal in diese Ecke von Oldenburg, den Rest des Festivals verbrachte ich in der Bahnhofstrasse, bequem zwischen Theaterhof und der Kulturetage pendelnd.

Is That You? – Vater, Mutter und Tochter wohnen in einem ärmlichen Haus irgendwo in der kubanischen Wildnis zusammen. Der Mutter ist es verboten das Haus zu verlassen. Ihre Füsse sind mit einem dünnen Band gefesselt, was es ihr unmöglich macht, sich anders als mit Tippelschritten zu bewegen. Der dominante und autoritäre Vater hat grunzenden Sex mit ihr und bestraft jedes kleine Aufbegehren. Die Tochter nimmt dies so hin, fragt den Vater ab und zu, ob die Mutter nicht wieder am Familienleben teilnehmen könne. Sie selber wird vom Vater geliebt und besucht mit ihm Baseballspiele und die Stadt. Als die Mutter einen Fluchtversuch versucht, spitzt sich die Lage zu.

Das kubanisches Familiendrama (eigentlich ein Kammerspiel mit vier Personen) entpuppt sich bald als psychologischer Horrorfilm, der einen immer mehr in den Bann zieht. Er Weiter lesen 'Bericht vom 25. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1'»

Bericht vom 4. Bremer Filmfest

Von , 27. September 2018 15:20

Nach vier Jahren ist das Filmfest Bremen zwar größer und länger geworden, gefunden hat es sich aber noch nicht. Wie ich bereits im Februar schrieb, erschließt sich mir das Konzept (sofern es eines gibt) nicht so recht. Anderen geht es da ganz ähnlich. Als ich mich in meinem cinephilen und durchaus festivalaffinen Umfeld umhörte, ob noch jemand mit zum Filmfest kommen würde, waren die Reaktionen unisono: „Nee, weiß auch gar nicht was das sein soll, und was da so läuft“. Eine kleine Stichprobe, gewiss. Aber wenn selbst Leute, welche zur potentiellen Zielgruppe eines Bremer Filmfests gehören, so reagieren, wie sieht das dann vor Ort aus? Ich war jetzt sehr gespannt, was mich dort erwartet.

Gestartet als „Leistungsschau“ der Bremer Filmszene mit der strengen Vorgabe, dass alle Filme irgendwie mit Bremen verbunden sein müssen (was vielleicht maximal zwei Tage trägt, aber dort auch nicht unbedingt das „normale“ Publikum zieht), ist der Aspekt „Bremen“ noch immer wichtig. Was ich auch sehr gut finde, denn diese Regionalität ist schon ein Alleinstellungsmerkmal und Bremer Filmemacher können, ebenso wie der Produktions- und Drehort Bremen, einmal ins Rampenlicht treten.

Doch ein echtes Filmfest ist das so noch nicht. Das haben wohl auch die Macher erkannt und das Ganze erst auf drei und nun vier Tage und weit mehr Spielstätten ausgedehnt. Das ist löblich und zeigt, dass der Wille da ist, hier etwas Großes zu schaffen. Leider wirkt das Programm noch arg beliebig. Der lokale Schwerpunkt ist geblieben, was absolut zu begrüßen ist. Um sich das Prädikat „International“ umhängen zu können, wurden zwei neue Schienen eingeführt, wo auch internationale Filme ohne Bremen-bezug gezeigt werden. Einmal „Humor/Satire“, was zeigen soll, dass die als humorlos verschrienen Hanseaten auch anders können. Das wirkt auf mich aber eher wie „crowd pleasing“, um damit die „normalen“ Kinogänger und die – wie ich sie nenne – Arthaus-Weinschwenker-Fraktion abzuholen. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen, aber ein eigenständiges Profil erhält das Filmfest dadurch nicht.

