Category: Bücher

Das Ende der gedruckten “Splatting Image” und ziemlich viel Nostalgie

Von , 23. Dezember 2012 15:15

SI 92Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Hinweis darüber schreiben, dass die von mir sehr geschätzte „Splatting Image“ ab der nächsten Ausgabe nicht mehr gedruckt, sondern nur noch digital als PDF verschickt wird. Herausgekommen ist aber ein nostalgischer Trip in meine Vergangenheit, in der die „Splatting Image“ immer eine große Rolle gespielt hat und für 15 Jahre eine der Konstanten meiner Filmliebhaberei war. Lange habe ich überlegt, ob ich den daraus entstandenen Text online stelle, aber ich denke, der 4. Advent ist eine gute Zeit für nostalgische Besinnlichkeit und ein wenig Sentimentalität. Ich lasse den langen Text mal ganz bewusst eingeklappt. Wen es interessiert, der kann jetzt gerne auf „Weiter lesen“ drücken.

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Buchrezension: “Bud Spencer – Mein Leben, meine Filme”

Von , 14. Juni 2011 19:52

Sie stürmte sofort an die Spitze der Bestseller-Liste: Die Autobiographie von Bud Spencer. Bei den Signierterminen in Hamburg, Berlin und vor allem in Bremen, kam es zu einem Ansturm der Fans, der dem bei einer Boygroup alle Ehre machen würde. Der Rummel drumherum stimmt also, aber wie es denn nun so das Buch? Ich habe die Biographie jetzt durchgelesen, aber ich bin nicht so wirklich begeistert.

Man kann das Buch zwar ganz gute und schnelle Unterhaltung, aber Buddy (bzw. seine beiden Mitstreiter Lorenzo de Luca und David de Filippi) hält sich bei seiner Lebensgeschichte doch sehr mit tiefer gehenden Informationen zurück. Zum Beispiel wird seine Tätigkeit als Musikproduzent nur mal so am Rande erwähnt. Etwas, was mich sehr wundert.

Beschäftigt man sich mit Bud Spencers Leben, so bietet es reichhaltigen Stoff für einen dicken Wälzer. Ein dicker Wälzer ist die Autobiographie aber wahrlich nicht geworden. Die vielen, sehr unterschiedlichen, Stationen seines Lebenslaufs werden gerade mal angerissen und wenn Buddy dabei Anekdoten aus diesem spannenden Leben erzählt, so wirken sie irgendwie unrund und.. ja… auch uninteressant. So, als ob ihm jetzt unbedingt noch war lustiges oder tief schürfendes zu einem Thema einfallen müsse. Das wirkt dann manchmal etwas sehr verkrampft und “gewollt”.

Auch sein Understatement, was seine schauspielerischen Fähigkeiten angeht, kommt zwar anfangs noch sehr sympathisch rüber, aber wenn er es dann zum x-ten wiederholt, merkt man schon, dass er damit halt SEHR gerne kokettiert. Auch über Dreharbeiten und Kollegen erfährt man so gut wie nichts. Okay, dass Lee Van Cleef ein alkoholkranker Unsympath war, das z.B. schon. Aber wie so viele andere Geschichten, bietet diese kurze Anekdote Buddy vor allem die Möglichkeit, sich als der gutmütiger, schlitzohriger Kerl in Szene zu setzten. Grundsätzlich stößt mir das etwas auf. Alles, was er erzählt, dient letzten Endes dazu, ihn in einem Licht dastehen zu lassen, welches dem Bild, das seine Fans zu ihm haben, ziemlich genau entspricht.

Klar gibt es auch leichte Selbstkritik, aber diese bezieht sich fast ausschließlich auf sein jüngeres Ich (welches er in einem, wie ich finde, etwas verunglückten Pro- und Epilog trifft), das er als arrogant und selbstverliebt beschreibt. Oder eben – wie schon erwähnt – auf seine mangelnden schauspielerischen Fähigkeiten. Schade, es wäre weitaus mehr drin gewesen, insbesondere bei so einem abwechslungsreichen und ungewöhnlichen Leben. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann noch eine Biographie, die nicht nur an der Oberfläche kratzt und vor allem von einem Autoren verfasst wurde, der weniger subjektiv an die Sache rangeht. Kurz und gut: Die Autobiographie ließt sich zwar so weg, aber wirklich erhellend ist sie nicht.