Zumal neben der leichten Muse, der zweiter Strang dann gleich für eher experimentelles („Innovation“) Kino eingerichtet wurde. Was ich ebenfalls sehr gut finde, aber im Weiter lesen 'Bericht vom 4. Bremer Filmfest'»

25. Internationales Filmfest Oldenburg: Bruce-Robinson–Retrospektive

Von , 22. August 2018 17:53

Ich finde es ja immer wieder spannend, wem das Internationale Filmfestival Oldenburg seine jährlich Retrospektive widmet. Vorherzusagen ist dies nie, oftmals habe ich die Künstler vorher nie so recht auf dem Schirm gehabt (Philippe Mora kannte ich z.B. in erster Linie als Regisseur vom Heuler *hihihihi* „The Howling 2“), aber ich habe hier immer wieder wunderschöne Entdeckungen gehabt. Neben erwähnten Mora waren das beispielsweise Ted Kotcheff oder George Armitage.

Auch 2018 gibt es wieder eine interessante Retrospektive und auch hier wäre ich nie darauf gekommen, wem sie gewidmet wird. Es ist der britische Autor und Regisseur Bruce Robinson‚ das „vernachlässigtes Genie des britischen Films“, wie in der Pressemitteilung zu lesen ist.

Robinson begann seine Karriere 1968 als Schauspieler in der Rolle des Benvenio in Zeffirelli’s „Romeo und Julia„. Darauf folgten Rollen in Ken Russells „The Music Lovers“, Truffauts „The Story of Adele H.“ und Carlo Lizzanis „Kleinhoff Hotel“.

In den 70ern begann er selber zu schreiben. Für seine Drehbuch zu „The Killing Fields“ erhielt er eine Oscarnominierung. Diese ermöglichte es Robinson bei der düsteren, quasi-autobiographischen Komödie „Whitnail and I“ Regie zu führen.

Robinsons zweiter Film, die Farce „How to Get Ahead in Advertising“ aus dem Jahre 1989, war durch das tiefe Misstrauen gegen das Establishment – allem voran Margaret Thatcher – geprägt.

Danach ging Robinson nach Hollywood und drehte den Thriller „Jennifer 8“ (1992) mit Uma Thurman und Andy Garcia . Hier war er auch wieder als Autor tätig. Hochzufrieden mit dem Ergebnis musste er dann mit ansehen, wie Paramount begann den Film nach mehreren Testscreenings zu verstümmeln. Robinson zog sich aus dem Filmgeschäft zurück und begann Romane zu schreiben.

Sechs Jahre später kehrte er als Drehbuchautor von Neil Jordans „In Dreams“ zurück und wurde erneut von den radikalen Änderungen desillusioniert, die vom Regisseur und den Produzenten vorgenommen wurden. Nur sein Freund Johnny Depp, konnte ihn 2011 aus seinem Film-Ruhestand holen, um Hunter S. Thompsons „The Rum Diaries“ zu adaptieren und noch einmal auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Hier hatte Robinson endlich wieder volle Kontrolle und Sicherheit-

Bruce Robinson wird während des gesamten Festivals in Oldenburg zu Gast sein und acht seiner Filme im Rahmen der ihm gewidmeten Retrospektive vorstellen. Die Retrospektive wird folgende Filme beinhalten: „Romeo and Juliet“ (1968), „The Story of Adele H“ (1975), „Kleinhoff Hotel“ (1977), „The Killing Fields“ (1984), „Withnail and I“ (1987), „How To Get Ahead in Advertising“ (1989), „Jennifer 8“ (1992) und „The Rum Diary“ (2011).

Kulturfestival dreizehn° in Bremen-Blumenthal: Das Filmprogramm steht

Von , 17. August 2018 14:45

Wie bereits hier geschrieben, findet vom 31.8. bis 2.9. das dreizehn°-Festival auf dem Gelände der Bremer Wollkämmerei (BWK) in Blumenthal statt. Neben einer großen Musikbühne, zwei Theaterbühnen, einer Literaturbühne und einer Experimentalbühne, Getränke- und Imbissständen wird es auch eine Kinobühne und ein (gar nicht mal so) kleines Filmprogramm geben. Dieses besteht (erwartbarer Weise) größtenteils aus Dokumentarfilmen, hat aber mit „Animals“ auch ein echtes Spielfilm-Highlight im Programm. Und für die Kleinen wurde auch gesorgt. Insgesamt eine runde und, wie ich meine, gut zum Festival passende Auswahl. Da finde ich es gleich doppelt schade, dass ich ich bei der Premiere des dreizehn°-Festival nicht dabei sein kann, da erst die Arbeit, dann das Übersee-Festival und schließlich noch der Urlaub rufen. Ich hoffe aber, das dreizehn°-Festival wird ein voller Erfolg, und ich kann 2019 (sofern es da nicht wieder Überschneidungen gibt) mal vorbeischauen.

Hier die Filme im Einzelnen:

Es gibt eine kleine Retrospektive mit Werken der Filmemacherin Kerstin Polte. Diese wird mit ihren Filmen „Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“ (mit Corinna Harfouch), „Kein Zickenfox“ (Dokumentarfilm) und „Sookee – von Seepferdchen und Schränken“ vor Ort sein.

„Der Gipfel- Perfoming G20“ – ein Dokumentarfilm über kreative Protestformen bei G20 von Regisseur Rasmus Gerlach, der ebenfalls zu Gast sein.

Der Kuaför aus der Keupstraße“ – Ein weiterer Dokumentarfilm, in dem der 10-jährige Jahrestag des Nagelbomben-Anschlags in Köln zum Anlass genommen wird, die damaligen Ereignisse zu rekonstruieren.

Ein „Open Screening“ in Kooperation mit dem Film Büro Bremen, bei dem Filmemacherinnen und Filmemacher ihre eigenen Kurzfilm präsentieren.

 

120 bpm“ – Ein Spielfilm-Drama um eine Gruppe von Aids-Aktivisten, die im Frankreich der 1990er-Jahre um Anerkennung und gegen das Schweigen kämpfen.

Logbook Serbistan“ – Ein Dokumentarfilm, der zusammen mit Geflüchteten auf der Balkanroute in Serbien gedreht wurde. In Kooperation mit dem Edith-Russ-Haus Oldenburg.

Du musst dein Ändern leben“ – Noch ein Dokumentarfilm.„Das Gefühl hier irgendetwas starten zu müssen.“ Dieser Drang und das ungenutzte Parkdeck eines Shoppingcenters in Neukölln sind der Anfang einer Vision.

Animals“ – Ein surrealer Psychothriller, in dem die Realitäten verschwimmen. Spielfilm mit der großartigen Birgit Minichmayr! Vom polnischen Regisseur Greg Zglinski, der auch den tollen „Wymyk“ (hierzulande leider nie gelaufen, aber ich besitze die polnische DVD) gemacht hat. Da wäre ich sehr gerne dabei!

 

Für die Kinder gibt es ein Kurzfilmprogramm und den Film „Die Königin von Niendorf“ über die zehnjährige Lea, die einen Sommer in Brandenburg verbringt und in eine Jungs-Clique hineinkommen will — dafür muss sie Mutproben bestehen.

25. Internationales Filmfest Oldenburg: Die ersten Filme sind angekündigt

Von , 14. August 2018 22:11

Bald ist es wieder soweit! Die Filmfestival-Saison im Norden steht vor der Tür und wie jedes Jahr ist das Internationale Filmfest in Oldenburg für mich fest gebucht. Dabei möchte ich aber auch erwähnen, dass Unabhängige Filmfest Osnabrück, die Nordischen Filmtage in Lübeck, das Internationale Filmfest Norderney/Emden und das Braunschweig International Film Festival (wo ich dieses Jahr möglicherweise das erste Mal zu Gast sein werde) ebenso empfehlenswert und familiär sind – und das ideale cineastische Nest für die, denen Hamburg zu groß und unpersönlich ist. Seit Jahren schlägt mein Herz aber ganz besonders für Oldenburg, wo ich viele schöne Stunden verbracht und immer wieder nette Menschen getroffen habe. Darum freut es mich ungemein, dass heute die ersten Programm-Highlights veröffentlicht wurden.