Buddy war da! Heute signierte Bud Spencer in Bremen seine Autobiographie

Von , 15. April 2011 20:11

Es gibt manchmal Tage, an denen Beruf und Hobby, Brötchenerwerb und Leidenschaft, ziemlich unglücklich kollidieren. Heute war so ein Tag. Statt zu Bud Spencer in die Thalia-Filiale in der Obernstr. zu gehen, musste ich – auch angesichts meines nahenden Urlaubs Mitte nächster Woche – noch so einiges abarbeiten. :( Aber, es hat sich eine herzensgute Person geopfert, um für mich ein Buch mit Autogramm und ein paar Bilder vom Event zu besorgen: Meine geliebte Ehefrau. Daher hier noch einmal ein ganz, ganz dickes “DANKE SCHÖN”, denn es war für sie wirklich eine ungeheure Strapaze.

Da ich persönlich nicht anwesend war, gebe ich hier einmal wieder, was sie mir berichtet hatte. Sie war bereits gegen 14:00 Uhr bei Thalia, um schon mal vorab zwei Bücher (eins für mich, eins für einen guten Bekannten) zu besorgen. Danach schaute sie noch für 20 Minuten in einen anderen Laden hinein und als sie wieder zu Thalia zurück kam, hatte ich schon eine Schlange gebildet, die vom Treppenabgang zum Untergeschoss, wo die Autogrammstunde stattfand, bis zum Eingang reichte. Dort verharrte sie tapfer für die nächsten 1,5 Stunden. Das ist wahre Liebe.

Um Viertel nach 4 ging es dann langsam voran. Buddy saß, wie gesagt, im Untergeschoss. Dort ging es dann wie am Fließband. Vorgelassen wurden nur Leute, die das Buch in der Hand hatten. Extrawünsche gab es nicht. Eine Dame nahm das Buch im Empfang, legte es Buddy vor, eine zweite reichte es dann wieder zurück. Unterschrieben wurden mit “Bud”. Das war’s dann. Meine Frau sagte noch, als sie dran war hätte er auf deutsch gesagt: “Ich bin jetzt müde”. Wieder auf der Straße habe die Schlange mittlerweile bis fast zur Sögestr. (!!!) gereicht und da war es erst 16:40!  Wahrscheinlich dachten sie, es gäbe noch welche, aber die Bücher waren wohl schon alle um 15:20 restlos ausverkauft. Wer also vorher eine Stapel gekauft hätte, der wäre jetzt sicherlich ein reicher Mann geworden.

Einen weiteren detaillierten Bericht der Bremer Autogramm-Stunde kann man von “Michael” in den Kommentaren zur Ankündigung lesen. Das deckt sich ziemlich genau mit dem, was ich von meiner Frau gehört habe.

Hier noch ein paar Bilder, die meine Frau für mich geschossen hat.

"Bud Spencer signiert ausschließlich seine Biographie"

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Buddy kommt! Autogrammstunde mit Bud Spencer im April

Von , 10. März 2011 10:52

Ich gebe zu, ich habe es am Anfang für einen Scherz gehalten. Bud Spencer besucht Deutschland, um seine Autobiographie “Mein Leben, meine Filme” vorzustellen und tut dies in Berlin, Hamburg und… Bremen! Jawohl, auch ins kleine, bescheidene Bremen führt der Weg der großen Ikone des italienischen Unterhaltungsfilms. Als ich davon das erste Mal durch Onkel Joe vom Deliria-Italiano-Forum hörte, konnte ich es nicht wirklich glauben. Mittlerweile scheinen die Termine festzustehen und Herr Pedersoli (so sein bürgerlicher Name) wird am 15. April in einer der beiden Thalia-Buchhandlungen in der Innenstadt (ob Söge- oder Obernstr. weiß ich leider noch nicht) anwesend sein, um seine Buch zu signieren. Als Zeit stehen 17:00 und 18:00 Uhr im Raum.

UPDATE: Die Signierstunde findet im Thalia in der Obernstr. ab 16:00 Uhr statt.

Warum auch Bremen mit auf dem Programm steht, erklärt sich, wenn man weiß, dass “Buddy”auch auf der Gästeliste der Radio Bremen Talkshow “3nach9″ steht, die ebenfalls am 15.April ausgestrahlt wird.