Die Filmbeschreibungen übernehme ich einmal 1:1 aus der Pressemitteilung und versehe sie mit meinen eigenen Anmerkungen (in kursiv)

Unforgiven, RUS 2018, von Sarik Andreasyan
Russlands Regiesuperstar Sarik Andreasyan erzählt die zutiefst traumatische, wahre Geschichte des Osseten Vitaliy Kaloev, der bei der Flugzeugkatastrophe von Überlingen seine Familie verliert. Der Schmerz darüber und die Ohnmacht angesichts der Abwesenheit von Empathie und Reue der Verantwortlichen führt in eine zweite Katastrophe. Nachdem Andreasyan mit „Guardians“ Russlands Antwort auf die Marvel Superheldenfilme auf die Leinwand gebracht hat, zeigt er sich in „Unforgiven“ als Virtuose des Schauspielerkinos ohne Scheu vor überlebensgroßen Emotionen. EUROPAPREMIERE – Klingt interessant und der russische Film war bisher in Oldenburg ziemlich unterrepräsentiert. Der Regisseur sagt mir jetzt nichts, scheint aber in Russland tatsächlich eine große Nummer zu sein, der einige erfolgreiche Unterhaltungsfilme gedreht hat. Das zugrundeliegende Drama ist mir noch sehr präsent, und ich bin gespannt, in welcher Form der Film dies aufbereitet.

The Boat, BRA 2018, von Petrus Cariry
Es scheint, als ob das Kino für solche Geschichten erfunden wurde. Mit einer visuellen Energie, die seinesgleichen sucht, erzählt der preisgekrönte brasilianische Filmemacher Petrus Cariry eine Story von archaischer Wucht. Ein Strand, ein Fischerdorf, das Meer und die Sehnsucht der jungen nach dem Unbekannten. Als ein Boot strandet und die geheimnisvolle Ana an Land gespült wird, droht
der Mikrokosmos aus Genügsamkeit, Disziplin und uneingeschränktem Zusammenhalt zu implodieren. Ein mitreißender Film voller grandioser Momente, hypnotisch und visuell berauschend. EUROPAPREMIERE – Meer, Strand, Geheimnis. Das sind Zutaten, die bei mir immer gehen. Die IMDb-Bewertung sieht auch gut aus. Der Film ist schon einmal vorgemerkt.

Angst in meinem Kopf, GER 2018, von Thomas Stiller
Die Geschichte einer Justizvollzugsbeamtin, die sich zwischen Familienleben und Job emotional verausgabt. Das Zuhause ist geprägt von Distanz und wirtschaftlichen Zwängen. Ihre Versuche, den Mangel an Empathie im Knast auszugleichen, bringen sie in eine gefährliche Schieflage zwischen falschem Vertrauen und der Sehnsucht nach menschlicher Wärme. Thomas Stiller erzählt eine Story,
die ihre Kraft ganz aus den guten Darstellern, allen voran Charly Hübner und Claudia Michelsen, und der bedrückenden Erkenntnis bezieht, dass Gefangensein keineswegs verschlossener Türen und Gitterstäbe bedarf. WELTPREMIERE – Thomas Stiller ist TV-Regisseur, der einige „Tatorte“ gedreht hat. „Angst in meinem Kopf“ ist auch ein TV-Film. Klingt thematisch interessant, ich habe bei so etwas immer etwas die (vielleicht unbegründete) Befürchtung, es wird zu brav und in TV-Optik inszeniert. Mal gucken.

All Square, USA 2018, von John Hyams
Nach einem One-Night-Stand mit einer Ex findet sich der von Michael Kelly wunderbar lakonisch verkörperte Loser John mit derem 12jährigen Spross allein zu Hause. Mehr aus schlechtem Gewissen über die seltsame Begegnung bietet John dem Jungen an, ihn zum Baseballspiel zu bringen. Die beiden freunden sich an und John kommt die glorreiche Idee, Wetten auf Minor League Spiele anzubieten. Was als Goldgrube beginnt, bringt schnell das ganze Städtchen ins Taumeln. Actionregisseur John Hyams wechselt mit leichter Hand ins Kömodienfach und gewann beim SXSW Festival direkt den Publikumspreis. DEUTSCHLANDPREMIERE – Holla: John Hyams! Sohn des großen Peters! In meiner Filterblase als Erneuerer des intelligenten und archaischen Actionfilms vergöttert. Da ist es sehr spannend, ob er auch Komödie kann. Würde ich einen Blick wagen. Vielleicht erneuert er das Genre Komödie ja genauso radikal, wie den Actionfilm.

Temporary Difficulties, RUS 2018, von Mikhail Raskhodnikov
Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt „Temporary Difficulties“ die Geschichte eines mit Kinderlähmung geborenen Jungen, der sich allen Nachteilen zum Trotz zu weltweiter Anerkennung erhebt. Kraftvoll angetrieben durch den russischen Star Rinal Kovalev und dessen eindringliche Darbietung des Vaters markiert dieser zweite Spielfilm von Autor/Regisseur Mikhail Rashodikov den Anbeginn einer neuen Stimme und Stärke im unabhängigen Kino. Herzzerreißend und inspirierend –dieses authentische Porträt des Überlebens ist eine Liebeserklärung an das Leben. INTERNATIONALE PREMIERE – Oha, noch ein russischer Film. „Herzzerreißend“ warnt mich eigentlich vor a) Kitsch und b) Tränendüse. Andererseits kann es aber auch ein sehr positiver und inspirierender Film sein. Und mich würde auch interessieren, wie solch ein Stoff in Russland umgesetzt wird. Mal im Auge behalten.

IVAN, SVN 2017, von Janez Burger
Aus Slovenien kommt ein ehrliches sowie brutales Portät von Liebe, Mutterschaft und Leben. Die mit dem EFP Shooting Star ausgezeichnete Marusa Majer fesselt das Publikum mit ihrer Darstellung Maras, einer blauäugigen und frischgebackenen Mutter, die wie besessen von Rok, einem verheirateten Geschäftsmann und Vater ihres Neugeborenen Ivan, ist. Gefangen zwischen zwei Fronten, befindet sie sich in einer unerträglichen Situation: Sie muss sich zwischen ihrem Kind und der Liebe ihres Lebens entscheiden. DEUTSCHLANDPREMIERE – Slowenien ist als Filmland prinzipiell sehr interessant. Beim Thema muss ich allerdings mal gucken. Geschichten mit Kinder wo es heißt „sie muss sich zwischen ihrem Kind und der Liebe ihres Lebens entscheiden“ sind nichts für einen Familienmenschen wie mich. Um ehrlich zu sein, beim lesen der Inhaltsangabe nervt mich die Mara schon jetzt.

Mandy, USA 18, von Panos Cosmatos
Pazifischer Nordwesten. 1983. Außenseiter Red Miller, gespielt von Oscar-Gewinner und Oldenburger Star of Excellence-Empfänger Nicolas Cage, führt ein liebevolles und friedliches Leben mit seiner Partnerin Mandy Bloom (Amanda Riseborough). Doch als ihr idyllisches Dasein brutal durch eine Sekte und dessen sadistischer Anführer Jeremiah Sand zerstört wird, bleibt Red nichts anderes übrig als sich auf einen albtraumhaften, blutigen und feurigen Rachefeldzug zu begeben. Schon in Sundance gefeiert, ist dies der gewagteste und spannendste Genre-Film des Jahres. – Eigentlich ein absolutes Muss, vor allem da mit Cosmatos „Beyond the Black Rainbow“ schon öfter sehr ans Herz gelegt wurde, Andererseits läuft der später auch noch zu anderen Gelegenheiten. Daher mal schauen, wie es passt.