Bud Spencer wurde 1929 als Carlo Pedersoli in Neapel geboren. Nach einigen Jobs, die ihn bis nach Südamerika führten, hatte er erste Erfolge als Schwimmer in der italienischen Olympia-Mannschaft. Er nahm an den Olympischen Spielen 1952 und 1956 teil. Nach seiner Sportkarriere wurde er Anfang der 60er Musikproduzent und komponierte auch zahlreiche italienische Schlager.
Die große Wende im Leben des Herrn Pedersoli kam 1967. In diesem Jahr wurde er von einem Bekannten, dem Regisseur Giuseppe Colizzi, angeheuert um in dem Italo-Western “Gott vergibt.. wir beide nie” eine der beiden Hauptrollen zu spielen. Sein Partner in diesem Film: Terence Hill. Die Mischung funktionierte so gut, dass Colizzi noch drei weitere (damals noch weitgehend ernsthafte) Italo-Western mit den beiden drehte.


1970 übernahm dann der Regisseur Enzo Barboni das Duo und konzipierte um sie herum die beiden großen Spaß-Western-Klassiker “Die linke und die rechte Hand des Teufels” und “Vier Fäuste für ein Halleluja“. Ab da war die Kombo Spencer/Hill endgültig etabliert und in der Folgezeit wurde noch zahllose Filme mit den beiden gedreht, die allerdings – das muss man gestehen – mit der Zeit immer schwächer wurden.

Bud Spencer war auch als Solo-Künstler erfolgreich. Zunächst in Nebenrollen in ernsthaften Filmen (z.B. dem Italo-Western “Heute ich… morgen Du” oder Dario Argentos “Vier Fliegen auf grauem Samt“), dann später mit seiner “Plattfuß”-Serie oder Filmen wie “Sie nannten ihn Mücke“. In letzter Zeit hat Bud Spencer viel fürs Fernsehen gearbeitet und spielte die Hauptrolle in TV-Serien wie “Extralarge“, “Zwei Engel mit vier Fäusten” oder aktuell “I delitti del cuoco” (die noch nicht in Deutschland gelaufen ist).

Internetfundstück: “Der läufige Blog” von Christian Keßler

Von , 20. Dezember 2010 16:37

Ende diesen Jahres sollte eigentlich das neue, lang erwartete Buch des in Bremen geborenen Filmjournalisten Christian Keßler erscheinen: “Die läufige Leinwand“. In seinem neuen Werk beschäftigt er sich eingehend mit dem schlüpfrigensten aller Genres: Dem pornographischen Film. Besprochen werden us-amerikanische Werke aus dem “goldenen Zeitalter”. Also von 1970 bis 1981.

Um die nun unfreiwillige Wartezeit zu versüßen, hat Christian Keßler nun einen Blog, der als Ergänzung zu seinem Buch gedacht war, freigeschaltet. Dieser enthält die Outtakes, die es nicht ins Buch geschafft haben , aber auch zahlreiche neue Reviews.

Das finde ich doch mal super! Dann gibt es zum Fest doch noch so einiges aus diesem spannenden, unterschlagenen Kapitel der amerikanischen Filmgeschichte zu lesen.

http://cjamangoblue.blogger.de/

Tipp: “Cargo – Film/Medien/Kultur”-Magazin

Von , 11. März 2009 16:14

In der Bahnhofsbuchhandlung bin ich zufällig über das neue Magazin “Cargo” gestolpert, welches ich hier nachdrücklich empfehlen möchte.

“Cargo” sieht nicht nur über den Tellerrand und erhält neben der Filmsektion auch Artikel über “benachbarte” Künste wie Video-Installationen/Fotografie (Nadim Vardag; Bill Viola), Theater und TV, sondern hat auch einen ganz ausgezeichneten Internet-Auftritt, der alle Möglichkeiten des Mediums voll ausnutzt (Blog, weiterführende Links, Kurz-Essays, Videos usw.).