Write When You Get Work, USA 2018, von Stacy Cochran
Als sie 10 Jahre nach der gemeinsamen Highschool Romanze wieder Kontakt zueinander aufnehmen, liegen zwischen Ruth Duffy und Jonny Collins, gespielt von den aufstrebenden Stars Finn Wittrock („The Big Short“, „Unbroken“) und Rachel Keller („Fargo“), Welten. Jonny, völlig von Ruth eingenommen, beginnt ihr Leben zu infiltrieren auf der Suche nach Liebe und Profit. Die Geschichte der bereits mit dem Oldenburger Tribute geehrten Stacey Cochran erzählt von Geld, Unheil und Ansprüchen, wurde von Oscar-Gewinner Robert Elswit gefilmt und sollte absolute nicht verpasst werden. INTERNATIONALE PREMIERE – Kann was sein, kann nichts sein. Kann ich aufgrund der Inhaltsangabe nicht so recht beurteilen. Mal vorsichtig vormerken.

Ray Meets Helen, USA 2017, von Alan Rudolph
15 Jahre nach seinem letzten Film kehrt der Regisseur von jungen Klassikern wie „Chose me – sag Ja“ oder „Trouble in Mind“, Alan Rudolph, mit einem neuen Film auf die Leinwand zurück. Mit Sondra Locke und seinem Lieblingsdarsteller, dem Oscarpreisträger Keith Carradine, hochkarätig besetzt, erzählt er die Geschichte des ehemaligen Boxers Ray und der einsamen Helen, die beide ihren verlorenen Träumen hinterher jagen. Die New York Times feierte Rudolphs Rückkehr auf die Leinwand als „wunderbar, magisch menschlich“ und bescheinigte Rudolphs Filme eine „wehmütige Raffinesse, die aus dem heutigen Kino fast völlig verschwunden ist“. EUROPAPREMIERE – Die ganz junge Sondra Locke – Eastwoods Muse in den 70ern und frühen 80ern – habe ich gerade in „Willard“ gesehen. Und noch gedacht: Lange nichts gehört. Könnte schlimmer Kitsch sein oder so ein Film, der sich unverfroren an das Publikum ran schleimt. Danach klingen die Zitate. Und die IMDB-Beweetung. Andererseits Keith Carradine und Sondra Locke würde ich ja schon gerne sehen.

The Private Life of a Modern Woman, USA 2017, von James Toback
Am Anfang steht Hieronymus Boschs „Garten der Lüste“, das als Triptychon die Wand von Vera Lockmans hippen New Yorker Loft schmückt. Und ein Traum, aus dem Vera hofft, gerade erwacht zu sein. Im Laufe des Films wird diese Hoffnung ein ums andere Mal hinterfragt. Hat sie ihren Ex im Handgemenge mit seiner eigenen Pistole erschossen? James Toback variiert Themen seines Schaffens und wieder setzt er sehr sensibel eine Frauenfigur in das Zentrum des Geschehens. Der Film gehört ganz und gar der großartigen Sienna Miller, neben ihr beindrucken Alec Baldwin und Charles Grodin mit intensiven Momenten. DEUTSCHLANDPREMIERE – Ach Du Kacke, James Toback. Schwieriges Thema mit diesem Menschen. Ich hoffe, der taucht nicht in Oldenburg auf. Mehr über den feinen Herren hier: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/sexuelle-belaestigung-mehr-als-200-vorwuerfe-gegen-james-toback-15265772.html und hier: https://www.hollywoodreporter.com/heat-vision/guardians-galaxy-director-james-gunn-says-he-tried-warn-people-james-toback-1051047

Holiday, DEN/ TUR 2018, von Isabella Eklöf
In der Urlaubsvilla ihres Freundes, ein berüchtigter Drogenbaron, taucht Sascha, jung und wunderschön, in den wilden Strudel aus Luxus, Spaß und Losgelöstheit ein. Trotz hedonistischen Taumels offenbart sich der brutale Schmerz und sie muss erschreckend feststellen, dass alles seinen Preis hat. In ihrem bereits in Sundance gefeierten Spielfilmdebüt kreiert Isabella Eklöf sonnendurchflutete Bilder von eisiger Kälte und hinterlässt den Zuschauer mit einem unbehaglichen Staunen. DEUTSCHLANDPREMIERE – Klingt erst einmal interessant, kann aber auch sehr nervig sein, wenn sich die Hauptfigur als nervende Göre (immerhin ist sie wissentlich mit einem Drogenbaron zusammen und findet das scheinbar ganz, ganz toll) entpuppen sollte. Hedonistischer Rausch klingt aber irgendwie auch wie ein Klaus-Lemke-Film. In der IMDb steht noch was von „Triangle“, was auch Noir-mäßig sein könnte. Ich weiß noch nicht…

Neues Kulturfestival: dreizehn° in Bremen-Blumenthal (31.8.-2.9.)

Von , 15. Juni 2018 06:40

Vom 31.8. bis 2.9. wird es in Bremen ein neues Kulturfestival geben. Das dreizehn°-Festival wird auf dem Gelände der Bremer Wollkämmerei (BWK) in Blumenthal stattfinden. Unglücklicherweise zeitgleich mit dem Übersee-Festival am 31.8./1.9 was ich extrem ärgerlich finde, da es auch thematisch einige Überschneidungen gibt und ich nicht ganz verstehe, warum sich zwei Festivals, die beide auch Bremer Künstlern/Musikern einen Bühne bieten wollen, sich gegenseitig torpedieren.

Für das dreizehn°-Festival haben haben die Macherinnen Katrin Windheuser vom neu gegründeten Verein Haikultur und Anne Angenendt laut Weser Kurier rund 250 Künstlerinnen und Künstler überregionaler Herkunft ebenso wie aus Bremen angefragt. Das Festival soll in zwei große Hallen: die sogenannte Fliegerhalle nahe der Weser und die Halle 221, sowie rund 20.000 Quadratmeter Außenfläche stattfinden. Es wird eine große Musikbühne, zwei Theaterbühnen, eine Kinobühne, eine Literaturbühne und eine Experimentalbühne, die abends zum Club wird geben. Außerdem Getränke- und Imbissstände.

Musikalisch soll das Spektrum von Jazz über kleinere klassische Konzerte bis zu Indie-Bands, Hip-Hop und elektronischer Musik reichen. Also – nochmal – ganz ähnlich zum Übersee-Festival. Ferner soll es Debatten, Stadtteilführungen und Workshops in Buchbinden, Siebdruck oder ein Film geben.

Bei den Kinoaufführungen bin ich natürlich hellhörig geworden und diese sind auch der Grund dafür, warum ich hier im Blog drüber berichte. Leider habe ich noch nirgendwo konkret etwas über genau diesen Programmpunkt gefunden, bin aber gespannt, was sich die Macherinnen da ausgedacht haben. Ich hoffe nur, es werden keine ausgelutschten Crowd-Pleaser wie die „Rocky Horror Picture Show“, sondern es geht eher in den Bereich gewagter Underground. Dann schaue ich auch mal vorbei. Nur nicht am 31.8./1.9. 😉

Hier noch der Link zur Facebook-Seite, die etwas aussagekräftiger als die normale Webseite ist: https://www.facebook.com/pg/dreizehngradfestival/

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