Zwar stimme der Meinung der Autoren in ihren sehr gut und anspruchsvoll geschriebenen Artikeln nicht immer zu, aber es ist sehr stimulierend, einen fundierten und gehaltvollen Artikel zu lesen, der eine Gegenposition zur eigenen Meinung einnimmt. Besser als oberflächliches Mitgejubel/-gebuhe. Aktuelle Filmbesprechungen gibt es im Heft übrigens kaum. Dafür Berichte über die Berlinale, eine langes Gespräch mit Thomas Harlan, Kolumnen, Buchbesprechungen und, und, und…

Wem der Preis von (gerechtfertigten, da SEHR viel Text und so gut wie keine Werbung) Euro 8,90 zu teuer ist, dem sei die Internet-Seite des Heftes ans Herz gelegt, durch die man sich wirklich stundenlang klicken kann.  Alles sehr gelungen und eine klare Kauf- und Surfempfehlung.

Reclam setzt die Reihe “Filmgenres” mit “Film Noir” fort

Von , 15. Dezember 2008 11:50

Eigentlich ist das Buch schon seit Anfang Oktober auf dem Markt, aber jetzt erst hat es die “Welt Online” entdeckt. Die empfehlenswerte Reclam-Reihe der “Filmgenres” erhält mit dem Beitrag “Film Noir” seine Fortsetzung. Eine umfassende Würdigung des aktuellen Bandes “Film Noir” findet man hier.

Die Reclam-Büchlein im berühmten (unter Schülern berüchtigten) Format erheben kein Anspruch auf Vollständigkeit, sondern folgen dem Konzept nach einer kompakten Einführung eine Reihe renommierter Filmkritiker/-schaffende einen für das Genre typischen Beitrag auszuwählen zu lassen und diesen dann auf 2-3 Seiten zu besprechen. Natürlich fehlt bei diesem Vorgehen der eine oder andere wichtige Film, während man sich bei anderen an den Kopf fasst, warum gerade dieser stattdessen ins Büchlein aufgenommen wurde. Zudem gibt es viele Doppelungen (Kubricks “Dr. Stangelove” taucht z.B. im Band “Komödie” und “Kriegsfilm” auf) zwischen den einzelnen “Genre”-Bänden – allerdings werden die Filme jeweils von unterschiedlichen Autoren rezensiert. Man sollte man auf jeden Fall einmal einen Blick riskieren, denn die Beiträge sind überwiegend sehr gut geschrieben und eröffnen zum Teil ungewöhnliche und spannende Blickwinkel auf den besprochenen Film. Wer aber einen “Kanon” sucht, welchen Film er innerhalb des entsprechenden Genres unbedingt sehen muss, wird hier nicht fündig. Aber das ist auch nicht Zielsetzung dieser Reihe.

Interessante Bücher bei “Zweitausendeins”

Von , 8. November 2008 19:37

Zweitausendeins” hat gerade zwei hochinteressante Bücher im Programm.

Zum einen “Lousie Brooks: Lulu forever” von Peter Cowie. Erschienen bei Schirmer/Mosel. Ein wunderbar bebildertes Buch über den – meiner Meinung nach – schönsten Filmstar der späten 20er und überhaupt eine der wunderbarsten Frauen, die jemals auf der Leinwand zu sehen waren. Eine wahre Fundgrube und ein ganz schön dicker Brocken Buch. Von 49,80 auf 9,95 runtergesetzt. Wer da zögert hat selber schuld! Lulu forever!!!!

Ebenfalls gerade bei “Zweitausendeins”: “Kunst von Filmregisseuren” von Karl French, erscheinen bei Gerstenberg.  Bilder, Zeichnungen, Fotographien, Skizzen, Skulpturen von u.a. Fellini, Hitchcock, Kurosawa, Chaplin, Wenders, Greenaway, John Huston (!) uva. Insgesamt 25 Filmemacher zeigen ihre “andere” künstlerische Seite. Das Buch ist hübsch aufgemacht und hat einen informativen Text. Allerdings zeigt es (natürlich) nur einen kleinen Auschnitt der Werke. Zudem – aber das ist ja immer so – hätte man von dem einen oder anderen gerne mehr gesehen, während es bei anderen auch eine Seite weniger getan hätte. Insgesamt hoch interessant und jetzt für nur noch 7,95 zu haben (vorher 35,-).

PS: Wer sich für Musik interessiert: Bei Weltbild ist gerade das kiloschwere “The Beatles – Anthology” von 69,95 auf 16,95 gefallen.

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